Ausgabe 
27.10.1911 Zweites Blatt
 
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16J. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 253

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Tie ..Eichener ^amillenblätter" werden dem e9lnieifler* viermal wöchentlich beig*legt, das Kreisblatt für des Kreis Liehen" iroeimal wöchentlich. Tierandwirlichaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zwetmal.

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Einführung der bis zur Hälfte

Zur Bekämpfung der Schlafkrankheit hat ein Platuagenbesitzer auf der portugiesischen Insel Principe jn Weftafrika eure neue Methode gefunden. Bekanntlich wird der Er­reger der Schlaikranlheit .Trypanosoma garnbieuse, durch die Tsetsefliege Gtoistna patpalts übertragen, die in feuchten, busch- und fchrlsbcwachsenen Uierniederungen ehre Brutstätten Hal. Ter Plantagenbesitzer bemerkte nun, da» die Glossinen auf die Rücken der Arbeiter zuflogen, wenn diese bei der Hackarbeit, also in ge­bückter Stellung, beschäftigt waren. Er gao den Arbeitern ein schwarzes Gewand auf den Rücken, das auf der Außenseite mit einer klebrigen Substanz bestrichen war. Auf diese Leise wurde eine große Anzahl dieser Tsetsefliegen gefangen. Dieselben Ver­suche hat in letzter Zetr auch ein Plantageichesitzer in Ciiafrda angestellr und mit Lvrantus iicus uno Euphorbien^m ausg. zeich­nete Erfolge gehabt. Nach den Aussagen eines Missionars sollen schon früher Reger am Loporisluß im Kongostaat sich mit einer kosmetischen Salbe beschmiert haben, die Gwssinen abschreckt. Tie

Peking, 26. Okt. In der Rationalversamm­lung kam es heute zu st ü r m i s ch e n Szenen, als das Haus die Entlassung des Vizepräsidenten des Verkehrsmini- sleriums, Sheng-Hsuan-Huais, und die Erhebung einer Anklage gegen ihn forderte, wegen seiner Haltung in der Frage der H u k u a n g - E i s c n b a h n, die von einem internationalen Syndilat gebaut werden soll. Wenn die Negierung die Forderung nicht bis morgen erfüllt, will die Nationalversammlung sich auslösen. Es wurde ein­stimmig beschlossen, dem Regenten einen den Minister ver­urteilenden Bericht einzureichcn. Wegen der großen Er­regung der Abgeordneten schloß der Präsident die Sitzung.

Em kaiserliches Edikt ordnet denn auch schon die Ent­lassung des Verkehrsministers Scheugkungpao an, weil er in erster Linie für die Verstaatlichung der Eisenbahnen

die Arbeiter erst die nötige Erfahrung bei der Rampen erlangen müßten. Wenn die Leute in beschäftigt würoen als fr üb er, fei die Bezahlung sollten sich an die Verwaltung wenden.

(stabil). Tr. Haberkorn führt auS, seit

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verantwortlich sei, die die fetzigen Ausstände zur Folge gehabt habe. In dem Edilt wird erklärt, dec Plan der Regierung habe das Beste des Boltes gewollt, aber Schcng tungpao habe eS nicht verstanden, ihn erfolgreich durchzu­führen und habe bei den Bemühungen, den Berslaatlichungs- plan mit Gewalt durchzusctzcn, das Gesetz überschritten. R a ch f o l g e r S ch e n g l u n g p a o s wird der frühere Prä­sident des Verkehrsministerium Tangschaoyz ivcrden. Gegen den Präsidenten und Vizepräsidenten des Kabinetts, die das Schriftstück, durch das der Berstaallichungsplan genehmigt wurde, unterzeichneten, soll eine Unter­suchung eingeleitet werden. In dem Edikt wurde ferner die Hastentlasiung des Präsidenten der Proviuzialversamm- lung von Szechuan und anderer Führer des Aufstandes in Tschengtu angeordnet. Ter frühere und jetzige General- gouvcrneur von Szechuan Tschaocrhauen und Wengsenwen sollen zur Verantwortung gezogen werden.

Tie Gefechlölage.

