Ausgabe 
25.8.1911 Erstes Blatt
 
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Aus Stadt und Land

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Das gegenwärtige Kabinett soll nur noch vier Tage im filmte bleiben und soll dann sofort durch eine neue, vom Präsidenten d'Arriaga zu berufenden Regierung ersetzt werden. » .

Lissabon, 21. Aug. Die Nationalversammlung nahm beute beit Gesetzentwurf betreffend die Entschädigung der Deputierten und Senatoren au und setzte die Dotation für den Präsidenten der Republik auf 24 Contos Reis fest.

Heer und Flotte.

Der Stapellauf des kleinen Kreuzers Ersatz Condor.

Wilhelmshaven, 24. Aug. Auf der Kaiserlichen Werft Uef heute kurz vor 12 Uhr der kleine KreuzerErsah E o n d o r" glücklich vom Stapel. Bürgermeister Dr. Schwan- der-«trabburg hielt die Taufrede und taufte das Schiff aus Befehl des KaisersStraßburg".

Gießen, 25. 'JUtguft 1911.

" Landesuniversität. Ter Großherzog hat den außerordentlichen Professor bei der theologischen Fakultät der LandeSumversität Gießen Lio. theol. Paul Glaue auf sein Nachsuchen auS dem Staatsdienst entlassen.

Zum heutigen Ludwig Stag hat eine Anzahl öffentlicher Gebäude Flaggcnschmuck angelegt.

** B o m Wette r. Ganz allmählich ist die Trocken- pertode ihrem Ende zugegangen. Ti. - 22. und znm Teil auch noch der 23

Deutsche Kolonien.

n o/l in, 24. Aug. Nach einem der Firma Oron-

st e t n & K oppel Arthur Koppel, Aktiengesellschaft zu­gegangenen Telegramm ist der Betrieb auf der ll m b a u st r c ck e K arr bib - W i n d h u k am 22. .August durch Eintreffen des ersten fahrplanmäßigen Zuges in Windhuk eröffnet worden..

.. Auf der Insel Herrenwörth int Chiemsee wurde Pro- 1C der Kunstgewerbeschule in Pardubitz

(Böhmen) nebst Frau und Kind von umstürzenden Eicken er­schlagen.

- ?uf dem Gutsschloß Skrobaczow in Polen wurden gestern abend der Rittergutsbesitzer L t p i n s k i und seine Tochter durch Unbekannte erschossen, als sie am offenen Fenster des zu ebener Erde gelegenen «peisesaales das Abendessen einnahmen. Cs handelt sich um eine Rache.

In Wien erschoß der beschäftigungslose Musiker Emil a 0 c r den Geichästsführer des ArtistenkasöS, Koloman Je U Iler, der ihm vor einigen Tagen Zechprellerei vorgeworfen yatle.

r ° ö * Hc,c (Departement Seine et Marne) wird gc- ^bldet: Ju eine Schwadron des 29. Dragoner-Regiments schlug wahrend des Marsches der Blitz. Ein Soldat wurde ge­tötet, einer schwer verwundet.

Vie Reife des Halfers nach Altona.

Kassel, 24. Aug. Ter Kaiser und die K a i se r in lvohnten mit dem Prinzen Adalbert und Prinzessin Viktoria Luise heute abend der Vorstellung iin königlichen Theater bei. Gegeben wurde:Die Journalisten". Nach der Vor­stellung begaben sich die Herrschaften zu dem auf Station Wilhelmshöhe bereitstehenden Hofzug. Die Abfahrt nach Altona erfolgt morgen früh 3 Uhr.

Altona, 24. Ang. Die Stadt hat in Erwartung des Kaiserpaares geflaggt. Die Hallen des Hauptbahnhoses sind reich geschmückt. Vom Bahnhof aus ziehen sich im Anschluß an die Ehrenpforte Laubengänge am Hotel Kaiser­hof vorbei, wv der Kaiser morgen und übermorgen der Provinz und dem 9. Armeekorps Tafel geben wird. Auf der Feststraße sind Bannermasten errichtet, die, mit doppel­ten Tannengewinden verbunden, goldene römische .Kränze tragen. Die Einzugsstraße zieht sich dann zum Elbufer hinunter, wo sie bei Neumühlen am Liegeplätze derHohen- zollern" mit einer Ehrenpforte abschließt. Am Rathaus ist eine große Tribüne errichtet worden. Zahlreiche Fremde sind eingetroffen. Unweit derHohenzollern" hat die heute hier mit dem Großherzog von Oldenburg eingetroffeneLensahn" festgemacht.

