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23.1.1911 Erstes Blatt
 
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her dahier. Sortimente, Loseintei- gäbe der holznmnmer itmeifterei erhältlich, uar 1911 .

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Hcmekins gehemmt sei, was Rußland die größten str a t e- ^cflcniport gewert Qamn._____ _______

gischen Vorteile sichere. Der Redner verlangte Ans- Aaiictf.

Die heutige Nummer umfafjt 10 Seiten.

Aus r?eijen

ni.

Trantinanii mit gewohnter Vollendung wiÄ>ergegeben wurden. Das Trio von Krchl, einem modernen, jungen Komponisten, ist, wenn ich nicht irre, kürzlich auf dem Darmstädter Kammermusik' fest unter freudiger Anerkennung aus der Taufe gehoben worden; es birgt eine Fülle von musikalischen Schönheiten in kerngesunder, l'langgesättigter Sprache in sich; wie schon die Widmung an Julius Kleitgel andeutet, bevorzugt es gewissermaßen das Cello, dessen Klangfarbe, wenn ich so sagen soll, die Instrumentation beherrscht. Tie Sonate von Richard Straitß, ein Werk aus seiner ersten Zeit, weist einen Reichtum melodischer Erfindung aus, wie nur eine seiner reifsten Kompositionen und gerne vermißt man noch darin den Richard Strauß der verstandesmäßigen, mal be­

schrift vom 4. t. M. begleiteten. Als alte Freunde lmbe ich die Schar Ihrer Kinder begrüßt und sic alle will" kommen geheißen, die in frischen, mir heimatlich vertrauten klängen von unseres Volkes Herzschlag stunde geben. Roch ist, was die Jugend erhoffte, nicht Wirklichkeit geworden; mit der Gegenwart aber versöhnt cs, rocim der auserwählte Volksdichter in ihr die Zukunft gesichert vorschaut, der er Freiheit und Leben zu opfern stets bereit war."

Georg Brandes-Cohn, der Deutsch en fresset.

In denHamb. Nacbr." schreibt Frhr. v. Zabeltitz:

Ein nordischer Landsmann von Karin Michaelis ist Herr Georg Brairdcs, ein häufiger Gast bei uns, der voit gewissen Kreisen unserer Gesellschaft a n ß e r o r d e n t l i ch,p r o t e g i e r t wird. Und nun wird zu seinem Pech ein Brief von ihm an einen belgischen Freund publiziert, in dem er erklärt, er liebe die deutsche Literatur gar nicht und hasse die deutsche Sprache; warum? aus Chauvinismus. In vielen Zirkeln Berlins, in denen Herr Brandes bei seiner Anwenscnheit steter Gast ist, wird man dieses Bekenntnis nicht mit sondtwlvl>en Freude aufnehmen. Man schicht ihn da als großen Geist und unbefangenen Gelegenheitspolititer: ich entsinne mich, selbst ein­mal vor Jahren in einer Gesellschaft gewesen zu fein, in der er gerade; n verhimmelt wurde. Nun revanchiert er sich. Daß er sich schon öfter, wenn er die deutschen Grenzen hinter sich hat, unlicksam über uns geäußert hat, denen et in der Hauptsache die Berühmtheit seines Namens verdankt, mag nur wenigen bekannt sein. Diesmal aber, wird hoffentlich die Uiw-rfrorenheil, mit der er seinen Deutschenhaß betont, gebührende Beachtung finden. Es gibt Zeitungen, die sich bisher um ferne Mitarbeiterschaft gerissen leiben, und immer wieder hat inan ihn zu Vorträgen nach Berlin gezogen und entsprechend gefeiert."

Wir fürchten, Herr v. Zobeltiy irrt sich schwer. Den Kreisen, die Brandes-Cohn verehren und ibngeradezu verhimmln", macht sein schon häufig zu Tage getretener Deunchenhaß sehr wenig aus. Im Gegenteil. Gerade dadurch erhöht er feinen Ruhm; gerade das läßt ihn dengewissen Krei'eit" noch inter­essanter erscheinen.

Kur; Nachrichten ans Knnftu. W i s s e u s ch o r t. Tie englische Regierung berief eine Konferenz ein, welche sich mit der Frage derBekänipfungderSchlafkrankheit beschäftigt, da die Befürchtung laut wurde, daß die Gefahr der Aus­breitung der Krankheit durch den Bau der Eisenbahn von Rhodc- sia nach Katanga vermehrt werde. Tie Sitzuitgen der Konferenz finden täglich int britischen Aeußeren Amt statt.

malischen Musrk-Kompositon".

