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26.8.1911 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Samstag, 2b. August 19U

M Jahrgang

Nr. 200

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Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten.

politische Wochenschau.

Gießen, 26. August.

Eine Kundgebung des Kaisers erregt nach immer große Aufmerksamkeit. Trotzdem es nur selten nodi vvrkommt, daß er vor allem Bolk das Wort ergreift und man weist, dast er nach des Volkes Wunsch in öffentltchen Acusterungen sich Zurückhaltung und Mäßigung auferlegt. Lein gesi riger Trinkfpruch an der Festtascl in Altona gleicht im Lvn und Inhalt vielen früheren Reden. Las begeisterte l'ob seiner Gemahlin haben wir aus des Kaisers Munde früher schon vernommen Bei der Stelle, wo von der Erziehung der Kaisersöhne die Rede ist,die, wenn cs ernst werden sollte, freudig bereit sind, thr Leben aus dem Altar des Vaterlandes zum Opfer zu bringen", wird man in Frank reich vielleicht die Ohren spitzen. Es mag dem Kaiser daran gelegen sein, gerade jetzt, wo man so viel, z u viel, von einer Friedensliebe gesprochen hat, auf die Erziehung einer Löhne intharten, strengen" Militärdienst hinzu weisen. Manchen Erörterungen und Mißverständnissen iit die Kasseler Schulredc begegnet, so daß dieNord- deutsche Allgemeine Zeitung" sich heute zu einer Rich­tigstellung entschließen mußte. Des Kaisers Ansichten über die Schule und ihre Aufgabe schienen von zahlreichen frühereit Neben her festzuliegen, und er halte sich immer als ein Freund nützlicher Reformen bekannt, freute, wo den realistischen Bildungsanstalten laum noch frinber nisse im Wege liegen, wo sic nach ihrer Gleichberechtigung mit den Gymnasien so sehr im Vormarsch b eg riss en sind, dast besorgte frütcr humanistischer Bildung ängstlich die Hand zur Abwehr erheben, braucht man dem Kaiser keinen Meinungswechsel und Widerspruch mit früher geäußerten Ansichten vortzuwerfen, wenn er auch einmal ermunternde Worte für Besucher des Gymnasiums aussprach. Tic Kas­seler Rede war übrigens auch keine Prograntmrcdc sie entsprang der Erinnerung an die eigene Schulzeit auf dem Kasseler Gymnasium und ermahnte nur die Schüler, eifrig und treu ihre Schulpflicht zu tun Vielleicht hat der Kaifer auch die Berechtigung jener öffentlichen Erklärung des Gießener Senates anerkennen wollen, der bekanntlich vor einigen Tagen Einspruch dagegen erhoben hat, dast die Zahl der Gymnasten weiterhin vernt,udert und ihre überlieferte Eigenart angetastet werde. Tas bedeutet ja fein Verdamm- msurteil über die realistischen Anstalten. Braucht auch nicht den schein zu erwecken, als ob die Gymnasien grundsätzlich überlegen seien.

Der Kaiser hat aber ganz recht: wenn die Schüler der Gymnasien aus dem Unterricht fürs Leben vollen Nutzen ziehen wollen, so müssen sic ihren Geist aus die große Harmonie richten, die der griechischen Kunst eigen war. Das Wort sollte manchem Lehrer zu denken geben Ist es in der Schule immer möglich, den Geist griechischer Harmonie recht zu fassen ? Bei noch so großem Fleiß itcllt sich das rechte Verständnis doch meist erst in sortgeschi.it tenem Lebensalter ein: loenn grammatikalischer Drill über­wunden ist und Erfahrungen des Lebens die Sailen glück­licher Veranlagung zum Schwingen gebracht haben Dann bietet die Lektüre und Betrachtung klassischer Werke erst wahren Hochgenuß und Nutzen. Sehen wir doch auf die Selbsterziehuiig und das Bildungsstreben großer Männer! Goethe ist gewiß einer der edelsten Vertreter humanistischer Weltanschauung. Aber die Reichtümer seines majestätischen

Bei öen Rifpiraten in IHaroffo.

