Ausgabe 
18.3.1911 Fünftes Blatt
 
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sm Stichwahl zwischen vr. Kerner und Veckmann.

Herr Dr. Werner, der .Kandidat der wirtschaftlichen Ber-- eimgnng in unserem Wahlkreise Gießen-Grünberg-Micha, bittet uns um Aufnahme folgender Bemerkungen:

1. Es ist Wätzlettäuschung, wenn von soziawemokratischer Seite ausgesprengt wird, ich sei ein Gegner der Keinen Be- amtenschafr und hatte ihnen den Vorwurf gemacht, sie wollten zu gut frühstücken". Ich freue mich, wenn es unserem Volke wohl ergeht, ich wünsche, daß es sich gut nährt, ich trete dafür ein, daß auch die Beamtenschaft unserem Kulturstand entsprechend bezahlt werde. Allerdings darf man dann von der Beamten­schaft erwarten, daß sie auch für die Lebensinteressen des ge­werblichen Mittelstandes Verständnis zeige. Ein Stand sott und kann nur mit den andern leben.

2. Ich kann mir nicht denken, daß ein Beamter, und sei es auch der Kein ft e, seinen dem Staate geleisteten Treueid vergißt und seine ©titraue für die Partei der Kaiser- und Reichsfeinde abgibt. Was nützen alle Reden und Forderungen der Sozial­demokratie, wenn sie dem Reiche stets die Mittel zu seiner Existenz und zur Beamtenbesoldung verweigert?

3. Kein Vaterlandsfreund wird es begreifen, daß die Uni- 1 versitatsstadt Gießen, die Stadt des Kaiserreyirnents, in der unser oberster Kriegsherr gerne verweilt, daß die Gießener Bürger­schaft, deren nationale .Gesinnung gerade der Kaiser besonders hervorgehoben hat, im Reichstag sozialdemokratisch vertteten sein fönnten.

4. Kein Wähler, der da glaubt, daß eher bte Welt ver­gehen müsse als das freie Männerwort, wird es verstehen, daß die Erben Eugen Richters zur Stichwahl Parole für die Sozial­demokratie ausgegebcu haben. Sind das dieselben Leute noch, die vor der Hauptwahl erklärten, sie seien monarchisch, na­tional und sozial gesinnt, deren Kandidat sich für die bis­herige Schutzzollpolitik ausgesprochen hat?

Was hat denn die Sozialdemokratte bisher getan für des deutschen Reimes Macht und Herrlichkeit?

Ist sie nicht die unerbittliche Feindin der Monarchie, des nationalen Gedankens, des Schutzes der nationalen Arbeit in Stadt und Land?

Wo sind denn die positiven Leistungen der Internationale, oder besteht nicht vielmehr ihr ganzes Wesen in Krittk und Verneinung? Heer und Flotte, gesunde Wirtschaftspolitik und innere Kolonisation, zielbewußte Kolonialpolitik und kräftige Reichsfinanzen, ein starker Mittelstand, eine leistungsfähige Bauern­schaft, aufstrebende Arbeiter sind die Säulen unserer Kultur.

Was hat die Sozialdemokratie in allen diesen Fragen Posi­tives geleistet; was ist von ihr darin noch zu erwarten? Nichts!

Ern wahrhaft nationaler Mann, der ungetrübten Blickes auf die großen Fragen der Zeit und nicht auf Keine und kleinliche Dinge schaut, der weiß, daß sein Platz int Lager des bewußten Nattotralismus ist und nirgend anders.

5. Wo Holz gehauen wird, fliegen Spc'.ne, und sie fliegen bei allen Holzmachern. In Wahlkämpfen fällt auch manches herbe Wort, das besser nicht gesagt worden wäre. Das gilt für uns alle miteinander, wenn es mir auch mitunter so vvrkommt, als seien wir die schlimmsten Brüder immer noch nicht, und als würfen manche Leute mit Steinen nach uns, ohne ihr Glashaus zu be­achten. Kleine Kinder stellen sich allerdings schmollend in die Ecke, politisch reife Männer lassen sich allein vom Interesse der Gesamtheit und des Vaterlandes leiten.