*

Sizmarü und Zritz Reuter.

Gießener Aonzertverein.

Zweiter Kammermusikabend.

Gießen, den 22. Januar *1911.

In einem W in te r zwei moderne Komponistenabende ist, bei aller Berechtigung des Bestrebens, denForderungen der Zeit" gerecht zu werden, für einen immerhin doch nicht großen Verein, wie den Gießener Konzertverein, wohl etwas viel; daß beide erstklassig werden, wird von vornherein billigen ZwetfKn begegnen. Wenn man nun gar diese beiden Abende unmittelbar aneinander reiht und einer so einzigartigen und eigenartigen Kunst wie der, Max Regers den Vortritt läßt, um ihr 14 Tage daraus Komvosittvnewderselben Kunstgattung eines andern modernen Kom­ponisten folgen zu lassen, so fordert man damit Vergleiche heraus und crrocift dem Komponisten nicht ohne weiteres einen guten Dienst. Und auch die Vermittlerin der Schöpfungen ihres Gatten durste von Dorn herein, abgesehen von ber^ Erinnerung Qn_ die hervorragenden Sängerinnen des Winters, Frau Kämpsert, Frau Dessoir, eine Vergleiclsung mit der wunderbaren Gefangeskunst von Frau Fischev-Marctzki niclit scheuen, eine Vergleichung, die -weisellos nicht zu ihren Gunsten ausgefallen ist., Osfenbar war Frau Hallwachs heute nicht disponiert, und ich führe hier­aus in erster Linie das oftmalige störende Detonieren wie ich er - hauvt bisweilen eine gewisse tastende Unsicherheit der Sttmine, vielleicht auch deren geringe Klangfülle zurück: aber auch ab­gesehen davon, vermockste ihr Vorttag nicht recht zu erwärmen, die Hörer mitfühlen zu machen. Am besten heraus kamen Tür mein Empfinden die Lieder der letzten Abteilung, namentlich ine beiden Lieder von Stephan George und Conrad Ferdinand Akeyers herrlicheVeltlinerttaube" undSchnitterlied", letztere beide auch als Kompositionen m. E. mit die wertvollsten des Abends; wie mir denn überhaupt der Kunst des Herrn Karl Hallwachs die Lyrik Meyers, Tehmels, Georges, kurz di-. neuere Dichtung intimer, näher zu liegen scheint als die Lieder aus des Knaben.Wunderhorn, bereit Volksliederton ich mir zum Teil ganz anders denke, un­geachtet zahlreicher schöner Einzelheiten in ihnen, namentlich einer ost sehr feinen Charakterisierung in der Begleitung. Tic durch­weg ansprechenden, oft hübschen und fernen Lieder verdienen durchaus bekannt und gesungen zu werden: daß sie mir im all­gemeinen, nach der flüchtigen Kenntnis durch den heutigen Abend, nicht sehr ihre besondere Rote zu haben scheinen, tut dem keinen Abbruch. ... . .

Zwischen die Lieder cingeschoben waren eine Violui onate von Richard Strauß und ein Klaviertrio von Stephan Krcyl, zwei prächtige Sachen, die von ben Herren Redner, Hegar und

Seine Sehnsucht und das Streben nach einem Deutschen Reich hat Fritz Reuter in jahrelanger, harter Festungshaft schwer büßen müssen. Aber schon lange vor dem 18. Januar 18'1 otaubte er der Erfüllung seiner Wünsche nahe zu sein. Am 4. Lep- tember 1866 sandte er dem Ministerpräsidenten Grasen Bismarck seine gesammelten Werke mit folgenden Begleitzeilcn:

Es treibt mich, Ew. Exzellenz, als dem Manne, der die Träume meiner Jugend und die Hoffnungen des gereisten Alters zur faßbaren und im Sonnenschein glänzenden Wahr­heit verwirklicht hat, ich meine die Einheit Deutschlands, meinen tiefgefühlten Tank zu sagen. Nicht Autoren-Eitelkeit, sondern nur der lebhafte Wunsch, für fo viele schöne Realität, die Ew. Exzellenz dem Vaterlande geschenkt haben, auch etwas reales zu bieten, veranlaßt mich, diesem Tanke den Inhalt des bei­folgenden Pakets beizufügcii. Möchten Ew. Exzellenz diesen meinen etwas zudringlichen Kindern ein bescheidenes Plätzchen in Ihrer Bibliothek gönnen, und möchten die dummen Jungen imstande fein, mit ihren tollen Sprüngen Sie auf Augenblicke die schweren Sorgen und harten Mühen Ihres Lebens oergeffen zu lassen. Gott segne Sie für Ihr Tun! Sie haben sich mehr Herzen gewonnen, als Sie ahnen, so zum Beispiel auch das Ihres ergebensten Fritz Reuter, Dr."

