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26.9.1911 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

W. Jahrgang

Dienstag, 26. September M

GietzenerAmeiger

Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten,

mrmatÜct>7LV^ viertel- jährlich Dkk. 2J»: durch ilbbole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.: durch bieVost Mk.L viertel- jätrL duscht Bestellg. .-'eilfnrreti: lokallbPf^ auüivärt« 30 ^leimig. Shefredakienr: H Goetz. Ber antwortlich für den politrlchen Teil: flimull Goetz: h'ix .Rcutüe-

Nr. 226

Ter »letze«er Snzelge, erscheint täglich, außer LonntagS. - Beilagen: viermal rcöcfrentli'b »letzenerZamiliendläNer. IiDtnnal wöchentl.Nreit' lart|firbtnKr<is»ltfcen

(Lienttag und Freitag) , jweimal monctl. land- wirtschaftliche Sestfraeer ^erusprech - Anschlüsse. sür die Redaktion 113, _

»« Senerai-Anzeiger sür Gberhessen smä

Rotatfonst.ru« ent Verlag ter vröhl'lchen llnio.,vuch, und Steinirulertl R. fange. Retaltlcn, trpeöilion unt DrnJcrel: $6untre»e 7. tor iS

bi, vormittag- 9 Uhr. vüöingen: Fernsprecher Nr. 50 Leschöflrpelle vohnhofftrohe IbL. A.-.ieigenteli: Beel.

Vie Spannung zwischen 3talien und der Türkei.

Hetzt gibt aud) die amtliche deutsche Presse zu, daß Italien in Tripolis Boden zu gewinnen versucht, und von ziemlichem Interesse ist die Haltung des auswärtigen Amtes in Berlin zu dieser schwierigen Frage. Man scheint aus der einen Leite Italien zu warnen, aus der andern die Türkei zu beschwichtigen. Während die Franzosen cm- gestehen, daß sie Italien gewähren lassen wollen, bekundet die englische Regierung in derWestminster Gazette" eine zweideutige Stellung. Lie Nagt über das italienische Vor­gehen, gedenkt sich vorläusig nicht einzumischcn, spricht aber wie zum yotpi schon von der Gefahr, die Italien sür seine Bundesgenossen heraufbeschwören könnte, wenn es zu Störungen komme.

DieKölnische Zeitung" bringt folgenden Artikel, aus dem man aus bie Haltung der deutschen Regierung schließen kann:

Die letzten Nachrichten schließen Zweifel darüber a u S, daß Italien in die Vorbereitungen einer teilweisen Mobilmachung eingctretcn ist uno das; schissebewegungen angeblich in der Richtung aus T r i v o l i s begonnen hätten. Tie psychologische Begründung dcS italieni,chen Vorgcl-ens ist unschwer zu hüben. Sie liegt aber nicht, rote von manchen Leiten behauptet wird, in Agadir, sondern in dem allgemeinen Bestreben aller Staaten nach i o l o n i a l er Aus­dehnung und in den Enttäuschungen, die Italien nach dieser Richtung bisher am Mutelmeer erfahren Hai '.'lls Frantreich sich im Jahre 1881 Tunis bemächtigte, rief dies in Italien große Entrüstung hervor. TaS ^and war aber ;u schwach, um sich dem zu wioersctzen. , Man 'and sich schließlich mit dem Bcrlust von Tunis ab, suchte sich aber nun die Anwartichast aus Tripolis durch Verträge mit anderen Staaten zu heuern, ein Bestreben, das letzt noch verstärkt wird, da Frankreich im Bcgrin steht, sich in Marokko dauernd sestuisetzen. Die Rord- kuste von Afrika ist somit der italienischen Aspiration mit Aus­nahme von Tripolis entzogen. Nun haben zwar Frankreich u n b Englanb die Versicherung abacgedcn, das, sic gegen unc , talienische Besetzung von Tripolis nichts ein- zürnenden haben werden und daß beide Mächte, jalls Tri­polis von der Türkei auigegeben werde, oder sonstwie aus deren Besitz ausscheiden sollte, der itahcniidnm Besitzergreifung nichts in den Weg legen wollen Ta man nun aber Tripolis in Italien als eine Lebenshage betrachtet, so suhlt sich Italien trotz alten Zusagen bod) Nicht völlig beruhigt. Leine Hesorgnissc tauicil darauf chinauS, daß Frankreich, wenn es sich in abseh­barer Zeit in Marokko häuslich eingerichtet haben wird, von neuem lein Augenmerk ans Tripolis richten lönnte, um cs von dem Hinterlande her auizusaugen oder soweit zu erschöpfen, da» der verbleibende Rest ten* selbständige Lebensjäliigteit mehr bc- l itzt. Tas i st der Ä ul für das Vorgehen Ita­liens. Unter diesen Umständen werden dleicnigcn Mächte, die den Frieden wirklich wollen, bicitm Zwecke am besten b;emn, wenn sie diese Besorgnisse in einer Weise zerstreuen, daß nid1: nur die italienische Regierung selbst beruhigt wird, sondern daß nc auch der öffentlichen Meinung gegenüber den Verzicht a:i' Gewaktmaßregeln überzeugend begründen können.

