Ausgabe 
26.9.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 226

(Erlctetm täglich mit V»,»nähme de» Sonnlag».

Dem Vortragenden. b

ueritaiib, anschauliche und

rogiuin

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lg bis zum ö. Tage an.

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Tie#t<8enet FamlUeiiblLtter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» Kretiblart für bei Kreis Gieren" zweimal wöchentlich. Tie ..candwirlschaiHichen Lett» fragt»" erscheinen monatlich zweimal.

==» IID= 3 Donners| ionzert

Politische Lage-schau

Keiae TeneriingSjiUageu.

Dienstag, 26. September 19U

Rot aNrnrb ruck und Vettcrg der Br üblichen Universität» - Buch- tmb Eteindnickerei.

9L Lange, Vielen.

gcnutzt unD »roar iinb dabei die >tnaben weit ich!echter gestellt als bi: Mädchen Tic Nahrungsmenge, die aus o.r Snnt gc- mm len wird, steigt itemlid gleichmäßig bis zum> 2aje au.

Tic öffentliche politische Versammlung, die von der so­zial d e in o k r a ti s ch e n Partei aui gestern abend in daS rkolosseum einbcniieii war, war sehr stark lejudit; auch Angehörige anderer Parteien waren in großer Zahl anwesend. Zu Beginn der Bersammlung wurde mügetcili, daß ein vor dem Versomm- lungalokal verteiltes FlugblattTer Sozialist" nicht von der sozialdemokratischen Partei betrübte, sondern von der kleinen Gruppe der diesigen Anarchisten verteilt worden sei. Hierauf sprach Herr NeichStagvabg. 5 d&i e i b e m « n n - Staffel über die po litische Lage mit besonderer Berücksichtigung der Marokkoirage. Zn I' .stündigem Bortrag legte der von seiner i-uheren b-.e'igen Tätigkeit dem größeren Teil der Versammlung-^' uch r schon b. kannte Redner den Standpunkt der sozialdemokraliichen Partei zur Marofkofrage und der politischen Lage überhaupt dar Wach 'einer Anschauung ist die Haltung Deutschlands in der Marokkoirage eine Folge dos kapitalistischen Systems, besonders der Treibereien der Panzervlatten-Interes enten und anderer kleinerer Intere'ien- gliippen, die bei einem Xncgc Verdienst um*» andere Vorteile s>.r sich erhofften. Bon der Rc.chsregieruna'sei ihnen gfioigt worden, weil sich dec Rnck'skanzler von dem Aufrollen einer nationalen Frage eine günsnge Wahlparole verspreche Tas Volk rooll. da von aber nichts wissen, cbeni'owrnig nie es etwas von den wert­losen deutschen Kolonien erboste, cs verlange billig. Z Brot und Fleisch, Ausyebunz der .'tlafienherrscha't und er­fuhr ung einer imrtitdi konstitutionellen dlegierun; Namentlich dürfe die Entscheidung übee Krieg oder Frieden nicht in den Händen weniger Personen liegen, sondern die Volksvertretung sollte darüber zu cnt'äxiden haben. Eine Einschließung, dir sich gegen die gewissenlose ltriege-retze aus'vrichr und bei den bevor­stehenden Landtags- und Aeichstagswablcn unbedingte Bek^nip'ung bei Reaktion forberi, wurde, nachdem auf die Aufforderung des Boriitzenden hin nur einer den Arm erhob, gegen eine Stimme als angenommen erklärt.

Tie französische Antwort.

Tem BerlinerLokaianz" zufolge stattete ber fran- zösiscke Borichafter c a m b o n am gestrigen Montag in der siebenten Abendstunde bem Staatssekretär o. Äi b e r » len einen Besuch ab, um igm die Antwort der fran­zösischen Regierung auf die letzte deutsche Note zu überreichen.

zu in Teil humorvolle Tcltadnuiigcn einzustreuen, mürbe reicher Beifall zuteil. Rach einer Pause von 1<) Minuten sollte eine freie Aussprache stattfinben. Es meldete sich indessen n i c in n n b z u in W ort. Tann nahm man aus Bonchlag dcS Vorsitzenden folgende Entschließung einstimmig an:

