Die srauMsche niniiieritijis.
Paris, 2n. Juni ‘Xiwiiöcnt gaUUre» criud)tc Caillaux, bie Kabinetr-Li ldii ng gu übernehmen. Eaillaux luirb sich im 5/aiiic des cn."'cheiden. Er bat bei ver- schicdcncn Persönlichkeiten in Hinblick aus eine etwaige Mit- arbeiierschast in dem neu zil bildenden Kabinett angcfragt. Lson B o n i g o i S lehnte die Ucbcrnahmc des Ministeriums des Aeußern chegen Krankheit ob. Poincar 6, der jur Ncbernahme dieses Portefeuilles ansgesordert lvordcu ist, wird morgen antworten: falls er ablehnt wird Eaillaux sieb an den Scincpräfekten de Salves wenden. Tie übrigen Portefeuilles werden folgendermassen verteilt: Präsidium und Inneres Eaillaux: Justiz Toumergue oder Eruppi: Finanzen Klotz: Krieg Etienne oder Messimh, Marine Tclcasse: Unterricht Steeg: Tessentlichc Arbeiten Augagneur; handel Ehaumet: Ackerbau Pams; Kolonien Messimh oder Lebrun: Arbeit und soziale Fürsorge Renault.
Ausland.
In einer P r o t c st v e r s a in m l u n g der Pariser Studenten unter dem Borsitz des Straßburger Delegierten M il n k, wurden deftige Reden gegen Deutschland gehalten. Es sollte eine den Leiter in Straßburg darstellende Strohpuppe aus d ent Norbounc-Platz verbrannt werden, doch unterblieb dies auf Ersuchen eines Polizeioffiziers und ein Schutzmann brachte die Puppe aus die Wachtstube. Ein Teil der Studenten zog sodann im Gänsemarsch unter den Rufen: „Pereat Wagener! und „hoch Elsaß-Lothringen!" zu dem Denkmal des Löweir von Belfort.
Ein Pariser Morgenblatt veröffentlichte ein Telegramm seines Korrespondenten aus Marseille, nach welchem dort bei einer studentischen Kundgebung ein Bildnis des deutschen Kaisers verbrannt worden sei. Wie die Agenee Havas mitteilt, ereignete sich nach dem Bericht des Präfekten kein derartiger Vorfall.
Das englische Kön'igspaar und die fremden Fürstlichkeiten wohnten am Montag abend der G a l a v o r st e l l u n g im Opernhause Coventgarden bei. Auf dem Programm standen die zweite Szene des zweiten Aktes von Verdis „Aida"; Aida: Frl. Testinn, der zweite Akt von Gounods „Romeo und Julia", der dritte Akt von Rossinis „Ter Barbier von Sevilla" und ein russisches Ballett.
Tie „Kölnische Zeitung" meldet aus Ec t in je: Tie Be- s P r e d) n ii g c n des türkischen Gesandten mit dem Führer der albanische n A u f st ä n d i s ch c n in Podgorica hatten nod) keinen praktischen Erfolg. Tie Albaner wiesen die türkischen Vorschläge als ungenügend ab. In den albanischen Gegenvorschlägen wird u. a. verlangt: die Erlaubnis des Wafsentragens, die Wahl der hohen Verwaltnngsbeamrcn wie der niederen Beamten unter den Albanern, die Ableistung des Heeresdienstes in Albanien, die Herstellung aller verwüsteten Häuser, sowie eine Vergütung aller angerichretcn Schäden, die vollständige Amnestie für alle Albaner und citblid) eine Bürgschaft dafür, daß die Piortc diese Bedingungen treulich erfüllt. Ter türkische Gesandte reiste nach Tuzi zur Beratung mit Torgut Schefket Pascha ab; nad) seiner Ansicht gehen die Forderungen für ganz Albanien zu weit. Eine albanische Abordnung ist hier angekommen, um ihre Forderungen dem König und allen hier weilenden Gewndten zu überreichen. Rad) Auffassung der Regierungskreise sind die Forderungen gerechtfertigt, gemäßigt und für die Pforte annehmbar.