Eine französische Stimme.

Paris, 25. Sept. Der ,,F i <, a r o' schreibt in der tripolitanischen Angelegenheit:

Für Frankreich ist die Lage völlig klar. Wir habeir gegen Italien Verpflichtungen übernommen, die wir loyal erfüllen werden. Wir erinnern uns feiner guten Treuste und feiner jreundjchattlichen Haltung tvährcnd und nach der Man- sercnz von Algeciras. Wir haben Italien ucrfDrodien, unsere ,Politik nicht mit Tripolis zu bcschäs.igen Tiefes Versprechen wird peinlich gefallen werden. Wir hatten gewisse Schwierigkeiten mit den türkischen Behörden toegen des H,ntcrlanocs von !r.oolis. Unsere Regierung wird die gegenwärtigen Umstände sicherlich be­nutzen, um diese Frage cndgillig zu ic.jel;i und von den Bc^ teiliflten alle nötigen Zusickerungen zu erhalten.

Keine deutsche Vermittlung.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Nach Presse- Meldungen aus Italien ist dort das Gerücht verbreitet, in der tripolitanischen Frage würden die Verb anblun gen über Berlin geführt. Tas Gerücht i stnach unseren Erkundigungen u n z u t r c f f e n d. Teutschland wurde weder von anderer ^eüc um Vernlittlung ange­gangen, noch bot es sich selbst zur Vermittlutig an.

Englands Haltung.

Nach demBert. Tag» bk." definiert die de. englischen Regierung nahestehendeW e st m i n sk e r Gazette' Eng­lands Ltellung zur TripoUsirage dahin:

Unicre Rolle kann nur die c in es Zuschauer-- fein. Wir können nur Italien Innhcbtiid' der Folgen warn e n und um er Bestes tun, um irgendwelche Bedingungen nh I talien jn erreichen, die ihm seine besondere Stellung mit einer >o ge­ringeren Schädigung ber türkischen Cbcxberndxxu wie inoglich sichern. Wenn Italien keine harmlose Operationen für die SiDcr- hcit ber italicni'chen Bürger, die durch die Unruhen i:.i Hinket- lande von Tripolis bedroh: sind, vornehmen will, tonnen wir Italien nur m aller Freundschaft vor ber Gefahr die esur sich und fe i n c Bundesgenossen h er au f b e f chw ö r k, warnen, und das wenige, was mir, wcnn^s zu Störung-.n kommen sollte, tun können, ist, das Gebiet dieser Störungen zu beschränken.

Eine türkische Beleuchtung der Lage.

Ko n st a u t i u o p e 1, 25. Sept. TieAgcncc otto- mane" veröffentlicht eine auitliche Note, durch die die &t r ü d) t e benie ntiert werden, daß die Italiener . n Tripolis in Gefahr idiwcoc n. Tie Regierung fiel t fest, daß die Ltimmung nicht gestört ist und m überzeugt, daß sie aud) in Zuluusi nicht gestört werde. Tie Note er Härt weiter, daß die amtlichen streife der Hossnimg seien, daß die gegenwärtigen Lei . ierigkeiten ein Ende nehmen und den wirtschaftlichen ttalteniid-en Interessen g.-:.".ien werden, die ihnen dnrd) die dc .ehe. d.n V.r r.,ge gej cy'ttc Eutwicttuug zu ne/,men.

Ter Verweserde s L.' i l a j e l Tripolis itugra pl-iert, daß dort vollständige R u h c herrsche rti ; eine Beschwor -» des T ! a i i e n i s d) c n Bizekoi- sul > bat über, daß hier mit Messern b..v.t finde Araber die Straßen

nut RufenTötet b i c Italiener" durchziehen, wurde eine Untersuchung tingchiirl, die die Grundlosig­keit der Beschwerde etgcccn haben soll.

