Ausgabe 
21.2.1911 Zweites Blatt
 
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Zx Kirch-^üns, 20. Febr. Im Saale zum Löwen hielt e Kriegerverein seine Winrerfestlichkeit bei Theater und _?rt ab. Die Festrede des Vorsitzenden Lehrer Rahn klang in ein Hoch aus Kaiser und Großherzog aus.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 20. Febr. Die Aufnahmeprüfung in die hiesige Seininar-Präparandenschule ist aus Mittwoch, 26. April, festgesetzt; Bewerbungen sind bis zum 1. April an die Seminardirektion einzureichen.

Krofdorf, 20. Febr. Für die jungen Leute der Bürgermeisterei Launsbach ist die Musterung auf Don­nerstag, 23. März, vorgesehen. Mit Rücksicht auf die Bahn­verbindung LollarWetzlar haben die Militärpflichtigen diesmal um 1)i/2 Uhr morgens intSchützet:garten" zu Wetzlar anzutreten.

Hessen-Nassau.

.0 Marburg, 20. Febr. Dem 12jährigen Schüler, der am Freitag beim Uebcrscbrciten der Lahn an einer drei Meter tiefen Stelle einbrach, sowie dem Oberrealschüler und dem Weißbinder- lehrlrng, die beim Versuche, ihre Hilfe zu bringen, ebenfalls ins Wasser fielen, jedoch sämtlich gerettet wurden, hat das kalte Bad nichts g es ch adet. Ein Glück war es, daß ein Wagner­meister, der unmittelbar an der Lahn wohnt, mit langen Seilern und Stangen schnell bei der Hand war. Der zuerst Eingebrochene hat am längsten, ettva 15 Minuten lang, bis zum Halse im Wasser aushalten müssen.

Universitäts-Nachrichten.

do. Marburg, 19. Febr. Dem Vernehmen nach hat Pro­zessor Dr. Alfred Thiel in Münster i. W. den 91 uf an die hiesige Universität angenommen; er übernimmt hier das neugeschaffene Extraordinariat für physikalische Chemie.

Gerichtssaat.

Der TintenVlex als Verräter.

fc. Wiesbaden, 18. Febr. Der Gutsbesitzer Heinrich K r a u ß e in Kiedrich hatte die Hausdiener Neinzerling und Keller plötzlich entlassen. Beide erhielten ihren Lohn ausbezahlt und gaben Quittungen. Auf diesen waren der Satz eingefügt, daß die Bediensteten weitere Ansprüche an Krauße nicht mehr hätten. Da Neinzerling und Keller dennoch Ansprüche an ihren früheren Dienstherrn erhoben, sie wollten nämlich noch einen Monat be­zahlt haben, wurde während der Zivilklage der eingefügte Satz auf den Quittungen von den Klägern als später eingefügt bezeichnet. Krauße hatte sich deshalb vor dem Strafrichter wegen schwerer Urkundenfälschung in zwei Fällen zu verantworten. Der Diener Neinzerling, der jetzt Feuerwehrmann in Berlin ist, dessen Frau, sowie der Diener Keller beschworen, daß der Zusatz, als die Quittungen unterschrieben wurden, geschlt hätte. Der Gerichts­chemiker Dr. Popp-Frmrkfurt wies jedoch nach, daß dies nicht der Fall gewesen, denn durch mikroskopische Vergrößerungen habe er festgestellt, daß auf der Quittung des Neinzerling sich auf demw" des Wortesweitere" des eingefügten Satzes ein Tinten­spritzer befunden, der durch das Eindringen der Feder ins Papier hei dem Unterschreiben der Quittung von seilen des Neinzerling entstanden ist, demzufolge die Untersckxrist erst vollzogen wurde, nachdem die Einfügung des Zusatzes bereits geschehen war. Es erfolgte demzufolge Freisprechung des Rentners.

*

Der lebensmüde Haus Hahn.