Eine von mehr er in 100 Männer» uno Tamcu bcfudUc Pciiammlung d.: Alldeutschen Verbandes in Wicjyn bedauert d i c s ch w a ii k e n d c HalNing bei deutschen Regie­rung in der Marotloirage und gibt der H o s s n u n g Aus­druck, daß doch noch eine A r t u n d W c i s c gesunden werde, um in den Verhandlungen mit Frankreich die Würde des Deutschen Reiches zu wahren T.e deutsche Siaatsregicrting kann sich versichert halten, baß sie für eine tatkräftige und iolgcrichtlge Politik in Marollo oic überwiegend c M c h r heil des deutschen Volkes hinter > i ch haben würoe." Mit dem Wunsche, baß sich recht viele dem Alloeutlchen Verbände als Mitglieder anschließen möchten, schloß dec Vorsitzende die ruhig und würdig verlaufene Versammlung.

Nedaftian, Expedition und Truckerei: Schul- s'.raße ?. Grpebmon und Verlag: es* LI.

Redaktion: «!MWl 11 Lel.--ldru A nzeigetttzieße^

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85. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte.

Karlsruhe, 25. S«t.

Heute früh 9 llhr 15 Mm. wurde üte 83. Versammlung dcuN'cher Narurwrsu er und Aerzke in i-er Frühattc durch eine Begrünung eingeleiiet, der das c'-OEbergogspaar, Prinz Tiar von Laden, daslaaldmimftcrium, sowie die Seifen der 3;tul- und Müitärbehörden L':;n?o bitten. Ter erite E .chästsmhrer ber neuen Versammlung, «.rcuth.: Tr. kraje: l.arljrufce, öc:;:. .c besonders der Ücoßherzogi.i Luist, die durch den Geh. Mabindtd» rat v. Ehelius herzliche Wünsche zum Verlause der Diesjährigen

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ruht die Meldung des^o:aia.izeizc. s , dul im prcu^ Frnanzminifteruim auf Grund verschredsner Anregungen

eintreiltvd^ llsischc Vifl- iiibell'imE Psiind 1 ' Pia- kktti 36

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unsere gesamte Fndustrre und M iltur, .insbesondere auch für bas Handtoerk und die Arbeiterschaft bedeuten wurde

Ten größten Den aber wurde Marokko für die Land­wirt s ch a s t haben. ES soll nicht verschwiegen werden, daß manche Teile dcS Landes durchaus unfruchtbar sind. Aber sie nehmen einen verschwindend kleinen flachen raum ein, so daß man ruhig behaupten darf: Marokko ist eines ber reichgesegnetsten Länder ber Erbe. Pal­men, die am Jiitidmecr höchsten- 5 bi- 6 Meier hoch Her­ben, erreichen eine Höhe rote tausendjährige eichen. Tie Weinrebe tragt bereit.' im ersten Fahre Ter Weizen bringt tausendfältige Frucht. Mais, Leinöl, Baumwolle, Rar- tosseln und Hafer gedeihen vorzüglich. Tie fremden An- fieoler, meistens ohne besondere Vortiniitnilse der L-.uewni- sck'aft, werden alle zu wonlhabendcn Leuten Taß man bei solcher Fruchtbarl.it des Bodens hier nut Erfolg Viel)- zuck): treibt, ist ilar. nuh-, Ziegen-, Schaf- und Pferde­zucht finden darum überall Eingang. Bekannt ist das ma- rollantsche Leder, Schashäute werden zu Millionen aus­edle Bcrberpserd wird dem englischen Vollblut gleichgeachtet.

Tas .'uima ist im allgemeinen gut. Tie Temperatur wird durch die vom Meere wehenden Sccbrifcii derart ge­mildert, daß sic nicht über 28 vir ab Celsius steigt Selbst an Funitagen hat ber Vonragenbe am Morgen 10 uipib und nachmittags 22 Grad Eeliuto beobachtet Ansteckende Hranfijcücn derrscheit nur in den Stabten unb finb eine Folge mangelhafter gesunbhcitlichcr Einrlchuingen, wodurch der Voden verseucht wirb Auf bem Lanbe kommt die Ma­laria z. B. so gut wie nicht vor.