Ans Stadt uns Land.
Gießen, 27. Juni 1911.
* * Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem Jak. Weckfort und dem Joh. Kester VII., beide zu Rieder-Eschbach, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste" verliehen.
* * Das Ehrenzeichen f ü r Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Grvßherzogs Albert Sö hng e zu Ortenberg.
**Dcr gestrige Bism arck-Fackel zu g der Studentenschaft nahm bei schöner Witterung seinen progrannnäßigen Verlauf. Eine große Menge Zuschauer hatte sich auf dem Wege eingefunden, und auch an dem AiSmarckturm, auf dem das übliche Feuer loderte, hatte sich eine große Anzahl von Leuten eingefunden. Nach dem Absingen eines Liedes vor dem loderndem Turm luurben die Fackeln auf der Rennbahn zusammengeworfen und dann ein Fest kam niers auf der Hardt abgehalten.
• * Arbeitsju bilüum. Der Metalldreher Karl Meinhardt bei der Firma Schaffstaedt feiert morgen sein 25jähriges Arbeitsjubiläum.
* * Vorn R a t i o n a l l i b e r a l e n Verein Gießen wird uns geschrieben: Wie ein Inserat am letzten Samstag ankündigte, findet heute' im Kaiserhof der 3. Diskus si o n s a b e n d des hiesigen nationalliberalen Vereins statt. Das Thema ist: Die deutsche Arbeiterversicherung. Als Referent ist hierfür Parteisekretär Knittel (Weilburg) gewonnen worden. Tem genannten Herrn geht der Ruf eines tüchtigen Kenners dieser schwierigen s.'Jlaterie voraus. Tieser Umstand und die Aktualität des Themas rechtfertigen wohl die Hoffnung, daß der Abend anregend und fruchtbar sein wird, wie dies von seinen beiden Vorgängern als Tatsache berichtet werden kann.
* * Vortragsabend von Lily T v neck er. Lily Don ccker, die am 8. Juli unter Mitwirtung der Lauten- tünstlerin Frl. Lina Poppe-Frankfurt a. M. im großen Saale des Gesellschaftsoereins einen Vortragsabend veranstalten wird, hat vor einigen Monaten in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin in Schönherrs „Glaube und Heimat" den Schatz gefpielt. Ter Kaiser hat nach der Vorstellung die Aeußerung getan, Frl. Tonecker sei „der Sonnenstrahl des Abends" gewesen. Tie Kritik in Kiel rühmt ubereinstinimend das starte Temperament der Künstlerin, ihre überleg)ame, grüblerische Art, sich in die ihr zu- gewiesenen mnstlerftchen Ausgaben zu versenken, ihre Fähigkeit zu charakterisieren und die forlreiszende Kraft ihrer realistischen Darstellung. Ohne Zweifel wird der Tonecker- Abend am 8. Juli der Zuhörer,chasr einen hohen Genuß bereiten, zumal die musikalische Umrahmung des rezitatori- schen Teils für die angenehmste Abwechselung sorgt.
** Preis g e k rönt. Arn vergangenen Sonntag fand in Wetzlar eine Allgemeine Ausstellung von Hunden aller Rassen stall, die namentlich auch von Gießener vundezüchtern und -Besitzern lehr stark beschickt worden war, ,o daß insgesamt 11 Ehrenpreise, Ly. erite Preise, 18 zweite Preise, vier dritte und eine Anzahl weitere Preise nebst H. L. E. nach Gießen fielen.
Landkreis Gießen.
