Ausgabe 
20.4.1911 Zweites Blatt
 
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don Gießen, und man hat wohl nicht mit Unrecht dies iunt Teil der Beschäftigung junger, der Schule kaum entwachsener Menschen, besonders junger Mädchen, in Fabriken zugeschrieben.

Die Berechnung der Sterblicht'eitsziffern auf 10 000 Ein­wohner der letzten 16 Jahre in 6 Gemeinden aus den Sterbe» fällen an Lungenschwindsucht bietet folgendes wechselnde BÄd:

1895-1899 1900-1904 1905-1910

Todes- Sterbl.- Todes-- Sterbl.- TodeS- Sterbl.«

fälle.

Ziffer.

fälle.

Ziffer.

alle

Ziffer.

Ulten-Bnseck

17

28,2

29

50,3

20

28,3

Groben'Buseck

37

44,0

26

30,5

35

33,3

Heuchelhenn

22

22,0

30

26,4

21

14,9

Klein-Lmden

12

17,0

22

28,0

27

24,9

Watzenborn

17

- 20,5

13

14,3

16

13,0

Wieseck

52

40,5

62

45,2

48

- 26,4

Es steht zweifellos fest, daß nicht die Arbeit in geschlossenen Raumen allein die Ursache der Vererbung und Weiter Verbreitung der Tuberkulose innerhalb der Familien ist, sondern vielmehr das Verhalten und der Verkehr zwischen Gesunden und Kranken. Wo Tuberkulose in einem Hause ist, sind die Erreger der Krankheit, die Tuberkelbazillen, überall zu finden. Schon die kleinen Kinder nehmen bei vernachlässigter Reinlichkeit in Zimmer und Bett Tuberkelbazillen in sich auf, z. B. wenn sie auf dem Boden spielen, und erkranken an Drüsentuberkulose (Skrophulose), woraus sich häufig int Entwickelungsalter Lungentuberkulose herausbildet. Bei jedem schleichenden duften und Hüsteln junger Leute kon­sultiere man den Arzt und fordere von ihm Offenheit in Be­nennung des Leidens, man isoliere streng Kranke oder der Krank­heit Verdächtige möglichst in besonderem Schlafzimmer, jeden­falls in besonderem Bett, man sei peinlich reinlich am Körper und im Hause, in der Beseitigung und Zerstörung des ansteckenden Auswurfes, man ernähre den Kranken gut und härte seinen Körper ab; man befolge streng die Ratschläge des Arztes, gegebenen Falles die der Fürforgestette für Lungenkranke. Dann muß eine Einschränkung der Tuberkulose zu Stande kommen.

An Lungenentzündung sind 111 (89), an Influenza, tvÄche über die Wintermonate eine weite Verbreitung gefunden und namentlich alte Leute gefährdete, 8 Personen zu Tode ge­kommen. An anderen Krankheiten der Atmungsorgane starben 62 (76), an Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße 106 (81) Personen, an Schlagfluß 41 (55), an anderen Krankheiten des Rervensystemes 62, darunter 35 kleine Kinder anKrämpfen".

Dem Magendarmkatarrh fielen 31, zumeist Säug­linge zum Opfer, der Blinddarmentzündung 7 (2) und anderen Erkrankungen der Berdauungsorgane 35 (23).

Bösartigen Neubildungen, meist Krebsgeschwülsten, erlagen 100 (91), den Krankheiten der Harnorgane 36 (33).

22 (18) Personen gingen durch Selbstmord aus dem Leben, 2 endeten durch Mord und tödliche Körperverletzung, 14 durch Ungläcksfall (i. V. 29). .An anderen, oben nicht benannten Krank­heiten sind 45 und an unbekannt gebliebener Todesursache 19 verstorben.

Großh. Kreisgesundheitsamt Gießen.

Dr. Haberkorn.

8. Deutscher Hilfsschultag.

S.u.H. Lübeck, 19. April 1911.

Die heutige Hauptversammlung des achten Deutschen Hilfsschultages im großen Saale der Stadthalle begann mit den offiziellen Begrüßungen.

