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Sitzung der
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Land für etwaige Lagerplätze oder gewerbliche ungen in der Nähe des Bahnhofes anzukanfen. forderung wird zuin Teil schon nachgekommen.
L. Friedberg, 26. Okt. In der heutigen
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Zahnkaries, die Krankheit von 75°/0 der Bevölkerung. Die hauptsächlichste Zahnkrankheit ist die Karies, dis außerordentlich weit verbreitet ist. Untersuchungen in Schulen und Kasernen haben ergeben, daß 75 bis 95% der Bevölkerung zahnleidend sind. Die Karies ist somit eine richtige Volkskrankheit. Der Schaden, den sie anrichtet, besteht aber nicht allein in der Vernichtung der Zähne, sondern auch im Untergraben der Volksgesundheit. Wer kranke Zähne hat, kaut nicht oder kaut schlecht. Er verdaut deshalb auch nur mangelhaft. Die Folge ist: das Wohlbefinden leidet. Magen- und Darmstörungen stellen sich ein. Vielen Verdauungskrankheiten würde durch Gesunderhaltung der Zähne vorgebeugt werden. Zweimaliges, tägliches Putzen der Zähne mit Kosmodont-Zahncreme mit akti- vem Sauerstoff (Tube 60 Pf.) erhält Zähne und Gesundheit. Zn allen einschlägigen Geschäften zu haben. Probetube gratis durch die Kolberger Anstalten für Exterikultur, Ostseebad Kolberg.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. Oktober 1911.
L. U. Die ersteJmmatrikulation findet morgen, SamStag mittag 12 Uhr pünktlich im Universitätsgebäude statt.
Gerrchtssaal.
L a u t e r b a ch , 26. Okt. Recht unangenehme Erfahrungen hat eine Anzahl hiesiger Landwirte wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz machen mtzssen. Sie hatten, nachdem vom Kreisamt wegen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche das Verbot des Viehhütens auf den Weiden ergangen war, ihr Vieh trotzdem zur Weide getrieben, obschon sie auch von dem Polizei- und Feldschutzpersonal auf das Verbot aufmerksam gemacht und gewarnt worden waren. Das Schöffengericht Lauterbach verurteilte mehrere Angeklagte, denen eine wissentliche Uebertretung des Verbots nachgewicsen werden konnte, zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem Tag Gefängnis. Einige ^ngeilagtcn, denen nach ihrer Angabe das Verbot nicht bekannt war und ihnen das Gegenteil nicht nachgennesen werden konnte, wurden srcigesprochen.
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Sport.
— Der erzieherische Wert des Fußballspiels. Der Deutsche Fußballbund veröfftntlicht folgenden Aufruf: Seit manchem Jahr hat man in weitesten Kreisen der ganzen Welt die außerordentliche Bedeutung der Nasenspiele für die körperliche Kräftigung der Jugend und die Frischhaltung der gesunden Leibeskraft der Erwachsenen anerkannt. Auch die Schule hat sich dieser Erkenntnis nicht verschließen können und benutzt jetzt mit wachsendem Eifer die Nasenspiele, um der geistigen Anstrengung, die sie ihren Schutzbefohlenen zumuten muß, auch die körperliche Anstrengung als heilsames Gegengewicht zu verschaffen. Es gilt zunächst zu «diesem Zweck ein Spiel oder Spiele auszusuck>en, die möglichst alle Muskeln des Körpern in Tätigkeit setzen und ihre Kräftigung fördern, ein Gruirdsatz, den auch das neuzeitliche Schulturnen in den Vordergrund stellt. Weiter muß die Schule darauf bedacht sein, daß die Spiele unmittelbar ihren idealsten Zwecken dienen, ,im Schüler Lebensfreude zu wecken und wach-1
