f bereits sehr groß, sie betrug in Darmstadt 1443 und 1019 Transporte, in Gießen 310 bezw. 300, Mainz 187 bezw.
Aus Mexiko.
Ne u h o r k, 21. Mai. Ein Telegramm aus I u ar e z meldet, daß Madero auf dem Schlachtfelde von seinem Heere Abschied nahm und erklärte, er gehe nach der Stadt Mexiko, um die Verwaltung $u modernisieren und ein neues Mexiko auftubouen. Tie aufrührerischen Mexikaner im Norden zerstreuen sich; in Juarez bleiben 500 zurück.
Deutsches Reich.
Der Entwurf eines Herbstdiätengesetzes für die Mitglieder des Reichstags wird dem Reichstage in der irächsten Woche rugehen. Der Entwurf regelt die Diätenzahlung für die außerordentliche Herbsttagung des Reichstags und hebt die Bestimmungen des geltenden D'ätengesehes für diese Herbsttagung auf. Wie verlautet, soll die Höhe der Diäten 1500 Mark betragen, von denen 1000 Mark am Schluffe der Derbsttagung gezahlt werden. Die nach dem geltenden Diätengesetz fällige erste Diätenzahlung am 1. Dezember fällt demnach fort. Im übrigen entspricht das Herbstdiätengesetz dem geltenden Gesetz. Für den neu zu wählenden Reichstag, der voraussichtlich im Februar nächsten Jahres znsammentreten wird, treten die alten Bestimmungen des Diätengesetzcs wieder in Kraft.
Aus Frankenthal wird gemeldet: Bei der Landtags- Ersatzwahl im Wahlkreise Frankenthal-Bad Dürkheim wurden am Sonntag für den bürgerlichen Kandidaten Kommerzienrat Franz Kopp-Frankenthal 5037 und für den sozialdemokratischen Kandidaten Rechtsanwalt Ackermann-Frankenthal 4786 Stimmen abgegeben. Kopp ist somit gewählt.
Aus Dortmund wird gemeldet: Die Vertrauensmänner der Fortschrittlichen Volks Partei Hamm-Soest stellten einstimnlig den durch seine liberale Agitation bekannten Pfarrer Traub-Dortmund als Reichstagskandidaten auf. Traub hat die Kandidatur angenommen.
150, Friedberg 67, Mombach 20 bezw. 23, Offenbach 1101. Die Ortsbehörden sind in Anbetracht dieser Tätigkeit fast durchweg zu finanziellen Unterstützungen bereit. 17 Kolonnen wurden vom Inspektor besichtigt, dieses Jahr kommen u. a. Gießen, Butzbach, Gonsenheim, Budenheim an die Reihe. Hinsichtlich 'des Transportes müssen sich die Kolonnen auch den Wasserstraßen zuwenden, die bei künftigen Kriegen auch eine bedeutende Rolle spielen werden. Der deutsche Sanitätstag in Königsberg war von 1600 Mitgliedern aus allen deutschen Gauen besucht, der Sanitätstag 1912 ist in Leipzig. Der Vorsitzende teilt mit, daß demnächst eine größere Werbetätigkeit zur Bildung neuer Kolonnen beginnen soll. Grün rg-Gießen wünscht eine stärkere Unterstützung der Kolonnen durch den Landesverband. Bei Neugründung von Kolonnen sollen soaleich Zweigvereine ins Leben gerufen werden, eine" Kolonne sollte mindestens 24—30 Mann zählen.
Den Bericht über den Stand des Bersorgungs-
Aus Marokko.
Tanger, 21. Mai. Der „Agence Havas" wird u'nfcrm 19. Mai aus Alkasar gemeldet, die Kolonne B r u l a r d sei mit Boisset in Verbindung getreten. Das Gros der Kolonne lagerte bei Sidi Gueddar, der Marsch wurde ohne Zwischenfall fortgesetzt. Mehrere Abteilungen der Scherarda und Beni Hassen, die vor Fez standen, sind auf die Nachricht von der Ankunft der Franzosen in ihre Heimat zurückgekchrt. Ein Angriff auf Fez habe seit dem 11. Mai nicht ftattgefunden.