= Leihgestern, 26. Juni. Bei der am Sonntag zu Kaichen abgehaltenen Gauturnfahrt des Gaues »Wetterau* gelang es dem hiesigen Turnverein »Frisch auf-, einige recht schöne Erfolge zu erzielen. So errang in der Oberstufe der Turner Otto Langsdorf den 12. Preis unter 70 Mitbewerbern; in der Unterstufe der Turner Karl Grimmel 2., Wilhelm Jung II. 5., Otto Wagner 12., Georg Langs- darf 13., Wilhelm Dern 19., Otto Arnold 32., Hemr. Binz 33. und Wilhelm Häuser 34. Preis unter 274 Mitbewerbern.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 26. Juni. Der Sitte, bei festlichen Anlassen auch der Dahingeschiedenen zu gedenken, wurde der hiesige, vor der Feier seines 30jährigen Jubiläums stehende Turnverein gerecht. Gestern mittag i ,12 Uhr versain- welten sich die. Turner vor der Wohnung des erstenSprechers
und zogen unter Vorantragen der Fahne nach der Kapelle des Friedhofs. Pfarrer Schäfer hielt hier eine Gedächtnisrede, den Eichenkranz als Symbol des Ewigen, Unendlichen darstellend, um das wir alle mit ganzer .Kraft, mit ganzem Herzen kämpfen sollen. Kaminfegermeister Diel' u f f legte dann im Chor der Kirche einen Lorbeerkranz mit Schleife und Widmung nieder. — Die Angestellten und Arbeiter der Staatseisenbahn aus dem Bezirk Friedberg trafen gestern mittag in einem Sonderzuge hier ein, vergnügten sich mit ihren Angehörigen bei Spiel und Tanz im Valentinschen Saale und unternahmen Spaziergänge durch die Stadt und die im schönsten Sommerkleide prangende Umgebung von Büdingen. Die zweite Abteilung trifft am nächsten Sonntag hier ein.
Büdingen, 26. Juni. <Sdwssengcrichts>itzung.) Der Handelsmann S. H. von Tüdelsheim ist wegen Vichsciichcn-Vcr- achen angeklagt, iinrb aber freigesprochen. Ebenso der Metzger M. St. aus Düdelsheim. Ter Taglöhncr I. R. von Steincsrcmz, ohne festen Wohnsitz, z. Zt. hier in Untersuchungshast, wird wegen Bettelns zu einer Haststrafe von 5 Tagen und wegen ruhestörenden Lärms zu 3 Tagen Hast verurteilt und mit den Kosten des Verfahrens belastet. Zugleich wird die erkannte Strafe burdj die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Ter Schreiner und Wirt H. D. von Mainz, ohne festen Wohnsitz, z. Zt. hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns zu 1 Tag Haft und in die Kosten verurteilt. Tie erkannte Strase wird durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt.
Z- B a d - S a l z h a u s e n, 26. Juni. In unserem Badeort herrschte gestern außergewöhnlich starker Verkehr. Fast sämtliche Universitätsprosessoren von Gießen waren hierher- gckommcn, um sich die Einrichtungen und Quellendes Bades anzusehen. Gegen 8 Uhr fand im Kurhaus ein gemeinsames Abendessen statt, woran sich etwa 90 Personen beteiligten. Erst um 10 Uhr fuhren die Gäste nach Gießen zurück.
+ Nidda, 26. Juni. Ende voriger Woche war ein Handelsmann aus Bayern in hiesiger Gegend, um diesjährige Fohlen aufzukausen. Gestern ivurden wieder zwei Wagen voll solcher Tiere auf hiesiger Station eingeladen; sie waren nach München bestimmt. Tie Fohlenzüchter erzielten sehr hohe Preise, denn etwa 5 Monarc alte Fohlen wurden mit 400 bis 450 Mk. bezahlt.
-r Geiß-Nidda, 26. Juni. Einen sehr schönen Erfolg hat unser erst seit 4 Jahren bestehender Turnverein gestern auf dem Turnfest in Kaichen errungen. Von 9 Mirgliedern, die sich an dem Preisturnen beteiligten, erhielten 8 recht ansehnliche Preise; so erwarb u. a. Wilh. Philippi den 6. Preis mit 69 Punkten. Am Wettbewerb beteiligten sich 270 Turner.
— Kohden, 25. Jnni. Bei einer kürzlich in Dar nist a d t vorgenommenen Prämienoerteilung für Dienstboten, die längere Zeit bei einer Familie tätig waren, wurde als einziger Dienstbote mit mehr als 50 Dicnstjahren die von hier flammende Katharine Da mb mann ausgezeichnet, die diese lange Zeit bei Oberst a. D. Scholl bedienstet ist. Sie erhielt eine Prämie von 25 Mark.,
Kreis Alsfeld.