Peking, 26. Lkt. i n g t s ch a n g sandte gestern ein Telegramm, die R e g i e r u n g s t r u p pe n seien bis Schoku vorgerückt, er folge ihnen. Es sei zu mehreren Gefechten gekommen, aber eme Schlacht finde erst statt, wenn sich die Regierungstruppen in hinreichender Starke gesammelt hätten.

Ein Telegramm deS Kriegsministers Vingtschang be­richtet über Gefechte der Regierungstruppen nut den Aufständischen am 22., 23. und 24. Oktober, die offenbar unentschieden verliefen.

Schanghai, 26. Okt. Ter frühere Vizekönig Jui Ascheng, der von stiiiliang geflohen war, als diese Stadt eingenommen wurde, ist hier eingetroffen. Hier sind keine Ruhestörungen vorgekommen. Amtliche chinesische Mit-

Fernzündung brennen die Strümpfe nur etwa und die Beleuchtung sei schlechter als früher.

Stabil). Plank ist der Ansicht, daß die Instandhaltung der Lampen jetzt mehr Zeit erfordern als früher. Im Sommer

Die Revolution in China.

Berlin, 26. Okt. Ueber die in der Presse vielfach erörterte Aktion der inter nationalen Truppen in Han kau gibt ein ausführlicher Bericht des Ehefs des üreuzergcschwaders nähere Aufklärung. In der Nacht vom 12. zum 13. Oktober brach in der Nähe der deutschen und englischen Niederlassungen Feuer aus. Der chinesische Pöbel benutzte diese Gelegenheit, um in die Niederlassungen etnzu- drittgen, in der Absicht, eine Plünderung zu versuchen. Der Einfall wurde zunächst durch das den Polizeidienst ver­sehende deutsche und englische Freiwilligenkorps aufgehalten, zu dessen Unterstützung noch die Landungsabteilungen des .uanonenbootedVaterland" und des englischen Kanonen­bootesThistle", sowie die Patrouille des amerikanischen KreuzersHelena" herbeieilten. Dem schnellen tatkräftigen Einschreiten der internationalen Truppen gelang cs, wie bereits gemeldet, weitere Ausschreitungen des aufgeregten Pöbels zu verhindern und dadurch die Niederlassungen von allen weiteren Vorfällen freizuhalten.

Peking, 26. Okt. Tas diplomatische Korps ist zurzeit mit der voii den Honfuln in Han lau übersandten Md­teilung des Generals Li beschästigt, in der erklärt wird, daß die Aufständischen Munition und andere MTicgdmnterialicn, die für die kaiserlichen Truppen bestimmt sind, als Kontrebande betrachten.

Sturm in btt chinesischtn Nationalversammlung. .

Zreitag, 27. Oktober 1911

Rotationsdruck unb Verlag der Vrühlfche» UnioerfuStl - Buch» und Eteindruckerei.

9t Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: bcbulB straße 7. Expedition und Verlag: ^66 61* Redaklwm^KllL Tek.-AdraAnieigerGieben.

Mangombe, die diese Salbe benutzten, blieben von der Schlaf­krankheit verschont, während ihre Nachbarn, die sich ihrer nicht bedienten, dahinstarben. Wie die öffentliche Auskunftstelle für Auswanderer in Dresden erfährt, sind in Kamerun jetzt sämtliche Bezirksämter, Stationen und Posten ersucht worden, dem hy­gienischen Untersuchungsamt in Duala alle Notizen über Ver- wcnoung derartiger Salben durch Eingeborene zu übermitteln, wenn möglich, sollen gleichzeilia die Pflanzen angegeben werden, welche die betreffenden ^cimftoife erzeugen. In dec IMcrnatiolen Hygiene-Ausstellung in Tresden, Abteilung rür Tropenhygiene, werden die verschiedenen Arten der Tsetsefliege, die Anatomie ihres Körpers sowie ihre Larvenzustände oorgesührl. Auch die Schlafkrankheit selbst, ihre Entwicklung und einzelnen Stadien lernt man kennen. Eme Karte des Viktoria-Rjansa veranschaulicht die Verbreitung der Kcankhüt und ihres Erregers, sowie die Aus­dehnung der vorgenommenen Abholzungen.

