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4.1.1911 Erstes Blatt
 
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verliefen.

ergebnislos

Pros. Wilhelm Gftwais über Universttätsreform

ratS Ausdruck gegeben.

Teilweiser Erfolg 47,3 °/0 64,ö %

Kein Erfolg 32,2°|e

5 p/r

Die Nachwahl im ReichStagSwahlkreise Jmmenstadt-Kempten, die durch den Tod des Abgeordneten Schmid notwendig geworden ist, wird eine recht interessante werden. In diesem Wahlkreise hat das Zentrum ein Mandat zu verteidigen, welches es im Jahre 1907 nur mit Hilfe der Sozialdemo-

Der Hirtenbrief des Papstes.

Elf ent schreibt uns:

Was der römische Priester Prinz Max von Sachsen in seiner Zuschrift an die ZeitungRom und der Orient" an der römischen Kirche gesündigt hatte, war durch seinen Fußfall im Vatikan gesühnt; was er mit seiner Zuschrift erreichen wollte, nämltch die Vereinigung der römischen und der griechischen Kirche, hatte in Konstantinopel eine Ablehnung erfahren, so daß damit die ganze Angelegen­heit erledigt war und nur in Deutschland ein Rest des Mißbehagens davon zurückblieb, daß ein Prinz, der einem deutschen Fürstenhause angehört, das sich ganz hervor­ragende Verdienste um die Reformation erworben und "der ein fast ganz protestantisches Land herrscht, rüekhaltlos zu Kreuze kriecht, wie jeder andere beliebige Landpfarrer, so­bald man in Rom nur die Stirn runzelt.

oaen WM en. irr meint, es roeroe !che durchaus für die Ausbildung zu Berufen eingerichtet sind, und außcr-

Damit hätte die Angelegenheit des Prinzen Max aus der Welt geschasst sein müssen und ebenso die Frage, ob an eine Vereinigung der römischen und gried)ischeu Kirche heute überhaupt noch zu denken ist. Der neueste Hirten­brief des Papstes droht aber diese beiden Fragen wieder in einer Weise neu zu beleben, daß sie wohl nicht so bald von der Tagesordnung verschwinden dürften. Denn wenn Papst Pius X. jetzt vor aller Welt dem Bruder des Königs von Sachsen Dinge ins Gesid)t schleudert, die wiever­dammte Irrtümer",schwerer Tadel",schweres Aergernis", schmerzliches Erstaunen",frechste Entstellung", die ganze brutale Herrschsucht und UeberhebungRoms zeigen, so dürfte das, mag auch der frühere Reiteroffizier im Priesterrock untergegangen sein und auch diese neueste Ohrfeige demütig ent gegen nehm en, doch am Dresdener Hofe schweres Aerger­nis und in Sachsen überhaupt einen Sturm der Entrüstung Hervorrufen, der für das Verhältnis zwischen Dresden und Rom nicht gleichgültig sein kann. Gleichzeitig aber werden auch die Bischöfe der orientalischen Kirche, an die der Hirtenbrief gerichtet ist, und die der Papst ermahnt, von ihren Irrtümern abzustehen und so den Augenblick der Vereinigung der beiden Kirchen zu beschleunigen, erkennen, daß man in Rom nach wie vor daran festhält, die christ­liche Wahrheit am reinsten zu besitzen, und daraus die Suprematie des Papsttums über die Pariarcheu von Kon­stantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem begründet.

Und doch hat sich die christliche Lehre im Orient zweifel­los reiner erhalten, als im Okzident. Denn die Frage, ob der heilige Geist nur vom Vater, oder vom Vater und Sohne ausgegangen sei, die zum Schisma führte, wird in den Evangelien ebenso wenig berührt, wie die römische Lehre von der unbefleckten Empfängnis und dem Fegefeuer in ihnen eine Grundlage findet. Die griechische Kirche hat oeshalb diese Dogmen auch nicht angenommen, und wenn Prinz Max von Sachsen sie kritisierte, so hat er da­bei jedenfalls das Recht der Wissenschaft auf seiner Seite. Und ebenso steht es mit dem Vorwurf, den er der Herrsch­sucht der katholischen Kirche machte, an dem man im Vati­kan ganz besonderen Anstoß genommen zu haben scheint. Wie die katholische Ueberlieferung, daß Petrus der erste römische Bischof gewesen sei, nicht historisch beglaubigt ist, so sino auch die Mittel und Wege, die die Päpste ein­schlugen, um Roms Herrschastsansprüche zu begründen, recht dunkle und sragwürdige. Man hat mit den Fälschungen eines Isidor Mercator gearbeitet, der im 9. Jahrhun­dert eine Sammlung päpstlicher Dekretalien verausgab, unter die solche der Päpste der ersten drei Jahrhunderte

