Ausgabe 
23.9.1911 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 224

*

ept

ic, der ihrer <4cfunbl>cit tifbringcn rönnen Durch

Ile

iriliafi bei b jh

alte

Aufentljaltc in der Sommerfrisriji weit nutzbringender wäre, nicht ml

Tie Selbstkosten für Verzinsung der Geduude, Abnutzung bet Inventar» und die Verpflegung sind felbfroerfianblid) Statistik bestehender Anstalt«»

MrS. Suydam *?)oung crtlärtc dann mu gemüt-Huhiflcr Sachlich fnt, das; fie bereit? di? nötigen Schritte eingelcutr bade, um in der berüchtigten Eheschridungsrnühle von Reno cmc Trennung ihrer irbc wegenunüberwindlicher Abneigung" durchzufüliren. Ihr Mann bat ihr inzwischen ihre (Garderobe und ihre persönlichen Gebrauchsgegenständc zugeschickt Sic lebt mit ihrem Geliebten in einer kleinen Wohnung und crüärt, sie seischrecklich glücklich".

Dieser neue f"ValI von ikruvellokei Zerstörung einer Ebe macht in Amerika großes Aussehen, und endlich beginnt die Lcsscntlich seit ui fordern, das; die Lheicheidungsgesetze einer strengen Revi sion unterzogen werden.

Kaufmanns:5rl)olungsl)eime. Gießen

Samstag, 25. September |9U

Rotationsdruck und Verlag der Vr üblichen Universität» - Buch- und 6tembrucfttcL Ä. Lange. Ließen.

höhere Äuf Grund einer

Redaktion, Spedition und Druckerei: Schul- strafte 7. (Frpebihon und Verlag: 5L

Redaktion. L^nAj 12. XeL-9lbr Slnitiaer® icfcefw

Möglichkeiten gehört, müsse» in erster Reihe die flrmcctcdiiufei, also die obersten Joecruhrer und allen voran das UncgSimnifterium, nttscheiden. Bei einem so ungeheuer verwickelten und teuren technischen Instrument, wie die Arme,- es ist. wäre es unflug, die Entscheidung in dtc Hände von Richttechntkern zu legen

lieber die gerade int ungarischen Parlament verhandelte Wehrvorloge äußerte sich der Minister ausweichend. Er könne darüber keine bindende Erklärung abgeben, ehe er mit dem maßgebendsten Faktor gesprochen habe. TaS könne kein im Amte befindlicher Minister tun, geschweige denn einer, der die Geschäfte erst übernehmen soll. Er könne nur soviel sagen, daß ihm die Vorzüge und die Schwächen der Vorlage ebenso bekannt seien wie deren Verfassern. Cb sich die Schwächen beheben lassen können, und wenn nicht, roautm nicht, werde er erst nach persönlicher Rücksprache nut den maßgebenden Stellen erkennen. Jedenfalls werde er bestrebt sein, das für die Armee Beste und Tauglichste zu schaffen. Die Reform der militärischen Strafprozeßordn ting, eiklürte er, werde unbedingt ihren Einzug in die Armee halten, denn sie sei ein vorzügliches Werl. Nur sei die alte Prozeß- ordnimg in der Praxis in einer Weise durchgeführt worden, daß RechtSirrtümer zu den grüßten Seltenheiten gehörten Tas habe er in seiner vierzigjährigen PrailS reichlich en'ahren.

Diese umsaffenden Erklärungen deS Herrn v. Auffenberg werben, so meint das Kölner Blatt, nicht verfehlen, in nüchtern denkenden Kreisen an die Tätigkeit deS neuen Ministers, der Offenheit für die beste Diplomatie, erklärt, die besten Hoffnungen zu knüpfen.

Vermischter.

kf. E i n Säilog, der ein Kolonialreich ein* brachte. Tas jranzömche Molonialgebict in Afrika Hebt gegen­wärtig im Mittelpunkt des Interesses aller Macht. Auf welchem

die Heime der T. W. f. M. E. werden ungezählten Taufen den, denen es bisher nicht möglich gcwc,cn nt, ihren Ur taub außerhalb der engen, bekannten iinb uirlleidit ihren eigenen gesundheitlichen Zuständen nicht immer forderlich gewesenen Grenzen des Wirksamkeitsortes zu verbringen, zahlreiche (Gelegenheiten geboten, in einer gesundheitlich wie landschaftlich schönen Gegend ihren Körper und Geist zu kräftigen und mit frischen, Mute und erhöhter Wider- ftandsfährgkeit in das Berufsleben zurückzukehren.