LuftWffahrt.
Der Zuverlässigkeitsflug am Oberrhem.
Bad-Oos, 21. Mai. Um 5 Uhr heute morgen wurde auf dem Luftschiffplatze die rote Fahne hochgezogen, zum Zeichen, daß das Wetter den Start gestattet. Nacktem die Flieger Probe- slügc unternommen hatten, starteten als Erster Emil I e a n n i n um 5 Uhr 12 Minuten, Zweiter Httlnmth H i r t h um 5 Uhr 17 Min., Dritter Ingenieur Brunhuber 5 Uhr 18 Min. und als Vierter Charles Lämmlin um 5 Uhr 20 Min. Brunhuber hatte als Passagier den Leutnant Koch vom Mannheimer Grenadierregiment, Dipl.-Ingenieur Carl Wilhelm W itt erstatte r, der um 5 Uhr 24 Min. startete, nahm seine Frau als Passagier mit. Der Start ging glatt von statten. Die Flieger, Robert Thelen und Bruno Werntgen sind noch mit der Ausbesserung der Apparate beschäftigt und dürften kaum mehr starten.
Freiburg i. Br., 21. Mai. Als Erster landete auf dem hiesigen Flugplätze Jean n in um 7 Uhr 10 Min., nachdem er um 6 Uhr 37 Min. in Offenburg die vorgeschriebene Landung vorgenommen hatte; als Zweiter traf Brunhuber eine Minute später ein, welcher um 6 Uhr 32 Min. in Offenburg gelandet war; um 7 Uhr 25 Min. erreichte Lämmlin das Ziel, der um 6 Uhr 40 Min. in Offenburg aufgestiegen war.
H i r t h, der in Offenburg um 9 Uhr 40 Min. aufgestiegen war, traf in Freiburg um 10 Uhr 14 Min. glücklich ein. Er hatte sich unterwegs, verirrt und war ins Elztal abgetrieben worden.
Bei der Vormittags zwischen den Fliegern und der Oberleitung abgehaltenen Konferenz wurde beschlossen, daß die Flieger bei günstiger Witterung heute nachmittag 5 Uhr Schauflüge ausführen, und dann im Anschluß daran nach Mülhausen weiterfliegen sollen. Dadurch wird cs möglich, das aufgestellte Programm in bezug auf die Weiterflüge innezuhalten, nur der Start wird, früher erfolgen.
Tie Sachsen-Flugwoche.
Chemnitz, 20. Mai. Die Sachsen-Flugwoche wurde heute nachmittag auf dem hiesigen Garnisonsexerzierplatz mit der Abnahme der Flugzeuge eröffnet. Im Anschluß hieran unternahm eine Anzahl Flieger wohlgelungcne Probeflüge um das Flugfeld. Abends fand ein Be- grüßungsesscn im Kaufmännischen Vereinshaus statt. Die Konkurrenzen beginnen morgen nachmittag.
Ein Unfall in Berlin.
Berlin, 21. Mai. Als der Grade-Flieger Ingenieur Schwandt gestern abend nach einigen wohlgelungenen Rundflügen in die Zelthalle zurückkehren wollte, durchbrach die viele Tausende zählende Menschenmenge die Absperrung. Bei dem Landen wurde die Schlossermeistersfrau Weiß von dem Propeller derart an dem Kopfe getroffen, daß sie einen schweren Schädelbruch erlitt. Ihr Zustand ist hoffnungslos. Zwei andere Personen wurden gleichfalls nicht unerheblich verletzt.
•• 9(u5 der Armenpflege. Kohlenhändler Hahn wurde zum Bezirksvorsteher und Kaufmann O. Rathschla^ zum stellvertr. Bezirksvorsteher gewählt.
