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25.7.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.

Asquith wurde bei ictncm Em

Tic Anhänger der 3ic-

unb seine Partei über bu* Verfassung.

Ter Unionist *?) a i c ridtffte an oii Ebivarb Grcv eine Anfrage, ob er in der Loge sei, Erklärungen obAuflcbcn über bie neuen Umftänbe, bic sich in Persien als Holge bec Rückkehr des früheren Schahs ergeben, ftinnon Woob antwortete, er habe keine weiteren Einzelheiten in brr Angelegenheit als bic schon in ben Blättern erschienenen Es sei heute noch zu ftüb' sagen, was jür Ergebnisse bie Rückkehr bes früheren Lchavv unb btc unglückselige Erneuerung bes inneren Zmtstes Haven werden. . , ,

London, 24. Juli. Tie Heute nachmittag im Unter hause gegen den Premierminister veranstaltete Kunbgebung, die. anerkanntermaßen von etwa 30 unpersönlichen Uutontnen vor­bereitet war, wird von de it Parteien all gern ein ner urteilt. Tie Unionisten unterzeichnen eine üorgeiduagrnc ^ein' schrist für Asauuh. in der bic dem Premierminister gegenüber begangene Unhöflichkeit bedauert wirb.

London, 24. Juli. Im Unter häufe kennzeichneten Unruhe uub Erregung Cie Erönnung der Aussprache über den Boischlag, bau das van» über die AbLnücrungs auträge ber Lords zur yciobill beraten solle. j.. . *: * ...... '**'

tritt mit großen Lvationen empfangen.

gicrungst artet und die Nationalisten erhoben sich von den -st&en mit begeisterten Zurufen unb schwenken der Tafdxmlückcr. Als stäi Äsauttl) erhob, um eine Erklärung absugcbcii, wurde ber Rus'-Scrräter" von einigen Plätzen der Opposition ver­nommen. Ter Lärm wurde daraufhin so stark, daß Asautth nicht sprechen konnte. So oft er zu reden begann, kam es zu u c uen Ruhestörungen ber Opposition - trotz der energischen Mahnungen des Sprechers an bic untouislochen Mit­glieder, welche Asauith unterbrachen. Man vernahm Zurufe: Lassen sie Rcbmonb zuerst sprechen: er in ber wirkliche tvuhrci. Er toll uns bie Bedingungen deS Haubelsgefchäflcs znnsch.n ihm uub der Regierung sagen. Ta die Ruhestörungen nicht aufhörten, vertagte der Sprecher die rocuerc Perhandlung auf

Vie Geburt öes Schmetterlings.

3n der neuesten Nummer desPrometheus" berichtet Wolfgang D. Garvcii-Garvcnsburg über außerordentlich tntftch'nnte Beobachtungen, die er an Raupen und Puppen gemacht hat. Garven hatte Raupen des Tagpfauen­auges in einen Käfig getan, um ihre Verwandlungen zu befolgen. ,

Häufig schaute ich, so berichtet er, nach meinen Raupen, in Erwartung der Puppengcburt. Ihr Zeitpunkt ruckte immer näher, und stundenlang wandte ich, kein Auge von den Raupen ab. Zwar wurden meine^Hoffnungen immer wieder hinausgcschoben, aber meine Spannung ließ nicht nach, so saß ich auch eines Abends wieder vor dein -lasten, um die Entwicklung der Tinge abzuwarten, die sich allen Anzeichen nach nicht länger aufhalten ließ.

Und diese» Mal wurde meine Geduld belohnt, denn um Mitternacht begann eine Puppe, der ihr altes Hemd lästig geworben, durch heftige Gebärden ihren Unwillen darüber zu äußern, sie beugte, streckte und dehnte sich, daß die Nähte ihrer LeibeSringe atiseinander wichen und zu reißen drohten, schließlich vermochte die mofsche Hülle dem Druck von innen nicht mehr standzuhalten uno platzte auf dem Rücken. Grün quoll eS aus dem schlitz hervor, zuckst der Stacken mit den beiden Hörnern und dann der tonisch verjüngte Leib.

