Ausgabe 
30.10.1911 Zweites Blatt
 
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Entwickelung des Vereinslebens feststellen konnte. Der Be­such der Turnstunden war gut und die erzielten turnerischen Erfolge schlossen sich denen der letzten Jahre befriedigend an. Es wurden im ganzen 38 Einzelturnpreise errungen, darunter der erste auf dem Rhonbergfest und der zweite auf dem Spichererbergfest, ferner drei Fechtprcise, ein Preis im Eilbotenlauf und drei Musterriegen-AusLeichnuirgen. Die Mitgliederzahl ist etwas gestiegen, es sind 13 Ehrenmit­glieder, 566 Turner, 32 turnende Damen, 96 Zöglinge und 69 Turnschüler, zusammen 776 Vereinsangehörige vorhan­den. Nach dem vom 1. Turntvurt Heuser erstatteten Turnbericht wurde an 90 Riegen tu rnabenden von 4656 Mann, an 45 Riegenturnabenden von 1255 Mann geturnt. Die Damenriege turntegn 42 Abenden mit 833 Turnerinnen. Die Fechtriege hat jetzt 22 Mitglieder. Der v'on dem Rechner, Universitätssekretär Erle, erstattete Kassenbericht weist 8772,88 Mk. Einnahme und 8624,72 Mk. Ausgabe nach. Das Vermögen, das hauptsächlich in der Turnhalle fesdgelegt ist, beträgt 53302,50 Mk. Die Neuwahl der Hälfte des Vorstandes ergab im allgemeinen Wiederwahl der seitheri­gen Vorstandsmitglieder. An Stelle des 2. Sprechers, Alt- yvff, der eine Wiederwahl ablehnte und dem der Dank des Vereins für seine mehr als 15jährige Vorstandstätigkeit .ausgesprochen wurde, wurde Kaufmann Theodor Vaubel gewählt. Als Schriftführer wurde Turner Aug. Loos, als 1. Turnwart Karl Häuser, als Rechner Wilh. Erle, als Gegenschreiber Gg. Äelloff, als Turnältester Wilh. Heß, als Beisitzer Äilh. Noll und Karl Gröninger gewählt. Eine Besprechung wegen des nächstjährigen hier stattfindenden Gauturnfestes ergab das Einverständnis der Versammlung mit den bis jetzt getroffenen Vorbereitungen. Als Ver­einskleidung wurde für das Fest schwarzer weicher Hut, blauer Rock und weiße Hose bestimmt. Mit einer Be­sprechung über die Belebung des Vereinslebens, besonders hie Turnkneipe, schloß die sehr ruhig und sachlich ver­laufene Versammlung.

Landkreis Gietzen.

z Lich, 27. Okt. Zu den abnormen Erscheinungen dieses Jahres zählt Wohl auch die, daß trotz der anhal­tenden Dürre das Kartoffelkraut bis zur Ernte vollkommen grün blieb, während es sonst oft schon im August anfängt abzusterben. Die Folge davon war, daß dieses Jahr die lodernden Kartoffelfeuer, ohne die sich unsere Jugend den Herbst nicht denken kann, eine große Seltenheit gewesen sind. Da die grünen Stengel nicht verbrannt werden konnten, wurden sie dem Landmann bei der Bestellung der Felder lästig und mußten daher von den Aeckern weg auf die Wiesen gefahren werden, die ietzt noch allenthalben damit bedeckt sind. Dort bleibt das Kär- toffelstroh, das nach und nach verfault mit) so dem Boden etwas Düngstoffe abgibt, bis zur Reinigung der Wiesen im Frühjahr liegen. Biele Landwirte haben es, nachdem cs unter den Strahlen der warmen Oktobersonne nocy ge­trocknet war, auch als Streu vor Eintritt des nassen Wetters noch rechtzeitig nach Hause gefahren.

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauheim, 29. Okt. Im Vortrags- v er ein wird als nächste Veranstaltung ein Vortrag von Dr. Martin über daS Badewesen in früheren Jahrhunderten (mit Lichtbildern) folgen. Dr. Martin, der auf diesem Ge- biete eingehende Studien gemacht hat und durch die Heraus­gabe eines Werkes darüber bekannt geworden ist, wird darüber auch im Friedberger Geschichts- und Altertumsverein sprechen.