Ein Schornsteinfeger als Universitäts­lehrer macht offenbar den Spruch Ben Akiba's, daß alles schon dagewesen sei, zu Schanden. Mr. Walter Hunt, seines Zeichens Schornsteinfeger in Slrcatham, einem Londoner Vorort, ansässig, wurde zum Vortragenden über Soziologie in den Kursen des Unioersitüts-Ausdehnungsverbandes, der von der Londoner Universität ins Leben gerufen wurde, ernannt. Seit langen Jahren widmete Mr. Hum, der übrigens ein ehemaliger Matrose ist und in dieser Eigenschaft ein schönes Stück Welt gesehen hat, feine gesamte freie Zeit ethnologischen, anthropologischen und ähnlichen Studien. Mr. Hunt hat ein Buch versaßt, das den Titel führt: Sind wir eine verfallende Rasse?

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Geheimer Lostat Professor Tr. med. et phil h c Johannes Ranke, der bekannte Münchener Anthropologe^ feiert am 28. Oktober fein Mjähriges Toktorjubiläum Tie 30. Jahresversammlung des thüringischen F i s ch e r e i o e r e i n s, die in Jena tagte, beauftragt: den Vorstand, vorher..lende Schritte zur Errichtung einer biologischen Station in Thüringen im Anschluß an die Universität Jena, zu tun.

Sitzung dcr Stadtverordneten.

Gießen, 26. Okt.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Keller und Emmelius, die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Friedberger, Gabriel, Grünewald, Tr. Haderkorn, Heichel­heim, Hclirich, Herrn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, 2ober, Loos, Ordig, Petri, Plank, Tr. Schäfer, Schaffslaedt, Simon, Dr. Sommer, Troß, Vetters, Wallenfels, Tr. Wimmenauer, Winn.

Uhituilunßcn.

Von der Freiwilligen «Gailicheu Feuerwehr liegt eine Ein­ladung zu ihrer am Sonntag slattfindenden Schlußübung und Der damit verbundenen Einweihung ihres neuen Steigturmes vor.

Kohlenhändler Schäfer macht Mitteilung davon, daß für das Grundltück in der Nähe der Lahn, für das die Stadt ein Vorkaufsrecht besitzt, ein Käufer vorhanden fei und bittet um Entscheidung, ob die Stadt das Grundstück kaufen wolle.

Ter Vorsitzende führt aus, Rechtsanwalt Kaufmann habe in einer Wahlervcrsamnuung, laut Bericht im Gießener Anzeiger, gesagt. Geh. Iustizrat Tr. Gutfleisch und Iustizrat Metz hätten im Landtag der Stadt Gießen die 106 030 Mk. für die Nebenbahn LollarLondorf ausgebuttert. Er (Redner) Halle cs für seine

tiert gerade die große Ballade; da packt Mendös seinen Gesährten am Arm:Gott, iit ba$ schön, ist das schön. Richtig! Richtig! Ich hatte ja total vergessen, daß es von mir ist."

Eine ganz t o 11 e G e s ch i ch t e aus seiner Jugendzeit pflegte Mendös mit Vorliebe selbst zu erzählen. Er lebte damals mit Glatigny und dem Maler Eourbet zusammen in einem bretonischen Fischerdvrfe und auf der anderen Seite oer <uajt hauste Victor Hugo. Die Drei Freunde waren eines Abends bei Victor Hugo zu Besuch, verplauderten sich und dementen nicht, daß sie nicht genug Wasser hatten, um mit ihrer Barle nach Hause zu lommen. Sie beschlossen also. Die Flut -abzuwarten, was ungefähr um 2 Uhr früh Der Fall sein mußte. Es wurde munter gerecht, und als die Flut hoch genug war, setzten stch Mendös, Glatigny und Eourbet in die Barke und fingen an, aus Leibeskräften zu rudern. So ging es eine Zeitlang in tiefer Tunketheii. Ta plötzlich toirö Eourbet unruhig. Sie sollten doch schon feit min­destens 12 Miiruten zu Haufe sein. Glatigny, ein furchtbarer Feigling, schreit laut auf:Wir haben Die Richtung verloren, wir fahren auf einen Felsen/' Inzwischen roirD verzweifelt weiter- geruDert, Die Angit macht alle drei iiuancrii und ats die Finfternis der ersten Morgendaminernng weicht. Da bemerk:.n sie, daß sie einfach vergessen hatten. Den eitler zu lichten und seit einer Stunde

17 Mk. wöchentlich.

Ter Vorsitzende bemerkt bezüglich Der Fernzündung, daß Bedienung der

der Tat länger zu gering. Sie

is Buckskins, Kan-' ofen, Talare» uM )Cn, um rafdjmoR«

Zstrcbc und Schule.