Kreis Büdingen.

X. Mittel-Gründau, 24. Aug. Ein schwerer Unfall mit tödlichem AuSgange hat sich in der Nähe beS Dorfes Niedergründau ereignet. Drei Wagen deS Guts- pächters Rullmann bewegten sich, mit Kraftfuttermitteln be­laden, der Heimat zu. Als beim Aufhören deS Gefälles die Bremse etwas gelockert werden sollte, stürzte der Führer deS dritten Wagens, der 20jährige Achtzehnter, von seinem Sitz herunter direkt vor das Vorderrad, das ihm das Genick abdrückte. Der Tod war sofort eingetreten.

Kreis Lauterbach.

, a. Von Grebenhain, 24. Aug., wird uns geschrieben: Bei der Abgabe v o n N o t st a n d s f u 11 er aus den Staats- walduugen kommen Auswüchse vor, bereit Rüge am Platze erscheint. Die Oberförstereien haben von der Regierung An- weifung erhalten, das Ausschneiden des Futters aus Wald­schneisen und Anpflanzungen bedürftigen Landwirten zur Er­haltung ihres Viehbestandes zu gestatten. Nun ist festgestellt worden, daß mit diesem Futter förmlich Wucher getrieben wird, indem Leute von hier es an Heuhändlcr verkaufen. Andere haben vier bis fünf Wagen voll dieses Futters nach Hause gefahren und dafür 80 Zentner ihres eigenen Heues verkauft, ferner lind Leute auf die Futtersuche in den Wald gegangen, die es gar nicht nötig gehabt hätten. Tatsache ist, daß auf den Stationen Grebenhain und Hartmannshain in letzter Zeit ein außerordentlich schwungvolles Heuverladen ftattsand, damit Platz für das Wald- sutter geschaffen wurde. Es scheint also gar so fein großer Not­stand nn hohen Vogelsberg, der ab und zu Regen hatte, zu herrschen, die ganz vorzügliche Fruchterntc ersetzt vieles..

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauheim, 24. Aug. Eine Abwechslung im reichhaltigen Unterhaltungsprogramm der Saison bieten stets die O p e r e t t e n v o r st e l l u n g e n. Die Operetten, zu denen die Gießener Militärkapelle ober die Kurkapelle die Musik stellten, erfreuten sich auch in der heurigen Saison wieder der besonderen Gunst der Kurgäste. Das bewies das öfters ausverkaufte Haus. Tie Kranken ziehen, was ganz natürlich ist, den Besuch der Operette ober bes Lustspiels überhaupt dem des ernsten Dramas oder Theaterstücks vor. Das Kurtheater trägt dieser Erscheinung in weitgehendem Maße Rechnung durch die Auswahl seiner Stücke, die durch­weg erheiternden Inhalts sind. Die Operettenvorstellungen setzen immer etwas später ein als die eigentliche Theater­spielzeit und hören auch früher auf. Die letzte Ope- rettenvorstellung (Graf von Luxemburg) fand heute abend statt. Bon hier aus gab das Operettenensemble auch in Homburg v. b. H. Vorstellungen.

Kreis Wetzlar-

(:) A u s dem Ulmbachtal, 23. Aug. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Eisenbahnbirektion in Frankfurt a. M. beauftragt, einen ausführlichen Entwurf für eine Nebenbahn von Stockhausen (LießenKo­blenz) nach Beil st ein (Dilltreis) aufzustellen. Die Aus­führung ber Vermessungsarbeiten im unteren Ulmbachtal würbe bem Ingenieur A. Derlich aus Köln übertragen. Die neue Strecke wird ein reiches Industriegebiet, vor allem viele Grubenfelder, Ton- und Basaltlager ausschließen nnb eine direkte Verbindung zwischen der Lahnbahn und der neuen Westevwaldqnerbahn (Driedorf) schaffen.

