Ausgabe 
21.2.1911 Zweites Blatt
 
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trldbeml SgNch nrtt 3u*no6me beS Sonntags.

richtete.

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mSgesamt 310 Mitgliedern, bte Zahl der Unterrichteten

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Mark veranschlagt worden.

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Der plan eines Ostlanals von den Masurischen

DieOiehener ^oxrfli en blätter'* werden bem r2ln?eiger' Dtermol wöchentlich beigdegt, daS Kreiiblatl fit b« Kreis tiefce*" jmetmal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Lett- (tagen" erscheinen monatlich zweimal.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 21. Februar 1911.

tiger Gesangvereine.

Fauerbach v. d. H., 19.Febr. Umere Gem eindc- jagd wurde gestern verpachtet. Höchstbietender blieb Baron de Muray in Bad-Rauheim mit 3235 Mk., seither kostete sie 3135 Mk. Tie Gemeinde wird den Zuschlag nicht erteilen, da sie mehr erwartet hatte.

O Rosbach v. b. £>., 17. Febr. In der Nähe des hiesigen Bahnhofs hat die französische Bergwerksgesellschast, die eins der Mangair eisen st einbcrgwerke am Taunusrand betreibt, dieser Tage Mutungen vornehmen lassen. Man fand dabm reines Mangan. Dock haben die Bohrungen bis letzt noch nicht zur Genüge ergeben, ob sich der Abbau lohnt.

-m. O ck sta d t, 20. Hebt. Durch Gemernderatsbeschmß wurde den Veteranen unserer Gemeinde eine Ehren­gabe von je 10 Mark bewilligt und denselben durch den Gemeinderechner ausbezahll.

-m Dorheim, 20. Febr. Bei Gastwirt Holler war Maskenball. Als Abends ein maskiertes Mädchen ohne Begleitung auf der schlecht beleuchteten Ortsstraße einher- kam, wurde es von zwei erwachsenen Männern zusammen­gerissen, durch den ziemlich tiefen Straßenkot geschleift, und dermaßen verprügelt, daß es nur hinzutommenden Leuteti zu verdanken hatte, wenn es so davon kam. Die Täter sind zur Anzeige gebracht.

9J i e b e r - 23 e i f e l, 20. Febr. Zahlreiche Posaunen-« cköre Oberhessens batten gestern eine Zusammenkunft tat hiesigen christlichen Vereins Haus. Es harten sich über 60 Bläser eütgefunben aus Gießen, Großen-Linden, Allendon a. d Lahn, Watzenborn, Hol; heim, Dors-<M.l, Nied er-Weisel intb Sellnrod. I Die Hebung leitete Herr Gebhardt aus Sellnrod. Tas Ji>g:nb- I uhd Posaunensest soll am, 3. September inSellnrod stattfniden,

die nötigen Tünqemittel usw. beziehen tonnen, ferner 11909/10 umfaBt sie 1932 Vereine mit 74 994 Mitgliedern würden wie der Vortragende schon bei früherer Gelegen- und 124 345 Unterrichteten. Aus Deutschland entfallen ~ 1785 Vereine mit 67 596 Mitgliedern und 114478 Unter-

Hesien zählt 37 Vereine mit 1138 Mitgliedern und mit

tag, 12. März, in der Neuen Aula ein Konzert.

* Pom Stadttheater wird uns geschrieben: Gan- besonders sei sckwn heute auf die Kindervorstellung des reizenden MärchensPrinz Blonde!" oberDen König drückt der Schuh" am kommenden Sonntag nachmittag tyingenrieien. -tie Direktion hat sich entschlossen, um das reizende und wirklich voetische Werk weitesten Kreisen zugänglich zu macken, Volks- preise dafür anzusetzen. Es bleibt zu tohm.iMB em miäoerfaiHteS tzaus erzielt wird, damit die hohen Auftuhmngskosten, Orchester u. a. m. sich bezahlt machen.