Für Franlreich mit seiner sich stets gleichenden Gcburis- zisser bedeutet Marokko ein Land der Wiedergeburt. Tie Bewohner gelten nach dem Urteil eines sranzösischen Ma rollosorschers als die härteste uno zäheste Rasse der Erde. Sie lind den Teutschen ähnlich, breitschulterig und groß, im Süden kleiner, auch bntillcr von F^irbc, ro.il mit Sudan negern vermischt. Tie Eroberung dieses Lande- durch Frankreich bedeutet für uns eine große Gefahr, denn cs ist nicht von ber Hand zu ro.iien, baß burch bie etroa 15 Millionen zählende Bevölkerung eine Verschiebung des StärkevcrhältnisseS zugunstcn Frankreichs er­zielt, also bas 2Scltgleichgiwicht erschüttert roird. Glück­licherweise ist -tiocrlen Wachter nicht allein in der Welt. Bundesrat und 'Jicidivtafl haben ebenfalls ihr Won cibzu- geben, unb es steht zu hoffen, baß unserer Regierung bas (\eucr ber Erkenntnis über die Ansichten bes beutschen Volkes burd) bie Avgcorbneten vermittelt wird.

Zweites Blatt 161. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

um bann nur sehr allmähl.w uno nicht r^etmäBiq werter zu : igen. Ein Einfluß des sogenannten Zulchicßkn: oer Milch am die Steigerung Oct ?cahraiig-menge in nicht Otutltd) ersichi- jd>. Äunallenb ist, daß viele rnnde: am 7. oder 8. Tage ihres Lebens eine -weite Gcw:ck,>:sabnLhuie zeigeu. onen Ursache sich Dcrl&tfifl noch nicht bat feft'teilen lassen. Zm allgemeinen brauchen die Mädchen bei gleichem Gewicht nigcr Rahmng zum Ge­deihen als die knaben Sic ze'.i-n also eine beere An-Nutzung bet '.la^rungemenge. Eine Furcht vor Der zunehmenden Stillunfähigkeit Der Frauen in unbegrünoet; vicc angebliche Entocckung ist em Hirngripmu. Der Vorrtaaenoe ichloß mit Der AunorDeruna, die .Verhältnisse an Reugeborcner'., Die noch viel Unaufgeklärtes zeigen, genauer zu stuoicren

maroHopcr|ammlungcit in Sieben.

Gießen, 26. Sept.

Die Lrtsgcuppe Gießen dcS alldeutschen Per- -ands veranstaltete gestern abend in Stein. Garten eine außerordentlich stark besuchte o semliche Versammlung, in der Dr. Ä. DiNh-München über Marotto, eine dentsck'e Macht- unb Ehrenfrage, sprach. ES mochten an der Vei fammlung etroa 500 Penonen tcilgenoinmcn haben, ein BeroeiS, rote groß bas Zuteresse an dieser Frage im deut­schen Volke ist. Eiiikeileno wie.' der Lorsipenbe, Freiherr von Liebig, zahlenmäßig nach, in welcher riesigen, fast unglaublichen Weise m ben keyteii Fairrzehn.eii der itolomalbcfiy mancher Länbcr rote England, Frantreick', Belgien, Norbanicrika, Zapan, Cefterreid) sich erroriteri hat. Niemanb hat etwas darin gesunden. Wenn aber das deutsche Reich mit seinen 65 Millionen Bc.vvhnetn und seinem jährlichen Zuwachs von ungefähr einer Million Miene macht, neues Land zu erwerben, )iai .lbsapgebiele zu schaffen, dann weiß man sich vor tenlrüfrung nicht zu fassen. Daß überhaupt ein jvlchcr Ton, wie er seitens Englands und Frankreichs gelegentlich der Marokloangc legetthctt gegen Teutschkand angeschlagen wurde, möglich war, schreibt der Redner nicht allein der in äußeren An­gelegenheiten schwächlichen Haltung der deutschen Re- ateruug zu. Er findet den Grund noch viel mciyr in dem Verhalten des Volles selbst, da.> von einer gewissen un deutschen Presse beeinflußt deutsches Fühlen und Lenken teilweise emgebüfu habe unb bemgemäß in sriimpscr Re slgnarion bal)inlcbc. Man brauche nur das Berliner Tage blatt, bie Frankfurter Zeitung ober ben Artikel von Tel- brück-Tanicl.' in ben Preußischen Zahrvüchern ober enb- ltd) bie amtüd)e ober halbamllide Presse zu lesen, um zu begreifen, wie nichtig ber Ausländer das Deutschtum cinschapen müsse. Ein «ongofepen und ein Hausierschcin un französischen Mar okto konnten uns nichts nußen, wir braud)lcn frnd)tbares Land mit gesundem Minna für unsere Bauern unb Bürger, in baS wir nicht erst Millionen zins­los hinein stecken müssen.

