Zweites Blatt
161. Jahrgang
Nr. 172
Erscheint täglich mit Auünahnie des Sonntag».
Juli.
Tie ^Sletzener ZamilieirdILtter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Krclsblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Sttttp eine HMrtti
Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchul» straße 7. Erpedition und Verlag: bl.
Redaktion.«^» l 12. rel.-?ldr.:?lnze,gerG»eben.
15. Deutscher Turnertag.
~ Dresden
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Eintritt 2o
vom Albanischen Ausstand.
Tic albanischen Aufrührer, die de» lürtischen Truppen „och immer Gefechte liefern, haben der lürlischen Regierung nunmehr ihre Fried ensbedingun gen mitteikn lassen:
M oitft auf in Opel, 24 .Juli. 9?ad) einer Depesche Torghul Schcflet Paschas griffen Rebellen und Montenegrinerin der Rächt zum 19. Juli die Truppen der vierten Division bei Lcschuitza an. Sie wurden unter Verlust vieler Toter und Lermundeler zurück geschlagen. Von den Truppen wurde ein Mann verwundet.
Saloniki, 24. 3uli. Wie amtliche Meldungen aus Janina besagen, haben die in den Bergen sich aufhaltenden Aufrührer folgende Forderungen gestellt: Streng verfasfungsmähige Regierung, Straften- und Brüdenbauten, Ableistung be-3 Militärdienstes im Inlanbc, Unterricht in albanijcl)er Sprache mit lateinischem Alphabet und Gc- iuaftruiig einer allgemeinen Straserlasses. In diesem Falle wollten die Aufrührer auS den Bergen zurückkehren und dem Sultan Treue halten.
Blattermeldungen zufolge prüfte der türkische Minister- rat die neuen Bedingungen der Mallssoren, die mit einem Memorandum König Nikolaus unterbreitet und burd) den türkischen Gesandten der Pforte mitgcicüt wurden. Der Ministerrat traf iwd) feine (<ntfd)eit)uiig. Tie Blatter en Hären, die Pforte wurde niemals die Vermittelung Montenegros annehmen.
baß also Krebs nicht anfieckeno ist. Tic Experimente und Forschungen führren zu der Erkenntnis, bar, die meisten Krebs- leiden in der Reget auf die soridauernde Erregung gewisser Körperteile zurückzuführen srno. So erklären sich z. B. die in Tibet fast ewdenncartig auftretcnden Erkrankungen an Magenkrebs durch oie dort herrschende Gewohnheit, Gefäße mit glühenden Holzlolstcn zu tragen, ebenso wie sich im fernen Osten die meisten ZlrebSerlrankungen aus die Unsitte der Eingeborenen, den ganzen Tag über gewisse 91uhc zu tauen, zurückführen ließen. In Ehina ist besonders der Kehlkopfkrebs weit verbreitet, und zwar nur unter den Männern: die Erklärung ist, daß die Ehrnesen den Reis stets sehr beiß essen. Tie Frauen aber, dcneii der Reis erst gereicht irnvd, roenn der Mann gesättigt ist, genießen diese Nahrung launcerni oder 'alt, und man findet daher unter ihnen auch keinen Kehlkopskrebs. Versud)e mit Mäusen 1>aben gezeigt, daß der Brustkrebs sich bei diesen Tieren in der Tat bisweilen onerbt, aber der Gelehrte weist ausdrütttich darauf hin, baß aus diesen Bobachrungen noch keineswegs auf eine allgemeine Erolicykcit des KrevieS gcidiUiien werden tonne. Einen lichten Ausblick in die Zukunft gewähren die Beobachtungen, nach denen bei einer ganzen Reihe ran krcbslranken Mäuse» das Leiden durch einen natürlichen Heilungsprozeß ertötet wurde. Aehnliche Erscheinungen wurden auch bet memchlichen Krebs- leidenden sestgestellt. Es scheinen sich bei diesen Heilungen gewisse Umwandlungen der Krebszellen zu votlziel)en, die noch näherer Untersuchungen bedürfen. Tic Erkenntnis dieser Zellenverwano- lungcn un Krebsgeschwür wird sväter, io darf man hoffen, der Wissenschaft bedeutungsvolle Fingerzeige zur Heilung des Krebses bieten.