Hessen-Nassau.

Marburg, 24. Aug. An Stelle des am 1. Oktober in die Dienste der Stadt Witten übertretenden Stadtbaurats Bewig wurde von den hiesigen städtischen Körperschaften Negierungsbaumeister Frei) ans Bensheim als Stadt- bäum eist er gewählt.

X Aus bem Kreise Marburg, 24. Aug. In­folge ber anhaltenden Dürre sind nicht nur in den Obst- Pflanzungen und Gärten, sondern auch in den Wäldern viele Bäume und Sträucher verdorrt. Die frischgepflanzten Kulturen, besonders an sonnigen Berghängen, müssen vielfach neu aufgeforstet werden. Ebenso wird in hiesiger Gegend bereits mit der Kartoffelernte begonnen, da die neuen Knollen infolge der abnormen Witterung nicht nur Keime, sondern sogar schon frisches Kartoffelkraut zeigen. Der Ertrag ist in den tiefen Lagen mit schwerem Boden, z. B. im Ebsdorfer Grund, mittel bis gut, in den Sandboden fallen dagegen die ftnoUen recht winzig aus.

X. Steinau bei Schlüchtern, 24. Aug. Hier sind drei Scheuern und zwei Nebengebäude abgebrannt. Ein achtjähriger Knabe soll das Feuer angelegt haben.

W Wiesbaden, 25. Aug. Der zunächst zweimal zum Tode verurteilte und bann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte Rennfahrer Breuer, ber seit dem 9. November 1908 im Zuchthaus zu Diez a. d. Lahn sich befindet, ist jetzt als schwerkrank in das Lazarett überführt worden.

ganz Mitteldeutschland die ersten, meist allerdings nur geringen Regen. Nur in einzelnen Landstrichen erreichten die in Gewitterbegleitung einsetzendcn Regen 10 Millimeter und mehr, blieben vielfach aber unter diesem Wert. Am 23. schien es, als ob wieder eine neue Trockenperiode bevorstünde; ber 24. war nrieber ein recht heißer Tag. Doch ist die Unterbrechung der Regen nur eine vorüber­gehende Erscheinung, desgleichen die am Donnerstag wieder beginnende Erhitzung des Festlandes. Die Trockenperiode dieses Sommers hatte ihre Ursache in dem zu geringen Lnstdruckgefälle über dem atlantischen Ozean zwischen den subtropischen und polaren Meerestellen. Daher fehlten atlantische Zyklonen, die für Europa einen Transport kühler, feuchter Suftmaffen des Ozeans im Gefolge haben. Das Fehlen dieser Seewinde macht die beispiellose Trocken­heit des Sommers erklärlich. Die Intensität der zyklonalen Tätigkeit über dem Ozean unterliegt, wie neueste For­schungen wahrscheinlich machen, gesetzmäßigen periodischen Aenderungen. Besonders schwach war die Zufuhr westlicher Seewinde gegen Mitte des vorigen und Mitte dieses Monats. Zurzeit stehen wir am Beginn einer Periode zunehmender Häufigkeit westlicher Luftwirbel, mithin un­mittelbar vor einer kühleren Regenperiode, die vielfach durch Gewitter eingeleitet wird. Die letzten Tage dieses Monats bis zum 31. können mit großer Sicherheit dieser regenreichen Periode Angewiesen werden. Dr. A. P.

AuS bem Geschäftsleben. Die Firma Jttmann hat das Fangmann'sche HauS in ber Bahnhofstraße vom 1. April 1912 ab auf 10 Jahre gemietet.

: Es ist bci'anni, l.'. d.. durch künstliche Mittel herbeigeführte i Schlaf bei weitem nicht die Erfrischung bringt als der natür« liche Schlaf. Der an Schlaflosigkeit Leidende vermeide des- : halb alle künstlichen Mittel, trinke kurz vor dem Schlafen- - gehen ein Glas Selterswasser, nehme ein Luftbad, mög­lichst bei offenem Fenster, atme lief und ordnungsmäßig und mache dabei leichte turnerische Hebungen. Die be­ruhigende Wirkung des kohlenfauren Wassers, der Luft­wechsel an der Hautoberfläche und die Tätigkeit ber Muskeln, bic sonst nicht in Bewegung kommen, ermöglichen ein rasches Einschlafen.

