Zeise über die Rede des Ministers Lloyd George Ausgesprochen habe. Ter Berichterstatter fügt hinzu, er •önne keine weiteren Einzelheiten darüber erfahren, aber alles vas er höre, gebe den Eindruck, da,; man in der Wilhelmstratze 'ehr aufgebracht sei, und das; die Lage plötzlich!ritisch geworden sei. Anffälligerweise sucht auch dieses Blatt, welches dem linken Flügel der liberalen Koalition angehört, heute in einem Leitartikel Vie „Warnung cm Deutschland" zu wiedertwlcn, die nunmehr die gesamte englische Presse aus der Rede des Kanzlers herauslesen will. Tas Blatt behauptet, daß die Aeußerungen Lloyd Georges von dem ganzen Kabinett ausdrücklich gutgeheißen worden sei, sie bezögen sich eben aus die neue Lage, von welcher der Premierminister seinerzeit gesprochen habe.
Wenn auch dic Berliner maßgebenden Kreise noch nichts haben verlauten lassen, so tonnen die Engländer aus vielen deutschen Presse-Aeußerungen doch entnehmen, wie das deutsche Volk denkt. Die „Munch. Neuest. Nachr." stellten einem Aufsatze die Worte Bismarcks voran: „Ich gebe zu bedenken, daß der Appell an die Furcht im deutschen.Herzen kein Echo findet." Man braucht gar nicht zur sogenanttten „nationalen" Presse zu greifen, um die allmählich erwachende Erbitterung gegen die englische Anmaßung und Taktlosigkeit wahrzunehmen. Schrieb doch gestern wieder die „Franks. Ztg.":
„Man sollte sich doch auch in London sagen, daß es nicht angeht, eine große Nation, die an Volkszahl der britischen gleichsteht, wenn nicht überlegen ist, und die jährlich um fast eine Million wächst, von allen Plätzen abzudrängen, nach denen hin sie für später Möglichkeiten der nationalen Ausbreitung sucht. Eine solche Politik wäre auf die Dauer geradezu eine Gefahr für den Weltfrieden und müßte fast mit naturgesetzlicher Notwendigkeit dazu führen, daß die auf ein enges Gebiet zusammengedrängte^ an ihrer friedlichen Ausbreitung gehinderte Nation eines Tages gewaltsam die Fesseln sprengte, die man ihr anzulegen versuchte.
Einen wesentlichen Unterschied der grundsätzlichen Auffassung zwischen dem gestern hier wiedergegebenen alldeutschen Standpunkt und diesen Ansichten des demokratischen Blattes wird niemand entdecken können. Es ist erfreulich, daß das große, einflußreiche Frankfurter Blatt in Tagen, wo die deutsche Regierung wahrlich einen Rückhalt am Volke braucht, nicht versagt.
Vor Agadir.
Tanger, 25. Juli. In Agadir werden die Beziehungen zwischen den deutschen Kriegsschiffen und dem Fest- lande immer herzlicher. Weit aus dem Innern kommen die Gouverneure, um die deutschen Kriegsschiffe zu besichtigen, wo sie liebenswürdig ausgenommen werden, worüber sie sich sehr freuen. Sie betonen stets, daß ihnen die Deutschen willkommen seien. Täglich gehen übrigens von Mogador aus .Europäer, meist Zeitungsberichterstatter, nach Agadir ab.
Aus Reifen.
Die kommende Reichstags wähl in Friedberg. .Aus Friedberg wird uns berichtet: In der am Sonnatg im Saale der Drei Schwerter veranstalteten nationalliberalen Vertrauensmann er Versammlung war man sich darüber einig, bei der Reichslagswahl für den Kandidaten Amtsrichter Strack von Gießen wirken zu wollen. Amtsrichter Strack betrat gegen Ende der Versammlung den Saal.
Deutsches Aeich.
Aus Balestrand wird gemeldet: Der Kaiser unternahm am Sonntag abend und Montag vormittag längere Spaziergänge an Land. Das Wetter hat sich aufgeklärt. Dienstag mittag soll die „Hohenzollern" die Heimreise zunächst his Bergen antreten.
Die württembergische Erste Kammer nahm nach mehrtägiger Beratung die gesamte Besoldungsvorlage in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der Zweiten Kammer einWmmig an.