Tas ist ein Unternehmen, nicht nur von großer morali­scher, sondern auch von hoher nationaler Bedeiitntig, denn es erhöht die Leistungsfähigkeit eines der wichtigsten Be­rufsstände unseres Volkes; es ist ein Vorhaben, das die Unterstützung jedes sozial und vaterländisch Tenkenden wach­rufen muß.

3m Verlaufe meniger Monate ist daher auch, wie bereits erwähnt, die Ausführung des Programms der Teulfcheu Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime gesichert worden.

gebanfe desGroßen Lehrbuchs für di.- trauen" .wiainm.ngeiäßi, das feit 17 Jahrhunderten die lovanifchrn Trajiftiiutrn lxhcrri(f)i. Es enthält die 9)kora!, die in (ifnna ihren Ursprung halt, und von dort aus nach Japan übertragen wurde Tie Zapan.-rinnerr verstümmeln sich zwar nicht die Füße, wie ihr. chinesischen Vor­bilder, aber int übrigen haben sie die ganze Strenge oer chinesischen Lehre angenommen Tic tapaniiche ftnu hat nach ,eneni Sitten koder ihren Gatten als ihren Herrn und üfcbictrr voller Ehr- erbietung und Unterwürfigkeit zu behandeln uiw oar> niemals auch nur im geringsten schlecht von ihm denken 3m eigenen Hause ist die yrrau nichts als ein Schatten: sie sorgt für das <5n"en und die Mlcibung, sie bedient den (Hatten und bekümmert sich um die Minber. Aber die Söhne, sobald sie auc dem Säuglings­alter heraus sind, werden ihr ent logen, uns sie bat füithtg weiter nichts mit ihnen zu tun Tie Söhne gehören dem Watten und feiner »yamilicWie gering die Mädchen grfdwtu werden, zeigt der alte, in dem Lehrbuche autgcieidmete Brauch, daß die Mädchen die ertten drei Tage nach ihrer Geburt auf dem Erdboden liegen müssen. Tiefe Höne bat freilich zugleich den Jroed, eine Auslese unter den Neugeborenen zu treffen, denn nur dceienigen Smber, die kräftig genug sind, ne zu ertragen, sollen am Leben bleiben Tie 3rau hat nach demCnna Taigaku" fünf Schwächen bic unausrottbar sind: die Unbelehrbarkeft, tue Unzufriedenheit, bic Schmähsucht, die Eifersucht und die Beschränktheu i^eaen diese Eigenschaften, zumal gegen btf Eifersucht, gibt das Lehrbuch strenge Vorschriften:Wenn deine Eifersucht heftig ist, so wird dein Genchtsausdruck abttotzend und du entfern ft deinen (Watten nur noch mehr von dir."

ki. Tas Froucnideal bet EhinesenLi-Ki", das Buch der Jcrcmomcn", eine der fünf chinesischen Nasnichen Weishntsbücher, 'aßt die Tugenden der 7frau tn folgenden Sprüchen zi i'ammen: Eine Arau hat um fo weniger Anbeter, je mehr sie einem Götter bilde gleicht. Was für den Mann der Mnl ft't für die 3rau die Scham. - Eine 3rau, bic verleumdet, cntqrbt nicht der strafe iür die üble Nachrede, denn diese wendet sich alsbald zu ihrer eigenen 0dMinbe. Ein Mädchen, das frift verlieN jeden vauch der Anmut. - Ein- 3ever kann vor den Augen der Sternchen verborgen werden, nicht aber bv 2cbanbe einer ,rrau Tugend im derzen, Bescheidenheit im Antlitz, «ük'äkeit aut den Lwrnn, Arbeit in den Länden, das sind bic Vanptoorzugc einer tüchtigen grau.

werben, auf 2 Mk sestsetzeu zu können Zunächst imrb voraussichtlich rin Betrag von 2.30 bis 2.75 Ät erhoben.

