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16/12/1911 Erstes Blatt
 
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Goeq,

Nr. 296

Ter 6ltfctittr Injelget erfchcim mghd), außer Counkaq«. - Beilagen: v t c i m o I roöibeiitlicb 6kfiener$amilknblälter, iiviunol ipciientLKrci«! fclcUfärten Kreis (Skfttn (Ti.n6inflimDnrcinii>; Aircuiml xwnnil..Land- wirtschaftliche 3eitfra;en hemivicd) - Anschlüsse: für die Dirhnfiton 112, 2-cilaa ii. irrpefttion öl ^ldrcsse Ifit Teucicticn:

-luzetger Wiefern.

ffrftes Blatt 16<. Jahrgang 5am§tag, 16. Dezember IW

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lehenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Oberhessen ZZW

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für die Zöflcenuiiiiiier Hotanonsonia und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steinörucferet R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerel: §chulstratze 7.,h*.h£V*1 "n£>

s von INI s not, Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16». An"eig'enteiE^ H.'' Ved'

Die heutige Nummer umsatzt 24 Seiten.

werden daher auch die Gefahren des Bergsteigens (Bergkrankheit, I einfach löst sich der alte (streu. Alkohol) beachtet. | kräftiges Bollwerk gegen jene Be

Im Innensaal, der nur durch die Fenster der Schmalseite

TaS alpine Museum ist ein

, - gegen jene Bewegung, die in der törverlichen

Betätigung den Lauptvortcil des AlpmiSmus siebl. IPer in diesem Glauben sich stolz erhall, blicke freudig am 17 Tczcmbcr aus zu den Bannern, die die Eröffnung des alpinen Museums verkünden. Und in diesem Glauben vereinigen sich alle echten Älpinitten zu einem freudigenBergheil".

sein nicht empfängt, wird die Abteilung links des MtttelraumS zu einem kleineren Tritte! ebenfalls mit Statistik besonderer Art belegt, vier erfährt der Bergbau mit der Mineralogie eine günstige Beachtung, alpine Flora wird gezeigt, der Einfluß des Höhenklimas aus die Alpenpflanzen demonstriert. Eine hallen ähnliche Nische birgt Ludwig Putschellers Büste, um die eine Sammlung von Pickeln berühmter Mpinisten gestellt ist. An der Hauplwand stehen Höften mit alpinen Trachten, hier und tn der Mitte enthalten Schränke und Vitrinen die Arbeiten der Schnitzschulen, besonders Cortinas Jntaruen, und die Samm­lung alpiner Plaketten und Beremszeichcn. Tie Hauptwand der rechten Abteilung ist der Zoologie eingeräumt. Tavor stehen die Modelle der Unterkunftshäuser, von der ganz primitiven Form angcsangen bis zum Typ des heutigenBerghotcls". Tie Verschiedenheit der geschmiedeten und geranzten Eispickel ist m einer ziemlichen Vollständigkeit zu studieren, während der gleiche Versuch bei den Schneeschuhbindungen problematisch bleibt, bis hierzu ein eigenes Museum gebaut wird.

Tie Treppe nebenan, die zum Ebentod leitet, wird durch ausgezeichnete Aufnahmen alpiner Flora an den Wänden ge­schmückt. Ter obere Saal ist em Breitsaal und genießt daher ein besseres Lickt. Hier sind kulturhistorisch mickrige Tafeln unrergebracht. Eine Reihe wertvoller Aauarelle Thomas Enders betont mehr die künstlerische Absicht, Zeichnungen und Silber von Loder und Ganemann, um 1820 entstanden, interessieren durch die humorvolle Einzeldarstellung. Merzbachers Steifen nach dem Tien-Tschan, Reschreiters Besteigungen in Amerika geben durck Photographien und Gemälde eine Borstellung von der Bergeswelt der fremden Erdteile. Tie Wanderung der Gletscher wird ebenfalls an schönen Bildern Reschreuers dargestellt. Wal>- rcnd eine Harte über die Bcroreitung der Giftschlangen, die wir in Glasern darunter sehen, orientiert, zeigt eine Sammlung von 350 alpinen Exlibris, wie weit das alpine Interesse die Persön­lichkeit ganz erobert.