Zur Begrüßung der französischen Gewerkschaftsvertreter veranstaltete die Berliner Generalkommission am Montag abend eine große Zusammenkunft int Gewerlschastshause. Es sprachen Reichstagsabgeordneter Legten, der Franzose Jvetot von der französischen Generalkommission und Vietor von den französischen Steinmaurern über die Solidarität der Völker.
Airche und Schule.
Eine Kundgebung in der Kirche. Aus Berlin wird berichtet: ES bestätigt sich, daß die Mannschaften des Königin-Elisabeth-Garde-Regiments, die am Sonntag dem Gottesdienst in der Luisenttrche in 'Charlotten- burg beiwohnten, diese verließen, als der liberale Pastor K r a a tz über den F a l l I at h o zu sprechen begann. Dem Vernehmen nasch befindet sich die Angelegenheit in Händen der höheren Militärbehörden.
Hessischer H aupt'v c r e i n d es Evangelischen Bundes. In vergangener Woch' wurden tn Laub ach die Vorbereitungen für die Hessische Landesversammlung des Evangelischen Bundes im Jahre 1911 in Angriff genommen. Der Vorsitzende des Hessischen Hauptvererns, Pfarrer 1) Waitz von Darmstadt, weilte einige Stunden in Laub ach und besprach sich mit dem Vorstand des Butzbacher Zweigvereins und mehreren anderen Bundesfreunden. Das diesjährige Hauptfest soll in Butzbach am 10. und 11. September stattenden. Es soll eröffnet werden durch Festgottesdienste in Butzbach und den Nachbargemeinden. Für den Mittag und Abend des ersten Tages find evangelische Volksversammlungen, für den Morgen des zweiten Tages ist die geschlossene Mitglieder- und Abgeordneten-Versammlung vorgesehen. Mit der Bildung der notwendigen Ausschüsse wird alsbald begonnen werden.
Ans Sraöt imö Land.
Gießen, 25. Juli 1911.
” Tageskalender. Stadttheater: »D i e keusche Susann e". Abends 8 Uhr. *
” Veränderungen in der 25. Division. Schweiger, Lt. im Jnf.-Neg. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, auf sein Gesuch aus dem aktiven Heere auS- g es chic den, zugleich bei den Nes.-Offizieren des Regiments angestellt.
** Der Evangelische Kirchengesangverein für Hessen veranstaltet am 25. August in Darmstadt eine von dem Kirchengesangfest getrennte Hauptversammlung.
** Großh. Hessisches Regierungsblatt Nr. 17, ausgegeben den 24. Juli 1911, hat folgenden Inhalt: Verordnung, die Verfassung der Landesuniver- sitätGießen betreffend.
** Der oberhessische Geschichtsverein unternahm am Sonntag einen Ausflug nach der Bischofsstadt Limburg. Die Teilnehmerzahl betrug 66, unter ihnen zahlreiche Damen. Nach Ankunst in Limburg begab man sich unter Führuna des Vorsitzenden Geheimrat B e h a g h e l nach der Stadtkirche, wo Dr. Rauch die kunstwissenschaftlichen Erläuterungen gab. In der Sakristei der Kirche wird der berühmte Limburger Domschatz aufbewahrt, der eingehend besichtigt wurde. Der Domkapitular Geistliche Rat Dr. Höhl er gab die erforderlichen Erklärungen. Ein Pruntstück byzantinischer Kunst ist das Religuiarium, welches nach der daran befindlichen Inschrift aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts stammt und auf Befehl des Kaisers Konstantin als Behälter eines echten Stückes Kreuzesholzes angefertigt wurde. Die Hülle zu der Theke ist von Gold mit Edelsteinen, Perlen und dem kostbarsten Emaille aufs reichste geschmückt. Dieses wertvollste Stück des Domschatzes, welches nur noch in Italien ein gleichwertiges Gegenstück besitzt, kam durch die Kreuzzüge nach Trier, wo es dem kurtrierischen Metropolitanschatz einverleibt wurde. Um es im 18. Jahrhundert nicht in die Hände der vordringenden Franzosen fallen zu lauen, ivuroe der schätz nach dem rechtsrheinischen Gebiet von Kurtrier gebracht, wo er 1822 durch den HerzogWil- helm von Nassau dem Domschatz in Limburg überwiesen wurde. Interessant ist noch der Stab des heiligen Petrus und eine dazu gefertigte, mit Gold überzogene Kapsel aus dem 12. Jahrhundert. Nack Besichtigung des Domschatzes wurde int Schützengarten gemeinsam Kaffee getrunken und darauf in zwei Motorbooten lahnaufwärts nach Dietkirchen gefahren, das in 20 Minuten erreicht war. Vom Gipfel des schroffen, hochaufragenden Felsens grüßte die Ankömmlinge die Kirche, wohl das älteste Gotteshaus des Lahntales. An der Schwelle der dem heiligen Lubentius geweihten Kirche begrüßte der Pfarrer die Gäste und erzählte die Geschichte seiner Kirche in der liebenswürdigsten Art und Weise. Von dem die Kirche umgebenden Friedhof hat man einen prächtigen Blick aus die Lahn und aus das Schloß Dehrn. Nach Limburg im Motorboot zurückgekehrt, wurde der Dom, der im Uebergangsstil erbaut ist, unter Führung Dr. Rauchs eingehend besichtigt und zum Schluß dem im Schloß untergebrachten Diözesan- Museum ein Besuch gemacht, in dem Gegenstände der kirchlichen Kunst au$ der Vergangenheit zu interessanten Vergleichen anregen. Nach einem gemeinsamen Abendessen in der alten Post brachte der Schnellzug 10.23 Uhr die Teilnehmer des schön verlaufenen Ausflugs wieder nach Gießen.
