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2.3.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 52

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Trscheinl t2glich mit Ausnahme beS Sonntags.

Die ..Gießener ZamMendlStter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, vaS '.Krtisblatl fir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal.

Das Gesetz gegen die tturpsuscher.

:: Berlin, 1. März

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Redaktion, Crpedition und Truckerci: Schul- straye 7. Lroedition und Verlag: e^oL gtebattioir.e« 112. Tcl.^lbr.:AnzcigerGicßen.

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Sebnboflttait 5i, : ?imte

Uriegssteuern für die deutschen Schutzgebiete?

Die auf Ersuchen des Reichstages ausgearbcitete D e n t - i" di r i f t des Reichskolonialamtes, unter welchen L ' . < ...... i SaA >. rk it h J

mawen dieKartei des Gelbsackcs, mit dem man sich nicht zu- ianunenfinben iönnc Auch die NchionaUche^^würden an^ Tauer mit den Frei,innigen md,t zmannnengehen konnew Er- flärung -.wischen diesen Parteien muffe je früher desto eher er­

geb i et durch direkte Besteuerung zur Deckung der Kosten hecanzuziehen fei, die aus den K riegsmaßnahmen! bici'cm Schutzgebiete erwachsen, ist dem Reistage locbcit ruaegangen. Die Denkschrift bringt eine genaue Unter- fudiung des kolonialen Finanzspstems und der fremben Kolonialstaaten unb beren Verhalten in analogen fallen. Sie beginnt mit bcin spanischen und portugiesischen System unb iommt aus das holländische, belgische, nordamen- kanische unb italienische Lßstem zu sprechen, um mit der Untersuchung des französischen und englischen Systems zu

amten gedeckt werden. Auf eine Anregung von fort­schrittlicher Seite, ob es nicht möglich fei, eine Anzahl Beamte tu die neuen Vers i ch e ru n g s a mt e abzu,chic- ben, crildrt ein konservatives Mitglied, ba» gtci(pöcitig auch dem Reickisversicherungsausschuß angehort, bau nad) bent augenblicklichen Stand der dortigen Beratung daran nicht zu denken sei Staatssekretär Kraetke werft zahlen­mäßig nach, daß in den letzten beiden jähren bie ^cu- ansteltung mittlerer Beamten ganz außerordentlich reinr ?iert worben sei, von über dreitausend pro <$af)r auf 340 unb 350. Die Hauptschuld an dem neuen Bedarf trage ber Reichstag: der habe den Erholungsurlaub in verstärk­tem Matze burchgesetzt Bedarf lo80 Beamte; bie Ver­irrung des Dienstes - Bedarf 600 Beamte; bte weitere Durchführung der Sonntagsruhe gebart 6/0 Beamte Der Schatzsekretar erhebt entschiedenen Einspruch gegen die Bemerkung eines konservativen Mitglieds, daß rn den nächsten Jahren die Stellen für mittlere Beamte erheblich vermehrt werden müßten.

Zodann wurde über eine von Beck Hechclbcrg inatl.) unb Eickhofs (Vp.) beantragte Ents ch ließun g verhan­delt, die bie Regierung ersucht, bis zur brüten Lesung bey Haushatts ihr Einverständnis dahin zu erklären, daß ben Lb erbost- unb T e 1 e g r ap h e n a s s r ft e n t c u sowie ben Vorstehern ber Postämter brtiier Klasse, soweit brese vor dem 1. Januar 1900 in den Dienst der Post- unb Telegraplsen- Verwaltung eingetreten sind, eine p er s ön lr che Pen­sion s fähige Zulage von hundert Mark nach fünfzehn Jahren gewährt wird, die sich nach achtzehn Zähren ans vu=, .

zweihundert und nach einundzwanzig Jahren aus dreihundert! Voraussetzungen und in welchem Umfange das ch u tz - Mark erhöht. Die Regierung erklärt die Entschließung für1 - - - ; --«x, m 3. « »tr hör

durchaus annehmbar; die Verhandlung hierüber wird Donnerstag fortgcfüli r t.

hing nicht wünscht, sondern co für richtig hält, bie AuZWÜchie zu treffen, wozu bic Bestiounung des t? 8 Gelegenhcct gut. s 3 Hier 1 loirb bal, er ab gelehnt.

