Ausgabe 
25.7.1911 Zweites Blatt
 
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4951 8893

5'J

90

4548 8487

5053

9096

4447

80-84

45

82

8692

50

7780

42

43

86

48

62

48 -49 6163

48

62

45-47 57-60

46

58

4748 6061

47

60

Mk.

4045

7481

4200

88-00

kleiner

48.00-55.00

62.00 64.00

47.5049.00

61.0063.00

Die einze

48.00-50.00

60.00-63.00

61.0062.00

61.00-63.00

85-93

73-81

85

93

49.0049.50

49.00-50.00

37

31

46

51

4448

88-41

4446

36-40

102 91

83 79

100-104 89-93

73-83

69-78

60-68

41-50

61

54

50

48

7075

65-68

50-56

52-55

7376

60-66

72

66

89

/

78

Xiebenöyeividit........

'liollfleifcljige Schweine über 21/, Zentner kievendgeioichl bleiidjiQc Schweine unter 80 kg Lebend- geivichl

38-43 37-42 30-34 1822

sW Form und Inh Ammmt die

80-87

70-75

Mk.

91-97

90-95

Ochsen.

Vollfleischige, nusgemästete, höchsten Schlacht­wertes, 47 Jahre alt die noch nicht gezogen hoben (ungejochle)' . . J"»>ge fleischige, nicht auSgenuiftete und ältere ausgemästete

Aläßig genährte junge imb gut genährte ältere Bullen.

Vollfleischige, MlSgewachjene, höchsten Schlachtw.

Vollfletjchige, jüngere .....

lc. Z-rantjurt n.M. 23 i e 1) () oi-JJi (t r ft beri cht vom 24. Juli. Austrieb: 918 Rinder, darunter 340 Gehlen, 29 Bullen, 549 Küh- und Färsen, 208 Kälber, 156 Schale, 1873 Sd),veine.

Tendenz: Rinder rtihig, Kälber flau, Schale ruhig, Schiveini belebt, verbleibt lleber|lonb. Preis sür 100 Psd.

Lebend- Sd)lachl» gewicht

Märkte.

F.C. Wiesbaden. Dieb ho'-Marktbericht vom 24. Juli. Auftrieb. Rinder 106 (Dd)feit 61, Kühe 45, Bullen 00), Kälber 31,

veoeno» Schla >>c« kCiuiü;

o dj a <c.

Weideuiaslfchase 43-00 8600 ö ch e i n e.

Vollfleischige Schiveine brS zu 2 Zentner ^ebendgelvicht 4849 6163

Vollfleifaiige Schweine iibec 2 Zentner

Ueberstand: Rinder Ueberstand, Kälber und Schafe geräumt, Schweine Ueberstand.

285 M.

Kinder-St Braunej Damen-T

Atäflig genährte Kühe und Färsen . Kalber.

Mittlere <1)1(1 ft- und beste Saugkälber geringere Aiast- und gute Saugkälber Schale.

Ctallmastschase:

Mastlämmer und lungere Masthammel . Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80-100

Lebendgewicht 8

Vollileljchtge Schineine unter 80 kff

Lebendgeivicht 5

Vollfleischige Schweine von 100-120 k»

Lebendgewicht 3

Vollste!,chlge Schweine von 120150 ke Lebendgewicht

Fellschweme über 150 kgÜedendgeiv.'

ucinfie 2)iastkalber 6062

Mittlere Maß- und beste Sauglälbee . 5356

Geringere Vtasl- und gute Saugkälber 4852 8087

Geringere Saugkälber ..... 4749 7881

pro 100 Vsd. IchnittsprelZ revcnd. ^chtachc. pro 100 Pfund gcivichi r -

Die

DaS unter s« jiher geeignet

Menadenmuliken flung der übrigen überaus W

HonjHt jiim Beste llÄeit hat. 3- t lsd-ach, datz dic v -rollten, ' taii das Regimen, leistete.

2. In den i nur durch Beuijlai Els iManover 'ümeürechmig ha

Färsen, K ü h e.