A Ruppertenrod, 26. Juni. In der verflossenen Nacht wurde hier in der Gastwirtschaft »Zum Reichsadler" ein Einbruch ausgeführt. Der Dieb drang durch ein Erdgeschoß, das früher als Schmiede gedient hat, in den Hausgang und betrat von hier aus die Wirtsslube. Hier öffnete er ein Pult unö entnahm ihm die Abendkasse im Betrage von 4 Mk. Kleingeld. Weiter hieß er ein Kistchen Zigarren, eine Flasche Wein und eine Flasche Kognak mit» gehen. Die Flasche ließ er, nachdeni er sich an ihrem Inhalte gütlich getan hatte, in der Schmiede zurück. Das Gericht von Grünberg leitete heute die Untersuchung ein.
Kreis Friedberg.
D. Butzbach, 26. Juni. Der ehemalige Rechner Heinze rl in g, der vor etwa fünf Jahren an der hiesigen Sparkasse sich große Unterschlagungen hatte gu schulden kommen lassen und deshalb zurzeit eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren in der Butzbacher Zellenslrafanstalt verbüßt, wurde von dem Großherzog begnadigt. Es wurden ihm ein Jahr und sieben Monate seiner Straszcit geschenkt und er kommt demgemäß am 1. Januar 1912 zur Entlassung.
Hessen-Nassau.
w. Stangen rode iLberwe)icrwald), 26. Juni. Gestern nacht brach hier ein G r o ß s e n e r aus, das infolge des herrschenden Windes und Wassermangels neun Wohnhäuser einäscherte. Ein Mann, der von dem zweiten Stockwerk sprang, hat sich schwer verletzt. Viel Vieh ist mit- oerbrannt.
(Scricbtofaai.
Bonn, 26. Juni. Das Schwurgericht verurteilte den Ober- telcgraphenassistenten Hutanus, der der Telegraphcnverwal- tung nahezu 100 000 Mk. und dem Tclegraphendireklor Schmoll 32000 Mk. unterschlagen hattc, zu sechs Jahren Zucht- baus und Vcrliyt der bürgerlichen Ehrenrechte auf sechs Jahre.
custjchiffahrt.
„P. V" verbrannt.
H an nov-Münden, 26. Juni. Tas Luftschiff Parseval V, das gestern mittag hier angefommen ist, um Passagiersahrten zu unternehmen, ist heute nachmittag um 1.20 Uhr verunglückt. Bei Ausbesserungsarbeiten sing das Lustsdjiss Feuer und verbranntevvll ständig. — lieber den Unfall des Luftschiffes wird mitgeteilt: Gegen 13/4 Uhr herrschte in Äannov.-Münden starker Sturm, so daß der Führer des Luftschiffes, Oberleutnant Forsbeck, sich veranlaßt sah, die Reißleine zu ziehen. Als das Schiss erheblich entleert war, cnt- ltani> plötzlich in der Hülle eine Explosion, die die Ballonhülle vernichtete. Sieben Personen erlitten Brandwunden, darunter zwei am Arm und Gesicht ziemlich crheblid)c. Tic Gondel sowie der Motor sind nicht unerheblich beschädigt und werden heute nachmittag nach Bitterfeld verladen, wo eine Reservehülle bereit liegt. Ter Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
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Stuttgart, 26. Juni. Wie der „Schwab. Merkur" aus Hriedrichsh^fen ersährt, haben sich die Neuerungen am u f t s ch i f s „Schwabe n" bei der heutigen ersten Probefahrt vorzüglich bewährt. Ursprünglich war geplant, heute nach Bad-n- Baden zu fahren und abends wieder nach Friedrichshafen zurück- zukehren. Tie Probefahrt am Vormittag dauerte aber zu lange, w daß die Zeit nicht mehr gereicht hätte, und die Fahrt wurde deshalb abgesetzt. Ter Termin der ersten größeren Fahrt ist nod, mchr bestimmt. Zunächst sinden weitere Probeaufstiege Natt. Gras Zeppelin hat den Wunsch ausgedrückt, daß vor der ersten Ueberlandfahrt alle Teile des neuen Luftschiffes sorg- fältig durchgeprügelr werden.
