Ausgabe 
25.9.1911 Zweites Blatt
 
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fronen. In beit Jahren 1899 bis 1910,hat bie evangelische Kirche einen Gesamtzuwachs von 45 674 Personen erhalten. In U n - yarn hält das Wachstunt der evangelisch-lutherischen Bevölkerung mit denr Wachstum der übrigen Kirchen nicht -schritt, so daß die Verhältnisziffer der Evangelischen ständig zurückgeht. Sicherlich trägt die Auswanderung einen Teil der Schuld. Die meisten dieser Verluste treffen die evangelische Kirche in den zum 4,cu sehr weit entfernten und kirchlich mangelhaft versorgten Filialen, in den Missionskreisen und in der Diaspora. Für den Olten Ungarns bedeutet die siebenbürgische Landeskirche einen alten gefestigten Kulturfaktor, der durch andere Faktoren nicht so letcht ersetzt werden könnte. Der Bericht geht dann auf die Orgam- sation des Vereins ein. Neue Vereine sind in 33 Orten entstandet, drei Vereine haben sich aufgelöst, die Zahl der Zweigoeretne hat sich von 2056 auf 2086 erhöht. Die Zahl der Frauenveretne belief sich auf 690 gegen 676 im Vorjahr. Studentische Gustav- Adolf-Vereine bestehen in Heidelberg, Königsberg, Straßburg, Tübingen und Leipzig. Tie Zahl der Hauptvereine hat uch seit Anfang 1911 von 45 aus44 vermindert, da in der Provinz .Hannover der Hcnrptverein Göttingen und vier Provinzialveretne in den neuorganisierten Hauptverein Hannover aufgegmrgen sind. Nicht in organischer Verbindung mit dem Gesamtverein, aber doch in ständiger und enger Fühlungnahme mit ihm arbeiten die drei schwedischen Vereine zu Stockholm, Gotenburg und Lund und die Niederländische Gustav-Adolf-Vereinigung zu Leiden. Für thre Arbeit stellen diese Vereine von sich aus einen Unterstützungsplan auf, ohne Vorschläge von dem Zentralverein zu erhalten. Aber sie teilen nicht nur ihre gesamten Verwendungen dem Zentral­verein mit, sondern sie leiten auch einen großen Teil ihrer Gaben durch seine Kasse und stellen ihm alljährlich eine bestimmte Summe zu freier Verfügung.

Der Kassenbericht weist folgende Zahlen auf: Die Ein­nahmen der Zentralkasse an Beiträgen der Vereine einschlteß- lich der Festgabe in Stralsund betrugen 749 654 Mark gegen 764 130 in 1909. Ferner gingen von verschiedenen Gebern 41105 Mark ein und an Legaten wurden dem Verein 72 323 Mark zu­gewendet. Die Ausgaben der Zentralkasse stiegen auf 821 414 Mark gegen 815 911 Mark in 1909. Tie Verwaltungskosten wuchsen im Jahre 1910 auf 47 542 Mark und infolge höherer Ausgaben für Unterstützungen blieben dem Zentralvorstand Ende 1910 mrr 156 158 Mark zur freien Verfügung. Das Vermögen der Zentralkasse betrug Ende 1910 2 039 887,50 Mark und tst gegen 1909 um 65 011 Mark gewachsen. Unter den Legaten und Stiftungen befindet sich ein solches in Höhe von 20 000 Mark von Fräulein Cornelia Schunck in Leipzig.