eingeschmuggelt waren, aus denen nicht nur die Ansprüche des Papsttums auf den Kirchenstaat, sondern auch auf die Suprematie über die orientalischen Patriarck)ate hervor­gehen sollte. Das ist zweifellos historische und wissen- schastliche Wahrheit: wer sic aber ausspricht, wie Prinz Max, oder daran festhält, wie die orientalischen Bischöfe, muß es sich gefallen lassen, daß Rom chn zum Widerruf zwingt oder zur Ablegung der Irrtümer ermahnt.

Was der Papst mit der Veröffentlichung des Hirten­briefes eigentlich bezweckte, läßt sich schwer sagen. Er mußte von vornherein wissen, daß dieses neueste Werk einen Sturm zur Folge haben würde, aber er sagte sich wohl gleichzeitig, daß diese schwerste Demütigung eines deutschen Fürsten, sowie die zur Schau getragene Ueber- hcbunq gegenüber der orientalischen Kirche wohl geeig­net seien, die dNacht Roms so recht der Welt vor Augen zu stellen. Und das war im Interesse des Vatikans not­wendig in einer Zeit, wo sich Frankreich, Spanien und Portugal von der Kirche abwenden, und wo der Kamp) gegen den Modernismus trotz aller Knebelungsdekrete noch keineswegs mit einem Siege geendet hat. Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, bedeutet der neueste Hirtenbrief des Papstes einen Fischzug nad) all den Seelen, die sich von der römischen Kirche bereits abgewendet haben oder auf dem besten Wege sind, es zu tun. Wir glauben aber, dc.ß man sid) im Vatikan dabei verrechnet. Denn wird nicht das Aufrühren dogmatischer Streitigkeiten gerade sehr viele Katholiken, die sich jetzt nicht darum bekümmern, dazu ücranialen, sid) mit dem Inhalt der Lehre der katho­lischen Kirche einmal näher zu beschäftigen? So sind für den Vatikan recht peinliche Auseinandersetzungen keines­wegs ausgeschlossen, und der Verlust, den sJlom hier er­leidet, dürfte in der Folge größer sein, als der äugen»

politische Lages-ctiarr.

Ein Kampf» und Lernjahr für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

In einem Rückblick auf das Jahr 1910 geht in den Mitteilungen der Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbande, imArbeitgeber", Dr. Tänzler, auf die wirtschaftlichen Kämpfe des verflossenen Jahres näher ein und stellt fest, daß das Jahr 1910[ür die Arbeitgeberverbände ein Kampf- und Lernjahr gewesen ist. Als Kampfjahr kennzeichnet sich das vergangene Jahr schon dadurch, daß in den ersten drei Quartalen fast die vierfache Zahl der Ar­beiter in Arbeitskämpf e verwickelt war gegenüber der Zahl des Jahres 1909, mehr aber noch durch die große grundsätzliche Bedeutung, welche die großen Arbeits­kämpfe des vergangenen Jahres für alle Teile gehabt haben. Aus diesen Kämpfen haben die Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände zahlreiche Lehren zu ziehen und wer­den gegenüber den erfolgreichen Vorgängen der Gcwerk- sd)aften noch mehr darauf bedacht sein müssen, ihre Or­ganisation straffer und geschlossener zusammenzufassen und die Verbände nicht nur nach der Breite, sondern durch sorgsame Kleinarbeit auch nach der Tiefe auszubauen.