fr. 3 i l c t a r b e i t und SH c i b e r nt o b c. Nicrnals ist die Jyiletarbnt als Bestandteil der ^raumfietbung so beliebt gewesen, wie in der gegenwärtigen Mode. Leicht und schwer, ;art und dichtgewebt, schneeweiß unb cremetarbiq kommt sie zur Verwendung. Sie wird zu Lein^nkleidern, zu Seide, zu Tüll, ja auch zu Bel; werk getragen Selbst ganze Mlriber werden aus der kostbaren Soitzenarbeit hergestellt. £>äuhg wird sie als Baiid, als Besatz, als Aufschlag, Mragen ober Einsatz zu eleganten Stleibem verwandt 3emer dient sie dazu, Blusen zu schmücken, Mieder zu über- ziehen, sie findet sich an Jabots iriejmf Sonnenschirmen: kur;, es läßt sich laum lagen, zu welchem Stück der Jvrauenfleibung sie nicht gebraucht werden könitte. Schon lange diente die 3ilrtarbeit zur Ausstattung der Wohnung: ibr gegenwärtiger Erwlq bei ben Schneidern hat ihr aber diese alte Nolle nicht genommen. Auch fernerhin wird man iie zu Lampenschirmen, Vorhängen und Gar einen verarbeitet sehen, und -i' wird wie bisher Einsätze lind Mittclstücke für Tischtücher und Servietten abgeben. Nur ist durch das Eindringen der 3i(ctarbeit in die Mlecdermodc ibr Preis stark gestiegen Ties wird aber möglicherweise dadurch wett gemacht werden, daß sie als Landarbeit noch beliebter als bieder wird, zumal es ja recht leicht ist, diese Spitze selbst zu arbeiten: man must sich nur darin Hebung verschaffen, mit Hilfe eines Sct'i'fchens die ^äben fo zu verknoten, baß regelmäßige viereckige 'chd.en zustande kommen. Wenn so der Grund fertig ist, wird das Gewebe in einen Rahmen gespannt, und nun lassen heb mittels citiiadxr ^wpfsttche. Figuren aller An, Blumen, pH an taftliehe Tiere ober auch Ritter, Krieger und Tamen in der edel steifen .Haltung mittelalterlicher Bilder hinein ftirfen.

!r. Ter Sittenkodex der japanischen Frau.Er ist der Himmel und sic ist die Erde", in diesem Satze ist der Grund

abtit, Hiegdri*^'

ige unb* eibunn« ^itridib*'

Beion HürWl it fiunltW1* der gJJjL [ter @tn*wr.

ett, 'kohle», rikettß

6, rok«'

»lz ü-ilettS irtte

belaufen ftd) diese Gefamtkosten insgesamt burdisdmittlidr auf ca 3.50 bis 4 Mk für Mvps unb Tag Tie Tissercnz Livischen bem zur Erhebung gelangenden Sape und ben Selbstkosten wird durch einen Zuschuß der Gesellschaft ge deckt, der durch die Mitgliederbettrabe aufgebracht wird, die bereits in außerordentlich großer Höbe gezeichnet sind Für besonders Bedürftige ist ent Fonds beabsichtigt, aus dem ihnen freier Aufenthalt gewahrt werden kann

Bevor füll die Gesellschaft entschieden Hat, zuni Bau von Heimen überzugehen. wurde reiNich erwogen, ob es nicht angängig wäre, durch Harunterftützungen oder durch andenvrilige Eitirichtuugcn und Vereinbarungen den hilfs­bedürftigen Angehörigen des >laufmannsstandes bic Vor­züge eines Erholungsaufenthaltes an^geeigneien Crtcn er­möglichen zu können.

Ans Grund der eingezogenen Auskünfte von Firmen ufu', bic solche Abkommen getroffen hatten, hat fich ledoch nach eingehenden Erwägungen alles dies als nicht emp- fet.lenswert erwiesen

Eine Barunterftützung mürbe von bei großen Masse der laufmännischen Angestellten als enlsittlichcnb angefelren unb überhaupt nicht angenommen tucrbeii

Eine Vereinigung, die bereits feit Fahren in dieser Weise zu wirken gesucht hat. konnte sich aus diesem Grunde nicht weiter enttvickcln und ist der Teutschen Gesellschaft für Kaufmanns Erholungsheime beigetreten

Für die Errichtung von Heimen, die die Teutfcho Gesell schäft für Kaufmanns Erholungsheime wie eingangs er­wähnt in den verschiedensten Gegenden und an den schönsten Crten deS Reiches errichten teilt, spricht auch noch allem bic Ersparnis aller Nebenkosten für bic Besucher, die bei onderweitigein Untcrkonintcn für solche meisten» recht erheblich wären Tie Ausgaben für Getränke, Unter­haltung, Trinkgelder usw. kommen bei den Erholungsheimen fast gänzlich in Wegfall.