Die Tragödie eines Haushahns bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Schöffengericht in M ü n st e r b e r g. Be­sagter Hahn gehörte dem Besitzer SB ein er t und liebte es, dem Nachbargrundstück des Stellenbesitzers W i tz k e öfters Besuche >ab- zustatten, die diesem schließlich lästig wurden. Ilm den Hahn zu vertreiben, hieb er eines Tages mit der Peitsche nach ihm, worauf der gefiederte Sänger erstlrreckt in den Mühl en grab en flatterte. Hier sand er ober ein unrühmliches Ende. Wohl holte ihn sein Besitzer bald wieder heraus, er konnte ober nicht mehr dem Leben erhalten werden, streckte sich einige Male und war tot. Weinert glaubte, diese Hahnengeschichte dem Gericht nicht vor­enthalten zu bfrrfen mtb erstattete daher gegen Witzle Anzeige. Der Vorsitzende hielt diesem in der Verhmrdlung vor, er hätte den Hahn nicht in den Mühlgraben jagen dürfen, denn er hätte voraussehen können, daß er da ertrinken würde. Auf diesen Ein­wurf war aber der Beklagte gesattelt. Er erzählte eine Geschichte Wmeiner Henne, die habe schwimmen können, um so mehr hwbe er annehmen müssen, daß auch ein Hahn schwimmen könne. Die Frage, ob der Hahn wirklich schwimmen konnte und vielleicht nur einem Herzschlag erlegen ober gar in selbstmörderischer Absicht freiwillig den Tod gesucht habe, wurde durch die Beweisaufnahme die sich teilweise sehr heiter gestaltete, nicht völlig gelöst. Der Amtsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 6 Mark, worauf der Beklagte entrüstet meinte, daß man dafür zwei Hähne von der Sorte des Ertrunkenen kaufen könne. Das Gericht verurteilte den Beklagten zu vier Mark Geldstrafe.

Arbeiterbewegung.

Weißenfels, 18. Febr. Gestern abend Ijat auch der etwa 1000 Mitglieder zählende Gewerkverein der Schuh- fabrikarbeiter bchchlosfen, heute in allen Fabriken, die die

Arbeiteifordorimgeu oder zum mindesten die Pirmasenser For­derungen nicht bewilligen, bie Arbeit geschlossen niederzulegen. Die gewerkschaftlich orgamlterten Arbeiter haben am gestrigen Lohntage in den meisten Fabriken die Arbeit eingestellt. Der Streik wird also allgemein ausgenommen und dürste ziemlich hartnäckig burdjgefiibrl werden.

rustschlffahrt.

Berlin/, 20. Febr. Die transportable Ballonhalle, die bei dem Luftschiffcrbaiaillou zur Ausnahme des Luftschiffes P. 2. dienen soll, wurde durch den Sturm bcsckiädigt. Bon der 150 Meter Länge betragenden Halle waren 100 Meter ausgestellt. Die Halle beftanb aus eingegrabenen eisernen Säulen, über die eine Zeltleinwand gespannt war. An der Süd- und der Westseite der Halle wurde die Leinwand in Fetzen gerissen. Der Inspekteur der Verkehrstruppen erschien gegen Mittag bei dem Luftschiffer­bataillon und besichtigte den Zustand der Halle.

Friedrichshafen, 18. Febr. Der Stadtvorstand macht die Mitteilung, daß eine Verlegung der L u f t schi f fa h r t s - schule von Friedrichshafen nach Berlin vorerst nicht ge­plant sei, aber die Gründung einer zweiten Schule, mit dem Sitz in Berlin, bevor stehe._________________________________

Märkte.