Vollfleischige auSgem. Färsen höchst. Schlachtiv

Vollfleilchige aiisgemäsleteKühc höchstenSchlachl'- werleS bis zu 7 Jahren

wenig gut entwickelte Färsen . . , * * * ältere ausgemäslete Kühe ...*** *

Schafe 18, Schweine 393.

Tendenz: Rmder, Kälber, Schale und Cchiveine mittelmäßig. Preis Durch-

5065

43-48

Schlachtivertes 4852

Voltsteiichige ausgemäslete Kühe höchst.

Schlachttoerles bis gn i Jahren. . 4044 'Vettere auügemaflelü Kühe und wenig

gut enttvidelte flmgereKühe u. Färsen 3539

Pläßig genährte Kühe nnd Färsen . . 2939 Kälber.

24< 2uU. (Orig.-Telegr. desGlien 2Bdon fhinfilp?6 Men der heutigen Frnd)t nuiiftprcis e- c;6cit ihiellger, Mk. 21.0000.00, Kurhessischer Vtk. 21 0000 00, Gern^t'"ene,^°q?Ä, 'JIügncit Ujiefigev) Btt. IbJö16.30, Der ic i^etterauer) Mk. 2u.00 bis Mk. 21.00, Gerste, Franken, '"cd Mk. 00.o0-00.00, Hafer Mk. 18.0019.00,5 MaiS £1' ^e'äen.nehl u P'lk. 30.5u-30.75, Weizenmehl I

Mt. 28.50-2b.7o, We.ze.unehl m 2)tk. 25.50-25.15. Dloaaen-

an Staatseinkommensteuer noch über 6 Millionen Mark mehr al» West- und Ostpreußen, Posen, Pommern und Brandenburg ohne die 67 Vororte zusammen.

* Um der Maul-und Klauenseuche in der Graf- schäft Sussex Herr zu werden, ,hat nmnsich »u einer drakonischen Maßregel entschlossen; in Hicitings ist bereits eine kleine Armee von Metzgern angelangt, die einer riesigen Anzahl von Tieren den Garaus machen sollen. Es handelt sich um wahre Hekatomben. Nicht weniger als 2000 Tiere sollen geschlachtet werden. Darunter befinix'n sich 1400 Schafe. -A??, Schlachten der verseuchten Tiere wird drei Tage und drei Nachte in An­spruch nehmen. Im Auftrage des Ackerbau-Ministeriums werden die drei Farmen in Roadend und Udimore, wo die Seuche aus- gebrochen ist, von Schutzleuten bewacht. Alle Zugänge sind ver­schlossen. Nach denr Schlachten der Tiere werden die Farmen in gründlicher Weise desinfiziert werden.»

Ein Beispiel fanatischer Abneigung vor Reinlichkeit wird aus Sizilien berichtet: Tre italienische Re­gierung hatte jüngst eine Anzahl von Beamten '"ch der Insel ge­schickt, um die Häuser der ärmeren Bewohner der Städte zu des­infizieren und den Leuten Anwetsilng zu größerer Reinlichkeit zu geben. In den meisten Orten wurden die eenbhngc sedoch mit passiver Feindseligkeit empfangen. In der Stadt Bel monte aber brach der Zorn der Bevölkerung, die dem schmutz nicht entsagen will, elementar hervor. Als die Herren mit dem Bürgermeister und dem angesehensteii Arzte der Stadt im Rathaus konferierten, versuchte ein Pöbelhausen das Gebäude zu sturmen. Die wütende Wenge, meist waren es kreischende Frauen, gebärdete sich so drohend, daß die Beamten diirch eine Hintertür fliehen mußten. Ein Teil der Menge verfolgte die Fliehenden, der Rest schlug im Rathause alles kurz und klem. Den Gesulidheitsbeamten gelang es, zu ent­kommen, und als die enttäuschten Verfolger zuruckkehrten, rächten sie sich, indem sie das Haus des Stadtarztes zertrümmerten und alle Tesinfektionsgeräte und sonstigen Säuberungsmittel zerstörten.