Es sprachen Senator Kulenkamp namens des Senats der Stadt Lübeck, Geheimrat Heuschen (Berlin) als Vertreter des Preußischen Kultusministeriums, Schulrat Sieber (Dresden) namens des Sächsischen Kultusministeriums, Ministerialdirektor Slorian (Wien) namens der Oesterreichs scheu Regierung, Professor r. v. Scheele namens der .Schwedischen Regierung, Professor Danahashi namens der Japanischen Regierung, Dr. Reimann Merlin) namens der städtischen Behörden der Stadt Berlin und Lehrer Lornsen (Berlin) namens des Deutschen Lehrervereins.

Der Vorsitzende, Schulrat Dr. Wehrhahn, dankte allen Rednern für die freundlichen Begrüßungsworte. Darauf sprach Staatsanwalt Niehoff (Braunschweig) über:Die geistige Minderwertigkeit im deutschen Strafrecht, Strafprozeßrecht und Strafvollzüge", indem er die Unterschiede zwischen dem alten und dem in Vorbereitung befind­lichen Strafgesetzbuche erläuterte und vom wissenschaftlichen Stand­punkte aus beleuchtete. Den Gegenbericht hatte Schulinspektor Kielhorn (Braunschweig) übernommen. Die beiden Herren legten dem Verbarckstage folgende Entschließung vor:

I. Nach den Vorschlägen des Vorentwurfes zum deutschen Strafgesetzbuch und des Entwurfes zur Strafprozeßordnung findet im deutschen Strafrecht a) die verminderte Zurechnungsfähig­keit als Strafmilderungsgrund grundsätzlich Anerkennung, bi wird der individuellen Behandlung der vermindert Zurech­nungsfähigen im Strafvollzüge Rechnung getragen, c) wird bezüglich der vermindert zurechnungsfähigen Jugendlichen in erster Linie an Stelle der Bestrafung auf Erziehung Wert gelegt, dl wird die Sicherung der gemeingefährlichen gemindert Zu­rechnungsfähigen nach Verbüßung der Strafe vorgesehen.

Der Verbandstag erkennt diese Reformvorschläge als einen wesentlichen Fortschritt gegen das geltende Recht an und erachtet es als notwendig, daß dieselben baldmöglichst Gesetzeskraft er­langen.

II. Mit der gesetzlichen Anerkennung der verminderten Zurechnungsfähigkeit muß gefordert werden: daß das auf Er­mittelung und Feststellung dieses Zustandes gerichtete Verfahren vervollkommnet und daß insbesondere den Staatsanwaltschaften und Gerichten zur Pflicht gemacht wird, die Hilfsschulpersonal­akten heranzu^iehen, wenn Angeschuldigte ober Angeklagte eine Hilfsschule besucht haben."

In bet Aussprache empfahl Rektor Fuschs (Berlin) bie An­nahme ber Thesen, wünschte aber noch folgende hinzugefügt:

III. Der 8. Verbandstag der Hilfsschulen Deutschlands erachtet es für zweckmäßig und notwendig, vor den Gerichten und namentlich vor den Jugendgerichten bie Lehrer als päda­gogische Sachverständige zu hören."

Die Entschließung wurde darauf mit diesem Zusatz an­genommen.

Nach einer kurzen Pause sprach Hilfsschullehrerin Biesen­thal (Berlin) über denHauswirtschastlichen Unter­richt in der Hilfsschule".

Es wurde darin u. a. ausgeführt, daß, wenn auch nicht Überall ein selbständiger Hauswirtschaftsunterricht eingerichtet werden könne, es doch wünschenswert sei, daß die Hilfsschülerinnen in solchen Fällen mit den allgemeinen Schülerinnen zusammen unterrichtet werden können. Es wurde sodann eine entsprechende Entschließung angenommen.

Es folgte darauf der mit großem Beifall aufgenommene Vor­trag des Prof. Dr. Weygandt (Hamburg) Über

Hirnveranderung bei jugendlich Abnormen.

