Nr. 146
Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal möchenlii SiebenerZamilsenbliitier ^rocima(ir>orf)enll.Krei$: blatt färben Kreis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal ntonail. Land wirtschaftliche Seitfrooen Tvcmfprcch - Anschlüsse. tut die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse f(it Depeschen:
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Erstes Blatt
16b Jahrgang
Samstag, 24. Juni (9U
metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
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Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
politische Wochenschau.
Giktzcn, 24. Juni.
Ten großen Riß, der seit der Rrichsfmanzreform des Jahres 190$) durch die erwerbstätigen Stände des deutschen Volkes geht, hat die Krisis im P r a s i d i u in de s Hansa- bundcs wieder deutlich vor Augen geführt Ter äußere Grund, den Landrat a. T. Rötger zum Anlas; seines Rück tritts nahm und der auch in seinem Briefwechsel mit o>r Heimrat Rießcr zum Ausdruck kam, war die Stellung des Hansabundes zur Sozialdemokratie, besonders die Stich Wahltaktik bei den nächstjährigen Reichstagswahlen, '.'■.'■eil] renb der parteipolitische frei konservative Landrat o T. dem hansabund eine Frontstellung gege>i die äußerste Linke geben lyolltc, ging der nationalliberale Vorsitzende des Lundes von der Ansicht aus, daß die gegen „die lieber agrarier" gerichtete Vereinigung der in Industrie, Handel und Gewerbe tätigen Erwerbstreise auch bei bett Stichwahlen keinen Anlaß habe, mit den konservativen gegen die Sozialdemokraten anzukämpfen. Nur beging der taktisch sonst so gewandte Hansabundführer dabei insofern den Fehler der Halbheit, als er erklärte, die Ausgabe von Stichwahlparolen fei nicht Lache des Hansabundes, sondern der politischen Parteien. Es war klar, daß diese Stellungnahme die Vertreter der sogenannten „schweren" Industrie nicht befriedigen konnte und so kam es zum Ausscheiden des Vorsitzen den des Zentralverbandes der Industriellen, dem mancher andere Austritt folgen wird. Uebriaens sind beide seither im Hansabnnd vereinigten Teile mit dieser Entwicklung zufrieden, da sie davon eine Klärung der'Sachlage erwarten. Tas wird umsomehr der Fall sein, als die sogenannte schwere Industrie gerade in Zollfragen einen Standpunkt einnimmt, der von dem der übrigen in Staubet und Gewerbe tätigen Berufe wesentlich abweicht.
Tie Frage der L t i ch iv a h l t a l t i k ist auch durch einen anderen Vorgang wieder in den Bereich der Erörterungen gerückt worden. Graf von Schwerin-Löwin, der Präsident des Reichstages, hat am 20. d- Mts. in einer zn Treptow a. b. Tollenfc gehaltenen Wahlrede nach dem „Demminer Tagbl." wörtlich erklärt: „Sollte ich also, was ich allerbings nicht hoffe, jemals in bic Lage kommen, in dieser Hinsicht (int Falle einer Stichwahl) etwa in unserem Kreise eine Parole ausgeben z.t müssen, so werde ich immer und unter allen Umständen auch den schlimmsten bitr- gerlichen Demokraten docn noch mit aller Entschiedenheit (als das kleinere Hebei gegen jeden Sozial - bemofraten zu unterstützen bitten." Dieser für Je- manben, bem es ernst ist um die Bekämpfung der Sozial- bemokratie, selbstverstänbliche Stanbpuntt bat bei der „Teut- schen Taaesztg.", große Erregung verursacht. Sie erklärt, zn ber Mitteilung „in der Lage" zu sein, das; „die Mehrzahl der bei der Leitung der konservativen Partei beteiligten Herren in diesem Punkte vom Grasen Schwerin Lötoitz abweichen und der Ansicht sind, man müsse von Fall zn Fall entscheiden und direkte Bundesgenossen der Sozialdemolratie genau wie diese selbst auch bei den Stichwahlen behandeln". Mau wird mit dieser „Mitteilung" nicht viel anfangen können, weil sie den Begriff der „direkten Bundesgenossen" der Sozialdemokratie nicht näher definiert.
