Torgau und O b e r tandes g e rj chL Naumburg <l S. haben den Anspruck) der Klägerin dem Grunde nach als gerecht- ferligt festgesteltt. In den E n t s che idun g sg rün den wrrd dargcleg!, dal; der Futtermeister des Beklagten für den Schlünel h ttle sorgen müssen, well die Häckselmaschine, die grade für Kinder gefährlich sei, nicht so mrvcrwahrt hätte stehen bleiben dünen. Eine solche Maschine begründe immer eine große Gefahr für Minder, besonders dann, wenn man mit der Spiellust der Kinder rechne. Tai- hätte der Beklagte aber tun müssen. Darin, daß er das nicht getan, liege eine Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Die vom Beklagten gegen das Urteil des OberlandeSgcrichts Naumburg eingelegte Revision ist vom Reichsgericht zurückgewiesen worden.
Devmiid)te».
* Ein typischer Vertreter deS russischcnGro ß- kaufmanns alten Schlages ist in dem vor einigen Tagen in Nishni Nowgorod verstorbenen „Getreidckönig" und _ Multimillionär N. A. B u g r o w dahingegangen. Der Verstorbene, der ein Vermögen von 40 Mill. Rubel hinterlassen hat, gehörte zu den Altgläubigen strengster -Observanz. Trotz seines kolossalen Reichtums unterschied sich seine Hauseinrichtung nur wenig von der eines besser situierten Handwerkers. Er trug stets hohe Schaft
stiefel, den traditionellen russischen Kaufmannskaftan und zirkelförmig beschnittenes Haupthaar, das er gründlich mit Oel zu salben Pflegte. Während ferner Lebzeiten hat dieser so schlicht aussehende Mann Millionen für Wohltätigkeitszwecke ansgegebcn. Im gewöhnlichen Leben war N. A. Bugrow mehr als sparsam. Sein Wort galt in der Geschäftswelt mehr als jeder Wechsel. Benutzte er einen Fuhrmann, so lohnte er ihn gewissenhaft nach der Taxe ab und war unter keinen Umständen zu bewegen, einige Kopeken mehr zu zahlen. Dieser Mann, der wegen unnütz verausgabter fünf Kopeken seinen Angestellten die schwersten Vorwürfe machte, der bei .Einkäufen um jeden Groschen feilschte, unterzeichnete Schecks von Hunderttausend Rubeln, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn es galt, ein gutes Werk zu fördern. Seine vielen Beamten hielt er äußerst stteng, herrschte über sie in mehr als patriarchalischer Weise und verlangte von ihnen kritiklose Ausführung seiner Anordnungen. Hatte sich aber jemand bei ihm mehrere Jahre hindurch als treu und zuverlässig bewährt, so kam es ihm nicht darauf an, ihn eines schönen Tages mit einer Anweisung auf 25 000 bis 50 000 Rubel zu überraschen und ihm zu sagen: „Du sollst jetzt auch „Mensch" werden, ich weiß, du wirst von dem Gelde guten Gebrauch machen." Vom russischen Kaufmann dieses Schlages wird man nur zu bald wie vom letzten Mohikaner sprechen — er ist im Aussterben begriffen.
* Begeht der Skorpion Selbstmords Tie alte auf Plinius zurückgehende Ueberlieferuna, d-aß sich der Skorpion, wenn er sich vom Feuer umgeben sieht, tötet, indem er stch mit seinem Stachel durchbohrt, wird von zwei afrikanischen Missionaren bestätigt, die die Sache näher untersucht haben. Wenn man der Zeitschrisi „La Naiure", die darüber berichtet, glaube» dari, so ist der Selbst- >nord des Skorpions keine Fabel. Es gelang dem einen Missionar. Herrn Veillet einen Skorpion zu langen, ohne ihn zu verletzen. Alan bildete einen Ring von glühenden Kohlen um ihn, der genügend groß war, nm dem Tier einige Bewegungssreitteit zu geben. Nachdem der Skorpion in den Kreis gesetzt war, fing er an, augenblicklich nach der einen Seite zu lausen, bis er direkt in die Nähe des glühenden Kreises kam. Tann kehrte er schnell um und rannte gegen die entgegengesetzte Sette des Zirkels, wo er wieder den Ausgang gesperrt sah, lehrte dann nochmals um und setzte sich auf ein kleines Stück Papier, das stch zufällig in der Mitte befand. Hier blieb er einen Moment stillstehen und stach sich ein einzigem Mal mit seutent Stachel ins Genick. Tieser Stickt dauerte lange. Tas Tier bewegte seinen Schwanz mit dem Stachel wie ein Schuh, macher die Ahle, wenn etwas dickes Leder eingeschlagen wird. Darnach wurde der Stachel zurückgezogen und das Tier war tot. Tiefes kleine Drama hatte eine Tauer von etwas mehr als eine Minute.
IM --
Bad-Nauheim.
Wochenprogramm vom 21. bis 27. Mai 1911.
Täglich dreimal Konzert, morgens in der Trink- kuranlage, nachmittags u. abends auf der Terrasse.
Sonntag auf der Terrasse nachm. 4—61/.. Uhr Dovvcl- konzcrt der Kurkavelle und des Musikkorps des Gardedragoner-Rcgts. Nr. 23 aus Darmstadt, abends 8-10 Uhr Militärkonzert. Im Kurhaussaale abends 8 Uhr Theater: Glaube und Heimat.
Bontag; das Nachmittaaskonzert der Kurkavelle unter Leitung des König!. Pros. Hans Winderstein. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Der dunkle Punkt.
Dienstag bei günstiger Witterung abends gegen 9 Uhr Feuerwerk vor der Kurhaus-Terrasse.
Mittwoch das Nachmittago-konzert der Kurkavelle unter Leitung des Kgl. Pros. Hans Winderstein. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Ter Schwur der Treue.
Donnerstag IHiinmelfahrtstag) nachm. und abends aus der Terrasse Konzert des Musikkorps des Jn- sauteric-ReatS. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen.
Freitag abends 8 Uhr im KurhauSsaale Theater: Hohe Politik.
Samstag abends 81/» Uhr im KonzerthauS 2. Kiiustler- konzcrt der Kurkavelle unter Leitung des Kgl. Pros. Hans Winderstein und unter Mitwirkung der Sängerin Mine. Mallh Borga von der Ct>cr m Monte Carlo (Sopran).
Vorläufige Anzeigen:
Sonntag, 28. Bai, auf der Terrasse Militärkonzert. Abends im Kurhaussaale Theater: Wenn der junge Wein blüht.
Dienstag, 30. Bai, abends imTheatersaal„Alte deutsche Lieder und Balladen" zur Laute gesungen von Robert Kothe. ,
Donnerstag, 1. Juni, abends Tanz. Lampronbeleuch- lung und Illumination des Kurhauses.
Samstag. 3. Juni, abends im Konzerthaus 3. Sinfoniekonzert der Kurkavelle (CVs
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