— Ein Plakatmuseum in Paris soll nun, wie die Revue berichtet, unmittelbar vor der Entstehung sein. Ter Anlaß zur Einrichcung dieses Museums ist das Wachsen der künst- lenjchen Plakatkumt und man beruft sich auf das Beispiel bes Dresdener Kiwscrkabinetts, das lurzlich eine Plakatausilcllung ceranfailtet hak und künstlerrfche Plakatentwürfe sammelt.
kf. Ein 17stündiges Festessen. Vor kurzem ist Sir Robert Hare, der seit dem Jahre 1861 die Stellung eines EeneralinspektorS der Zölle in Ehina inne hatte, und der längst den Beinamen „der Große Ehinestiche Alte" erhalten Halle, von seinem Amte zurückgetreten. Aus seiner ein halbes Jahrhundert langen Tätigkeit weiß er zahlreiche hübsche Geschichten zu erzählen, und seine Erinnerungen reichen dis in die 2lnfängc seiner chmesjschen Tätigkeit zurück Bei seiner Ankunft in das Lano der Mandarine war er zu einem offiziellen großen Festessen ein geladen. Man führte ihn zunächst ui einen Salon im ersten Stock, wo 40 bis 50 junge Frauen auf Sofas ihre graziösen Glieder dehnten. Jeder Gast durfte sich nun zwei der hübschen jungen Tarnen auswählen, damit sic ihm beim Mahle den Wein
Dienstag, 25. Juli 1911
Rotationsdruck und Verlag der Vrüdl'schen Universität-» Buch- und GteinbrudereL R. Lange, Gießen.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
lUffe
10N Michel Coric.
te Segne
Bas Grohftuer in Konftantinopcl.
Konstantinopel, 24. Juli Tie Feuersbrunst dauerte bis heute früh 5 Uhr Tas C h r i st c nv i ertel V l a n g a ist total c i n g c ä j di c r t worden: 10000 Häuser und Kaufladen sollen abgebrannt sein. ? Mehrere Moscheen und Sdiulen, auch eine Kirche sind verbrannt. Tie Rechtssakultät wurde gereitet. Tie Mehrzahl der Cbjefte ist unversichert. Der Gesamtschaden wird ans eine Million Pfund geschaßt.
Tie Brandstätte machte den Eindruck eines kilo- meterlangen Trümmerhaufens. Tie Feuerlöschabteilungen der fremden Stationäre beteiligte« sich an der Rettungsaltion. Mehrere Feuerwehrleute und andere Per- onen wurden verletzt. Bisher wurde nicht festgestellt, ob Menschen umgclommen sind. Ter Grotzwesir erschien an 5er Brandstätte. Ter Sultan entsandte einen Kammerherrn Dorthin. Es verlautet: das Feuer entstand in einer Her berge durch die Unvorsichtigkeit eines Arabers bei der Zu bereitung des Kaffees. Einige Verhaftungen wurden vor genommen.
Der Bert. LokalanL. erfahrt noch: Bon den Brand ft i jt c r n, von denen mindestens 30 im Werke gewesen ein müssen, die nach einem einheitlichen Plan arbeiteten, war es vor allem auf das Krieg sm in ist er in m abgc sehen: zwölf sind in den Hande« der Behörden. Bis jeyt ind über 4000 Häuser zerstört. Unter den eingestürz ten Mauer« des niebergcbraiintcn Generalstabsgebäudes blieben 8 Mann liegen, die schwer verletzt wurden. Tas 5 euer dauert fort. w ,
„B. Z." will wissen, mindestens 50 Personen feien verbrannt und über lOOwerletzt.
Für dieSpfer der Pranokatastrophe ist eine nationale Sammlung eröffnet worden. Ter Sultan hat 2500 Pfund gezeichnet, die Dttoinanbaitf 2000, General Rc> gi 25 Pfund. Tie Regierung stellte 10000 Zelte für die obdachlosen zur 'Verfügung.
SraiKiüebcn in £es.