* Der Bischweiler Pscifertag. Ein Fest aus Ur» vülerzeit hat sich durch bic Jahrhunderte in Bischweiler i. E. erhalten, bas in biesen Tagen das 225jäbrige Jubiläum seines Pfcifertages feierte. Die Pfeifertage im Elsaß waren, ebenso wie Vereinigungen ähnlicher Art in anderen Ländern, Organisationen der Fidler und Spielleute, eine Art Musikantenzünfte. Die Spiel­leute im Elsaß waren dem Herrn v. Rappoltstein unterstellt, die darum Pseiferkönige hießen. Mljährlich am 8. September wurde der Pfeifertag abgchalteu, und zwar ,in Rappoltsweiler oder in Bischweiler. Die Revolution int benachbarten Frankreich beseitigte, wie so manchen anderen König, auch beit Pseiferköuig^ Nach bem Sturze Napoleons lebte aber in den Friebenszeiten der alte Brauch, einen Pfeifertag abzuhalten, wieder auf, nur daß diese Tage nicht mehr Versammlungen von Musikanten und Spiel­leuten brachten, sondern zu Volksfesten wurden, an denen die ge­samte Bevölkerung teilzunehmen pflegte. Auch das 225jährige Jubiläum wurde unter allgemeiner Beteiligung der Bevölkerung begannen. Ein historischer Festzug sollte die Erinnerung an jene Zeit wachrufen. Er wurde geführt von einem Herold, dem Trommler und Pfeifer in der Tracht von 1686, dem Jahre des ersten Pfeifertages, folgten. Dann kamen die Mitglieder der Musikantenzunft, begleitet von den Stadtweibeln, in ihrer Mitte hoch zu Roß ber Pfeiferkönig. Den Schluß bes Zuges bildeten ein Beutewagen mit gefangenem Vieh und gefangenen Bauern, Zigeunerwagen, Wahrsagerinnen, Bädenführer und anderes fah­rendes Volk. An den historischen Zug schloß sich ein Festzug, den die verschiedenen Innungen und Handwerke gestellt hatten. Die ganze Veranstaltung spielte sich im Rahmen des Narzissen- festes ab, das,zugunsten eines Krüppel Heims gefeiert wurde.

* Die H'inrichtung durch Elektrizität, wie sie in verschiedenen Staaten der nordamerikanischen Union Gesetz ist, hat wieder einmal Au einer schrecklichen Sz en c geführt, als am Dienstag in Eddyville in dem Staate Kentucky ein Neger namens Oliver Locke hingerichtet werden sollte, weil er seine Frau ermordete. Ter Neger wurde in der üblichen Weise auf den elektrischen Stuhl gebunden und ein Strom von zwei­tausend Volt wurde angestellt, der aber nicht tödlich wirkte. Ter Neger versuchte sich loszureißen und schrie schrecklich. Mebr- fach wurde der Strom wieder abgestcllt und von neuem angestellt, aber ohne die gewünschte Wirkung zu haben. Der Kampf dauerte volle 28 Minuten. Nach dieser Zeit, als gerade der Strom wieder angestellt worden war, zerriß der Mann mit übermächtiger Kraft die Fesseln und versuchte zu entspringen; er fiel vornüber aus den Boden. Tie Leute dachten, er sei tot, aber die Aerzte stellten fest, daß der Mörder langsam wieder zu sich kam. Ter Körper wurde darauf wieder schnell auf den Stuhl geschnallt und der Strom noch einmal wieder angestellt. Dieses Mal trat der Tod ein, ehe der Mann wieder zur Besinnung kam.