Der Redner führte u. a. aus, es müsse entsprechend ber Lehre des psycho-pbysischen Parallelismus angenommen werben, baß iebent von ber Norm abweichenden Verhalten ber psychischen Leistungen auch ein von ber vollen Gesundheit abweichenbes Ver­halten in ber Beschaffenheit ober in Verrichtungen ber Hirnrinbe parallel geht. Nicht selten finb bie Hirnveränberungen verbunben mit körperlichen Abweichungen von ber Norm. Aus ber Erkennt­nis ber Hirnveränberungen lassen sich Gesichtspunkte für Behand- lung und Vorbeugung gewinnen, außerbem ist auch in gericht­lichen Fällen ber Nachweis ber Minderwertigkeit ober Unzurech­nungsfähigkeit leichter unb sicherer, wenn eine bestimmte Hirn- toeränberung dabei festgestellt worden ist.

Damit war die Tagesordnung erschöpft und der Verbandstag wurde mit den üblichen Dankesworten geschlossen. Morgen findet ein Ausflug nach Travemünde statt. Der nächste Verbands­tag soll 1913 in Bonn abgehalten Werdern

" 'HJJ

Preis

50

89

. 50-58 9195

49

88

41

77

105-114

66

8590

43

6163

48

69

6061

47

60

6162

47

61

Meteorologische Beobachtungen -er Station Siehe».

Wetter

©

18.

19.

104-112 65

95-103 59

83

62

5

10

9

82-85

61-63

41

48

109

108

99

87

85

98

75

67

46

51

37

33

7377

65-70

Sonnenschein

Regen

sf

Sanatorium Lindenfels

zwischen DannstadtHeidelberg, 400 m hoch herrl. gelegen, fss/*1

IS E S r

Feinste Mastkälver ..... . 6563

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 6368

Geringere Mast- und gute Saugkälber 5762

Geringere Saugkälber 4245 Scha *e.

Aeltere Masthammel unb gut genährte

Schafe...........4042

Weidemastschafe . . 4749 Schweine.

2's*5 i E B c-

Handel.

8 Deutsche Reichsbank. Die Rückflüsse bei der Reichs­bank haben auch für die zweite Woche kräftig angehalten. Nach dem Ausweis vom 15. April ergibt sich eine steuerfreie Nolen- reserve von 128.5 Millionen Mk. gegen eine Steuerpflicht von 58 Millionen Alk. am 7 April d. Js. DieBejserung ist fast genau dieselbe wie im Voffahre, doch bleibt ber Rückfluß auf Wechsel- und Lombardkonto .nit Zusammen 141.4 Millionen Mk. um rund 37 Millionen Akk. hinter dem des Borjahres zurück, obwohl die Gesamt-Inanspruchnahme in diesem Fahr zum Apriltermin um 164 Millionen Akk. großer gewesen war als im Vorjahre. Dafür haben sich dresmal aber die täglich fälligen Verbindlichkeiten um ungefähr bie gleiche Summe erhöht, um die sie im Vorjahre ab- genommen halten. Der Golbbesland, der durch Zuflüsse aus dem Ausland eine Verstärkung haben dürste, betrug 7984 Mlll. Mk. und hat geaen die Vorwoche um 24.8 Millionen Mk. zugenommen. Er deckt jetzt 49,3 Proz. des Notenumlaufes gegen 43,6 Proz. in ber Vorwoche unb 51,9 Proz. in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Berlin, 19. April. Die chinesische Anleihe über 10 Millionen Pfund wird, wie die .Kreuzzeitung" schreibt, hauptsächlich das W ä h r u n g s p r 0 g r a m m m Fluß bringen, reffen Ausgestaltung und Durchführung eingehende Studien und Beratungen während der nächsten Zett erfordert. Erst nachdem die Beratungen zu einem befriedigenden Abschluß geführt sind, wird an die Ausgabe der Anleihe herangetreten. Bekanntlich schloß Amerika für die Anleihe einen Präliinmaroertrag mit China ab, doch sei es allen Beteiligten ratsam erschienen, diejenigen Staaten heranzuziehen, die an der wirtschaftlichen Entwickelung Chinas em hervorragendes Interesse haben. Wie viel bei der Ausgabe deS Anlehens auf den deutschen Markt entfallen wird, bleibt einer späteren Beschlußfassung Vorbehalten. Voraussichtlich wird die An­leihe einen internationalen Charakter haben und an den Börsen der vier beteiligten Länder einheitlich zur Notiz gelangen.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 4752 8591

Vollfleischige auögemäftete Kühe höchst.