Ein unerfreuliches Moment bei den Arbeitskämpfen des vergangenen Jahres war das Anwachsen der Aus­schreitungen und der Gewalttätigkeiten. Mit den Wahl­rechtskundgebungen und den Spazrergänaen sing die Er­oberung der Straße an, bis sie in Moabit und auf dem Wedding ihren blutigen Höhepunkt erreichte. Mit Be­drohung der Nichtorganisierten begannen zahlreiche Aus­stände, um mit schweren Kämpfen gegen Arbeitswillige and Polizei zu enben. Die Ausschreitungen in Charlotten-

auf der Nelson-Säule stehen, nnb Src werd en mehr Publikum anlocken, als 25 Salomes. Es spricht nicht für das Publikum, daß es sich nur für diese beiden Premieren interessierte, und es spricht noch weniger für unsere Theaterfreunde, daß ich gezwungen wurde das Libretto und die Handlung zu verstümmeln. Eines i|tlieber: im Jahre 1910 gab es in England niemand, der das Be- dürfnis hatte, große Opernaufführungen zu erleben, ^zch habe die besten Künstler zu gewinnen gesucht, aber oft war das Haus kaum bis zu einem Siebentel gefüllt. Wenn ich unter solchen Umständen Opernaufführungen fortsetzen wollte, müßte ich Rockefellcr und Carnegie zug.eich sein/ Für Hammerstein klingen diese Erfahrungen se.nes R'.valen nid)t gerade ermutigend, sie sind eine Bestätigung der Mei­nung derer, die immer wieder betonen, daß London feinen echten Sinn für Musik besitze.

Berlin, 4. Jan. Unter dem Vorsitz des Prinzen HeinricÜ konstituierte sich im Generalstabsgebäude der Arbeitsausschuß der dcutschenantarktischenExpeditiondes Oberleutnants Filchner. Der Prinz fprad) seine Freude aus, noch immer Männer zu finden, die bereit seien, für eine Idee ihre Haut zu Markte zu tragen und Opfer zu bringen. Die PerionachkeiL des Führers und der Expeditionsteilnehmer bürge ;ür einen Erfolg In den Arbeitsausschuß wurde unter anderen außer Filchüer der bayerische Gesandte Graf v. Lerchenfeld gewählt. Nach dem Plan des Oberleutnants Filchner soll daS öd}ifr Deutschland" der antarktischen Expedition im kommenden Früh- iabr die Heimat verlassen und zunächst nach Buenos Aires gehen. Bon dort soll die Expedition zu Anfang des Südsommers ilber Süd-Georgien und die Sandwichinseln in den - Weddelsee vor-, stoßen. Äuf der Ostseite des Weddelsees in Eoatsland sott eine Basisstation für wissenschaftliche Arbeiten errichtet werden und als Ausgangspunkt für die Schlittenexpeditionen ins Innere bienen. Ein größerer S chl i 11envor stoß soll von vier Manu der Stationsbesatzung im Sommer 1912/13 in das Innere des Südpolarkontinents unternommen werden. Auch Kraftfahr- zeuge sollen benutzt werden.

Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Dem Vernehmen nach unterbreitete de^General-Jntendant be§ B r aunschweigischen HoftheaterS, Freil)err v. Wan­ge n h e i m, dem Regenten die Bitte, in den Ruhestand tretet zu. dürfen.

Dar Siasto der ©per in London.

Während Hammer st ein unermüdlich an dem Bau seines neuen Operntheaters in London fortarbeitet, über­rascht der Leiter der letzten Opernsaison in London, Thomas Beech am, die britischen Musikfreunde mit der pessimisti­schen Erklärung, daß die englische Metropole nicht imstande sei, ein ständiges Opernunternehmen zu besitzen, weil es in London kein Publikum gibt, das wirklich mit Liebe und Verständnis der Oper entgegentiitt. Thomas B echam hat im vergangenen Jahre drei Spielzeiten veranstaltet, zwei im Covent Garden und eine in His Majestys Theatre, und bei diesen Versuchen feststellen können, wie groß oder viel­mehr wie klein das Theaterinteresse der Londoner Gesell­schaft ist. Als ein Mitarbeiter bes Observer ihn dieser Tage besuchte, um von dem bewährten Theatermanne zu hören, wie er mit dem Erfolg seiner Jahresarbeit zufrieden sei, da antwortete Beechani mit einem lakonischen:Aufs höchste unzufrieden." Nachdem die erste Sensation einer Aufführung verrauscht ist, wenn die Premiere erledigt ist, dann kommt niemand mehr in das Operntheater, und für hundert Nrusikfreunde allein kann man nicht eine große Oper unterhalten. Beecham wies darauf hin, daß er nun zum ersten Male den Versuch einer ganzjährigen Spiel­zeit unternommen hat; er gab dem Drängen jener Enthu­siasten nach, die über das Fehlen einer großen Oper in London jammerten, und das Ergebnis dieses Experiments ist für die britische Siebenmillionenstadt mehr als beschä­mend.Es handelt sich nickst um nur mittelmäßig oder chlecht besetzte Häuser: in London gibt es kein Opexnpnblikum. Tie Ankündigung eines neuen Wer­kes wirkt wie die Aufrichtung einer Warnungstafel: man meidet wochenlang die Gegend, wo dieser künstlerische Ver­such unternommen wird. Das WortErstauffüh­rung" hat auf das Londoner Publikum nur eine Wir­kung: es schaudert und flieht." Als dann die Rede darauf kam, mit welcher Spannung und Aufregung Beecharns Aus- führungen derElektra" und derSalome" erwartet wur­den, hatte der Operndirektor nur ein bitteres Lächeln, «fassen Sie einen Elefanten auf einem Bein