So reiche Kunde uns auch in den letzten Jahren über den ewigen Zankapsel der europäischen Politik, über Marokko, beschert worden ist, so war doch bisher ein Gebiet noch fast völlig nn^ bekannt, der Rif, jener wildromantischer Hökenzug an der Nord lüfte, die Heimat der berüchtigten Rispiruten, die erst 1909 wieder Die spanischen Truppen ihre Kühnheit und Tapferkeit spüren ließen. In einem den Ritviraten und ihrer Heimat gewidmeten Werke bringt nun Otto E. '?! r t b a u e rerste Kunde au» ver­schlossener Welt". Er hat sich 15 Monate im Rif aujgehalten, in jenem Gebiet, das sich von den Mauern Tetuans bis zum Ostbang des Dsckebbel llark, an den Rand der Ebene von Keb- bana erstreckt und auch das Hinterland der Küste, des eigent- hdiertRif" umfaßt: er ist mit diesen blondhaarigen, blauäugigen Afrikanern, in denen man Nachkommen alter einst hierher ver­schlagener Völker vermutet, in enge Berührung gekommen und beruhtet nun aus genauer Sachkenntnis von öieiem kriegskun­digsten und unruhigsten Volk Marokkos, ia des ganzen mohamme­danischen Afrika.

Tie Blutrache steht bei den Rifleuten noch in hoher Blüte, äls einst ein Streifschuß den Verfasser aus einer seiner Reifen traf, meinte ein mit ihm reitender Freund aus dem Rif, leicht latte ihn das Bleiftückckien auch töten können, uiw dann .dann muß von Deinen Brüdern einer kommen und Dich racken, .nscha all al)!" So selbstverständlich ist dem Bewohner des Rn Der Gedanke der Rackx. Häufig kann man sehen, daß Mütter, deren Sohn oder Garte gewaltsamen Todes starb, ihre halb wuckfigen Söhne als feige verachten und nie ireuitölidie Worte ;u ihnen fvrecken, bis zu dem Tage, da der Junge mit an mächtigembisnillahi", des Vaters oder Bruders Gewehr ergreift -nd worilos verschwindet, um die Blutschuld abzutragen Während Die Mutter bisher klagte, daGott ihr einen Sohn vcr'agt" 6'abe, preist sie von diesem Tage an Allahs Güte und behauptete Heute erst ist der Knabe geboren." Sobald der Knabe mannbar jirb, erhält er vom Vater oder von Verwandten eine Flinte, Die der stete Begleiter icdes Vttmnes ist. Ter Tag wird feier­lich begangen, und der Jüngling wird in alle schwebenden Fälle -on Blutrache eingeweiht, zu deren Vollbringung er nunmehr benfo verpflichtet ist, wie andere Erwachsene feiner Sippe. Seine Zanze Sehnsucht ist nun darauf gerichtet, seinen Schießprügel, -er ein veralteter Hinterlader ist, gegen ein gutes modernes röewehr umzutauscken, sei es durch Kauf, durch Raub oder durch .Itbeit. Tenn das Gewehr macht im Rif erst den Mann Um ,'ute Hinterlader zn erhalten, begraben Die Rifleüte sogar die -Blutrache. Für einen Mord werden zwei bis vier moderne Mauser slimen mit zugehöriger Munition, d h. mit mindestens 00 stück Patronen ;u jedem Gewehr gezahlt. FürMauiir "ißt der Rifi sogar seine Tochter als Gattin in das Haus

Geistes verdankt er zum wenigsten den Antrieben auf der Schulbank In einem ungemein fesselnden Aufsätze im Sep temberstest derSüddeutschen Monatshefte" überGoethes Bildung und unsere" stellt Oskar Bulle fest, daß Goethe die Reiseprüfung an einem heutigen Gnmnasium in keinem der Hauptfächer hätte ablegen können. Weht ein mal ein halbwegs gründliches Eindringen in die Sprache Homers dürften wir vci ihm vorausfepen, wenn er auch in Wetzlar eine griechische Taschenausgabe desWiegenliedes der Menschheit' stets mit sich herumgetragen habe. Tennoch wurde erder Heros der Humanisten". Bulle meint, mir sollten die Selbsterziestung eines bloethe, so weit es möglich ist, auch für die Schule vorbildlich werden lassen. Und er hat Recht damit. Tenn Goethe war in seiner eigenen, den Wandlungen der Neuzeit angepaßten Weise Humanist. Er war es weniger durch Nachfühlen und Lektüre der griech­ischen Hinterlassenschaft, als durch sittliches Nacherleben, geworden. Eine nur literarische Bildung war seinem uni versalen, auf die Wirklichkeiten persönlichen Erlebens ge­richteten Geiste nnzulänglich. Und so hat er die Harmonie der Alten vertieft und verjüngt. Wir folleu, so könnte es auch der Kaiser meinen, die Harmonie der Griechen in die Wirklichkeiten und Notwendigkeiten des heutigen Lebens hineintragen In diesem Geiste trieb Goethe seine Wirk- lichleitsbeobachtung. So vielseitig sein Wissenstrieb war, so unbeirrbar ruhte sein Auge auf dem Tatsächlichen, Er­reichbaren: der unvergleichliche Schwung seiner Seele trieb ihn in keine idealistischen Hirngespinste. Wo er tätig war nnb erlebte, blieb er der den Griechen verwandte Humanist. Mit solcher Selbsterziehung kann das Studium der Antike an lichte Ziele führen So gewonnene Harmonie wird sich auch int Leben, nicht nur in der Studierstube, bewahren können.