6. Vieles ist gesprochen worden von einer Versöhnung zwischen Stadt und Land. Sie i ft gegeben in meiner Kandidatur^ Früher hieß es:Wie kann ein Bauer die Universitätsstadt Gießen vertteten?" Ich will nicht untersuchen, ob diese Fimgeftellung die richtige war. Aber was soll nunmehr die Masse der länlstichen Bevölkerung sagen, wenn man auch an meiner Bewerbung Anstoß nimmt?

Ist das eineVersöhmmg" oder bedeutet das nicht einen un­heilbaren Riß zwischen Stadt und Land, die doch wirtschaftlich auseinander angewiesen sind?

7. Ja! Aber derschwärzt, laue Block"! 9hm, wette Herren Gegner, es g i b t keinen solchen. Wir in der Wirtschaftlichen Vereini­gung sind jedenfalls vollständig frei und unabhängig nach jeder Seite hin, wie das jeder Tag im Parlamente und die Abstimmungen beweisen. Es ist doch eine merkwürdigeBlockbrüderschaft", wenn unsere angeblichen Freunde im konservativen Lager unferm Beh­rens, unferm Rupp, unferm Roth usw. Gegenkandidaten bringen!

Blockarbeft bedeutet Zusammengehen in politischen und wirt­schaftlichen Fragen. Wir gehen unsere eigenen Wege, die uns unsere Ueberzeugi.tg und linfer Gewissen vorschreiben. Was küm­mern mich die Konservativen, was die .Junker"? Die mögen 'ich ihre Kastanien selber aus dem Feuer holen. Ich entstamme einem Hause der hatten Arbeit unb will nichts weiter sein, als ein Vertreter jeder rttrlichm Tättgkeit, werde sie nun mit dem Kopfe ober der Hand geleistet. Sollte es mir gelingen, den Wahl­kreis dem vaterländischen Gedanken zu erhalten, so werde ich mich bemühen, im Reichstage meine Pflicht zu tun für Dorf und Stadt, auch für diejenigen, die mir ihre Stimme nicht gegeben haben. Dr. Ferdinand Werner.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. März 1911.

** Auf der Durchreise. Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen nebst Gefolge, kamen heute früh auf der Durchreise zu den Frankfurter Reiter­festen hier durch, und ließen sich auf dem Bahnhof das Früh­stück servieren. Ebenso hat Prinz Heinrich von Preußen mit Begleitung am Mittwoch früh, ebenfalls auf der Reise nach Frankfurt begriffen, sein Frühstück hier eingenommen.

** Sendungen an Militär-Personen auf Truppen-ttebungsplätzen. Auf Postsendungen an Militär-Personen auf Trnppen-Uebungsp!ätzen werden viel­fach als Bestimmungsort der Garnisonsort und der Trup- pen-Uebungsplatz, also zwei Besttmmungsorte, angegeben. Dadurch entstehen bei den Postanstalten Zweifel über die Leitung der Sendungen, sowie Unzuträgluhkeiten für den Betrieb und die Empfänger. Namentlich wird auch die Unterbringung der an Offiziere, Fahnenjunker, Einjährig- Freiwillige u,w. gerichteten Sendungen häufig durch der- arttge Aufschriften erschwert. Mit Rücksicht auf die aus der Angabe von zwei Bestimmungsorten entstehenden er­heblichen Wetterungen und Verzögerungen empfiehlt es sich, auf Sendungen an Militär-Personen auf Truppen-Uebungs- plätzen entweder den Garnisonsort oder den Truppen- , ttebungsplatz am zweckmäßigsten den letzteren als Bestimmungsort anzugeben.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 17. März. Nachdem erst vor wenigen Tagen eine Kreis-Lehrerkonserenz, die erste nach fünf Jahren, stattgefunden hat, werden auch in diesem Monat noch die Früh- jahrs-'Bezirkskonferenzen abgehalten unb zwar für die Bezirke Bad-Nauheim und Butzbach am 23. März in Butz­bach und für die Bezirke Friedberg und Vilbel am 27. d. M. in Vilbel. Auf der Tagesordnung steht unter anderem auch ein Vortrag über die Fremdenlegion.

