Ausgabe 
20.5.1911 Erstes Blatt
 
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Der Kronprinz in Petersburg.

Petersburg, 19. Mai. Dev Kronprinz gab gestern, bei dem kranken Münster des Aeußern S s a s o n o w seine Karte und einen Blumenstrauß ab.________________________________________

Schwindelmeldungen aus Marokko.

Die gestrige Pariser Meldung, Alt-Fez sei in die Hande der Aufständischen geraten, beruht, wie so vieles andere, was die französischen Nachrichten verbreiten, auf purem Schwindel. Dabei scheint man in Paris diese Falschmeldungen amtlich zu fördern.

Paris, 19. Akai. Bezüglich des vomEcho de Paris" gebrachten Gerüchts, wonach Fez-Bali in die Hände der auf­rührerischen Stämme gefallen sei, ist bisher keinerlei Be­stätigung eingetroffen. DasJournal de D4bats" warnt das Publikum davor, sich durch derartige Nachrichten aufregen zu lassen. Es l)ande'.e sich nm eine Prcßkampagne durch welche die Regierung unter dem Druck der öffentlichen Meinung gezwungen werden soll, über die Schranken hinauszugchen, die sie sich vorgczeichnet habe. Auch die aus Anlaß der Ucber- rumpclnng bei Debdu von verschiedenen Blättern aufgestellte Behauptung, daß die französischen Truppen auf Grund der französisch-marokkanischen Vertrüge das Recht hätten, zur Ver­folgung der Anführer den Mulujafluß zu überschreiten, sei un­richtig. In dem Vertrag von Lalla-Marnia werde ausdrücklich erklärt, das; diese Rechte erst für das Gebiet im Süden, das noch nicht genau bestimmte Grenzen habe, bestehen. Angesichts der offenkundigen Bemühungen eines Teiles der Presse, auf die Regierung einen Zwang auszuüben, sei diese Feststellung notwendig.

DieLiberte" meldet: Der Kriegsminüter habe infolge der Ueberrumpelung von Debdu dem General Toutse telegraphisch ausgctragen, alle für die Sicherheit seiner Truppen notwendigen Maßnahmen zu treffen, doch sei das Verbot, den Mulujafluß zu überschreiten, noch immer nicht aufgehoben worden unter dem Vorwande, daß die Angreifer zum größten Teile den Bergstämmen des rechten Mulujaflusses angchören.

Deutscbes NcZcb.

Die o st preußische Landgesellschaft erwarb ein 138 Morgen großes Gut in der Nähe von Königsberg zu Aufteilungs- zwccän.________

Anstand.

Aus Madrid wird gemeldet: Der mit der Fassung,eines Gesetzes über den obligatorischen Militär dien st be­traute Ausschuß Hai einen Entwurf betr. Errichtung eines Fr ei- willigen-Kolonialkorps genehmigt, worin die Anwer­bung von Ausländern für Nord-Asrika und Spanisch-Guinea für zulässig erklärt wird.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 20. Mai 1911.

Gießen als Fremdenstadt.

Man schreibt uns:

