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Wagertdecken.
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eneraftrerfanimlung beschloß, das Llktien^
erhöht wird.
Müller'fche Badeanstalt.
Was, erwärme der Lahn am 2,6. August: 16° R.
Jlr. 23 übende KavalleriekursuS hatte heute eine Aufklärungsübung nach dein Rhein. Außer den berittenen Patrouillen wurde auch eine Flugmaschinen - Patrouille auS- gesandt, die ihre Aufgabe vorzüglich löste. Leutnant d. R. Heyne vom Ulanen-Regiment Nr. 6 stieg unter Führung des Einjährigen-Unteroffiziers Reichardt um 5.30 in Darmstadt auf einem Euler-Apparat auf und löste ihre Aufgabe in einer halben Stunde. Die berittenen Patrouillen mußten von 1 Uhr nachts bis 7 Uhr früh im Sattel sein. An der Meldesammelstelle wurde die Meldung im beschwerten Umschlag aus der Flugmaschine herabgeworfen. Später unternahm Leutnant Heyne mit Euler einen Flug in dessen Eindecker.
Sport.
Goeteborg, 24. Aug. Die Eintonner-Regatta wurde beendet, wobei „Windspiel 15"-Deutschland zum dritten Male er st er wurde und damit den Pokal eroberte. „Gypaotos"-England wurde zweiter. Bei der Ankunst am Ziel und während der Einfahrt nach Langedrag war die Besatzung des „Windspiel" — Steuermann und Besitzer Kirstein — Gegenstand lebhafter Ovationen seitens des Richterschiffes sowie der anwesenden Zuschauerboote. Die schwedischen Segelsportsleute geben heute abend ein Diner zu Ehren der deutschen Besatzung.
Cholera.
M ü n ch e n, 25. Aug. Zn einem Eisenbahnzug der GHjeln- bahn auf der Station Steinach mürbe ein Eholera? all feft- gestellt. Der Wagen wurde ausgemnslert und desinfiziert. Tie Kranke wurde in das Spital gebracht und die Beamten unter Quarantäne gestellt.
K o n st a n t i »i o p e l, 24. Aug. Heute kamen hier 26 Cholera- iälle vor, von denen 8 tödlich verlieien. Zwischen dem Bürgermeister und dem Präsidenten des Munizipal-Arrondisseinents von Konstantinopel ist ein Konflikt entstanden, weil der Bürgermeister den Präsidenten wegen Nachlässigkeit in der Be- kämpstmg der Cholera absetzen will.
Handel.
* Budcrus-Massen. In der außerordentlichen Hauptversammlung der Buderusschen Eisenwerke am 24. August, in der 6 643 000 Mark Aktienkapital vertreten waren, wurde die in der Juli-Versammlung abgelehnte Fusion mit der Bergbau-Aktien- gesellschafr Massen auf der alten Grundlage einstimmig genehmigt. Hiernach sollen für 5 Massen-Attien 6 Buderus-Aktien gegeben werden, zu welchem Zwecke das Aktienkapital um 8 400 000 Mk.
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Uniform. Auf die Frage, was das für ein seltsamer Beamter sei, erwidert ihm ein Witzbold, daß er keinen ungewöhnlichen Sterblichen vor sich sehe, denn dieser Mann habe während der letzten Marokkoverhandlungen eine große Rolle gespielt. „Nicht möglich!" antwortet der Fremde mit einem mißtrauischen Blick aus den Weinbergshüter, „wer ist es denn?" — „Ei das isch d'r Ki tt e r l e-W ä cht e r!" meinte lachend der Mann von Rappoltsweiler.
Kleine Cageschronik.
Ter Bund der technisch-industriellen Beamten hält am 3. September in Berlin seinen 7. ordentlichen Bundestag ab.
In Sintern in Posen st ü r z t e während des Gottesdienstes der Chor ein und begrub 82 Personen unter sich. Davon wurden 23 erdrückt, 59 erlitten teils leichtere, teils schwerere Verletz- lingen. Der O r g a n i st starb alsbald, der Geistliche wurde ohnmächtig.
In Liverpool wurden bei einen, Zusammenstoß des Manchesier-Expreßzuges mit mehreren Güterwagen im Hauptbahnhof mehrere Reisende leicht verletzt.
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 27. August, 11. na ch Trinitatis. Gottesdienst.