* Der gestohlene Generalssäbel. Eine lustige Ge­schichte, die jedoch sehr imaiigenehme Folgen für den Beteiligten haben wird, erzählt man sich in Paris von der Ordonnanz eines Generals. Tiefer Soldat gehört dein 2. Kürassier-Regiment an und war von seinem General beauftragt ivorden, eine» neuen Säbel, den der General bei der Truppenbesichtigung tragen wollte, abzuholen. Mit dem Säbel in der Hand machte der Soldat mehrere Male Abstecher in verschiedene Weinrestaurationen, die auf seinem Wege lagen. Ter Alkohol nahm schließlich seinen Kopf derartig gefangen, daß er mit dem Säbel aus Ucbernuit auf den Lenker einer'Autodroschke einschlug. Die Polizei mußte ihn festnehmen. Im Augenblick der Verhaftung erkannte der Soldat in dem In­sassen des Automobils seinen General. Während der Balgerei mit dem Chauffeur war von unbekannter Seite der Säbel des Generals gestohlen worden. Der Soldat ist zur Verfügung der Militär­behörde gestellt ivorden.

vermischte».

* Luisenbräute. Alljährlich findet am Todestage der Königin Luise in der Garnisonkirchc zu P o t s d a m eine Trauung von sechs Bräuten statt, die nut Bestätigung deS Kaisers aus den Zinsen des vor 100 Jahren zum Andenken an die Königin Luise geslistcten Kapitals auSgestatlet werden. Die 100. Trauung der sogen. Luisenbräute, die mit Rücksicht darauf, daß sie in der Todesstunde der Königin Luise getraut werden, schwarze Kleider tragen, wurde vorgestern vom Hofprediger Richter vorgenommen BiS jetzt sind 623 solcher Bräute getraut worden, während das Stiftunaskapital aus 75 000 Mk. angewachsen ist.

* Ist Boykottandrohung eine Erpressung') TaS Reichsgericht hat vor einiger Zeit eine Entscheidung darüber gefällt, ob eine Drohuna mit Boiikott als E r p r e s s u n g s v e r - I u d) anzuschen fei. Vom Landgericht Glogau war der Gctu- leüer für Schlesien deS Deutschen Tabakarbeitervereins zu Gc- fängnis verurteilt worden, weil er einen Zigarrensabrilanten durch Androhung mit Boykott zwingen wollte, einen ent­lassenen Arbeiter wieder einzustellen. Das Landgericht war zu der Ueberzeugung gekommen, daß es sich bei der Boykolt- androhung eittschieden um die Drohung mit einem Vermögens nacotcd, also um einen Erpressungsversuch handle. Tas Reichs­gericht kam zu derselben Aufsaßüna, indem es die Anschauung vertrat, datz durch die Drohung mit Boykott dem entlassenen Arbeiter em Vermögensvorteil verschafft werden sollte Die Gefängnisstrafe bleibt also bestehen.

* Q)i'0B-Berlin zahlt em Viertel der p r e ii ß i - i ci) e n Emko in m cn Heuer, während fein Anteil an der Be­völkerung noch nicht 9 Proz. betragt. Dies ist das wrchligste und mcht genug »ns Licht zu setzende Ergebnis einer neuen Unteiiuchi.ng von Prof. Tr. Silbergle»t »n den Statistischen Monats- berichten. Tas VeranlagiingSfoll Preußens betrug 1910 inSaefamt 294 Millionen. Davon lieferte Berlin mit 67 Vororten 72k Mil- hören, Berlin allem über 42 Millionen. Dazu kommt noch daß Steuer und Leistungsfähigkeit nicht überall gleich sind In den r labten wird vor allem das Einkommen weit'schärfer ersaßt. Tie Novelle von 1907 vermehrte d,e Zahl der Zensite.i um 150 U00 celbit das Rheinland iieijt mit 62 Millionen um 10 Millionen hinter Grov-Berlin zuruck. Selbst die., östlichen Provinzen bringen ziisa.mnen 10',, UiiUumcit loenigcv Einkommensteuer als ühoü- Berlin. Erst wenn man Schteswig-Hottiem nut 20* . Millionen hinzurechnet, kommen |ie Grotz-oerltn gleich. Berlin allein liefert