"Frankfurter Korrespondenz hessischer Geist­lich er. Man schreibt unS: 9lm Montag, 27. Februar, nachmittags 2 Uhr, findet zu Frankfurt a. M., Re­staurant Kronenhof (Christliches Kellnerheim), Scharnhorlt- straße 20, die Wintertagung der Frankfurter Konferenz hesnscher Geistlicher statt. Diese Konferenz hat eS sich zur Aufgabe gesetzt, den Psarrstand :n beständiger Fühlung mit bet "fortschreitenden Wissenschaft zu erhalten und ihn dadurch immer mehr zu befähtgen, den Fragen des modernen Lebens gerecht zu werden. In diesem Jahre wird ein hervorragender Kenner pädagogischer Fragen, Direktor D. Eger, über -TaS Problem des Religionsunterrichtes m der deutschen Schule der Gegenwart* reden.

* Stenographie. Nach der jetzt abgeschlonenen Zahlung der Kurzschriptschuk Stolze-Schrey für

trug 109.

Landkreis Gictzen.

kr. Langd, 20 Febr. Sestern abend vetanställete Turnverein im Saale von Otto Ronthaler seine Abend- Unterhaltung. Der Varsitzaide des Vereins, Lehrer Best, wies auf die hohe gesundheitliche Bedeutung des Turnens und ferne Vorteste für die Mllitärzeit hin Nachdem der Verem einige reckt hübsche Hebungen am Barren vorgesuhrt batte, fnelt das Mitglied Pfarrer Lahr einen kleinen Vortrag:Welche Anforderungen stellt man an ein Theaterstück für ^ilrttzinteTO* bübnen Er stellte folgende Leitsätze auf: DaS «ttick muß (eicht verständlick fein; es muß innerlich wahr sem: es muß einen Sinn haben, dieser Sinn muß gut sein. Hierauf wurden !von den jugendlicken Turnern drei Fastnachtsspiele von £mn5 > Sachs nach der Bearbeitung von Pannier aus Dessau gestnelt: Der fahrende Schüler im Paradies: Der Bauer nut dem Kuh-

924 Unterrichtete. In Greßen bestehen vier Vereine

Dienstag, 21. Stbruar (9H

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversilälS - Biich- und Stemdrrrckerei.

R. Lange, Gießen.

Aedaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: fcÄ «eöaftwme^ 112. Tel.-Adr^ An,elger»ieben.

laufen soll, erhält insgesamt nur zehn -schleusen, eine in Anbetracht seiner Länge von über 300 Klm. gewiß geringe Zahl. Eine Reil)e von Zlveigkanälen ist noch vorgesehen, so nad) Culmsee, nach Gollub, nach Briesen, Strasburg, in den Neidenburger Kreis, nach Wartenburg zri und nach Ortelsburg.

In erster Linie würde der Ostkanal der Landwirt­schaft zu hohem Nutzen gereichen, indem er der Entwässe­rung und Bewässerung großer Ländereien dienen würde; daneben soll er ein guter Schiffahrt skanal fein, auf dem die in ihrem Absatzgebiete sehr beschränkten Landwirte des Ostens ihre Erzeugnisse sGetreide, Mehl, Spiritus, Obst, Rüben, Zucker, Melasse usw.) verfrachten und anderseits

Kanaöa und die vereinialen Staaten auf dem Wege , zum Zollverein.