3n der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Christenlehre für die Neukonfirmierte,t aus der Matthäus- gemeinde.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer.
3n der Iohannesklrche.
Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Ausfeld.
Nächstkünitigen Sonntag, den 3. September, wird die alljährliche Kollekte für die Kaiser-Wilhelm-Stiftung zum besten deutscher Invaliden erhoben.
Katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, den 2 6. August 1911:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag, den 27. Aug., 12. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße.
• um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
w um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen.
Freitag vormittag um 7 Uhr ist hl. Messe.
Israelitische Religionsgemeinfre.
Gottesdlenst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 26. August 1911
Vorabend: 7.00 Uhr.
Morgens: 8.30 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr
Sabbatausgang: 8.10 Uhr.
Lustjchiffahrt.
Metz, 24. Aug. „Z. 1", der 13 Meter verlängert worden ist, unternahm heute eine sehr gut gelungene Probefahrt. Es soll eine größere Fernfahrt beabsichtigt sein.
Berlin, 24. Aug. In Johannisthal stürzte der Harlanflieger Wolf ab. Sein Apparat wurde zertrümmert, der Flieger erlitt eine schwere Ko pfv erl etzung.
N e u y o r k, 24. Aug. Der Luftschiffer A t w o o d brach gestern den Weltrekord im Ueberlandflug. Er legte mit seinem Doppeldecker die 1200 Meilen lange Strecke St. Louis— Neuyork in 11 Tagen ohnejedcn Unfall zurück. Die tatsächliche Flugdauer betrug 57 Stunden. 'Der bisherige Weltrekord war 1164 Meilen.
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Vermischtes.
* Aus der Reich s haup tstad t. In seiner Wohnung in Treptow wurde der Bantdirektor Dost verhaftet. Der Verhaftete befaßte sich mit der Vermittlung von Hypotheken und Darlehen. — Der Gelbgießer Pautsch gab auf die mit ihm in gemeinschaftlichem Haushalt zusammenwohnende Witwe Reyne einen Revolverschuß ab. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Bis vor kurzem hatten beide die Absicht, einander zu heiraten. Doch kam es in letzter Zeit zu häufigen Zerwürfnissen. Die Verletzungen des Mannes wurden als lebensgefährlich, die der Frau als leichter Natur ärztlicherseits bezeichnet. — Ein Fürsorgezöaling namens Eule sollte von einem Kriminalschutzmann festgenommen werden. Als der Beamte in die Wohnung Eules kam, erklärte sich der Zögling scheinbar 'bereit, mit diesem zur Wache zu gehen. Plötzlich zog er einen Revolver und schoß auf den Schutzmann. Die Kugel ging fehl. Hierauf gab Eule auf sich s e l b st einen Schuß ab, der ihm aber eine nur unbedeutende Wunde beibrachte. Inzwischen hatten sich vor der Wohnung viele Menschen eingefunden, die gegen den Schutzmann Partei nahmen, da sie glaubten, dieser habe den Schuß abgegeben. In der allgemeinen Aufregung gelang es dem Fürsorgezögling, zu entkommen.
* Einer nicht alltäglichen Schmuggler- geschichte ist man in St. Ludwig, dem Knotenpunkt für die Eisenbahnlinie Straßburg—Basel, auf die Spur gekommen. Dort fiel den Beamten ein gut gekleideter junger Mann auf, der mehrfach zwischen Basel und Straßburg hin- und herreiste und gewöhnlich eine kleine Handtasche mit sich führte. Er wurde beobachtet und schließlich wurde zu seiner Festnahme geschritten, als er den Nachtschnellzug nach Frankfurt a. M. besteigen wollte. Bei einer Leibesvisitation wurde festgestellt, daß er in einer Weste mit doppeltem Futter eine größere Menge Saccharin bei sich hatte. In seinem Gepäck entdeckte man noch 20 Pfund Saccharin. Der Jestgenommene gab den Schmuggel offen zu, er behauptete, im Auftrage seines Bruders gehandelt zu haben. Die Polizeibeamten waren nicht wenig überrascht, als der Festgenommene auf die Fraae nach seinen Personalien zugeben mußte, daß er Soldat sei und sich gegenwärtig auf Urlaub befinde. Diese Angaben wurden richtig befunden; der Schmuggler war sogar Bursche bei einem höheren Offizier.