nung anschlictzcn. Aus dem Bericht des Schatzmeisters ist zu erwähnen, daß die Einnahmen 616 263 Mark betrugen. Das Budget für das kommende Jahr bilanziert mit 715 400 Mark. Aus Vorschlag des Hauptausschusses sollen bestimmte Vorkehrungen für die Benutzung der Hütten im Winter getroffen werden. Ein weiterer Bcratnnasaegenstand betraf die Frage der Unterstützung von hochalpinen Huttenbauten.

Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Graz ge­wählt. Am Abend sand ein Festessen statt.

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Ochse n.

Vollfleischige, alisgeinästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt Junge, fleifchige, nicht ausgeinäste und ältere ausgemäslete Ungejochte

Bull en.

Vollfleischige, ausgewachfene, höchsten Schlachtwertes dürfen. K ü h e.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

An» Stadt und Land.

Gießen, 25. Juli 1911.

** Meisterprüfung und Lehrlingsanlei- tung. Mit Berug auf uuserc frühere Mitteilungen weisen wir darauf hin, daß am 31. Juli Meldeschluß für die Meister­prüfung ist. Nach diesem Termin werden Meldungen nicht mehr angenommen. Wer neue Lehrlinge in letzter Zeit an­genommen hat oder in nächster Zeit annehmen will, ohne bereits das gesetzliche Reckt zum Anleiten von Lehrlingen *u haben, und zu dessen Erwerbung daher noch in diesem Jahre die Meisterprüfung oblegen muß, tut gut, sich sofort anzumeldeu. Die nächste Prüfung findet erst wieder im Jahre 1912 zur selben Zeit statt. Wer aber Lehrlinge an- fettet, ohne nach dem neuen Gesetz hierzu das Recht zu haben, verfällt in eine Strafe bis zu 150 Mark (§ 148 R. G. O.). Zur Anmeldung für die Prüfung ist zunächst die Prüfungsgebühr von 35 Mark an die Handwerkskammer zu zahlen, das alsdann von dieser abgeaebene Anmelde­formular ist mit allen darin verzeichneten Anlagen bis zum 31. Jnli an die Meisterprufungstommission der betreffenden Krovinz einzusenden.

** Die 13- Pfennig-Freimarke ist vom Reicks- vostaml abgelehnt worden. Diese Ablehnung begründet vas ReichSpostamt in einer Zuschrift an dieAllgemeine Fleischerzeitung", Aktiengesellschaft, welche jährlich über ,200000 Nachnahmekarten versendet, zu deren Frankierung 13 Pfg. (also zwei Marken) erforderlich sind, intb die deshalb zur Beseitigung des auch in vielen anderen Betrieben empfundenen Mißstandes die Einführung einer Marke von 13 Pfennigen beantragt hatte, wie folgt:Bon der Ein­führung einer Freimarke zu 13 Pfg. muß in Ermangelung eines allgemeinen Bedürfnisses abgesehen werden, zumal damit nicht, wie Sie annehmeu, eine Erleichterung, sondern im Hinblick auf die bei den Postanstalt en schon jetzt bereitzu­haltende große Zal;l von Postwertzeichen-Gattungen eine erhebliche Erschwerung des Postbetriebsdienstes verbunden wäre. Demgegenüber fällt der Umstand, daß bei Einführung einer 13-Pfenuig-Marke nur eine Marke statt zwei Marken stempeln wären, um so weniger ins Gewicht, als zum Äbstempcln der Briefsenduugen immer mehr Stempelmafchi- nen verwandt werden. Im Auftrage des StaatsselretärS: Knof." Wenn der Staatssekretär, so bemerkt hierzu die Allgemeine Fleischerzeitling", uoch nähere Erkundigungen in kaufmännischen Betrieben einziehen wollte, so wurde er bald erfahren, daß hier viele Millionen Postsendungen in Frage kommen, also von dem Mangel eines allgemeinen Bedürsnisses nicht gesprochen werden kann. Der Wunsch nach Einführung einer 13-Pfg.-Marle besteht vielmehr in weiten Kreisen.