Tas aivine Interesse so schreiben wir uitbedenklich, in­dem w-tr das menschlilv-bege sterungsfreudige Jmercise an der Schönheit der Natur vorausietzen. Je weiter wir tortiajieucn aur der Bann des Alpinismus, um so (tarier wird d.e sovr..i^. Seite b:r Tätigkeit in den Vordergrund treten. Sport kann aber nur dann em Kutturoegrifs fern, wenn ihm etyische (rkmente anyaften, die das Persönliche zum allgemeinen erheben. .Wie

daß man brau en Deut cklaud jur reis hält, niebergebrürft und übervorteilt zu werden.

Ein geheimer fref enber Schaden, der bad Reich be­droht, ist jetzt ja auch wieder aufaedeckt worden in dem Spionagenetz, das die Engländer um uns aufgedeclt haben. ES ist uns amtlich gesagt worden, wie gefährlich und weitverzweigt bad S. stem war, das von neuem den herausforderndcii Eiier Cng.a.te.- lennzcichnet und dem die Schultz und Genossen jede bessere Regung opferten. Tas Reichsgericht hat har.e, aber gereckte Strafen über bie Verbrecher verhängt. Bei ben alten Völkern wurde Vaterlandsvcrrat mit bem Tode bestraft. H.imlucke und Verstocktheit werden bei kaum einem anderen Vergehen in so hohem Grade gefunden werben, als bei bie,er Art von Spionage, wo Menschen um schnöden Geldgewinnes willen bas eigene Baierlano dem Feinoc auSliesern. Mau hat das Empfinden, daß solchen Menschen nicht mehr zu helfen fei, und sie iverbcn der allgemeinen Berachtunx preisgegeben. Darüber hinaus ober müLeit die Richter strenge und unerbi.tliche Urteile sprechen, denn eS gilt die Abwehr empfindlichster 0;iii.,ren. In bem Leipziger Prozeß wußte ciiuogen werden, wie außerordentlich s^bli.y uno verderblich bas konsequente Treiben der Angeklagten dem Lande geworden ist oder noch werden mag. Man hat viel auigcbcut, aber nicht altes. Au dieser Tatsache gemeßen er­scheinen die mehrjährigen Zucythausstraseu noa) als eine leichte Sui;ne. Wenn es Engländer gewesen wären, die ihrem Lande diesen Spionagedienst hätten leisten wollen, luge die Sache an?erb. Tie englischen L-f.i^iere Trenu- und Äranoon wurden darum nur zu Feitungshaft ver­urteilt. Wenn solche Agenten einer fremden Maust aber im Lande, das sie auslundscha.ten wollen, Mittel und Wege jinden, um Vaterlandsverrat im groß.n S.iie anzustiften, muß alles daran gesetzt werden, um die,em Treiben zu ftcuent. Schwere Freiheitsstrafen, auch für die Verführer, wenn man ihrer i abjajt werden kann, sind da am Platze. Tie englische Pre.ss hat die Leipziger Ur.eile ziemlich klein­laut aufgenommen. Nur der ,,S.andart" hat ben Spruch des höchsten bentschcn Gerichtshofes einejuristische Ge­meinheit" genannt. Es ist der Aerger über das exemplar­ische Vorgehen, das man in Tcitischland der ins ttraut schießenden engli i.en Spionage en.g.gcnstelit, im übrigen aber eine Entalcksttng, die wenig Beachtung verdient. Tie Engländer mögen bei ihren Forschungen nach unseren Flotten- und Ltusleiteiurichtungen vorsichtig fein und den Preis, den fie BaierlaudSvcrrctoern zahlen, noch mehr in bie Höhe schrauben! Q-ener Schutzmann Elauß, der in Wil­helmshaven wegen Landesverrats schon hinter Schloß und Riegel saß und dem es bann unbegreiflicherweije gelang, aus bem Gefängnis zu entspringen, soll aus Englänb jur feine Treuste 75 000 Mark erhalten haben. Clauß stammt, nie uns mitgeteilt wirb, aus unserer Nachbarstabt Wetz­lar, wo fein Vater Gendarm war. Er hat bei der Manne gebient unb ist bann in Wilhelmshaven Schutzmann ge­worden. Für ben hohen Jubaslohn hat er, wie es heißt, die Pläne über die gesamte Wasserversorgung Wilhelmshavens in englische Hände gespielt uno bie Ein sahn in ben Jadebusen verraten. Man nimmt an, baß er zahl- reiche HAfershelfer harte. Da es auch in biesem Falle nicht gelungen ist, alle Fäden bes schünblicheu Treibens bloß- zulegen unb bie Schulbigen zu ergreifen, so ist aus allen diesen Vorgängen die Lehre zu ziehen, baß ber Spionage unb bem Verrat noch viel scharser nachgespurt werben muß als bisher. Tas ausführliche Urteil im Prozesse Schultz unb bie amtlichen Berössenllicksttngen dazu lassen erwarten, baß bie Regierung in biefer Beziehung fortan auf dem Posten sein wirb.