Hierauf folgte die Ueberreichung der Festgaben. Namens des Frankfurter Hauptvereins überbrachte Bankdirektor Karl Finck den Gesamtbetrag von 35 903 Mk., zu welchem die Frauen­vereine Frankfurts 8423 Mk., die deutsch-reforntierte Gemeinde '4000 Mk., die französisch-reformierte Gemeinde 4198 Mk., ge­stiftet hatteit und welcher Betrag in erster Linie der Diaspvra-Ge- meinde Schwanheim bei Frankfurt zugute kommen soll. Die evangelisch-lutherische und reformierte Shnode stifteten 1111 Mk. Pfarrer Pauly überbrachte 200 Mk. für die beiden unterliegenden Gemeinden. Namens der Heidelberger Frauenvereine überbrachte Frau Loos 300 Mark. Kaufmann Schlundt (Bremen) überbrachte als Ergebnis der von Pastor Zauleck gesammelten Kindergaben 24110 Mark und zwar für die Gemeinde Blieskastel, deren Pfarrer Albrecht herzlichen Dank für die Gabe sagte, die für Kirchen- und Pfarrhausbau bestimmt sei. Pfarrer Oprotenzky (Klosters in Böhmen) überbrachte die Grüße der evangelisch-tsche­chischen Gemeinheit und 670 Kronen, um damit der Not armer deutscher Gemeinden in Böhmen zu steuern. Ebenso überreichte Pfarrer Hreiza (Königgrätz) namens der tschechischen Lutheraner von Ostböhmen 200 Mark.

Namens der ungarischen evangelischen Gemeinden sprach Pastor Fauler (Tusza). Auch die ungarischen Evangelischen fühlten sich eins mit den übrigen deutschen Brüdern, auch ihre Wiege habe in Wittenberg gestanden. Allerdings seien die ungarländischen Evangelischen gegenwärtig namentlich int Zipsaer Kommitat sehr bedrängt, denn seitdem die Borromäus-Enzyklika erschienen sei, hätte sich eine Hochflut von Priestern und Mönchen aus Frankreich, Spanien und Portugal über das Land ergossen, die das alte rcgnunt marianum wiederherstellen wollten. Der Redner überreicht 2000 Kronen namens der ungarländischen Hilssanstalten. Für die Evangelischen der Schweiz sprachen Dekan Ganz und Professor Thomas (Zürich), Professor Wede­kind für die Evangelische Gesellschaft im Wuppertal, Professor Vogt (Berlin) für den VereinFrauenhilfe".

Damit schloß die Hauptversammlung.

verbandrtag deutscher Architekten und Ingenieure.

~ Müuster, 22. Sept.

Heute und morgen hält hier der Verband deutscher Architekten imb Ingenieure seinen 40. Verbandstag ab. Die Tagung findet im Landeshause statt. Ter Verband, der über ganz Deutschland verbreitet ist, zählt über 9000 Mitglieder und ist auf der Tagung durch 75 Delegierte vertreten. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, bayerischen Ministerialdirektor v. Re- verdy begrüßte Landeshauptmann v. Hammerschmidt die Delegierten. Tie Grüße des zurzeit abwesenden Oberpräsidenten von Westfalen überbrachte Regierungs- und Baurat H o s ch , Re- gierimgspräsident v. Jarowski gab dem Wunsche Ausdruck, die Verhandlungen möchten von gutem Erfolg begleitet sein.

Nachdem der Vorsitzende für die begrüßenden Worte gedankt hatte, wies er darauf hin, daß der WahlspnichWägen, dann wagen!" gerade den Technikern besonders sympathisch sei. Ohne Wagemut gebe es feinen Fortschritt und dieser Wagemut müsse zum Ausdruck kommen, auch wenn die Unterlagen des Entschlusses nicht immer fest stehen. Der Techniker muß wagen, sonst kommt er nicht vorwärts. Tann aber muß das erste Moment des Wahlspruchs hinzukommen. Wenn man wagen könne, müsse man auch wägen können. Der Vorsitzende wies dann auf die ^einzelnen Verhandlungsgegenstände hin, so besonders auf die Schaffung einer eigenen V e rb an d s z e i l u n g , welche die Mittel ge­währen soll, die zum Wohle des Verbandes nötigen Aenderungen zu schaffen, die zum Teil schon heute. zum Teil später erforder­lich sind.