Das preußische Herrenhaus hat nunmehr das Feuerbestattungsgesetz, oder, wie seine klerikalen
und konservativen Gegner so schön sagen, das „Leichenverbrennungsgesetz" mit einer Mehrheit von sechs Stimmen angenommen. Bis zuletzt stand das Schick sal des Gesetzes auf des Messers Schneide und seine Annahme im Herrenhaus ist nur dem entschiedenen Eintreten ber preußischen Negierung für bic Vorlage zu verdanken Tie Negierung hat sich damit toleranter erwiesen als bic Partei, die sich sonst immer, wenn sie sich Vorteile baoon verspricht, als bic Tolcranzvariei zu be zeichnen pflegt, nämlich als bas Zentrum, das sich bei ber Bekämpfung der Vorlage merkwürdiger Mittel bediente. So behauptete z. B. Graf Oppersdorf ernstlich, daß die Erbbestattung Preußen groß gemacht habe.
In unserem Nachbarstaat Lest erreich haben bic in dieser Woche vorgenonnnenen Stichwahlen den Ein druck verstärkt, den man von bem ersten Wahlgang hatte Tie Christlich-Sozialen, bic seither bic größte deutsche Partei waren und namentlich die Reichshauptstadt Wien vollständig beherrschten, haben beträchtliche Verluste erlitten und sind von einer Reichspartei zu einer Vertretung des flachen Landes geworden, die noch dazu im Reichsrat ohne ihre seitherigen namhaften Führer sein wird. Ten Gewinn dieses Umschwunges trägt der deutschnationale Verband davon, da auch die Sozialdemokraten, namentlich in Böhmen, Einbußen erlitten, die sie durch ihre Stichwahlerfolgc in Wien nicht ganz ausgleichen konnten. Ta die Christlich-Sozialen sich nach ihrer Niederlage freie Hand Vorbehalten haben, ist die Stellung des Ministeriums Bienerth erschüttert, das ohne die ihm seither gewährte Unterstützung dieser Partei außerstaude ist, eine Arbeitsmehrheit zu bilden Interessant ist die Beurteilung ber burch bic österreichischen Wahlen geschaffenen Lage durch den ungarifaicn Ministerpräsident, Khuen-Hederparn. Er äußerte sich über den Ausfall ber Wiener Wahlen, baß die Ehrisllich-Sozialen in Wien verschwinden, ist die natürliche Entwickelung des Landes. Vom Standpunkt der u n g a r i s ch e n P o l i 11 k macht das Zurück - brängen ber Ebristlich-Sozialen einen guten Einbruck. Tas Schicksal ber Führer ber Christlich-Sozialen ist für uns darum von Bebeutung, weil aus ihren Reihen alle jene hervorgeheu, die sich in Wien zur Turchführung einer ungarfeindlichen Politik angeboten haben.
Während also Ccfterreid) seiner Ministerkrisis einstweilen nod) entgegen sehen bart, ist das französische M in i ft c r i u m inzwischen gestürzt worben. Während es in ber Wahlreformirage noch biefe Woche sich geschickt aus ber Affäre zu ziehen wußte, ist es gestern über eine verhältnismäßig geringe Ursache gefallen. 2er Kriegs Minister Goiran hatte im Senat u. a. gesagt, Frankreich habe im Falle eines Kriegs keinen Generalissimus, sonbern bic Operationen würben gemeinschaftlich von der Regierung und dem obersten Mricgvrat geleitet, also von einer Körperschaft, bic lebhaft an ben ehemaligen Wiener Hofkriegsrat erinnert. Tiefe Stellungnahme des Kricgsministeis erregte lebhaftes Aufsehen unb führte, trotzdem er sich mit Mißverständnissen l.crauszureden versuchte, zu einer Anfrage in der .stammer, die anstelle des von dem Ministerium erwarteten Vertrauensvotums die einfache Tagesordnung annahm und damit dessen Rücktritt veranlaßte. Man geht wohl nicht fehl, in der Annahme, daß der Hauptgrund der Abwendung der .Kammermehrheit vom Ministerium Monis nicht diese an fick) geringfügige Geschichte, sondern seine Stellung zur Wahlreform war. Denn gerade der Mein seiner Mehrheit, die Radikal-Sozialisten, waren aus Partei- egoistifchen Gründen Gegner der von ihm vertretenen Pro-
porrionalroal 1 2a aber bei unseren westlichen Nachbaren Hceressraacn in der Bevölkerung immer besser ziehen, zogen Monis „Freunde" es vor. den Gegner ihrer AahlrechtS- wünsche über eine solche stolpern zu lassen.