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 4043 7778

Aeltere ausgemästete Kühe unö wenig

gut entwickelte simgereKühe iu Färsen 3639

Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 3235 K äl b eu

Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert

1 - die BrührsoteUnie.-Drufikerei.

Markte.

Groß°Felda, 18. April. Unseren heutigen ,0 ft e r m a r F te begünstigte herrliches Jrühlingswetler. Der Markt war stark be­sucht. Ter Schweinemarkt wies eine starke Auffahrt auf. Die Preise waren in Anbetracht des Kartoffelmangels keinesfalls niedrig. Trotzdem ging der Handel so flott, daß alles Angebot abgesetzt wurde. Man bezahlte für Ferkel erster Qualität das Paar 65 bis 70 Alk., zweiter 5565 Mk., dritter, bie wenig »eriveten waren, 5054 Alk. Diese Preise entsprechen denjenigen desOslermarktes' zu Grimberg, auf dem sich gleichfalls eine lebhafte Nachfrage nach Ferkeln zeigte.

Limburg a. b. Lahn, 19. April. Fruchtmarkt. Durch- schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 16,50 ML, weißer Weizen (angebaute Fremdsorte) 16,00 SDlL, Korn 11,80 Alk., Gerste: öuttergerfte 0,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk., Hafer Alk. 7,90, Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 8,008,50 Mk.

F.C. Wiesbaden. V ie hh 0f-M a rk tb eri cht vom 19.April. Austrieb: Rinder 28 (Ochsen 11, Kühe 17, Bullen 0), Kälber 106 Schafe 36, Schweine 272.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe unb Schweine ruhig.

Ungejochte

Färsen, Kühe.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 4749

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 4743

Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner

Lebendgewicht . 4748

Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend­gewicht 4300 5500 43 55

Ueberftanb bei Rindern, Kälbern, Schafen unb Schweinen.

Vermischtes.

I n Seenot. Nach einer Llvydmeldmtg auS Kap­stadt ist der portugiesische DampferLusitania", von Mozambique nach Lissabon unterwegs) bei Bellews Reck auf Grund geraten. Die Passagiere und die Besatzung, ins­gesamt 800 Personen, wurden teils vom englischen Kreuzer Forte", teils vom SchleppdampferSeetsman" über­nommen. Die Strandung erfolgte bei dichtem Nebel. Eine Dame ist ertrunken, ein Schiffsjunge wird vermißt. Ein Rettungsboot derLusitania" kenterte, während es an Strand gesetzt wurde. Hierbei ertranken zwei Insassen des Bootes. Nach einer späteren Mel­dung ist auch der dritte Offizier ertrunken und das Schiff gesunken.

Kleine Tageschronik.

In Berge-Borbeckbei Essen befestigten spielende Kinder auf oem Rücken eines 6 jährigen Mädchens eine mit Petroleum gefüllte Konservenbüchse und zündeten den Inhalt an. Tas Kind wurde furchtbar verbrannt und starb kurze Zeit darauf.

In Ober st ein bei Saarbrücken stürmten 15 junge Bur­schen bei einer Schlägerei eine Wirtschaft und zerstörten die Ein­richtung. Schließlich griffen der Wirt und sein Bruber zu Ge­weinen und verwunbeten einen der Burschen lebensgefähr­lich und zwei andere schwer.

In Erlhausen wurden beim Böllerschießen fünf Bur­schen, welche Benzin nachgossen, lebensgefährlich ver­letzt. Einer davon verlor das Augenlicht.

In Berlin geriet ein Wächter der Wach- und Schließ­gesellschaft nachts in den Fabrikgebäuden der Firma Bernhard u. Simon in der Ritterstraße mit zwei Einbrechern in einen blutigen Kampf. Er wurde überwältigt und früh auf der Treppenflur geknebelt porgefunden. Die Diebe enttarnen ohne Beute.

In Berlin war die Hitze am gestrigen Mittwoch größer als in irgendeinem anderen April der letzten 26 Jahre. Mittags Ueg die Temperatur bis auf 26 Grad.