Pas alpine Museum in München.

k/. München, im Dezember.

Als die Frage, ob bas alpine Museum nach Innsbruck ober Muncken kommen sollte, durck die Schenkung des ehemaligen Restaurationsgebäudes der Ausstellung von 1886, derJiarlml", von selten der Münchener Stadtgemcinde ihre endlicke Erledigung erhielt, blieb für ermle Berleckster dcr geitrengcn Museumspraxis, die das Gebäude kannten, ein sehr bedenkliches Fragezeichen stehen. Es ist das große Verdienst der Männer, deren Tätigkeit die Ein­richtung bes alpinen Museums zu danken ist, baß sie aus den deutbar ungeeignetsten Räumen unter geradezu unmöglichen Licht- verhälinifscn etwas Eigenartiges, Wertvolles, Nachahmenswertes gesdxmeu haben. Nicht ein Anfang von Anfängen, ctn Kom- promiß zwischen kahlen Mauern und schematisch davorgenelltcn Vitrinen wird durch die feierliche Eröffnung am 17. Dezember zugänglich gemacht. Tas Museum ist, fertig In feiner Ein- riostung verbindet es glücklich Wisfenschaftlichkest und Popularität Tie Geschmacklosigkeiten der Atelierauiinachung sind durchweg ver- mieden, und so darf eine flüchtige Schilderung des Mu>'eums nut dem Lobe anheben: Und siehe da, es waro alles gut.

Ter höchst bedenkliche Mittelraum des durck ben unteren stock ganz burajgeljenben Längssaals sand tu dem imposanten JmiclO- schen Jungiraurelief, das den Platz vollständig belegt, einen aus- jejeidmeten Bewohner, dem bie geringere Lichtzufuhr in 1 einer Deutlichkeit nicht schadet. Wir betreten den Saal bürd' eine kleine Vorhalle, bie in zwei mächtigen statuen eines Alpinisten und cines Schiläufers von Geiger ihre Wache hat, an deren selten Nesfliche Bilder von HeiMcin, Metz unb anderen Künstlern eine Lirtungsvolle dekorative Note geben. Tem Längssaale sind zwei Lrößcre jiabinette rechts und linls von der Vorhalle vorgelagert. Tie,e Räume |inb für >latisli,che Zwecke benimmt. An einer äußerst überiid)tlid)en Tafel wird uns eine Gesa-iwte der Ersa ließung der Lstalpcn von Jahr zu Jahr während des 19. Jahrhunderts ge­geben, die Entivicklung der Felsiletterci (Nordrand der heilten ijinnc' läßt sich verfolgen, der Einfluß des Schisports auf den Alpinismus ist fcugefteilt. Auch das numerische Anwachsen der Bergsteiger, nach Männlein und Weiblein, führerlosen und Fuhrer- buiiUen, wird durch die 600 Zinniigürchen der Tot.nc.rd-- beüeigcr symbolisch veeanichaulichi Aus der Gegenseite berichten Labeilen über das Anwachsen des Alpenoereins und des Hutten- Besuchs, über die Entwicklung der itartograpbie. Man konnte Lso von einem Kabinett deS praktischen und einem des orgai:/ :n Alpinismus, ober beutlicber vom Wirlen ber Gesamtheit «er Wirksamkeit des Einzelnen sprechen. Im Saale des letzteren