Mit Zweidrittelmehrheit hat das Repräsentantenhaus in Washington den Gegenseitigkeitsvertrag mit Kanada an­genommen. Findet der «ertrag auch dre Zchtimmung der übrigen beteiligten Körperschaften, so hat die Zollpolitik der nordamerikanischen Union zweifellos einen großen Er­folg errungen. Tenn der Vertrag ist mehr ein bloßes Handelsabkommen, er ist die erste <-tuse zur Lollvereini. flunfl beider Länder. Tte gegenseitigen Zottherabsetzun- gen stellen Vorzugszölle dar, die der eine Staat dem andern, und nur diesem, gewährt. Das Ausland nimmt an diesen Ermäßigungen nicht teil, fallen nicht unter die all­gemeine Meistbegünstigung Rur zwischen Kanada ttndlder Union soll die Zollmauer niedriger gelegt, vielleicht spater ^Wm^(?ng!andEchs dasMutterland" der Dominion das nicht verhindern kann, werden wir auch nichts dagegen auszurichten vermögen, obwohl unser Handel zweifello-.- dadurch geschädigt wird Im Jahre 1909 hat unsne Waren­ausfuhr nach den Vereinigten Staaten 60a, nach Kanada 25 Millionen Mark betragen Das sind zusammen 630 Millionen Mark oder rund 10 Proz. unseres gesamten Warenabsatzes nach dem Auslande. Für 1910 totrb sich sowohl für die Ausfuhr nach der Umon wie nach Kanada etn viel höherer Wert ergeben, ein Beweis, welche Bedeutung Nordamerika für unfern auswärtigen handel erlangt hat. Wenn nun -die Union und Kanada sich gegenseitig Vor­zugszölle gewähren und dadurch ihren Warenaustausch ver­mehren, so muß darunter notwendig unser Absatz nach beiden Ländern leiden und zurückgehen. Er erfahrt in einer Reihe von Artikeln sehr einschneidende ZoNdifterenzierun- aen. Als Beispiel sei nur der eine Artikel Messerschmiede­waren hier angeführt. Unser zollpolitisches Verhältnis zu Kanada wird durch das Gegenseitigkeitsabkommen noch er­heblich schlechter, als es jetzt schon ist, und Aussicht, mit Kanada in ein besseres Zollverhältnis zu treten, ist für uns kaum mehr vorhanden. In den Vereinigten -Staaten haben wir nur Anspruch auf den dortigen Mindesttarif, nicht aber auf Vorzugszölle, die unter die Sätze des Mindesttariss herabgehen und die künftig Kanada gewahrt werden sollen. Einen Vertrag, wie ihn jetzt die Union mit Kanada abge­schlossen hat, kann sie aber demnächst auch mit Mexiko ab - schließen Dann werden wir auch auf dem mexikanischen Markte differenziert, wohin jährlich für 40 bis 60 Millionen Warf deutsche Waren ausgeführt werden Die jetzige Rezi- oiozitätspolitik der Bereinigten Staaten birgt mithin jur bet? europäischen Exporthandel neue große Gefahren in sich.

Seen zur Weichsel.

Auf einer Versammlung des Vereins zur Förderung des Ostkanals zu Osterode hat kürzlich Baurat Ehlers, Professor an der Technischen Hochschule in Danzig, ein bis in alle Einzelheiten durchgearbeitetes Projekt für den Ost­kanal vorgelegi. In einem Vortrage erläuterte er sodann die Linienführung und die mannigfachen Vorteile, die der Kanal dem Osten unseres Vaterlandes bringen würde. An der Hand der Karten bezeichnete der Vor­tragende, so lesen wir in der ZeitschriftOstdeutsche Indu­strie", dem Organ des Verbandes Ostdeutscher Industrieller, die Führung des Kanals, der etwa 2 Klm. oberhalb der Thorner Eisenbahnbrücke die Weichsel verlassen und zunächst in zwei Schleusen auf das Plateau steigen würde. Von der Benutzung der Drewenz, die von den beteiligten Kreisen gewünscht wird, sieht das Ehlerssche Projekt ab. Der Kanal, der vielfach parallel der Eisenbahnlinie ThornInsterburg

Die pnvatbeamtenbewegung.