Während so Frankreich der Welt wieder ein Bild seiner unruhigen und unberechenbaren öffentlichen Zustände gab, bot England bei der st ö n i g s k r ö n u n g das gerade Gegenteil davon, näntlid) das Bild gefestigter, durch ihre historische Entwickelung geheiligter, staatlicher Einrichtungen. Neben der freudigen Anteilnahme der englischen stolonien und des .Kaiserreichs Indien gab die Anwesenheit vieler deutschen Fürsten der strönung ihr charakteristisches Gepräge. Möge sie ein glückliches Vorzeichen sein für die Gestaltung unserer Beziehungen zu den englischen Vettern.
Das Kabinett Monis gestürzt.
Ta die französische Hammer in ber Inlcrpetka- tionsbebatte über die Rede des striegsininisters int S^iat vorn Iustizministcr im Namen der Regierung ab- gelehnte einfache Tagesordnung mit 248 gegen 224 Stimmen angenommen hat, ist das M i n i st c r i u Ni als gestürzt an zu sehen. Tie Demission ist noch nicht ofsizicll. Prchi- bent Falliöres ist heute nachinittag zur Tausendjahrfeier nad) Rouen abgereist. In der Hammer rief das Abstimmungsergebnis große Aufregung hervor, gleichwohl blieben die Minister ruhig auf ihren Plätzen. Ein sozialistischer Teputierter bestieg die Rednertribüne um die Interpellation über die Ländcrcikonzesfionen in Tunis zu begründen, doch wurde von der Opposition ein solch anhaltender Lärm verursacht, daß der Vizepräsident Etienne sich genötigt sah, die Sitzung zu unterbrechen. Nach ber Wiebcraufnahmc vertagte sich bic Hammer dis zum Dienstag. In beit Wandelgängen ber Kammer verlautet, mehrere Minister hätten gegen ben Iustizministcr lebhafte Vorwürfe erhoben, weil er sich nicht mit ber einfachen Tagesordnung begnügt habe. Es heißt, baß Ministerpräsident Monis telephonisch erklärt habe, baß er bic einfache Tagcsorbnung annehme.
lieber ben Verlauf ber Sitzung wirb aus Paris ge- melbet:
Ter debütierte Audrß H c i f e begründete ferne Anfrage an ben MricjämimHcr über dessen Anschauungen von dein Oberkommando im Kriegsfälle. Tcr Redner warf dem Kriegsmiinstcr vor, im Senat gesagt zu haben, daß es einen Generalissimus nicht gebe, und daß mi Hriegssalle die Leituug der Operationen der Regierung zuslchen würde. Er führte weiter aus, zu .KriegSzciteu sei ein Oberbefehlshaber nölig Admiral Bicnaiius setzte auseinander, daß cs uolivendig wäre, schon von langer .Hand einen Führer Inrciijustellen, der fähig sei, einen Krieg zu organisieren. Er wies auf das Beispiel Preußens, Mollke, hin. General Pedoya faßte die Hypothese eines Krieges mir dem Dreibünde ins Auge uud deutele darauf hin, daß die Armee in deu Alpen, im Osten und Norden geteilt sein werde, so daß ein einziger Mann nicht alle Armeen leiten könne. Er forderte, daß die Oberbefehlshaber, wie in Deutschland, bereits m Friedenszeiten ernanni würden. Tcr >l r i e g s m i n i st c r crtlärte, man gäbe feinen Worten eine Bedeutung, die sie lüdit hätten. Er drückte im Senat nur feine persönliche Meinung aus, die übrigens der ÄniiäN seines Vorgängers Berteaux ent ivradic. Er schloß mit den Worten: Nichts ist geändert an der feit lange vorgesehenen Organisalion und dem Kommando. dar allen Bedürfnissen genügt 3d) habe dem nichts hinzurusugen. Nad) Den Erklärungen des .Kriegsminitters beantragte der Reputierte Hesse die ein ja die Tagesordnung Ter Justiz- m i it t ft c r Perrer erklärte, die Regierung könne diese Tagesordnung nidit aiinehmcit, sondern die Tagesordnung Picard, mcld-.e besagt, daß die Hammer bic Erklärungen der Regierung
Giehen braucht eine Kunsthalle.