In bei weiten Ziner des -r 3 wirb bu U au dl uns mittels m i) st i i d, e r V erfahre n verboten. 2. i Äu»f Madie hierüber, bie in ber nädfltcn --itzmig lortgemhü werden folL trug vielfach einen heiteren Uharafter -ter ^oihubrcr d Sozialdemokraten hält einen Vortrag über das G l , u n d beten. Wolle man dreies verbieten, dann müße wan nch auch an ganz andere Stellen richten. In den Kuchen werde tdlfonntaghm ,ür bic Gkiunbhcit bei .-öerrieherhaufcr gebetet, unb bn öent liehen würden dafür bezahlt, betrieben al,o das Oqiiitbbi '^n g s iDcrb'inäEig Es würden ia auch Wallfahrten zum ödunbbeie.t unternommen. Ein konservatives Mitgl ed des Äusf ckw^ aus O ft vrentzen bittet bringen^ uni Beseitigung des^Loric- mvstisch" aus der Vorlage. In LitVreuucn gebe es Cxginbd , in denen burd, Besprechung . Warzen Kops rose usw. ge­heilt iDürbeit. Er sei nicht m der Lage, für bic 2oi läge zu stimmen, wenn das Wortmystisch bleibe Das *3e n t r u m § m i t g I i c b , das bei ber erstenenutg iu mne Partei bas Wort geführt halte wendet aeqet den sozialdemokratischen Redner und rühmt bic Wirkung des Gebete Tic Bestimmung der Vorlage scheint ihm oedenk - lich, eben weil boruntcr auch Eesnndbeten, Magnetisiniis usw. falle. Durch mystisches Verfahren können iiiggcfttüc Wirkungen erzielt werden: freilich berge -s Ee fahr en a. er R e du er crzalst t,

bau er mit seinem Bruder gelegentlich einen .Jtngmtileni ve sucht habe, der Wissenschaft halber, aber von dem Jiibloien mm. fehlen Erfolg ge'püit habe. Neuerdings sei er aber zweifelhaft geworden, ob nicht dock Magnitisctlic heilend wirken konnten. Der Redner verliest einen langen Briefcines Rosercnbar » bei brr Staatsanwaltschaft in Bonn, worin dieser 1 drüben, ivie er durch ci I ma g n c t i 3mu9 es zmiadßt dahin gebracht habe, ben Referenda r z n mache " unb bann von , einem nervösen Leiden, das ihm weder feine 2i> i r t, <b a t t et i n, noch verschiedene Acrztc hatten vertreiben können, geheiit wmbe und sogar eine liebenswürdige Gattin heimsühren tonnte. 2.er Jen trumSrcbner zielst aus diesem Briefe bi'n Schluß, biß bod- irgend­ein c geheime Heilkraft im Hcilmaguciismiis vorhanben ,et. Jnd) ber Vertreter der Reichspartei wendet sich enudneben gegen den Sozialdemokraten unb dessen Zweifel an der st arte n b c n « ras t des Gebetes. Ter Redner verbreitet sich cingcLcnb über bic Macht ber Psyche über den Störöer, über bic Wirtiamlcit der Suggestron und nimmt dadei aus Virchow Bezug. on einzelnen anderen Rednern werben olle möglichen Hciluiigsgeschichten nur dem Gebiete der Neystik erzählt. Au, Äntrage erflnrt Ministerial­direktor Dr. von Joncauicres: Die Regierung wolle an ftd) bic mystischen Verfahren ma.-t gruiiDiählid* verbleien,sondern uui bic Ausbeutung des Publikums b u r ch odminbcl verhindern. Taher ciülyiltc ber £ 1 der Borlngc .iitvbrucfluh bas Wortgcwarbsmätzi g". Was imtcr mystisch zu vor stehen sei, darüber gebe bie Bcgiündung ber Vorlage i'lustunN.^oic das Gesundbeten, den Spiritismus mm. nenne. iic Anorbmmg von Gebeten für das Herrscherhaus u,w. ,oll durdi bic Vorlage nicht getroffen werden. Mag doch der Einzelne a.i Besprechen glauben: verhindert werden soll die Ausbeutung bicic^ Glaubens. Ein s o z i a l bcm o k r a t i s d- e r Rebner betont, daß das Besprechen nicht nur in Dftpreupeit vorkoinme. sondern auch m der Großstadt. Magnetismus mün'e unter,chieben werden von Suggestion unb HyMoie. Beiprcch-en unb Sympathie ,tnb schwin­del unb Spiritismus absoluter Schwinbel.