Feuerschäden. In Wallenfels (Oberfranken), wo bereits im Juli ein Großfeuer gewütet hat, sind in der Nacht zum 23. abermals elf Wohnhäuser und drei Scheunen durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Eine Greisin kam in den Flammen u m. Die Feuerwehr war infolge Wassermangels machtlos. — Das Feuer in dem Hohen Venn wurde nach wochenlanger Bekämpfung niedergerungen. 600 Mann der Garnison Trier, die bei den Löschärbeiten Hilfe geleistet haben, sind dorthin zurückgekehrt. - In der fürstlichen Domäne Birkhof in S i g m a r i n g e n sind bei einem durch Blitzschlag entstandenen Brande 68 Stück Vieh umgekommen.
* Große Diamantendieb stähle sind gestern in drei verschiedenen Ländern voraekommen. Bei der Abfahrt des O- Zuges Nr. 4 Eydtkuhnen—Berlin von Königsberg (Preußen) wurden einer Dame Juwelen im Werte von 40000 Mark aus der Handwsche gestohlen. Der Täter ist nicht ermittelt. — Dem Pariser lDiamantenhändler Busch wurde auf der Fahrt von Paris nach Antwerpen ein Paket Edelsteine im Werte von 1/0000 Franks gestohlen. — In London macht ein Straßenraub an einem 'Diamantenhändler großes Aufsehen Ms der Diamantenhändler Hopton gestern abend mit Diamanten tm Werte von 60 000 Mark, die er in einem kleinen Handkoffer trug, nach seinem Bureau in Holbom ging, wurde er von zwei elegant gekleideten Leuten überfallen. Während der eine Verbrecher ihn würgte, bemächtigte sich der andere der Juwelen Bnde sprangen dann in eine In der Nähe wartende Autodroschke und entkamen.
m m.^in zeitgemäßes Wortspiel hört man, laut „M. N .N. , an der klassischen Statte elsässischen Weines, in Rappolts- meder, dessen „Kitterlei" zu den berühmtesten Marken int Sänke schort. Ein Fremder wandert durch die Weinberge und bemerkt einen Weinbergswächter in seiner dem Fremden ungewohnten
kapital um weitere 1 100 000 Vri.rk zu erhöhen, die zur Bestreitung Der Vercinigunaskoften bestimmt sind. Diese neuen Aktien übernimmt ein Konsortium unter Führung der Mitteldeutschen CrÄ)it- bank zu pari zuzüglich Stückzinsen ab 1. Januar d. I. nebst Aktien- und Schlußscheinstempel. Sämtliche neue Aktien sind ab 1. Januar 1911 dividendenberechtigt Die Einführung der neuen Aktien ist für die Börsen in Frankfurt a. M., Berlin und Köln in Aussicht genommen. Die Höchstzahl der Aufsichtsratsmitglieder wurde auf 15 festgesetzt. Neugewählt in den Aufsichtsrat wurden Rittergutsbesitzer Adolph Overweg auf Haus Reichsmark bei Westhofen a. d. Ruhr, Kommerzienrat Hermann Heymann, Berlin, Bankdirektor Franz Woltze, Rheinische Bank, Essen-Ruhr und Konsul Walter Hild, Essener Creditanstalt, Dortmund. Die Wahl des bisherigen Leiters der Zecke Massen, Bergrat Wilke, in den Aufsichtsrat, ist für die ordentliche Generalversammlung des Jahres 1912 vorgesehen. 'Die Verwaltung der Zeche Massen hält aus formellen Gründen die nochmalige Genehmigung der Fusion durch eine außerordentliche Generalversammlung von Massen für erforderlich, die auf den 16. September einbecufen werden soll.