bürg, Köln, Remscheid, Hamburg, Bremen usw. stehen mit blutiger Schrift auf dem Schuldkonto der Sozialdemolratia und ihrer Gewerkschaften. Solchen Dingen und der neuer­dings immer mehr beliebten Sabotage muß mit den schärfsten Mitteln entgegengetreten werden. Zweifellos stehen schwerere Kämpfe als 1910 bevor, und es wird fid) zeigen, ob man auf die Dauer sich die Mißachtung der persönlichen Freiheit ohne energische Sühnemaßregeln wird gefallen lassen tonnen.

Das Reichsarbeitsblatt macht über Umfang und Ausgang der Arbeitskämpfe im dritten Vierteljahr 1910 folgende interessante Feststellungen:

Die Gesamtzahl der im dritten Quartal zum Abschluß ge­kommenen Aus stände betrug 6 5 5 gegen 4 4 5 in dem- Zeitabschnitt int Vorjahre. Von diesen Streiks wurden 29oo (1909: 1546) Betriebe betroffen, von denen 943 (480) zum völligen Stillstand gebracht wurden. 108 384 (1909: 69-689) dlrbetter beteiligten sich an diesen Arbeitseinstellungen. Soweit Streiks in Betracht kommen, steht in diesem Quartal, wenn man dte Bedeutung einer Arbeitseinstellung nach der Anzahl der setern- den Arbeiter bemißt, dte Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate an erster Stelle. In dieser Industrie wurde tn 46 Betrieben mit 26 242 Beschäftigten die AusstaudSbewegung beendet. Es folgen alsdann das Baugewerbe, m welcher es für 1007 Betriebe mit 26 126 Arbeitern zum Frieden kam, die Metall­verarbeitung mit 7Ö2 Betrieben und 11177 Arbeitern, die In­dustrie der Holz- und Schnitzstvffe (448 Betriebe und 8685 Ar­beiter), die Industrie der Steine und Erden (192 Betriebe und 8185 Arbeiter), das Verkehrsgewerbe (385 Betriebe und 4717 Ar­beiter), die Textilindustrie (18 Betriebe und 4010 Arbeiter). In den übrigen Gewerben sanden nur belanglose Arbeiterbe­wegungen statt. Von den 655 im dritten Quartal beendeten Streiks der Arbeiter brachten diesen nur 134 (20,4 v. V) einen vollen Erfolg, 310 (47,3 v. 5).). einen hulmenen und 211 (3 2,2 v. H.) überhaupt keinen Erfolg.