Türkische Trnpptnskudungeu?

Konstantinopel, 25. Sept. Nach unkontrollier­baren Gerüchten beantrag c der Sonderausschuß des strieg e-Ministeriums, eine Tivijion, zwei Batterien und zwülstausend ecroehr: nach Tripolis zu entsenden. In­folge der fortgesetzten Alarmnactrich.cn trat reute an der Börse ein neuer Kurs ft urz ein.

TieTribuna" mclbit aus Tripolis: Tie Tage wirb stündliche r n ft e r und ruft immer stärkere Beunruhigung ber gesamten Hevöllernng hervor. In der i t a l i e n i s cy c n Kolonie fürchtet man immer mehr, baß ber Sturm des Hasses seitens der Türken gegen sie losbrechen könnte. Fort- während verlassen Italiener bas Land uno gestalten da- burd) die Sage für diejenigen, die zurückble bcu müssen, um so ernster, Aud) bi? arabische Bevölkern na ist sehr beunruhigt, vor allem die Araberscheichs. Tiefe haben immer mit den Italienern shmpcuh.slerr, mit benen sie in Hanbelsbeziehungen stehen. Aber ihre Lage ist schwierig und heikel.

Wie dieTribuna" weiter schreibt, fand am Montag in Rom em Ministerrat statt, in dem bie tripolitamsche Frage nach allen > Besicht-punlten beleuchtet nntrbc.

Tie italienische Finanzlage.

TieAgenzia Steiani' mit .i a.c Nachrichten über die Emission einer Anleihe sind vollkommen falsch. Ter Staatsschatz verfügt über die notwendigen Mit­tel, um allen Anforderungen gerecht werden zu können, ohne von den Emissionsinuituten im mindesten bie ihm durch das Gesetz gewahrten Vorschüsse in Ansprud) zu neh­men ober Schauvonds verkaufen zu müssen. Für außer­ordentliche Ausgaben, die burd) bie gegenwärtigen Umstünde notwendig werden lonnten, wird burd) die Etatsüberschüsse be vergangenen Jahre gesorgt werden.

Eine italienische Vol°kundgebung.

Piombino, 25. Sept. Als gestern abend eine Ab­teilung Infanterie nad) Florenz abging, veranstalteten etwa 300 Personen, darunter mehrere Anarchisten, in der irri­gen Aii nähme, die Truppen gingen nad) Tripolis, eine Kundgebung gegen bie angebliche Expedi­tion. Tie Gendarmerie würbe mit Steinen beworfen und antwortete mit Revoloerschüssen. Treizehn < enbamun, darunter ein Leutnant, und fünf- Manifestanten wurden verwundet, von lei per en ist einer gestorben.

Eine Falschmeldung.

TieAgenzia Stesaiu' meldet Tas italienische Paket- bootRegina Margherita", von dem ein Gerücht wissen wollte es sei von den Kurten b.i Mersing beschlag- nah int worden, verließ am Morgen des 24. Sept. 2a- tafia, um sich auf gerade»! Wege nach Alexandrien zu begeben.

Vie tta-ajirophe in Toulon.

Sa-reckens Nachricht micbcrgegebcn, daß das französische Schladitschiff LidertL infolge von Exploiionen gefunlen ist, und baß Ipmbcrte von Mensd;cn dabei ihren Too gefunden haben. 3o gespannt gegenivii tig unser Ver^ altnis zu Franlrcich ist, so wirb die menschliche Teilnahme über so namenloses Elend in vielen Familien aud) in Teutschland nicht geringer sein. Ter deutsche Kaiser war denn and) einer ber ersten, bie bem Präsidenten Falliöres ; re Teilnahme ausdrurtten. Unter der Flut von Nachridsten, die heute cing:lausen sind, ist noch nicht eine ganz zuverlässige Meldung über die Ursache und die Schnl'dfrage, und auch über die Zahl der £vicr lauten die Mitteilungen verschieden. TieLiberts" ist eines der modernsten Ld)lachlsd)iffe ber französischen Republik. Sie wurde 1J05 in Tie» stgestellt und rat oei einer Besatzung von 8.15 Mann ein Teplaccment von fast 15000 Tonnen.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Ter Aosbruih des Brande?-