Nach Erstattung des Geschäftsberichts durch den Regierungs­baumeister Franz us wurde der Bericht der Rechnungsprüfer entgegengenommen und dem Kassier Entlastung erteilt. Baurat orte erstattete sodann einen umfangreichen Bericht über das Bürgerhaus-Werk, über das der Verband ein besonderes Flugblatt hat verbreiten lassen.

In der Aussprache wurde bezüglich des Verbandsorgans beschlossen, zur Bearbeitung der Frage einen besonderen Ausschuß von 7 Mitgliedern einzusetzen.

Stadtbaurat Köhn (Berlin) erstattet sodann einen umfang­reichen Vortrag über Verwaltungsreform und Bauwesen in Preußen. Der Verbandsvorstand bat über diese Frage eine um­fangreiche Denkschrift ausarbeiten lassen.

Es wurdeit hierauf einzelne interne Vereinsangelegenheiten besprochen und u. a. die Frage erörtert, ob es nicht zweckmäßig sei, dett in Ortsgruppen gegliederten Vereinen eine Vertretung auf der Tagung zu ermöglichen. Von diesem Vorhaben wurde aber nach längerer Aussprache wieder abgesehen.

Im Verlauf der weiteren Beratungen wurde der Antrag eingebracht, den bisherigen Vorsitzenden, der am 11. Januar 1912 sein Amt niederzulegen gedenkt, zum Ehrenvorsitzenden zu er­nennen. Dieser Vorschlag fand allseitigen Beifall.

Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

~ Münster, 23. Sept.

In den fortgesetzten Verhandlungen des 40. Verbandstages des Verbandes deutscher Architekten- und Jngenieurvereine wurde nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden, Bayerischen Ministerialdirektor v. Reverdy zunächst die Schaffung einer eigenen Verbandsze11schrift beschlossen. Weiter wurde berichtet über ein juristisches Gutachten betreffend gerichlltches Korgehen in Fällen von unlauterem Wettbewerb und beschlossen.

daß nur Vereine, welche die Rechte juristischer Personnr besitzen, selbständig vorgehen können. Hinsichtlich der Frage der Versagung praktischer Bautätigkeit gegenüber Lehrkräften an gewerblichen Lehranstalten (Baugewerkschulen) war die Versammlung der An­schauung, daß eine solche Versagung im Interesse bet Schuler nicht wünschenswert sei, daß aber Schulen selbständig Bauten nicht übernehmen dürften.

Baurat Körte (Berlin) sprach sodann über einzelne Vor­kommnisse auf dem Gebiete des Wettbewerbswesens.

Der Verbandstag sprach sich weiter dahin aus, daß bte tfrage der Abschaffung der Schiedsgerichte und Einsetzung besonderer Baugerichte nach Art der Gewerbegerichte noch nicht spruchreif sei, daß sie aber weiter verfolgt werden müsse.

Als Ort des nächsten Verbandstages wurde sodann München bestimmt, worauf der Verbandstag nach den üblichen Dankesworten von dem Vorsitzenden geschlossen wurde.

Die Propagandagelder der Üalisqndiratt.

München, 22. Sept.

Vor dem hiesigen Schöffengericht begann, wie bereits kurz mitgeteilt, gestern nachmittag die Verhandlung in der Privat­beleidigungsklage des Prosenors Dr. v. Soxhlet gegen den Reichsrat Freiherrn v. Thüngen. Professor v. Soxhlet war Ende des Jahres 1910 aus dem Bayerischen Landwirtschaftsrat ausgeschieben. Als Grund seines Austrittes bezeichnete er bas Verhalten der beiden Präsidenten des Bayerischen Landwirtschafts- rats in seiner Streftsache mit der Deutschen Landwirtschaftsgesell- schaft- Die Angelegenheit wurde dann verschiedentlich zum Gegen- ftanb von Verhandlungen im Bayerischen Landwirtschaftsrat ge­macht. Bei einer derartigen Verhandlung soll der Bekkügte, Reichsrat Freiherr v. Thüngen u. a. ausgeführt haben, baß ein­zelne Mitglieder des Tüngerausschusses der Deutschen Landwirt­wirtschaftsgesellschaft den Eindruck gemacht hätten, daß ihm Ge­heimrat v. Thüngen in den Rücken gefallen sei. Soxhlet forderte Freiherrn v. Thüngen auf, seine beleidigenden Aeußerungen als unbegründet zurückzunehmen, was Freiherr v. Thüngen ablehnte, da er bie Wahrheit gesagt habe urtb zwar nicht in beleidigender Form, da er sonst vorn Präsidenten, dem Prinzen Ludwig, gerügt worden wäre.