114 evangelisch, 7 katholisch und 2 israelitisch ftnd. 83 Lehrer sind hiervon ,-rnM.ML 35 Sckmlvepwalter und 5 Schu gehilfen. An die Bekanntgabe der statistischen Mitteilungen reihten sich solche amtlicher und dienstlicher Natur und die Empfehlung wnt- voller Lehrmittel. Ms dritter Gegenstand befand sich aus der Tagesordnung: „Besprechung des Lehrplans für die Fortbildungsschule". Auf einen Antrag aus der Versammlung wurde dieser Punkt als erster herangezogen. Die Besprechung dieses wichtigen Faktors durch Sämlrat Eck entwickelte sich aber zu einem meisterhaften Vortrag, in dem er besonders durch seine Ausführungen über die Bürgerkunde im Lichte moderner Auffassung und zeft- genössisckier Ansprüche die Versammlung in Spannung hielt. In diesem Sinne dankte auch Kreisrat Dr. Heinrichs dem Vortragenden für seine Ausführungen, di «eletzterer zu bescheiden Besprechung genannt. Dann folgte der Vortrag über das elementare Rechnen nach Wilk durch Lehrer Gölzinger-Alsfeld, der eine lebhafte Aussprache weckte. Im Anschluß hieran führten die Lehrer Jung und Heid einen auf die Anregung des Schulrats Eck hergestellten Rechcnapparat zur Einführung in das Zehnersystem dec Konferenz vor. Ter treffliche Apparat fand das volle Interesse der Konferenz. Nach Erledigung der Tagesordnung und den Schlußworten des Vorsitzenden versammelten sich die Teilnehmer der Konferenz im oberen Saale des Deutschen Hauses zur gemeinsamen Mittagstafel. Begeisterten Widerhall weckten die Worte des Kreisrats Dr. Heinrichs, mit denen er das Hoch auf den Großherzog ausbrachte. Stehend sang die Versammlung die Hessenhymne. Der schöne Verlauf dieses gemütlichen Teils der Konferenz, den die Musn- vorträge der „musikalisch-künstlerischen Ecke" besonders erhöhten, offenbarte, wie in unserem Kreise — um mit den Worten des Direktors Dr. Pitz zu enden — Behörde und Lehrer an einund- demselben Stück ziehen.
Kreis Schotten.
-a. Schotten, 26. Okt. Die Fleischpreise. „Wenn der Metzger Spanferkel im Laden hat, so ist dies ein Zeichen schlechter Preise," sagt der Bauer. Nicht zu unrecht; aber die Preise sind nun wieder im Anziehen, das beweist der Markt voriger Woche in Schotten. Denn daselbst wurden zu Anfang noch geringere Preise erzielt, unter der Hand stiegen sie aber und zum Schluß hätte mancher Verkäufer noch 12 bis 16 Mk. für daS Paar mehr erzielt, wenn er gewartet hätte. Ter ziemlich starke Auftrieb wurde ausverkauft. Die Befürchtung einer außergewöhnlich hohen Preislage für Fettsehweine im Frühjahre kann heute schon als nicht zutreffend bezeichnet werden. Die Bauern der Wetterau usw. legen Mastvieh ein, sie glauben ihre Kartoffeln und Futtermittel dadurch besser zu verwerten, darum auch hier noch die sehr bohen Kartoffelpreise trotz guter Ernte. Es wird also auch Schweinefleisch käuflich sein, und wenn der Konsum sich etivas einschränkt und sonstige unnötigen Ausgaben vermieden werden, so kommen wir auch über die teuere Zeit hinweg. Eine Stockung ist jetzt zu verzeichnen bei schlachtbaren Rindern Es ist wenig aufgestellt, aber viel abgeschafft worden.
Kreis Friedberg.
1^. Friedberg, 26. Okt. Begünstigt durch die Witterung schritt der Bau des neuen Bahnhofes seither sehr vor. Ter Güterbahnhof und der Personenbahnhof werden am 1. Oktober 1913 dem Verkehr übergeben. Beide sind durch die 170 m lange Unterführung mit einander verbunden. Gestern ivurden 300 Wagen Sandstein für den Bahnbau abgeladen. Die Arbeiten für die Erbauung einer Güterhalle mit Abfertigungsgebäuden, verschiedener Rampen und eines WasserturmS sind ausgeschrieben und zum Teil schon vergeben. Die Stadtverwaltung hat Interessenten aufgefordert,
Landkreis Gietzen.
— Wieseck, 27. Okt. Der Weißbindermeister Hrch. Lindenstruth und dessen Ehefrau Katharina, geb. Balser, hier, feiern Sonntag, 29. Oktober, silberne Hochzeit und am gleichen Tage hat die älteste Tochter Hochzeit.
Kreis Alsfeld.