Vom Hauptausschuß für staatliche Pen sionsversicherung wurde in Berlin cm Privat bearntentag einberufen, um zu dem Entwurf des V e r sicherungsgesetzes für Angestellte Stellung z nehmen. Der Andrang zu der Versammlung, wo auch zahlreiche Gegner des von den Einberufern vertretenen Standpunktes anwesend waren, die infolgedessen zum Teil sehr stürmisch verlief, war außerordentlich grotz. Das Reichsamt des Innern war durch Geh. Regierungsrat Dr. Beckmann, die sächsische Regierung durch Geh. Regie­rungsrat Dr. Besser vertreten, außerdem waren viele Reichstagsabgeordnete der verschiedensten Parteien an­wesend. ' Nachdem verschiedene Redner zum Wort gekom­men, gelangte schließlich eine längere Entschließung zur Annahme, in der die Versammlung den Entwurf des Dersicherungsgesetzes für Angestellte mit Genugtuung be­grüßt und die Erwartung auf Erhöhung der im Entwurf vorgeschlagenen Beiträge und dadurch entsprechende Er­höhung der Leistung ausspricht. An den Bundesrat wurde die dringende Bitte um schnelle Erledigun g der Vorlage gerichtet, damit diese noch von dem gegenwär­tigen Reichstag verabschiedet werden könne. Die Ent­schließung appelliert schließlick) an die Mithilfe der Arbeit­geber und ihrer Organisationen und richtet an die gesamten Prioatangestellten 'die Mahnung, in Anerkennung der Schwierigkeiten der Durchführung des so großen sozialen Gesetzes weitergehende Einzelwünsche jetzt zurückzustellen. Die freie Vereinigung für soziale Versicherung für Privatangestellte hatte inzwischen im benachbarten Saale eine Sonderversammlung veranstaltet, in der eine Wider- spruchsentschließung zur Annahme gelangte

hieb und Der Bauer im Fegefeuer.

ch. Eber sta dt, 19 Febr. Gestern abend fand un Gasthaus zum Schwanen" die Hauptversammlung der .Bezug- und Absatz-Genossenschaft statt. Der Direktor Wilh. Weckmann II. gedachte in warmen Worten des verstorbenen Reichstagsaogeordneten Philipp Köhler-Langsdorf. Die Versammlung ehrte das Andenken Köhlers durch Erheben von den Sitzen. Die Tagesord­nung war schnell erledigt.. Das abgetaufene Geschäftsjahr ist als gut zu bezeichnen: es wurde ein ansehnlicher Rein­gewinn erzielt. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde be­schlossen, eine kleine Dividende zu verteilen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Bei der Vorftandswahl wurden die seitherigen Mitglieder Wilh. Holler und Karl Rühl wiedergewählt, an Stelle des Aufsichtsratsmitgliedes Hch. Görlach V., der eine Wiederwahl ablehnte, Gemeindeein­nehmer Löbrich. Damit war der'geschäftlichc Teil beendigt. Wilh. Deckmann II begrüßte nunmehr den inzwischen von Oberhörgern herübergekömmenen Landtagsabgeordneten Fenchel. Herr Fenchel erwiderte mit einer kernigen An­sprache und Moß mit einem Koch auf die deutsche Land-

I wirtschaft.

Kreis Lauterbach.

würden, wie der Vortragende schon bei früherer Gelegen­heit ausgeführt hat, Bretter, Dalken, Kisten, Holzswff, Zell­stoff, Papier, Sand, Kies, Ton, Kalk, Findlinge, Kalksand- fein, Siegel, Zement und Zementwaren, Torf, Torfstreu und Torfmull als Versandgegenstände in Betracht kommen. So­dann würden am Kanal zahlreiche neue industrielle Anlagen entstehen, die sich bei den jetzigen Berkehrsver- hältnissen nicht lohnen. Von ganz besonderer Wichtigkeit würde der Ostkanal durch die Gewinnung von Wasserkräften, die zusammen mit den des Masurischen Kanals bei sechzelm- ftünbigem Betriebe nicht weniger als 34 000 Pferdestärken betragen würden, also eine außergewöhnlich hohe Menge. Diese würden vor allem zur Erzeugung t>on Elektrizität Verwendung finden können. Endlich würde bie rationelle Ausnutzung der gewaltigen Torfmoore der Provinz Ostpreußen tu vollem Umfange durch den Kanal errnoglichi werden. Die Kosten des Kanals sind auf 81p Millionen