LuropäijcherRmidflug.
.Amsterdam, 26. Juni. Vierte Strecke des europäischen Rundfluges. Auf dem Flugfelde Soeftcrbcrg sind zwischen 2 und 3 Uhr Beaumont und G a r r o s aufgestiegen ; Kirn Merlin g und GI tzer t find deren., aufzu-,
jL.i;; .:, ~ ;c , : : Flieger halten den Aufstieg für
äußerst gefährlich.
B l üs s el, 26. Juni. Jin Aerodrom von Berchem kam als Erster Beaumont um 5 Uhr 24 Minuten an, als Zweiter K i m m e r l i n g um 5 Uhr 45 Minuten.
(Ein Ballon im Mer versunken.
Juist, 26. Juni. Gestern morgen 5,16 Uhr wurde hier in ziemlicher Höhe über dem Wattenmeer ein Bal 1 o n gesichter, dessen Gondel mir zwei Personen besetzt war. Man sah, wie er in die Nordsee fiel und durch den herrschenden Sturm mit großer Geschwindigkeit seewärts getrieben wurde. Später trieb die Gondel und ein Teil der Ballonhülle auf der Wasseroberfläche. Das ausgesandte Rettungsboot konnte keine Hilfe bringen, weil sich die Gondel mit rasender Geschwindigkeit fortbewcgte und das Boot selbst mit dem schweren Sturme zu kämpfen hatte^ Es brachte nur die Hülle von einigen Sandsäcken, die mit R. G. B. 70 gezeichnet waren. — Tie Marinestation der Nordsee lies; durch rin in Nordernev liegendes Torpedoboot die Unfallstcllc absnchcn. Doch blieb diese Arbeit bis heute früh erfolglos^ Es muß angenommen werden, daß die beiden Luftschifser den Tod in den Wellen gefunden haben. Der Ballon stammt, nach einer dortigen Meldung jedenfalls, aus P a r i s , wo er am Samstag zusammen mit acht anderen Ballons aufgeftiegen sein soll. Drei weitere Pariser Ballons sind gestern morgen zwischen 5 und 6 Uhr an verschiedenen Stellen Ostfrics- lands g latt niedergegangen. Jeder von ihnen hatte zwei Insassen. Heber den in der Nordsee niedergegangenen Ballon ist bisher nichts weiter bekannt.
VermrKbtcs.
_ * Tas 25. Verb andsscyicßen des Pfälzischen Sd)ützenbundes, des Mittelrheinischen Schützenbundes und des Badischen Landcs-Schützenvereins, das vom 9. bis 16. Juli 1911 in Landau stattfindet, wird mit einem großen geschichtlichen Feslzug eröffnet. Die Idee des Zuges ist eine Huldigung der Pfalz ihren Gästen gegenüber. Ter Festplatz ist am Fuße des herrlichen Haardtgebirges gelegen und wird den Besuchern ein farbenfrohes Bild pfälzischen Lebens bieten.
Wie dem Reuterschen Bureau über Neuyork aus Port Arthur in,T ex as gemeldet wird, brach in den Tanks der Oel- Gesellschaft Feuer aus, das auf zwei Speicher und auf eine Anzahl in der Nähe verankerte Schiffe Übergriff. Explosionen folgten. Ein Schiffskapitän wurde 100 Fuß hoch geschleudert und getötet; außerdem wurden auch zwei andere Personen getötet. Nach den bisherigen Berichten ivird der Verlust aus eine Million Dollars geschätzt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch dem 28. Juni 1911: Meist heiter und trocken, kühl, nordwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Hessischer Landtag.