§ Alsfeld, 25. Okt. Heute fand hier im Deutschen Hause die Krcislchrerkonferenz statt. Kreisrat Dr. Heinrichs begrüßte die Lehrerschaft. Nach den von Kreisschulinspektor Schulrat Eck gegebenen statistischen Mitteilungen über die Schulen des Kreises bestehen zurzeit 76 Volksschulen im Kreise. Davon sind 49 einklassig, 21 zweiklassig, 3 dreiklassig, 2 vier flüssig und 1 zehnklassig. In den 118 Klassen dieser Schulen werden 6177 (nn Vorjahr 6220) Schuler unterrichtet. Auf eine Lehrkraft entfallen durchschnittlich 52,3 Schüler gegen 53,6 Schüler im Vorjahr. Bezüglich der Geschlechter besteht das gleiche.Verhältnis, nämlich 3089 Knaben und 3088 Mädchen. Dem Bekenntnis nach befinden sich unter der Zahl 5756 evangelische, 328 katholische und 93 israelitische Kinder. Die Zahl der Fortbildungsschüler betrug im vorigen Winter 932 gegen 949 in der oorausgegangenen Unterrichtszeit. Hiervon waren 882 evangelisch, 39 katholisch Md 11 israelitisch. Sämtliche Schul stellen im Kreise i'iitb gegenwärtig besetzt. An den Schulen wirken 123 Lehrkräfte, wovon
Vermischtes.
** Fernsprecherreklame. In dem Wettrennen um die wirksamste Reklame werden immer verwegener« Pläne ausgestellt. Der neuefte Trick, auf den die Londoner Geschäftswelt verfallen ist, ist die Benutzung des Telephons zu Reklamezwecken. Da beginnen die Kaufleute mit dem Buchstaben A und arbeiten sich allmählich durch das ganze Fernsprechverzcichnis durch. Der Teilhaber wird ange'tlingelt: „Hallo, sind Sie da, Herr Müller? — Ja wohl. — Heute findet bei uns ein großer Ausvevkau von Oberhemden und Krawatten statt! — Hallo! Jawohl^ hier Schulze! — Wir erlauben uns, Sie auf unsere großartige M'öbelausstellung aufmerksam zu machen! — Und so geht es mehrmals am Tage. Wenn dieser Brauch Ver- brettuug findet und etwa von London auch zu uns herüber kommt, so werden unsere Fernsprechteilnehmer, die ohne- hin schon genug zu klagen haben, ihre Freude erleben! Der erhoffte Zweck dürfte aber doch eitel sein, denn dadurch würden sich die Kaufleute, die einen solchen Unfug trieben, selbst schädigen, da wohl keiner der Belästigten sich zu,m Kaufe bei seinem Ruhestörer entschließen würde.
Kleine Lageschronik.
Der Polarfahrer Cook ist von Kopenhagen kommend, in Hamburg eingetroffen und wird am 3. November einen Vortrag halten.
Zwei Berliner Maurer verschleppten einen aus Russisch-Polen angekommenen neunzehnjährigen Schnitter nach Fürstenwalde, wo sie ihm Arbeit verschaffen wollten. Sie schlugen ihn im Fürstenwalder Forst nieder, brachten ihm ztver Messerstiche bei und verschwanden, nachdem sie ihm die Uhr und das Portemonnaie mit 50 Mark geraubt hatten. Die Täter sind noch nicht ergriffen.
In Z e h l e n d o r f bei Berlin wurde in die Ortskrankenkasse eingebrochen und ein Bankbuch von über 55 000 Mk. und 4000 Mk. Bargeld gestohlen. Das Buch wurde sofort gesperrt. Von den Dieben fehlt jede Spur.
In Breslau wurde unter dem dringenden Verdacht, seine Frau erdrosselt unb dann am Bettpfosten aufgehängt zu haben, um Selbstmord vorzutäuschen, der frühere Brenner Ernst Karbe in Untersuchungshaft genommen.
Die Generaldirektion der Aktiengesellschaft für Schlesische Leinenindlistrie hat Kraut und Karioffelir in großer Masse angekauft und gibt beides den Arbeitern um 2,50 Mk. für den Zentner ab. Die Mehrausgabe trägt die Firma.
Infolge falscher Weichenstellung ist am Donnerstag (nach amtlicher Meldung) früh drei Uhr in der Station Lindau — Stadt der einfahrende v-Zug 126 auf den ausfahrenden v-Zug 125 seitlich aufgestoßen. Vom Zug 125 sind der Schlafwagen und ein Personenwagen, vom Zug 126 die Lokomotive und der Postwagen entgleist. Personen wurden nicht verletzt. Die Züge 125 und 126 erlitten eine Stunde Verspätung. Im übrigen wurde der Verkehr nicht gestört.
