Ausgabe 
25.8.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.

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Bei um Gottfried Kellers in den Österreichs'Men Alpen und tollte

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heim in der bayerischen Rheinvial; Bon 1862 bis 1902 lehrte er in Valle Fitting ift u. a. Tr. jur. hon. causa der Universität Bologna und Tr. phü. h. c. von Valle. Exzellenz Tr. meb/ Bernhard SigmunD Schultze, ement. ord. Professor der Ge- bunshilfe an der Gynäkologie an der Universität Jena, begeht am 28. August das 60jähnge Tokwrjubiläum. Er Hebt im 85. Lebens- Die 3ntcrnationalc Ges u n o he i t - ko n s e- rein wird am 10. £ hebet in Pans imMinisterlum des Aeußern tufammenimen. Vertreter von 40 Staaten werden daran teil- nehmen. Tic Bestimmungen der Monieren» vom Jahre 1903 werden in wirtschaftlicher und diplomatischer Hinsicht redigiert werden, um Den technischen Errungenschaften und den wahrend dec leyten Epidemien gewonnenen Erfahrungen Rechnung zu tragen. Tr. Kurt Mickoleit, der unter dem Namen A. K. Ziel o bekannte lyrische Tichiet, ist in Berlin, 37 Jahre alt, infolge eines typhösen Leidens gestorben, das er sich auf einer Orient- reise zugezogen hatte.

Eine Gottfried-Keller Erinnerung Aus Lee am Mondsee wird gemeldet: Ter Dichter desGrünen Vein riet1 hat int Salzkammergut ein Denkmal erhalten Jin der linken

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»u lesen ist:Vier wohnte und dichtete Gottfried Keller. Im Sommer 1873 Tie Ta'el ist cm: tithmmig des Steuer Psycho

r. Lieg mund E^ner und fall die Erinnerung an " ~'ictier» m see sesthaltcn. Es war der erftr

. MtS. seinen 80. Geburtstag.

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enternber in Karlsruhe statt. 2er Geh. Justizrat Tr. jur. et phtl. Hermann Fitting begeht am

"b-richlvom 23.Hu>. *' Bullen 00), flälbet 873,

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Die Mona Lisa.