R.B. Darmstadr, 26. Juni. Tie Erste Kamme« nahm heute unter dem Vorsitz des Fürsten Solms-Hohensolms- Lcd) ihre Verhairdlungen wieder aus. Aus Antrag des Grasen Erbadp-Fürftenau wurde die Rückäußerung der Zweiten Kanuncr über das Gemeindeumlage-Gesetz und die Jnitiativ-An- träge der Abg. Brauer, Tr. Weber und Genossen von der Tagesordnung ab gesetzt. Eine Reihe von Anträgen und Vor- Uellungen nad) den Beschlüssen der Zweiten Kammer wird angenommen. — Die Sitzung dauert fort.
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K a-rls ruh e, 27. Juni. Bei den gestrigen Wahlen der zweiten Wählerklasse zum B ü r g e r a u s s ch u ß wurden bei einer Wahlbeteiligung von ca. 75 Proz. gewählt. 8 Zentrum, 6 So zialdemokraten, 10 Nationalliberale und 8 Fortschrittliche Volks- partci. Tie Konservativen und Die Wirtschaftliche Vereinigung vermochten keine Kandidaten durchzubringen. Insgesamt sind bis jetzt gewählt: 12 Zentrum, 30 Sozialdemokraten, 12 National- liberale und 10 Fortschrittliche Volkspartei.
Paris, 2b. Jnni. Nachdem Die Abstimmung der Kammer veröffentlicht war, durch die das Ministerium Monis gestürzt wurde, erklärten eine Anzahl von Abgeordneten, daß sie nicht gegen das Ministerium gestimmt hätten. Dadurch hätte aber Monis nicht eine Minderheit von 24 Stimmen, sondern eine Mehrheit von 5 Stimmen gehabt. Diese Feststellung ändert jedoch nichts an dem Ergebnis, da nach der Geschäftsordnung die einmal verkündete Abstimmung feststeht.
PariF, 26. Juni. Eaillaux wird vom Parlament Sessionsverlängerung über den üblichen Zeitpunkt beschleunigte Budgetbcwilligung und bie Annahme des Gesetzes über die Llbgrenzung der Weinbaubezirke, daß er einbringt, fordern. Die Wahlresormerörterung würde er möglichst weit hinausschieben, die Verhandlungen mit den Eisenbahngesellschaften über die Wieder- cinstellung der entlassenen Angestellten fortsetzen, jedoch perzichteu, Zuflucht zu Zwangsmaßregeln zu nehmen.
Amtlicher Teil.
Kelranntmachnng.
Der Provinzialausschuß hält während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien.
Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen.
Aus den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß.
Gicßcn, den 21. Juni 1911.
Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen.
Dr. U s i n g e r.
Bekanntmachung.
Infolge einer Betriebsstörung wird die Straße Lich—Eber- siadt von km 4,000 bis km 5,000 zwecks Vornahme von Walz- arbeiten erst vom 27. d. Mts. ab für jeden Verkehr gesperrt. Da die Straßenwalzungen nad) dem Kitonverfahren vorgenommen werden, erstreckt sich die Sperre auch auf den Fußverkehr. Das Betreten der Fahrbahn nad) dem Einschlämmen mit Kiton wird bei Meidung von Strafanzeige verboten.
Tie Umleitung des Vercehrs erfolgt wie in der Bekanntmachung vom 9. d. Mts. angegeben.
Gießen, den 26. Juni 1911.
Großherzogliches Kreisamt Gießen,
I. V.: W e l ck e r. -
Bekanntmachung.
23 e t r.: Rotlaufseua:e (Backsteinblatlern) in Saasen.
Unter dem Sdiweinebestand des H e i n r i d) Stark II.-Wwe. in Saasen ist Rotlaufseuche (Backsteinblatiern) festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt.
Gießen, den 23. Juni 1911.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Welcker.
KelLullNiMülyung.
Betr.: Unterdrückung der Maul- unö Klauenseuche.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche auch in den Gehöften des Heinrich Reuh l IX. und des Heinridj Müller III. 3 u Holzheim festgestellt worden ist, werden die unterII unserer Bekanntmachung vom 22. l. Mts. angeordneten Miß- nahmen auf diese Gehöfte ausgedehnt.
Gicßcn, den 26. Juni 1911.
Croßherzogliches Kreisamt Gießen, , L A.r vr, Merck,