In der heutigen Verhandlung erklärt Freiherr v. T n g e n, er habe in Berlin den Versuch machen wollen, die Streitigkeiten zu schlichten, er sei aber hier vor eine vollendete Tatsache gestellt worden: man habe Professor v. Soxhlet aus dem Düngerausschuß ausgeschlossen. Er habe zudem die Aeußerungen nur in Wahr­nehmung berechtigter Interessen als Mitglied des Präsidiums beider Korporationen getan.

Geheimrat Professor Soxhlet erklärt demgegenüber, daß Freiherr v. Thüngen nicht den geringsten Versuch unternommen habe, in der Berliner Angelegenheit zu vermitteln. Es sei ferner nicht richtig, daß er in der Ausschußsitzung in Berlin nicht das Wort ergriffen habe, richtig sei vielmehr, daß er zu zwei Punkten gesprochen hatte; noch weiter zu sprechen, hätte er keine Ver­anlassung gehabt. In dem Kalioertvag sei namentlich eine Reihe von Punkten enthalten, die in der Ausschußsitzung zur Sprache kamen und als er bann später von dem Vertrag Kenntnis enthielt, habe er daran Kritik geübt. Allein nicht wegen dieser Krftik, und wegen der Bezeichnungunwürdig" sei er aus dem Dünger- ausschust ausgeschlossen worden, sondern weil er den ganzen schönen Handel mit den Propa gaiftwgeldern ans Licht gebracht habe. Schon vor 8 Hähern habe er bie Einnahme bie)er Gelder vom Kali­syndikat beanstandet. Die Folge sei gewesen, daß man ihn darauf in den Ausschuß gewählt habe und wegen der gleichen Kritik habe man ihn nunmehr wieder ausgeschlossen.

Zeuge Tr. Heim führte aus: Die Krftik Soxhlets sei nur zu berechtigt gewesen. Bedauerlicherweise gebe es nur wenige Männer der Wissenschaft, welche sich in den Dienst der Allgemein­heit stellen, wie Soxhlet. Man habe sich deshalb auch in weiteren Kreisen der bayerischen Landwirtschaft gewundert, daß der Baye­rische Landwirtfchaftsrat Professor Soxhlet nicht deckte.

Ministerialdirektor Exz. Thiel (Berlin) bekundet: Durch Vorlegung der Akten wurde erwiesen, daß in einer Vorstands­sitzung der Deutschen Landwirtschaftsgesellsckaft am 31. Januar 1905 schon einmal ein Antrag auf Ausschluß Professor v. Soxhlets wegen einer scharfen Kritik vorlag. Der Antrag sei aber bann durch Vermittlung des Freiherrn v. Thüngen fallen gelassen worden.

Professor Soxhlet stellt noch fest, daß er lediglich gefordert habe, baß gewisse Gebühren, bie die Deutsche Landwirtschaftsgesell­schaft vereinnahmte, nicht zu finanziellen Vorteilen für die Gesell­schaft ausgebeutet werden. Diese seine Forderung sei bann auch zum Antrag erhoben und angenommen worden.

Es wurden sodann noch eine Reihe von Mitgliedern der Deutschen Landwirtschastsgesellschast vernommen.