** Giftige Pilze. Da-alljäh,rlich Menschen durch den Genuß giftiger Schwämme sterben, so möge die War­nung beherzigt werden, daß man Pilze, ine man nicht genau und bestimmt als eßbar zu erkennen und von giftigen Schwämmen zu unterscheiden vermag, lieber stehen läßt, als sie sammelt. Die giftigenSchlvämmc unterscheiden sich aber doch wesentlich von den eßbaren. Zunächst durch ihre Blätterbildung unter dem Hute, indem die Blätter bei jenen meist gerippt, bei diesen aber eng ge­schlossen sind. Die giftigen geben einen widerlichen Geruch von sich, sobald man einen zerdrückt, während der Geruch der eßbaren würzig-aromatisch ist. In zweifelhaften Fällen lege man, ohne sich auf weitere Untersuchungen ein­zulassen, die gesammelten Pilze dem Wiederkäuer vor. Giftige Pilze werden von ihnen nicht berührt, dagegen die eßbaren mit Behagen gefressen.

** Der Evaug. Arbeiterverein veranstaltet am 13. August auf der LiebigShöhe ein Gartenfest, mit dem gleichzeitig ein Trachtenfest verbunden werden soll. Neben den hessischen Orten Großenlinden, Lang^Göns, Leihgestern,

Hochweisel und Pohlgöns werden die Trachten von Botten- Horn, Breidenbach, Etsenhausen und Selbach vertreten sein. Auch wird bei dieser Gelegenheit die von früheren Ver­anstaltungen in bester Erinnerung stehende Oberhessische Bauernkirmes zur Aufführung kommen. Um auch den Haus- fraucn etwas besonderes zu bieten, wird im Saale eine Ausstellung hauswirtschaftlicher Neuheiten veranstaltet wer­den. Auch der Kinderchor des Vereins wird eine Reche Ueberraschungen bieten.

"Ein kostbares ZirkuSpferd. HerrOito Schumann, der weltbekannte Schnlreiter, wird beim Blurnenfeld'schen Gast­spiel in Gießen einen Vollblüter reiten, für welchen von einem berühmten Sportmann, Fürsten Wr., 17 000 Mk. geboten ivorden sind. Trotz dieses riesigen Gebotes war der Voll­blüter nicht feil und bildet in der ganzen ZirkuSwelt das phänomenalste Reitschulpferd der Gegenwart.

Landkreis Gieken.

-V Klein-Linden, 24. Juli. Hier wird man immer ängstlicher, da in allen Brunnen daS Wasser tiefer sinkt. Die Landwirte sind gezwungen, ihren Wasierbedarf dem nahe ge­legenen Weiher zu entnehmen. Noch schlimmer wäre es, wenn ein Brand auSbräche. Wenn sich doch die Gemeinde­vertretung endlich zum Bau einer Wasserleitung entschließen könnte. Laut zuverlässiger Nachricht ist die Stadt Gießen geneigt, Wasser an unseren Ort abzugeben.

Kreis Schotten.

Eichelsdorf, 23. Juli. Infolge Ablebens unseres seitherigen Gemeinde-Einnehmers und Untererhebers Heinrich Alt ist W. Mutze von hier zu dessen Nachfolger gewählt morden.

Starkenburg und Nheinhessen.