kf. Asiatischer Zucke r. In "Asten kennt man eine ganze Reihe wohlschmeckender Zuckerarten, die bei uns beinahe unbekannt ist. In Japan z. B.. so erzählt die .Revue", stellt man einen ReiSzucker her, ber den Namen mifluam führt. Dieser Reis- Dicker ist flüssig und läßt sich nicht zur Kristallisation bringen. Seine yoebe gleicht der des Bernsteins; ber Geschmack soll sehr fein fein, doch bleibt er an Süßigkeit hinter dem Rohrzucker zurück. In den Handel gelangt er in Kannen, die nicht ganz 500 Gramm fassen und im Kleinhandel das Stück etwa 1 Mk. kosten. Sind die Kannen luftdicht verschlossen, so hält sich der Zucker fast unbegrenzt lange; läßt man ihn dagegen offen stehen, so wird er feucht, dickt ein und wird fiebrig Die Kaufleute haben ihn in diesem Zustande auf ihrem Schreibtisch stehen, und benutzen ihn zum Kleben von Briefmarken und Briefumschlägen. In China stellt man den sehr geschätzten _S orgho-Z ucker her. Ter Saft der Sorghopflanze wird der Sonne ausgefetzt, durch die Einwirkung ihrer Strahlen verdampft das Wasser, und nach einigen Stunden ist au5 dem Zuckersaft eine dickliche Masse geworden, die auf Platten gegossen wird, wo man sie ausrollt. Schließlich kann diese Zuckermasse mit bem Messer gefchmtten werben.

* Amerikanische Fortschritte. Eine amerikanische Zeitung ist aus den Gedanken gekommen, die zahllosen Interviews mit Edison, die immer wieder mit den Prophezeiungen des Erfinders austauchen, zufanimenzufteUen. Die Summe dieser Prophezeiungen Edisons entrollt em Zukunftsbild, das für sich selbst pricljt. Nur einige Proben:In einer Generation wird es keine Dampflokomotiven mehr geben, weil die elektrische Kraft sie völlig verdrängt haben wird. Bald wird man alle Möbel and Stahl machen und alle Bücher in Stahl binden. Schon jetzt fertigt man in Newyork Tische und Stühle aus Stahl an. Die Lustschiffahrt wird im Gebrauch ber Allgemeinheit stehen, doch die Flugmaschine wird einen anderen Typus ausweifen: sie wird sich senkrecht vom Boden erheben. Mit einem neuen System elektrischer Batterien wird man die Unterseeboote so furchtbar machen, daß die Regier- ungen den Bau von Panzerschiffen einstellen werden. Das Papier wird durch Nickel ersetzt; das 'Dlatertal für ein Buch von 10 000 Seiten und 5 Ztm. Dicke wird mir einen Dollar kosten und das Buch nicht mehr als 40J Gr. wiegen. Das Radium hat die kraft, em niederes Metall in kostbares zu verwandeln; dem Golbe sind nur noch wenige Jahre ber Herrschaft beschieden. Unb bald werben wir eine Maschine besitzen, in die man Stoff, Knöpse, Zwirn, Futter und Karten einsührt und bei der auf ber anderen ®eite fertig gearbeitete Anzüge in fertige Kartons verpackt heraus- kommen." Das genügt.

* Vorbeugung.Wie können Sie sich erlauben, in trunkenem Zustande vor Gericht zu erscheluen?"Entent- chuld gen S Herr Vorsitzender, i-i-i l-ab' g'hört, an B'suffnan kann m; passieren!"

Kleine Tageschronik.

vüchertijch.

Z."r Förderung der deutschen VerkehrS- nteresfen. Dem schönen Thüringer Land, dem .grünen erjen Deutschlands" ist die neueste Nummer der illustrierten Zeit- i,Christ »Deutschland* (cüüfseldorser Verlags-Anstalt) gewidmet. Za i meisterlicher Art schildert derThüringer Wandersmann" Geheim-

Die Befreiung Richters.

Konstantinopel, 24. Aug. Nach Depeschen des Mutesarifs von Serfidccha unb des KommairdeurS der Di­vision von Kofan erklärte Richter bei seiner Ankunft in Elassona, er habe zunächst einige Tage auf türkischem Gebiet in der Umgebung des Klosters Sparpos verbracht unb fei später auf griechisches Gebiet übcrgesührt worden, wo er in den Dörfern Misalar und Karapunar bisher verborgen gehalten worden fei. Gestern nacht fei er von beit Räubern bis zur Grenze geführt unb fobann freigelassen worben. Das Lofegeld würbe, wie die Depeschen im Gegensatz zu der Meldung aus Saloniki besagen, nicht entrichtet, nur soll Richter den Räubern von Deutschland aus eine an­gemessene Summe seitdem

Der Familie des Ingenieurs Richter ist demLokalanzeiger" zufolge noch keinedi rekte Nach­richt seitens des Befreiten zngeganaen. In dem einfachen Haus finb Angebote aller Art von Photographen, Buchhänblern, Theater- unb Vortragsunternehmern ein- gegangen. ___________________________________

Steigende Aussichten für den früheren Schah von

Persien.