Immer lebhafter wurden die Zuckungen der Raupe in dem Bestreben, sich der geborstenenPelle" zu entledigen. Tie wand sich von rechts nach links, krümmte sich von unten nach oben und rastete wieder, in schweiß gebadet, um frische Kräfte für die Befreiung zu sammeln, so gelang es ihr allmählich, mit Hilfe eines lösenden Sekrets und der Höcker ihres Panzers die Haut nach dem Schwanzende abzu­streifen. Darauf räkelte sich die neugeborene, chlorophyll- grüne Puppe noch ein wenig hin und her, wie um es sich in benneuen Verhältnissen bequem zu machen, und hing dann wieder unbeweglich still.

In den nächsten Tagen wohnte ich noch wetteren Ver­

puppungen bei, bis der Raupenrasten in eine Räucherkammer verwandelt war, wo die Puppen wie Schinken in Reihen unter der Teckc hingen. Wie in einem messingbeschlagenen Ledcrkoffcr steckten die Larven in einem braunverwittenen Futteral mit den goldenen Tupfen der Ecken. Doch ver­mochten sie sich in ihrem Panzer noch zu regen und ant- worteten auf Berührtingsreize mit wildem Umsichfchlagen Tic Natur allein durfte sic mit ihrem Zauberstab berühren und das Wunder ihrer Verwandlung bewirken.

Als nach etwa vierzehn Tagen die Metamorphose zu Ende ging, begannen die weiß und blau panaschierteti Augen der ziegelroten Pfauenaugcnflügel immer Heller und klarer durch die durchscheinende Ehitinyüllc des Panzers zu schtm rnern. Nun war ich wieder Tag und Nacht aur dem Posten, um das Ausfchlüpfen des ersten Falters za erleben. Tiefe weichlichen, empfindlichen Geschöpfe fugten sich im Gegen faß zu den hartschaligen Puppen widerstandslos in ihr Ge­schick unb harrten gebuloig des Augenblicks, der ihre Zwangsjacke sprengen würde.

Und bie stunde ihrer Betretung fchlug, als der Panzer an den äußeren Anuten der Flügelfelder platzte unb durch Erweiterung der Risse der zungenförmige, an ba^ftoptltud anqeschloifene Brustlatz aus ber Rüstung sprang. In der ge­lüfteten Kapuze erschien der Aopf des Falters mit den aroßen Faccitaugen und streckte seine feinsten Sinnesorgane, die Fühler, zuerst in die Luft. Dann zog er bie Laden des Säugrüssels hervor, bic in der Puppen,chachlel samt den Fühlern auf seiner Brust gebettet waren, und legte ihre Hälften zum Saugrohr zusammen, das er zur Uhrfeder äufrollte. Auch bic vier Beine holte er aus ber,eiben Oeft- nung heraus unb Hämmerte sich bamit an ferner Wiege wie am Rockschoß der Mutter fest.

Schließlich schälte das Pfauenauge die runzeligen tflugil unb ben auiactricbencn Leib aus den Windeln. Hilflos hing ie»t ber Schmetterling in einer Art Narkose, bis ,cine Er- ftartunq unb bie Entfalmng seiner Segel ohne Zwi»chensall beenbet ivorcn Langsam und ohne sein nchtbares ZMun dehnten, streckten unb strafften sich seine butterigen rftugel.

Per Sd)lu6 öes englischen Derfafiungsöramas.