** Gefährliches Spielzeug. Am Samstag erstattet» ein 14jährigcr Lehrling bei der Polizei die Anzeige, daß er art Seltersberg aus einem Gatten heraus geschossen worden se. Die Feststellung ergab, daß der Junge einen Sckmß in der Harn hatte, die Kugel stak in der Wunde und wurde in der chirurgischer Klinik entfernt. Da die Wunde eine Brandstelle zeigte um somit der Schuß nicht aus einer Entfernung, wie der Junge angegeben, abgegeben sein konnte, wurde ihm eindringlichst Vorhalt gemacht und er gestand dann ein, daß er sich selbst mit seinem eigenen Teschin verletzt habe. Um seine erster Angaben glaubhafter erscheinen zu lassen, hatte er das Teschin fottgeworfen. Erst vor einigen Tagen hat auch ein 12jähriger Junge einem Kameraden beim Schießen mit einem Teschin unvorsichtigerweise einen Schuß in den Unterleib beigebracht. Tic Eltern sollten solches Spielzeug den Kindern unter allen Umständen abnehmen.
** I n Am erika verstorbene Dessen. H. H. Weckesser, 86 Jahre alt, in Madison. Frau Kath. Bester, geb. Griesheimer, 80 Jahre alt, aus Lampen- beim, in South Union Township. Frau Maria Marg. Loos, 83 Jahre alt, aus Oberau, in Melrose; sie hinterläßt 8 Kinder, 48 Enkel und 52 Urenkel. Wilhelm Dinges, 74 Jahre alt, in New-Anthens. Dr. Hermann Knapp, 79 Jahre alt, in Marmaronerk, er studierte in Gießen, London, Utrecht und Paris und war von 1862—1866 Professor in Heidelberg, siedelte von da nach Neuyork, wo er zunächst auch Professor war; alsdann gründete er ein Augenheil-Jnstitttt mit sehr gutem Erfolg.
Landkreis Götzen.
r£ Ettingshausen, 21. Mai. Heute wurde hier der Friedensschluß zu Franksutt n. M. 1871 gefeiert, indem der Kriegerverein mit der Fahne geschlossen dem Gottesdienst beiwohnte. Am Nachmittag fand am Walbrande auf der Hard eine Nachfeier statt, wozu sich der Krieger- und Gesangverein, Gemeinde- und Kirchenvorstand, sowie die Schuljugend dorthin in geschlossenem Zuge begeben hatten. Der Kriegervereinspräsident Keil hielt eine kurze Ansprache, die mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser endigte. Der Ortsgei st liche hielt dann einen geschichtlichen Rückblick und erwähnte dabei besonders die Zeil des 30 jährigen und 7 jährigen Krieges, Er schloß mit einem Hoch auf unser Vaterland.
X Reiskirchen, 21. Mai. Heute hielt die Sparund DarlehnSkasse ihre Hauptversammlung im Saale des Wilhelm Fritzel ab. Nach der NcchnungSablage, die mit einem Geschäftsumsatz von etwas über 240 000 Mk< abschließt, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Von dem Reingewinn mit etwa 1700 Mark wurden 1000 Mk. als Dividende verteilt. Der Ueberschuß wurde dem Reservefonds, der jetzt 7000 Mk. beträgt, überwiesen. Der Verein blickt auf ein 20jähriges Bestehen zurück. — Hier herrscht unter den Kindern Keuchhusten. Zwei Kinder sind der Krankheit bereits zum Opfer gefallen.
— Staufenberg, 20. Mai. Heute begingen die Eheleute Johannes Eckhard und Frau das Fest de: silbernen Hochzeit. Anläßlich dieser Feier brachte ihnen der Gesangverein einen Fackelzug unb Ständchen.
+ Queckbo rn, 21. Mai. Gestern nachmittag nwllle eine Bauersfrau ihre beiden Kühe nach Hause bringen, wahrend ihr Mann auf dem Felde blieb. Draußen auf dem Felde verweile sie noch kurze Zeit bei ihrem Manne. In dieser Zeit gingen bic Kühe allein weiter bis zrun Bahnübergang am Wafjnljof, woselbst sie stehen blieben. Kaum standen sie, oa kam der I/-4-UHr- Zug von Lich daher. Kurz vor dem Uebergang gelang es dem Maschinenführer, der die Kühe bemertt hatte, den Zug zum Achen zu bringen, unb so ein größeres Unglück zu verhüten,
Kreis Büdingen.
ch Nidda, 21. Mai. In dem Konkurs der Obermockstädter Kasse werden in den nächsten Tagen mciterr 5% an die Gläubiger als Abschlag gezahlt werden. Mit dieser Rate sind dann 3OO/o gedeckt.