Nach dreimonatiger Gefangenschaft darf der Jenaer Ingenieur Richter m die Arme der Seinen zuruckkehren Seil dem 27 Mai befand er sich in den Händen jener Bri­ganten, die dem schönen Lande der Griechen nicht zur Ehre gereichen. Wo einst die Götter thronten, in den Schluchten des Llympos, herrscht heute Diebsgesindel, und aus dem trefflichen Sauhirt, dem Muster eines treuen und redlichen Dieners, ist Lolios, der Räuberstauptmann geworden. Tie 74 000 Mark müssen den deutschen Gebern wieder zurück­erstattet werden, ob sie nun Herrn Lolios wieder abge- nomincn werden oder nicht' Ferner muß Herr Richter für die erlittene Unbill eine ang'messeve Entschädigung er­halten. In der Behandlung dieser deutschen Angelegenheit hat sich wieder die rührende Bescheidenheit und Hilflosigkeit unserer Diplomaten gezeigt. Herr Lolios hatte ursprüng- lich rund eine Million als Lösegeld verlangt. Warum hat unser auswärtiges Amt nicht ichleunigst die Summe be­schafft und dem deutschen Landsmanne die Qual langer Ge­fangenschaft erspart? Ob die Türkei 74 000 Mk ober eine Million zurückzuerstatten hatte, konnte uns gänzlich gleich­gültig sein. Je größer das Lösegeld war, desto eifriger war dann wohl auch das Bemühen, der Räuber und des Geldes habhaft zu werden. Traf dje Griechen eine Mit­schuld, so lonnten Konstantinopel"und Athen sich in die ge- loröcrtc Summe teilen, nötigenfalls ein Schiedsgericht dar­über berufen, wer den größeren Teil zn bezahlen habe. Unter allen Umständen hat unsere auswärtige Vertretung hier völlig versagt. Wie Herr Richter jetzt bekundet haben soll, ist er nicht etwa weit herumgeschleppt, sondern die ganze Zeit in zwei griechischen Dörfern verborgen ge­halten worden Musallar und Karapumar so heißen

der ticivcrackteteil Städlebewohner ziehen. Tie Mausergewehre und Karabiner kommen durchweg aus Spanien, wo ein eifriger Wafiensckmuggel nach den Gestaden des Rif betrieben wird. Zur Nachtzeit konnte man Jahre hindurch hart an der Rifküste spaniiche Fischerboote sehen, die sonderbareFische" ausluden. Wurden sie von dem einzigen marokkanischen Knegsfahrzeug ertappt, so besckwerie fick die Madrider Regierung rot gen Belästigungharm­loser" Fischer und erklärte, die 500 oder 600 Gewehre, die ge­funden worden waren, dienten zur Verteidigung der Besatzung von fünf bis sechs Mann Wie sehr sich Spanien bannt ins eigene Fleisch schnitt, sollte es erkennen, als vor Melilla die Mauiir" der Rifleüte ganze Reihen der spanischen Soldaten niederstreckten. Ter Rifmann ist ein ausgezeichneter Schütze Ich sah einen Rifi," erzählt Anbau er,der auf vier­zig Schritt Ennernung das El zerschmetterte, welches sein Bruder zwischen den Fußknöcheln hielt. Und er dürste nur ein Turch- schnitt gewesen fein" Ein anderer zeigte, wie man es macke,ein Geschöpf Gottes zu treffen, ohne es zu verletzen, indem er einen ruhig in einiger Ennernung fitzenden Knaben eine Kugel so dickt über den Kopi hinschickte, hab sie die Haare streifte, worauf der unversehrte Junge unwillkürlich nach dem Kopse griff.