Trr Kaiser über den Fall Jatho.

TerBerliner Lokalanzeiger" metoet: Der Kaiser kam am Tonnerstag gelegentlich der Audienz des Vor­standes der d r a n d e n v u r g t s ch e n General- fynode auf die kirchlichen Vorgänge der jüngsten £eit, insbesondere auf den Fall Jatho zu sprechen und äußerte sich dabei folgendermaßen:

So bedauerlich an sich Die Tatsache sei, biß ein Geistlicher wegen Irrlehre aus seinem Amte entfernt werden mußte, sei doch Die Sache nicht tragisch zu nehmen. Männer wie Jatho habe es zu allen Zeiten gegeben und werde es auch in Zulunst geben. T i e Kirche Christi überwinde diese Widersacher. Gegen diese Jrrlehrer gebe es ein v o r z ü g l i ch e s Mittel, sich immer tiefer in Die Heilige Schrift z u versenken und Die Person Jesus Ehrifms des Heilandes in gläubiger Liebe zu umfassen. Ein wahrlzafl apostolischer Mann sei Der von ihm. Dein Kotier, hoch geschätzte Bischof von Risten, Den er am Hose iciner Großmutter, Der verstorbenen Königin Viktoria von Eng­land, kennen gelernt habe und mit dem er seither in persönlichen Beziehungen stehe.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Cberheffen

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Pflicht, den Stadtv. Tr. Gutsleisch gegen solche gänzlich un­verdienten Vorwürfe in Schutz zu nehmen. Es bandle sich um tie Regelung Der Frage, wer zu den Grunderwerbskosten heran- zuziehen fei. In dem Rebenbalmgesetz, das unter Mitwirkung der beiden Herren entstanden fei, fei gesagt, daß Die an dem Balmbau interessierten Kreise diese Kosten zu tragen hätten. TanialS hätte niemand voraussehen können und es sei auch nicht die Slbsicht des Gesetzgebers gewesen, daß der Verwaltungsgerichtshos Dem Gesetz eine solche Auslegung gegeben haue. Er muffe daher gegen Die Behauptung des Rechtsanwalts Kaufmann entschieden pro­testieren. . . , r

Stadtv. Krumm ist der Anficht, da»; man ,ich über Aeuße- rungen des Rechtsanwalts Kausmann nicht allzusehr auszuregen brauche. ,

Stadtv. Eichenauer meint, man solle ui bieic Abwehr mibercchtigter Angriffe auch Justizrat Metz hineinziehen.

Baugesuche.

Franz Brück ersucht um Genehmigung, ^den bereits früher gutgeheißenen Holzschuppen an der Marburger Straße ohne Brand­mauern errichten zu können. Man stimmt dein zu.

Photograph Ludwig U h l erhalt Die Erlaubnis, im Vorgarten seines Hanfes, Frankfurter Straße 5, einen Schaukasten aufzu- ftcllcn. .

Ter Verlegung cineS F c r n f p r e ch a n s ch l u f f e s der Eisen­bahn, bei Dem städtische Straßen benutzt werden, wird zngestimrnt und gleichzeitig beschlossen. Die Stadtverwaltung zu ermächtigen, solche Gesuck-c kurzerhand zu erledigen.

Verschiedenes.

Tcr Anschluß des Hauses Bismarckstraße 45 an das elektrisckre Kabelnetz mirö gntgehcißen, da Der Befitzer des Hauses den An- schlnß schon vor der Bürgersteigherftellung beantragt hat.

