Ausgabe 
26.6.1911 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Ätveroff" für Griechenland. Als die königliche Jacht in die Linie dieser gewaltigen Flotte einfuhr, wurde sie von mäch­tigem Geschützdonner begrüßt. Von allen Schiffen tönten .Hurras, als dieVictor and Albert" sich langsam dem Mittelpunkte der Flotte näherte, um ihren Platz an der Seite desDanton" einzunehinen. Aach der Revue empfing der König an Bord der königlichen Jacht alle Admirale und höheren Offiziere der fremden .Kriegsschiffe. Rach dein Empfang lehrten der König und die Königin auf ihrer Jacht unter dem Donner der Geschütze in den Hafen zurück.

Die französische Ministerkrisir.

Paris, 25. Juni. Rach seiner Ankunft von Rouen begab sich Präsident F a l l i e r e S zu Monis, der ihm die Demission des Kabinetts unterbreitete. Falliercs er­klärte sich mit der Demission einverstanden.

Als zukünftiger Ri i n i st e r p r ä s i d e n t wird mit einer getvisscn Bestimmtheit Eaillaux auf Grund einer Unterredung des Präsidenten Falliöres mit Monis, Tuboi und Brisson genannt. Wahrscheinlich wird Caillaux schon morgen von Falliercs mit der Bildung des Kabinetts be­auftragt werden. Man glaubt, das; er den Auftrag unter dem Vorbehalt annchmcn tverde, das; er die Mitwirkung der Führer der repnblilanifchen Partei erhalte. Die Be­sprechungen lvcrdeu zwei oder drei Tage in Anspruch ueh- nieit. Als sicher gilt, das; Delcasse bei der Zusammen­setzung des Kabinetts Eaillaux das M a r i n e m i u i st c - rium und Pams das Ackerbauministerium behalten wer­den. Für das Justizministerium würde Eruppi in Frage kommen, an dessen Stelle de Solvcs die Leitung des Mini­steriums des Aeußcrn übernehmen würde. Endlich würde sich Caillanr der Mitarbeit Poincares, Leon Bourgeois und Paul Dcchants versichern. Eaillaux tvürdc mit dem Prä- sidium das Ministerium des Innern verbinden.

Der Ausstand der Seeleute.

Rotterdam, 24. Juni. Tic Reeder beschlossen, den Ausständigen unter keiner Bedingung Zugeständnisse zu machen, sic fordern beding u ngsl o s c U 111 c r werf li it g.

London, 24. Juni. In allen Häfen von Firth of Forth steht die Schiffahrt still, iveil es unmöglich ist, die Besatz­ungen zu vervollständigen.

Liverpool, 24. Juni. Der Präsident des Distriktstrcik- komitces, Tom Mann, erließ ein Manifcst, in dem er mrtteilt, daß beschlossen lvurdc, alle der Vereinigung angehörige Seeleute, Heizer, Köche und Stewards von den Schiffen der Shipping Federation angehörigen Firmen am nächsten Montag zuruckzuzichcu.

Deutsches Reich.

Ter Kaiser stattete am SamStag nachmittag dem ameri­kanischen KriegsschiüL o u i s i a n a", das im Kieler Hafen liegt, einen Besuch ab. Um 6,36 Uhr traf der Reichskanzler in Kiel ein und nahm auf derHohcnzollcru" Wohnung. Der Kaiser empfing den Reichskanzler bald nach seinem Eintreffen.

In Berlin wurde der neue deutsch-japanische Handels und S ch i f fa h r t s v c r t r a g nebst dem dazu ge- lyörigeii Zollablommen von dem Staatssekretär des Auswärtigen v. Kiderlen Wächter und dem dortigen japanischen Botschafter Baron Chinda unterzeichnet. .

LautPerl. Tagebl." wird das Fo r t b il d n n g s schu l- gesetz in der laufenden Session des preußischen Landtags nicht ni c I) r zur Erledigung gebracht werden. Nachdem die aus Konservativen und Zentrum bestehende Äusschußmehrheit die Ein- tührung des fatultatwen Religionsunterrichtes in die Fortbildungs­schule beschlossen hatte, erklärte die Regierung daS Gesetz mit dieser Bestimmnitg für rmaunehmbar.