Zn sdiivungvollcr Rede schilbcrle sobann Tr. A. W i r t h- Münchcn Laub unb Leute Marokkos und die jegige unb zukünsrige Bebcutung biesrs Laubes, bas tr aus eigener Anschauung kennt. Er führte aus: Tie Zeit bcs Schweigen- ist vorüber, bie Zeit ber Anklage i ft gekommen : Unsere Regierung hat allem Anscheine nach zuviel nachgegeden. ES gilt die Ehre unb bie Welt­stellung bcs deutschen Reichs unb bi esc dreht sich nicht um Marokko allein. Wie hier, so aud) anderwärts Durch den Vertrag mit Rußlniid Hai man Nordpcrsien den Russen ausgeliesen Tie Zerbröckelung der Tirrtei be­ginnt, unb imsere Freunbsdmft für ben Zslam wird auf eine harte Probe gestellt. Beim Schachspiel opsert man eine Figur, um eine bessere, wertvollere einzutauschen. Air opfern ständig Springer, erhalten aber keine Köni­ginnen ober Türme bafür. Das atisroarlige Amt hat taufenb Gründe, um etwas n i d) t zu tun. und ist ängstlich bemüht, beim Ausland ja nicht anzustotzcn TaS machen die Diplomaten anderer Länder nicht jo, sic kennen die Volksseele besser. Wir erleben heute ein ähn­liche- Schauspiel wie in den 60er Zähren vorigen Jahr hundert-, nur liegt der Fall gerade nmgckehr! Damals stand einer starken Regierung ein zauderndes Volk gegen­über, heute steht einer schwachen Regierung ein starkes Volk entgegen. Der Kongo mit seiner Malaria und Schlaskrankhcit ist kein Land für und, bödi stenS für gewisse ^iploinaten. Richt bloß unsere alten Gegner sind unsere F-eindc, cs droht uns Gcsalir aiidi von unseren Freunden, von Oesterreich-Ungarn Wir Detttschen drehen uns um Berlin und Wien Wer bürgt bafür, baß bie Vormachtstellung m nicht allzuferner Zeit auf bie Habsburger übergeht?

Was Marolio aubttrijst, so ist zunächst die weit- strategische Bedeutung dieses Landes ms Auge zu fassen. Wie Spanien und Frankreich, sowie Rordamerita an der Rord- unb Westküste Afrikas Stützpunkte besitzen, so muß auch unser Bestreben auf ben Erwerb guter Häfen gerichtet fein. Zurzeit sind Die Hafen Marokkos fast ohne Ausnak-me minderwertig, aud) Mogador und Agadir machen feine Aus nähme, so daß man mitunter an hundert Tagen im Fahr dort nid)t arbeiten kann. Tod) würbe sich das zur Herste!- hing der Hafettaulagen notwendige unb hineingesiedteGeld gut verzinsen, wenn man bebenh, welchei'. Aiiischwung dcr Handel nehmen wird. Augenblicklich sind wir Tcutsd 14 Millionen Mark beteiligt. Tas ist eine verhältnismäßig geringe Zahl. Man muß babei aber bedenken, daß bei einem neu erschlossenen ober zu erschließende Lande nicht die Gegenroartswcrte, sondern stets die Zukunstswerte ein zusetzen sind ES unterliegt nun keinem Zweiscl, daß der deutjche Handel tu Marokko in absehbarer Zeit sich nm Da. Zehn-, ja noch Mehrfache heben wird. Da die Mitte unb ber £|"tcn heute nod) so gut wie nicht in handelspolitischer Beziehung erschlossen smd. Zn Easablan^a Der Deutsche Handel maßgebend, im Atlas und im S v haben Die Deutsd)en Das Monopol. Besonders stark i't die fuhr deutschen Zuckers nach Marokko, Da der Ma- rotfaner seinen in großen Massen genießenden Tee sehr stark mit Zucker versetzt.