Wie wenig Literaten außerhalb und innerhalb Preustcns werden damals von Bismarck so gedacht haben, wie der Mecklen­burger Fritz Reuter. Mit dem Genius steht die Geschichte im Bunde. Aber auch der andere hatte schon erkannt, was Fritz Reuter der Nation einst bedeuten würde, lange bevor sie ihn allgemein anerkannte. Bismarck antwortete am 17. Sept. 1866:

Euer Hochwohlgeboren sage ich ljerzlichen Tank für die freundlich Sendung, mit welcher Sie Ihre inhaltvolle Zu-

vie Potsdamer Abmachung in der türkischen Kammer.

Bekanntlich soll bei dem Abkommen über Nordpersien, wie es die deutsch-russischen Verhandlungen bezwecken, ein , Schienenstrang die geplante persisch-indische Bahn mit der Bagdad bahn verbinden, so daß also die Verbindung Klein­asiens und damit gleichzeitig Europas mit dem Persischen Golf eine zweckentsprechende Erweiterung dahin fände, baß sowohl Indien, als auch Rußland an sie art geschlossen würden. Nun liegt ja die persisch-indische Bahn deshalb noch in weitem Felde, weil, ganz abgesehen von der Kvst- .spieligkcit dieses Unternehmens, Rußland und England fein Interesse daran haben, sich verkehrspolitisch näher zu rucken. ,(5o stellt die Verbindung des persischen Bahnnetzes mit der B a g d a d b a h n eine Art Vermittelungsvorschlag dar, weil ine direkte Verbindung Rußlands mit Indien hier unter­bleibt und der Verkehr zum und vom persischen Golf über Mesopotamien geleitet wird. Das bedeutet natürlich einen Umweg, der den russisch-indischen Tranfithandel belastet, schließt aber, was England und Rußland anbetrifft, alle politischen Differenzen aus. 'Die Schwierigkeit der Lösung dieses Verkehrsproblems beruht nur 'darin, daß England bisher der Fortsetzung der Bagdadba.hu über Bagdad hin­aus, wo die Verbindungslinie mit dem persischen Bahnnetz einmünden soll, bis siotocit am Persischen Golf, einen Widerstand entgegengesetzt hat, bei dem es Rußland und Frankreich auf 'seiner Seite wußte. Man wollte eben am Persisck>eii Golf, an den Toren Indiens, deutschen Einfluß um keinen Preis dulden. Durch die deutsch-russische An­näherung und die spezielle Bereitwilligkeit Rußlands, das persische Eisenbahnnetz mit der Bagdadbahn zu verbinden, ist nun dieser Widerstand anscheinend gebrochen. Eng'and wird ebenso wie Frankreich, da sie hier nicht auf Rußland Mlen können, in eine Internationalisierung der letzten Strecke der Bagdadbalin willigen müssen, also davon ab­stehen, auf die'Türkei dahin einen Druck auszuüben, daß die Hauptstrecke Bagdad-Koweit englischen Interessen aus- geliefert wird.

Die angekündigten Anfragen in der türkischen Kamm er­find ziemlich ruhig ausgenommen und verhandelt worden. Die amtlichen deutschen erifäruit^cn auf die französisch englischen Hetzereien haben beruhigend gewirkt. In der französischen Presse aber fährt man fort, sich über die orientalischen Probleme aufzuregen, und heute triumphiert sogar ein Pariser Blatt, es sei der französischen Politik gelungen, alle deutschen Bestrebungen zu durchkreuzen. a.a>; die armselige Rolle, die dabei dem russischen Minister Sasonow zugeteilt wird, auf diesen einen großen Andruck machen wird, kann man sich ungefähr denken. Wir er» Eilten folgende Meldungen:

Konstantinopel, 21. Jan. Die Kammer verhan­delte über die Anfragen an den Minister des Aeußern über die Potsdamer Abmachungen. Der Anfragesteller S ch e f i k hob die peinliche Berührung der Ottomanen hervor, daß zwei Mächte über Fragen, die die Türkei un­mittelbar interessierten, ohne Teilnahme, und ohne vor­herige Befragung der Pforte verhandelten. Tie Türkei könne unmöglich wie asiatische oder afrikanische Staaten behandelt werden. Der Redner dankte dem deutschen Bot­schafter für die beruhigenden Erklärungen, die jedoch die Bedenken der Ottomanen nicht zerstreuten.