Wer des Sonntags den Strom der Leute beobachtet, die nach der Bahn und den verschiedenen Außenorten zust-euern, wird sich wohl die Frage vorlegen, ob ein gleicher Zuzug von auswärts auch hierher stattfindet. Man kann mit gutem Gewissen diese Frage verneinen. Es mag ja sein, daß es viele nach der Natur drängt, nachdem man eine Woche lang in der Stadt gewesen, aber man darf die nationalökonomische Seite dieser Tatsache nicht unberück­sichtigt lassen und sich nicht auf einen einseitigen Stand­punkt stellen, der die Interessen des Fernerstehenden außer Acht läßt. Allen Respekt vor dem patriarchalischen Fest­halten der Gießener Bevölkerung an liebgewordenen Aus­flugsorten, sollte man doch bedenken, daß bei einer zu­nehmenden Bevölkerung auch viel fremde Einwohner in eine emporblühende Stadt zu wohnen kommen, die den Zauber und die Jdytlik nicht mit der gleichen Hingabe empfinden wie der Einheimische. Man darf nicht außer Acht lassen, daß durch die Universität, durch die zunehmende Industrie, Herren und Damen aus allen Teilen Deutschlands hier ansässig werden, die durch ihren Beruf weit herumkamen und die hier ohne Zweifel manche Zerstreuung, die ihnen früher geboten, vermissen. Töricht wäre es, diese Art von Zerstreuung auf das Konto Vergnügungssucht zu setzen, aber das moderne Leben mit seiner intensiven Arbeit ver­langt eben nach einer Ablenkung, und hierin ist leider hier noch mancherlei nachzuholen. Nicht allein, daß man den Ein­heimischen mehr für seine Vaterstadt interessieren muß, man sollte unter allen Umständen bemüht sein, Fremde hier­herzulocken, um in dem Wettkampf der Städte kon- lürrenzfäbig zu bleiben; denn vielleicht ist die Gleichförmig­keit des Lebens hier mehr, als man auszusprechen wagt, mit ein Grund, einen Schatten auf eine Stadt zu werfen, die doch gerade in jetziger Zeit, in der der Plan einer neu zu gründenden Universität in Frankfurt a. M. der Verwirt- ttchuug näherrückt, alles aufbieten müßte, gerechten Wün­schen eines hier ansässigen Fremdenpublikums entgegenzu­kommen. Auch wenn man sich einen zahlenmäßigen Ge­winn für den Augenblick nicht ausrechnen kann, sollte man alles daran setzen, den geplanten Saal bau fertigzu­stellen, in dem Sonntags Konzerte stattfänden, man müßte weiter besorgt sein, den ganz einzigartig schönen Botani-

zu verzeichnen. Neben mehreren Engagementsgastspielen fanden auch mehrere Ehrengastspiele statt, von denen die von Fritz Feinhals und Frau Eahier an erster Stelle ran­gieren. Gut gefielen auch der Wiesbadener Bassist Braun und die Frankfurter dramatische Sängerin Doenges bei mehreren Aushilfsgastspielen.

Die Residenz Schwerin, die Hauptstadt des Groß­herzogtums Mecklenburg-Schwerin, kann in diesem Jahre auf ihr 750 jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde 1161 von dem Herzog Heinrich dem Löwen von Braunschweig als deutsche Stadt und Mittelpunkt der christlichen Mission unter den heid­nischen Wenden gegründet und zwar an der Stelle der wendischen Burg Zuarin, die der Wendenfürst Niklot beim Herannahen des Löwenherzogs den Flammen übergeben hatte. Niklot, ein trotziger Mann und starrer Heide, fiel im Kampfe gegen seinen Gegner, sein Sohn Pribislav schloß Frieden und erhielt dadurch und durch seinen Uebertritt zum Christentum seinem Geschlechte Land und Herrschaft. Der jetzige Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg ist denn auch noch ein Sproß der Niklot-Dynastie und zwar der Vertreter ihrer 25. Geschlechtssolye, also auch ein Jubiläumssürst. Noch eigenartiger fügte es sich, daß seine junge Gemahlin Alexandra als geborene Prinzessin von Braun­schweig-Lüneburg eine direkte Nachkommin Heinrichs des Löwen ist. Schwerin wird den Tag seines dreivierteltausendjährigen Bestehens festlich begehen. Das eigentliche Jubelfest, welches u. a. ein altmecklenburgisches Tanzfest im Freien, Reuterfestspiele, eine große Serenade und Illumination, Fackelzug und Kommers auf den Markt bringen wird, findet vom 7. bis 9. Juli statt. Auch eine große Mecklenburgische Landesgewerbeausstellung soll in Schwerin abgehalten werden, verbunden mit den Fliegerveranftal­tungen des deutschen Rundstugs usw.