Auf einem Ausflug des TurnvereinsVormholz" brachen Streitigkeiten ans. Dabei wurde ber Hofbesitzer Lieber von feinemBruder mit der Fa h n en sta n g e e r schl a g en.

Das Gericht stellte fest, daß der Brand desRathauses in Schaerbeckan sieben verschiedenen Stellen angelegt wor­den war.

Nach der im Marz d. Js. vorgenommenen Volkszählung betrug bieEinwohnerzahlvonParis2 846 986 gegen 2 722 734 im März 1906.

In P aris stürzt 0 sich die 18jährige Magdalene R e st a n d, die Tochter des Bankiers und Nichte des berühmten Dichters, nach einem Wortwechsel mtt ihrer Mutter aus dem dritten Stock auf das Straßenpflaster. Sie erlag ihren Verletzungen.

In Moskau ermittelte die Geheimpolizei eine Räuber­bande, die große Warenmengen auf der Nikolaer unb Moskauer Ringbahn stahl. 20 Diebe würben verhaftet, darunter zehn Eisenbahnschaffner. Auch in Kasan wurde eine Anzahl Eifenbahndiebe verhaftet.

In dem KirckHorse Petropawlowsk zerstörte eine La­wine die Dorfkirche. Drei Personen sind umgefomnten, drei wurden schwer verletzt.

Bei Bietigheim sprang die Frau des Fabrikarbeiters Fischer mit ihren drei Kindern, zwei Mädchen im Aller

custschiffahrl.

Vom deutschen Rundslug.

Berlin, 19. April. Zu dem deutschen Rundslug um den B.'Z.-Preis der Lüste 0011 100 000 Alk., vom Verlag Ullstein geftiftet, bewilligte nach einer Mitteilung des Verlags das preußische St r i e g 6 m t n i ft e r 1 u ni zwei Zusatzpreise von 5000 und 4000 SIL, deren Bedeutung aber dadurch erhöht wird, daß von der siegenden Fabrik em Apparat angekaust werden soll, der be­sonderen Anforderungen der Kriegsbrauchbarkeit entspricht. Tie Ausschreibungen zu dem Rundflug, der von zahlreichen deutschen Städten mit sehr namhaften Preisen anSgeftattet ist, werden in den nächsten Tagen nach Genehmigung durch den deutschen Lustschiffer- Verband veröffentlicht werden. Der Rundflug, der am 11. Juli m Berlin beginnt, berührt aller Voraussicht nach Hamburg, Stiel, Schwerin. Hannover, Münster, Düsseldorf, Köln, Aachen, Tms° vurg, Dortmund, Kassel, Nordhaujen, Halberstadt und Dessau.

Reims, 19. April. Ein von dem Leutnant Frougere gesteuerter Eindecker st ü r j t» infolge eines Windstoßes aus 20 Nieter Höhe ab. Ter Ojsizier wurde am Oberschenkel schwer v c letzt.