Kreis Friedberg.
= Bad-Nauheim, 21. Mai. Der Direktor des VerkehrSbureauS, Villenbesitzer Wilh. Wall mann und Frau. Tina, geb. Schäfer, feierten heute ihre silberne Hochzeit. Dem Jubelpaare wurden von allen Seiten Glückwünsche dargebracht.
— Butzbach, 21. Mai. Die Vorbereitungen für das am 24. und 25. Juni stattfindende Fahnenweihfest des Gesangvereins „Eintracht" sind in vollem Gange. Unsere Bürgerschaft wird regen Anteil an der Feier nehmeir und verschiedene hiesige Vereine haben ihre Beteiligung in Aussicht gestellt. Eingeleitct wird das Fest am Samstaz den 24. Juni durch einen in der städtischen Festhalle statt- sindenden Kommers, verbunden mit Konzert und Gesangvorträgen, wobei einige auswärtige Gesangvereine Mitwirken werden. Für den Hauptfesttag ist folgendes Programm vor? gesehen: Weckruf. Empfang der auswärtigen Vereine. Festzug durch die Stadt nach dein Festplatze; daselbst Begrüßung, Weihe der Fahne, Masscnchor der Butzbacher Gesangvereine, Massenchor der fünf Vereine des Dirigenten Same-, Liedervorträge der . Gastvercine, Tanz und Volksbelustigung. Verschiedene vorteilhafte Einrichtungen bezüglich der Lieder- vorträge werden eine rasche Abwickelung des Programmes ermöglichen. Auch für sonstige Unterhaltung wird reichlich Sorge getragen.
-m. Schwalheim, 21. Mai. Die Fr au. des Jakov Borntr äger von hier kam mit der Frau des Weihbinders Wtth. Wagner von hier auf der Landstraße kurz vor Friedberg in Streit. Die Bornträger schlug auf d>e Wagner dermaßen ein, daß diese kurz darauf in der Wirtschaft von Wilh. Knorr, wohin sie sich geflüchtet Hatte,- tot zusammensank. Ein Mann aus Nidda, der zufällig des Weges kam, sowie einige Arbeiter waren von weitem Zeugen des Vorfalls, jedoch kann niemand das Werkzeug bezeichnen, womit die Tat ausgeführt wurde. Die Getötete war Mutter von sechs Kindern, von denen das Jüngste 3 Monat alt ist. Die Wagner war eine schwächliche Person, während die Bornträger über Männerkrüfte verstigt. Do Leiche wurde in die Leichenhalle des Friedberger Friedhof verbracht und zwecks Sektion polizeilich beschlagnahmt. > Wie sich nachträglich herausstellt, liegt Mord Dor. Dre Bornträger äußerte zu einer Wirtsfrau, ich gehe ihr jetzt nach, und wenn ich sie erwische, muß sie sterben, erwecke ich sie nicht, so brühe ich- sie heute abend, bis sie faput Auch hatte die Bornträger nichts, in Friedberg zu tun Zwischen den Familien Bornträger und Wagner, d:e früher sehr befreundet waren, bestand feit längerer Zeit em semo- seliges Verhältnis, das seinen Ausgang in der unselige Tat fand. Die Erbitterung über die ruchlose Tat rst ungeheuer groß. Die Staatsanwaltschaft Gießen traf heu« morgen schvn Mer eint um den Tatbestand. sestzustellen.
Tagung der hessischen Sonitötsfolonne.
4 Friedberg, 21. Mai.
Der 2. Kolonnen tag des Verbandes der Hessischen freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz tagte heute hier. Um IO1/4 Uhr begannen die Verhandlungen. Der Saalbau war dicht besetzt. Der Vorsitzende Generalleutnant Korwan begrüßte besonders die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und der Vereine. Die Begrüßungsrede schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Dem bisherigen 1. Vorsitzenden Wirkl. Geheimerat Buchner, der gestorben ist, widmete sein Nachfolger einen warmen Nachruf und die Versammlung erhob sich von den Sitzen.