Xie Reichst Heater-Konferenz trat am Frei lag vormittag im ReickstagSgebäude mfammen sic sott sich mit den Vorarbeiten für em zu schaffendes Rcichstbeatergescn beschäftigen. Tie Verhandlungen umfassen zwei Teile, einmal die önentlich-rechtlichcn und dann bie vrivatrechllichcn Verhall niste des Sckcuispielerstandes. Tie Monieren', beichäi'iigi h zunächst mit der stautwnsleistung. ES wurde angeregt, daß aue.i die Unternehmer von Vartetss und ähnlichen Instituten per rilichtel werden sollen, Kautionen zu stellen. Tic Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.

TesinfektionStraft der Hohenfo n n c Ter alte Glaube an die Hell kraft der Sonne hat, rote neuere llntct ludjungen immer deullicher zeigen, zroeisellos viel Berechiigun'. Tie strahlende Energie, die von ihr ausgeht, hat einen itarlcn irinsluß aus die Organismen. Sie wirkt enuveber tötend oo , belebend uno stärkend. Tas erste tritt ein bei mfektionserregendcn Mikroorganismen, deren Entwicklung ausgehoben bOtr stark g. hcmmt wird, bas zweite bei dem mcnichlicken uno tieiischen Crga« iiismus, ber sich der Infektion leichter erwehren kann. Tabci spielt bie Jnternität ber Svnncnstrablung, ber Unter chied zwischen Lief land sonne und Höhensonne eine große Wolle. T le tonnten Stabsarzt Flemming und Tr. E r »s i u s , roic j in derTeutschen Medizinu'cken 'L-ock, n'christ" mittcilten, o Ballonfahrien beobackten, Oie sie in Regionen zwecken 5><>) ui 6(JOO Di eiern aussühnen. Tie batterowe, o. y. batte nr;i toter.. A. inung Der Sonnennrahlung in bie er Höhe war ans Taberl bazlllen Dreimal so groß als in der Liefe Ja, es gelang sogar. oen Ausbruch einer versuchsweise erzeugten irankheit a if bie Bieisc vollkommen zu verhinvern, so oaß man geraden v- einer bcsinjiziercnoen Winung der Höhensonne spr>> . tor.-

Kurze Nachrichten aus Kunst uno L ; ; en schait. In ünstcr i W in am 1 1. o. ber. c i- Tomta^uular u.to väo wicher Hauspralat T.'. ir.uo;. et jiir^ Jo' Hannes Hartmann im 83. l'eoensjabre gestorben.

politische Wochenschau.

Gicizen, 16. Dez.