Moskau, 19. Mai. Der Direktor des Instituts Pasteur Metschnikoff ist mit seinen Assistenten Bournier, Salinbell und Dymathua hier eingetrofsen. Die Herren begeben sich in das Gouvernement Astrachan, um die Tuberkulose und die Pelt zu studieren und sich der russischen .Expedition an­zuschließen.

schen Garten einem größeren Publikum zu erschließen, ev. durch Veranstaltung einer Feier bei Gelegenheit des Universitätsfestes, Erweiterung des Museums für Ober­hessische Trachten, Abhaltung eines Verkehrstages usw., damit man den Fremden, der während des Sommers hier weilt, nicht bis auf die Kerb in Watzenborn-Steinberg ver­trösten muß. G. W.

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** Tageskalender. Kinematograph: Täglich Vor­stellung.

Biograph: Täglich Vorstellung. *

Technisches OberprüsnngSamt. Der Groß- Herzog hat den Ministerialrat Tr. Hermann Kratz zu Darmstadt zum Mitglieds des Großh. Techn. Oberprüsungs- amtcs ernannt.

"* 91 u 5 de in Militärwochenblatt. Der Unter* apotheker des Beurlaubtenstandcs Welker (Gießen) wurde zum Oberapotheker befördert.

** (Ernannt. An Stelle des zum Kriminalwacht­meister beförderten Kriminalschutzmanns Zink wurde Schutz­mann Stock zum Kriminalschutzmann ernannt. Stock war bereits 2 Jahre im Kriminaldienst tätig.

Erledigt ist die Stelle des Bezirks-Steuer* aufsehcrs zu Ober-Ingelheim.

Brotausschlag. Infolge des gestiegenen Preises für Roggenmehl, das kürzlich um 5 Mk. für den Zentner aufschlug, sahen sich die hiesigen Bäckermeister veranlaßt, den Preis für Roggenbrot um 4 Pfennig für den Vierpfund- Laib zu erhöhen. Daß ein hiesiger Bäckermeister sein Brot nach einem auswärtigen Orte zu einem billigeren Preis ver­kauft, ist auf einen Konkurrenzkampf zwischen ihm und einem dortigen Meister zurückzusühren.

Abzeichen für Lokomotivführer. In der 2. Hauptversammlung des Verbandes der preußischen und hessischen Lokomotivführer, die dieser Tage in Berlin tagte, wurde mitgeteilt, daß den Lokomotivführern die Achselstücke der Bahnmeister und Assistenten verliehen wurden. Hierüber, sowie über die Zuteilung der Lokomotivführer zu den mittleren Beamten, die im Januar erfolgte, sind die beteiligten Beamten sehr befriedigt.

** Jubelfeier des Gabelsberger-Steno­grap h e n - V e r e i n und Verbandsfest des Hes- 1 isch-Nassauischen Verbands Gabelsberger- s ch e r Stenographen. Das endgültige Programm für das am 1., 2. und 3. Juli hier stattfindende Stenographen- fesr ist nunmehr festgelegt. Die Beteiligung verspricht weit größer zu werden, als in den Vorjahren; denn schon jetzt liegen von den Vereinen südlich des Maines so viele Mel­dungen vor, daß ein Sonderzug von Frankfurt aus ge­sichert ist. Geh. Justizrat Pros. Dr. Biermann, Rektor der Landesuniversität, Provinzialdirekror Dr. Usinger, Oberst von Trotta, genannt von Treyden, Landgerichts­direktor Dr. Güngericy, Oberbürgermeister Mecum und Geh. Kommerzienrat Heichelheim, Vorsitzender der Handelskam­mer, haben sich bereit erklärt, in den Ehrenausschuß ein­zutreten. Der Festausschuß wird in den nächsten Tagen gebildet. Eine Reihe von Ehrenpreisen ist bereits gestifret, u. a. von der Universität, dem Provinzialausschuß, dem Kreisausschuß, der Stadt Gießen und hiesigen Firmen und Privaten. Die Jubelfeier des Gabelsberger-Stenographen- Verein findet am Sonntag abend statt und wird verschönt werden durch die Mitwirkung des Bauerschen Gesang­vereins. Im Hinblick auf die bevorstehende Jubelfeier sind in der letzten Hauptversammlung des Vereins folgende Herren, die seit langen Jahren dem Verein angehören und sich um ihn hervorragend verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern ernannt worden: Geh. Kommerzienrat Heichelheim, der dem Verein schon seit 1862 als Mitglied angehört, Fabrikant Alfr. Bock, Renrner Wilh. Ferber, der einzige neben Herrn Direktor Otto Bergen noch lebende Mitgründer, Direktor Friedr. May, Kanzleirat Eduard Schiffnie und Prokurist Theodor Vaubel.