Im übrigen sei beto.nl, daß die Bestrebungen der Tcutfchen Gesellschaft für Hausmanns.Erholungsheime in keiner Weise das Hotel nyb Bensionsgeiverbe beeiitträch- tigen. Tie Heime ber Gesellschaft find geschaffen fiir Minder bemittelte, für Leute, bic sich sonst mangels ausreichender Mittel einen Erholungsaufenthalt an frcmbeit Crtcn nicht gestatten können, kurzuni für solche, die bisher keine toaste von Hotels unb Pensionen waren. Ein sehr beträchtlicher Teil ber kaufmännischen Angestellten verbringt bisher er fahrungsgemäß seinen Urlaub an seinem Wohnorte ttttb zwar deshalb, weil bie Betrefsenbcn bas Geld zu einem

Frauen-^cuilleton.

Leichtfertige Ehescheidung.

Ein neues dHirahcriftiidic« Beispiel hir d>c ihupcllofc Art linb Weise, in der man in Amerika (rbcidribungcn ins Werk letzt, liefert bei Fall d-.r Frau Walter S-undam Boung, ber Gemahlin eines Neuyorkcr MillwnärsiohtiS, der eine besondere. Boi liebe iür das Fifdien und den Angelivort bat Wie immer, w verbrachte auch in diesem Jahre das Ehepaar die heißen Monate m iciner Gotmncrriila in Blue Boint aut Lang Island Eines idionrn Tages war Fian Suudam Bonng ueridnvunbeu unO _init ihr zu lammni ein gemmer Herr Edward Noble, der junge -ohn des in Amerika sehr bekannten Mcistertauchcrs Ter c bemann hatte Grund zur Annahme, daß zwischen dem Verschwinden feiner -vra'i Imd der plötzlichen Abreise des .Herrn Noble ein Zusamincithang bestand, und alS er nadi einer Reihe von Tagen teinerlei Nach richt erhalten batte, ließ er Nachforschungen nadi seiner ver'd'wun denen Gemahlin anstellen. Tie 3agb nach ben vcrichwundenen beiden Leuten endete am Samstag mit dem Wiederauitaucheii d r Frau Boung. die gcineimam mit ihrem neu en Freund«' ain ber Redaktion einer großen Zcitmig erschien und iri-lenruhtg erNärtc, sie habe es satt, fid) von Tetektivs iudxit zu lauen oder beobachtet zu fühlen. Um der Sache ein Ende zu machen, erkläre sie dicrinit öffentlich, daß sic mit ihrem Geliebten, Mr. Edward Stehle, entflohen fei und daß sie jetzt Mit ihm zuiammen lebe, bis ixe Scheidungssrage ordnungsgemäß erledigt wäre, ^nzwudien »ünfche sie aber, von der Dcifcntfidifcit in Ruhe gelassen ;u werden

Tie offenbar nicht übertrieben gcwifsetiszarte Tarne erzählte bann and) von bat gewichtigen Gründen, die iie veranlaßt haben, ihrer achtjährigen Ehe geivaltfan' ein Ende ;u ,'ctzci,Bitte nehmen Sie davon Vormerkung, daß id) gar nichts gegen meinen Mann habe In ben langen acht Jahren miß res Ehelebens tarn ei nicht ein einzigcsmal ui einem Streue, er gab nur alles, iwas ich brauchte, er war gefällig unb licbenstmirbcg und nnrfiidi (Xnt zu mir. Aber wir waren nicht füreinander gefchaüen. unb als id) dann Bill» tamen lernte, juchte uh mich nut meinem Matrnc «n8einanbcruifebeit. Er ließ tclcgraobii'd) meine Mutter^kommen und zugleich ben Rechtsantvalt. Auf der Veranba uniercr <?ommcr Villa hielten wir bann gancüuani eine Beratung ab, bei ber idi meinem Manne erklärte, daß id) BillN liebe. Sic versuchten mich dazu zu überreden, auf ihn zu verzichten, aber uh blieb Siegerin, fitzte mich in die Bahn, fuhr zu ihm unb werde auch bei ihn; bleiben.'

Ter in ber Teutschen Gesellsdiaft für Kaufmanns-Erho lungsheimc verkörperte Gedanke, den kaufmännifcheii Aii gestellten unb minberbemittelten selbständigen üausleuten Erholungsheime zu errichten in der Art, wie sie für Hand Werker, Arbeiter, Lehrer, Lssiziere, Münftler, Gemeinde und Staatsbeamten zahlreidj bestehen, ist in den wenigen Mv naten, die seit der Gründung der Gesellschaft verflossen sind sic trat tim März d. I. an die Ccffcntlidilcit , Allgemein gut des bciitid)cn üaufmannsstandes geworben.