Tas englische Oberhaus hat am 20. Juli trotz des 1 energischen Widerspruchs der Regierung die vielgenannte Vetobill mit einer Reihe von Zusätzen angenommen, die ihrem Zweck, die Vorherrschaft der Peerskammer zu brechen, direkt zuwiberlaufen In Anbetracht ber micbcrholtcn Er­klärung bes Kabinetts Asquith, baß es sich jebem Amenbe- ment zur Vetobill wibersetzen würbe, unb im Hinblick dar- auf, baß bas Kabinett bic Mehrheit im Unterhause besitzt, kann es nickst zweifelhaft sein, bas; bie Gemeinen, wenn ihnen in einigen Tagen ber Beschluß ber Peers zügelst, mit allen von ben Lords im eigenen Interesse beschlösse nen Zusätzen gründlich aufräumen und die Vetobill in der Regiernngssassung zum zweiten Male annehmen wer­den. Die Vetobill geht dann in dieser gereinigten Form abermals an das Oberhaus zurück, wko ihr wahrscheinlich bann basselbc Schicksal blüht, wie am 20. Juli, wo bie amenbiertc Vorlage mit 2.'>3 gegen 46 Stimmen angenom men würbe. E»> Tonnte bic Opposition in bie,'cm Falle vielleicht eine stärkere sein, aber wir glauben, baß, wie es Lvrb Morley mißlang, nicht einmal für bie hochwichtige Sitzung vom 20. Juli bic ganzen 110 liberalen Peers mobil zu machen, fonberu nur 46, so auch bic erneute Bcratung'ber Vetobill im Oberhausc an der Ziffer ber Vetobill-Frcunbc nicht viel änbern wirb, weil sich eben unter ben liberalen Peers noch genug Elemente behüben, bie mit ber Minbc- rung ber Rechte ber Pccrstämmer nicht cinocr,'tauben sinb, oder in ben konservativen Zusätzen einiges gute sehen unb, weil sic es mit bet liberalen Partei nicht verichüttcii wollen, den Oberhausberatungen über die Vetobill lieber fern­bleiben.

Es wäre also gar nicht zu bezweifeln, daß fich bas Spiel vom 20. Juli im Oberhaus noch einmal wiederholte, wenn man wüßte, was dann geschehen sott. Ten beiden Wahlen zum Unterhaus, die im vorigen Jahre schon im Zeichen her Vctolnll stattsandcn, noch eine dritte WaM- tampagne folgen zu lassen, daran denken im Ernst weder konservative noch Liberale. Ergaben doch die beiden Wahlen fast die gleiche Zusammensetzung des Unterhauses, so daß an bic Ersetzung seiner aus Liberalen, Arbcitcrpartcilern unb Iren bcstchenbcn Mehrheit burch eine lonservaliv-nnio- nistische gar nicht gedacht werden kann. Ucberdies haben bic englischen Bürger bic ewige Wählerei, weil sie sic geschäft­lich schädigt, ebenso satt, wie der größte Teil der Parlamen­tarier, die in England die Wahlkosten aus ihrer eigenen Tasche bestreiten müssen.

Ter einzige sich bietende Weg, nämlich das Oberhaus burch einen Peersschub, zu bem ber König nach ber eng­lischen Verfassung bas Recht hat, berart zu ergänzen, baß auch im Oberhaus eine liberale Mehrheit vorhanben sei, schien bisher dadurch verbaut, baß man in konservativen Kreisen annahm, König Georg würbe niemals zu einem Peersschub in bem erforberlichen großen Umfange bereit fein, weil eine solche Maßnahme bireft lächerlich wirken müßte, unb man bem König nicht zutraute, baß er wegen . der kleinen liberalen Unterhausmehrheit, zu ber auch noch bie antinationalen Iren gehören, jemals zu einer solchen Gewaltmaßregcl schreiten würbe. Zwar hatte Asquith wieberholt erklärt, er hätte bic königlickstn Garantien für ben Peersschub in ber Tasche, aber seine Worte fnnben, ba er sich stets etwas gewunden ausdrückte, bei ben Konscr- patiöen keinen Glauben Eine Klärung ber Lage in bie,'er Beziehung trat erst am 21. Juli, also einen Tag nach ber berühmten Obcrhaussitzung ein, wo nicht nur bic osft- ziöse Preßassoziation versicherte, daß die Regierung be-

roten Flüssigkeit ausschieb. Nach etwa 10 Minuten waren bie Flügel so weit ausgewachsen, baß sic ber Falter znsam- mcnlegen konnte. Aber infolge ihrer weichen, nachgiebigen Beschaffenheit waren sie noch nickst zum Fliegen tüchtig. Von Zeit zu Zeit ging ein Zittern burch ihr Netz, als prüfte ber Falter bie Festigkeit feiner Segel.

