Bettelns w«x einem bis zu vierzehn Tagen Hast, aud> wurde bei drei Benrrteilten weiter ertatnt, daß sie nach verbüßter Strafe der Landespoli-eibehorde ai überweisen seien. 2. Der Schlosser- meister und Installateur H. A. van Büdingen ist angeklagt wegen fahrlässiger Brandstiftung und Körperverletzung infolge einer Gaserplosivn. Er wird zu einer Geldstrafe von 75 Mark oder 15 Tagen Gefängnis verurteilt. 3. Ter.Metzger und Fuhrmann P. Eh. ft. aus Düdelsheim ist der vorsätzlichen Körperverletzung angcklaot. Er wird unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe txm 20 Mark oder mit 4 Tagen Gefängnis verurteilt. 4. Der Landwirt A. R. von Atnderbügen ist der vorsätzlichen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs angeklagt und wird deshalb unter Annahme mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von einem Monat i>erurteilt. Das Schöffengericht empfiehlt den Verurteilten zum bedingten Strafaufschub, weil die Tat mehr in Leichtsinn und alkoholischer Erregtheit als in Roheit und Grausamkeit ihren Ursprung hat. 5. Der Dienstknecht ö. P. aus Speyer, früher in Eckartsbausen bedienstet, wird wegen Hausfriedensbruchs, vorsätzlicher Körperverletzung und Saclcheschadigung zu einer Gesamtstrafe von sechs Wochen verurteilt. 6. In einer Verhandlung gegen einen Jugendlichen wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde aus einen Verweis erkannt. Nächste Schöffengcrichtssitzung Montag den 6. März L I.
KreiS Schotten.
p Laubach, 20. Febr. Wie alljährlich, hielt gestern abend der hiesige Zweigvevein deslVogelsbcrger HöhenNubs ein W i n t c r- •feft ab. Lehrer Massig begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Freunde de» Bercins. Das Programm war zu- sammengestellt aus zwei gut gewählten Thcaterstückn: „Die Tante aus Schwaben" und „Die Villa", letzteres in Darmstädter Mundart. Die Rollen lagen durchweg in guten Händen Reicher Beifall bavies $ur Genüge, daß die Mitspielenden sich ihrer Aufgabe in vortrefflicher Werse erledigt .hatten. Zwei gut einstudierte vierstinrntigc Volkslieder, vorgelraaen von der jüngst gegründeten Gesangsabteilung, verschönten das Programm. Daran schloß sich ein flottes Tanzvergnügen.
Starkenburg und Rheinhessen.
Alzey, 18. Febr. Ein äußerst frecher Bubenstreich, der sehr leicht ein Unglück hätte herbeiführen können, wurde am Mittwoch nachmittag auf der Bahnstrecke von hier nach Gau-Odernheim verübt. Der Zugführer des um 5.41 Uhr von hier nach Bodenheim abgehenden Zuges sah auf dem Geleise links der Schafhouser Chaussee etwas liegen, daS er anfangs für ein Tier hielt; un, dasselbe zu verscheuchen, läutete er fottwährend. Beim Näherkommen bemerkte der Zugführer,
daß eS ein anderer Gegenstand war und lreß den Zug halten, so daß die Lokomotive nur daS Hindernis berührte und teilweise zerstörte. Die hierauf vorgeuommenc Untersuchung er» gab, daß auf dem Gleise ein P/s Zentner schwerer Stein nut Draht befestigt worden war. ES ronrbe sofort eine polizeiliche Untersuchung nach den Tätern einqeleitet, die jedoch bi« jetzt noch kein greifbares Ergebnis hatte.
ßanöd.
-th. Gewerkschaft Gießener Braunstein-Bergwerke d o r in. ft ec nie. Ter Brutto-Ueberschuß des Unternehmens für das 4 Vierteljahr 1910 betragt nach dem den Gewerken erstatteten Bericht Mk. 158 942.87; hiervon sind zn bestreiten: die Zinsen und die Tilgung der Anleihen mit Mk. 70516.25, so daß ein Neito-Ueberlchnß von Mk. •■8 426.62 verbleibt. Ter lleberlchun für !—3 Vierteljahr 1910 beirug Mk. 263 997.38, so daß ein Jahres- nberlchns; in 1910 voii ' k. 352 424.— erzielt ist. ftür da« vierte 0-nar al ist bereits wie m den bin voihcruebenben Vierteljahren eine Ausbeute von Alk. 50 hlr den Rur au^gefdn ttet ivoiben, so baß in 1910 Mark 20" 00 H9u9 her gleiche Bettag) als Ausbeute an die G,-werten zur Veiieünna kam.
Amtlicher Wetterbericht.
Infolge der Sturmschäden -inb die Wettert elegrammc ausgeblieben, so daß bei Schluß der R.dtt.'tion noch kein Bericht Hcrcuts- gegeben werden konnte.