** Verein ehemaliger 116 er. Man schreibt uns: Viel­fach war dem Gedanken Ausdruck gegeben worden, daß ein Be° bürfni» dafür bestehe, die ehemaligen Angehörigen des Kaiser- Wilhclm-Regiments zu einem Verein zusammenzuschließen, um einmal die alten Traditionen des Regiments auch im Zivilleben hoch zu halten und gute Kameradschaft zu pflegen, dann aber auch imt eine würdige Beteiligung der in Gießen wohnenden ehemaligen 116 er an der Feier des hundertjährigen Bestehens unseres Regi­mentes, die im Jahre 1913 in größerem Rahmen stattfinden soll, vorzubereiren. Nachdem vor einigen Tagen ein entsprechender Ausruf in einem engeren Kreise alter Regunentskameraden in Umlauf gesetzt worden war und sich 41 ehemalige 116 er bereit erklärt hatten, dem Verein .beizutreten, tagte am 17. Mai int (Safe Ebel die Gründungsversammlung, in der 21 Unterzeichner des Rundschreibens erschienen waren. Unter Zu­stimmung aller Anwesenden wurde die Gründung des Vereins beschlossen und dem neuen Verein der NameVerein ehe­maliger 116 er (Kaiser-Wilhelm-Regiment) in Gießen" ge­geben. Man wählte vorläufig einen Vorstand, der beauftragt wurde, die Satzungen zu entwerfen und die notwendigen Vor­arbeiten für die demnächstige Mitgliederversammlung zu crlebtgen. Beschlossen wurde auch, alle Kameraden, die ihre aktive Dienst­zeit im hiesigen Regiment abgeleistet haben, öffentlich und, wwett ihre Adressen bekannt sind, auch durch besonderes Anichreiben aufzufordern, dem neugegründeten Verein als Mngltec^r betzu­treten, unter dem Hinweis, daß die, die sich melden, tein Ein­trittsgeld zu zahlen brauchen. Anmeldungen nimmt der -. Vor­sitzende, Ober-Telegraphenassistent Reitz, Lichcr -Straße 35, ent­gegen. Mit einem kräftigen Hurra auf das fernere wachsen, Bllihen und Gedeihen des neuen Vereins, schloß der 1. Vorsitzende die Gründungsversammlung, die namentlich von den älteren Jahr­gängen gut besucht war. Die freudige Zustiimnung, die dem jungen Verein schon jetzt aus allen Teilen der Bürgerschaft entgegen­gebracht worden ist, läßt für seine zukünftige Entwicklung das beste hoffen. , _ , ..

* * Silberne Hochzeit feiern morgen -Schneider Ja­kob N o l t e und Ehefrau.

** Ein Bahnunfall ereignete sich gestern nach­mittag 2i/2 Uhr bei der Dampsziegelei Gail auf der Strecke GießenGelnhausen. Die Wagen, die für die Ver­ladestelle des Bergwerks bestimmt waren, kamen in das Gleis des Gailschen Werkes. Hier waren Arbeiter mit dem Beladen mehrerer Güterwagen beschäftigt. Sie be­merkten rechtzeitig die rasch heranroltenden Leerwagen und flüchteten. Es erfolgte ein Zusammenstoß, wobei meh­rere Wagen beschädigt wurden..

* * Einbruch. In ein kaufmännisches Kontor in der Nord-Anlage wurde in vergangener Nacht eingebrochen. Große Beute machte indes der Dieb nicht.

* * Einschleichdieb. In der Nacht vom 18. auf 19. l. Mts. wurden die Backsteinmacher, die an der Wiß- marer Straße in einem Unterkunftsraum in der Grube schliefen, durch ein Geräusch geweckt; sie bemerkten, daß ein Mann in gebückter Haltung durch die unverschlossen gewesene Türe verschwand. Morgens entdeckte man bann, daß aus einem Koffer etwa 100 Mark gestohlen waren. In einer benachbarten Grube war der Dieb ebenfalls in

den Schlafraum eingeschlichen und hatte ein Portemonnaie mit 3 Mark gestohlen.

