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29.8.1911 Erstes Blatt
 
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Wirtet StaMtfate

!>dS 6 Uhr: Der Ring bei ueustag, den 29. AuM'- ^e,i3J.]ufluh(Wo«f.

.'"e Butterfly.' Freitag de >ng des Nibelungen, i la- 'eu 2. ceplembtr: ,J- September: .Bioletta' st« er, abends 7' , Uhr: ,tt mberr.Cavalleria rnstiem' )en 6. September gefchloK. l$.

Zu Goethe's Seburtt^ en 29. August: .Ter yr Der Herr heirat.' Tonnts- : ,AU-heidelberg.' {Jteiin Staube und Heimat.' Sonntag, den 3. Septen^. . Heimat.' tibenbi 7 llbt nibet: ,Vach4maW a\» t : ,Tle Braul von Nessma^ ime Bonivard.'

merkt, abends um 7 Uhr.

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jm 28. August: 16*K

Nr. 202 Erster Blatt

161. Zahrgang

Dienstag, 29. August 1911

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberyefsen

Tnlebener Sajelf« edcheinl täglich, aufc« Sonntag?. - Beilagen: viermal roöcbtnllid) 6icbtner$amlli<nblätf<r iipfir.tal roödientLKuls- blaitfürbenKrrUÄlefcen (litnetng und T^mtnr.); vveimal monntL land wirllchaftllche Leltfraa«' ?, ernf o rech - Wnlcblüfie für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 dldrefle ffii Tepeschen:

.Nnzeiget GieKeu.

"n<b Nummer ^Okalfonrdrud und Verlag der vrühl'schen Unto.'vuch' und Stcinönideret R. Lange. Redaklion, Lrpedttion und Druderet: Zcdulftrahe 7. bt« Donnütaqi 9 Uhr. vüdingen: Zerpsprecher Ur. 50 Leschäftrslelle vahnhofslrahe 16a.

VezagSvretSr monatlich7ö'L^vler1el- .chrlich Mr. 2.20; durch !bbplc- il ZweigdeUen urountlich 65 'Uf.; durch die Post 2'tk.L. viertel- IdfcrL au-schl. Ve reUg. Sciknpmi: lokal 15P arröivarr» 20 Plenniq. Chefredakteur: A Goetz. Bern itivorllich für den politischen Teil: August Goetz. für .Feuille- ton*. .Perinischtea' und ,tBmd)t»|aar: K. Neu­ro ld: für .Stadt und Land": C.Hev: h'ir den Anzeigenteil: H. Beck.

Der japanische Nabinettrwechsel.

Japan .var bclaunllicf) trotz seine- siegreichen Krieges gegen Rußland ohne Kriegsentschädigung geblieben Tas schon so wie so arme Land war gezwungen, die für den Krieg gemachten Aufwendungen au-.- eigener Tasche zu be Zahlen und demgemäß Steuern aus sich zu nehmen, die eigentlich unerhört waren, nm die von England ge

.uileihe zu verzinsen und seine Wehrmacht aus der bisherigen Höhe zu erhalten Sparsamkeit und neue Steuern waren daher der Inhalt des sogenannten Postbcllum Programms, die Parole der dem Kriege folgen den Jahre und die Richtschnur der während dieser Jm an der Spitze Japans stehenden Kabinette Saionni und .Katsura. Marquis Saionhi, der im Jahre 1906 an Stelle Katsuras zur Lösung der finanziellen Schwierig feiten um Ministerpräsidenten berufen wurde, legte seine Machtbefugnisse schon im Juli 1908 in die Hände Katsura? Aitrüd, da die Maiwahlen zum Abgcordnetcnhausc infolge der Parteizcrklustung und des Umstandes, daß die gemäßigt liberale Regierungspartei hinter der Gesamtsumme der übrigen Abgeordneten um 3<) Mandate zurückblieb, es ihm unmöglich machten, das Poftbcllum Programm zu verwirf lichcn. War doch das japanische Bolt und namentlich seine demokratischen Vertreter, die Kokuminto, aus Anlaß der Tatfu-Maruasfäre so in Hitze geraten, daß sic hinsichtlich der Heeres- und Flottenrüscungen eine Ueberfchreitung des Postbellum-Programms forderten.