Ta spreizte er auf einmal ihre Flächen unb erklomm die Teckc seines Kastens, wo er unter der Gaze seiner Voliere mit lebhaftem, tnifternbem Flügel,'chlagen wie ein gespreiz- ter Pfau einherstolzierte ur.b bic binnen Augen auf bem mahagonibraunen Grunb feiner gezackten Flügel leuchten ließ. Tann unb wann schloß er bic Fittiche 'wieder, um auch ben schwarzen Scibenmoire bes Futters ihrer Unter­seite zu zeigen. Nicht lange genug fomüc ich mich an dem prächtigen Anblick des Pfauenauges weiden, denn alsbald begann es ungestüm den Staften zu durchflattern, biä es die offenstehende Tür fand und an meinem Kopf vorüber ins Freie entwich. *

T eutsches Studentenbuch 1913. Der A ka- bcmifch-Lilcrarifche Verein Berlin wiederholt so- ebm feinen Aufruf zur Schaffung eines deulfchen Studenten- hudie- 1913 nm dem Beifügen, biß dos Ltubentenbuch kein polnisches Denkmal für das Fahr 1913 bilden, sondern ein Bild aller <vcgenwarisströmungen und -bewegimgen werden soll, die Herz und Haupt der jc&iqen akademischen Fugend erfüllen. Es soll das gesamte geistige Leben einer atademi'chen Generation des 20. Jahrhunderts miederspiegeln. Ein derartiges Buch dürfe sich fclbswerskändUch nickt auf die üblichen lyrischen und novelli- snfchen Benräge stubemi'cher 'Almanache beschränken. Liclmchr werden Erörterungen sozialer, kulturwiffenfchaftlicher, lüerarischer und anbem Natur, insbesondere kurze Abhandtmigcn icker aka­demische Gegenwarrssragen gewünscht. Alle Kommilitonen und Mommilitomnnen deut scher Sprache, die innerhalb der Jähre 1909. bis 1913 mindestens ein Semester laug an einer Universität oder einer anderen Hochsäyile immatrikuliert waren, werden zu Bei­trägen aufgefordert.

Ter Takt stock. Ter preußische K-riegsminister hat eine Verfügung über die Form des Taktstockes der Tirigemsn

HvlICll Uvllll kill , i i iw»* , ,

er |id) an Mnglieder des Haufe» wende, die opaibar enncklonen feien, ibn »idn niiiubören. Ter einzige deS Lcklu',e» feiner Rede, ber verfianben werden konnte, betonte, bob eine neue Lage gefckafsen fei, aus der eS nur cmnt veriamingSmamgen Ausweg gäbe, und das fei die Nolwcnbigkcik, die P r ä r o g o i, v e der Krone onzurufen, woferndie Lords Nickt zuMmmicn, die Bill in ihrer ursprünglichen Gestalt wicderherzusletten, vicl- leickt mit vernünftigen Zusätzen, die nut ben ^^'"h'uven uitb Zwecken der Vorlage in Einklang itäiibcu. Am Sckltiy der Rede erhoben stch die Anhänger der Regierung abermals unb be­reiteten Asauirb eine lebhafte Ovation

Als Balfour zur Erwidenmg aunfnnb, Jhwcu btc Mi­nisteriellen die 5>ände bock und riefe»: Still! sofort trat vvtt- fidnt'iae Rübe ein Balwur sagte Ick bebaute aufrtckng, daß ich die Rede Asauiths nickt habe hören können Jeder mutz cm- feben, daß das Verfahren, wie cs fick bic Minister erlaubt haben, bei der großen Mafic bes Volkes tiefe leiden,ckafmctte Amrcgung bcrvotrufen muß. Asauith riet, den Souverän zum abioluten Diktator zu macken Asauith maßte fick feldst Voumacklen an, die kein rcpublikanifclter Tiftator befeffen ltat unb stellte hat

Die Bebe öes englischen 5chatzsanzlers.