Ein weiterer Anfragesteller Ferid besprach die -ein­zelnen Abmachungen und bezeichnete den Artikel 3 der ver-

gischen Vorteile sichere, halft, ob die Türkei Vorkehrungen zur Wahrung der Integrität Persiens getroffen habe und welche Politik die Pforte gegenüber England im persischen Golf verfolge. Er fragte, ob die Regierung glaube, daß die bisherige Politik, Freundschaft mit allen Mächten zu halten, zur Wahrung der Interessen der Türkei genüge.

Ter Minister des Aeußern hob hervor, daß bei den Fragen der auswärtigen Politik Reserve notwendig sei und verlas dann eine Erklärung, in der darauf hin- gewiesen wird, das; die Potsdamer Entrevue, deren Vorteile für den allgeui. Frieden anzuerkennen seien, keine spezielle Bedeutung zuzuschreiben sei. Weiter verlas der Minister die auf den Orient Bezug nehmenden Stellen der Reichs­tag s r e d e des Reichskanzlers und die Erllarunaen des russischen Ministers des Aeußern.Tie bekannte Ver- össexitlithnng derEvening Times" maß der Zusammen­kunft eine größere Bedeutung bei. Wenn sich die darin enthaltenen Artikel 3 und 4 bewahrheiteten, so wäre aller­dings die Beunruhigung gerechtfertigt."

Ter Minister erwähnte ferner die amtliche Erklärung des deutschen Botschafters am 14. Januar und hob die Erklärung Sasonows hervor, der sich der deutsche Bot­schafter vollinhaltlich gngeschlossen habe. Er bezeichnete diese Erklärungen als beruhigend und betonte, daß die Pforte keinen Anlaß zu Verdächtigungen und B e f ü r ch t n n g e n baue, daß die ^Besprechungen zweier der Türkei besreundeten Mächte eine Spitze gegen die Türlei enthielten. Was die Gerüchte über den p e r s i s ch e n Golf an gehe, so zweifle die Türkei, da die aufrichtigsten freundschaftlichsten Beziehungen zu England sortdauerten, keinesweas daran, daß die türkischen Rechte auf den persi­schen Golf gewahrt und verteidigt würden. Wenn es Fragen gäbe, die der Lösung bedürsten, würden sie nicht durch Zeitungsartikel, sondern durch freundschaftliche diploma- das Wort eines Tiplomaten wie des deutschen Botschafters Ter Minister betonte, daß die Auertennung des russischen Einflusses in Persien keineswegs die Verkennung der Rechte der Türlei bedeute. Bezüglich der Frage der Eiienbahnen lege die Psorte Wert darauf, das; die ausrichtigst erwünschte Teilnahme des Auslandes wirtschaftlichen, nicht politischen Charakter trage. Auf die Anfrage Ferids, ob der deutsche Botschafter den Artikel 3 der Publikation derEvening Times" auch schriftlich dementierte, erklärte der Minister, das Wort eines Tiplomaten wie des deutschen Botschafters, besitze eine größere Bedeutung als eine geschriebene Er-

Ocuthches

Di eFernsprechgebühren Ordnung wird, so schreibt man uns aus Berlin, nach den Abmachungen der, Reichstags- sraklioncn am nächsten Dienstag an den Budgetauslchnß zurück» verwiesen werden, um von diesem einer erneuten Beratung unter» zogen zu werden Tic Parteien sind im allgemeinen der Heber- jeugung, daß auch die Vorlage in der neuen Fassung zu schweren Bedcnlcn Anlaß gibt. Wie wir hören, will der Budgetausschuß in eine erneute Beratung der Materie vorläufig nicht cintretcn. Unter diesen Umständen muß damit gerechnet werden, daß die Fernsprcchgebührenordnung zum zweiten Male im Reichstage, mcht erledigt werden wird.