Ausland.

Parallel mit den Verhandlungen, die Freiherr v. Bienerth in den nächsten Tagen mit den Parteiführern pflegt, gehcü die ^Verhandlungen des Freiherrn v. Gautsch, der dcil Auf­trag erhalten Ijnt, sich wegen der Durchführung des großen Ar dcitsprogramms mit den Partciol zu verständigen. Wenn die ,Verhandlungen des Freiherrn v. Gautsch, die sich auch auf die K a b iil c tt sbi l du n g beziehen werden, Erfolg haben, tritt das Kabinett Bicnerth zurück und v. Gautsch wird Nachfolger. Letzterer würde ein gemischtes Kabinett ailS Beamten und Parlamcn- tariern bilden.

In T r i e st fand der S t a p e l l a u s des eisten Dreadnoughts Viribus UnitiS" statt. An der Feier nahmen teil als Vertreter des Kaisers Erzherzog Franz Ferdinand, der mit seiner Gemahlin, der Herzogin von Hohenberg und der Erzherzogin Maria Annunciata erschieil. Außerdem waren zugegen die Mi­nister Graf Wickenburg, Buriau und Georgy, sowie die Spitzen der Marinebelwrdcn, die fremdländischen Offiziere intb Attaches, unter ihnen der deutsche Marineattachö Graf v. PofadowSky- Wehner. Tic kirchliche Einsegnung vollzog der apostolische Fcld- vikar.

Ter Sultan traf auS Monastir in Saloniki ein, vom Ttzali, dem Korpskommandanten, dem Zcittralkomitce für Ein­heit und Fortschritt und der Stadtvcrttetung begrüßt. Ter Sultan

brächte, als die Adoption einer Erfindung, deren Wich- feit und Folgen für die ganze Welt unberechenbar find?

Mr. Eharnock aus Ehiswick hat auch bei Bruder Jona­than kein Glück gehabt -- Bruder Jonathan traute der Sache nicht recht und wartete, bis die Wrights die Maschine gleich vormicsen.

*

2 i c Tragödie des Paradiesvogels und des Edclrcihcrs. Tas nenefte Heft dersüddeutfcknm Monats­hefte" üt München bringt eine erfdjfittcrnbe Anklage gegen die Vernichtung der Paradiesvögel und Edelreiher. Professor E. G. Schillings, einer unserer vorzüglichsten Naturforscher, erzählt dort von bent rohen, gewissenlosen System, nach dem diese herr­lichen Vögel zu Hunbcrttaufcndcn hingemordet werden, um die Eitelkeiten der weiblichen Hutmode zu befriedigen. Die Edelreiher ». B. tragen nur während der Paarungszeit und während des Brütens ihren vielbegchrten Schmuck. Zu dieser Zeit vereinigen sich eine große Anzahl Tiere auf bestimmten, den Vogeljägern bekannten Brutplätzeu. Schon vor ihrem Eintreffen hat sich oct Jäger dort seine Hütte gebaut und macht bann die Tiere durch sein harmloses. Umherschlendern so fick;er, daß sie ihn nicht mehr beachten. Wenn dann die Jungen ausgebrütet, aber noch unflügge int Nest auf die Hilfe der Eltern angewiesen sind, sucht sich der Jäger seinen Platz ut der Nähe der stets gleichbleibenden Flug­linie der alten Tiere zu den Nestern hin und knallt von dort aus eines nach dem andern nieder. Tie übriggebliebenen werden nur lurzc Zeit von den Nestern fcnigchnlten, aus denen das Geschrei der Jungen immer kläglicher ertönt. Tic Elternliebe siegt, die Alten Kommen immer wieder heran, bis auch das letzte Tier erlegt - .Die Jungen sterben dann natürlich den Hungertod. Es find wollt schon früher hier und da derartige Klarstellungen dieser Bestialitäten versucht worden, aber nie mit solch ergreifender E Anschaulichkeit wie in dem Artikel von Schillings. Auch wird :immer wieder von feiten der Federhändler solchen Ausftihrungen widersprochen und behauptet, _bie Federn seien noch der Brutzeit aufgelesen Ties wird von Schillings sowohl als auch von Pros. <y a i r j i c l b - £ -5 b o r n und James Buckland üM ab- hd:tlid;c Unwahrheit hingestellt. Wir können unseren Lesern und iiamentLid) den Tarnen die Lektüre dieses Artikels nur dringend empfehlen. Wer ihn gelesen hat, wird dann als Wissender sein -teil dazu beitragen, daß diesem grausigen Frevel an lebenden Geschöpfen, der in raffinierter Weife, den I n st i n k t d e r E1 t e r n liebe benutzt, um ein (Rschäft zu machen, ein Ziel gesetzt wird wie sich Frau Till« Turienx, die bekannte Berliner Schauspielerin'