Die Rebe des englischen Ministers Lioyb George mit ber leisen Drohung gegen Deutschlanb hat überall Aiifseheu gemacht. Während die Franzosen baraufhin eine scharscre Tonart anschlagen, machen sich hort) auch außerhalb Deutsch- lanbs Bebenkcn gegen Englanbs Haltung geltenb. eo schreibt z. B. bie WienerNeue freie Preise"

Aeußcrst mcrfivürbiq ist bic Schärfe, mit ber Lloyb George nutten in bic fckwebenden Verhanblungen HinetmäHrt Tenn bic Rebe ist ein mit starken Mitteln untcrnom - in euer V c r s u ck , bic Konferenzen in Berti» z u be­einflussen, bie deutschen Ansprüche hcrabjubrürfcii und ben franzoß'chcn Wiberstanb gegen bie dcutfcken Ao' OCMinqeit zu ci mutigen. Die Rebe bes engliiche» »sckatzlanzlcts mutz eine nach benlliche Stimmung hcvDorrufcn* Ter cuglifdic Lchaplanzlec meinte, bau ber Friede leichter zu erhalten fei, wenn alle Na­tionen bic gegenseitigen Bebmgungeu bes Friedens kennen. Er ruft ,'omit über bic Norbfee nadi Teutfchlanb hinüber, da» alle Parteien in England darin einig find, die Festfetzung 2cuthMa:ib6 au der atlantischen Küste ober ähnliche .^onzeiiionen im »longo gebiete nickt zn bulbcn. Man könnte bas eine gcfprockcnc Tiohnote nennen mit ber Abschwächung, baß LloUd George Die Hofsnung festhält. Teilt,chlanb werbe die Grenzen nicht über- 'd-rciicn, wo der Friede in Gefahr kommt. Nach btefer Rebe mirö die Welt leider gezwungen fein, bic Verhandlungen in Berlin mit wachfamcin Auge zu begleiten. Mit großer epan innig wirb abzuwarten fein, welches Echo diese auiiallcnbc, aus den diplomatischen Geheimnissen hcraiiügcholtc Rede in Berlin finden wird.

Uebcr bic Wirkung der Rede in Berlin weist nalurttch die englische Presse wieder am besten Bescheid. DieTaily News" wirbelt mit folgendenFeststellungen" neuen Staub auf:

£ £ o n b o n , 24. Juli. Der Äorrestwndenl derw.ln News' in Berlin behauptet, aus einer zuverlässigen Quelle zu wissen, daß der deutsche S : a a ! . l r c i .i > 'ich in der > -1) a i i it c n

machen,

Selbstverständlich wollte die liberale Regierung nut dieser Feststellung auf die widerspenstigen Peers dahin cm wirken, daß sie, wenn vom Unterhaus aus die ursprüngliche Vetobill an das Oberhaus zurückgelangt, ihr keinen Wider taub mehr bereiten und es nicht auf den Peersschub ankom men lassen. Dips er Schachzu^ Asquiths Hal denn audi b,s zu einem gewissen Grade seinen Zweck erreicht Zwar teilt ein Teil der konservativen Presse es so hin, als habe Asquith, da seit 1832 kein Peersschick) ,'tätige,unöcn habe, damit eine Art Staatsstreich begangen, und jammert über btc unheilvollen Folgen, die diese Maßregel für England haben wurde: ein anderer aber rat feinen konservativen Fefern zur Annahme der Unveränderten Vetobill, um es nicht zum Peersschub loinmcn zu laffen, weil dadurch ein für allemal das lonservative Uebergewicht im Oberhaus be icitigt sei, wenn man sich nicht bei einer konservativen Uiitcrhatlsmchrhcit zu einer Wiederholung des Experiments entschlösse.