Von der Tapferkeit der Rifleüte gibt das Verhalten einer liiifchen Pilgerkarawane eine Vorstellung, die au» dem Wege nach Meita von den wüsten Räubern angehalten wurde und Tribut -ablen 'ollte. Zur Antwort wickelte einer der Rnmanner in ein Stück seines rauhen Mantels Patronen und gab sie den tribut­fordernden Abgesandten mit den Worten:Sagt Euren Brüdern, daß keine Goldstücke m unseren Bergen wachsen, aber Männer, die nock nie einem Herrn zinsbar waren und solches zu versenden wissen Wollt ihr davon so kommt und holt euch!" So redete er zu Leuien, bic das Jahr daraus die große Pilgerkarawane mit einem ganzen Regiment und mehreren Geschützen Bedeckung über» fielen und plünderten. Mit ihren langen gebogenen Meifern, den Sitlin, haben die Rifmänner sogar die Spanier aus ihren Veischanzungcn herausgeworsen, was wobt nie vorher einem Natur­volk disziplinierten Soldaten gegenüber gelungen ist. Interessant ist, welches Ansehens sich gerade die Teutschen bei diesen w-iden Söhnen des Atlas erfreuen. Einmal wurde Artbauer von einem kampflustigen Stamm au'gehalten und seiner Hab'eligkeiten beraubt. Aber seine Pferde ließen sie chm mit der Begründung, daß er ein Teutscher fei. Ern ander Mal kam er im Hafen von Penon in Geldverlegenheit. Sogleich erklärten sich einige Rifier, die ihn gar nicht kannten, bereit, ihm Geld zu borgen, und brachten ihm zwei schwere Beutel mit ivanncken Kupfer- stücken ..Und die Leute vertrauten mir die Summe an gegen ein einiackes Papier, das sie selbst nickt leien konni.n, das ick mit beliebigem Text Hätte bekritzeln können, gegen bloße Kenntnis meiner Naiwnalitat. Er ist deutsch, also ist er gut! Das war ihr

die Nester müßten jetzt von Rechts wegen die hnrt strafende Hand der griechischen Obrigkeit fühlen Ter Hehler ist oft noch schlimmer, als der Stetster Es sollte den tür kischen oder griechischen Belwrden unmätzlich gewesen sein, binnen einiger Tage die Verbindung mit de,i Entführern herzustellen'? Wir behaupten: es hat nur an dem nötigen Antrieb gefehlt Geld spielt nicht nur bei Lolios und seinen Genossen eine große Rolle, sondern ebenso sehr bei ihren Herren Verfolgern. Tie türkischen Behörden konnten eine Million verlieren und iviedergewinnen Wie eraötzlich be rührt uns heute die aus Athen stammendeFeststellung", Richter sei auf türkischein, nicht griechischem Boden frei« gelassen worden! Liegt darin nicht die Angst, daß matt Griechenland für die Zahlung verantwortlich machen werde? Es mußte für die deutsche Diplomatie ein kleines sein, die Besreiung Richters durch Zahlung des Lösegeldes burch- zusetzcn und die Türkei oder Griechenland für die Riick- vergütung veranttvortlich zu machen. Ist es doch sogar be­hauptet worden, die Räuber wollten mit dem Lösegeld vater ländische griechische Zwecke verfolgen! Diesreutld- lichen Beziehungen", die immer vorgeschoben werden, brauchten von dem Zwischenfall nicht berührt zu werden Mit Liebcnswiirdigleit und Festigkeit zugleich kommt man meistens zum Ziel Mit den Balkanstaaten und ihre» Räubernestern konnte man doch hoffentlich noch fertig wer­den, ohne daß die Entente-Mäckite uns dabei Schwierigkeiten bereitet hätten. Man darf wohl recht bald eine amtliche Aeußerung zum Falle Richter erwarten.

DieN ordd. All gern. Zig." schreibt in ihrer Nummer vom 25. d. M.:

Tie Ansprache, die der Kaiser gelegentlich der Uebergabe her neuen Sckulfahne an die Primaner des Kasseler Friedrich.Gnmnasiums gerichtet hat, ist in den von der Presse daran geknüpften Besprechungen vielfach bahnt miß­deutet worden, als ob der Kaiser im allgemeinen einer erhöhten Berücksichtigung der allen Sprachen, insbesondere des Griechischen, auf allen höheren Lehranstalten habe das Wort reden roollcn. Temgegcnübci ist festzustellen, daß der Kaiser gegenüber den Lehrern und Schülern eines humanisttschen Giim- nattums, zu dessen schulplanmaßigen Ausgaben daS Studium des Griechischen gehört, lediglich die Gesichtspunkte aus­gedruckt hat, auf die seiner Ansicht nach bei diesem Stu- diu m d a s V a u p t a u g e n in e r k zu richten sei Dem Kaiser bat es durchaus ferngelegcji, feine Ausführungen allgemein auf alle höheren Lehranstalten zu beziehen .'der dem humanistischen Gym nasium einen Vorzug vor Anstalten mit realen Lehrzielen ein­zuräumen.