Seit dem Juli 1908 war nun Fürst Katsura als Mi nisterprasident am Ruder, und seiner Geschicklichkeit gelang , nicht nur auf dem Gebiete der äußeren Politil . das Abkommen mit Rußland und durch Verbesserung der japanisch-amerikanischen Beziehungen die Agitation sitr die Turchbrechnng des Postbellum-Programms einstweilen zu hintertreiben, sondern auch durch Auffindung einer Anzahl freilich sehr zweifelhafter Steuerquellcn cs dahin zu bringen, daß in mus tgem Ral.men Heer und Flotte verstärkt werden konnten und noch für Eisenbahnneherweilerungen, sowie ,ür die Vergrößerung des Stahlwerkes ui Wakamatsu etwas r.briß blieb. ($r erreichte dieses dadurch, daß er die kleineren liberalen Parteisplitter zu der großen liberalen Partei der cvuuuruöt, der Lerfassungsfreunde znsammenzuschweißen tvußle, und sodann im Frühjahr dieses Jahres mit den Mujuninto ein Kompromiß abschloß, nach dem von keiner weiteren Steuererhohung mehr die Rede fein sollte, wofern bic bisherigen Krtegssteuern aufrechterhalten blieben, lvie es auch geschah.

So schien mit dem Kabinett Katsura alles gut zu stehen, bis die Crnenerung der Handelsverträge und nament­lich die Zugeständnisse, die man dem befreundeten England machen mußte, die Unzufriedenheit des japanischen Volkes erregten, und die Lage in Lstajicn sich durch den Gegen- sah zwifchen Rußland und China verdüsterte. Es erschien daher dem japanischen Kriegsminister im Einverständnis mit dem Fürsten Katsura nötig, für Korea die Aufstellung zweier neuer Divisionen zu fordern; die Mehrheit des Parlaments aber bestand darauf, daß, wenn das Postbclluiw Programm durchbrochen würde, es zugunsten der Marine geschehen müsse, für die der Marineminifter schon im vorigen Jahre 82 Millionen Yen (ä 2,09 Mk.) gefordert hatte, ohne ihre Bewilligung damals durchsetzen zu können. Tas führte zu einer erst latenten, dann akuten Ministerkrise, infolge deren sich Fürst Katsura genötigt sah, am lebten Freitag feine Demission zu geben, wobei er den Marquis Saivnyi als seinen Nachfolger empfahl.

Ter Hauptgrund für die Haltung der Parlamentsmchr- heit ist wohl darin zu suchen, daß ftc fürchtet, bei der Er­öffnung des Panamatanals im Fahre 191.5 nicht genügend

zur See gerüstet zu sein Gibt es doch unter den fapanifchen Parlamentariern nur allzuviele, die sogar die Forderungen des Marineministers im Hinblick daraus für ungenügend erachten und nach einer über dielen Rahmen hinansgelrenden Vergrößernng der Marine streben Turd) Empfehlung des Marquis Sawnhi zu feinem Nadiivlger will F rst Katsura nun einer zwifchen Heres- und Flottenvergrößerung ver mittelnbcn Richtung die Wege ebnen, und Marqnis Saionv. hat denn auch alle Aussicht, die Bildung deS neuen japani schen Kabinetts zu übernehmen

Denn der Umstand, daß der Kaiser von Japan bi heute Saionhi noch nicht zum Premierminister ernannt hat. vielmehr den Marschall Pamagata, der dem ,,Rat der Alten", also dem japanischen Eberljauanaehört, um Ab gäbe feiner Meinung gebeten hat, will nicht viel befagen. wenn man bcrückfichtigt, daß der Führer der Opposition, der Flottenenthufiaft Admiral Aamamoto, als künftiger Ministerpräsident nicht in Frage kommt, weil ihm jede staatsmännische Befähigung abgeht. Marquis Saionni dürste daher die Aufgabe zusallen, ein Vermittlungsmini fterium zu bilden, und er ist dafür auch, da er nicht fo streng auf den Slandpuntt des Fürsten Katsura eilige schworen ist, der richtige Mann. Cb es ihm allerdings ge lingen wird, die japanische Boltsstimmung, die die Ver­größerung der Flotte gebieterisch verlangt, obwohl dazu keine Mittel voryaude.i sind, für ein Kompromiß zu ge­winnen und dafür eine Parlamentsniehrheit an sich zu fesseln, ivill unter den l-eutigen Umständen mehr als Zweifel hast erscheinen.