Wie groß die beiden Gruppen der Kon,ervativen sind, bic in der Frage der Vetobill ictzt nicht mehr übcrcinitim- men, läßt ,ich nicht abschätzen, da das Oberhaus niemals vollzählig versammelt ist. Nur das eine laßt ,ich feft,"teilen, daß infolge der authentifchen Nachricht, Asquith habe die Garantien des Königs in Händen, von den 253 Peers, die am 20. Juli noch für die amenoierte Vetobill stimmten, am darauffolgenden Tage nur noch 70 bis 80 Lords entschloffen waren, den Kampf bis zum äiißersten, d. h. bis zur Ver- wirttichung des Peers,chubs, durchzuführcn. Dazu konimt, daß Balfour die lonjervative Partei in den kritiichen Tagen nach Gastein reist, und Lord Lansdowne ccllärtc, daß er bei feinen Zusätzen verharre, solange er noch ein ,reier Mann fei Das heißt nichts andere.-, als daß Balsour sich drückt, und Lansoownc die Segel vor der Gefahr eines Peers,"chubs streicht. Unter diesen Umstanden dürste Asquith, der im Uiiteryause eine Erklärung über die Vetobill abgcben will, leichtes Spiel haben und eventuell gar nicht des Peersschubs bedürfen, um die Veto­bill verab,chicdet zu sehen.

Cf luflinrell: monat 11*75131., oiertel- jährlich Mk. 2-20; durch Clbhole- u. 5roeigfteQen monatlich 65 Pf.: durch OiePost Mk.r.merlel- jäbrL auSfckl. Bestell«. Seilenpreti: lokal 15Ps* auSwäN« 20 Pfenniq. Uhelred<ckteur:L.Loetz. Verantwortlich für den voliNschen Teil: «uauft Doetz; für .Fruille- ton', .Vermischtes^ unb ,DerichtSsaal":K. Neu­

morgen. ...... , , . u

Von ber Rede AsouithS, bic stanbig unterbrochen nmbc, Ion nie falt nichts p erstanden werben. Asauith gab ein: G c - f d) i di i c des StrciicS unb berichtete über die 3uia&niiträgc des Oberhauses zur ParlamcmsbUl. Er führte aus: Die neue,le Enchcinung fei zweifellos die Schaffung einer «orpcridjait, bic benimmt fei, beibe Häuser zu beherrschen An Die,er -stelle würbe» Die Gegenruic so heftig, ba» Asauith bu ictzu: ente feiner Rebe auf'chlug unb unter bem lauten 3urm bei Vnnuu

nr. 172 Erstes Blatt 161. Jahrgang Dienstag, 25. Juli M

Der Eletzeaer Aazelßer JMT M

WGietzenerAnzeiger

»UM" General-Anzeiger für Gderhesten

von »nzeigev Botatfonsbrud und Verlag der vrühl'fchen Univ.'vtzch' und Zleindruckerei R. Lauge. Redaktion, Lrpedilion und vruckerel: SSiuIftratze 7. Land': LHe^:^lür den bi« vEiittags 9 Uhr. vüdingen: 5rrnfprecher Nr. 50 -efchaftsstelle vahnhofftraße 16a. __Anzeigenteil: v. Beck.

! Zusage des Königs für ben Peersschub in Händen hellen bemerkte, er wolle sich, nickt da^rck eruied^^ l^ halte, sondern auch Asquith an den Führer der konser­vativen Opposition einen Brief richtete, der mit der Fest- ftcllung schloß, daß der König zu erkennen gegeben habe, er wurde gegebenenfalls von feiner Prärogative Gebrauch

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