Morgen findet bereits die Grundsteinlegung des ersten Heimes der Gefellfdiaft in bem hessischen Sool und Stahtdad Salz Haufen statt, ferner wird in diesem Jahre noch mit bem Bau je eines .Heimes in Cberbayern unb in Mittelbeutschlanb begonnen, ein viertes Heim wird an der Cstfee im nächsten Jahre feine Pforten öffnen und eine weitere Reihe von Heimen ist für bas nächste Jahr geplant Tie Zustimmung, bic bic Bestrebungen der Teilt scheu Gesellschaft für Kaufmanns Erholungsheime in ganz Teutsdilanb gefunden hoben, beweist, wie allgemein bic Notwendigkeit solcher sozialen Fürsorgceinrichtungcu fiir ben ÄaufinannSstanb empfunden wurde. Tcssen ungeachtet bestehen über die Organisation und bie Zwecke der Teutschen Gcscllsdiaft für Kaufmanns Erholungsheime immer noch zum Teil unridjtige Ans'djattiingen, weshalb sie hiermit uod) mals kurz dargelegt werden sollen.

Tie Teutfdje Gesellfdiaft für Slausmaitns Erholunys Heime beztvedt buidi die Errichtung und burdi den Betrieb von Erholungsheimen in ben ucrfd)iebeiiitcn Gcgenben des Tcutfchen Rcidjes männlichen und tveiblidien taufmänni jchen Angestellten und minderbemittelten fclbständigcn üuuf (eilten ohne Rücksicht auf das religiöse BekenntiHS unb auf bic Zugehörigkeit zu einer politischen Partei für gc riugcv Entgelt den Aufenthalt in einem Erholungsheiin zu ermöglimcn.

Es war zunächst beabfiditigl, die Mittel für den Bau und für die Einrichtung der Erholungsheime burd) ver zinslidjc Sdntldvcrfdirribungen aufzubringen. Tie Stiftun­gen und Geschenke laufen jedoch so reichlich ein, daß von der Ausgabe von Schuldverschreibungeii voraussichtlich Ab stand genommen werden kann. Für die Verpflegung soll nur ein geringer Betrag, der den Verbraudi zu Haufe nicht nennenswert itbersreigt, in Anrechnung kontinen. Tie Ge fellfchast denkt diesen Betrag späterhin, wenn bic Mit gliedSbciträge in noch größerem Umfange eingegangen fein

Das Programm der Generals o. Muffenberg.

lieber das Programm des neuen österreichischen Kriegs- Ministers erfährt der Berichterstatter der .Köln. Ztg.^ folgen­des: In richtiger .Kenntnis der Verhältnisse und in bem Be» wußtsein, daß ein KriegSminister, der seinen Plat; voll und ganz auSfüllen will, in erster Reihe mit den Strömungen unb bem Widerstande in Ungarn rechnen muß, sind die Er­klärungen des Generals in erster Reihe an die ungarische Adresse gerichtet. Tort lüitb bekanntlich hanptsächlich da­nach gefragt, ob ein oder der andere staatliche Würdenträger den Diadjaren freundlich gesinnt sei oder nichts Tie Erklär­ungen deS neuen KriegStnmisterü vermögen in diesem Belange in Ungarn unbedingt einen sehr guten Eindruck z»i inochcn. Herr v. ?lnffenberg sagte ivörtlich:

Ich höbe lange und wiederholt in Ungarn gedient und kenne Land und Leute genau T>e unter meinem 'loininonöo stehenden ungarischen Truppenköipci waren immer mit mir zufrieden und ich nut ihnen. In meinem gegenwärtigen Uorvsbcziik Soraiewo) stehen elf Bataillone ungarifdtzi Truppen, bie mir sehr fyin patbisd) find. Einige davon zahle id) zur Elite meines SkorpS. Während meiner Tienstzcit in Unaoni habe id1 and) in ben bewegtesten Zeiten zur dortigen Gesellslhaft die besten Beziehungen Unterhalten. Auch besitze id) in Unaorn zahlreiche Verwandte Es fehlt mir weder an Zuneigung uod, an Verständnis für Ungarn, was id) deshalb ausdrücklich betone, weil mir von ver sänebenen Seilen feindliche Gesinnung gegen Ungarn nadigesagt wird Mir ist der unflariid)c Tnvus als solcher wmpathisch