Gießen, 21. Febr, Dlarktbericht. 9(uf heutigem Wocban- markte kostet«: Butter pr. Pfd. 0,901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Pfg., Enteneier 1 Stuck 0 Psg., Läse pr. St. 68 Pf., Käsematte pr. St. 56 Psg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Ä, Hahnen pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. St. 1,80-2,20 Mk., Gänse das Pfd. 75-80 Pfg^ Ochsen­fleisch pr. Md. 8492 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 8488 Pfg,. Kuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalb­fleisch pr. Pfd. 8488 Psg., Hammelfleisch vr. Pfd. 6084 Pfg., Kartoffeln vr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Alk., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg^ Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Alk., Milch das Liter 20 Pfg., Birnen per Pfd. 1520 Alk., Aepfel per Ztr. 10 bis 15 Mk., Nüsse 100 Stück 5060 Psg., per Ztr. 000 Mk., Bohnen per Psd. 0000 Psg. Marktzeit von 82 Uhr.

P.6. Wiesbaden. Viehh os-Marktbericht vom 20.Febr. 'Auftrieb: Rinder 194 (Ochsen 92, Kühe 98, Bullen 4), Kälber 429, Schale 114, Schweine 1182.

Tendenz: Rinder und Schweine lebhast.

Ochsen.

Vollsteischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4850 8990 49 89

Junge, fleischige, nicht auSgemäfiete und

ältere ausgemästete .... 4850 8890 49 89

Mäßig genährte junge und gut ge­nährte ältere......... 4547 8687 46 86

Ungejochte 4950 8990 49 89

Vebend-Schlabr.

von-bisvon-bis

icbeub« Lcklacht. pro 100 Pfund flCTUICOt - ----

Kälber mittelmäßig, Schake und Preis Durch- pro 100 Pfd. schnittspreis

B u 11 e n.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten

Schlachtwertes 44-46 8084 45 82

Voll fleischige, jüngere 4043 7578 41 76

Färse n, Kühe.

Vollste,schige ansgemästete Färsen höchst.

Schlachtivertes 45-50 3287 47 84

Bollfleijchige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 3942 7576 40 75

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut entwickelte jüngereKüho,u. Färsen 3538 7073 36 71

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 2934 62-68 31 65

Kalber.

feinste Mastkälber 63-65 105-108 64 106

Mutiere Mast- und beste Saugkälber . 5660 94-100 58 97

Geringere Aiast- und gute Saugkälber 47-60 47-80 48 78

Geringere Saugkälber .... 5055 8692 52 89

Schale.

Mastlämmer u. jüngere Masthammel 4200 84 - 00 42 84

Schweine.

Bollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht . 4600 60-00 46 60

Bollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht ....... 46-00 6000 46 60

Fleischige Schweine nntcr 80 kg Lebend­gewicht 4647 5960 46 59

Ueberstand: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine aus- verkauft.

yandeL.

Die Einfuhr von K o n s er v en in Dosen hat im etzten Jahre erheblich zugenommen und im ganzen wohl einen Wert von 12 bis 15 Mill. Mk. erreicht. Unter ihnen nehmen die Oelsardinen die erste Stelle ein. Diese kommen in großer Menge namentlich ans Spanien, Portugal und Frankreich; die Einiuhr aus den drei Ländern hat in den letzten zwei Jahren betragen:

1909 1910

aus Spanien 19 .69 dz 25198 dz aus Portugal 3 408 dz 5 271 dz

aus Frankreich 7 416 dz 7 251 dz

Wetter

Höchste Temveratur am

19.

Jahve hindurch

Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

Bew. Himmel Bed. Himmel Bcw. Himmel

VIS/ TKA R TEN ln Jeder beliebigen. Schrijtan und Kartonsorte -------sowie mit Zirkeln aller studentischen Ver­einigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl'sehe Univ-Druckerei.

Für die deutsche ZuckerarlSfuhr nach Argen« t i n i e n, die im abgelaufenen Jahr 232 650 dz betragen hat gegen 190 910 dz int Jahre 1909, eröffnen sich günstige Aussichten, da Argentinien den Eingangszoll nid Zucker vorübergehend ermäßigt hat. Der Zollsatz für raffinierten Zucker ist von 9 auf 7 Pesos Gold, der für Rohzucker von 6 aus 4,50 Pesos Gold für 100 kg herabgesetzt worden.