Die '?lussvrache wirb nächsten <J.'titimorf> lortgcirkt.

haupivecsammlung dec Gewerbebank.

Gießen, 1. Mörz.

Tie 5 2. ordentliche Hauptversammlung bcc hiesigen Gewerbebank sand am Montag abenö int Hotel Schlitz bei zahlreicher Beteiligung des Äussichtsrats und der Mitglieder unter der Leitung des Aufsichtsratsvoriwenden Weißbindermeister L. Petri II. statt. Ter Vorsitzende ge­dachte zunächst der durch Zob abgegangeiten Mitglieder^ beten Andenken durch Erheben von den ritzen geehrt wurde.

Direktor Loos besprach dann den den Mitgliedern' gedruckt zugegangenen Geschäftsb cricht und die allgemeine wirtschaftliche Lage. Er führte u. a. aus:

flSic in unserem Gcickäftsbericht bereits bemerkt ist, können mir mit Bcfriedignng auf bic Ergebnisse des vergangenen Gc- schäflsjahres unücfbliccn, mir wollen hiermit allerbings Nickst bc hmben, baß das nun hmter uns liegende Geichanslahr, nnb' unsere wirtschaftlichen Verhältnisse im Allgemeinen, cm besonders gut gerne,en seien, 'onoern wir wollen nur lagen, datz unter Berücksichtigung der allgemeinen Lage umere Gc'chasts- Ergebnisse immerhin befriedigen dürfen..

T{e allgemeine Gesdsänslage dürfte zurzeit immerhin noch alö eine recht ernste zu betridTten fein. Das Darniedcrliegen, bcfoncciy das Baugewerbe, gibt zunächst Verrnk.i'sung, bas cmc

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roÜnfSBiicOT6iibent Dr. Schmitt teilt nun nri:. daß >w» »er- schiebe ne :)ifbn*'r ;ur Hauvtousivradic vorgemerkt sink», er bricht dcstialb Die Siyung gegen ' >2 Uhr ab unb funbigt an.batz morgen unter allen Umständen eine Nachmittags,chung ,tattfinbcn werbe.

')iädn"tc Sitzung morgen 9 llbr. ____

Donnerstag, 2. März 19U

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schrn Universttäts«Biich» unb ^teinbruckerei.

R. Lange, Gießen.

Hanptaussprache über ben Staatshaushalt fort. Abg. Hauck Bbb. erklärt, er nwllc keine lange Rebe halten, müsse aber einmal bic Vcrhältnive bezüglich ber Ob.i rechnungslammer erörtern, bic nad) ,einer Meinung viel »u toiI = imclig üno viel zu langsam arbeite, -bic Abgeorbneten besand.n i?d) in einer Zwickmühle.: iw sollten einerseits bie Beamten- aehältcr erhöhen, aiidererseits aber keine ^teucrcrhohung bewil- liacn Weiter erörtert der Redner die Re»chsimanzrewrni unb bic Blockvolitik und meint, man dürfe nicht vergehen, daß, rocitrt hie Erbanfallstcuer vom Reichstag genehmigt worden wäre, nnd) bie weiteren ichlenoen 450 Millionen aus indirekten eteuern hatten beschafit werden müssen k.