N. Reichelsheim. 27. Okt. Am 26. d. M. starb hier der Veteran Daniel Wilhelm Kratz. Er machte die Kriege 1866 und 1870/71 mit. Er war ein tüchtiger Zim- ntennann und war weit über die Grenzen seines Heimat­ortes eine beliebte Persönlichkeit. In der heutigen ge­meinschaftlichen Sitzung des Kir ch en v o r st a n ö e s und der kirchlichen Gemeindevertretung wurde ein­stimmig beschlossen, das a lt e P f ar r h au s ab z u r ei ß e n und einen Neubau auszuführen. Die hierzu erforderliche Bausumme soll an der Landes-Hypothekenbank entliehen und im Laufe von 40 Jahren abgerentet werden. Von unserem alten Pfarrhaus besagt die Reichelsheimer Chronik folgendes: 1622 wurde von Michael Heinrich von Him- stadt im Kirchspiel Grävenwiesbach ein Pfarrhaus für Rei­chelsheim gekauft von Kastenmeister Philipp Bausch im Bei­sein des Pfarrers Martin Stephani von Grävenwiesbach für 240 Gulden nebst 13 Gulden 14 Kreuzer Unkosten. Noch im selben Jahre wurde es hier aufgerichtet.

Kreis Wetzlar.

x Dutenhofen, 27. Okt. Der Ausbau des Ver- brndungsweges nach Münchholzhausen ist mit ernem Kostenaufwand von 12 000 Mark durchgeführt. Der Gemeinde Münchholzhausen wurde eine Provinzialbeihilfe von 1820 Mk. und ein Kreiszuschuß von 920 Mk. bewilligt wahrend Dutenhofen von der Provinz 2700 Mk. und vom Kreis 1330 Mk. zugesprochen wurden.

Hessen-Nassau.

O Felli ngshausen, 29. Okt. Unsere dreiklässige Schule wird zurzeit von einem Lehrer verwaltet Unter den für die erledigte erste Schulstelie ein gegangene! Bewerbungen wurde Lehrer Eisbein aus Niederweidbach ernftunmig gewählt. Die Schülerzahl' ist in steter Zunahme begriffen, sie beträgt jetzt 134. '

0 Marburg 29. Okt. In den letzten Nächten ver­übten junge Leute, die sich eigentlich zum Zwecke des Stu­dierens hier aufhalten, recht eigenartige Scherze So.wurden in der Nacht zum Freitag die Fenster der Po- lizewureauraume im Kiliansgebäude mit Unrat beschmiert und 4« der folgenden Nacht brachte man vor den Fenstern des Polizeiwachtlokals, das sich im Nathause befindet also mitten auf dem Marktplatz, eine Bombe zur Explo- erfolgte eine solche heftige Detonation, daß die Fenster klirrten und alle Anwohner des Marktes und .)er angrenzenden Straßen aus dem Schlafe geschreckt wur­den Der ganze Marktplatz war in Pulverdampf gehüllt und man glaubte, es sei ein großes Unglück passiert. Der Polizei gelang es, den Täter in der Person eines korporier- k^Studierenden zu ermitteln. Er trug noch einen solchen Exploswkorper in seinem Mantel'.

FC. Marburg, 27. Okt. Tie M a r b u r g er Fr ei e Studentenschaft hatte an die Landwirtschafts-Kammer Regierungsbezirk Wiesbaden ein Schreiben ae- tnr r£cm Hie Kammer um die Nachweisung von Adressen solcher Gutsbesitzer und -Pächter ersucht wurde die geneigt waren,Stu deuten während der akademischen Ferien als landwirtschaftliche Arbeiter bei sich aufzunehmen. Die Kammer erließ eine Umfrage. Diese ergab, daß die meisten Besitzer und Pächter des Bezirks keinen Raum für die Ausnahme von Studenten hatten. Der ,'Marburger Freien Studentenschaft" konnte nur eine Domäne, die sich zur Aufnahme bereit erklärte, genannt wewen. ' ö

w. Frankfurt a. M., 28. Okt. Heute nachmittag gegen 3 Uhr erschoß sich auf einer Bank im Sachsenhäuser Friedhof der 28 Jahre alte Bankbeamte Adam Thomas. Motiv unbekannt.

w. Frankfurt a. M , 28. Okt. Der in der Großen S-eestraße in Bockenheim wohnende Schuhmachermeister Jakob Kuntz versuchte gestern abend auf der Heimkehr von einem Aus gang in Errnangelüng eines Schlüssels durch Ueberklettern des eisernen Gitters zu )einem Wohn­hause zu gelangen, wobei er so unglücklich abstürzte, daß er einen Schädelbruch erlitt und besinnungslos liegen blieb. Erst am Morgen aufgefunben, wurde er in ein Krankenhaus verbracht, wo er bald nach seiner Einlieferung starb.

w. Wiesbaden, 28. Okt. Unter Leitung des Brand­direktors Reichel trafen zwei Automobile mit Mannschaften der Berliner Feuerwehr hier ein. Sie befinden sich auf einer Versuchsfahrt, die über Halle, Jena und Würzburg führte. Von hier wurde die Weiterfahrt in den Taunus und auf den Feldberg unternommen.

Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauen­

seuche in Hessen vom 21. bis 27. Oktober 1911.

Kreis:

Arn 21. Okt. waren verseucht:

Vom 21.-27. Okt. sind neu ver­seucht :

Vom 21.-27. Okt. ist die Seuche erlofchen in:

Tarmstadt .

Darmstadt

Wixhausen, Eberstadt, Roßdorf,

Eberstadt, Roßdorf

Bensheim .

Zwingenberg, Bensheim

Lorsch

Dieburg . .

Erbach . .

Groß-Gerau

Gernsheim, Bütteborn

Gernheim

Öevpenheirn

Viernheim

Offenbach. .

Dudenhofen, Dietesheim, Hoinstadi, Weiskirchen, Klein-Auheim, Offen­bach, Aiühlheim, Klein- Krotzenburg, Oberts­hausen,Klem-Steinheim

Seligenstadt

Dietesheim

Gießen. . .

Eberstadt, Obbornhofen, Utphe, Bellersheim, Steinberg, Arnsburg, Tott-Gill, Langsdorf. Hungen

Cid), Birklar, Inheiden

Alsfeld . . .

Büdingen. .

Berstadt, Heuchelheim, Echzell, Ranstadt, Selters

Stockheim, Engelthal, Ober-Atock- stadt, Gettenau

Friedberg .

Heldenbergen, Münzen­berg, Wohn bach, Büdes­heim ,Atelbach, Griedel, Bönstadt, Trais-Aiün- zenberg, Rockenberg, Beienheim, Rendel, Klein-Karden, Ober- Wöllstadt, Torn-Assen- heim, Dorheim, Offen­heim, Vilbel, Bruchen­brücken , Affenhenn, Nieder-Florstadt, Södel, Friedberg-Fauerbach, Nieder-Wöltstadt, Groß- Karben, Kloppenbeini, Kirch-Göns, Bauern­heim, Ilbenstadt, Reichelsheim, Wickstadt, Weckesheim, Dortelweil, Wölfersheim, Burg- Gräfenrod,Atassenheim,

Oppershofen,

Münzenberg, Büdesheim

Kaichen, Staden, Rodheim

Lauterbach.

Angersbach, Lauterbach

Schotten. .

Ober- Schmitten, Eichelsdorf

1 1

Mainz . . .

Alzey....

Flomborn

Bingen . . .

Grolsheim, Gensingen, Ockenheim

Horrweiler

Ovvenheirn

Wolfsheim, Nierstein

Worms. . .

Hamm, Pfeddersheim

Hamm

Geriehtrsaal.

~ Lauterbach, 28. Okt. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich der Güterhändler M. S. aus Wüstwillenrod (Kreis'Gcln- hausen) zu verantworten. Er hatte im Mai d. I. mii dem Land­wirt £). H. II. von Gunzenau (Kreis Lauterbach), der sein ganzes Anwesen verknuien wollte, vor einem Notar in Fulda einen Ver­trag abgeschlossen, wonach der Landwirt seinen gesamten Grund­besitz mit allem lebenden und toten landwirtschaitlichen Inventar einschließlich des Hanfes und der Küchengeräte an S. veräußerte, oder doch wenigstens im Namen des Landwirts, aber aus Rechnung des Händlers veräußert werden sollten. Dieser hatte dem Land­wirt einen Erlös von 18 800 Mk. garantiert. H. hatte, ob aus eigene Veranlassung oder aus Veranlassung des Händlers ist nicht erwiesen, eine schristliche Erklärung abgegeben, wonach er diesen von der Beschränkung des § 181 des B. G.-B. befreit und unter leinen Umständen seinen Grundbesitz an die Gemeinde veräußern ivürde. Dem Kreisamt Lauterbach war vor dem Abschluß des Vertrages die vorgeschriebene Anzeige nicht gemacht worden, die iiach der Verordniing vom 27. Juni 1908 über den gewerbsmäßigen Güterhandel zu erfolgen hat. Das Gericht sah in Uebereinstiinmung mit der Staatsailivaltschaft in dem Vertrage einen verschleierten Kaufvertrag, der lediglich dazil dienen sollte, dem S. die Grund­stücke möglichst vorteilhaft in die Hände zu spielen, und verurteilte ihn mit Rücklicht aus den hoben Wert des Grundbesitzes z»l der höchst zulässigen Strafe von 150 Mark.