Pierre Loti, der auf seinen großen Reisen auch ost in Marokko geweilt und sich mehrere Wochen in dem Diciuniftrittcncn Fcz aufgehalten hat, vcrökscntlicht in der Quinzaine eine reizvolle und farbenprdddigc Schilderung des marokkanischen Frauenlebens. In früher Morgenstunde pflegte der berühmte Dichter auf dan Tache eines Hauses eine kleine Promenade zu unternehmen, und hier sah er bann täglich uen der maurischen Nadcharn, die gleich ihm auf den Tüchern ihrer Häuser der Eintönigkeit ihres Alltagslebens zu entrinnen juchten. ,
Loti ivohnte in dem vornehme« Viertel von wo den Gallinneii der reichen Mauren jebe Arbeit verboten ist. «tic schlanken Fiauenhünde ruheii untätig un Schoße, und die Beobach lunß der Nachbarn ist die einzige r'lbwechslmig, die das dumme Einerlei biciev Daseins unterbrichl. Und jo linb diese lyrautn denn auch .Kinder, neugierige Kinder, für die die Erid-cmung eines Europäers auj dem Tacl.e eine willkommene Abwechstuilg bieten mußte, ein Anlaß zu pwnitafhidxn Gedanken, eine Ge Icgenheit zum Schauen und Träumen. Ta, dort drüben, hinter feingearbeiteten Witter Kübelt, inmitten von bunten ^eihentnicn und feinen, im Wiiid sich träge anfblahenden Stoffe«, rührt es sich, ein goldgelber Ehijfom'chleier blitzt in der sonne, langiam, Millimeter um Miliimeter, mit aller Vorsicht des böten Gewincns, wird er beiseite geschoben. „Ich rühre mich nicht, ich Hebe und lausche und blicke: immer mehr hebt sich der gülden ichimmernde Kopfputz, und d.i, da endlich, zwische« rieselnden F-alten leuchtet alabastern das Weiß einer Stirn, das Blauschwar; einer verlorenen L'ode, und mm der geschwungene Bogen einer Braue. Einen Augenblick langjtarrt ein großes dunkles Auge auf mich: hujch, vorbei ists, der Schleier finkt, die Schöne iit verschwunden, versunken gleich einer sterbenden Marionette. Aber ich bleibe, denn sicher ists noch nicht zu Ende. Und wirklich, da taucht von neuem der Kopspuv am, lang)ein, ganz langsam: und diesmal erscheint die ganze Gestalt und b'vU mich an mll crnem halben Lächeln angftoollcr Neugier ' Und von allen Seiten winken Deut Fremden ähnliche Bilder, dies ewig gleiche Echo hnblidicr Neugier, hinter der Langeweile und die Sehnsucht nach einer lurzcn Unterbrechung der Eintönigkeit zu beben scheinen. .Hier, von meinem Tache aus, die Garten von Fez zu meine« Füßen, uiw im Hintergruiide des Bildes die schneebedeckten Höhen des Atlas, sehe ich ringsum die kahlen Mauern 'ich beleben, suhle von allen Seiten die wißbegierigen Gazellenaugen aus mich, das sremde Wundertier, gerichtet. Tie bange Furcht, die sck)eue Angst der ersten Tage ist bald gewichen. Es wäre eine todesmutige Verwegenheit, sich so einem Mohammedaner zu zeigen, aber mii mir bat es ja keine Gefahr, ich bin ent Fremder, ich werde es niemand verraten, und morgen vielleicht schon bin ich well fort
auf dem Wege zu deut fremden Märchenlande, das meine Heimat ist. Wenn mir die Gallen nichts inerten. Und so blickt man mich an, lächelt, ja man nickt mir neckisch einen Gruß zu. Man zeigt mir von weitem kleine Gegenstände, Ringe und Sthmudmide, um zu sehen, ob üc dem Fremden gefallen. Und meine Hanb'chuhe sind der Anlaß zu endlosem Staunen. „Hast das gesehen," höre ichs daneben flüstern, „hast dns gesehen, er hat Hände mit doppelten. Häuten." So verstreicht diesen Frauen der Tag, eine Leere, in Der jede Nichtigkeit als Ereignis willkommen wird. Nur eine I»ct Nachbarinnen sitzt stumm und reglos, schwarz wie dunkler Marmor, zeichnen sich die Umrisse trieicr starren Gestalt gegen Den Horizont ab. Sic scheint nicht einmal die Neugierde mehr zu kennen, sie wendet nicht den Kopf zu dem Fremden, sie sitzt reglos, und eine frumpje Gleichgültigkeit liegt über dem Körper. Ist sie schön? Sic ist jchlank, jung und fremdartig, um die Augen hegen dunkle Schatten. Mit gekreuzten Beinen und nackten Armen sitzt sie an ihrem Platze, an den schlanken dünnen FiNgcrn blitzen riefen große 'Junge, loitbare Steine und alte Emaüarbeüen. Sie sieht aus, als hätte jie geweint. Sicherlich ist sie es, die heute nacht die Bastoitade .Pciischcnlstebe auf die Fußsohlen- erhielt. Turch die dünnen Mauern meines Hauses hörte ich die Schläge und noch eine Stunde lang das Weinen und die Schreie der Wut."