Wie der H a u p t a u s s ch n ß f ü r st a a t l i ch e P e n s i o n s - Wiedcrbcsctzung des durch die Pensionierung des Graim Pücklcr erleoigtcn Postens des Gesandten in Stockholm der bisherige Gesandte in Belgrad, Wirkliche Gdh. 'Rat v. R c i cki c n a u, uni) als dessen Nachfolger in Belgrad der bisherige Vortragende Rat im auswärtigen Amt, Wirklicher Legationsrat Freiherr v o n

R.B. Darmstadt, 22. Jan. Der Finanzaus­schuß der Ersten Kammer wird am näck)sten Don­nerstag zur Erledigung verschiedener von der Zweiten Kam - mer fertig gestellter Gesetzentwürfe zusammentreten und ftch namentlich mit der Regierungsvorlage, betr. die G e- meindeumlagcnresorrn, beschäftigen. Der Aus­schuß dürfte die Beratung dieser schon im verflossenen Som­mer von der Zweiten Kammer verabschiedeten ^sctzesvvr- lage so beschleunigen, daß sie noch bei den für Anfang nächsten Monats bevorstehenden Plenarberatungeii der Ersten Kammer ebenfalls nütbcraten und erledigt werden kann.

R. B. Darmstadt, 22. Jan. Die Bezirksgruppe Darmstadt des Hansa-Bundes hatte für heute nach­mittag hier eine öffentliche Versammlung ein berufen, in welcher der Sekretär der Zentrale des Hansa-Bundes einen Vortrag hielt über das Thema: Ter Weckruf des Hanfa- Bundes. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Bank- birettor Parcus, wies in feiner Einleitung auf die Not­wendigkeit hin, angesichts der im Herbst^bevorftehenden Reichstagslvahlen die Tätigkeit und den Standpuntt des Bundes zu erläutern. Sekretär Emil Brandt entwickelte bann das Programm des Bundes. Er besprach die Wirkung der Getreidezölle auf Handel und Industrie und betonte, daß der Bund jede weitere Erhöhung dieser Zölle entschie­den ablehnen müsse. Weiter forderte der Redner zum festen Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien auf, einer­lei, ob es sich um Bauern, Handwerker, Kaufleute oder Industrielle handle. Handelskammersyndilus Dr. Hu­man n erklärte, der Bund zähle in Darmstadt etwa 900, in ben Ortsgruppen auf dem Lande ca. 400 Mitglieder. Nachdem einige Redner im <^inne der fortschrittlichen Volkspartei gesprochen hatten, betonte der Vortragende in seinem Schlußwort, er habe nicht gesagt, daß der Hansa- bund auch die Interessen der Landwirtschaft vertreten wolle, sondern nur, daß der Bund nicht dagegen auftrete, wie dies von gegnerischer Seite behauptet werde. Im übrigen gehe es doch nicht an, daß die Anhänger dert fortschrittlicheu Volkspartei einfach hier erklärten, sie würden ans dem S'anfabunbc austreten, wenn es nicht nach chrem Willen gehe. Es sei aber ein Grundsatz des Bundes, keinen Kan­didaten zu Utlterstützen, der mit dem Bund der Land wirte zusammengeht.

T7r 19 Erst« Blatt M Jahrgang Montag, 25. Januar 19U

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«irtfchaftltche Zeitfra-e« B ~ A w Perantwoitlich für den

Fernjprech - Aufchttisie: volitifcheii Teil.^Iuauft

General-Anzeiger für Oberhessen FLs«

Anzeiger «teßeu. tf f . Ä 7 rnth; 'ür ^Sladi unb

Annahme von Anzeige« N-taNon5drnS und Verlag der yruhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindrmrerei R. Lange. Redaktion, Expedition UNS oruaeret: Schuifirage c. 2onb«. C.Hek; üir den

-L ärprtrtion für Büömgen: W»* 16a. - Ielepf)on Nr. 50.

ttärung.

Tie Kammer fand die Erklärungen hinreichend.

Paris, 22. Jan. DasJournal des T^bats" schreibt: Tie Tatsache, daß die in P o t s d a m zwischen dem russischen Mi­nister des Auswärtigen Sasoirow und dem Staatssekretär des Auswärtigen v. K i d e r l e n - W ä ch t e r begonnenen Ver­handlungen fortdnuern, ohne bisher zu einem ernstlichen Ergebnis geführt zu haben, rst der beste Beweis dafür, daß die Minette von Paris und Londort teineswegs einer vollendeten Tatsache gcgenübcrgestellt und von Rußland bei diesen Verhandlungen beiseite gelassen worden sind. Herr Sasonow hat eingesehen, daß ihn die deutschen Tiplomaten über jene Grenzen, welche er sich vvrgczcichnet hatte, hinauslocke^ wollten. Kaiser Nitolans und seine Minister ftnd auf der Hut, sie werden nichts unterfreidjneu, was das System der europäischen Politik, welchem sie unerschütterlich treu bleiben, auch nur auf I das leiseste erschüttern konnte. Aber deshalb besteht der Plan | noch immer, Rußland von Europa abzulcnleii. Sasonow jedoch