Zweites Blatt M Mrgang *

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefjen

x Schlitz, 20. Febr. Arn Samstag abend trat vom Ko­lo n i a l a m t in Berlin bei bar Bürgermeisterei ein Telegramm des Inhalts ein, man möge dem Gräflichen Oberförster Geiß hier in schonender Weise mitteilen, daß sein Sohn, der als Gouvernemcntssckretär in Kamerun weilte, ermordet worden sei. Fm vergangenen Jahre verweilte der junge, mmmehr auf so tragische Weise ums £d*n gekommene Beamte in einem halb­jährigen Urlaub hier, währenddessen er sich mit einer Dam2 aus Göttingen verlobte. Das .Herzeleid der schwergeprüften Fa-, milie kann man sich vorstellen und die Teilnahme in unserem Städtchen ist allgemein. Gestern abend veranstaltete der lKirchengesangverein seinen in jedem Winter stattfindenden F a mil i e n a b en d. Der Gmittumsche Saal war dicht besetzt. Reichen Beifall sanden bjc Ge>angsvorträge des gemischten Chors, Ivie z. B.Des Kindes Sehnen",Ihr blauen Augen, gute Nacht",Der Lenz und ich und du" usw. Ein trächtiger Reigen mit Gesang,Die Tulpenmädchen aus tzaarlem", mußte auf stürmisches Verlangen der Zuhörer wiederholt werdon. Mit einem gut gelungenen Theaterstück schloß die Veranstaltung.

Kreis Friedberg.

-m. F r i e d b e r g, 20. Febr. Die heutige zweite Jagd­verpachtung hatte folgendes Ergebnis: 1. Bezirk die Herren Zörb I. und Zörb II., sowie Fabrikant Roßbach für 900 Mk., erste Versteigerung 800 Mk. 2 Bezirk G. M. Reuß und Sohn 1385 Mk., vorher 1140 Mk. 3. Bezirk Graf Solms-Rödelheim-Assenheini 605 Mk., vorher 450 Mk. 4. Be­zirk .Herr Gärtner Henze 225 Mk. (200 Mk.).

I X Bad-Nauheim, 17. Febr. Im Bildungsverein gab heute abend im Sprudel-Hotel das Rhein-Mainische Ver-. banbfitbeaterZ ovf und Schwert" von Gutzkow. Das Stuck, dessen Rollen gut besetzt waren, sand allgemeinen Beifall.

Seit etwa 14 Tagen haben wir hier auch ein ständiges Wintertheater, das unter recht guter Regie steht und _schon einige ganz vorzügliche Vorstellungen gab, darunter Sudermanns foetmai" und AnzengrubersDer Pfarrer von Kirchseld".

X Butzbach, 19. Febr. Der Mannergesangverein I Eintracht" bescUoß im vergangenen Jahre die Anschaffung einer Fahne. Herstellung und Lieferung bcrielben wurde der Firma I Toni Schütz-Butzbach übertragen. Die Weihe der Fahne soll am 24. und 25. Juni erfolgen. Bon der Stadtverwaltung wurde dem Verein der städtische Feswlatz nebst Hall: zur Ver­fügung gestellt. Die ersten Rundschreiben an die Vereine sind bereits cckgesandt. Man erwartet eine starke Beteiligung answar-