Die Gesamtzahl der in dem gleichen Zeitabschnitt von den Arbeitgebern verhängten Aussperrun gen betrug 79 ge gen 4 9 im Jahre 1909. Hiervon wurden 633 (1909: 1205) Be­triebe mit 32 055 (24 961) Beschäftigten betroffen. Die umiang- reichsten Aussperrungen wurden von der Metallverarbeitung vor­genommen-, es wurden in 143 Betrieben 19173 Arbeiter ent­lassen. Sämtliche elf von dieser Industrie vorgenommenen Aus­sperrungen endeten mit einem Erfolg für die Arbeitgeber, neun sogar mit einem vollen Erfolg. Im Baugewerbe sahen ud) 415 Unternehmer mit 7034 Arbeitern zu einer Stillegung ihrer Betriebe gezwungen. Diese Maßnahme war tn 5 Fallen von einem vollen Erfolg, in 39 von einem teilmeifcit (Uio^a ge­krönt, während nur bei 3 jeder Erfolg ausblieb. In der In­dustrie der Maschinen, Instrumente und Apparate endeten von 5 Aiissverrungen mit 22 Betrieben und 166b SIrbeitern - mit einem vollen, 3 mit einem teilweisen Erfolg. Im Bekleidungs gewerbe, in welchem 18 Betriebe mit 1608 Arbeitern den Be trieb einstellten, hatte diese Maßnahme tn einem tfalle einen vollen Erfolg, in 3 Fällen war derselbe nur teiltoeue. Er­gebnislos war auch in dieser Branche keine Aussperrung.

Zusammenfassend stellt Vie Uebersicht des Kaiserlichen Statistischen Amtes fest, daß von den sämtlichen 79 rm dritten Quartal 1910 beendeten Aussperrungen 24 (30,4 vom Hundert) einen vollen, 51 (64,5 v. H.) einen teilweisen Erfolg hatten und nur 4 (5 v. H.) »***

Das Gesamtergebnis ist also:

Voller

Der bekannte Leipziger Chemiker Geh.-Rat Pros. Dr. Ostwald macht in derUmschau" Vorschläge über eine Reform der Uni* versitäten und der höheren Schulen überhaupt. Er will zwischen Fachschul- und Forschungsunterricht, oder auch unterrichtsloser Forsdping eine Grenze gezogen wissen. Er meint, es werde Anstalten geben müssen, wel, beftimmten wissenschaftlichen Berufen eingerichtet sind, dem andere Anstalten, für welche die schöpferische Erweiterung der Wissenschaft die eigentliche Aufgabe ist, wobei sich ein persön­licher Unterricht dazu gesellen will oder nicht, je nach der Art und Natur der leitenden Forscher. Die Eigenart dieser Entwich lung liegt nach der Meinung des Leipziger Gelehrten darin, daß die gegenwärtigen Universitäten wieder unzweideutig den Cha­rakter wissenschaftlicher Fachschulen annehmen werden. Von allen Lehrern dieser Fachschulen werde man dann, da ja für die Ent­wicklung der Wissenschaft durch das Vorhandensein der Forschung^ anflalten gesorgt sei, verlangen dürfen, daß sie den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf den Unterricht legen.

Mit dieser Umwandlung hänge auch eine Reform u n- sererMittel schule zusammen. Wir werden endlich begreifen, daß die zwei oder drei letzten Schuljahre ein Raub an der Persönlichkeit des Schülers und an dem geistigen Ka' tat der Nation sind und daß ein regulierter Schulunterricht höchstensbis zur Erreichungdes Frei­willigenzeugnisses fortgeführt werden darf. Dann sind die jungen Leute reichlich reif, um in den Fachunterricht einzutreten. Sie sind aber gleichzeitig jung genug, um noch einige Beschränkungen ihrer persönlichen Freiheit zu ertragen, die für die erfolgreiche und regelmäßige Absolvierung des Fack>- ftudiums nur von Vorteil sein kann. Es wird mit einem Wgrt die künftige Universität sich wieder ein wenig dem Typus des englisch-amerikanischen College nähern müssen, von dem sich die Docküchule in Deutschland wegen der Aufnahme der Forschungs­ausbildung unter ihre Ziele entfernt hätte.

Ostwcckd sagt, man müsse sich darüber klar werden, welche von beiden Ausgaben man lösen will, da man beide zusammen nicht wohl lösen kann. Er erwartet wegen dieser Ansicht ins­besondere Proteste gegen die Degradierung der Universitätslehrer. In der Tat haben sich ja die akademischen Lehrer stets energisch gegen die Beschränkung der Universität zur Fachschule ausge­sprochen und dem hat noch der jetzige Rektor der Berliner Uni­versität, Geh. Rat Max Rubner, beim Antritt seines Rekto-

Ersolg

Bei den Streiks.....30,4 °'o

Bei den Aussperrungen . . 30,4 °/9

Nr. 8 (Erftes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 4- Zamar M

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