R. B. Darm sta dt, 24. Juli. TieSüddeutscheEifen- bahn-Gesellschäft beschäftigte sich in ihrer außerordent­lichen Generalversammlung hauptsächlich mit der Be­ratung zweier wichtiger Verträge. Es wurde zunächst die Grün­dung einerOberrheinischen Eisenbahn-Gesell­schaft" beantragt, an der die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft mit 26 v. H., die Stadt Mannheim mit 51 v. H. und die Neue Rheinau«Gesellsck)aft beteiligt sein sollen. Das Aktienkapital der neuen Gesellschaft soll ach t Millionen Mark betragen. Die Genehmigung dieses Vertmges unb die Uebertragung der Kon­zession ist sowohl von dem badischen, wie dem hefsischen Finanz­ministerium bereits zugesagt worden. Der Vorsitzende der Direk­tion erwidert auf Anfrage, für die Verschmclzmig sei der Umstand ausschlaggebend gewesen, daß die Elektrisierung der Bahnen in der Umgebung von Mannheim unter keinen Umständen noch weiter aufschiebbar gewesen wäre, was etwa zwei Millionen Mark erfordern wird. Diese Summe hätte die Gesellschaft ohne den Vertrag allein aufbringen müssen. Es war aber klar, daß nur dann Vorteile zu erreichen sein würden, wenn die Gesellschast auch in die Stadt Mannheim hineinkommen könne. Der lieber- schuß habe in den letzten Jahren durchschnittlich 289 100 Mark betragen, was bei einem Kapital von acht Millionen nur 3Vs°/o bedeute, dagegen würden die vorhandenen 7*2 Millionen Ob­ligationen nut 4»o garantiert, also mit 300 000 Mark. Tie lieber nähme der Gesamttosten sür die Elektrisierung (ctroa 2 Mill.) wäre für die Gesellschast allein ein großes Risiko gewesen; der Hauptwerk des Vertrages aber liege darin, daß die Gesellschaft mit ihren Linien in die Stadt hineimomme. Er hoffe, daß d i e s e r VertragnurdieGrundlagebiide und noch eine große Ausdehnung erfahren werde, da auch später Linien mit Weiir- heim, Lampertheim, Schwetzingen usw. in Betracht kommen könn­ten. Bezüglich des zweiten Vertrages über die Pachtung der neuen Straßenbahnlinien in Essen bemerkte der Direktor, daß namentlich die sortdauerndc starke Bevölkeriuigsvermchrung in den Vororten die neuen Linien erforderlich mache. Wenn die neuen Linien auch nicht die Packüsummen erreichten, so würden sie doch auf die Gesanitanlage befruchtend wirken und die Gesellschast vor wirtschaftlichen Schädigungen bewahren. Mit dem Vorschlag einer Veimehruna der Aussichtsratsmiiglicder von fünf aus sieben erklärte sich die Versammlung einverstanden und wählte zu neuen Mitgliedern Oberbürgermeister Holle und Landrat v. Eine rn. Aus eine Anfrage über die Geschäftslage im vorigem Jahr er­klärte der Direktor, daß das Jahr im allgemeinen günstig ver­laufen fei und eine Div'idende von 6 Prozent, wie im Vorjahr sicher zu erwarten fei. Tie Entscheidung werde jedoch erst in der Sitzung Mitte August getrosten werden.

! Mainz, 24. Juli. Am ü. August werden infolge deö Katholikentages 222 Extrazüge eingeschoben, um den zu erwartenden Riesenveriehr zu betoäl'tigen. Für den Fest- zufl Haden sich nämlich 700 Vereine mit ungefähr 50 000 Mitgliedern angesagt und rechnet man die Besucher aus den umgebenden Orten da^u, so ist ein Fremdenverkehr von 70000 Personen wohl nicht übertrieben hoch angesetzt. Man errichtet deshalb während des Katholikentages ein beson­deres Postamt in der Stavthalle mit der Bezeichnung 58. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Mainz 1911". Der Stempel trägt die Aufschrift58. Ka­tholikentag". Ein Reservist, der anscheinend in einem Tobsuchtsanfall seine Familienangehörigen bedrohte und in der Wohnung seines Stiefvaters Möbel zum Fenster hinauSwarf, wurde verhaftet.