* M itteldeutscher Sängerverband. Im Hotel! Viktoria" fand am Sonntag nachmittag die B e r b a n d s v e r -1 -ammlung des Mi11eldeutsckcn Sang e r v erb an° des statt Der 1. Vorsitzende, Provinzlaldirektor Dr. Ummer, begrüßte die in großer Zahl erschienenen Vertreter der Vereine und Sängerbünde und betonte, daß er ein lebhaftes 3ntereiic an den eblen Bestrebungen des Verbandes hege. Auf der Tagesord­nung stand zuerst die Festlegung eines Volks! i ed er ta ges für das Fuhr 1911. Man einigte sich auf den 30. Juli. Eine längere Besmeckumg rief die Frage nach dem Ort hervor. Es! war vorgeschlagen, von jetzt ab bte Volksliedertage außerhalb I Gießens in Heineren Städten abznhalten, etwa in Grimberg, -ud) I ober Wetzlar. Von anderer Seite würbe aber wieder hervorgehobeti, daß es wohl besser sei, wenn in diesem Jahr noch einmal die Ver­anstaltung in Gießen stattfände. Man könnte ,pater ia das ganze Verbandsgebiet in Bezirke eintetlen und in icbem Bezirk ähnliche Liedertage veranstalten. Eine Abstimmung ergab em Mehr für Gießen und so wird das Fest wieder rote seither auf der Lielngshöhe stattfmden. Weiter wird bekannt gegeben, daß am 9. Juli tn Lollar ein Wettsingen stattfindet, gelegentlich bellen man den Dirigententag ab halten könne, Prof. Trauttnann ist > bereit, den Vortrag zu übernehmen. Der Hauptzweck des Dtri- gententages ist der, praktische Ratschläge, bie aus Beobachtungen I und aus der Praxis heraus gesammelt warben lind, mitzuteilen. I Weiterhin wurde beschlossen, vierstimmig gesetzte Volkslieder in I Heften, die in längeren Mständen erscheinen, herauszugeben. Bei genügend großem Absätze würde es vielleicht möglich fein, den Preis des (8 Lieder enthaltenden) Heftes auf 10 Pfennig herabzusetzen, allerdings nur so billig lüt angesckstosfene Dercme. Die Lieder sind fast alle ans dem Liederschatz unserer engeren Heimat genommen, und chr 4 stimmiger Satz ist Eigentum des Verbandes. Durch die Herausgabe sollen bic tntfen_ Unter)dnebc | im Satze gleicher Lieder vermieden werden, die hauftg, die Aus­führung von Massenchöreii sehr erschweren. Eine Voritandswahl findet m diesem Jahr nicht statt, 1. Vorsitzender ist Provinzial- brr etter Dr. Ufinger, 2. Vorsitzender Prof. Alles. Es wird etn Brief von A. Klein verlesen, in dem dieser etn Wanberpreissingcii anregtm mödjtc. Dieses würde aber, wie besonders die Herren Müller und Professor Trautmann hervorhoben, den Zwecken und Zielen des Verbandes gerade zuwiderlaufen, der Vorschlag wurde wshalb für erledigt erklärt. Nachdem die Tagesordnung erledigt war, mürbe noch dazu aufgeforbert, überall zum Beitritts der Vereine aufzufordern, die dadurch nur sich selber und der -L>ache nützen würden, ohne sich einen besonderen Zwang auszuerlegen. Es gilt nur, in den Hauptfragen des Gesanges zu^mimenzustel^n und sich gegenseitig Anregung zu geben. .

** Konzertverein. Zur Äluftuhrung des Iudas Makkabäusrn der Bearbeitung von Da. Hermann Ste­phani, welche Mittwoch hier erstmalig zur Aufführung kommt, sei folgender in einer Musikzeitung erschienene Be- richt aus Arnsberg wiedergegeben:Der Musikverein führte Händels Oratorium I. M. in der Bearbeitung von Dr St auf, die bei dieser Gelegenheit wieder ihre große Eindruckskraft bewies. Stephani ging von dem glück­lichen Gedanken aus, die Handlung möglichst klar zu fassen, und schaltete daher zunächst die Bekämpfung des Götzen­dienstes aus. Zugleich aber zog er die beiden Kriegsereig-1 nisse in eins Msammen. Er gewann so eine in sortreitzen- dem Zuge sich abspielende Handlung, die sich in drei der Stimmung noch scharf geschiedene Akte teilte: un ersten Akt- Klage, im zweiten: Kamps, im dritten: Dank- und Siegesfeier. Stephani vereinigte damit zugleich auch das musikalisch Wertvollste in prächtigster Steigerung. Solo- wie E hör Partien sind gleich dankbar bedacht. Auck; in der auf Gervinus fußenden teilweisen Umgestaltung des Tcrttzs hat Stephani eine glückliche Hand bewiesen." Die Umarbeitung des großen Werkes hat, wie die bis jetzt vorliegenden Berichte besagen, dem Gesamteindruck des­selben sehr genützt. Beiläufig sei noch erwähnt, daß die etzige Aufführung gegenüber früher nur 2 Stunden währt.

Der Bau er'sche Gesangverein gibt am Sonn-