Toulon, 25. 5.vt. Ter Brano auf dem Panzerschiff Libcrts" war um 5 Ui r früh anegebroaien und tron der tatkräftigen Bemul.ungen war cs unmöglich, bas Feuer zu hindern, den Mo bien raum zu erreichen. Aach fünf Explosionen, die in Zeiträumen von einer M i - nute erfolgten, zersprang da- Schiff und legte sich dann zur Leite. Tie 2eute derSibert6" wurden in die Luft geschlende rt und fielen bann ins Wasser zuräd. Es bestätigt sid), baß Hunderte von Spier» zu beklagen sind. Ter Kommandant des Lch'.s'es war Kapitän zur eee Iaurss. Tas Marine Ministerium bestätigt, daß das LinienschiffLiberte" explodiert und gesunken in, wobei ber größte Teil ber Besatzung uutgelommcn ist und fügt hinzu, baß auch das Linien ichisfR ep u bliq ue" an der linken Seite einen Ri ß er f alten hat, ber wahr­scheinlich burd) die Trümmer berLiberte' verursacht wor­ben ist.

Toulon, 25. Sept, liiue u n b e f d) r e t b l i d? c Er­regung hat die Bevölkerung ergriffen, bie noch ber ersten Explosion mafseni.aft nach den Quais strömte. Ma» sa h nur einen Teil des unförmlichen eifer- nen Schiffsrumpfes inmitten von Trümmern, an Die um bi: Verwunbcten ich hämmerten. TieLibertä" Latte < UU M a nn Besatzung, von denen 1 10 be­urlaubt waren. Als nach der ersten Explosion ungefähr tunbert Man» ins Wasser sprangen unö bie anoern sich ans dem Schlas dufrafften und ins Wasser springen woll­ten, befahlen ihnen die Lorgcsctzlen. ihren Ticnst zu oer- richten. Sie blieben an Bord und gingen mn bem Schiff unter.

Von der ,.Leberts" ist nichts mehr als ein Hau>cn zerbrochenen eitlen Eisens, den kleine Tampfer, Barten und Kahne suchend umschwärmen. Tie Reede ist mit Trümmern bebedt. Pumpen erstiden ber. Brand, der unter

der Asche glimmt TieLiberi^' ist in zwei formlose Teile zerrissen. Ter Hintere Turm ist teils vom Wasser bebedt Etwa zwanzig Mann, bie wenige Minuten vor der Explosion ins Wasser gesprunaen sind, wur­den von Booten ausgenommen. Sie suw an Bord des Wracks zurückgekehri.

Tie Zahl der Tokea.

Marseille, 25. Sept. TerPetit Provencal' schreibt: Tie Zahl ber Toten betragt angeblich 2 00. Tie Explosion war die Folge eines Brandes in ber Pulverkammer, die das Pulver für kleine Maliber enthielt. Unmittelbar nach der ersten Explosion entstano eine große. Panik. Man hörte 'Jtufc: Rette sich, wer kann! Ein Teil ber Besatzung rettete sich in Booten. Die dritte Explosion, war großer an Starke; sie beschädigte alle in ber Räch­st ar scha st liegenben Fahrzeuge.

Ter Marineminister ist heille nachmittag um 4.30 Uhr amtlich bavon in Kenntnis gesetzt worben, baß bie Zahl der Toten berLibens" und ber anberen in Mitleibcip» schäft gezogenen Schiffe ungefähr 300 beträgt.

Bon berLiberts' werben, so heißt es in einer an­deren Meldung, ungefähr 350 Rt a n n vermißt, etwa hundert Lpfer sollen an Bord der anderen Fahrzeuge gezählt sein, davon gehörten fünf zu den Dtcltnngomann- ichaften. An Bord derTsmocratie" werden zwanzig Lote und etwa fünfzig Verwundete gezahlt. An dere Lpfer befinden sich an Bord derB4rti<-" und Re- publiquc", die fo schwer befd)abigt find, daß sie fdileu- nigft auf Tod gebracht werde» mußte». Augenzeuge» er- Häre», fie hätten nie so Schreckliches erblickt.

Ter Marinepräfekt von Toulo» meldet: Heute vor­mittag 10 Uhr meldeten sich beim RamenSauf- ruf 2 7 4 Wlann, von denen etwa 40 verwundet waren Gegenwärtig fei man mit Rettungsarbeiten für die noch an Bord Befindliche» beschäftigt. Rach einer .'.'kelduiig desPetit Marfeillais" auS Marseille sei Kapita» zur See Iaurös beurlaubt gewesen. An feiner Stelle führte Fregattenkapitän Joubert das Kommando auf beriL-

Tie Ursachen.