LrNärungen aus der naaonallibcralen Partei.

In der am Sonntag im preußischen Abgeordnetenhause veranstalteten Schung der Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei von Groß-Berlin und der P r o v i n z Brandenburg nnirbe folgende Ent­schließung, die den maßgebenden Stellen unterbreitet wor­den ist, einmütig angenommen:

Tic Vertrauensmänner der NationaUibcralcn Partei in Berlin und der Provinz Brandenburg sind der zuvcrsiäillichcn Er- warlung, daß unsere yicidiorcgicrung bei den schwebenden Ver­handlungen mit Frankreich die Ehre, das Ansehen und die in Beirachl kommenden bedeutsamen n'irttchaulichcn Interessen Teutschlands voll zu wahren wissen wird. TaS Tcutid-c Reid» Hal in -40fahriger Geschichte die Friedlidileit seiner Politik aller Well bewiesen. Wir criuatlcii übu auch, daß die übrigen Staaten dem Teutschen Reiche und 'Volke dasjenige Maß ro i r i» schaftlichcr Ausdehnungsmöglichkeit und poli­tischen Einflusses zngestehen, das wir Traft unserer Stärke und unserer schnell wachsenden Bevölkerung und unserer Stellung ui der Welt beanspruchen können und müssen. Für die Entwicke- Iniig nichtiger Teile unserer Volkswirtschaft bietet Marokko Möglichkeiten, wie sic zu unseren Gunßcn sonst kaum noch in der land darf > i di daher v o n diesen zukunftsreichen Gebieten nicht hinweg- drängen lassen. Tas angebliche Anerbieten Frankreichs, uns für Zugeständnisse in Marokko Teikedesfranzö fisch en Kongogebietes zu übereignen, muß als gänzlich ii n - gen ü gend zurückgewiesen werden. Wir sind der Zuversicht, daß auch unierc leitenden Staatsmänner den Ernst der Zeit in voller Starte erkannt haben. In solcher Ucbcrjeugung unserer Reichs regurung unsere Gefolgschaft bei einer ruhig abwägenden, aber selb ß v o r d e in letzten Mittel n i ch t z ii r ü ck w c i ch e n - den Politik in her Vertretung der Weltgeltung der deutschen Nation öffentlich auszusprechen, ist uns Gebot der Pslidft und Bedürfnis"

Ter Landesausschuß der imtionallibcralcn Partei für die Provinz Pommern hat ebenfalls eine Entschließung angenommen und dem Reichskanzler überreicht, in der es heißt:

Sollte das wünschenswerteste Ziel: die Räumung ganz Marokkos von allen europäischen Truppen, Herstellung der Un

abhängig feit des marokkanischen Reiches in den Grenzen von 1906, und völlige wirtschaftliche Wcidibcrcditigun^ aller Madue -- nicht erreichen fein, sollten vielmehr die inneren Verbältnifse Marokko- und die Politik Frankreichs unb Spanien- den Zerfall MarokloS unaufbaltfam und nnermeidkich madien. fo mus» da» Tculfche Reich mit allen ihm nur Verfnaiing stehenden Macht­mitteln bei einer Aniteilung Marokko» feinen vollwichtigen Anteil verlange n. Wirtfchaftlid'c Ga rannen und die Zusicherung der offenen Tür sind in einem von Franki idi polnisch beherrschten Lande wertlos, wie die fran- isifche Kolonial- und Zollpolitik mit ihrem streng durchgesührten Protektionsshstem hinreichend oft unb mit genügender Teutlichkeit geicigt hat Räumen wir aber Frankreich den überwiegenden politifdnn Einskuß m dem größlen Teile Marokko» ein, unb uchrn uns bamit aus dem niirifdiaftlidini Wettbewerb in den von Frankreich bcberrfditcii i^ebieteu zurück, so kann die Ent schädigung, die nur für dieses erhebliche Zugeständnis, für den Verzicht auf freie wirtschaftliche '-Betätigung in ganz Marokko, beanspruchen müssen, nur in Marokko selbst liegen. Tie Abtretung selbst sehr großer Strecken des burdi die Schlafkrankheit entvölkert en, burd) den französischen Raubbau entwerteten Kongo und U b a u g i 03 c b i c t c » wurde die Stellung de» Deutschen Reiches in Afrika in keiner Weise verstärken unb könnte unter leinen Umstünden a l ö ei n ausreichendes 91 cq u i - valent für bie Preisgabe Marokkos gelten, zumal letztere auch nufer Ansehen bei der gesamten islamitrschen Welt auf da- Aller- schwerste zu schädigen geeignet wäre."