Marokko wirb besonders wertvoll Durch seinen M ctatl- reichturn. Bekanntlich gehört DeutsdstanD jjii Den Län­dern, die sich feiner großen Eisenerzlager erfreu.n Man hat ausgerechnet, Daß Die phosphorarmen, nianga. . alt-.g. n Erze in etroa 30 Jahren in Tcut'chland alle werden. Run haben vorauSblickende Fabrikanten wohl Erzlager in anderen Ländern, z. B. in Saxveben, erworben, aber wer bürgt dafür, daß man bie Ausfuhr nicht mit turmhohen Zöllen belegt, wie dies schwedische Zeitungen beim Abschluß Des letzten Handelsvertrags tatsächlich angehinDigi haben Taß französische Versicherungen reinen Glauben verdienen, b legte der Vortragende Durch Anführung eines F-ailes. roo französische Grubenbesitzer vyne jeden Grund Die Der Firma Krupp Essen gemachten Versprediungen jurudjogen, als thih in ber sranzöfischeii Kammer iid) gegen e.nc solcheunpatrie tische" Handlungsweise ausspraci' . -is Dem G.sagten g.!'' hervor, welchen unschätzbaren Gewinn Die Erwerbung cr.-.c.- Landcs wie Marokko mit seinen reichen Eisenerzlagern für

"aiungzum AuSd.uck bringen ließ Ter Villkvmmcnlgrvn 1* re­fft for Tr ftiascrs ick'lfß nut einem brrvad-cn Hock» diu Üeifer unb Großderzoa. m doS die Veriammluiig bcflcuicrt «nftimmtf.

An den Kaiser wurde an HuldigurigStelegramm ga'andt. Hieraus ergriff der Groß der zog das Worr zu fol­gender Ansprache:

..Meine Herren! Ter freundliche Willkommen, der un# eben knigeaengedrachi worden ist, dar un» berjlidx »viniDf bereitet. Cs mir ein ledhaiieS Anliegen, Eie alle Lur ui meiner Residenzstadt und in nutnem Lande ircinbidwulut'H will­kommen zu beihen Meine Wun'che füt_ Ste taue ich twlnn zniammen, daß ein besonders guniugcr Stern Aber der du s- lähriqai Veriammluna leuchten möge, nie im Fabre lh.58, tiiD daß Sie alle bacidja: und be-rirDiat von hier icheiden und ein trcuiidiiches ünocnlen an Nattern he mu ne um en mögen Tas ift man derzlichei Wunsch!"

Weitere Ansprachen hieltet» todonn Shiatiimmtier o T u s u>, namens der badiickr.n Regierung, Lberbürgermcister Steg r in. namens der Slabtnerroahunq, der Rektor der b>fligen If.biuidh n Hochschule, Professor Tr. V e n e 11 , und Prorekioi Profesio» Tr von Tuhn, von Der Heidelberger Universität, nu »Ltc Hochschulen Rachdem noch der etile Vorsitzende der vkidi- ichait, Protcstor Tr. v Fien - Würzburg, namens der G-iell- tck,>iN allen Anivrienden und Rednern gedankt und der im l'au<c des letzten Verichisial-res verstorbenen Muglieder ehrend nfbadn batte, hielt E. Fraas- Sluttgari einen Vortrng über die F-uncv riesiger Saurier qu» ben MTriDcablaoeruiigcn des Berges lenM- gmi in Teutfch-Lttafrika, deren Funde er IW7 l»cfud)i<-. Als zweiter Redner ipro(t> Professor Engler über Fersallprazen > in der Natur

Trr Deutsche Naturforscher- und Aerztetag setzte deute nach mittag seine Beratnngen nut einer großen Anzahl von Abteilung«' sitznngen fort, in denen auch verschiedene. Die brettere Üeßcnilichtai inicretnerende Vorträge gehalten umrden So erörterte in der Abteilung für gerichtliche Mebinn !r. L epp mann Berlin) die ärztliche Sachversiändigentatigkeii nach der Reichs- vertichcrungsoiDnmig.

Tie gkrichtliche Dltbipn unb bie Fkuerbcstatlung

Weiler ipratben Profttfor Schulz Halle) und Professor Auicnrieid Freiburg i Br über dieStellung ber gr richllichen Medizin zur Frage ber Feuerbestattung". Tic beiden Herren legten folgende Leitsätze vor:

Vom Staiibpuiift der gcrick ilichai Medizin aud ist die Feuer- bestaitung bedenfcniret, wenn

1. jedesmal du ich einen aus dem Gebiete ber gewaltsamen TodcSarteii, uamcnihd) ber Vergiftungen, besondeis er­fahrenen Arzt eine Leichenschau oorgenommen wird: in der uber- ivifgcnbrn Zahl der Falle wird cs uch uut einen im natürlichen Verlaus Der Tmgc emgetrettnen Todesfall handeln