-m. Friedberg, 17. März. Heute wurde in der deutschen Geographischen Gesellschaft für Länder- unb Völker­kunde im Hotel Trapp von Professor Kobbers aus Düssel­dorf ein Vortrag mit Lichtbildern.Mit Swen tzedin nach Tibet", gehalten. Lange vor Beginn der Beranstaltung war der große rSaal überfüllt. Mit der Preissteigerung der Lebensmittel find nun auch die Kartoffeln dermaßen im Preise gestiegen, wie es »seit langen Jahren hier nicht lüwbachtet wurde. Für 100 Kilo * ®t,eifefart°ffein werden heute 10 Mark verlangt, trotzdem in Magdeburg und im Rheinland für 50 Kilo 2,10 Mark, 2,20 Mark unb 2,30 Mark gefordert werden. Heute kaufte Steinmetzmeifter Heinrich Damm aus Friedberg-Fauerbach am neuen Güter­bahnhof folgende Grundstücke. Von Friebr. Wilh. Philippi 2700

Quadratmeter 5 Mark, von Rudolf Lott 2040 Quadratmeter zu 6 Mark, von Jak. Fink 2000 Quadratmeter zu 4 Mark.

Q Ro 2 ö ach v. d. H., 18. März. In vielseitiger unb in jeder Beziehung nrufterailtiaer Weise arbeitet der hiesige, dem Rhein-Mainverbond für Volksbildung unb verwandte Bestrebungen fangeglieberte Bolksbildungsverein unter seinem Vor­sitzenden Lehrer Reicfevein. Nicht nur das, baß in beiden Otten, sowohl in Ober- als auch in Nieder-Rosbach, ganz vorzügliche Bibliotheken geschaffen wurden, die eine starke Benutzung aus allen Teilen der Bevölkerung aufweisen können, ist schon als ein Erfolg tu bezeichnen. Auch die Gttindung eines eigenen Manner­chors, sowie die Abhaltung von Vottrags- und Unterhaltungs-- abenden und Volkskonzetten wurden bei dem regen Interesse und der Begeisterung der Bevölkerung für die Volksbildungssache er­möglicht, bayi bei einer Beteiligung, die für ländliche Verhältnisse einzig dastehen dürfte. Daneben wurden in beiden Gemeinden auch Familienabende neben der Unterhaltung auch in den Dienst der Volksbildung gestellt. Kinber von Vereinsrnitgliebem führten dabei das nach der Humpettnnckschen Oper bearbeitete Märchenspiel Hänsel unb Gretel" auf. Man sieht es an unserem Orte deutlich: Es läßt sich bei der Volksbildungsarbeit auf dem Lande viel er­reichen, unb die Klage über-das geringe Interesse der Bevölkerung wird hinfällig, wenn nur die geeigneten, für die Sache begeisterten Persönlichkeiten an der Spitze stehen.

Kreis Wetzlar.

Münchholzhausen, 17. März. Im Laufe dieses Sommers übernimmt Lehrer Beckmann wieder die hiesige zweite Schulstelle. Am 1. April 1908 schied Herr Beckmann von uns, um in den Dienst der deutschen Schule nach Madrid zu treten. >

Hessen-Nassau.

-X Rodheim a. d. Bieber, 16. März. DaS Muste­rungsgeschäft am 28. und 29. März nimmt jedeSrnal um 8 Uhr morgens anstatt um 71(2 Uhr seinen Anfang. Die Kontrollversammlung ist auf Montag, 10. April, nachmittags 2x/2 Uhr festgesetzt.

X Königsberg, 16. März. Das LandratSamt zu Biedenkopf hat die Wiederwahl unseres Bürgermeisters Karl Schupp I. auf weitere acht Jahre bestätigt.