Tic neue Frankfurter Universität steht manchem als drohendes Gespenst vor Augen, besonders in Marburg und Gießen. Bei objektiver Ueberlcgung sollte man sich aber dock) freuen, daß endlich auch einmal bei uns in Tentsetz land, wie in Amerika )dion längst, das Privatkapital für die Wissenschaft nutzbar gcmadit wird. Und wird der Wissenschaft genützt, so wird aud) dem einzelnen wissen schastlichcn Arbeiter genützt: aud) in Marburg und in Gießen.
Wir müssen uns eben in dein uns Eigenen zu behaupten suchen. Kampf stählt die Kräfte Frankfurt wird eine G r o ß st a d t u n i P c r s i t ä t, Gießen i st eine Kleiustadtnuiversität: cs gilt also, nicht jene größere Form schwächlich nachzuahmen, sondern die einer KleinstadtuniPersität eigentümlichen Vorzüge nutzbar zu machen unb zu steigern. Diese Vorzüge sind oft genug geschilbert worben. Ihr Wesen läßt sich oiclleidit zusammen fassen in bic Worte Intimität unb Konzentration.
Seit bic moderne Kunst im Leben des Gebildeten wieder wichtig geworden ist, und breitere verbildete Schichten wieder sehen gelehrt Hat, ist aud) die Freude an der Natur wieder gewachsen. Turd) diese Naturtreude ist der Zuzug ui landschaftlich schöne Universitäten wie Freiburg, Kiel, Marburg so außerordentlich gestiegen. Audi unser Gießen liegt in einer landschaftlich wundemchönen Umgebung. Aber das Stadtbild, das Bild der täglichen Umgebung, ist vorläufig noch verdorben burd) ben EisenbaHnbarnrn, der das Flußtal, das den größten Reiz bieten könnte, von der Stadt abschneidet. Es ist höchste 3cit,_ daß die an dem monströsen Tamin gestaute Stadt den Sprung über? Wasser wagt, daß jenseits der Lahn am Abhang des^Glei bergs eine künstlerische Gartenstadt entsteht, die bic Schon heit des Flußusers und des welligen Bodens anSnützt. Dann wird Gießen in landsd-aft'icher Beziehung so an ziehend werden wie die anderen L.ahnstädte, wie '.'.’i irbnrg int besonderen. —
Es lag mir daran, nur an diesem einem, aber besonders nndjtigen Beispiel zu zeigen, weldicii Wert die künstlerische Betrachtung für niiscr Gießen un besonderen hat, wie wertvoll also bic InnsNcrische Erziehung dazu für unsere Universitätsstadt- ist.
In Gießen wird zurzeit an drei verschiedenen Stätten Kunst und Kunstcrzikhung gepflegt. In dein archäologischen Institut der Universität, in dem kunstwissenschaftlichen Institut der Universität und im Hnnstvereiu. Jede dieser drei Anstalten hat sich zu einer gewissen Bedeutung heraufgearbcitct. Aber alle drei sind jetzt auch gerade ans einem toten Punkte angelangt, über den sie )id) allein nicht hinausschwingen tonnen. Tas a rchäo logische Institut krankt an museumstechnisch absolut uiizulanglicheii Räumen, die eine gute und wirksame Aufstellung ^der großen Gipsabgüsse ttassischcr Bildwerke und der übrigen Sammlungsgcgcnnande unmöglidi machen. Tas lunstwistensd-aftliche Iniiuut ist in einem schwer zugänglichen Gartei'.bäuschcn untergebradit, in kleinen beschränkten Räumen, die nod) nicht einmal einem halben Tatzend Besucher die Benutzung der dort gesaminelten Abbildungs schätze und reichhaltigen .Kunstbioiiothel erlauben. Gänz Üdi abgesonden von diesen beiden Instituten, in einem ganz anderen Stadtteil, liegt das Heim des Kunstvereins. Seine Ausstellungen teilen sich brüderlid) mit Den städtischen Feuerspritzen in ein für diese wohl brauchbare?, für Ausstellungszwecke aber bürd) fein Tovpellidit gänzlich ungeeignetes Lokal. —