Im italienischen Botschafterpalais in London wurde eine j u n g e D a m e mit einer S ch n f; w n n d e im Genick ausgeftmden. Sie wurde in das Hospital überführt. Es soll sich um einen unglücklichen Zufall handeln. Man .hofft, die Schwerverletzte nm Leben zu erhalten.
Aus der Carnegie st ist ung für Lebensretter wurden den Hinterbliebenen des Arbeiters Grebe in Weidenau (Westfalen) 2000 Mark ausgezahlt. Grebe hatte am 20. April bei dem Versuch, einen Mitarbeiter ans glühender Schlacke zu retten, sein Leben verloren.
zuhalten, seine Entschlußfähigkeit zu steigern, sein Ziel streben zu beleben, ihm Sinn für Rechtlichkeit und gemeinsame Arbeit zu geben. Der Schüler soll also ein Spiel pflegen, das iha körperlich tüchtig in Anspruch nimmt, babri aber guch seinen Geiß anregend beschäftigt. Es gibt wohl kein Spiel, das den Körper des Spielenden so durchrüttelt wie das Fußballlspiel; mit alleiniger Ausnahme der Arm- und Handmuskeln sind bet den geschmeidigen Wendungen des ganzen Körpers, die dieses Spiri erfordert, alle Muskeln in Tätigkeit, wenn auch Bein- und Fußmuskeln besonders stark beschäftigt werden, und wie stärkt die Schnelligkeit, die dieses Spiel v.rlangt, Lungen und Herz! Dazu erfordert das Fußballspiel scharfe Beobachtung, rasches Erkennen schnell wechselnder Lagen, schnellen Entschluß und starkes, nimmer ermüdendes Vorwärtsstreben zu Kampf unb Sieg! Diese Geist und Körper beschäftigende Arbeit leistet der Spieler aber nicht allein: die an sich selbständige Tätigkeit tut er nach eigenem Entschluß mit zehn anderen; ein Ziel einigt die mannigfaltige Arbeit von elf Spielern. Dazu erfolgt das Spiel nach freiwillig anerkannten Regeln, die aus dem Spiel selbst heraus wachsen, das Ergebnis freier rechtlicher Erwägungen sind. Und 22 Spieler unterwerfen sich freiwillig diesen Gesetzen, deren Aufsicht sie einem „unverletzlichen" Schiedsrichter anti.'rirauen! Eltern, Erzieher, Lehrer, laßt Eure Knaben Fußball spielen!
~ 5 Zimmei Frankfurter $ klllcklvolle idZimmer-T ei, Bad, Gas, Balkan fit 170 pr. anno zu oerm "Sofort ivcflcn E'C^üfl iZimmcrwohnniig m ftuie zu vermiet Miel Imin, zweier mdbL3i hn. rcsv. bat llcberidn trfr.i.d.GeschlMsst.d.G
Stadtverordneten ist Finanzrat Hoos erschienen, da die Wahl der Mitglieder der Steuer-Einschätzungs-Kommission I. Abt. vorzunehmen ist. Von den seitherigen Mitgliedern ist Zimmermeister H. Füller verstorben und Kaufmann Max Krämer hat eine Wiederwahl abgelehnt. Es werden die seitherigen Mitglieder, die Stadtv. Langsdorf und Dietz, sowie Hch. Ubrich und Rechtsanwalt Keller wieder- und C. F. Frick neu gewählt. Zu Ersatzmännern werden gewählt W. Georgi, H. Rausch, Sal. Simon u. Gg. Windisch. Ein Baugesuch des H. Bootz in Stadtteil Fauerbach wird genehmigt,eben- so ein Neubau der Mainzer Aktien-Brauerei, die einen Eiskeller und ein Bureau in der Bismarckstraße errichten will, jedoch unter der Bedingung, daß der Vorderplatz innerhalb 5 Jahren mit einem Wohnhaus bebaut werden muß. Dem Gg. Dillenburger wird eine Fassadenänderung an seinem Haus in der Leonhardstraße, sowie die Errichtung eines Backofens genehmigt. Dem F. Schmoll wird der Plan für Erbauung eines Wohnhauses in der Frankfurter Straße nicht beanstandet. Bei dem Vertrag, betr. die Erbauung einer Kreis st r a ß e von Friedberg nach B a d- Nauheim hat die Stadt Nauheim den Vorbehalt gemacht, daß der für Erbauung einer elektrischen Bahn vorgesehme 5 Meter breite Geländestreifen, soweit er in der Gemarkung Nauheim liegt, der Stadt Nauheim als Eigentum verbleibt. Die Stadt Friedberg behält sich für den in ihrer Gemarkung liegenden Geländestreifen ebenfalls das Eigentumsrecht vor, sonst wird der Plan genehmigt. Wegen Erbauung einer Bahn Ranstadt — Friedberg hat Kreisrat Schliephake die Vertreter der interessierten Gemeinden für Anfang November zu einer Versammlung nach Staden eingeladen. Von der Stadt werden zu Vertretern bestimmt, der Bürgermeister, die Beigeordneten Falk und Windecker, sowie Stabtv. Langsdorf. Dem A. Ungelenk wird die Anbringung einer elektrischen Uhr an seinem Hanse unter den üblichen Bedingungen und Anerkennungsgebühr von 3 Mk. genehmigt. Den: Gesuch des Th. Völker um Aufnahme in den hessischen Staatsverband wird entsprochen. Wegen Bezugs von Kartoffeln usw. soll ein hierzu bestimmter Ausschuß das weitere veranlassen.