Tic g e st o h 1 e n c Mona Lisa ist noch nicht g c - sundeu. Tie Pariser haben deshalb noch immer Gelegen­heit zu den abenteuerlichsten und kühnsten Vermutungen .ite über den Diebstahl cingeleitctc Untersuchung ergab, da« lieh der Dieb durch eine für je denn atm offene Tür, die das i'iuieunt mit dem Saal der Gipsabdrücke verbindet, ungestört ins erreic be­geben konnte. Tnrch einen Versuch wurde icstgestcllt, datz em geschickter Arbeiter ein Bild von der Grötzc derGwconda in zwei Minuten von der Wand entfernen konnte. ^Tte Zeit­schriftI 11 u ft r a t i o n" schreibt einen Preis von 1U OOO Francs jur denjenigen aus, der es durch feine Angaben ermöglichen solle, den Ort ausfindig zu machen, wo gegenwärtig die ,,Gw- tonba" versteckt ist, und ferner einen Preis von 40 000 tfrefi. jur denjenigen, der das Bild Der Leitung derIllustration" überbrin­gen sollte. Falls dies noch vor dem 1. Sept geichehe, ioerDt der Preis auf 45 000 Francs erhöht werden, -ter Raub hat, wie nun ieftgeftcllt ist, zwischen 7 und 8 Uhr am Montag vormittag itattgefunben. Am iDZontag nachmittag bat ein etroa 40jahriger Mann bei einem Kunsthändler eindringlich etn Bild das er ver­hüllt unter dem Arm trug und das ein lehr altes FrauendildniS ivar, zum 'laufe angeboten (!.- -rer stau' wurde abgelehut, weil bei Besitzer des Geschäfts nicht zugegen war. Ein Beamter erklärte dem Untersuchungsrichter, er habe am Mon- tag vormittag auf dem Orfey - Bahnhof einen Mann mit einem in einer Pferdedecke ringetcblagcnem Bild in großer Eile^iu einen Zug nach Bordeaux cmftcigcn sehen. Ter BabiUwi Lrien be­findet sich in der Nähe des Louvre. Tie Lichcrheitsbehorde wurde benachrichtigt und nahm Nachforschungen in der Richtung nach Bordeaux auf. Ter Tiebstahl an derMona Lva"ir etwas fo Ungeheuerlick>es, daß man in weiten Kreisen noch immer nickst recht daran glauben will. Das Publikum bezeugt bas lebhafteste Interesse und die Eamclots, wclck)c Photographien fes Bildes in den Straßen verkaufen, machen gute Geschäfte, -ite bereits mitgeteilte Preisaussetzung der WochenschriftIllustration" berührt nach einem Privattelegramm der Frist Ztg. wie em Tadel für die Verwaltung, welche sich ganz auf das Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung zu verlassen scheint. Der Wächter des Saales, in dem sich das Bild befand, war am Montag morgen beurlaubt. Lein Stellvertreter, der auch die große ©alerte ju überwachen hatte, nahm an den ReiiiigungSarbetten teil, -tic Entrüstung gegen die Verwaltung nimmt ;u, je mehr Einzelheiten bekannt werden Die Polizei wurde erst Dienstag nachmittag benachrichtigt. Das Louvre wurde im Laufe des feurigen Tages wiederum bis in die lert-.m '<8ir.Lt unternicbi, ob/, lec.s Ergebnis. Tie geriduiiu: llr.i.f nng ist bis icpt cbcino aus sichtslos gewesen. Auf ehr An-eige bin l?at der llntcr'iichungs richter Veranlassung genommen, gewissen Reisenden naa uforn. eii. welche sich Dienstag mittag auf dem TamoferLa Champagne"

haben. Tas ist zweifellos, ba cs gleichgültig ist, ob cm ftentrumsmann oder ein Sozialbernokrat noch kurz vor ^vressck'lun in ben Reichstag einzieht, ganz fclbftrcr stündlich Ta bei den Blockivahlen von 1907 für das Zentrum in der Stichwahl 33307, für die Sozialdemokratie dagegen 25 233 Stimmen abgegeben wurden, dürste der Sieg des Zcntrnmskandidaten Tr Friedrich sicher feilt, aber

1, daß die Mitglieder der Liberalen Vereinigung sich wirklich ihrer Stimmen enthalten und das Zentrum nicht wegen der Rcichssinanzresorm und wegen der Modernistenverfolgung eine Einbuße an Stirn men erleidet. Tie Entscheidung, ob das Zentrum oder die Sozialdemokratie in Düsseldorf triumphiert, steht daher auf des Messers Schneide.

Weit schlechter dürfte cs mit dem Besitzstand des Zen trums in Kon st an- ausfehen. Denn der bisherige Per tretcr des Wahlkreises, Friedrich Hug, war eine wegen seiner Ebaraltereigenschafteii so beliebte Persönlichkeit, daß sich gegen ihn im Januar 1907 die liberalen Wähler nur schwer mobil machen ließen. Heute aber, wo er gestorben ist, erlischt dieses persönliche Moment, und die im Jahre l'.>07 gegen ihn abgegebenen 8596 liberalen, sowie 2565 sozialdemokratischen Stimmen werden bei der Nachwahl ein kräftig Wort mitzusprcchen haben, zumal sie durch die aus dem liberalen Lager damals nicht gegen Hug abgegebenen Stimmen eine Verstärkung erfahren, wenn das Zentrum nicht einen gleichbeliebteu Kandidaten aufzustellen in der Lage ist. Ta ihm das aber schwer fallen dürfte, stehl es hier schlecht um das Zentrum. Seine Aussichten, den Wahl- kreis Konstanz zu behaupten, sinken aber noch tiefer, wenn man berücksichtigt, daß die ZecktrumSwähIerstimmen von 1907 (14 327) heute nicht mehr zstfammeugebracht werden dürften, weil die ReichStagsfraktion I>eS Zentrums sich Bet vielen ihrer Wähler durch ihre seitherige Haltung unbeliebt