Der bcut;d)-cngli|d)cn Aussvradic ist .n der UntcrbauS- bejprechung am TonnerStag nidits besonderes mehr hinzu- gesügt worden. Selbst Lord Deressord wiederholte die mehr- sach gehörte Redensart, es wäre ein Verbrechen, wenn ein trieg zwischen den stammvenvandten Vollem begonnen würde. Tas hört sich gut au, ist aber wirklich kaum mehr denn eine Phrase. Daß die beiden fllcidje in einem gespann­ten Verhältnis leben, läßt sich doch u^cht mehr bestreiten, wurde von mehreren Unterhausredueru and) zugegeben. Nicht der Neid über Deutschlands Expansion lei.e als Be­weggrund die englische Politik, versicherte Sir Grey. Hatte er territoriale Expansion im Auge, so mag die Behauptung wohl stimmen, denn wir haben unS in dieser Beziehung nicht ausgedehnt. Anders verhält eS fiel) mit den wirt- ichastlichen Er.olgen Teutsch.'ands. Diese Rivali.ät spielt in der englischen Politik dod) wohl zweifellos eine große Rotte. Und ist die Vergrößerung unserer Flotte, die den Engländern ein so großer Tom im Auge ist, nicht aud) eine Expansion, bie den britischen Staatsmännern Sorge macht und zu der Einkreisung. Politik den Anstoß gegeben hat? Die Gegensätze sind nicht wegzuleugnen, und ein Funke kann bas Pulverfaß zur Entladung bringen. Lin solcher Funke braucht nicht von verbrecherischer Hand ae- fdjleubert zu sein. Wenn Sir Grey eines Tages aus natio­nalem Gmnde, vielleicht bei einer ähnlichen Spannung wie bie bes letzten Sommers, Teutsdstand zum Kriege heraus- fordern würbe, so wäre wahrscheinlich Lorb Beresford her letzte, ber ben englischen Staatsmann bes Verbrechens am klagen würbe. Zwei liberale Rebner haben im Unterhausc nochmals bar auf hingewieseu, wie ein besseres beutsch- eirglisches Verhältnis erreicht werben könnte. Sir Nor- man meinte, die englische Politik müsse Deutschland die llcberAeugung beibriugen, daß die englische Flotte niemals dazu benutzt würde, Deutschlands Ausdehnung in irgend einer Weise entgegeuzutreten, wenn nidjt Englands Qntcreffc und Ehre auf dein Spiele stehe. Das mar also eine deutliche Kritik von Sir Grens Marokko-Politik. Der liberale Ab- aeorbnete Jones würbe nod) bcutlicher, inbem er crtlärte, bie Beziehungen zu Deutschland lönnten nur durch bic Ab­kehr von der Politik der Herausforderung verbessert roei­ben. Es bricht sich allo im Britenreiche langsam bie Er- kenntnis Bahn, Die mir in Tentschlanb längst besitzen.

Die Zeit liegt noch nicht lange zurück, wo in Engi an b aus Sorge vor bem wachsenden Konlnrrenten dem Volke plan­mäßig die Gesvenstpnppe der Jnvastonsgesahr vor Augen ge­führt wurde. Roberts unb Beresforb waren an derAusstaffie- iuiig bieses Gespenstes nicht ganz unbeteiligt. Unb bie Drcabuoughts" wurden luciier geoaut. Heute hat in Eng­land wohl niemand mehr Besorgnis vor deutschen Angrifss- absichten. Der Philosoph von Hoheusinow hat, das weiß man drüben, schwerlich Lust, zur Bereick-emng feiner Lor­beeren Mars in Anspruch zu nehmen. Und der Kaiser hat es ja direkt aitsgesprochen, daß unter seiner Reg.emug der Friede erhalten lucioeu solle. Es ist menwürd.g unb aufiailenb, daß gerade unter solchen Zeichen unb Verkün­dungen Deutschlands Feinde im ganzen Umkreise fiel) so ver­mehrt Haden. Ten erfolareichen Franzosen und Englän­dern schließen sid-der Besuch Sasonows in Paris hat das gezeigt die Russen enger an. Und immer sind es die hilflosen unb scywamen Reiche, bie von ben Stärkeren ve­rarmt unb zerstückelt werben: die Türkei, Persien, China. Bei aller Gegnersd)aft gegen neue Steuern: hüten wir uns,

Matznahmka gcgea die ep onagr.