/\ Rockenberg, 26. Okt. Unsere Gemeinde baut jetzt eine Wasserleitung, die zu 60000 Mk. veranschlagt ist. Die Quellen liegen am Hommelsberg bei Münzenberg.
Hessen-Nassau.
X Hanau, 25. Okt. Für die vom 13. bis 18. Nov. d. stattfindenden Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten- Versaunnlung ist ein Einvernehmen zwischen den Natto- nalliberalen und der fortschrittlichen Volkspartei erzielt worden, die eine gemeinsame Kandidatenliste aufstellen tucrben.
Wie der Vorsitzende mitteilt, finb die Mittel dafür schon bewilligt. Die Herstellung konnte in diesem Jahre noch nicht erfolgen, weil die Gasrohrleftimg frorljer ausgewechselt werden mußte. Das ist inzwischen geschehen und die Herstellung der (Strafte einschließlich der Bürgersteige (soweit letzteres noch nicht geschehen), wirb im nächsten Jahre erfolgen. Vor bem Neal- fajhlgebäubc unb vor der Universität wird Gnßasphalt unb im übrigen Kleinpflaster verwendet werden.
Maßnahmen gegen die Teuerung.
In der letzten Sitzung waren, falls die Verkaufspreise für Kartoffeln nicht herunter gingen, Maß nah wen der Stadt zwecks Verbilligung des Kartoffelbezugs in Aussicht gestellt worden. Die Bürgermeisterei hat nunmehr mit 6 hiesigen Firmen vereinbart, daß sie bei Bestellung durch die Bürgermeisterei Kartoffeln je nach der Qualität zu 3,50 Mk., 3,75 Mk. (gewöhnliche Speisekartoffeln) und 4 Mk. (gute Speisekartosfeln) frei ins Haus liefern, sofern wenigstens 4 Zentner bestellt werden. Die Bürgermeisterei hält dieses Angebot für durchaus annehmbar.
Beig. E m m e l i n s empfiehlt das Abkommen ebenfalls mit dem Bemerken, daß'manche Städte durch direkten Kartoffelbezug viele Verluste hätten. „ , t _ ._
Auf eine Frage des Stadtv. Dr. Ebel, ob der Abnehmerkreis für den das Abkommen gelte, beschränkt fei, verneint dies der Vorsitzende. . v
Stadtv. Friedberger hält die vereinbarten Preise für sehr billig, sie seien fast den Engrospreisen gleich. Er meine aber, daß man auch für den Bezug kleinerer Quantitäten einen billigeren Preis vereinbaren solle, damit namentlich den Leuten geholfen werbe, die nicht in der Sage feien, viel auf einmal zu kaufen. ,. „ _ „ ,,, , r.,
Der Vorsitzende bemerkt, zu diesem Zweck könnten sich ja Leute zusammentun, unb gemeinsam zu bestellen.
Stadtv. Grünewald begrüßt das Abkommen, aber eine soziale Maßnahme, die die Mage im Winter lindere, sei sie nicht. Die Stadt solle evtl, große Mengen Kartoffeln aufaujen und einlagern, um sie im Frühjahr billig zu verkaufen, ba bann die Kartoffelpresse erfahrungsgemäß in bie Höhe gingen. Die angegebenen Preise unterschieben sich kaum von benen, bie man beim bireften Ankauf bezahlen müsse. Die Stabt kann habet ganz gut ein Opfer bringen.
Der Vorsitzende bemerkt, man habe keine geeigneten Räume, um größere Mengen zu lagern.