Scotts Emulsion ist tn zahlreichen Familien geradezu ein Hausmittel geworden. Dies ist leicht begreiflich, wenn man bedenkt, daß sie sich seit Jahrzehnten bewährt hat und in jeder Be­ziehung eine mustergültige Emulsion ist. Be, der Herstellung von Scotts Emulsion gelangen nur die ausgesucht feinsten Rohstoffe zur Verwendung, und diese werden im Scottschen Verfahren so leicht verdaulich und wohlbekümm- lich gemacht, daß Kinder und Erwachsene Scotts Emulsion gern und mit bestem Erfolge nehmen.

+ 5,8 0 0.

4-1,16o.

Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch» und Broipreise am 20. Februar 1911.

bis 20. Februar , 20.

Niedrigste , 19.

Niederschlag: 2,00 mm.

ffhrt rdjt mit dieser MarkedemFMcr dem SatajtHe, »eichen de« Scott, fdjtn Dersahreu«!

gab Frau Arnold ihrem Sohne Scotts Emulsion, der sich dadurch aus einem zarten Kinde zu einem kräftigen, lebens­frohen Menschen entwickelte.

Zoppot, 20. Dez. 1909, Eisenhardtstr. 17.

»Ich habe schon vor Jahren Ihre Scotts Emulsion bei meinem toobne angewandt, der ein sehr zartes Kind war nnd im Alter von l1/, Jahren das Köpfchen noch nicht steif halten konnte. Da hat er allerdings Jahre hindurch Scotts Emulsion bekommen. Nun ist er 16 Jahre alt, wiegt 186 Psund und ist so krästig im Knochenbau und Muskeln, wie selten em Alensch. Wenn er ein schwächliches Kind sicht, dann denkt er immer noch mit Vergnügen an Scotts Emulsion zurück." (gez.) Frau Arnold,

Schwester vom roten Kreuz.

ScottS Emulsion wird von un8 auBfd)(ief]li& nn großen verlaust, und -war nie lose nach tiScioidjl ober Mak- ionbern nur in versiegelten OrlglnaiflLscheu tu Karton mit unserer Schutzmarke (Fächer mit dem Dorsch). Scott & Bowne, S>. m. d. H., tzranksurc a. M-

ScftonbleUc: feinster Medlzinal-Lebertran 150/), prtma Blyzertn 60,0, untervhoSphorlgsaurer Äalt 4,3, umerphoSphortgsaurea Natron 2,0, puiv. tragen t SA feinster cnad. Gummi puh). 2/), Wasser 129,0, tilltohol 11,0. Hierzu aromatische (Smul)ion mit Maud.'!- uno :Mnulit)vriaöl ic 2 Tropfen.

Ein Schnellzug ist wie eine Schnecke k A gegen das rasende Tempo meines Bobsleigh, und es neßt nichts über die Wonne, so dahin zu sausen. Und ob das ^0r nicht gefährlich ist? Gar Nicht! GegenUnfall" schützt mich meine Geschicklichkeit, gegen Erkältungen schützen mich Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, von denen ich stets eine im Munde habe, wenn ich fahre. Die idealen kleinen Dinger sind mir direkt unentbehrlich geworden. Ik Ä Man kaust sic für 85 Pfg. die Schachtel in allen cin= schlägigen Geschäften, weise aber Nachabmungen mit ähnlich klingenden Namen ganz entschieden zurück. (ss3l/u

Höchste Schlachtviehpreise m Frankfurt a. M.

Fleischpreise iit Gießen

Ochsen

50 Kg. Schlachtgewicht 8790 Aik.

Kg. 84-92 Psg.

Kälber

'/, Kg. Schlachtgew. 93-100 Pf.

'/, , 8488 ,

Schweine

62-65 ,

'/, 80-96

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 21.00-21.25 Alk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 54 Big.

Roggen 100 Kg. 16.0016.25 Mk.

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Febr.

1911

^Öaromcte auf 0° reduziert

Temperati der Lust

Absoliite Fenchtigke

Relative Feuchtigke^

Wind­richtung

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Grad der Bemölkm itf&s

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