Tte Abreife des französischen Botlchasterb nach Berlin ausgeschoben.

Paris, *28. Aug. Ter französische Botschafter in Berlin, E a m b o n, wird infolge eines leichten Fieber a n f a 1 l e s seine Abreise nad) Berlin um ein bis zivet Tage versdiieben und Paris am Mittwoch oder Donnerstag verlassen.

Hebet italienische Ansprüche

läßt sich dieBoss. Ztg." aus 'Paris telegraphieren: Die hiesige Anwesenheit des Botschasters am Quirinal, Herrn Barrörc, ivird sehr vermerkt. ES verlautet, daß bei genannte Diplomat die französische Reaicrung verständigt hat, daß nad) dem Abkommen mit Tcutsd)land auch Ita­lien ft o m v v n falt o n S a ii p i ii d) c wegen der Erwei terung der poliliscljeit Rechte Frankreid)s in Marollo stellen ivird. Italien wünsche, daß Frankreich dem italienischen Handel m Marokko in ähnlicher Weise wie dem deutschen, offene Tür vertragsmäßig zusichere. Wegen der vvraus- jichtlichcu Massenauswanderung italienifchcr Arbeiter und Gewerbetreibender nach Dia i vkko bezüglid) der dort geplanten großen öffenllichcil Ar­beiten und Unternehnningen will Die italienische Regie- ning die Sicherung feiner Konfulargerichrs- b a r k c i t unb das Recht, dort ebenso wie in Tunis italie­nische Schulen halten zu dürfen, wo fich nach der italieni­schen Bevöllerungszahi ein nationales Bedürfnis heraus- fielitii sollte. Zn diesem Sinne soll da- italienifch-fvcm zösische Mittelineer-Uebcrei.nkommen vom Jahre 1904 einer umfassenden Revision unterzogen werden.

Zreundjchastslelegramm zwischen dem Naiser von Japan und dem Zaren.

Petersburg, 28. Aug. Der Kaiservon Japan hat an den Kaiser von Rußland folgendes Tele- gram m gerichtet:

Sehr glücklich über das endgültige Einvernehmen, bas -^wisch»!i unseren Regierungen hcrgeftcllt wurde int aufrich tigen Geiste der Verständigung über einige Fragen, bie bisher ohne Lösung geblieben waren, ist es mir besonders angenehm. Eurer Maieslät mitzuteilen, daß auf meinen Befehl baS Schiff Angara" der r us f ischeu Regierung aurücf gege­ben werden wird als .Beweis der GksÜhle un­wandelbarer Freundschaft, die ich für Sie liege. Ick» bin gewiß, baß Eure Diojestät nut mir der Ueberjeuguug find, daß Die endgültige Regelung aller strittigen Fragen dazu bei»

(Eine Voraussage der Diebstahls der Mona Lisa.