"Die freie Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogtum Hessen hielt ihre 19. Jahresversammlung am Sonntag in Bingen ab. Der Tagung ging eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses voraus, nach dessen Bericht sich die Vereinigung ganz außerordentlich entwickelt hat, sie verfügt gegenwärtig über 110 000 Mitglieder (Gießen 5815, Bad-Nauheim 2277, Friedberg 1676) im ganzen Großherzogtum. Die nächste Jahresversammlung findet in Bad-Nauheim statt. Als Sitz des gefchäftsführenden Ausschusses wurde Offenbach gewählt.
** Volkslieder tag des Mitteldeutschen Sängerverbandes. Zu dem Volksliedertag, den der
der Militärkapellen erlassen. Er muß die Länge von 50 Zentimetern haben, ist aus dunklem Holz zu verfertigen: er muß ferner eine Helle Spitze — etwa von Elfenbein oder Silber —, von .4 Zentimeter Länge haben. Also ein Takt stock von 45 Zentimeter Länge und einer Hellen Spitze von 10 Zentimeter ist gegen die Vorschrift und ist außer Gebrauch zu setzen. Warum erwähnen wir das überhaupt? Es ist ein Stück Vo'lkserziehung, in allem Notwendigen Einheit zu schassen und bei allem Nebensächlichen Freiheit zu lassen. Es ist sehr gefährlich, ein Volk, auch das bewaffnete, daran zu gewöhnen, als ob alles, auch schlechthin alles von oben her geordnet werden müßte. Tas ist schon so oft ausgesprochen worden, daß es fast überflüssig erscheint. Es wird dadurch eine Unselbständigkeit erzeugt, die entsittlichend wirkt. Denn indem ich als Soldat oder Beamter überall erst das Reglement von oben abwarte, bringe ich meine Tage in Untätig teil zu. In Untätigkeit des Nachdenkens und des Handelns. Ich ge- wöhne mich daran, alle Verantwortung stets auf die obere Instanz zu schieben und mich selbst lediglich schieden zu lassen. Und gerade weit die Neigung dazu in unserem deutschen Volk liegt, darum sollten mir überall, wo es möglich ist, zu Selbsttätigkeit und Freiheit geleitet werden. Der überall gleich bemessene Takt stock wird das deutsche Volk gewiß nicht verderben. Aber er ist ein Kennzeichen von der Art, wie so oft reglementiert wird, daß man es beim Heere noch immerhin verstehen kann, wo das Worb „Uniform" etwas weiter greift, als im gewöhnlichen Leben — die Art springt aber gar zu leicht über auf die anderen Ledens- ßebiete. Darin liegt die Gefahr. Wir wollen ihr zu begegnen suchen. Wo der ähnliche Verbuch geuiacht wird, und mit dem überall gleichen Taktstocke und womöglich im gleichen Zwei-Viertel- Dakte zu dirigieren, wollen wir uns, wie die „N. B. Schulztg." schreckt, wehren, sei es in lustiger Abwehr, oder, wenn es notig ist, mit ehrlichem Zorne.