Tas hinbert nun ireilid) nicht, baß id) die großen Storungen im Armeebetriebe, die von Ungarn ausgehen, tief beklage unb darüber ernstlich besorgt bin Tas berühmt gewordene Wort des Ministers Baron Sdjönaid) in der vor iährigeu Telegalion von derverdorrend c n A r in c e" hatte feine volle Ber.chtigung und besitzt sie itod) Leute. In Ungarn ist die öffentliche Meinung über die )atiäd)lid)cn Verhältnisse in bei Armee on'enfidnlid) faljch unterrid tcl, woraus fiel) dann unrichtige Urteile ergeben, die wieder bic Ciicllc vcrschicbencr unglücklicher Zustände sind Weite ungariidjc Kreise iinb von der fixe» Idee beherrscht, daß sich in allen Regimentern das innere Getriebe aussdiließlich in der gefürchteten deuticheu Svrad.e abnndelt, daß alio jeder Untrrofnücr als Äermanisator auf tritt Tas ist ein Irrtum Ein Bud in die erste beste Mmente wird jcbrimann die Ucbcrzcugung verschaffe,t, daß in der Armee ber viaktii'che Zweck das ausschließliche Leitmotiv bildet, baß dort io gesprochen luub, wie man sprechen muß, wenn mau sich verständlich madjen will, also in hier der Mannschaft gelau sigeii Sprache. Teutfch ist ausschließlich bi. Tienst unb Moni mandospradre. ivelche alle Cäi*bilbeten bebcrndien, bemnach das unumgänglich notweubigc Mittel zur gegenseitigen Verständigung. Tvs ist um so notwendiger, als ja in der Armee zehn Idiome geivrocheii werden, so baß man doch tvenigstens vi' soro ertcriu» ein allen bekanntes allgemeines Verstandigungsmittel haben muß. Jeder uüditerii unb namciUlid) praktiid, d nkenbe Mensch wird ein leben, daß dies nur in der deutschen Sprache gesucht und gefunden iverden kamt. Tie Armee germanisiert ebenso wenig als sie madiariiiert, flaiviiicrt ober romaniftert

Auf bic Forderungen r die ?lrinee übergehend, die bekanntlich in Ungarn am heftigsten bekämpft iverden und deren Gewährung in allen Fällen von sogenannten nationalen Errungenschaften abhängig gemacht wird, onßertc sich der Minister wie folgt:

Ungarn hat die gemeinsame österreichifdi-iinaarische Anne, cbcitin dringend nölig als diese selbst Ungarn benötigt Es kann deshalb für beide Teile nur wenig Gutes dabei heraustommen. wenn man dieser Annee die Lebensader unterbindet Es hilft nidits, wir braudjen noch für eine j'ehr lange Zeit eine wohl gegründete Annee .Hatten nur sie nicht, würde iich in irgeno einem cntid)ribenbcn Moment iür Ccftmeid) ein zweites König gratz und nt ber logischen Weiterentwidlmig für Ungarn ein zweites Mo dal idi Zerstormig des ungarischen Reiches burdi die Türken im Jahre 1539 ergeben Ter ui mandren Möpsen lebende Traum vo,i rutnii völlig selbständigen neutralisierten Ungarn wird jür alle Zeiten ein Traum blribnf. ans bem das Erwadieit imtfetzlich wäre. Ich roünidv solgendeii Grund'atz scstzulegen: ll ii g a r n s W ü ti i d) c werden erfüllt, insofern iie in den Rah m e n t c d, n i i d) c r Möglichkeit e i ii g e p a ß i werben können Sie werden baiin ohne jede Gegenleistung erfüllt. Aber leine Gegeiilristmtg von feiten Ungauiv ist groß genug, um Wünsche ihrer Ermlluug zuzuführen, bie außerhalb des Rahmens technischer Möglid leit sallen Schädlichen Bestrebungen laifii ke,ne Zu stiinmung erteilt werden Tarüher jedoch, was .u den ledniisdicu

«RI £' 1008 fgfl

iE K8

Drittes Blatt \b\. Jahrgang

tridjetnt täglich mit Ausnahme des Sonntags. W

Tte Lietzener SontllienblätKr- werden bem 1 31 /

Anzeiger' viermal wöchentlich deiqelegt, da» R vL, r ML 3 3 3 B ^1 W B 11 Bk

nKreüblatt fir den Kreisleben" zweimal V 1 tt W V W

wöchentlich. Dielandwlrtschasllichen äetl- - 9 vF

I..,..- «Wvntn nwn-Uid) |n,elmoL ©CUCrÜl^llljCigCr fÜf (DbCt^CfjCtl