kredenzten. So Wählte denn auch Sir Robert Hare sich zwei der iticblubftcn Chinesinnen nnd ging mit ihnen in den Speisc- faal. An der Tafel feilten fid) seine beiden kleinen Gesährlinnen rechts und links neben ihn und dienten ihm unter liebens­würdigem Geplauder als Mundschcilken, und desgleichen laten die Tischdamen der übrigen Gäste. So dauerte das Essen, das Mittags begonnen hatte, bis zum anderen Morgen um 5 Uhr, und als man nun endlich ansbrach, wunderte sich jeder darüber, Wie schnell die Zeit bei den 125 Gangen verstrichen sei.

* .Schriftsteller-Schrullen. Der geniale Men ch, mA dem sich seit Lombroso nur allzulcicht der Bcgrisf des Anormalen vcrkuüpst, hat einen Hang zu k'ibsouderlichkeiten und -Schrullen, den man besonders bei Schriftstellern beobachtet hat. Eme Reihe solcher Fälle von Schriftsteller-Schrullen erörtert! Paul Vowenel nit Mercure de France: Schiller regte sich zum schaffen an, indem er seine Füße in Eis ober in kaltes Wasser stellte unb de» Tust von sanlen Aepfeln einatntctc, bic er in der .Schublade seines -Schreibtisches ausbewahrte. Bossuet schloß sich m em kaltes Zimmer ein unb umhüllte sich den Kopf mit warmen Tüchern. Montesqulen trampelte krampfhafl mit den Füßen Der große Suttrnforscher Ampöre machte sich vor seinen Ar- beiten lebijaftc Bewegung, indem er im Eiltempo spazieren lies. Bvurdtiloue konnte den hinreißenden Schwung unb das große MhoS ferner schönen Kirchenreden nur siiiden, imchdem er einige Minuten Violine gejpielt hatte. Aber viele Schriftsteller haben nicht nur solche harmlosen Anregungsmittel angewendet, sondern imd bau Reiz viel gefährlicherer Stimulaniicn verfallen.Ter Mcnsck wollte das ParabieS durch die Apotheke, schaffen," so hat Baudttarre btefeii .Vang zu künstlichen Erregungsmitteln be-

CQrr; halwn sich E. T. A. Hoffmann, Edgar

vcö Müßet, Verlaute und fo manche andere zum Schaßen angestachclt; denr Cpium verfielen Coleridge und vaschstch würbe die Erlösung, in der TliövPhile Gautwr unb Baubclaive fid) von de» Selben beS Labens a ?Ul * tit6cr ^beii Mau passant unb Jean Lorraüi Ä?, lucht genommen. Xiefc libiitLidjen Erregungen hoben v 4 k2d>aUf.n der Künstler hinterlassen: Mussers herrlichltts^ Gebichi.Tie ^ezcmbernacht", matt eine Vision, in der er fein eigenes Bild vor sich sicht, ein Nachtsruck, wie es raa<rCmcIln unnatürlich erregten Gelstrn entsprießen kann. Bei <lutb ^oc bat man bic Ranschzuiländc, in ll"b kalte Wirtlichkeit in eins vcr- Wirkung des Alkohols zu erkläre» gesucht Anden Visionen,, von baten ßch Coleridge ober Baudelaire durch Ä «2rf!ttc*u' dütcrt bJsie Verzückung künstlicher Erregungs- ßustand», nach, wie tn anderen ihrer Schöpsungen nncbei die ttcfc Ermattung nach dein Ran sch sich in ergreifenden Melan-- V- Onmcen h.n in seinem besten Werk, den Bekenntnißen eines OpuimeßerS' , der einzigen feiner 'Arbeiten r ,CU-4 lebendig ift, die Wonnen und Cualen be-> Dlnst- N ÄchUdc-r dem die natürlichen Anregungen nicht getu^

Mb u»i schaffen zu körnten, in bic gefährliche S rmtflltchen Poradtefe" wagen muß.

Oijurc oer