schiffte sich mit den Prinzen, Ministern und Gefolge auf dem Kriegsschiff ...Haireddin Barbarossa" unter dem Salut der Ge­schütze zur Abfahrt nad) Konstantinopel ein.

TieKölnische Zeitung" meldet aus Cetkinje: Am Sonntag morgen waren alle anwesenden Gesandten der Großmächte der Balkanstaaten beim König versammelt. Sie verhandelten anderthalb Stunden über die Frage der Berichtigung der t n r i i s ch >n o n t c n c g r i - nischen Grenze und über die schwierige La ge Mon­tenegros, die burd) die Weigerung der Aufstänbischen, der Mahnung des Sultans zur Rückkehr Folge zu leisten, herbeni- gcführt wurde. Ter König b$t, unterstützt durch mehrere Ge­sandte, den türkischen Gesandten, nadi Podgoritza zn reifen und persönlich mit den Führern der Aufständischen 51t verhandeln. Ter türkische Gesandte erklärte fickt bereit, morgen dorthin ab* zureisen._________________________'________________________________________

Srantfurtcr Ruder-Regatta.

Franks 11 r t, 25. u. 26. Juni.

Trüb, regelt)dimer laßet der Tag über der neblichten, gliftemden Mainebcne. In düsteren Scharen ziehen die schwärzlichen Wotkcn- rissc über den Himmel und sprengen in leichten Güssen glitzernde Regenschauer herab. Matt, gleich einem verdeckten Lichte, leuchtet die Sonne in zitternden, unsicheren Strahlen über die alte Kaiser- ftnb.t. Kraftlos gleiten die flirrendengoldigen" Pfeile über die i'tillbcmcgtc, sanftbraune Wasserflut, aus deren wellendem Rücken sich in zwei Tagen Kämpfe heiteren Sportes in munterer Folge entscheiden. Eine großartig^ Rennsahrt steht in Aussicht, 34 Ver­eine haben mit 158 Rennen zum Start gemeldet: der Mainzer Ruberverein zog allerdings in letzter Minute noch einige Mel­dungen zurück. Das bedeutendste Ereignis des ersten Tages bildeten die Siege des Mainmeisters V. M e n z, der sich dieses Jahr in Mannheim aussich-tsvoll um die Rhcinmeisterschaft be­wirbt, und der Submigs härener Ruber-Ge feilsch ast in ben beiben Vierern mit unb ohne Steuermann gegen b i c M ainzer ,,K a i 1 c r m a n n s ch a f t".

1. Be g r ü ß 11 ngS - Eine r. Willi Kohlbccker von ber Frank­furter RubergesellschaftGermania" weiß in ruhiger, sicherer Fahrt Ludwig Rcicharb vom Frankfurter Ruder-Klub, der bei 1OOO Meter führt, zu schlagen und geht mit l1 j Längen Vor­sprung als Erster durchs Ziel, 8,253/.-,. Ludwig Reichard 8,284/5. Heinz Meletta, Ruder-Klub Wiesbaden, 8,52*/j. Heinrich Bangert, Ruder-Gesell schäft Heidelberg, 8,543 2. P reis b 0 in Saal'