Letzte Hacbricbfcn.
Gieß en, 21. Febr. Von den Höchstbesteuerten wurden Bauunternehmer Sinn und Justizrat Hirschhorn wieder-, sowie Kommerzienrat Schirmer und Justizrat Grünewald (für Kommet unrat H h igcnstaedt und Landgerichtsdirektor Bücking) neu in den Kreistag gewählt. w
Bedauerliche Vorkommniffe bei einem Begräbnis.
Köln, 21. Febr. Gelegentlich eines sozialderno- kratischen Begräbnisses kam es, als von der P o l i - zei die roten Kranzschleifen geivaltfam en fernt werden jollten, zu einem HandgernengezwischendenLeid- tragenden und den Polizeibeamten. Der amtierende Priester verließ den Friedhof, ohne
die Zeremonicbeendigt zu haben. Polizc2>«Mtfe besetzten die Gruft, um Grabreden zu verhindern.
Verschollene Expedition.
Brisbane, 20. Febr. Reuters Bureau metbti: Staniforth Smith, Adrntiristrator der össentlicheu Ländereien von Papuas, zwei weiße Offiziere. Zwölf ei geborene Polläcimannschaften und vierzehn Träger ocrlicßLn Mores- bl) am 18. November 1910, um das innere New-Guinea zu erforschen. Seit dem 7. Dezember sind keine Nachrichten von der Expedition eingetroffen. Infolgedessen werden die ernstesten Befürchtungen über ihr Schicksal gehegt. Alle Mann, außer zwei Eingeborenen, die Goari- bati erreichten, sollen niedergemctzclt fein. Die cvus- gesandte Hilfsabteilung wird Zlcichsaus vermißt. Die erwähnten Berichte bedürfen noch der Bestätigung.
*
Berlin, 21. Febr. Bis zum 8. Februar wurden von dem chinesischen Gouverneur in S ch a n t u n q 551 tödliche Pestfälle aus seinem Berwaltungsgebiet festgestcllt. Davon 221 in Tschifu, 49 im Kreise Tstmo und 16 in der Kreisstadt Kiautschou, nicht in dem deutschen Kiautschougebiet. Das deutsche Schutzgebiet ist pest frei.
München, 21. Febr. Der Juwelierschwindler Becker-Pforzheim, der im September 1910 dem Hosiuwelier Kock-Fronksurt (Main) Juwelen im Wert von 140 030 Mark entlockt hatte, wurde in Paris von der Polizei gestellt und in Haft genommen.
London, 21. Febr. Ter wegen Vergiftung einet Dinergesellfchait polizeilich verfolgte Hutchinson verübte, als et auf der Insel Guernsen verhaftet roerbai sollte, Selbstmord, indem er Blausäure trank.
Saloniki, 21. Febr. Die Villa, in der Abdul Hamid untergebrad)t ist, wurde bisher von 40 Gendarmen unter Aufsicht einiger Offiziere bewacht. Infolge Unregelmäßigkeiten im Wachdienste wurde die Bewachung deS Gefangenen durch 100 ausgewählte Soldaten unter dem Kommando zweier ganz erprobter Offiziere angeordnet, die die volle Verantwortung für alle Vorkommnisse tragen.
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Es ist eine Beratungsstelle für Säuglingspflege in Büdingen errichtet worben, bie ben Zweck bat, Muttern unentgeltlich ärzt licken Rat in Ernährung und Bffege ihrer Säuglinge zu erteilen. Diefc sollen rnöglickst früh nach ber Geburt zur Ratscrleilung unb regelmäßigen Beobachtung zur Beratungsstelle gebracht werben. In geeigneten »Fallen wirb auch die Unterstützung durch Lieferung guter Milch, ober Gewährung von Stillprämien oder Kinderwäfche ermöglicht werben.
Leiter der Bcratnugsttelle ist Herr Dr. med. Ctto Brette! Sprechstunde findet alle 11 Tage Freitags, von 10—11 Ubr vormittags, beginnend Freitag den 24. ds. MtS. in einem Zimmer des neuen Volksfchulgebändes (Erdgeschoß) statt.
Ich fordere alle Beteiligten auf, vertrauensvoll bie Hilfe der Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen unb bitte bie Bevölkerung, vor allem bie Herren Acrzte, bie Hebammen, bie Stadlschwestrrn. die Krankenkassen und bie Damen bes AlicesrauenvereinL der Einrichtung ihr lebhaftes Jntereffe zuzuwenben unb anregend auf ben Besuch der Stelle hinzuwirken. (Bd“!
Bübingen, den 13. Februar 1911.
Der Vorsitzende der Zweigstelle rm ftteife Büdingen:
Boeckmann.