Posen, 28. Okt. Im Wiederaufnahmeverfahren sprach das Kriegsgericht den Oberleutnant Wedel vom Infanterie-Regiment Nr. 50 in Na mit sch frei, der im De­zember 1910 vom Kriegsgericht wegen angeblicher sittlicher Ver­fehlungen zu drei Monaten Gefängnis und Entlassung aus dem Heere verurteilt worden war.

Braunschweig, 28. Okt. Das Schwurgericht verurteilte den Kaufmann Müller aus Schöningen wegen Ermordung seines außerehelichen zwei Tage alten Kindes zum Tode, die Mitangeklagte uneheliche Berkau erin Regel wegen Kndesmord-s unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren Ge­fängnis.

Universitäts-Nachrichten.

_. ,8 M arbur g, 29. Okt Der Professor der Kirchengeschichte, Geh. Konsiftorralrat Dr. theol. Karl M i r b t, hat den Rus als Nachfolger des verstorbenen Geh-Ncns Professor Dr. Tschacker an der Universität Göttingen angenommen. Mit Mirbt verliert die hiesige Universität einen hervorragenden Gelehrten per 22 Jahre an ihr wirkte und in der Oeffentlichkeit, besonders rm kirchlichen Leben, z. B. als Vorsitzende der Missionskon- fercnz für Kurhessen und Vorstandsmitglied des evangelischen Bundes sich hervorragend betätigte.

Sport.

~ , .D ie 6. Vertreterversammlung desDeutscken L>kr-Verbandes fand am 28. und 29. Oktober in (Erfurt

reichert.

unten.

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Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

Wetter

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Oktober -f- 8,6 *0.

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statt. Sie hatte sich zur Hauptsache mit internen Verbands- und Vereinsangelegenheiten zu befassen, mit Anträgen zum wei­teren ylusbau der Organisation. Für 1913 ist bec Hauptverbandswettlauf dem Thüringer Wintersportverband für Oberdorf übertragen worden. Die Vertrcterversammlung 1912 soll im Gebiete des Skiklub Saucrland stattfinden. Als. 2. Vor­sitzender ist wiedergewählt P. Dinckelacker-Stuttgart, neugewahlt wurde als Beisitzer im Hauptvorstand Dr. Peter Frey-Frank­furt als Bettreter des rheinhessischen Gebietes. Der Skiklub Gießen war durch C. I. Luther-München Vertreten.

Markte.

II Hochheim a. M., 27. Okt. Zu dem am 6. und 7. November hier stattfindenden V i e l; m a r k t sind nach landespolizeilicher An­ordnung nur Pferde zugelassen. Die Eisenbahnverwaltung hat daher die Dienststellen angewiesen, nur Pserdeoersand für den Markt zu befördern.

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Montag, den 30. Oktober, abends 71/, Uhr: -Fräulein Teufel." Dienstag, den 31. Oktober *): .Die Afrikanerin/ Mitt­woch, den 1. November:Der Rosenkavalier." Donnerstag, den 2. November:Martha." Freitag, den 3. November geschlossen. Samstag, den 4. November:Werlher." Sonntag, den 5. Noo., nachmittags 3'/« Uhr:Undine/ Abends 7 llhr:Fidelio/ Montag, den 6. November, abends 7*/, Uhr:La Bohöme " Diens­tag, den 7. November:Tie Hugenotten." Mittwoch, den 3. Nov abends 77a Uhr:Fräulein Teufel."

Schauspielhaus.

Montag, den 80. Oktober*):Im bunten Rock.* Dienstag, beiT 31. Oktober:Madame Sans-Gene." Mittwoch, den 1. November: Madame Sans-Gene." Donnerstag, den 2. November, abends 7>L UHr:Flachsmann als Erzieher." Freitag, den 3. November, abends 772 Uhr:Die Journalisten." Samstag, den 4. Novembers König Lear." Sonntag, den 6. November, nachmittags 3% Uhr:' ..Der Raub der Sabinerinnen." Abends 7 Uhr:König Lear." Montag, den 6. November:Madame Sans-Gene." Dienstag, den? 7. November:König Lear." Mittwoch, den 8. November: .Fobn Gabriel Borkmann." * x

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.-

lAÄtz-'u

xa4 Preisgericht der Internationalen Hygiene-Ausstellung Druden 1911 bat der Orientalischen Tabak- und Zigaretten- fabrik Yenüye, Inhaber:, Hugo Zictz, in Dresden den Königlich ^actmutzcii -taat->prew lvöch)..- -luszeichnuiigi verliehen. Lru/10

Lrrftschrsiahrt.