ff. Warum des Kaisers Panzerschiff nicht gebaut wurde. Der „Gaulois" veröffentlicht eine hübsche Anek- bote, die der Kaiser selbst dem französischen Botschafter Eambon erzählt haben soll. Der Kaiser hatte einmal ein verständiges Panzer,chm ,eckst entworfen und lerne Pläne einem Werftdireltor zur Prüfung übergeben Nach einem halben Jahr war der Kauer iioch ohne Amwort, und die Kaiserin, die den Bauplänen chres Gemahls etwas skeptisch gegenüber stand, brachte eines Abends, als der Werfckirekckr beim Kaiser war, das Gespräch daraus. „9hin, wie ist das Panzerschiff?" fragte sie. „Einzig, großartig, ' mar bic Antwort, und nun mischte sich der Kaiser M Gespräch: „Sehen Sie, das wußte ich . . . wann wird es auf .Stapel gelegt? Ter Werltdirektor zögerte mit der Amwort Unh jo fragte der Kaiser: Ist irgend etwas nicht in Ordnmis
vielleicht die Geschütze?" ,,O nein, die Geschütze sind vortrefflich!" „Die Panzerung?" „Es gibt keinen heileren Schutz gegen Geschosse!" „Die Geschwindigkeit? Die Maschinen??" ■— „Es kann auf der ganzen Welt kein schnelleres Fahrzeug geben!" „Nun worauf warten Sie denn?" Nun mußte der Werfckirekckr mit der Wahrheit heraus: „Weil das Panzerschiff Eurer Majestät überhaupt nicht schwimmen würde!"
— Die Druckfehl er! Ter Zeitungsleser, der fein Leibblatt zur Hand nimmt und vielleicht schon auf den ersten Blick einen schlimmen Druckfehler entdeckt, ist meist des Glaubens, daß diese neckischen Teufel, die den Sinn des Gedruckten so gern in Unsinn verwandeln, erst mit der Beschleunigung des Druckverfahrens zur Macht gekommen seien. Taß diese Kobolde aber schon früher bekannt und gehaßt waren, beweist wieder einmal ein köstlicher Brief des Dichters Gottfried August Bürger aus dem Jahre 1778, den die Zeitschrift „Ter Brief" (Herausgeber A. Halbert in München) jetzt zum ersten Male veröffenllicht. Tiefes allen Feinden des Druckfehler-Satans aus der Seele geschriebene Dokument, das an Bürgers Verleger Dietrich m Leipzig gerichtet ist, lautet: „Wehe! Wehe! Wehe! Ach und Wehe! Endlich, endlich, lieber Dietrich, reißt mir über den Druckfehlern die Geduld aus. So wahr ich lebe! Ohrfeigen könnte ich Herrn Korreetor geben und ihn ein Rindvieh ins Angesicht hinein schelten, und wenn er auch ein Professor oder gar Prorector wäre, ja wenn Ihr, da Gott für sey, menn Ihr, den ich doch sonst so lieb habe, selbst der Korreeckr wärdt. Großer Gott! luo hast Tu noch auf Deinem weiten Erdboden ein solches Rindvieh, ein solches ausgemachtes Rindvieh, ein solches Generalfeld Rindvieh, als dieser Korreeckr ist? — Man läßt ja wohl Druckfehler stehn. Tem Allerbesten begegnet das! Ich habe hierüber, seit dem ich selbst über die leichte Möglichkeit Erfahrung gemacht, um ein gut Theil billiger denken gelernt. Aber welcher Korreeckr, der nicht ein solches Rindvieh ist, läßt wohl einen solchen Truck- fehler, wie p. 74 stehen? Tas Waßer rint immer bergan. O du Ochse aller Ochsen! Rint denn das Waßer immer bergan? Nimmer! Nimmer! Nimmer rint es bergan, gesetzt ich hätte mich auch ^welches doch sicher nicht geschehen ist) ein Mal verschrieben, io mußtest Du doch so viel Augen und Verstand im Kopse haben, daß es Wimmer heißen müßte. — Kurz und gut! Ich mus ein für alle mal ein Exempl. ftatuiren, und Euch und Euren Leuten vier Denkzettel wegen der vermaledeiten Druckfehler anhängen Wofern dieser Bogen nicht in Makulatur geworfen und umgedruckt wird, so gebe ich nicht eine Zeile^Mspt. mehr her. Ihr mögt auch anfangen, was Ihr wollet. Signatum Vollmarshauien, den 22ten August 17/8 noch spät Abends 11 Uhr in meinem gerechten Grimme.. G. A. Bürger."