4 München, 23. Sept. 1911.

In der fortgesetzten Verhandlung der Privatbeleidigungsklage des Professors Tr. v. Soxhlet gegen den ReichSrat Freiherrn v. Thüngen bekundete Reichsrat Tr. Frhr. v. Soden, der erste Prä­sident des Bayerischen Landwirtschaftsrates, Frhr. v. Thüngen habe in der fraglichen Sitzung, in der die beiliegende Aeußerung fiel, die Interessen der von ihm vertretenen Organisation wahren wollen, die schärfere Tonart Jei daher auch gerechtfertigt ge­wesen. Zeuge Oekonomierat Vibrans (Calsörde), der Vorsitzende der Tüngerabteilung der Deutschen Landwirtschastsgesellschast, ver­breitete sich über die Geschichte der Vertragsabschlüsse. Mi­nisterialdirektor Thiel gibt noch an, daß sich schon einmal ein Zwischenfall mit Professor Soxhlet ereignet habe, so daß schon früher ein Verfahren megen Ausschlusses schwebte. Prakt. Arzt Tr. Gäch (Schwarzach) bekundet, die Landwirte, namentlich in Niederbayern, seien Soxhlet für fein Vorgehen zu Tank ver­bunden. Tas Kali werde den Bauern verteuert, um die Propagandagelder für die landwirtschaftlichen Korporationen her­auszuschlagen. Landesökonomierat Kebbel (Frohnberg) äußert sich dahin, daß hie Tätigkeit Soxhlets im Landwirtschaftsrat sehr wirkungsvoll gewesen sei. Landesökonomierat Hepp (München) ist der Meinung, daß Professor Soxhlet zu seinem Vorgehen in Berlin berechtigt war, daß andererseits aber auch Frhr. v. Thüngen sich für berechtigt halten konnte, an diesem Vorgehen entsprechende Krittk zu üben.

Nach weiteren Zeugenvernehmungen wurde die Beweisauf- nahme geschlossen. Ter Vorfitzerftie regte einen Vergleich an. Ter Vertreter des Beklagten erklärte aber, daß er nicht im Stande sei, eine solche Erklärung abzugeben. Tie Verhandlung wurde daher auf Montag vertagt.

Handel.

** Postscheckverkehr. Die Postscheckämter erledigen die bei ihnen bis 3 Uhr nachmittags vorliegenden Aufträge noch an demselben Tage. Zur Vermeidung von Verzögerungen empfiehlt es sich deshalb für die Kontoinhaber, ihre Einrichtungen so zu treffen, daß die Ueberweisungen und Schecks bis zu dieser Schlußzeit bei den Postscheckämtern eingehen. Einer besonderen Behand­lung unterliegen die Ueberweisungen auf die Postscheckkonten der Neichsbank, sofern sie beim Postscheckamte bis zu einer bestimmten, daselbst zu erfahrenden Stunde eingehen und auf der Vorderseite links unten unterhalb des Ortes und der Zeit der Ausstellung den mit roter Tinte geschriebenen VermerkReichsbank" tragen. Ueberweisungen dieser Art werden der Reick)sbank noch am Tage des Eingangs unter Uebersendung der Formularabschnitte mit- gctcilt. Bisher ist es als Nachteil empfunden worden, daß bei Zahlungsanweisungen die Bestellgebühr vom Aussteller des Schecks nicht im voraus entrichtet werden konnte. Den au) Einführung eines solchen Bersahrens abzielenden Wünschen hat das Reichs- Postamt nunmehr entsprochen. Der Scheckaussteller hat auf der Rückseite des Schecks und zwar am oberen Rande über dem VordruckAdresse für die Postbeförderung" den Vermerkbe- stellgeldsrci" niederzuschrciben und die der Gebühr entsprechenden Freimarken rechts neben den Vermerk zu kleben. Bei Sammel- schecks ist der Vermerk in der Anlage neben den Beträgen an- zugebeii die bestellgeldsrei ausgezahlt werden sollen; die Frei­marken ud in diesem Falle so beizufügen, daß sie beim Postscheck­

amt abgenommen und auf die Zahlungsanweisung geklebt werden können. Bei Zahlungsanweisungen für in Bayern oder Württem­berg wohnhafte Empfänger ist die Vorausbezahlung des Bestell­geldes nicht zulässig. , v .. . .