Zur Physiologie der Luftschiffahrt. Jede neue Maschine, die in den Dienst des Menschen gestellt wird, übt ihre Rückwirkung auf ihren Meister selbst aus, unb diese Wirkungen bieten bem Physiologen ein interessantes neues Feld der Forschung. Heute ist es vor allem die Luftschiffahrt, bie die allgemeine Anteilnahme auf sich lenkt, unb auch auf diesem Gebiete treten neue Erscheinungen des seelischen und physischen Lebens auf, die sorgfältige Beobachtung erfordern. Ein italienischer Ge­lehrter, Professor Nieddu-Semidei, bat sich als Erster eingehend damit beschäftigt und berichtet im Pariser Cosmos von seinen Ergebnissen. Unter d-en Führern von lenkbaren Luftschiffen und Flugmascknnen ist streng darauf zu achten, so führt er aus, daß sich die Organe der Atmung unb der Blutlauf ebenso wie bie Nervenzentren vollkommen betätigen. Ihre Tätig­keit ist beim Aufstieg zu großen unb selbst mittleren Höhen einer so starken Anspannung unb so zahlreichen Störungen unterworfen, daß sonst leicht die Unfälle eintreten können, wie sie sich in letzter Zeit so häufig ereignet haben. Das Sehvermögen ist natürlich von größter Bedeutung für die Erkennung von Zeichen und Wegen; die Flugzeugführer müssen daher nicht nur sehr scharfe Augen haben, sondern auch sehr farbenempfindlich sein. Nicht genügend Bedeutung wird gewöhnlich aber dem Ohre beigemessen. Die Führer müssen vollkommen gesunde Ohren haben, in denen das Labyrinth des inneren Ohres und besonders die drei Bogen­gänge, bie seinen hinteren oberen Teil bilden und als Sitz der Gleichgewichtsempsindung angesehen werden, vollkommen arbeiten: der Sinn für dynamisches Gleichgewicht kann durch Uebung sehr viel feiner entwickelt werden, und es ist nötig, die Maschrne in vollem Fluge zu führen, Hindernisse 311 vermeiden unb besonders beim Aufstiegen ober Herabkommen. In einem Falle hatte ein Führer bei seinen ersten Versuchen Irrtümer in ber Richtung begangen, unb eine Prüfung seiner Ohren ergab dann, daß er an einer eitrigen Mittelohrentzündung litt, die eine Herabminderung des Gehörs und eine Störung der Bogengänge zur Folge hatte. Wenn er mit geschlossenen Augen in gerader Linie gehen sollte, so wich er regelmäßig zur Rechten ab. Diese Abweichung war noch deutlicher, wenn er in einem Kreise zu gehen versuchte, indem der Kreis sich in ber einen Richtung statt? vergrößerte und in der anderen sehr viel kleiner wurde. Diese Beobachtung führte den Untersuchenden dazu, dieKreisprobe" bei Personen einzuführen, die Luftschiffer werden wollen. Das Gehör muß auch deshalb normal sein, weil eine sorgfältige Beobachtung ber Motorgeräusche von wesentlicher Bedeutung für das Gelingen des Fluges ist

Höchste Temperatur am 18. bis 19. April =- 4- 28,6*1

Niedrigite , , " " ----

Niederschlag: 2,0 muu

Sf 85 2

CO

DieHram" in Vuenor-Aires.

In Buenos-Aires ist dieFrarn", das Expeditionsschiff Arnundsens, aus dem Südpolartteis kommend, eingetroffen. Kapitän Nilsen stattete bem norwegischen Gesandten und dem norwegischen Konsul einen Besuch ab und teilte mit, daß das Schiff das antarktische Festland erreicht habe, unb Amunbsen beabsichtige, mit acht Begleitern unb hundert fünfzehn Hunden nach dem Pol vorzubringen. Die Fahrt derFram" fei ohne Zwischenfall, ber ein größeres Interesse beanspruchen könnte, ver­laufen, der Gesundheitszustand der aus zehn Mann bestehenden Besatzung des Schiffes sei vortrefflich gewesen. DieFram" kehrt anfangs Oktober in das Südliche Eismeer zurück, um die Expedition wieder aufzunehmen.

von sechs Monaten und zwei Jahren und einem Knaben aa Mer von vier Jahren, in bie Enz. Während ber Knabe gerettet werben konnte, ist die Frau mit heu beiden Mädchen ertrunken.

In Kartum wurde eine Fabrik mit Herstellung von Brenn­material aus Sudd (Nilschilst eröffnet. Der neue Brennstoff erhielt den NamenSuddit". Die Lösung des Problems, den Sudan mit billigem Brennmaterial zu versorgen, wird als ein gewaltiger Fortschritt in der wirtschaftlichen Erttwickelung des Landes betrachtet.

In der Pinxton -Kohl en grübe wurde ein elektrisches Kabel glühend und es brach Feuer aus. 400 Arbqitzen nwren eingeschlossen. Der Qualm drang aus der Schacht Öffnung und Hunderte von Frauen und Kindern scharten sich in großer Aufregung zusammen. Ein Rettungskorps begab sich mit Sauerstoffapparaten in den brennenden Schacht. Es gelang, sämtliche Eingeschlossene zu retten.

Durch- pro 100 Pfd. jchntttspreis lel'enilä1^ pro 100 Pfund O chs en. von-^ilvon-bir

Vollfleischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4951 8890 Junge, fleischige, nicht ausgemäsle unb ältere ausgemästete 4548 8487

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