Mittcldcuri Säugcrveroand am nächsten Sonntag auf der Liebigs höhe veranstaltet, haben sich bereits über 600 Sänger gemeldet. Zum Vortrag ^mmen mr ersten Teil des Programms nur Volkslieder, im jlptittm
Teil einige Vereine auch Kuns^ore zu Gehörbringen. Die Veranstaltung, mit der auch Gartenkor^ert bunden ist, beginnt um 4 Uhr und b
Publikum zugänglich. Den Vorverkauf der Karten hat die Musikalienhandlung von E. Challier übernommen. (Näheres dieser Tage im Anzeigenteil des Gieß,
** Das Schützenfest fand heute feinen ^AAluß. Der Besuch des Festes war ein recht guter, und es seiacksichdaß die Schützenfeste sich immer noch einer großen ^Etümhdjleit erfreuen: über 2000 Personen wohnten dem Feste bei. Aus dem Juxplatz und den beiden Tanzböden herrschte! regerVerkehr. In der bayerischen Bierhalle ging es ganz be> anders lebhaft zu. Für das Schießen standen äußerst wertvolle und öAAreiche Ehrenpreise zur Verfügung, Schutzenmeister ^uguft Ädbtnger, nahm die Preisverteilung vor. Sie hatte folgendes Ergebnis. Standfest s ch e i b e: 1 Preis mit 38 Ringen Hch. Schmidt-Gießen, 2. mit 37 Ringen Pascoe-Dutenhofen 3. Eug. Kilbinger-Gießen, mit 37 R., 4. Architekt PH Nikolaus-Giehen mi 37 R., 5. Appel-Gießen mit 36 R., 6. Hch, Noll-Gießen mit 33 R., 7 Elipi-t^-Wevlar mit 30 R., 8. Stotz-Laubach mit 30 R., 9. PH. Müller-Gießen mit 29 R., 10.
18 R., Aug. Dickore-Gießen 17, R. 2au f en b e 5 W ild. 1. Pr. Paseoe-Dutenhofen mit 29 Ringen, A. Architekt Akt N^laus- Gießen mit 29 R., 3. Hch. Schmidt-Gießen mit 28 R., 4 Hch. Noll-Gießen mit 27 R., 5. Georg Appel-Gießen mit 26 R,, 6. Aug. Kilbinger-Gießen mit 24 9t., 7. Mandler-Wetzlar mit 21 R 8 K Ph. Müller-Gießen mit 21 R. Schutzenmeister Aug. Kilbinger schloß die Preisverteilung mit einem Hoch auf das deutsche Schützenwesen. s
** Vortrag des Gr ade-Flieg ers Kahn t- Leipzig. Die Schauslüge, welche durch die überaus dankenswerte Vermittelung des Gießener Sportvereins 1900 in den letzten Tagen auf dem Trieb ftattsanden und besonders am Sonntag eine große Menge, freilich größtenteils nichtzahlender Menschen, angelockt hatten, wurden gestern abend in schöner Weise beendet durch einen Flug, welcher sich an einen Vortrag Herrn Kahnts anschloß. Das an unserer Universität bestehende physikalische Kollegium hatte Herrn Kahnt gebeten, mir einer Demonstration seines Flugapparates einen fachwifsenschaftlicksen Vortrag über Flugmaschinen und Flugtechnik zu verbinden, und Herr Kahnt unterzog sich dieser Aufgabe gestern abend in liebenswürdigster Weife. Zugegen waren die Professoren und Dozenten der Physik und verwandteii Fächer, eine große Zahl von Studierenden der Mathematik und Naturwissenschaften, sowie eine Menge nicht der Universität angehörenden Personen. In I1/2 stündigem Vortrag beschrieb Herr Kahnt, ausgehend von einer Klassifikation der Fliegapparate überhaupt, die Konstruktion der Apparate „schwerer als Luft", besonders den von ihm geflogenen Grade-Apparat, am Apparat selbst und unter Zuhilfenahme von Zeichnungen; dabei machte er interessante Mitteilungen über die Technik des Fliegens und über seine eigenen Erfahrungen. Nach Beendigung seines sehr beifällig ausgenommenen Vortrages führte Herr Kahnt seinen Zuhörern einen Flug vor, der über Rödgen, Trohe, das Wiesecktal und um den Philo- fophenwald ging.