Admiral c r in i n e t hat i» einer Untcriebung mit Ioucnalisteii sich über die Ursachen der Katastrophe der Liberts" folgendermaßen geäußert:

Ein Ü u r - s ch l u ß kann unmöglich die Ursache brr jlam-

bcö PulverS ist u n o i n t b a i. Wenn

lreuzcrJena aufflog, io lag bie Schuld um Schwarj- vulver, welches durch ervlodierendes Wcißpulvei »ui ^m- junbung gcbraäu wurde An Bord der ,Aliberie' bviaiib >ich aber nur Wcißouluer. Ä i r kennen dieUrsachedcr Jl a i a- strophe OerLide r t v" nicht, ober wir dürfen nicht gc- 'latlcii, daß die Hyvokbefe eines Kurzschlusses Gluubm lüibet. Rach ein cm Miinstrrialerluß vom Jahre 1907 ist die Installarion ber cleklrischen Trnhle m den Pulrerlammem der xrrcgsichnse gänzlich umgcfialiei worden Wcnn trotzdem noch eine tat allen gtiahrvolkn Einrichtungen bestanden Haden sollte, so wäre der begangene Fehler s o schwer, daß ich eine so schuldhafte Raä.lassigkcil gar nicht annehmen kann

Nach Mitteilung des Marineministeriums meldete der ftommanbont der2ibcrt6" in seinem letzten Inspeklions« bericht, daß die Maßnahnien zur Au sb e w a hr » n g der Pulocrvo träte für vollständig ausreichend befunden ivorbcn seien.

Aenherungea TelcafieS.

Ter Marine mini st er außette jidi h^ute mittag lreiicvertretern gegenüber über die .«iataslrophe, als er bie Raairicht erhielt, erinnerte er |id) an dieIrna"- natastrophe und fragte sich, ob die Zerstörung derLi­berte" edensalls auf die Entzündung der 'Pulvervorrate zurückzuführen sei. Rachdem er bie letzten Berichte ge­lesen, glaube er nicht, baß die Urfadje auf "das Material' und Pulver zurückzuführen fei Es scheine nicht, daß der Hitze die Schuld gegeben werden könne. Man l aste in der Pulverkammer einmal 33, ein andermal 32, meist 31 Grad gemessen Es bleibe nur bie Möglichkeit, baß der Brand Die Pulverkammer erreichte. Wenn bie Erhebungen dies bestätigen, hosfe er, baß bie Katastrophe :roy ihrer Ausbehnung niemanb entmutige. Er selber hege nach wie vor volles Vertrauen in bie Zukunft ber Flotte, , , v...

FalliireS an Telcasfe.

Rambouillet, 25. Sept. Präsident Falliöres telegraphierte an den Marineminister Telcasss:

Tie Nachrichten, die Sie mir aus Toulon mitteilen, lins für (bibar Utbermittdn Sie ber gefamtnt Marine mein tief­empfundenes £eüuD! Mit Ihnen uno ihr beklage in ron Herzen die Folgen des Unglücks, durch das das Va'erland m Trauer rersetzt worden ist."

Ein Telegramm des Kaisers Wilhelm.

Paris, 25. ctpi. Kaiser Wilhelm telegraphierte an den Präsidenten Fallisres:

2s teilen mir Worte, um elften Ausdruck für mein liefe» Mitgc'ühl mir der nationalen Trauer ganz Frankreichs ru "»den. Tie o lurthtbar geprüften Familien nm^n sich 2tche B<- laßurg derLibers" in . mllung ihrer Pflicht gegen das Vater­land gestorben ist-'

Praiident Fallier es erwiderte:

Ich bin tief ergriffen von den t-.iregten Worten, mit bet.en Eure Mosestät hw Oer Trauer anschtießen, öie ganz JJ-r reicti beirosse». in be;n Zeichen ües :-e»en 'schmerzlichen M':- gtnifcid, das Eure Maie st a: :te Güte haben, an unglückli^ Familien zu richten, die durch das Unglück io furchtbar gepu.;c wurden. Ich bitte Eure Majestät, den Ausdruck meine = leb­haften Tankes entgegm;une''men."

Ter d e u t s d) e B o : s ch a 71 c r beaab st . h ,uic nwi- gen zu dcm u r : . . 1, um 11 1 oen Jtii^brutf

ber Tcünahmc zu übermitteln.