Der Inspektor der Sanitätslolonnen, Generalarzt Dr. Lindemann, erstattete Bericht über den Stand der Kolonnen. Der Landesverein hat sich in seinem erst zweijährigen Bestehen günsttg entwickelt. Die Zahl der Kolonnen beträgt 30, davon entfallen auf Starkenburg 14, auf Rheinhessen 12 und auf Oberhessen 4. Es wäre zu wünschen, oaß namentlich die Kreisstädte Kolonnen gründeten. Die Kolonnen umfassen 1549 aktive Mitglieder, satzungsgemäß soll im Falle einer Mobilmachung die Hälfte zur Verfügung stehen, diese Zahl ist sogar überschritten. Da sich 920 Mann gemeldet haben, 486 stehen zur Verwendung außerhalb des Wohnortes zur Verfügung. Die Zahl der ausgebildeten Krankenpfleger stieg von 45 auf 75, den Zweigkolonnen wird empfohlen, noch weitere Pfleger auszubilden, da der Bedarf im Falle eines Krieges noch nicht gedeckt ist. Jede Kolonne sollte auch mindestens einen Desinfektor haben. In Gießen soll durch Dr. Bötticher ein Kursus abgehalten werden, der acht Tage dauert. Auch Verwaltungsbeamte für Lazarette usw. müssen ausgebildet werden. Im Heimatsort sollen sich die Sani- lätskolonnen durch Hilfeleistung bei Unglücksfällen und durch Transporte Kranker oder Verletzter nützlich machen zum Wohl der Mitmenschen. Die Zahl der Hilfeleistungen ist
** Die Gebäudegruppe auf der Höhe des Schif fenb erg es ist im vergangenen Jahre durch die Gewalt des Sturmes und dann durch die nachhelsende Tätigkeit der Forstbehörde von den sie umgebenden Bäumen so weit freigelegt worden, daß sie aus der Ferne sichtbar und eine Zierde der Landschaft geworden ist. Besonders das Bild, das der Schiffenberg nun vom Trieb bietet, ist sehr wirkungsvoll und malerisch. Die frei gewordenen, früher dichtbewaldeten Flächen, die man von dem alten Steinbacher Weg aus wahrnimmt, sind mit amerikanischen Roteichen neu bepflanzt. Sie werden im Herbst, wenn das Laub eine leuchtende rote Farbe annimmt, diesem Teil des Schiffenbergs ein sehr hübsches Gepräge geben. _ .
** Den 55. Geburtstag feierten die Fünfziger von 1856 — 1906 am Samstag abend im Hotel Schütz durch ein Essen mit daran anschließendem Bierkommers. Von den 86 Altersgenossen, die die .Fünfzigerfeier mit- machten, stiid inzwischen 4 verstorben, deren Andenken ein stilles Glas geweiht wurde. Weiter sind 8 von ihnen aus Gießen verzogen. An der Feier beteiligten sich 42. Den musikalischen Teil hatte das Gießener Solisten-Qnartett „Carmen" übernommen, das durch Gesangseirtlagen des Baritonisten Laux-Gießen wirkungsvoll unterstützt wurde. Gestern nachmittag versammelten sich die Altersgenossen mit ihren Familienangehörigen zu einem gemütlichen Zu- fammensein im Philosophenwaid. Man war sich allgemein darüber einig, daß man in 5 Jahren aus Anlaß der sechszigsten Geburtstagsfeier eine größere Veranstaltung ab- halten soll. c P1 .1
•• Ein Erfolg der Gießener Industrie. Der Firma Dern & Cie. ist die Lieferung des Bedarfs an Zementröhren für die Frankfurter Kanalbauten übertragen worden. Der Erfolg der Firma ist um so höher an- zuschlagen, als es sich um Röhren handelt, die in derDern- ichen Fabrik hergestellt werden. Der Zuschlag wurde trotz scharfer Konkurrenz erteilt, weil die Dern'schen Röhren nach- gewicsenermaßen einen bedeutend höheren Druck aushielten als andere Fabrikate.