"Zwangsweise Versteigerung. Bei der Zwangsversteigerung des Victoria-Hotels, das dem jetzigen Besitzer 185 000'Mark gekostet hat, ivurden int ersten Versleigerungs- termin vom Justizrat Hirschhorn für den Inhaber der zweiten Hypothek 73 000 Ntark geboten.
Befitzwechfel. Bauiinternehmer Pfaff verkaufte fein Anwesen Stephanstraße 25 an Professor Dr. Messer für Mark 60 000.
" Etiva 80 Zentner tote Fische wurden gestern von der Lahn hier angetrieben. Der Feldhüter Loh hat allein gegen 15 Zentner gelandet. Darunter waren Barben von 6—7 Pfund, Mänen von 5 — 6 Pfund, sowie viele andere große Fische. Lluch taufenbe von kleinen Fischen werden dahingetrieben. Jedenfalls ist die Hitze und der dadurch heroorgerusene niedere Wafserstand die Ursache des großen Sterbens, das durch die ^Abwässer noch verstärkt fein mag.
** Feldbrand. Gestern mittag wollte eine Frau, die auf einem Acker bei der schönen Aussicht Korn abmachte, Kaffee kochen und zündete ein Feuer an. Die Flammen griffen schnell um sich und vernichteten 3—4 Fuder. Das Feuer konnte durch Arbeiter noch rechtzeitig gelöscht werden. Der Schaden beläuft sich auf ca. 250 Mark.
** Freiwillige nach China gesucht. Die Ma- trosenartillerieabteiiung Kiautschou (Küstenartillerie in Tsingtau, China) sucht Drei- uni) Vierjährigfreiwillige. Die Einstellung erfolgt Oktober 1911, die Ausreise nach Tsingtau Januar 1912 bezw. 1913, die Heimreise Frühjahr 1914 bezw. 1915. Die Bedingungen sind: Mindestens 1,64 Meter groß, kräftig, gesunde Zähne, vor dem 1. Oktober 1892 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körper- lictjer Entwickelung). In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 50 Pfg. Teuerungszulage gewährt. Meldungen mit genauer Adresse sind zu richten an das Kommando der Stammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschou, Cuxhaven. • '
** Die ÄZtze — eine Gefahr für unsere Säug-- 'ter utannurter Verband für Säuglingsfürsorge bittet
,019^n.ber wichtigen Regeln: 1. Halte das Zimmer ? L &ü>en und Vorhänge zu! Fußboden feucht!
Bei Nacht Fenster auf! 2 Halte das Kind kühl! Leichte Kleidung und leichtes Bettzeug! Zweimal täglich baden! 3. Größte Vor- nrfjt in der Ernährung! Ja nicht überfüttern! Gegen den Durst gebe man dünnen, lauwarmen Tee! 4. Die Milch muß frisch Bezug fo|ort abgekocht und gleich wieder gekühlt werden.
^ie Milch muß den ganzen Tag kühl stehen! 5. Brustkinder dürfen letzt unter keinen Umstanden abgestillt werden! 6. Bei der erften Geiundheitsstorung muß das Kind zum Arzt!
Landkreis Gietzen.
. ^.^o^en-Linden, 24. Juli. Infolge seit längerer Zeit im hiesigen Turnverein bestehender Zwistigkeiten hat sich hier em neuer Turnverein, die .Turngemeinde", geblldel, g7wt bCC Seut1^Cn Turnerschaft anzuschließen
Kreis Büdingen.
— Büdingen, 24. Juli. Hier schlug der Blitz in da» Haus des Bahnmeisters Jost ein, aber ohne gu zünden, "eider siel nur ganz wenig Regen.
.. Tübingen, 24. Juli. Das Landw. Kränzchen hielt am SamStag abend ein Konzert ab, beni auch der Fürst beiwohnte.
Düdelsheim, 24. Juli. Hier wurden bei dem heute morgen niedergegangenen kurzem, aber heftigem Gewitter dem Landwirt M. Marbach zwei Kühe vom Blitz erschlagen.
»ibba, 24. Juli. Durch Llbdämmen der Nidda M eine größere Wiesenfläche unterhalb der Stadt in einen L-ee verwandelt, an dem zahlreiche, sonst hier seltene Wasser- oogel sich ein,tellen und den Tisch reichlich gedeckt finden.