Hof, SB i er e r ohne Steuermann. Es beteiligen sich am Rennen die Offenbacher Ruder-GesellschaftUndine", der Mann­heimer Rudcr-Klub und, der Mainzer Ruder-Verein. Wegen Kol- lifion kurz nad) dein Start scheidet der Mannheimer Rnbcr-Klub aus. Die beiden anderen Boote starten aufs neue, worauf der Mainzer Ruder-Vcrcin wegen Kollision mit Offenbach ausge- sck)lossen Irirb. Offenbacher RudergesellschaftUndine" 7,42Vö ; (Mainzer Ruder-Verein 7,28'/./. 3. Preis des Deutschen R n d e r - V c r b a n d e s , Vierer. Ter Mainzer Ruder-Verein nimmt an diesem Rennen nicht teil, um seine Mannschaft zum Rennen um den. Preis vom Main zu sdwncn. Der Ludwigshafener Ruder-Verein führt glcid) vom Start an und siegt trotz aller Be­mühungen des Grashopper-Klubs Zürich mit glänzender Zeil nad) herrlichem Rennen 7,02s'.. Grashopper Zürick) 7,7; Frank­furter Ruder-Vcrcin 7,151.,. 4. Staats-Preis. Vierer für Junioren. Von 18 gemeldeten Booten nehmen nur 4 teil, der Hanauer Ruder-KlubHassia", der Dffcnbadyer Ruder- Verein, die Franlfurtcr Rubcr-GcfcllschaftGermania" und der Mannheimer Ruder-Klub. Offcnbad) übernimmt die Führung und hält trotz aller Anstrengungen ber Frankfurter Ruber-Gesell- schastGermania" bic Spitze, die nad) hartem Ringen mit dem Hanauer RuderklubHassia" sogar drittes Boot wird (7,25: 7,30:7,301/ü). Der Mannheimer Ruderklub gibt kurz nach dem Start auf. 5. T> a m c n - P r c i s. Einer. Valentin Menz von der Kasteler Ruder-Gcsellschaft erringt nach hartem Kampfe mit Georg Lepz vom Kitzingcr Ruder-Verein den Preis (7,594/.->: 8,1. Ludwig Reichard vom Frankfurter Ruderklub aufgegeben. 6. Strahlenberg-Preis. Vierer. Start dreier Boote. Mannheimer Rubcr-VereinAmicitia" geiuimit mit zwei Längen in )id)ercr Fahrt 7,252/ö- RuderklubFranken", Schwein­furt , 7,322/5. Rilder-Verein Ems gibt, auf. 7. Preis v 0 it Frankfurt. Vierer. Ter Grashoppe.r-Klüb Zürich, der fd)on im Rennen mit Ludwigshafen eine glänzende technische Turdchildung zeigte, reißt in schöner Fahrt den Sieg an sich, obwohl die Kastcler Ruder-Gesellschaft ihn anfangs ziemttch hart bedrängte, am Schlüsse allerdings etwas ab fiel (7,133/ö: 7,184/j- Tie Heilbronner Ruder-Gesellschaft wurde letztes Boot 7,26J/5- 8. Staats-Preis. A ch ter für Junioren. Ein pracht­volles, geschlossenes Rennen. Alic beteiligten Boote bleiben bis kurz vor dem Ziel in fast gleicher Höhe. Tann geht die Frank­furter Ruder-Gescllsd)aftSachsenhausen" mit kräftigem Schlag vor und geht als Erster durchs Ziel 6,413/5. Tic Kastcler Ruder- Gesellschaft müht sich vergebens, gegen Sachsenhausen aufzukom- nieit, muß sich jedoch mit der zweiten Stelle begnügen 6,17. Als drittes und viertes Boot kommen scharf hintereinander die Ruder-Gcsellschaft Worms 6,50 und ber Mannheimer Ruder-Klub 6,50Vs. 9. Präsidenten-Preis. Doppelzweier ohne S t c n c r m a n n. Die Frankfurter Ruder-GesellschaftGer­mania" hat sich als einziger Verein zu diesem Rennen gemeldet und trug so leichten Kaufes den Sieg davon, 7,44]/5. 10. Uni­versitätspreis. Vierer. Es beteiligen sich an dem Rennen die Rud.-Gescllsch. Heidelberg, der Rud.-Klub Heidelberg, ber Verein Aviron Romanb Zürich" und der Grashoppcrklub Zürich. Ter

der dieser Artikel vor dem Erscheinen zu Gesicht kam, sofort ent­schlossen hat, von nun an keine Reiher-, Paradiesvögel ober ähnliche Hüte mehr zu tragen. DieSüddeutschen Monatshefte" werden bereitwilligst die Namen der Damen bclamttgcbcn, Die sich diesem Versprechen anschließen.