)( Marburg, 17. März. Den Stadtverordneten ist eine Vorlage für Bewilligung von 5000 Mark für die Vor­arbeiten zwecks Umwandlung der Pferdebahn in eine ElektrischeStraßenbahn, die bis zum Südbahnhof führen soll, zugegangen. Im Gymnasium-Philip- pinum bestanden sämtliche 22 Abiturienten die Reife­prüfung.

hc. Frankfurt, 17. März. Professor Dr. med. Jul. R a e ck e, Privatdozent und Oberarzt an der psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Kiel wurde zum Ober­arzt der hiesigen städtischen Irrenanstalt berufen; er tritt dort an Stelle von Dr. Wachsmuth, der die Leitung der Irrenanstalt in Eichberg übernimmt.

X Hanau, 17. Marz. Den hier garnisonierenden Truppenteilen (ein Ulanenregiment, ein Eisenbahnregiment, ein Bataillon Infanterie) wird srch 1914 noch ein wei­teres Eisenbahnregiment ^gesellen. In der Ab­sicht der Militärverwaltung liegt es, am 1. Oktober 1914 bas jetzt in Berlin garnisonierende 2. Eisenbahnregiment nach Hanau zu verlegen. Zu diesem Zwecke soll die Stadt unter den gleichen Bedingungen wie für das 3. auch für das 2. Eisenbahnregiment eine Mietskaserne mit Depot- gebäuden errichten und der Militärverwaltung gegen die Verzinsung des Baukapitals überlassen. Zwischen Der Stadt Hanau und dem preußischen Kriegsministerium gepflogene Verhandlungen hatten ein beide Teile befriedigendes Er­gebnis. Die Baukosten der neuen Kaserne sind auf 2 200 000 Mark veranschlagt. Der für die Kaserne notwendige reichs­eigene Bauplatz an der Lamboystraße wttd im Wege des Austausches gegen anderes von der Stadt für den Reichs­militärfiskus zu erwerbendes Gelände übereignet. Für ihre Leistungen nach dieser Richtung hin ist der Stadt Hanau noch zugesagt, daß ein Infanteriebataillon auf die Dauer von 1520 Jahren in der jetzigen Jnfanteriekaserne ver­bleibt. Mit dem Bau der Kaserne für das 2. Eisenbahn­regiment soll am 1. April 1912 begonnen werden.

-o. Wiesbaden, 17. März. Mit großen Erwartun­gen ist man in Wiesbaden vor einiger Zeit an die Züch­tung von Schlachtkaninchen im großen gegangen, um Kaninchenfleisch in einen Wettbewerb mit Rind- und Schweinefleisch zu bringen. Die Erklärungen der Nahrungs- mittelsachverständigen waren sehr günstig und schienen einen Erfolg zu verbürgen, die Bevölkerung verhielt sich aber dem Angabot von Kaninchenfleisch gegenüber derart ab­lehnend, daß der Versuch als vollständig gescheitert be­trachtet werden muß.

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Nürnberg, 17. März. Der ledige 23 Jahre alte Kauf­mann Wilhelm Jakob aus Selbhofen hat im September vorigen Jahres in Nürnberg seine 23 Jahre alte Braut Mina Walten und deren achtjähriges Töchterchen mit Spiritusübergossen und dann angezündet. Nack) wenigen Tagen erlagen beide ihren schweren Brandwunden. Das Gericht verurteilte heute nach dreitägiger Verhandlung Jakob wegen Totschlags unter Aus­schluß mildenrder Umstände zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Die Frage auf Mord hatten die Geschworenen ver­neint. Jakob hat während der Verhandlung die Tat geleugnet.

Wilhelmshaven, 17. März. Das Kriegsgericht verurteilte den Leutnant Opolski wegen'versuchten Totschlags, begangen bei einer Schießaffäre in der WeinstubeRheingow", zu drei Monaten Gefängnis.