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Halber unb Schale auSw

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wählen zu verzichten. Aber wir meinen, der Reichs.analer sollte dieses Begehren ablchnen schon darum, weil c.. rote cs heißt, die Absicht hegt, noch kurz vor Toresschluß m-futtge tbesetzesvorlageii, tvie vor allem die Penfioiisversichcrung der Angestellten und die Strasprozcßordniiug durch den Reichs tag verabschieden zu lassen.

Jahre Professor an ________ gewesen ist, hat in _ der königlichen Familie in Beziehungen gestanden Er hatte dem ermordeten Herzog von l porto, König Manuels Lnkel, im Englischen Unterricht erteilt, aber später, seiner repu- blikanftchen Ueberzeugung wegen, die Beziehungen ab­gebrochen. Präsident d'Arriaga ist bereits 7.5 Jahre alt.

nd Schate mittdmä&.a Prrft Durch.

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5entrumsnatt)roahkn.

Die Behauptung, daß derZentrumsturm" unerschüt terlich sei, ist heute nur noch eine fromme Sage. Das 1 Zentrum hoffte bei der Nachwahl in Lindau-Jmmenstadt, wo der Kandidat der Bereinigten Liberalen, Tr. Thoma, den Sieg gewann, bis zu den Reichstags,ieuwahlen mit einem blauen Auge davongekommen zu fein. 9hin aber hat es die wenig erfreuliche Aussicht, in drei Reichstags- Wahlkreisen, nämlich in T ü s s e l d o r f, K o n st a N z und Ratibor, seinen Besitzstand noch vor den Januarwahlen verteidigen zu müssen, tveil diese Wahlkreise durch den Tod der Zentrumsabgeordnelen Kirsch, Hug und Frank erledigt sind.

Das ist natürlich in einer Zeit, wo sich der größte Teil des deutschen Volkes gegen die Bülowstürzer vom Jahre 1809 wende,, und die seit dem Sturze Bülows er folgten Ersatzwahlen das Ergebnis hatten, daß heute im Reichstag keine Mehrheit für die Ablehnung der Nachlaß steuer mehr vorhanden ift, dem Zentrum höchst unangenehm. Seine Kollegen von der Reichsfinanzreform, die Kvnscr vativen, haben die Zeche bereits mit einem Teil ihrer Hochburgen, so besonders in Lletzko-Lnk und Labiau-Wehlau, bezahlen müssen und auf ihre Hilfe kann man sich, da es Monferoatioe am Rhein und in Baden kaum gibt, nur in Lppeln verlassen. Dazu aber kommt, daß das Zentrum, worauf schon der Wahlausfall in dem fast gan§ latholischeu Wahlkreis Lindau-Jmmeustadt hinwies, feiner Wähler keineswegs mehr sicher ist. Tenn auf die gebildeten Zen- irurnswähler hat die vorn Vatikan beliebte Modernisten Verfolgung zweifellos verstimmend gewirki. Auch barüber, baß es im Zentrum zwischen dem aristokratischen und deuiokratifcheu Flügel, im Katholizismus selbst zwischen der Kölner unb ber Breslauer Richtung, gärt unb brobclt, barüber Tann uns selbst ber an sich pompöse Katholikentag in Mainz nicht hinwegtäuschen - er war lebiglid) eine Schaustellung, kein Beweis für die '.Viadit des Zentrums unb bes durch diese Partei repräsentierten Katholizismus.