2. Turch an Saianunenroirfeii des die Leichenschau vor« nehmenden Arztes, ha.« den Verstorbenen zuletzt behandelnden Arztes, wenn ein solcher vorlianDen «ft, und der OttSvoUzei bchörden die äußeren Ihmtanbe des Tooes'aiiev Der einjuaichern- den Person nach jeder Richlung bin flargeficllt iinb. Erscheinen diese Ikmslandc völlig bcdenkenfrci, gibt auch bie Besichtigung der Leiche feinen einen Argwohn erweckenden Befund, bann tu eine genügenbc Sicherheit dagegen gegeben, baß nicht eine Euu äscherung in einem Falle ftattfinbet, in bem ber Tod DuiJi ein Verbrechen hcrbciaciumt wurde. Treten aber Beaenken, oder auch nur leise Zweifel auf, so tritt bie Leichenöffnung cvciul. die chemische Analme ein

3 Bei Anzeichen von einem Selb» in ort» oder einer V ei- UNgl ückung regelmäßig nicht nur eine Leichenöffnung, wildern auch eine chemische llntetiudmng stattsindei tiefe Forderuna er - gibt nch als unabweisbare riomcqucnz au» ernt Leben gegru euer gelegter Fälle, ivenn >ich hinter den Anzeichen eine.' Selbstmorde- rder einer Vorunglückimg ein Vcrbreckien, besonders ein Gui- inord verbirgt. Zn dieser Form steht Die Feuerbestattung der Erdbaialtiiug au Reckussicherheu Mordes stehl sie zum nuiiDeiten ber Erdbcstaliung ulud), un Fall eines Selbstmordes oder einer Vciungliickung ist )ie ihr ui den meisten Fällen üoerlegcn. Sie stellt Die ToDc-^ursache ein wandsfret flat uuo beugt dadurch fpaicrcn Mutmawingen und Verdächtigungen vor Bei der Erdbeitattung lit unter llmfiänbeit durch Die vorgeschrittene Fäulnis Die Rehabüitaiwn eines zu Unrecht Beschuldtgten nicht mehr möglich. Tie Lctchenössnuitg ist von dem amtierenden Arzte unl.t Beobachtung Der Vor- schriMn für die gerichtlichen Lechenöfsnungen oortunehmen Stößt er auf Befunde, Die ein Verbrechen vermuten lassen, so ist sie zu unterbrechen unb der Siaai-3anioaliidxm Anteile zu erstatten. Die über Die Vornahme einer gerichtlichen ^cltion entscheide:

Vlnktnung an das Institut der saniiai-7iwlizeilicheii Obbullurn in Ccfterreich An der Aus-ptache bctnligiai 'ich Prager

Graz. Unger £onn , Puppe .'tonigsberg, Richter .'.'lüncheii uno Geheimer Mediunaltat Greifs »iarlSruhc.

3n Der Abteilung für llinDcrheilkuiide behandelte au erster Salle der Tuektor der afaoemuchen jtauenluntL trosessor Dr. Ooitz .Tüfsttdorf> diePhniurlogie Der Milch)ekretion unb ber

Ernährung bet Neugeborenen

in ben ersien Lebensiogcu " Ter Redner berichtete über Unter­suchungen an 819 neugeboteneu Kindern, bei Denen in Der Flauen- fimd regelmäßig von Anfang an gute Nahrungsaufnabme nacn Ze t und Gew unk iwtieri wurde Es hat uch heraus-gcficUt, Daß gc,richt erreichen. Ueberrafchenderweiie bat sich ferner herauc- gestellt, daß seht p i o ß c Unter schiede zwischen m a n n- 11cheit und weiblichen Neugeborenen bestehen. Tas weibliche Geschlecht ist »rcnigrr oiSpomen zur (Mbfiid)t Ferner wirkt aur die xnahep Munübilie bei oec Geburt Harter br- CTürnrigcnD als bei Mädchen auf die Entstehung Der Gelbsucht. Ti- C>ribfudu stellt eine lcichi- (Mranfung dar und ist ro^hr- scheinlich alS katarrhati'cher Zeterus zu deuten, bcDingt durch die verhältnismäßig rridiluhe Nabrnngsiu'uhr in ben cnien Lebens- :ogcu. Von icterifchen Minbern wird bie Nahrung schlechter au