Berlin, 28. Okt. Die LuftschiffeSchwabe n" und Parseval 6" übernahmen von Johannisthal kommend, gleichzeitig Fahrten über Berlin. Sie trafen ftch am Leipziger Platz und fuhren übereinander weg. DieSchwaben" beschrieb darauf über dem Reichskanzleachlatz eine große Schleife. Tie beiden Luftschiffe, die nach Johannisthal zuttickkehtten, er­regten mit ihren Manövern außerordentliches Aufsehen auf den wegen der Mittagszeit besonders belebten Straßen Berlins.

Breslau, 28. Okt. Auf dem Gandauer ExerzierAatz : stürzte der Pilot Lübbe mit seinem Flugapparat infolge Ver­sagens des Motors ab. Der Apparat imirbe teilweise zerstört, der Flieger blieb unverletzt.

Eine Luftpost zwischen Kapstadt und Jo­hannesburg. Südaftika wird voraussichtlich in kurzer Zeit die erste regelmäßige Luftpost besitzen, die praktischen Zwecken dienen soll., Die Verbindung zwischen den beiden größten Handels­plätzen, zwischen Kapstadt und Johannesburg, ist außer­ordentlich schwerfällig, die Personenzüge, ine die Post befördern, . brauchen 48 Stunden, um die rund 1600 Kilometer lange Ent­fernung zurückzulegen. Grahame Whites rmd die beiden eng- lischen Flieger Paterjon und Driver reifen in den nächsten Tagen mit neugebautenBleriot-Flugzeugen nach Südafrika ab, um mit der Postbehörde ein Uebereinkommen zu schließen unir den Versuch zu unternehmen, zwischen Kapstadt und Johannesburg einen regel­mäßigen Fliegerdienst für Briefbeförderung einzurichten. Da die Wiirdverhältnisse in Südaftika der Flugkunst günstiger sind als . in Europa und auch das Gelände keine besonderen Schwierigkeiten bietet, hofft man auf günstige Erfolge.

SS

Handel.

ZurTeuerung. Erfreickicherwei.se hat sich die Preisgestaltung verschiedener Lebensmittel in den letzten Wochen günstiger gestaltet, j als man vor 12 Monaten annehmen mußte. Gemüse dagegen bläibt nach wie vor ein teuerer Artikel, und inbezug auf eines der wertvollsten Genußmittel, nämlich Kaffee, muß leider fest­gestellt werden, daß die Preissteigerung noch weitere Fortschritte macht. Es ist das darauf zurückzusühren, daß abgesehen davon, daß seit der Zollerhöhung der Zoll auf ein einziges Pfund ge- 1 brannten Kaffee 37y2 Pfg. beträgt, (NB. auch der Einbrand be­trägt 20 Prozent) der Weltmarktpreis seit ca. V/2 Jahren um mehr als 100 Prozent gestiegen ist. Namentlich zeigen auch die letzten Wochen eine starke preisfteigemde Tendenz. Wenn an­gesichts dieser Tatsache die Detail-Kaffeepreise seit 1V2 Jahren, vlon 1,10 M!k. auf 1,60 Mk. gestiegen sind, so ist das eine naturgemäße Folge. Dabei erklären Groß- und Kleinhandel/ daß der Verdienst feit geraumer Zeit gleich Null sei, daß man die fortwährenden Preissteigerungen nicht wieder einzubringen vermöge und daß es zahlreiche Kaffeehändler gebe, die mit großen Verlusten arbeiteten. Die den Vorteck haben, sind die Brasi­lianer mit einigen wenigen Großkapitalisten aller Länder, die gemeinsam alles daran setzen, sich die Tatsache, daß wir eine etwas kleinere Ernte hatten, zu Nutzen zu machen.

Berlin, 28. Okt. In der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung der Gelsenkirchener Berg­werks-Aktiengesellschaft wurde die Erhöhung des Aktienkapitals um 2 4 Millionen Mark auf 180 Millionen Mark genehmigt. Nach den ?lusführungen des Ge­neraldirektors Kirdorf dürfte mich für das erhöhte Aktien­kapital eine angemessene Verzinsung zu erwarten sein.

Höchste Temperatur am

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