M ü n d) e n, 23. Sept. Hier fand die Gründung der Aktie ng es e lisch alt 9eitzach werke mit dem Sitze in München statt. Tas Grundkapital der Gesellschaft beträgt 5 Mil­lionen Mark. Gründer sind die S t a d t g e m e i n d e M ü n ch e n mit 51 Proz., die Banksirmen Jaegnier & Seeurins, Friedmann, Bleibtreu & Co., Rentier Plstlipp Marx und Bankier Friedmann, amtlich in Berlin, mit zusammen 49 Proz. Im Anschluß daran and die Gründung der Aktiengesellschaft Ober­bayerische lieber Ian dz en träte mit dem Sitze in München statt. Das Grundkapital beträgt 2 300 000 Mark. Sie teht ebenso ivie die Stadtgemeinde München als Stromabnehmerin u der Aktiengesellschaft Leitzachwerke in vertraglich festgelegtem Verhältnis. Gründer der Gesellschaft sind die Firmen Jacgnier L Secnrius, Friedmann, Bleibtreu & Co., Kommerzienrat Albert Pinkuß, Rentier Philipp Mark und Bankier Ernst Friedmann, ämtlid) in Berlin._________________________________

Üesfelexploslon auf einem französischen Kriegsschiff.

Neber 500 Mann ertrunken.

Toulon, 25. Sept. Heute früh 5.55 Uhr explodierte infolge eines im Kohlenraum ausgebrocheoen Feuers der Kessel des PanzerschiffesLiberte. Das Schiff sank innerhalb 19 Minuten. Die gesamte Besatzung, über fünf- hundert Maun, soll untergegangen sein, nur einige Matrosen die über Bord sprangen, konnten gerettet werden.

Märkte.

le. Frankfurt a.M. V i e h h of - M a r kt bericht vom25.Sevt. Auftrieb: 1294 Rinder, darunter 394 Ochsen, 45 Bullen, 855 Kühe und Färsen, 205 Kälber, 215 Schafe, 1525 Schweine.

Tendenz: Rinder infolge der Marktsperre flau, Ueberstand unbedeutend, Kälber gedrückt, Schafe ruhig, geräumt, Schwemc lebhaft, Ueberstand unbedeutend. Preis für 100 Pfd,

Lebend- Schlacht­gewicht

Ochsen. Mk. Mk.

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 47 Jahre alt 4750 8588 die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . 4246 7881

Jnuge fleischige, nicht ausgemästete und ältere

ausgemästete 3640 6674

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. 4041 6668

Vollfleischige, jüngere 3839 6165 Färsen, K ü h e.

Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 3942 7075 Vollfleischige ausgemästeteKühe höchstenSchlacht-

wertes bis zu 7 Jahren . . 3842 7075

wenig gut entwickelte Färsen 3335 6367

ältere ausgemästete Kühe 3237 5969 Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 2531 5262 Gering genährte Kühe und Färsen .... 1623 3752 Kälber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 5258 8895

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 4550 7686 S ch a fe.