Äbg 8i a a d iSoz.i bemerkt, daß trotz der Hobreden ba yencii Tr. Claim unb Molthan über bie Besserung mr,erer dmauz- läge eine solche nod) nicht eingetreten sei. «eine ^urtei I)Qbe schon oft ausgesührt, baß Hunbcrtc unb xaufenbe öon .JZiUumcn gemon werbeii lönnten unb inan alsbann man notig wne, so unsinnige Steuern zu rnauien. Am die allgemeinen Ru e, wo benn btefc vielen Millionen ge.part werben tonnt?n,_ cm - Zn=t öet Scbn«, dau t&i bei »tet u.jb M-rrn- tonnte. Tic Finanzen in Hessen würben jo lange nicht be ler werden, so lange man iid, nicht ent,chließen könne, bicicmgu Leute mehr zur Steuer heranzuziehen, d'cmelir zahlen konnten achthundert Steilen iverutn ue.u uiT

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;u beklagen fei, das; bic Regierung nicht wirksamer wr die von lieber,dimcmmung usw bedrohten Lan^skilc eingetrctcn . m in Ast heim, auch sei bic langst beschtoi,enc Tamv,Pumpe immer nod, nicht vor Iran ben Der Rebnn bcipridii bann bic Wirkungen der Reichssinanzreform unb traurige -age der Tabaksindustrie und Der Zündholzwaremabrikation; Pfungstadt mit feinen 7000 Arbeitern ,e-i dadurch in bic größte üalQmitat geraten Tic Regierung habe die Verpflichtung, eine beijcre r5ur- ?orge für diese schwer ^roffcncn Gebietsteil zu treuen^ Ent­gegen ber längsten Erklärung bes Staatsministers über ba 25c^ bot ber Proleiwersammlung m Langen gegen byn 3a.reitbe,ud? bleibe er oer Meinung, baß bas Verbot ungesetzlich gern.sen,et. (*t gebe zu, batz er den Ton der Frank' Volksstimme, deren Einladung zu der Versammlung der Munster vorlas, auch Nicht billige, aber auch bic vielen Pfuirufe hier unJOaufc feun nicht om. Platze gewesen. Tie Versammlung sollte 'tch nicht gegen bm Grotzherzog nnb seine Schwester richten; ber Grotzherzog habe riclicid)! die Gründe zu dieser Versammlung b

gesunden, als die große "Mehrheit hier tm .s?ame. (^horuk unb nrofie Heiterkeit.) Er glaube, baß bei Großherzog liberaler - ol-> bic' Mehr Heu dieses Hauses. (Gelächter.) -t-er Zar 1« ja figcntlid) ein Gefangener, aber er sei der Vertreter cln^ vcr- ivcrflidjcn Snstems, und als solcher mußte er von der Co$iab- denwiralic bekämpft werden. qax» K-?