.Astara, 24. Aug. Die Führer ber Schahse- wennen gingen mit Modjeljal es Sultaneh an ber Spitze zum Exschah über. Die Schahse- wenneir sind in der Umgebung A r d e b i ls konzentriert. Die Zitabelle ist von ben Behörden verlassen. Alsd ie Regie­rungstruppen erfuhren, daß der Gouverneur von Arbe- bil sich weigere, borthin zu ziehen, stellten sie sich unter bas Kommando von Modjeljal es Sul­taneh, ber unter dem Jubel der Bevölkerung mit den Schahfewennensührern zur Zitadelle zoa. Darauf lvurde zu Ehren Mohammed Alis Salut geschossen. Die Lokalpolizei ist aufgehoben unb der Schutz den regulären Truppen anbertraut. Das russische Detachement, wel­ches in der 'Nähe Ardebils lagert, kommandierte Patrouillen zum Schutze der russischen Untertanen in die Stadt.

. ^arienborf bei Berlin wurden gestern nacht die beiden Brüder Brehmer aus bei Straße von dem Arbeiter Roh­mann hinterrücks üb er fall en und durch Messerstiche schwer verletzt, ^ste wurden tn bedenklichem Zustande in das Kranken­haus eingchcfert. Der Tater wurde verhaftet.

Ein HKiges Unwetter, das über München uitb den baye- N.chen Wald niedergmg, richtete namentlich in den Vororten, ' grogen Schaden an. In München wurden m c h r e r e P e r s o n e n verletzt. '

Vermischter.

^DernatürlicheSchlaf. Bei dem heutigen Kampf ums Dasein und der nervenaufreibenden Jagd nach Erwerb ist die Schlaflofigkeit eine sehr verbreitete Krancheit. Alle Mittel, die dagegen an gewendet werden, wirken auf die Dauer schädlich unb verjagen schließlich gattz. Ein in den Anfangszuständen ber Schlaflosigkeit viel angewanoteö Mit- .. , . . _ tet, durch reictstichen Genuß von alkoholhaltigen Getränken

,te letzten '^age (ber 21., bic sogenannte Bettschwere zu erreichen, ist auf die Tauer >iugu|tj brachten ins ebenso schädlich wie Die vom Arzt verordneten Schlafmittel

Deutsches Reich.

Gegenüber ber Meldung eines Berliner Blattes, daß der 15, Januar 1912 als Termin für die Reichs­tagswahlen in Aussicht genommen sei, wird vom Wolfs-Burean amtlicherseits mitgeteilt, daß darüber noch keine Bestimmung getroffen ist.

Ausland.

Aus Paris wird gemeldet: Unter dem Verba chte ber Spionage wurden zwei f r a n z ö s i s ch e I n g e n i e u r e in O r e n s e an der portugiesischen Grenze verhaftet.

Nach dem endgültigen Reiseprogramm nürd ber tür­kische Thronfolger sich zunächst nach Kilija begeben, wo cm Empfang von dem König von Rumänien und ein Gala- dmer stattfinden wird. Die Ankunft in Berlin erfolgt am 31. August.

^ev. türkische Großwesier, der die Leitung des Mrnistermms des Aeußern übernimmt, unternimmt Mitte Sep­tember die angekündigte Europa reise. DemTanin" zu­folge begibt sich der Großwesier nach Berlin und London. Während seiner Mwesenhcit kommt Risaat Pascha nach Konstan- tinopcl, um das Ministerium des Aeußern interimistisch zu leiten. Rifaat Pascha legte auch sein Mandat als Deputierter für Kon­stantinopel nieder.

Der türkische Minister des Aeußern, Rifaat Pa > ch a , ift zurückgetrete n. Seine Ernennung sunt Bot- ich<Nter in Pari s wird morgen veröffentlicht.