, Stallmastschase:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . 3944 8284

'Heitere Masthammel, gut genährte junge Schafe

und geringere Mastlämmer... .... 32-00 7576 Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80100 kg

Lebendgewicht . . . . . ... 62.0054.00 66.0068.00

Vollfletschige Schweine unter 80 kg

Lebendgeivicht 50.0051.00 64.0047.00

Vollfleischige Schweine von 100120 kg

Lebendgewicht 52.00-54.00 65.00-68.00'

Vollfleischige Schweine von 120150 kg

Lebendgewicht 52.5054.00 66.0068.00

fc. Frankfurt a. M., 25. Sept. (Orig.-Teiegr. desGies; Anzeigers".) K a r t o f f e 1 m a r k t. -Dian notierte: Kartoffeln (neue) in Waggons Mk. 8.009.00, im Kleinhandel Mk. 10X1011.00 für ie 100 Kg.

Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissen^ schäft. Iit K a r l s r u h e ft a r b plötzlich infolge Schlaganfalles am 22. d. Mts. der Vorstand der Kgl. Landwirtschaftlichen Ver­suchsstation Möckern bei Leipzig, Geh. Hofrat Professor Dr. Oskar Keller, im 61. Lebensjahre. Der Mathematiker, Geheimer Rat $rofeffor Dr. vhil. Friedrich Prym in Würz­burg feiert am 28. September seinen 70. Geburtstag. In Br cslait wurde das Hüttenmännische Institut der Technischen Hochschule, das erste in seiner 2lrt, durch eine Festlich- keit in der Aula der Hochschule scierlichst eingewecht. Nach den Begrüßungsreden gab der Rektor die Ehrenpromotionen bekannt. ' Der Historiker- Henry Houssayc, Mitglied der Akademie, ist in Paris gestorben.

Spielplatt der vereinigten Zrantfnrter Stadttheater.

Opernhaus.

Montag, den 25. Septen,der, geschlossen. Dienstag, bett 26. September, abends 61/, Uhr:Lfobengrin/ Mittwoch, den 27. September, abends 7L/, Uhr: »Der Troubadour/ Donnerstag, ben 28. eeptember*):Ter Wildschütz.* Freitag, den 29. September geschlossen. Samstag, den 30. September: Zlint ersten Male (Ur­aufführung) : .Fräulein Teufel." Sonntag, den 1. Oktober, nach­mittags 3'/, Uhr:Die Regimentstochter." Abends 7 Uhr:Fräu­lein Teufel." Montag, den 2. Oktober:Tannhäuser." Dienstag, den 3. Oktober:S)te Zauberflöte." Mittwoch, den 4. Oktober: Erstes Gastspiel von Enrico Caruso:La Bohöme."

Zchauspielhaur.

Montag, den 25. September, abends 71/, Uhr:©taube und Heimat." Dienstag, den 26. September"):Em greifet Paris/ Hieraus:Jrauentreue." Zum Schluß:Bildschnitzer." Mitt- lvoch, den 27. September:Iphigenie auf Tckwis." Donnerstag, den 28. September, abends 77, Uhr:Flachsmann als Erzieher." Freitag, ben 29. September : Zum ersten Male:Vertauschte Seelen oder die Komödie der Auferstehungem" Samstag, den 30. Sep* tember, abends l'X Uhr: Anatol-Zyklus. Sonntag, den 1. Oktober, nachmittags 3% Uhr:Glaube und Heimat." Abends 7 Uhr: Vertauschte Seelen." Vlonlag, den 2. Oktober:Ein greiser Paris." Hierauf:Frauentreue.' Zum Schluß:Bildschnitzer." Diens­tag, den 3. Oktober:Der Richter von Zalamea." Mittwoch, den 4. Oktober:Vertauschte Seelen." .

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ubt.

Ktan-esanrtsnachrichten»

(Nachträglich eingegangen.)

Grohenvufeck.

Geborene: September 19. Dem Zimmermann Heinrich Zecher eine Tochter, Marie.

Sterbefälle : September 16. Frieda Nicolai, 2 Wochen! alt. 21. Susanne Klinkler, 11 Jahre alt.

Laubach.

Geborene: August 15. Dem Kaufmann August Emme- lins ein Sohn.

Sterbefälle: September 17. Anton Schaum, Pfründner, 71 Jahre alt. "J"

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