Landkreis Gießen.

= Leihgestern, 19. Mai. Aus Anlaß be5 von dem Gesangverein Eintracht" in Verbindung mit dem 50jihrigen Jubiläum zu Pfingsten d. I. zu veranstaltenden großen naiwnaten Gesangswettstreit wird zurzeit in der Gemeinde überall gerüstet. Nicht allein, daß die einzelnen Ausschüsse rege an der Arbeit sind, auch die Bürgerschaft will das ihre tun, den aus­wärtigen Gästen einen würdigen Empfang zu bereiten, denn auün: einer stattlichen Anzahl von Gebäuden, die bereits neu renoviert sind, sieht man noch viele solcher in Arbeit. Von Frankfurt a. M. wird am 2. Pfingstfeiertag ein Sonderzug eingelegt, mit dem 500 Sänger hier eintreffen werden. Am 1. Pfingstfeiertag findet abends eine Vorfeier zur Ehrung der dem Vereine noch angehörigen drei Gründer statt. Es sind dies die Herren Johs. Jung, Wilb Laux und Georg Schmidt. Das Wettsingen, an dem 20 Vereine teilnehmen, beginnt am 2. Pfingstfeiertag vormittags 9 Uhr. Tie Zuhörer werden hierbei ganz besonders auf ihre Kosten kommen, da alle Vereine in der geräumigen Festhalle singen. Als Festmusik ist die Kapelle des Infanterie-RegimentsKaiser Wilhelm" gewonnen.

Großen-Linden, 20. Mai. Ter Kaninchen- nnd Geflügel-Z nchtverein hält am Sonntag, 21. Mai, eine Lokal-AuSstellung, verbunden mit Tanz, Konzert und Preisschießen in dem Lokal des Gastwirts H.Fischer ab. Zur Bewertung der Tiere ist Herr Steinbrecher von Darmstadt der 1. Vorsitzende des hessischen Landesverbandes, gewonnen worden.

ch. Eber stad t, 19. Mai. Anläßlich der gestrigen Bürgerrnei st erwähl veranstaltete abends der Gesang­vereinLieberkranz" einen Fackelzua unb erfreute Bürgermeister Görlach burch Vortrag zweier'hübscher Lieber. Die Glückwünsche ber Sänger brachte ber Vereinspräsident Heinrich Görlach X. burch kernige Worte zum Ausdruck. Bürgermeister Görlach bankte für bie dargebrachten Glück­wünsche unb bie erwiesene Aufmerksamkeit. Bemerkenswert ist, baß ber Gewählte biesmal etwa boppelt soviel Stimmen erhielt als vor neun Jahren.

Kreis Büdingen.

-l- Bübingen, 18. Mai. Die Hauptversammlung bes lanbw. Bezirksvereins Bübingen finbet am 27. Mai im Saale bes Fürftenhoss statt. Oekonomierat Leithiger-Alsfelb wirb über bie Mittel unb Wege zur Steigerung bes Futterbaues unb ber Viehzucht, Anlage von Viehweiben unb Melioration von Hutweideu sprechen. Die Gras Nutzung en an ben Kreisstraßen im Straßen« meisterbezirk Bübingen werden am 24. Mai unb bie im Dtraßenmeisterbezirt Echzell am 22. unb 23. Mai verstei­gert. Wie bas Fürstliche Forstamt bekannt macht, ist bas Baben im Tiergartenweiher bis auf weiteres an jedem Wochentage bis 4 Uhr nachmittags erlaubt; von 4 Uhr ab und Sonntags ist es verboten. Am Sonntag, 21. b. Mts., kommt bie zweite Abteilung bes Eisenbahner­vereins Offenbach (einschl. Familienangehörige 400 Per­sonen) mit Sonberzug hier an: bas Standquartier ist im Valentinschen Saale, von wo aus bie Stabt unb beccn Um­gebung besucht wirb. Am Himmelfahrtstag totrb ber Taunusklub zu Frankfurt a .M. Bübingen besuchen und mit dem Zweigverein Büdingen des Vogelsberger Höheuklubs im Fürstenhof gemütliches Zusammensein halten.