Berlin, 15.Dez. Tem K i

2age getretenen Tatfackcn ciiißc.cdci rotrb unb das 'to n : .i getroiicn werden, um in Zuka tntgenentreten zu fönnen. Tic Ucbcrwack'ungsdcslilnniu^igcn in den Dcrstcn dürsten verschärft werden, auch sollen sckr.uc nn- geleitet wcrd.'n, um ben Verrat tron Kvnstruktiansgeb.- nn,i n

Erwägungen angcfieUt^cui besonderes T c l ekt i v ko r p s s_iir llcberroad u i

erhebliche V e r i ch ä r fu n g mungen zurzeit ? ib.ii kann, ist nidji sidrer, da

iai|äd).id) bie^e Regelung nach d?n Abächten der zuständigen Stellen dem neuen strasgefetzbuch voröelulten bleiten sollte. Ta aber b.c^cS Gesetzbuch frühesten- in 89 Jahren in Kraft treten kann, wohl schon iuiber einer Regelung cntgcg n.eistyrr weiden. Vcab- lidjtigt ist, die.c Bestimmung.m nanv.utlid) für Ioldie ?> ä 11e ju verschärfen, in b.mn Ausländer Teutscke -um Verrat verleiten. Ab.r auch die Strafen für die Lan­desverräter sollen bedeutend verschärft ro.rofn.

~ ......- - ......

3ur Lröffuung der neuen h.lsisjreu Sländckammcr.

rb. Darmstadt, 15. Dez.

Tie sämtlichen Mitglieder der Zweiten Kammer sind von der Großh. Einweisungskommission zur vorläusigen Konstituierung der Ziammcr auf TienStag, 19. Dez., mittags 12 Uhr, nach dem Sitzungssaal im Srändehaufe emgeladen worden. Der Akt dieser vorläufiger! Konstituie­rung vollzieht sick) nach den Vorschriften der laudständischen üe|cnä|b5orbnung in zicmlick) einfacher Form. Nachbem sich die Abgeordneten in ber Kanzlei als arrwesenb augemclbct unb im Sitzungssaal versammelt haben, erscheint bic Großy. Cinweifungsiommishton unb bereu Wortsithrer nimmt ben, Platz bes Präsibcnten ein. Er fdjreitet bann nach einigen emleiteriden Worten zur Feststellung ber Präsen-listc unb dcr Zahl der anroeieuoeu Mgeorducteu, wobei diese alphn betisch ausgemsen werden uno mithier" antworten.

Rach der jetzigen Geschästsordnu läufigen Konstituierung der Hammer nur die Anwcfenheii von 2 7 Mitgliedern erforderlich, also mehr als di.- Hälfte der bisyeriaen 50 Abgeordneten. Ta die Zakst dcr Landtagsmaudatc durch das neue Wahlgesetz auf 58 erhöh! worden ist, so wird dementsprechend auch in Zukunft die von 30 oder 31 Mitgliedern festgesetzt werden müssen. So lange aber diese Abänderung nicht erfolgt ist, wirb sich bie Emweisungstomniissiou nad) ber bestehen den Vorschräst ridsten unb die vorläufige Konstituierung schon bei 27 Mitgliedern vollziehen müssen. Tie Frage wird aber laum eine praktische Bedeutung gewinnen, da er fahrungsgemäß sich stets sasl sämtlillie Abgeordnete zur Eröffnung der Kammer einzusindcu pflegen; bei der Kou Htuieiung vor 3 Jahren waren es deren 46.

Der Wortführer der Einwcijungs-Kommifsion hat nad) erfolgtem Namensaufruf festzustellen, wer das älteste Mil glied des Hauses ist; dieses beruft er dann als Alterspräsi­dent, übergibt ihm das Verzeichnis der Akten über bic Lanbtagswahlen unb erklärt, indem er ihm den Platz bc Präsibenten überläßt, die Zweite -dämmer für vorläufig konstituiert. Die Aufgabe deS Alterspräsidenten bestehl allein in idem Vollzug 6er Wahl der drei Kammerpräsident, u, die durch Stimmzettel erfolgen muß. Ist dies geschehen.

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