— Kassel, 22. Aug. Bei der dieser Tage abgehaltenen Versteigerung der Genossenschaft für Häute und Fettverwertung, der auch die Gießener Metzger angehören, kamen zum Ausgebot: 664 Ochsenhäute, 330 Bullenhäute, 2200 Kuh- und Rinderhäute, 5370 Kalbfelle und 1100 Schaffelle. Tie erhielten Preise bewegten sich wie folgt: Rote Ochsenhäute bis 50 Pfund 53s.> Pfg., von 50—70 Pfund 64 Pfg., von 80—89 Pfund 631/2 bis 64 Pfg., von 90—99 Pfund 6VA Pfg., von 100—109 Pfund 59y3 Pfg., von 110—129 Pfund 58y3 Pfg., von 130 Pfund und mehr Gewicht 58*/» Pfg. das Pfund. — Schwarze Ochsen häute bis 50 Pfund 56 Pfg., von 51—79 Pfund 60 Pfg., von 80 Pfund und mehr Gewicht 62 Pfg. — Bullenhäute bis 70 Pfund 52i/2 Pfg., von 80—99 Pfund 53i/o Pfg., von 100—110 Pfund 53 Pfg. und von 120 Pfund und mehr Gewicht 49V2 Pfg. das Pfund. — Rote Rinder- und Kuhhäute a) Kühe bis 50 Pfund 61 Pfg., von 51—59 Pfund 63i/? Pfg., non 60—79 Pfund 671/2 Pfg., von 80—89 Pfund 62i/2 Pfg. und von 90 Pfund und mehr Gewicht 6I1/2 Pfg. das Pfund, b) Rinder bis 50 Pfund 67i/2 Pfg., von 51—59 Pfund 681'2 Pfg., von 60—79 Pfund 67i/3 bis 68 Pfg. und von 80 Pfund und mehr Gewicht 65 Pfg. das Pfund. — Weidekühe-Häute 55 Pfg. das Pfund. — Schwarze! Kühe und Rinder a) Kühe bis 50 Pfund 581/2 Pfg., von 51—59 Pfund 6O1/2 Pfg., von 60—79 Pfund 61 bis 63 Pfg., von 80 Pfund und mehr Gewicht 6O1/2 Pfg. das Pfund, b) Rinder bis 50 Pfund 681/2 Pfg., 51—59 Pfuick 65 Pfg., von 60—69 Pfund 621/2 Pfg., von 70 Pfund und mehr Gewicht 591/2 Pfg. — Kalbfelle mit Kopf bis 6 Pfund 5.35 Mk., 6—8 Pfund 7.30 Mk., 8—9 Pfund 7.95 Mk., 9—10 Pfund 8.05 Mk, 10—12 Pfund 9.90 Mk. und 12—14 Pfund 11.45 Mk. das Stück. — Kalbfelle ohne Kopf bis 6 Pfund 6.05 Mk., 6—8 Pfund 7.90 Mk., 8—9 Pfund 8.90 Mk., 9—10 Pfund 9.70 Mk., 10—12 Pfund 10.70 Mk., und 12—14 Pfund 11.85 Mk. das Stück. — Schaffelle, Blößen 26y2 Pfg.^ Scherlinge 38 Pfg., Frühgeschorene 371/2 Pfg. das Pfuitt>< — Lammfelle, Blößen 19 Psg., Scherlinge 23 Pfg., Frühgeschorene 25 Pfg. das Pfund. Die Versteigerung^ nahm einen lebhaften festen Verlauf. Es waren zahl- reiche Lederindustrielle, Lohgerber und Kommissionäre aus ganz Mitteldeutschland erschienen. Tas ganze Angebot wurde bei leb-, Haftern Bieten verkauft.
Gericht-saal.
Der Roman eines Banknotenfälschers.
Vor dem Schwurgericht in Z ü r i ch wurde am Dienstag gegen de« Tr iur, Eugen Zoltan Takate de Deresi?a, geboren 1866 m Kaposwar zu Ungarn, wegen Versuchs der Fäl- Ä9?0? ^uJIr3l9İ"ens9?otcn der Oefterreichisch-Ungarischen torcfantolt Safate war am 17. Februar in einer Villa tu Zollikon bei Zurich verhaftet worden, weil er auf einem un- der abgelaufen war, Zahlen gefälscht hatte, um sich dadurch den ferneren Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen. Dabei wurden m einem Kasten eine ganze Anzahl Photographien und fertige Kupferplatten von 50-Kronen-Notm ge- ftmden -Die Untersuchtmg förderte viel Interessantes an &n Tag. , Takate spielte nach dem vorliegenden Material vor etwa zwanzig Jahren eine bedeutende Rolle in Ungarns Politik. Als dem General Hentzi ein Kranz aufs Grab gelegt wNrde, war es Takate, der diesen mit Gewalt entfernte. Zu den persönlichen Freunden des Angeklagten zählte u. a. Ludwig Ko ssuth. Er war auch wiederholt ungarischer Reichs- tagsiandidat.