Nirgends har ivoljl der Diebstahl im Louvre-Museum eine tiefere Betroffenheit hervorgeruicn, als in den literarischen Kreisen Dänemarks. Tort erinnerte man sich sogleich an ein im Jahre 1909 erschienenes Bud), das den TitelMona Lila" trug und dessen Verfasser sich Höjeu nannte. Wer dieser Verfasser Höjen ist, ist noch heule unentraieü. Denn Herr Henri) Madien. Der Sohn des jetzigen Galenedirekrors Karl Madsen, auf den allgemein geraten wurde, hal wieberholt auf bas Enlsdnebemn jeden Anteil an dein Bucl>e in Abrede gestellt. Wie merkwürbig Die Erinnerung an dieses Buch im Augenblick berühren muß, wird man iogleid) verstehen, wenn wir dessen Inhalt kurz ilu zieren. Es wirb ba erzählt, daß der Direkwr des Louvres Bromol -lies: Xiomolle!) eines schönen Tags eine Anzahl von Moputen der Mona Lisa vor dem Bilde versammelt und ihnen einen gc lehrten Vortrag über das Werk hält, dessen Sdiönhcit und Fein beit selbst die beste moderne Kopie nicht wiedergeben könne Zu fällig kommt einer der Hörcr der Leinwand etwas zu nahe unb o schreck sie färbt ab! Tas Original muß burd) eine Kopie ersetzt sein! Paris gerät in Aufruhr, der Präfekt Lupine veranstaltet 'ganz, wie cs ieyt wirklich gesdüehti eine Unteriudning, unb man entbeut, daß auö dem Nachbarsaalc ein Loch burcbgeidilagcn ist. Nun schildert bas Buch des weiteren genau denselben Eindruck, Den Der Tiebstahl in Frankreich unb auf der ganzen Erbe hervor­ruft, bringt and) Die Betrachtungen, die derMotin" unD Die anbereit Pariser Blätter Darüber anstellen, schildert iobann die Jagd, die der beste Pariser Tetehtv, Robert, in Begleitung des dicken PolizeihundesFalliörcö" auf den Tieb macht unD Die an einem Ballonlandeplatz ihr Ende findet. Zufällig kommt der Polizist später in ein kleines, dürftiges Atener auf dem Moni marin*, wo er einen jungen Künstler intb seine halbnackte Grifette findet, wie sie sich an einem kümmerlichen Feuer wärmen. Unb hier, in dieser verlorenen Künstlerwcrkstatt, ficht er Die ivirTliax* Mona Lisa an der Wand hängen! Es stellt fich heraus, daß es sich um einen Spaß von Seiten des Künstlers unb feiner Liebsten handelte, bei ber fick) beide Der Wirkung ihres Tuns nicht bewußt ivarcii. Sie haben eines seiner Modelle, einen Camelot, zur Ausführung Des Diebstahls angeftiftet, und Das Buch schließt damit, daß Herr Lupine und der Maler ein Ab­kommen Dahin treffen, das; die gaiue Sache mit Stillschweigen begraben werden soll. Ter Maler geht straffrei aus, unb bas Original kommt wieder an feinen Platz im Salon Carrö.

So ber Inhalt bes Budies. Man muß gestehen, daß Die lieber-1 einstimmung mir den jüngsten Eretgmssen überraschend ist, unb cs gibt Leute, die die Frage auswerfen, ob man nicht den Dieb in dem Verfafser dieses Buches zu suchen habe Aber freilich: wer ist Hofen? Und wo ift er?

Paris, 28. Aug Tie '-variier StajerljcitöbeljorDe erhielt aiH- Cherbourg Die Mitteilung, baß fich am Mitlwod) an Bord bes TarnpfcrsKaiser Wilhelm" zw.i ücute cingdcbiht

Iber trugen, zwischen denen sich eine Hvlzvlattc in ber Größe b.r geraubten Gioconda be­funden habe. Tie Polizei hot verfügt, baß die beiden nach ihrem Eintreffen m Network angehalten werden sollen.

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Noch ein Diebstahl im Louvre, der aller­dings schon ein paar Jahre zurückliegt, ist jetzt bekannt geworden. Man meldet uns darüber unterm 29. AuL. aus Paris: Hier meldete sich ein Mann, dem ein Un belannter eine Büste übergeben habe, die er vor einiger 3eit im Louvre genohlen habe. Der Konservator er- tannte die Büste als Eigentum des Louvre. Tie Ordnung im Louvre muß mustergültig sein, denn sonst hätte dieser Tiebstahl nicht jahrelang unentdeckt bleiben können.

(Ein neuer (Erlaß be§ Herrn o. Zagow.