If. Tic Verweiblichung deS S ch u l u n t e r r j d> t s i n A m c r i k a. Einen interessanten und beachtenswerten Mahnruf erhebt eine Frau, Annie P. Porritt, int Maihcfte des amerilanifchenEdueational Review". Ter Wert des Aufsatzes liegt in erster Linie darin, daß cs eine Frau ist, die die Gefahren der Verweiblichung des Schulunterrichts für das ganze öffentliche Leben zugibt. Für uns Deutsche kommt diese Gefahr freilid) zum Glücke so gut wie nicht in Betracht: in Amerika ober ist sie brennend, wie sckwn Professor Hugo Münster berg in seinem Buche über die Ameriläner dargelegt hat, unb in neuerer Zeit hat die Verweiblichung des Unterrichts and; in Großbritannien be­unruhigende schnelle Fortschritte.gemacht. In Amerika überwiegt bic Zahl der Lehrerinnen an den Volksschulen die der männlidycn Lehrkräfte ganz außerordentlich, und der Erfolg dieses Versuchs tft nach dem Zugeständnisse der Miß Porritt kläglich. Treffend hebt die Verfasserin hervor, daß die staatsbürgerliche Erziehung und die politifck)c Auffassung des Heranwachsenden Geschlechtes nachteilig baburd) beeinflußt werben müsse, baß seine Erziehung in ber Hand eines Teiles der Bevölkerung liegt, der nicht im eigentlidjcn Sinne des Wortes zu den Bürgern gezahlt werden kann, aud) keinen Anteil an der Regierung hat. Wenn Miß Porritt die Monopolisierung des Unterricksts burd) die Frau mit dem Unterrichte der Griechen und Römer durch Sklaven ver­gleicht, so kennzeichnet sich dies als eine Uebcrtrcibung. Daß aber Auffassung, Urteil und Empfindung der Jugend, bic in ihren empfänglichsten Jahren vorwiegend unter weiblichen Einfluß ge­stellt wirb, baburd) ihren Stempel erhält, und oft in durchaus nicht günstiger Weise, daß die väterliche Autorität in Amerika in den Hintergrund getreten ist, das; bic Erziehung der ameri Ionischen Jugend unter diesen Umständen großer Einseitigkeit anheim gefallen ist: das alles sind unbestreitbare Wahrheiten, und es ist aller Ehren wert, daß eine Amerilancrin offen auszilsprcchcn wagt, in bicicr Beziehungchabe ber Versuch der Demokratie in den Vereinigten Staaten versagt. Tas freilich braudft kaum aus­gesprochen zu werben, daß Miß Porritt aus den Tatsad)en zweierlei al> möglich ober ivünscknmswcrt folgert: entweder männlichen Unterricht für bie männliche Jugend ober aber völlige politische Gleichberechtigung der 5rau. Das durfte nicht fehlen! In dieser Hinsidst hat bic Amerikanerin aus demfehlgcfdüagcnen Versuch ber Demokratie" offenbar noch nickn.- gelernt.

Grash'vpcr ': schon kurz nach beinJBtart die Führung

unb hält jie mit eiserner Energie bis zum Sdstnß 7,I7-Z. Als zweites Boot ging derAviron Romand", als drittes der Heidel­berger Ruder-Klub und als letztes die Rudcr-Gesctlschaft Heidel­berg durchs Ziel 7,20-3 : 7,303/ ,: 7,434 . . 11. Preis vom Main. Vierer ohne Steuermann. Es starten nur der Mainzer unb ber Ludwigshafener Rudervercin. Der Frankfurter Ruder-Verein zog seine Meldung zurück. Ludwigshafen entreißt mit kräftigen Schlägen der Mannsdtaft des Mainzer Ruder- Vereins trotz aller Bemühungen der Leute den Preis, obwohl sie bis zu 1700 Meter führten, und geht mit 6,44i - als Sieger durchs Ziel. Mainzer Rnder-Vcrciii (>,543/5. 12. Heh ter-