AlS Einleitung »um 15. Tcutjchen lurncr tag trat beute der Ausschuß der Tcutichen ^urncricbait zu icuicn Be tarunqcn zusammen Naw der umgftcn Bestandeserdebung bdäuu iith die Gesamtzahl der männlichen rurnrereinsangchori.ien ühci 14 Fahre auf 1 003 609. was gegen das Vorjahr c,ne. Zunahme von 57 494 oder 6,1 Pro^ bedeutet. Die im Au»,chuß ver tretenen bcutidicn 5unter imh in *Ju91 Vereinen organijien, in denen alle Beoölkcrungsschichten vertreten lind.
An der Zunahme der Verelnsangehorlgen unb^Dic }h ocul- idjen Turngaue ziemlich gleidnuaßig beteiligt Die Zahl der bcutidu’ii Turnvereine im Auslande bat einen Znwachs von sechs Vereinen enahren und beläuft lieb letzt auf 4o. x>n ver- fchiedenen Teilen des Auslandes haben ,,ch bereits deullche Turn- ganc bilden können, io in Chile, wo vi« Vereine und m £ ü a i ich, wo fünf Vereine beheben '.Hudnut xcutidi-cüb westa'rika hat sich ein besonderer bcutidin Lurngau gebuoci
Dem Teutsdien Turntage liegt eine ganze Reibe von A>i- trägen vor, die ud) zum Teil aut interne Angelegenheiten, io Oie Vetturnbestirnmungen bczicben, teils aber auch von allgcnieuicni Interesse sind So verlangt ent Antrag des Kreisturntages des .'> -rctfeS, cs solle baiür geborgt werden, baß turneriidn Nachrichten von allgemeiner Bedeuiung der TageSpref \ e »u gaugliih gemacht werden. Ferner ioll em lliitcr-AuSichutz emgesktzi werden, der für k ü n st l e r i f d, e G e,t a 11 u n g turnerischer Uc- künden, Postkarten, Plastiken und dergle.cheii lorgt, joioic durch Auswahl und Einpichlung turnerischer Boilragsliolje niid Buhnen- Vorstellungen, turnerische Festlichkeiten schöner und edler zu ge-
Weitere Brände.
Pilsen, 24. Zuli. Bei einer Feuersbrunst, welche das Haus eines Taglöhners einäscherte, sind dessen drei ft mb er um gekommen. Es liegt Brandstistung vor. Der Täter wurde verhaftet.
Rostock, 24. Zuli. Dem gelingen Brande ficleii lieben Wohnhäufcr am Küsterbruch zum Lvier, außerdem die große Sägerei von Kürß und Erotogino mit mehreren cdjuppcit, lowic drei Fachwcrkbauten. Auch die Gerberei ftrahnstöver wurde vernichtet. Ein großer Teil der Felle dieser Firma, besonders die wertvollen, konnten gerettet werden. Ter durch das Feuer angerichtete Schaden nt groß, aber meist durch Versicherung gc dem. Tic Entstchungsursache ist bisher unvckanni.
Brün«, 23. Juli. Heute nachmittag hat ein Brand bic vierstöckigen, iveu ausgedehnteil Anlagen der Aktiengesellschail Bereinigte Filmsabriken Oesterreichs, Zweigniederlassung Brünn, vollständig vernichtet. Durch fliegende Funken verbrannte auch ein Teil des Dachstuhls der bcnad)bartcn Obro witzer Psarrkirct'c und der Tachstul'l eines Prrvatgebäudcs. Ter Schaden ü b c r it c i g t eine Million.
Krakau, 24. Juli. Tas große Hotel in dem Badeort ftrhnto s ist in der ncrgangcncit Nacht vollständig abgebrannl, Tic 160 Gäste, die ndj bei Ausbruck) des Feuers in dem Hotel befanden, konnten nur mit Mühe das nackte Leben retten.