wurde er wegen Hochverrats vor das Schwurgericht gA^llt, weil er angeblich daber beteiligt war, als das Denkmal des Generals Hentzi in die Luft gesprengt wurde Er mußte freigesprochen werden, doch ruhten seine Gegner nicht, und braßten ^5? f^er Veruntreuung, die er nie begangen L drei Jahren Kerker verurteilt wurde. Als er die Strafe gesessen, wandten sich die alten Freunde von ihm. 6r geriet dann wegen Münzveraehrms eine Judit bauSftrafe von sieben Jahren. Im Jahre 1908, nachdem er bie ^tte, wandte er sich nach London w7e? mit ff Helfern daran gtng, wieder Banknoten zu fabrizieren Er bek«m dmm Streit mit fernen Genossen und zog im vngangenm Jahr nach Zurichs Dort errolgte auf Veranlassung der imgariE Regierung die Verhaftung Takates, der sich aber dem An^e lerung&bgebren lerncr Heimatsbehörde widersetzte. Das schwri- zerrfche Bundesgericht verweigerte auch die Auslieferung n it Begründung, Takatc habe in Ändon nur Boxbereitungsh^iMngen
Kreis Wetzlar.
(?) Dutenhofen, 24. Aug. Unsere Gemeinde hatte im letzten Frühjahr beschlossen, ein neues Pfarrhaus zu bauen, das jetzt als Rohbau fertig gestellt ist. Mit dem inneren Ausbau hofft man bis Anfang Oktober fertig zu sein. Der Neubau befindet sich im unteren Dorfe, in der Nähe des Bahnhofes und ist beiderseits von Straßen aus zugängig.
Lützellinden, 24. Aug Die Fische in dem Kleebach sind in den letzten zwei Wochen zum größten Teil abgestorben. In Allendors konnte man vor 14 Tagen die ganze Oberfläche des Baches mit toten Fischen bedeckt sehen, die stromabwärts trieben. Die Ursache des Fischsterbens scheint der niedere Wasserstand des Baches zu sein. Zwar wurde vermutet, daß die Fische vergiftet worden feien, doch ist dies nicht gut denkbar, da die Fische auch von oberhalb schon tot strom- abwärts kommen.
Landwirtschaft.
* Reg e n. Der lang ersehnte Regen ist gefallen. Wenn er kuch noch nicht ausreichend ist, so wird doch jetzt vielfach die Möglichkeit gegeben sein, raschwachsende Futterpftanzen anzubauen. Neben der Aussaat ist gute Düngung Grundbedingung für den Erfolg. Im „Landw. Kalender" 1911, 2. Teil, sind einige Futtermi schung en aufgeführt, die sich im trockenen Jahr 1893 sehr gut bewährt haben, und welche hier iroch- mals befannt gegeben werden sollen. Sie können als Notbehelf auch dieses Jahr in Betracht kommen. Aussaatmengen für den Morgen: a) 15 Kilo Wicken und 5 Kilo weißer Senf: b) 5 Kilo weißer Senf und 8—12 Kilo Buchweizen. Vor der Blüte mähen; o) zusammen 5^—6 Kilo Senf und Riesenackerspörgel. Beide Pftanzen zu gleichen Teilen mischen. Auch die sonst gewiß mit Recht verpönten Weißrüben können noch gesät werden und geben immer noch Stoppelfutter. Hier die Jauche nicht vergessen. Für das FMhjahr muß auch gesorgt werden durch Aussaat von Inkarnatklee. Viel zu wenig, selbst in normalen Jahren, wird aber die Reinsaat von Klee, auch Luzerne, beachtet, die auf unkraitt- freien Feldern jetzt noch erfolgen kann und soll. Einigermaßen gutes lnormales) Herbstwetter vorausgesetzt, wird für das Frühjahr 1912 so für einen Kleebestand gesorgt.