•• Viehhändleroersammlung. Donnerstag, 25. Mai findet im Saale „Deutscher Kaiser* in Alsfeld eine große Viehhändleroersammlung statt, in der gegen die Einschränkungen de§ Viehhandels von den Behörden Protest erhoben, bezw. gegen die bezahlten Steuern reklamiert werden soll. Nur Vieh- unb Schweinehändlem ist der Zutritt gestattet.
und Versicherungswesens der Kolonnenmitglieder erstattete Oberleutnant Lotheißen -Darmstadt. Unter lebhaftem Beifall teilt er mit, daß ein großes Werk durch die Versicherung geschaffen worden ist, um die Mitglieder und ihre Angehörigen zu schützen bei Unfällen usw. Daneben besteht eine staatliche Fürsorge für die Mitglieder, die auf den Kriegsschrntplätzeu verunglücken oder Schaden nehmen. Im Rettungsdienst im Hermatsort sollten die Gemeinden die Versicherung übernehmen. Auch eine Haftpflichtversicherung bat der Landesverein abgeschlossen, die Prämien zahlt der Landesverein. Ein Antrag Mainz wegen Aenderung der Satzungen wird abgelehnt. Der K0könne ntag 1913 findet in Alzey statt. Bei der Neuwahl des Arbeitsausschusses wurden wiedergewählt: 2. Vorsitzender Lotheißen-Darmstadt, Schriftführer Heinrich-Mainz und Schneider-Worms, Beisitzer Schmitz-Alzey und Wolf-Offen- bach, ärztliche Beisitzer: Dr. Schlink-Alzey, Dr. Grosch- Ofsenbach und Dr. Metternich-Mainz.
Um 3 Uhr traten die Kolonnen zu einer Uebung, die ganz Friedberg auf die Beine brachte, an. An der Uebung betätigten sich die Kolonnen Friedberg, Butzbach, Gießen und Babenhausen. Der Uebung lag folgender Gedanke zugrunde: Friedberg erhielt Drahtnachricht, daß von einem um 31/2 Uhr Friedberg berührenden Lazarettzug 4 Wagen in Friedberg blieben und die Verwundeten in ein provisorisches Lazarett überführt werden sollten. Die 4 Wagen wurden zuerst mit verschiedenen Behelfsmitteln eingerichtet und mit Verwundeten belegt, dann erfolgte das Ausladen und die Ueberführung der Verwundeten in das Lazarett, das in der Lagerhalle der Gebrüder Ulrich untergebracht war. Hier wurden von Damen des Aliee-Frauen- vereins und der Sanitätskolonne Friedberg Speisen und Getränke an die Verwundeten und die Träger verteilt. Die Kolonne Friedberg führte dann noch alle möglichen Arten von Einrichtungen zur Krankenbeförderung (Bahn, Rad, Tragstühle, Tragbahren u. bergt) vor. Die Kritik hielt Generalarzt Dr. Lindemann ab, der die Vorführungen der Kolonnen tut allgemeinen als gute Leistungen für den Anfang schilderte und zur weiteren Vervollkommnung aufmunterte. Nach der Kritik erfolgte der Vorbeimarsch der sämtlichen Kolonnen mit etwa 800 Mann, Generalleutnant Korwan nahm die Parade ab. Ein Kommers im Saalbau bildete den Abschluß des Kolonnentags. Die Friedberger Kolonne hatte ein schönes Festbuch herausgegeben.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 22. Mai 1911.
•• Hessischer Denkmalrat. Zum Vorsitzenden des Denkmalrates und der Kommission für Veröffentlichung des Werkes „Kunst und Denkmäler im Großh. Hessen" wurde vorn Großherzog an Stelle des nach Berlin berufenen Frech, v. Biegeleben dessen Nachfolger Ministerialrat Dr. Kratz ernannt. Frei Herrn von Biegcleben wurde vorn Großherzog die goldene Nledaille für Kunst unb Wissenschaft verliehen.
'* Zur Landtagswahl. Eine auswärtige Korrespondenz bringt Nachrichten über die Kandidatenfrage für die Landtagsersatzwahl in der Stadt Gießen. Es sei deshalb mitgeteilt, daß bis jetzt nochkeinKandidat aufgestellt