-l- Aus dem Kreise Büdingen, 18. Mai. Die letzten Tage mit ihrer Abwechselung von Sonnenschein und Regen haben das Wachstum der Kulturpflanzen außerordentlich gefördert. Die mit Winterfrucht bestellten Felder zeigen zwar sog.Placken", kahle Stellen, aber das hier fehlende wird ausgeglichen durch den prächtigen Wuchs der Umgebung. Auch die Sommerfrucht hat sich schön ent­wickelt. In besonders begünstigten Lagen beginnt man mit dem .Häufeln der Dickwurzeln, die Gemüseanlagen liefern bereits reichen Ertrag an Frühgemüse und versprechen im übrigen eine gute Ernte. Die Aepselblüte ist gut ver- laufen, bie gefürchteten Eisheiligen haben biesmal von einem Besuche Llbstaub genommen. Reichen Fruchtansatz zeigen bie Birnen, besonders bas Spalierobst, bie Mra- vellen, Zwetschen unb sonstiges Steinobst. Auch in den höheren, bem Vogelsberg benachbarten Gebieten sind bie Aussichten günstig. Der Graswqchs ist gut entwickelt unb' hat einen anhaltenben Tiefstanb bes Heupreises zur Folge. Die kurze Pause zwischen ben Felbbestellungsardeiten unb ber Heuernte benutzen unsere Lanbwirte zum Einfahren ihres Bebarfs an Winterholz. Die holz armen Gebiete ber Wetterau, besonbers des Nibdertales, werben aus ben reichen Bestäuben bes Bübinger Waldes mit Brenn- und Bauholz versehen; in den letzten Tagen bewegten sich hunderte schwer beladener Wagen auf ben Landstraßen. Die' Holzpreise sind an der Erzeugungsstelle an sich niedrig, wenn auch im Vergleich zu früheren Jahren etwas höher, aber die Kosten des oft bis 20 und mehr Kilometer weiten Straßentransportes verteuern das in den meisten bäuer­lichen Haushaltungen ausschließlich in Betracht kommende Brennholz außerordentlich. Es gibt Landleute, die morgens nach 3 Uhr anspaunen müssen, wenn sie mit ihrer Holz? ladung am Abend daheim sein wollen.

Nidda, 18. Mai. Der Ortsvorstaud von Nidda beabsichtigt, mit dem voraussichtlich am 4. Sep­tember dss. Js. slattfindendeu Herbstmarkte eine Ver­losung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und sonstigen GebrauchZgegenständen zu verbinden. Das Miniitecium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß bi5 ju 8000 Lose, zu 0,50 Mk. baS Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Proz. des BruttoerlöseS auS dem Ver­kaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegensländen zu ver­wenden sind. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in Ober­hessen gestattet.

Kreis Alsfeld.

Q Ruppertenrod, 19. Mai. Gestern abend gab hier im GasthausZinn Löwen* die Mil itär-Mustk- schule auS Friedberg ein Konzert. In Anbetracht der ländlichen Verhältnisse an einem Werktage war das Konzert gut besucht. Die Leistungen der jugendlichen Kapelle ver­dienen uneingeschränktes Lob. Die Vorträge waren so, daß man es vergessen konnte, daß Schüler die Konzertgeber waren.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 19. Mai. Der Schloßga rten war seit Jahrzehnten für die Bewohner Friedbergs anfangs täg­lich, später zweimal in der Woche geöffnet. Großen Ge­brauch machten hiervon die Friedberger selber und bie Knr- fremden von Nauheim. Zurzeit sind alle Anlagen in schönstem Zustande, aber der Garten darf eben nicht mehr betreten werden. Die neu angelegten Burgberganlagen hat bie stabt nut Unterstützung des hiesigen Verschönerungsperems anlegen lassen.

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