Stabtv. S ober hält den vorgeschlagenen Weg für gangbar Und regt an, baß bie Hänbler veranlaßt würben, auch einzelne Zentner in Säcken abzugeben..
Stadtv. K r u m m ist ebenfalls der Ansicht, daß man ganz gut dieselben Preise nehmen könne, wenn die Käufer kleinere Mengen selbst abholen. Der Vorschlag des Stadtv. Grünewald sei jedenfalls zu prüfen, man solle darüber Auskünfte bei anderen .Städten einholen.
Stadtv. S ch a f f st ä d t hält es für sehr anerkennenswert, was bie Stabt getan habe, aber man solle zunächst nicht weiter gehen, sonst bekomme man eine bauernbp Einrichtung. Heber hohe Kartosfelpreise werbe schon geklagt, so lange er sich erinnern könne.
Der Vorsitzenbe meint, es seien genug Kartoffeln vorhanden, sie würden nur künstlich verteuert.
Stadtv. Winn hält es für zweckmäßig, dafür zu sorgen, daß die Preise nicht nach kurzer Zeit in bie Höhe gingen. Man könne vielleicht mit ben Hänblern vereinbaren, daß sie größere Vorräte lagern unb später nicht zu teuer verkaufen. Die Stabt könne ihnen vielleicht bafür eine kleine Entschäbigung gewähren.
Der Vorsitzenbe bemerkt, nach Informationen von Groß- hänblern würben bie Preise im Frühjahr voraussichtlich billiger.
Stadtv. Dr. Ebel hält bie Stabt für verpflichtet, für bie Bürger zu sorgen unb durch entsprechende Maßnahmen die Preise zu regulieren.
Stabtv. Fried bierger ist nicht der Ansicht, daß die Kar- 'toffelpreise im Frühjahr billiger würden, ba infolge der geringen Gemüseernte der Kartoffelkonsum zunehme.
Stadtv. Helfrich führt aus, bie Kartoffelernte sei nicht wesentlich schlechter als im Vorjahr unb bie Beschaffenheit ber Kartoffeln sei burchweg gut. Er macht ben Vorschlag, mit den Hänblern zu vereinbaren, baß sie Kartoffeln im Frühjahr nicht Wesentlich teurer als jetzt verkaufen.
Stabtv. I u g h a r b t will bie zentnerweise Abgabe zu denselben Preisen bei Abholung befürworten. Ein direkter Bezug durch die Stadt sei nicht gut möglich.
Stadtv. Dr. Wimmenauer fragt, auf welche Zeit das Abkommen mit den Händlern getroffen sei. Wenn später die Preise steigen sollten, könne bie Stabt von neuem an die Händler yerantreten.
Stadtv. Dr. Sommer macht darauf aufmerksam, daß bei der Lagerung größerer Quantitäten besondere- Vorsichtsmaßregeln getroffen werden müßten, um das Faulen ber Kartoffeln zu verhüten. Aus biefem Grunb bezögen bie Kliniken ihre Kartoffeln in zwei Terminen.
Stadtv. Heichelheim wünscht, man solle dafür sorgen, daß die minderbemittelte Bevölkerung ihren ganzen Vorrat zu angemessenen Preisen beziehen könne. Der Termin für ben Bezug Müsse möglichst lang sein.
Stabtv. K ru m m hält ebenfalls die Verpflichtung der Stadt Tüt vorliegend, in dieser Hinsicht zu sorgen. Man solle den Bedarf für das Frühjahr feststellen unb bie Hänbler veranlassen, bann ebenfalls zu billigen Preisen zu liefern. Den Preisausfall müsse gegebenenfalls bie Stabt becken; zu beachten sei, daß nicht nur die Kartoffeln, sondern alles teurer sei.
Ter Vorsitzende will ausdrücklich feststellen, daß bei dem getroffenen Abkommen Groß- und Kleinhändler beteiligt seien iunb Opfer brächten.
Stabtv. Friedberger macht noch darauf aufmerksam, daß alles bald geschehen müsse, da bei Eintritt des Frostes nicht mehr geliefert werben könne.
Die Versammlung nimmt hieraus bas Angebot der Kartoffelhändler an unb spricht ben Wunsch aus, daß es auch auf kleinere Mengen im Falle der Abholung bei den Hänblern ausgedehnt werde.
Der sozialpolitische Ausschuß wird beauftragt, unter Zuziehung ber Stadtv. Helfrich unb Simon bieserhalb unb wegen ber anberen angeregten Maßnahmen bie geeigneten Schritte zu tun.
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