Für photographische Zwecke soll die elektrische Energie zu Mraftftrompreiien abgegeben werden, was die Versammlung gutheißt.

Stadtv. Vetters bringt zur Smache, daß seit Einführung der Fernzündung manche Laternen zu lange brennen und zu viel Strümpfe und Zylinder gebraucht würden. Die Laternen­putzer, die früher bei vier Arbeitstagen in her Woche monatlich 70 Mk. erhalten hätten, klagten über zu schlechte Bezahlung. Trotzdem sie letzt alle Tage beschäftigt würden, bekämen sie nur

Lustige Erinnerungen an Lalulle Mendez.

G a t u 11 e Mendös der Liebenswürdige, konnte unter Um ständen recht grob sein. Während der Zeit, wo er amJournal" Kritiker war, tarnen oft Zudringliche zu ihm, Die rym ihre Stücke vorlesen wollten, und als ihm das schließlich zu viel wurde, gab er seinem Sekretär Tubois Den Auftrag, Die Besucher, be- fonbers aber schriftstellernde Tarnen schonungslos abzuweisen. Eines TageS aber wird die Tür zu seinem Bureau aufgenffen und mit hochrotem Antlitze stürmt eine Tarne auf Mendes zu:Denken Sie sich einmal, eher maitre, dieser Dubois ist doch ein Flegel! Als ich daraus benanh, sie zu fprechen, wissen Lie, was ec mir da gesagt hat? Er sagte mir: Scheren Sie sich zum Teufel. Mendös sieht hie Dame einen Augenblick an, dentt nach, saßt sie Unters Kinn und sagt mit dein bestrickendsten Lächeln:Gewiß, Madame, Tubois ist ein Grobian . . . aber hat glänjenhe, Ein­fälle! Ten Rat, den er Ihnen da vorhin . . Ten Schluß hörte die Tarne nicht mehr an. Tiesc reizende Geschichte und andere hübsche Erinnerungen an Gatulle Mendös teilt ein Mitarbeiter der trefflichen GefellschaftszeitschristTas Tl-eaier" mit, deren Aushängebogen uns durch den Verlag zugänglich gemacht sind.

Tie beiden Freunde kamen häufig zusammen, so z. B. im Jahre 1906 zufällig am Strande von Tinard. Tort leistete sich Gatulle Mendös einen niedlichen Streich, den sein Freund folgendermaßen erzählt:Er nahm mich gleich zu sich zum Tiner mit. Gatulle entschuldigte sich mehrere Male, daß das Mahl ganz frugal fein werde.Sie begreifen! Tinard ist nicht Paris, wo man alles unter her Hand hat. Und es kamen zuerst Austern und bannJSrüffeln . . . und dann . . . und dann . . . das Gastmahl des Trimalckw muf£ dagegen eine eiende Studentenmahlzeit ge­wesen fein. Zum Schluffe wird fchwarzer Kaffee feroiert. Was für Likör wünschen Sie? Na, was haben Sie?"Was Sie wünschen!" Ich sehe ihn etwas ungläubig an. Mendös macht einem Tiener ein Zeichen und dieser rollt einen Tisch heran, auf Dem mindestens 50 Likörs laschen paradieren, deren Namen Mendös mit geradezu unheimlicher Geschwindigkeit auszuzählen beginnt.Mein Gott! Wie haben Sie es möglich gemacht, alle Dujc Sorten zusammen zu bekommen!" Ta pratzi Mendes yerauS: ..Er ha'.s geglaubt, er l-ats geglaubt! Tie Flaschen sind doch alle leer Siber ein guter alter Kornschnaps wäre immerhin da."

Ein andermal saßen die beiden im Odöonthealer bei einer der testen Proben zu Mendös Versdrama Glatigny. Ter Held rezi-

5.50 big I tztz $$0 bis 7,51)

* Gössen.

seien hie Leute volle 5 Tage unb im Winter alle Tage beschäftigt. Man solle ihnen deshalb ihren Gehalt verbessern.

In der Moltkestraßc war durch die Einlegung einer neuen Gasrohrleitung Die Wiederherstellung des Platteubclags aus Dem nördlichen Bürgersteig erforderlich. Die Versammlung erklärt nachträglich ihr Einverständnis mit der freihändigen Ver­gebung der Arbeit an Schieferstein.