Turd; bie Vercinignng bicfcr brci Anstalt c u in einem gut gelegenen und gut eingerichteten Gebänbe würde die Universitätsstadt Gießen ohne erhebliche Kosten mit einem Schlage um einen Anziehungspunkt bereichert werden, wie ihn schon eine Unipcrsitätsstadt, Kiel, mit dein denkbar günstigsten Erfolge ^esdiaffen hat. Und man brauchte hier noch nicht einmal cm neue? Ge bände zu errichten: cm nad) Lage und innerer Einteilung zu einer solchen K u u ft I) a 11 c sehr gut geeignetes Haus ift vorhanden: Tie ja wahrscheinlich über kur; oder lang frei werdende B ü rger in einet c i, die frühere Rea V j di u l c. Hier ließen lidi mit leichter Mühe würdige Räume für die Aufstellung der antiken und der mittelalterlichen und neueren Sinlvmrenfammlung schaffen, deren Bildungswert jetzt fast oöltig Leseräume für die Kunst-
bibliothek, die so weiteren Kreisen besonders in ihren Zett- schriftcl zugänglich wurde, ein Vortragssaal mit Projektionsapparat, der aud) für öffentliche Vorträge zur Vcr- füaung stehen würde, einen größeren und jetzt fehlende kleinere intime Räume für die Ausstellung des Him'fner-
eins und vieles andere mehr. Ein ausführliches Programm, das die Vorteile im einzelnen noch mehr ins Licht fetzt, liegt bereits ausgearbeitcc vor Tiefe Ausstellung würde hier in sehr viel befferer Lage ciljcbUd) besser besucht werden und dem Kunftvercin neue Mitglieder und neue Mittel zuführen, die vielleicht einmal für eine städtische Kunstsammlung fruchtbar werden könnten. Tie ständige fachmännische Einwirlnng auf bic Darbietungen des Munjt- vereins wurde ebenso erleichtert tocrbni, wie sie jc|it burd) bic Entfernung erschwert ist. Tos würbe die Qualität ber Ausstellung l)cbcn, bie bann auch als wertvolles Bit- bungsniittel bes künstlerischen Unterrichtes genutzt werben, könnte. Aud) wäre es möglich, bie Ausstellungen burch Reprobuttionen aus ben Bestäuben ber Institute zu Per» pollftänbigcn unb — zu pcrbilligcn.
So könnte hier n u r bur d) jujanimenschlußund bessere Ausnützung ber v orhan benen Mittel für Gießen eine Bilbungsftättc oon hoher Bebeutung nicht nur iur bie Akabemiler, sonbern auch für weitere Hrcifc geschaffen werben, ähnlich wie sie anbcrc Stäbte unter Auiwanb großer Mittel z. T. schon geschaffen haben, z. T. erstreben -- unb bom von ber befonberen Eigenart der kleinen U n i o c r s i t ä t s st a b t Gießen.
Christian Rauch. *
— Tic neuen Äustauschprofcssorcn. Im liächsten Wintersemester wird der Professor Paul Rciufch aus Wis- confin als R o o f cd c 11 p c o f c j ’ o r an ber Berliner U nid e i i 11 j t wirken, er . . -Vrojcor für Staats - und Vökkerrcchie und wird über „Tie Eniwickclung und Welt- fldlung der Verciiiigien Tkaaleu von Nordamerika" iprcchrn. Aurerdcm wird er kminariitiidv Hebungen über völkerrechtlid>c jregm und auswärtige Volilit in. Nord- uud Südamerika ver- anü.iltci Tci -wiite -’1 siauid.vroie'wr, Theobald Smlkh von der Haroardunwerfiiäl in E a_ni b r i D g c, ist Pathologe Als Roofeveliprofcjsor für das Semeftrc 1912—1913 ift William Mittigan Sloan von der Eolumbiauiiiverinät in Neu York gewählt wordcu Er .Historiker und mirDjiber die „Geiduchlc Der Paneircgicrungen in Den bereinigten Staaten" leien.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schaft. Ter Direktor der Uuipersitälsbibliothek in Ha Gcheüural Gilbert, ift in Goslar, wo er zur Kur weilte, un 72. Lebenswahre gestorben.


