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Erwägungen über die Gewährung einer einmaligen Teuerungszulage an die Staatsbeamten schwebten, aus einem Irrtum. Abgesehen von der außerordentlichen finanziellen Tragweite der Gewährung von Teuerungszulagen würden solchen Zuwendungen grundsätzliche Bedenken entgegenstehen, daß sie, weil ohne Rücksicht auf das Bestehen und das Maß des Bedürfnisses im einzelnen Falle den Beamten allgemein zufließend, wie eine Besoldungserhöhung wirken und, wenn die Beamten auf die Bezüge erst einmal eingerichtet sind, leicht zu einer wiederkehrenden Einrichtung werden und nur den ersten Schritt zu einer neuen Besoldungsausbesserung darstellen. Das amtliche Blatt fährt dann fort:
Die einmaligen Teuerungszulagen von 1907 konnten nur gewährt werden, weil damals die Notwendigkeit einer Gehaltsaufbesserung im Prinzip bereits anerkannt war, die die Einführung wider Erwarten noch verzögerte. Diese Zulagen sind demgemäß in den Bemerkungen zum Nachtragsetat als eine vor- weggenommeneGehaltsaufbesscrung bezeichnet und denjenigen Beamten vorenthalten, welche schon 1907 eine Erhöhung des Gehaltes erfuhren. Nachdem inzwischen eine umfassende Aufbesserung der BeamtenbesoWungen erfolgte und damit für absehbare Zeit die Bcsoldungsfrage als abgeschlossen anzusehen ist, kann von der Gewährung allgemeiner Teuerungszulagen zurzeit nicht wohl die Rede sein. Dagegen schweben allerdings Erwägungen über andere den preußischen Staatsbeamten zugedachten Vorteile, die vielleicht zu dem Gerüchte über die Gewährung allgemeiner Teuerungszulagen Veranlassung gegeben haben. Während nämlich im Reiche die Unterstützungsfonds für die Beamten unter Zugrundelegung gewisser Einheitssätze für den Kopf des vorhandenen Personals von Jahr zu Jahr reguliert werden, hat in Preilßen wegen der ungünstigen Finanzlage bei der Mehrzahl der Verwaltungen schon seit Jahren davon abgesehen werden müssen, diese Fonds entsprechend der vielfach sehr gestiegenen Beamtenzahl aus der erforderlichen Höhe zu erhalten. Diese Einschränkung in den verfügbaren Mitteln muß sich natürlich in Zeiten einer Teuerung, in denen sich die Fälle und das Maß der Unterstützungsbedürftigkeit vermehren, besonders fühlbar machen. Es erscheint daher dringend erwünscht, mit möglichster Beschleunigung ohne, daß zunächit eine endgültige Wiederherstellung des Gleichgewichtes des Staatshaushalrsetats abgewartet wird, auf'diesem Gebiete das Erforderliche nachzuholen. Es soll daher auf 'dem Wege kommissarischer Beratungen alsbald ermittelt werden, um welche Bedürfnisse es sich bei den verschiedenen Ressorts handelt und welche Grundsätze für die Gestaltung der Unterstützungsfonds in Zukunft zu beobachten sein würden.
Landesriege entwickelte. Er zeigte wie man selbst mit den einfachen Hebungen Abwechslung in das Turnen bringen kann. Zahl- reiche Vorführungen der sechs Schulklassen und der drei Lehrer- riegcn wurden in Begleitung von Musik ausgeführt, und das Turnen wurde damit außerordentlich belebt. Um 1 Uhr war das Turnen zu Ende, und unter Leitung des Dekans Wagner erfolgte ein Gang durch die Stadt und das herrlich gelegene Brunnental. Hierauf fand in der Turnhalle gemeinsames Mittagessen statt. Am Nachmittag sanden die Verhandlungen palt. Ter Vertreter Badens, ein Hauptlehrer aus Mannheim, über^ mittelte namens der Badener Grüße. Roth - Groß-Gerau emp- iehlt den Besuch des badischen Turnlehrertag 1912 in Freiburg. Zöller- Hausen regt den Anschlutz an die deuische ^urnerschast an Tie Hauptversammlung des Hessischen Lehrerturnvereins für 1913 erhält Bingen. Ter nächste deutsche Turnlehrertag findet 1914 in Breslau statt. Mit einem Rückblick aus die zehn- lährige erfolgreiche Tätigtest des Lehrerturnvereins schloß Schulrat Schmuck die Hauptversammlung.
Kreis Schotten.
n. Schotten, 2V. Sept. Die Hauptversammlung des Vereins ,Lehrerheim Vogelsberg' findet am 4. Oktober auf dem Lehrerheim statt. Auch in dem letzten Geschäftsjahr hat der Verein einen erfreulichen Aufschwung genommen. Tie Zahl der Mitglieder hat sich wiederum um 125 vermehrt, so daß die Nummer der letzten Mitgliedkarte nunmehr auf 2239 lautet. Die frühere Voreingenommenheit gegen den so lange verkannten Vogelsberg scheint demnach doch auch in der Lehrerschaft außerhalb Obechessens allmählich einer besseren Meinung Platz zu machen.
Gericht-jaal.
München, 2-j. Sept. ay Ende des Prozesses Soxhlet-Thüngen.) Tas mit allseitiger Spannung erwartete Urteil in dem vielbesprochenen Be- leidigungsprozeß Soxhlet-Thüngen ist heute mittag gefallt worden. Reichsrat Freiherr von Thüngen wurde freigesprochen, wenn auch anerkannt wurde, daß die Angriffe des Freiherrn gegen Soxhlet unbegründet waren; dem Beklagten wurde aber der Schutz des § 193 zugebilligt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger Geheimrat v. Soxhlet aufgebürdet.