vi(hg Hebet (3entr.) betonte, daß im gmizeii die Er­klärung des Sk-rrn Staatsministers gegen bie ungehörigen dn* .irifst ber Sorialbeniokraten mit Freude begrüßt worben ,cun. ^r müsse überhaupt der Sozialdemokratie das Recht absprechen, bie SSüdiTSnbe in Dieser Weise zn kritincren, nachdem ite selber gelegentlid) ber Pariser stommune bod) noch viel ichlimmer aehault habe Der Rebner polemisiert baim au5iul)rltd) gegen bie Sozialdemokratie unb besonders gegen den Abg. Raab unb wendet 'ich baim bagegen, baß auf Veranlaßung ber 1. Äammer rejü. des Freiherrn von Hcnl eine kleine Teuerungszulage mr dw unteren Beamten letzt hcrausgedrückt werde,.wdem man bie300 000 bio 400 000 Mark, bic an ben Ausgleichslonbs abgeluhrt werden fönnten zu Diesem 3iued verwende. Eine stärkere 5$,^ lilgung'sei absolut erforderlich; die jetzige Nowvrlagc zur Schulden- nlgung halte er nickt für zweckmäßig. Den Beamten )ci mit einer Teuerungszulage, rote sic der Alm. Dr. Cfann mit lement Antrag bairocdc, nidit geholfen. Es Niüssc eine Revinon der ganzen Sc'ol- dungsorbniuug erfolgen. Das könne aber nur geichehen, wenn dau­ernde sichere Einnahmen dafür vorhanden icten, bic burd) eme ver nunftgeinäßc Finanzpolitik beschafft werben müßen, btefejci eine Gehaltserhöhung vor dem Volke nickst zu verantworten. Gegen­über Den Ausführungen des Abg. Tr. Cfann, Tur bie Reid)stags- wacklen eine allgemeine Sammlung ber bürgerlichen 4,arte.tcn bei beizuführen, müsse er sagen, baß man tycuer unb a wr Doch nidit miteinanber vermischen könne zer Redner holcmiiicrt zum Schluß noch unter großer Unruhe des Hau les gegen den Jbg. Ulrich, der von der Landwirtschaft gesprochen habe, wie einer ber mckis davon verstehe und der sich gern in )elb|tgc|Qlligcn Ucvrr-

^KÄrid) (Ztr . der bei der herrschenden Unruhe nur schwer zu verstehen ist, spricht bem Abg. 2r ^lann 'einen Dank aus tür bic Mitteilungen, batz von bet Bubgetlommißion ber Bau einer strategischen Brücke über ben Rhem bei Burgen beschlossen worden sei. Gegenüber den Erklärungen des Geheim­rat Tr. Becker, daß das Reick nickst auf seine Sollen für Hessen eine Brücke bauen werde, bemerkt ber Rebner, batz iclbltocrjtanb- lid, alle bctcüigcnbeu Kreise mit bazu beizicktagcm haben wurden, wenn der Bau einer allgemeinen Verkchrsbtücke besdllos'en wurde. Er hoffe, batz die Regierung in diesem finite ihren ganzen» Einfluß für Den BaM einer solchen Brücke einsetzen ivcrde, wo- iür bas ganze Rheinhessen ber Regierung bankbar jetn wurde.

Abg. Sv teil (Bbd.ß der inzwischen das Präsidium an den ,weilen Vizevräsidcnten Abg. Tr. Schmitt übertragen Hat, luhrt aik-, er könne sich bet Meinung bes Geheimrat Tr. Becker an-- icbließcii, batz wir nur langsam auf dem Wege zu einer Ge- iunbmig zu unferm finanziellen Verhältnisse weiter schritten und daß wir alles aufbictcn müßten. Die größtmöglichste Spanam .leit zu üben. Mit den Ausführungen des Abg. liebel iönnc er sich nickt einverstanden erklären, dagegen stimme er ganz ben Ausführungen seines politischen Freunbes Tr. Weber zu. Eine (SeljGltdaufbcffcrung ber Beamten sei zurzeit nicht möglich, er meine, man solle aus ben Beamtenkreisen heraus bireft mit Vorschlägen zu Ersparnissen an die parlamentarische Vet- einsackungskommiision herantreten. Tic Regierung möge erst ein­mal die alten, schon lange anerkannten Ungerechtigkeiten in der Bcamtenbefoldung beseitigen, bevor an eine allgemeine Aufbes­serung der Beamlcngehältcr gegangen wird. Tic vom Abg. Ulrich gemachten Vorschläge zur Stcucrcrhöhitng seien piakttsch völlig undurchführbar. Auch er glaube, daß Herr lllrtdi von Der Land­wirtschaft und Manchen anderen -sacken gar nichts verstehe, an- ertennen müsse er, daß bei Ton bei bet diesmaligen Gcstetoldebatt ein besseret sei als sonn und daß sid) and) Herr Ulrid) einer ge­wissen Mäßigung befleißige. Den Ausführungen des Abg. Dr. Osann bezüglich der Sammluiigsvolittk könne er nicht zustimmcn. '21 ud) er müsse mit dem Abg. Hebel sagen, baß man doch ^uet unb Wasser nicht miteinander mischen könne. Mn Den -Sozial­demokraten sei eine Verständigung unmöglidi, lolangc ue bre Hcrtjchaft der Massen propagierten. Tct Freisinn fei gewiß er -