Gcgcii das Tragen von Hüten in Den Theater logen. Ten '-Berliner Theaterdirettoren ist ber folgende amtliche Erlaß des Polizeipräi'iduims ^ngegangen:

Der Verband Berliner Theaterleiter hmtc vor einiger Zeit beschlossen, den Damen in den Logen das Tragen ber Hütt zu untersagen. Mit Rückiidu hierauf habe ich bisher ungeachtet zahlrciwer an mich ergangenen Anregungen unD Vorstellungen von dem Erlaß eines polizeilichen Verbots abgesehen, obwohl guter Grund zu einem solchen gegeben war Tenn Die Erfahr liegt nahe zumal bei Der gegenwärtigen Mode ber großen Damen hüte, daß Besucher. Denen bie vor ihnen bc'indlichen Hüte bie Bühncnausfidn verfverren, burch den Ausbruck ihres Unmutes Störungen ber öüeMUchcn Ordnung während der Vorstellung veranlassen.

Leiber ist der Beschluß des Verbandes bisher von keinem Theaterleiter ausgefühtt worden, anscheinend tniolgc ber erüar- lidjcn Besorgnis, Dura) den erlaß c,m:s von anderen Theater­

leitern uid)t durchgeführten Hutvcrbotes Den Besuch bes eigenen Theaters zu beeinträchtigen. Andererseits hat sich immer mehr die Richtigkeit unb Notwendigkeit des bamaligen Beschlusses des Verbandes hcrausgcstellt, so baß nunmehr der Erlaß einer poli­zeilichen Anordnung erforderlich erscheint. Im Interesse der öffent liehen Ordnung sehe ich mich daher genötigt, das Tragen von Kopf bebedungen in Logen Ilwes Theaters insoweit zu verbieten, alS burd) die Kopfbedeckungen bie S'ühnenan. ucl". über bie benutzie Loge hinaus geftört werden würbe

Id) fordere Sie auf, bie nötigen Anordnungen zu treffen und burchzuführen, daß in den vorstehend bezeichneten Logen Ihres Theaters ebenso wie auch im Parkett und in den Rangen Die Besucher während des Spiels ihre Hüte nicht aufbefrilten Dürfen

Für jeden Fall der Zuwiderhandlung, das heißt für jeden Fall ber Tulbung des Ausbchaltens von Hüten auf den be­zeichneten Plätzen werde ich eine hiermit angedrohte Geldstrafe von 100 Mark gegen Sie scstsetzen. Iagow."

BeverlcinsZapfenstreich" und Wilhelm RaabesAbu T elf an". In dem soeben erschienenen Scp temberbeft vonScftermannö MomUSHcften" erzähll Pros Tr. Wilhelm K o s ch in einem Artikel über Wilhelm Raabe.....Um

dieselbe Zeit machte idi Raabe auf bat stofflichen Zufammenhang des RomansAbu Tdfan" (21. Kapitel mit BcyerlcinsZap:.n streich" au'merkfam. Beidemal liebt ein junger Soldat die loducr eines Untcrof'iziers mit dem vollen EinverstänDnis ihres Balers: betdemal wird der Soldat versetzt, indes ein Offizier ras M.idd-cn betört: beidemal fällt der Geliebte des entehrten Mäddiens b.m Verführer, innen Vorgesetzten, mit der DienstwaN'e an; beiöcmcl endet die Tragödie, indem ber Vater die Rache übernimmt. Tas betreffende ..^oitel, in dem die Vor-jc'chichie des Schlußakte-.- c zählt wirb, endet bei Raabe mit Den bezeichnenden Worten: Ter Leutnant Ktnd, ber wird in Geduld den leeren /.apfenfn« di erwarten." . . . Tiefe Bemerkung von mir war für Raab, von höckstem Intereffc. Er schrieb: Ich besuche kein T- .ater n> . . und habe das Trarna auch als Buch nicht gelesen: .'o war mir der von Ihnen aufgededre Sachverhalt eine ganze Reuigkci Sie haben vollkommen recht! Heißen müßte es:In Zar! streich" ein Trauerspiel von Fran; Adam V.vcrlcin, ;iach dem RomanAbu Tclfon" von W. Raabe."