P reis. A ch t c r. Die Mannheimer Ruder-Gcsellschaft _Ami- citia" nimmt vom Start aus bic Führung und geht in schönem Endsport durchs Ziel 6,313/-,. An ztveiter Stelle kam die Kafteler Ruber-s^scllschaft 6,06-/5, dann bic Offenbacher Ruber-Gescllschaft Unbinc" 6,40</5 und als letztes Boot der Ofseirbacher Rudcr- VcrcinHellas" 6,41','5. O. N.

2lits Stadt rind £atiO,

Gießen, 26. Juni 1911.

Hessischer Verein für Luftschiffahrt (Orts« qruppe Gießen). In der am 19. Juni 1911 abgehaltenen Vorslandssitzung wurden die Vorftandsämter wie folgt besetzt: Erster Vorsitzender: Profesior Dr. W. Sievers, zweiter Vorfttzendec: Professor Dr. W. König, Schrift- ührer: Rechtsanwalt und Notar L. Rocm Held, Schatz- tneister: Bankdirektor L. Grieß bau er, Vorsitzender des FahrtenauSschusfes: Zahnarzt P. Reinewald, erster Stell­vertreter des Vorsitzenden und ivissenschaftiicher Beirat im Fahrtenausschuß: Lehramtsassessor Dr. A. Peppler, zweiter Stellvertreter bc6 Vorsitzenden und technischer Beirat im Fahrtenausschuß: GaswerlSdirektor A. Sie ding, Beisitzer: Oberst und Regimentskommandeur von Trotta, gen. Treyden, Professor Dr. M. Biermer, Beigeordneter K. Keller. Die Ernennung weiterer Beisitzer ist vorgesehen. Die Vereins-Zusammenkünfte finden bis auf weiteres im Hotel Groß Herzog statt. An den Ballonaufstiegen können sich nur Mitglieder des Vereins beteiligen. An­meldungen sind an den Vorsitzenden des Fahrtenausschusfes, Zahnarzt P. Reinewald, oder dessen Stellvertreter, Dr. 91. Peppler, zu richten. Der Fahrpreis, der vor der Fahrt an die Mitteldeutsche Kreditbank hier zu entrichten ist, beträgt Alk. 100., wozu noch der entsprechende 9lnteil an den Transportkosten und VerpflegungSkostcn des Führers und dem etwa. z»t leistenden Flurschadenersatz hinzutritt. Außerdem ivcrdcn sogenannte Freifahrten veranstaltet, zu denen die ich meldenden Lllitglieder ausgelost iverden. Für diese be­trägt der Einsatz Rik. 50.. Der Verein erblickt seine Auf­gabe in der Veranstaltung von Freiballonfahrten zur För­derung ivissenschaftlichcr, militärischer und sportlicher Zivecke. Für die von dem Verein beabsichtigten wissenschaftlichen und unterhaltenden Vort rüge mit Lichtbildern ist bereits einer der ersten wissenschaftlichen Redner in der Person des Pr-vat- dozenten Dr. Wegener in Riar bürg gewonnen. Dec Vortrag ivurde aber auf die kältere Jahreszeit verschoben, in der mehr Interesse für Saalvorträgc besteht.

* * P r 0 b i n z i a l d i r e k t 0 r T r. U s i n g e r hat heute einen mehrwöchigen Urlaub angetreten.

* * 18601910. An Stelle des Waldfestes vereinig­ten sich gestern die Fünfziger 18601910 im Saale des Restaurants zur Liebigshöhe. Mit den Weisen der Musikkapelle wechselten Reden, Vortrag unb Tanz. Eine chön arrangierte Polonaise der munteren Kinderschar sowie iinc solche der 14= bis 40jährigen Damen trug zur Er­höhung der Feier bei. Im übrigen kann sich der Verlauf den uörangegaitgciien ähnlichen Festen würdig anjchließcu.