Insterburg, 17. März. Das Schwurgericht ver­urteilte den Lehrer Otto Czwalina wegen Ermordung feiner Geliebten, der Stütze Emilie Grnsdat aus Enzuhnen, zum Tode.

vörscn-Wochenberichl.

Frankfurt a. M., 17. März.

An der Börse hat sich ein größeres Entlastungsbe­dürfnis, geltend gemacht. Bietet diese Erscheinung an sich nichts Ausfallendes, Jo haben doch mehrere Umstände dazu bei­getragen, der Spekulation nahe zu legen, auf früfeeitige Ab­wicklung Bedacht zu nehmen. Zunächst führte der Mangel an neuen Anregungen einen Stillstand in der Unternehmungslust herbei und brachte es zum Bewußtsein, daß die Bezugsverpslich- tungen eine ansehnliche Vermehrung eriahren haben, so daß eine Verminderung der sck^webenden Verpflichtungen ratsam schien. Verstärkt wurde die Neigung durch die politischen Mel- b u n g e n, die schon seither Anlaß zur Zurückhaltung gaben. Nach­dem die Börse zunächst den revolutionären Bewegungen in Mexiko kein größeres Gewicht beigelegt hatte, gewannen diese Vorgänge eine größere Bedeutung dadurch, baß die amerikanische Regierung größere Truppenverscknebungen nach der mexikanische Grenze vor­nahm. Die Börse erblickte in diesen Maßnahmen die Möglichkeit wei­terer politischer Verwicklungen, zumal auch die Newyorker Börse sich große Geschästsenthaltung aurerlegte. Daneben hatte sich btc Börse mit der russisch-chinesischen Frage zu beschäftigen, die für sie um so unliebsamer war, als man in der letzten Zeit den russischen Wetten erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt 'hatte. An einen Ernstfall will man nicht glauben. Den Nachrichten über die Unruhen in Marokko konnte die Börse größeren Gleichmut entgegenbringen, da es sich mehr um eine Angelegenheit Frank- rrichs handelt. Ein weiterer Grund, der die Spekulation zur

Untätig feit veranlaßte, nxrr die noch ungeklärte Lage ber New« Yorker Börse. Es scheint, baß der Markt dort sich mit der Ablehnung der von den Eisenbahnen verlangten Tariferhöhungen abgefunben hat, aber er leibet offenbar noch immer unter der Unsicherheit, wie die gegen die Trusts eingeleiteten Verfahren aus^ gehen werden. Demgegenüber bleiben die zuversichtlich lautenden; Berichte vom amerikanischen Eisenmarkt ohne größere Anregung, Bei unS wurde ein Druck auf die Stimmung öa-i durch ausgeübt, daß am Geldmarkt die Verbereitungcrt' für den Quartalsschluß sich bemerkbar machen. Die Zinssätze haben sich versteift und Ultimogeld wird bereits auf 41/i Proz. geschätzt. Wenngleich dieser Satz für Ultimo März nicht hoch ist, scheint man seither mit billigerem Geld gerechnet zu haben. Was bas Geschäft auf den einzelnen Gebieten betrifft, herrschte eigentlich auf allen Märkten die gleiche Unlust unb nur ver­einzelte Wette traten hervor. Größere Abwicklungen fanben ant Montanmarkte statt; die Schwierigkeiten der Erneuerung des Kohlensyndikats lenkte die Ausmerlsamkeit wieder mehr auf die Zukunft der großen Rohstoffverbände, auch lagen Neuwyorkec Meldungen vor, denen zufolge der Stahltrust demnächst dein Export seiner Produktion erhöhte Aufmerksamkeit widmen will, was den deutschen Werken Konkurrenz bereiten würde. Trotz­dem waren die Kursrückgänge, die durch Realisationen bewirkt wurden, nicht alhu erheblich. Sali werte gaben stärker nach auf die im Reichstag zur Verhandlung stehende amerikanische Kalifrage. Auch andere Jndustriepapiere weisen Kursrückgänge auf, was aber nicht hinderte, daß einzelne Wette wieder an» sehnlich höher bezahlt wurden. Von Banken waren nur die Aktien der Deutschen Bank mehr beachtet. Bahnen ruhig, Schiffahrtswerte behauptet. Heimische und fremde Fonds teilweise schwächer, namenttich Mexikaner gedrückt. Privatdiskont 37/i6 Prozent.