Paris, 24. Fuli. Im Walde von (jrontarncblcQu; wütet fett 16 Stunden ein Brand, der bereirs große Berheerungen angerichtet hat. Gestern nachmittag hatte sich das Feuer drei hart am Walde gelegenen Pulvermagazinen bis aus eine Entfernung von oO Metern genähert, doch gelang es den zu den Üöidiarbcitcn aiügcbotcnen zahlreichen Truppen, den Brand ab- zulenkcn. — Im Argonner Walde brach bei Islettes oberhalb eines Tunnels der nrategifchen Bahnlinie Ehalons—Berdun ein Brand aus, der bereits an 50 Hektar Baumbestand cingedidiert bat. Mali fürchtet, daß durch den Brand auch bic Festigkeit des 785 Meter langen Tunnels gefährdet ist. ________________
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^»ckitraße ,
Die Spannung in Teheran.
Wahrend nun auch die englische Regierung im Unter- hause den persischen Wirren gegenüber eine abwartende Haltung a« den Tag gelegt bat (Hefte Bericht über die Sitzung des Unterhauses, herrscht m der Hauptstadt Teheran Angst und Schrecke« Tie Regierung, bic feinen ernsten Persud) mache« konnte, dem irufterc« Schaft Truppen entgegenzuschidc«, läßt pcrdachtige Personen perftafte«. Welche Disziplinlosigkeit herrscht, beweist folgende Meldung:
Teheran, 24. Juli. Infolge des ftriegSzustandc.- wurde eine Reifte Po« politischen Verhaftungen vorgenommcn. Bei der Verhaftung poh Medjid eb Tätlich schossen die Polizeimannschaften aus Frauen u n d B c d i e n t c. Eine Frau wurde getötet und fünf Mann verwundet Tic Frau uud .Kinder Medjid ed Taulchö habeii in der russische« Gesandtschaft Unterkunft gefunden Der frühere Gehilfe des Ministers des Acuftern Kafftif us Sultane ft wurde gleichfalls verhaftet. Tie Bcrftaftu«. gen wurden von bc«i von ben MebfchliS zusammengesetzte« Komitee ber össenllicheit Sicherheit vorgenommen^ das an scheiiieub von ber Regierung nicht abl a«gig ist. Tie Stirn mung in ber Hauptstabt ist sehr erregt.
£ Lonbon, 24. Juli lieber bie Lage in Persien sagt ber Teheraner Berichterstatter ber „Times", es scheine sich um ein wahres Wespennest von Intriguen zu handeln Ter Exschaft fei bereits in Astrabad cingerudt, und trotzdem suche der Premierminister alle Entschlüsse der Re- gierung zu vereiteln. Er sitze ui seinem eigenen Hause in der Nähe der russischen Gejaiidtschaft und erledige alle Geschäfte von dort, er halte sich mit anderen Worten unter russischem Schutz. Am Samstag verhaftete die Teheraner Polizei eine Gruppe vou Reaktionären, die Vorgabe«, sie rekrutierten Leute für die Verteidigung der Verfassung unter Befehl des Sipaftdars, uud der Sipaydar orduele an, "baft bic Leute roieber auf freien Fuft gefetzt werden follteii.
lamenl scheine nicht i)i ? Kraft zu i/aben, nch bes Premierministers zu entlcbtgcn, obwohl biefer ganz allgemein als Verräter angesehen wc^bc.
— TaS Kainz- T enlmal. Tem Foubs für das in Dien zu crridjtcnbc Kainz-Tcnkmal ist wieder eine Reihe von Beitragen zugeslosien. So haben zwei ftünfticr, Marie Mautner, die eine Radierung, Josef Kainz als „Mcphisw", geschaffen hat, und der Wiener Hoffchaufpielcr Ltw Treßler, von dessen Hand Kainzens Totenmaske herrühN, den Erlös dieser Werke, 2000 bczw. 1342 Kr. dem Tenkmalsausschuß zur Bersügung gestellt. „Tie vierte Galerie des Burgthcatcrs" spendete 100 Kr. Luch ber kürzlich verblichene Dichter Aboli Wilbrandt steht im Verzeichnis ber Spender. In Tcutschland übernehmen bie Teutsche Bank und ihre Filialen Beiträge für den Kainz-Tcnkmalsonbs.