** Die Bürgergesellschast Gießen unternahm am Sonntag einen Sommerausflug nach dem Gleiberg, der sich einer zahlreichen Beteiligung zu erfreuen hatte. Das anfangs unbestimmte Wetter, das wohl einige Aengstliche zu Hause gehalten hatte, war schließlich günstig und man erreichte nach gemeinsamer Wanderung gegen 4i/2 Uhr die Burgruine Gleiberg. Bei Unterhaltung, humoristischen Ansprachen, Gesängen und Tanz verlebte man hier einige frohe Stunden. Einige gut arrangierte photographische Ausnahmen hält die Teilnehmer für das Auge auch für später zusammen.
•* Stadttheater. Die Eröffnungsvorstellung der diesjährigen Spielzeit bedeutet zugleich eine Erinnerungs- feier für den im Juni d. Js. verstorbenen feinsinnigen Dichter Adolf Wilbrandt. Sein „Meister von Palmyra^ ist zweifellos fein bedeutendstes dramatisches Werk und Wilbrandt hörte es gerne, wenn man diesen „Pleister von Palmyra", der einst im Deutschen Theater mit Kainz, im Wiener Burgtheater mit Sonneuthal so oft gegeben wurde, seinen „Faust" nannte. Paul Schlenther schrieb, „man dürfe diese Bezeichnung im 'Abstand, den auch Wil- brandt anerkannte, wohl gelten lassen. Mindestens stehe der Schluß, der Tod des Weltenwanderers, auf einer Höhe, die den Dichter Adolf Wilbrandt im Kreise unserer Besten feft- halte". — Da das gedankenreiche Stück, das übrigens auch dem 2(uge eine Reihe der farbenprächtigsten Bilder bietet, in Gießen noch nie gegeben wurde, darf auf starken Besuch der Eröffnungsvorstellung gerechnet werden.
" Feuerwehr. Voraussichtlich findet in der nächsten Zeit eine Probealarmierung der beiden Feuerwebren statt. Es wird im voraus auf diese Alarmierung hingewiesen, um der Einwohnerschaft bei ertönendem Alarm jede Beunruhigung zu ersparen.
Landkreis Gicszen.
A Grünberg, 25. Aug. Den Höhepunkt der Hauptversammlung des Lehrerturnvereins für . Hessen bildeten die turnerischen Darbietungen der Volksschulklassen aus Grünberg und mehreren umliegenden Orten. Tie Hebungen zeugten davon, wie ein Lehrer bei wöchentlich zweistündigem Turnunterricht doch mustergültiges leisten kann. Ter Vorsitzende, Landesturninspektor Schulrat S ch m u ck-Tarmstadt, begrüßte die Gäste, besonders die Vertreter der Krcisschulkommission Gießen und Alsfeld und die badischen Lehrer aus Mannheim. Kreisschulinspektor Professor Tr. Alles- Gießen sprach im Auftrage der Kreisschultommission Gießen und des Proviuzialdirektors Dr. Usiuger, dem die Turnsache sehr am Herzen liege. Nunmehr begann das Turnen der Schulklassen. Lehrer Krämer führte die Unterklasse der zweiklassigen Schule zu Saasen in Langstabübungen, Fenstersprung und Tauziehen vor und die Kinder machten ihre Sache vorzüglich. Erstaunen erregten auch die Leistungen der Knaben der eintlassigen Schulen zu Bersrod und Lauter. Lehrer Kredel-Laurer zeigte die Entwicklung des Reihenkörpers, Freiübungen, Hebungen am Langseil, Hochsprnng und Spiele. Lehrer Wolf-Bersrod bot in musterhafter Weise Aufmarsch, Freiübungen, Kurz- und Langstabübungen und schließlich Geräteübungen am Barren dar. Nicht minder gut waren die Darbietungen der drei Grünberger Stadlschulklassen. Lehrer Roth führte die 1. und 2. Klasse mit Stabübungen, Lehrer Wenzel die 4. .Klasse mit Freiübungen vor. Von großem Fleiße und von Liebe zur Turnsache zeugten die Marsch- und Geräteübungen der Lehrer des Bezirks Groß-Gerau — Leitung Lehrer Roth und Lehrer Acker — und des Bezirks : Grünberg unter Leitimg des Lehrers Wolf-Bersrod. Ten Schluß bildeten Freiübungen in Verbindung mit Marschübungen, die Schulrat Schmuck-Darmstadt mit einer zusammengetretenen
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Aus Stadt und Land.
Gießen, 26. September 1911.
•• Ordensverleihung. Der Großherzog hat dein Direktor im Kaiserl. Statistischen Amte, Geh. Regierungsrat Gg. Fuhry zu Berlin, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Die städtische Obsternte. Der Erlös von den städtischen Obstbäumen beträgt in diesem Jahre 635 Mt. gegen 1839 Mk. im Vorjahre. Die erzielten Preise waren hoher als 1910, dagegen war die Ernte erheblich Nein er.
** Die Preise für Schlach 1 viehin guter Qualität stellen sich augenblicklich für Gießen der Zentner Schlachtgewicht: Ochsen 84-86 M, Rinder 76-78 Mk., Kühe 38—62 Mk., WurstkiHe 53-55 Mk., Kälber 74—76 Mk., Schweine 64—66 Mk. Das übergroße Angebot in Schlachttieren, das vor Wochen vorhanden war, hat nachgelassen, doch deckt das Angebot den Bedarf nvch vollständig.
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