Märkte.

Gießen, 18. März. Marktbericht. Auf heutigem Wochen­markte kostete: Butter pt. Pid. 1,101.15 Mk^ Hühnereier 1 St. 78 Vfg^ Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Läse pr. St. 68 Pf Kasematte pr. St. 56 Pfg.. Tauben pr. Pr. 0,801,00 9)iL Hühner pr. St. 1,001,60 wir., Hahnen vr. Stück 0,801,80 Enten pr. St. 1,80-2,20 Mk., Ganse da§ Pfd. 75-80 Pfg^ Ochsen- fleisch vr. Pid. 8492 i)ttnbfleifct) pr. Pfund 8488 Pfg,

Kuysteisch 70 Pfg., Schweinesteisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalb­fleisch pr. Pfd. 8488 Pfg., Hammelfleisch pt. Md. 6088 Pfg^ Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Mk., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg., Ziviebeln per Ztr. 8,0010,00 Mk., Milch das L'iter 20 Pfg Birnen per Pfd. 0000 Mk., Aepsel per Ztr. 10 bis 20 Mk., Stusse 100 Stück 5060 Pfg., ver Ztr. 000 Mk, Bohnen per Pfd. 0000 Psg. Marktzeit von 82 Uhr.

w. Wetzlar, 17. März. Der Regierungspräsident hat die Ab- Haltung eines Zuchtviehmarktes für Mittwoch den 23. Marz unter der Bedingung genehmigt, daß auf diejem Alarkte aus- schließltch männliches Zuchtvieh von Züchtern aus dem Kreise Metzlar aufgetrieben wird.

Stalröesaintsnachriehten.

(Nachträglich eingegungen.)

Grohen-vuseck.

Aufgebote: März 12. Wilhelm Dreher, Unteroffizier st Gießen, mit Elisabethe Müller in Großen-Buseck.

Geborene: März 1. Dem Metzger Adolf Sättig feintet eine Tochter, Irma. 11. Dem Landwirt Heinrich Seipp eine Tochter, Friedriike Margarete Emma.

Lang-Gon§.

Geborene: März 5. Dem LandwittWilhelm Reusch eine Tochter, Auguste Katharina. 15. Dem Landwitt und Käse- fabrrfant Wilhelm Köll eine Tochter, Emma.

Laudach.

Aufgebote: März 9. Georg Eduard Burkhardt, Alum­nats-Direktor in Laubach, mit Charlotte Mathilde Henriette Emüw Margartte Hlllmer in Godesberg.

Lauterbach.

Eheschließungen: März 4. Heinrich Flach III., Webei; mit Katharina Mangold.

Geborene: März 2. Dem Etsenbahntechniker Heinrich Lukas ein Sohn.

Sterbefälle: März 4. Johannes Walter I., Landwitt in Rudlos, 87 Jahre all. 14. Gertrude Rockel, geb. Böttcher. 88 Jahre alt.

Llch.

Geborene: März 15. Dem Knecht Karl Keller ein Sohn, Karl.

Sterbe fälle: März 14. Karl Ludwig, Schmied, 7Q Jahre alt.

Lollar.

Geborene: März 11. Dem Metzgermeister Konrad Moos ein Sohn, Frittrrich Ernst. 12. Dem prakt. Arzt Dr. Karl Dickors ein Sohn, Friedrich Wilhelm Karl.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

Niedrigste

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Wetter

Bed. Himmel

Bew. Htmmel

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Höchste Tetnperatur am 16. bi« 17.

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Niederschlag: 0,9 mm.

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Krästtgungsmiliel, ba8 in keiner Kinderstube fehlen füllte. Gewiß ist eS für jede Mutter eine Beruhigung, jw

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