— N eu c F o r, cv n « g e u über den Krebs. Tas von bem britischen Fonds iür nrebsiorjchung unterhaltene Labora- wnum, das sich unter ber Leitung von Tr. Ernest F. B a s h f o r b jeii Jahren mit außerordenllich verbienstoollcn Forschungen itex. Den Krebs beschäftigt, bat soeben einen bedeutungsvollen 2krvji über bic bisher geleistete Arbeit veröst'emlicht, deren Ergebntssc einen wesemlichen Fortschritt in bei Erkenntnis dieser furchtbaren Geißel der Menschheit bilden. „Zum ersten Dtale kann einwandfrei bewiesen werden," so berichlet Tr. Bashford, „daß die immer wieder ausiauchcnden Gerüchte von einer Zunahme ber Krebstrankheiteu unberechtigt sind." Tas wich- rigste aber ist bi: aus Grund von zahlreichen Versuchen gewonnene Erkenntnis, daß „bic Verwandtschast zwischen dem >6rebs und Dem von bicsem Leiben befallenen Seien rein mbivibucH ist".
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stektvolle Reiterszencii.
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(4cgni die Bestrebungen bei Sozia Ibc mo f ra t i e aus Gewinnung ber jugcndlicheu Arbeiter richtet sich folgcnbcr Antrag des Niederrhcinischen Gaues: .
Ter Tcutsdic Turntag richtet an alle Vereine das dringende Ersuchen, den bestehenden Iugcnbabikilungen unaudgeicpt die größte Auimerkiamleit zu widmen und da, wo solche nod) nicht bestehen, die Gründung unvcrzüglidl vorzunehmcn. Bei allen Bezirks- und Gaus eiten sind bie innerhalb der betreuenden Verbände besteljcnbcil' Iugcnbabtcilungen zur Bcteiliglliig a» den turnerischen Veranstaltungen hcranzuzichen. zie Fest^und ^ctl- turnorbnungen sind bementsprechend zu ergänzen. ^ie Beteiligung der Iugendabtcilungcn bei Kreis- und beutschen 1 urnteitrn ist jujulaiicn für bic Festorte, für entfernte Crtc nur bann, wenn bie Abteilungen am gleichen Tage ihren Heimatsort wieder erreichen können. Ter Aus'diuß ber Tcutschen -Lurncrfttjait wolle schleunigst ein Organ idiaiicn, welches bic geistige Verbindung Der Iugendabicilungen mit der Teutschcn iurncridwU herstellt und besten Preis 1 Mark pro Jahr nidn übersteigt."
Fm Anschluß an bic Beratungen werben Waiidenahrtcn i« die sächsische Schwei- stattiindcii sowie »i der Iittcriiationahn Hljgicneallsstcllung .Voriuhruiigen bcs Reichsvcrbanbes Tür olym vis di 2 pu
42. Hauptversammlung des deutschen und österreichischen rllpenveremz.
Koblenz, 24. Juli.
Mit einer Borscicr in bei Stadthalle von M a i n - begannen die Verhandlungen der 42. Hauptversammlung des bcut- ,chen uno österreichischen Alpenverems. Bon Mainz aus br gaocn sich bic Teilnehmer au bei Tagung nad) Koblenz, wo zunächst der Hauviausschuß des Alveiwereins seine Bcraiungcn ablstelt. Als erste Ncbcnvcranstaltung sand die Gencralvcriarnm luug des Vereins zum Schüße und zur Pflege ber Alpen- pf lanzen statt.
Tie Hauptversammlung des deutschen uud öilerrcichuchcu Alpcnvercins wurde in der Fcsthallc abgchalten Ter schrill iührcr Tr. Otto Alben PraL- erstattete den I a h r e s b c r l ch l, und) dem der Verein 395 Lektionen mit 90327 Mitgliedern zählt Im Lause des Jahres 1910 11 wurden 13 neue, -um Lett sehr große Schutz Hutten eröihtet; bic Erössnung von 12 wetteren Hutten stehl bevor. Tic Geiamlzahl der Älpenhütten beträgt heute 268. Tw Ncltregclung der Führer-Aufsichtöbezittc ist enolgt. Es wurden i.lsgeiautt 61 Führcrtaae abgchalten, eine Neubearbeitung ihrer Tariie wird in diesem Jahre beendet werden. Eine eiiiheitlid.e W c g s u h r e r o i d n u n g tn Bayern wurde in Äusttcht gestellt. Oesterreich wird sich vermstllich dieser Orb-
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