* Zur Frage der Futternot und der dadurch veranlaßten Schwierigkeiten veröffentlicht jetzt auch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft einen Aufsatz von Geheimrat Orth, in dem ebenfalls davor gewarnt wird, die Viehbestände jetzt schon vorzeitig z u verschleudern. Allerdings wird es häufig schwer sein, die Bestände im vollen Umfang durchzuhalten, wenn das Futter fehlt. Noch für dieses Jahr einen Futterschiiitt zu bekommen, wird wohl nur in den wenigsten Fällen möglich sein. Es wird sich daher im wesentlichen darum handeln, die futterarme Zeit des nächsten Frühjahrs nach Möglichkeit sicher zu stellen, wozu Aussaaten von Winterroggen (mit Winterrüben) (Staudenroggen) mit Zottelwicke (Vica villosa), Winterroggen mit Winterrüben oder mit Wintererbsen, Aussaat von Jickaruatklee beitragen können. Für den Herbst wird vor allem vorgeschlagen, alles Halmstroh zu verfüttern und nichts davon als Einstreu zu verwenden. Man muß daher rechtzeitig für Streusurrogate sorgen, als welche Torfftteu, Waldstreu imd Erdstreu in Betracht kommen. Weiter solle man möglichst bald über seinen Kraftfutterbedarf disponieren, um sich nicht durch die Entwicklung der Kraftfutterpreise überraschen zu lassen. Alles Stroh soll rnöglichst in Form von Häcksel verfüttert werden, weil dadurch erne sparsame Fütterung und gute Ausnutzung am besten gewährleistet wird. Auch muß dieses Stroh möglichst schmackhaft zu- bereitet werden, damit es auch genommen wird. Ter Aufsatz verbreitet sich noch wefter über die zweckmäßigste Art der Bodenkultur, um solchen Dürrjahren gegenüber am besten gerüstet zu sein: dies kommt aber für die gegenwärtige Notlage nicht mehr in Betracht, ^n der Hauptsache wird es für den Landwirt darauf ankommen, über seinen Futtervorrat und Futterbedarf, ohne Rücksicht aus den noch möglichen Zuwachs, schon jetzt auf das genaueste Ww penilichste zu kalkulieren, sich durch die gegenwärtige Lage Nicht zu übereilten Verkäufen und Käufen verleiten zu lassen und alle Eventualitäten m seine Kalkulationen einzubeziehen.
* Preisausschreiben für bäuerliche Buchfüh- r"-? 6'.- Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft macht darauf aufmerffMn, daß die Anmeldefrist für die Beteiligung am dies- r°hn,gen P reisb e w e r b f ü r bäuerliche Buchführung am 1. Oktober ds. Js. ablaust. Zn bem Preisbewerb zugelassen werden Buchführungen rein bäuerlicher Betriebe aus dem dies- rährlgen Ausstellungsgau, der Hessen, Hessen-Nassau, Waldeck imd die Thüringischen Staaten umfaßt. Es stehen in 2 Klassen Preise im Einzelbetrage von 75 Mark bis zu 200 Mark zur Verfügung deren Anzahl ie nach den Anmeldungen derart festgesetzt wird, daß rir der Regel auf 3—4 Bewerber ein Preis zur Verteilung kommt Die näheren Bedingungeli, sowie der für die Anmeldung vorgesehene ,yragebogen sind von der Betriebs-Abteilung der Deuter Landwirtschafts-Gesellschaft, Berlin SW. 11, Dessauerstr 14 erhältlich. ' *
begangen, jedoch feine Noten fertiggestellt. Takate blieb dann in Zürich und verlegte sich aufs neue auf die Anfertigung von Klischees für österreichische Noten. Die Mittel zum Leben gab ihm seine Braut, die am Züricher Stadttheater engagiert war und nun an einem Münchener Theater wirkt. Fenrer machte sich, wie der Tag meldet, der Vizegespan von Kaposwar, N o l o s p i, an ihn heran, der ihm Geld gab und ihn zur Anfertigung von Noten aufforderte. Nach Aussagen verschiedener Perfonen und nach Ansicht der Züricher Behörden ist Nolospi Agent Provokateur, der von den ungarischen Behörden 10 000 Kronen erhalten sollte, falls es ihm gelänge, Takate in deren Hände zu spielen. Der Auftrag dazu wurde ihm vom Polizeihauptmann Dr. Varago erteilt. In den Verhandlungen stellte sich Takate auf den Standpunkt, daß er nicht aus den Vorbereitungen heraus- gekommen und er daher nicht strafbar sei, während der Staatsanwalt den Angeklagten als einen gewerbsmäßigen Gauner hinstellte, der wegen des hartnäckigen Versuchs bestraft werden müsse. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Versuchs der Fälschung öffentlicher Urkunden schuldig, worauf ihn der Gerichtshof zu eineinhalb Jahren Gefängnis, Tragung der Kosten und zwanzigjähriger Landesverweisung verurteilte.