Zweites Blatt /' 161. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

ver Coftbausljalt im vudgetausichutz.

: Berlin, 1. Marz

Die heutige Sitzung wurde aussd)lictzltchdurck) dre Be­sprechung ber Verhältnisse der P o ft a, N st e n t c n am>- acfüHt Tie Eingabe der ^InqLcntcn, bk fii c b s c t) n tausend neue Stellen für notwendig halt, walzrend ber Voranschlag nur bereit achtlpinben bringt, Tanb ihreii lliicberschlag ui einer Ents ch l i c ß u n g , in ^cr bi4-'or- ücrroaltuna aufgeforbert wird, tu 3u Zrehen,

in welcher Weise das große Heer ber biatarifd) angeftellten Beamten untcrgebracht werben soll unb üt welcher ^eftc bic Geschäfte, bic bis jetzt von mittleren Beamten geführt werben, in Zukunft mehr als bisher an untere Beamte

übertragen werben können. Tas einstweilige (5rgcbni5 ber heutigen Aussprache ist bic Ablehnung ein es Zen­trum s a n t ra gcs, auf Grund deisen bon ben acht­hundert neu angcfnibcTten Asfistentenftellen s n nshun d c r t g e ft r i d) e n und nur drei hundert bewilligt weiden ^ie achthundert Stellen werben bewilligt.

Der Ausschuß zur Beratung des Gesetze^ gegen die Kurpfuscher begann heute bic Beratung bes § 3. n feiner ersten Ziffer verbietet er bie F ernbe hand lun g, b. I). etne BehanbUlng, bic nicht auf Gruiid eigener Wahmchmungen an ben Tu B-hLnbelnb-n erfolgt. Dieb Verbot richtet sich noch der Vorlage an die im § 1 bezeichneten Perionen, al|o dieienigen, die sich ohne Approbation mit der Behandlung von Krankheiten, Leiden oder Körperschädcn an Menschen ober -Vieren gewerbsmäßig bciaficiL Ein Antrag von volksparteilicher -seitC will babci bic Voraussetzung ber Gewcrbsmäßigkeit beseitigen, also die Feinbehandlung jcbem 'Jlid)taoorobiciden untermgen, bagegen eine Ausnahme machen, wenn es |ich um bic jlbroenbung einer augenblicklichen Gefahr hanbelt. Die Regierung betonte dre Drüiglickkeit des Verbots ber Fernbehanblung. Gegen Acrzte, bic eine Fernbehanblung vornehmen, fchrette bas Ehrengericht ein. Eine Reihe von Firmen Priesen ihre Fernbehanblung brn Lungcn- tuberkulosc, Kehltopssckwinbsucht usw. an, auch auslaubßche firmen mit zum Teil recht giftigen Präparaten. ,

Von Vertretern ber Rechten wirb dagegen auf manche er­folgreiche Behanblungsfälle hingewiesen, z. B, auf erfolgte tfeilung bcs Krebse mittels Elektrohomöopathie; ein ungciunber 3ungc fei zum kräftigen Menschen geworben burd) fettes Hunbcflcßch, solle bas auch verboten fein? Unb was )ei unter Anpreuung zu verstehen? Sollen schon Tankschrecken von Geheilten als ver­botene Anpreisung gelten? rf f.