Tie Holzhauerarbeit im Stadtwald für 1912 itnrb an dieselben Leute und zu denselben Preisen wie seither vergeben.

Tie lleberlaifuiig der Eiswiesen an den Eisverein wird genehmigt und die Verwaltung ermächtigt, in Zukunst von sic- aus die Genehmigung auszusprechen.

Tie Besckfasfung eines Kafsenschrankes für den Schlachthos, wo eine besondere Kasse errichtet wurde, wird genehmigt und für die Annahme einer Schre ibhilse für den Schlachlhof ein jährlicher Kredit von 1020 Mk. bewilligt.

Für den Straßendurchbruch von der Bahnhosttraße bis zur West-Anlage im Zuge her großen Mühlgasse, wird als Straßen­nameGroße Mühlgasse" gewählt, für das. andere Stück der MühlgasseKleine Mühlgasfe".

Stadtv. Plank hätte für die ganze Straße vom Seltersweg aus gerne einen Namen und wendet sich gegen die Bezeichnung Gasse".

Ter Vorsitzende und Sladw. Tr. Ebel treten sehr für die Anwendung der BezeichnungGasse" als echt deutsch ein.

Tas Gesuch des Julius Körner um Erlaubnis zum Schank- wirtschaftsbetrieb im Hause Plockstraße 13 (Astoria) wird befür­wortet. Ebenso das Gesuch des Hch. Heyne wegen Erweite­rung des SchantwirtschaftSbetriebs im Hause Walltorstrahc 5. Für das Haus Wetzsteingasse 6 wird Dagegen das Gesuch HeyneS mangels Bedürsnisies nicht befürwortet.

Stadw. Tr. Sommer gibt Kenntnis von einem an ihn gerichtetes Schreiben wegen Herstellung der Ludwigstraße.

teilungen besagen, das; Futschau in ben Händen der Ausständischen ist und das Zollamt von ihnen in Bc sitz genommen wurde. Die Lage gibt hier zu Be­unruhigungen Anlaß, wegen der Wirkung, welche möglicher weise die Vorkommnisse in Kanton unb Futschau auf die Mannschaften der chinesischen Marine haben werden, die tatsächlich aus Kanton oder Futien stammen.

Tcr kai erliche Hof auf der Flucht?

B e r l i n , 27. Lkt. TieDeutsche Tabeszeitung" meldet aus Wien: Rach einer Meldung derZeit" aus Schanghai befindet sich der kaiserliche Hof in Peking bereits auf der Flucht.

Die privatangesttllttüversichcrung im Aurschutz.

:: Berlin, 26. Okt.

Ter Reichsversichcrungsausschuß führte heute die Beratung des § 1 des Angestclltenversicherungsgcsctzes zu Ende. Eine Klä­rung über die streitigen Begriffe hinfichtlick) des verfickferungs- pftichttgen Personcnkrcifes ist aber nach allgemeiner Ansicht noch nicht erzielt worden. Allgemein hält man es für nötig, üt der zweiten Lesung eine zutresfendere Formulierung zu finden, lieber tie Auslandsfrage, die Versicherungspflicht Der bei Deutfd)cn Unter­nehmungen im Auslande beschäftigten Angestellten, wird eine Einigung int positiven Sinne vermutlich erzielt werden. Ter Antrag Der Sozialdemokraten, in die GnwpeHandlungsgehilfen und -Lehrlinge, Gehilfen und Lehrlinge in i'tpotheken", Die Bureau angeftc111en und -Lehrlinge" aufzunehmen, nurde einstiminig angenommen, aber auch hier behielt man lidi eine bessere Fassung vor. Tagegen ivuroe Der weitere An­trag Der Lozialdeniolraten, hinzuzufügens o iu i e \ o n |t i g c m i t schriftlichen Arbeiten i in Bureau beschäftigten Persone n" a b g e l e h n t. M a s ch i n e n s ch r e i b e r und 2 t e n o t y p i ft i n n e n fallen, wie erläuternd ausgeführt wurde, mit unter das Gesetz.

Weiterberatung: Freitag.