* * I m Kincmatv grapl) findet der neue Spiel plan leb­hafte Anerkennung. TaS packenbc Drama, daS Louis Fcuil- I ab c unter dem Xitel D c r Skandal für daS Lickftbildthcatcr bearbeitet hat, schildert mit eindrücklicher Kraft, daß böse Zungen bic uneigennützigste, beste Handlung zur Gemeinheit stempeln und ein Leben in den Schmutz treten, ohne daß dem armen Verleum­deten ein RettungSweg bleibt. In Franzi kommt eine Episode aus einem Künstlerleben sehr wirkungsvoll zur Darstellung. Eine reizende NaturanfnalMc ist Helgoland. Von den humoristischen Stücken erwähnen wir: Gottlieb Wurm als Eilbote, Rosalie unb Lottchen im Theater, Lemkes Traum. Nicht vergessen sei nod) das große Drama: Tas Brot ber kleinen Vögel. Als Einlage kamen roieber bic Aufnahmen von dem Ballonaussticg unb von dem Verkäufstag der Großherzogin unter allgemeinem Beifall zur Ausführung.

Neberfahren und an beiben Armen stark ver­letzt wurde am verflossenen Samstag in der Steinstraße ein 6 jähriges Kind von einem Fnhrknecht, der drei leere Wagen hintereinander gekoppelt hatte. Der Fuhrknccht hat in letzter Zeit häufig gesetzwidrig beladene Wagen an­einander gekoppelt gefahren und ist deshalb, da Warnungen nicht fruchteten, verschiedentlich angezeigt tvorden. Jrn vor­liegenden Falle dürste er sich wegen fahrlässiger Körper­verletzung zu verantivorten haben.

. Raffinierte Betrüger. Am verflossenen Samstag erschienen in einer hiesigen Geschäftsfiliale bei der Verkäuferin zivei unbekannte junge Riänner und boten Stoffe zum Verkauf an mit dem Bemerken, sie ivürden sie zu billigem Preise losschlagen, da sie Geld gebrauchten. Da die Stoffe nicht gekauft ivurden, baten sie, man möge ihnen 75 Mk. geben, sie hätten einen Wechsel einzulösen, als Sicherheit wollten sie den Stoff da lassen. Die Verkäuferin ging auf das Ansinnen ein, holte 75 Mk. auf der Sparkasse unb übergab sie den Fremden gegen einen Schuldschein und das Paket. Letzteres hatte kaum 15 Mk. Wert unb der Schuldschein war von den Betrügern ivieder eingesteckt worden. Die Betrüger haben diesen Trick in mehreren Städten bereits mit Erfolg ausgefühlt und die Behörden fahnden nach ihnen.

Kreis Büdingen.

-I- Büdingen, 25. Juni. Gestern abend fand int Stern" hier unter Vorsitz des Fürsten Wolfgang eine Zu s a nt m e n k u n s t der in Büdingen wohnenden ehe­maligen Schüler des E r n st - W 0 l f g a n g - G y in nasiunts statt, in der über die Zusammenkunft ehe­maliger Schüler beraten wurde. Tiefe Feier fand seither alle zehn Jahre statt, mußte aber vor fünf Jahren infolge des Heimganges des Fürsten Bruno ausfalleu. Fürst Wolfgang berichtete über die bisher getroffenen Vorbereitungen, u. a. auch Über die Zusammensetzung der Ausschüsse, bic die Zustimmung der Versammlung sanden. Tanack; werden an dem Zustandekomtnen des Festes arbeiten: ein geschäfts­führender Ausschuß, ein Finanzausschuß, ein Wirtschafts-, Musik- und TekorationsauSschuß, ein Wohnungs und Emp­fangsausschuß, und ein Preßausschuß, denen das Recht der Zuziehung anderer interessierter Personen zustehl. Es wurde beschlossen, falls der geschäftsführende Ausschuß nicht einen günstigeren Zeitpunkt findet, die Feier am 12. und 13. August d. I. zu veranstalten. Als vorläufiges Pro-