Ministcrialbirekior Tr. von Ioucquie r c S crflarr gl» bic Auslassung ber Regierung, batz, bevor einem Kranken geholten werben könne, er mindestens einmal von dem Heilenden gejcheit worben sein müsse. Auch Den Acrztcn liege es Psttchtmatzig ob, ben 6ranken zu sehen. Es werben von Gegnern btcfcr Bestimmung weitere Fragen, gestellt : sei cS, z. 'S. auch eine fernbehanblung, trenn ber Arzt auf telcphonstchc Mitteilung einer Vergittung Geacnastt uerorbnet? oder wenn nicht approbierte Perionen, z.

Sanatorien, nachträglich Rai erteilen? Gute tome-- auente Durchführung mache diese Bestimmung ,ehr gefährlich^ Ucber bas Verbot der Anpreßung cmer ürcrnbchanbhmg, bas Der 4 8 enthält, werbe man sich, falls auch barm nicht zu weit Qcaanqcn werde, mit der Regierung verständigen tonnen, aber diese Bestimmung in § 3 müsse gestrichen werden, ^ogar fchon die Hustenbonbons fielen darunter. Tie Regierung gibt ine Erklärung ab, baß ber Kails von Mitteln rn Drogerien nicht als Fernbehandlung zu gelten habe. Ä» der meitcrcn Aiissvrachc wird insbeioiidere verlangt, m der Frage t>er Fernbehanblung keinerlei Unterschieb zwischen Acrzten und <iurviu'chcr,i zu machen. Es wirb dre Frage nach der B r i et- kast c n b c h an d l u n g gestellt, ob aum die unter bas Gesetz fqTic ober btc Anpreisung von Keuchliustenmittcln? ^.erRc- aie'ruiigsv ertrcter crHärt, im letzten Falle hege <yciu» behanbluna nicht vor : bei Brie.kastenbchandlung nur dann, wenn x. fidi um einen beftimmten Kranken und Krankheitsfall handle. Der RegierungSvertreter gibt aber zu, daß die Grenze etwas flüssig fei bei Fortsetzung einer zu Anfang verfonlickcn Behandlung.

^asErgebnisdcr Aussorackeut das, daß die .Mehr- heu bes Ausschusses ein grundsätzliches. Verbot der FernbeHand-

enden.

Es ergibt sich aus dieser Untersuchung, daß die Be- laftunackt Der Kownien mit den Kosten ans den 5iolontal- krieaen, obwohl einzelne Länder sehr schwer unter den Kriegen zu leiden hatten, von Nordamerika, Frankreich . und Italien nie, von Eiigland nur ganz ausnahmsweise den Kolonien auferlegt wurden. Derartige Auflagen wur­den nie als Steuern erhoben, sondern als Anleihen von Der betreffenden Kolonie übernommen. Tiefes Vor­gehen bewährte sich nur bann, wenn cs ohne starke Belastung der Kolonie erfolgen konnte.

Rach der Tenkschrist ergibt sich hieraus für unseren! Kolonialbesitz, daß Dieser zur Deckung Der Kriegslasten icDcnfaU» nur berangezogen werDen kann, wenn hierDurch bie finanzielle Bilanz nicht beeinträchtigt unb Die wirl- fchaftliche Entwickelung nicht gehemmt wirb. Zurzeit feien aber in feinem beutschen Schutzgebiete bic Verhäitniste ber- artig, baß ihnen eine Kriegskostenanleihe unb Kriegs- steuern zugemutet werben könnten.

hesslsche Zweite Kammer.

R.B. Tarrn stabt, 1. März.

Am Rcgicrunastt'ckc: Staatsminister E w alb, Minister vo n Lombcrgk, Geb Rai Ti. Becker, Geh. Cberforlttat ^a^a-3 Haus ist schwach besetzt Nackfbcm Vizepräsibeiit HorclI btc Sitzung um 10'. Uhr eröffnet, setzt bas Haus btc

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