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Das Kaiferpaar in Attona.

Altona, 25. Slug. Das Kaiserpaar traf um 10... Uhr auf dem hiesigen Bahnhof em.

Ter Kronprinz ist um 8.42 Uhr auf dem Haupt­bahnhof eingetroffen.

Mit dem Kaiserpaar trafen Prinz Adalbert und Prin­zessin Vilkorra Luise ein. Die vom 3nfantmeregimeni Nr. 31 gestellte Ehrenkompagnic erwies die milätirischen Ehrenbezeugungen Die Majestäten hielten großen Mililär- uiid Zivtlempsang ab, worauf der Vorbeimarsch der Ehren- fompüijnic erfolgte. Beim Verlassen des Bahnhofes jubelnd begrüßt, befliegen die Kaiserin, Prinzessin Eitel Friedrich und Prinzessin Viktoria Luise einen offenen Vierspänner- der Kaiser und die Prinzen stiegen zu Pferde, woruuf der Einzug unter dem Geleit einer Eskadron des Husareu- regiments Nr. 15 erfolgte. Er setzte sich unter andauern-

Gcdankengang, den freilich wenig Europäer begreifen mögen. Ebensowenig kann man sich vorstellen, was ich danwls dachte, als ich in einsamer stiller Bucht an der Rifküste m deutscher und arabischer Schrift einen Schuldschein ausstcllte, zahlbar bet Sicht in Tetuan an den Uriachli, der das Pamer überbringe! Und der Vorfall möge zugleich einen Beleg geben für Beliebt fjcit und Achtung, deren sich das Wöttcken deutsch in Marokko erfreut.

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TaS Bernsteins immer Ter Zar läßt augenbltck- lid) die Kostbarkeiten des berühmten Bernsteinzimmers feines Schlosses Zarskoje-Siels, darunter auck die aus Bernstein be stehenden mächtigen Wandtäfelungen, sorg'ältig auSbenern. Einige Ko'tbarkeiten des Zimmers find zu diesem Zweck nach König: berg i. Pr. geschont worden, wo für solche Arbeiten die tedjmfd' und künstleriich geeigneten Kräfte zur Verfügung stehen Johann Bernoulli, der im Jahre 1778 ZarskonvSselo bciudiu, sah das Zimmer bereits so, wie es sich noch heute barbinct Er fand es überaus prächtigdenn die Wände," io 'chreibt er,sind ganz mit Bernstein eingelegt, und haben Felder, deren Euifanungcu mit künstlichen Bildfcknitzereren von gleicher Materie geziert sind. Ucberdieß so sind in vier dieser Felder eben io viel gcoßr Gc- mälde von storentint'cher vollkommen schöner Moiaik eingclamn " Tas Bernstkinzirnmer setzt 'ich vornehmlich aus Grickenkcn Lr ersten preußischen Könige an den russischen Hof iuiaminen. Man fügt, daß König Friedrich Wilheim 1. 'ich für Hingabe ttniga besonders wertvoller Kostbarkeiten als Gegenleistung achtzig lange russische Kerls auebetmngen jjabt. In Berlin besaiid 'ich cm Teil dieser Schatze im Kgl. Schloß, und zwar während weniger Jahre in dem neben dem Weißen saal gelegenen Eckzimmer, das fväter ;ur Erweiterung des großen Festtaumes huizugczogen lourbc. Als Friedrich Wilhelm I im Jahre 1716 b.n Hauptsckas des Zimmers, ein besonders prächtiges BernsteinkabiNcli, au Peter den Großen verschenkt Hane, ließ er es neu entrichten - auf holländische Art, nämlich mit hohen, blauangestrichenen Teller-

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von Porzellan gesetzt wurden. Tann hielt er hier die Sitzungen des Tabaiskollegiums ab, wobei als Bierckann. jene mn zwei franbgriTini venebene silberne Rfe'enkwinc diente, jetzt zum Prunkbüiett im Rittersaal gehört ote wertvollen, hohe in kün'tleri'chen Bcritandni- bcrgefirlltin Bernsteinarbeitcn nach Petersburg gewandert sind, iit in Berlin schon oft betlagt worccn. Immerhin kann als ein fleiner Trost gelten, oaß di Russen manche i^one Arbeit in Matacku, Lapis tazutt und Rhobonii ge- schenkt haben. Besonders bemcrkenswen find die prächtigen Ar

große Reichtümer enthält, und die riesig- Rkodvm: Vase in der Eewaldegalerie zu Sanssouci.