So befindet sich das Zentritm angesichts der drei ihm bevorstehenden Ersatzwahlen in einer recht üblen Lage. Ärcilid, Düsseldorf wird von ihm wahrscheinlich ge­hauen werden können, aber nicht aus eigener Macht, so,' bern nur deshalb, weil es in Düsseldorf einen Kandidaten in der Person des Dr. Friedrich aufgestellt hat, der in allen politischen Farbennuaneen schillert Ist er doch gleichzeitig Mitglied des Zentrums und des bet dem Zen­trum so sehr verhaßten Hansabundes. Zweitens aber be­findet sich das Zentrum in Düsseldorf deshalb in einer anscheinend glücklichen Lage, weil die dortige, National liberale unb Fortschrittler umsassenbe Liberale Bereinigung für sick) feinen jelbftänbigen Kaubidaten bei der bevor- gehenden Ersatzwahl ausgestellt hat, und die Christlich- Sozialen, sowie die Temotraten mit iljYen Zahlkanbidaturen bem Zentrum nur Vorschub leisten. Es ist ja nun gesagt worden, daß die Liberale Vereinigung sich aus dem Grunde der Ausstellung eines eigenen Kandidaten enthalten habe, weil sie in der Stichwahl weder bem Zentrnmskandidaten Tr. Friebrich, nod, byn Sozialbemokraten Haberland ihre Unterstützung zuteil werden lassen will, um für bie tXcid)^ tagsneuwahlen beiben Parteien gegenüber freie Hand zu

V o ui I n t e r u a t i o u a l e u G c o a r a p h i s ch c n K o n grcß in Rom. Tas Programm des Internationalen Gco gravhentage? in Rom, der vom 15. bis zum 22. Oktober nait- find et, ist icrtiggcftellt und die aiiiagcn auf die ergangenen Ein­ladungen find in so großer Zahl cutgciwifen, daß der^Kongrei, bflrui alle bisherigen Geograohentage übertreffen wird. Ter König hat den Ehr en schütz übernommen, den Vorsitz bei den Verhand­lungen nibrt der Präsident der italienischen gcograpin'chen Gesell- schalt Ma r q ui >5 Cappell i Zwei größere gemeinsame Aus­flüge sind vorgesehen: der ein: wird die Geographen nadi jenen Gegenden Mittel- und drorbitaliens ftchrcn, in denen die gco graphischen Verhältnisse zu der Entwicklung besonderer mbuuriellcr die Teilnehmer nacki Sühn alten und Sizilien, wo die vuifaiindieii Gebiete, die Erdbebenzone und die Verwüsmngen der großen Kata­strophe von 1908 besichtigt werden. Im Programm des <f)co» gravsternages ivielt die Südpolarforschung eine besondere Rolle. Wahrend der Sitzungen wird voraussichtlich auch der Herzog der Abruzzen über seine große indische Reise ausführlichen Bericht ablegen.

Malereien, die im Verlause der Grabungen ans Licht gebracht worden sind. Nicht weniger glücklich ist die Auffindung zweier anderer Teile des berühmten Bauwerkes: man entdeckte Teile des Turms und des Portals der Stctc-Suelos, dcc neben Etagen. Nach dem Gaulois, der t.ese interessanten Mitteilungen Deröficnt- licht, sollen die umfahenßen Wicderherstcllungsarbeitcn bereits im kommenden Jahre vollendet sein. Len berühmten Löwcnhof hat man schon von den Trümmern und Abfällen gereinigt, die bisher eine Einsturzgefahr bedeuteten: die Springbrunnen sind nneber* hergestellt und die nötigen Vorrichttingen zu einem geregelten. Waiserablauf geschaffen. Wcgenroärng arbeitet man an der Frei­legung desTurms der Köpfe" und desTurms der Gerechiig- leit". Tic Nachricht, daß man imTurme Der Prinzessinnen'^ an arabisches Museum entrichten wolle, ist inzwischen durch die neuen Funde überholt worden. In der Tat ist ein arabisches Dkuseum bereits in Bildung, aber die Funde bei den jüngsten Ausgrabungen und Wiederherstellungsarbeiten smo so zahlreich, daß die Sammlung in dem unvrüngiich in Äusucht genommenen Turme nicht genügend Platz smden roürb:. Nach bem Rachrum der Ausstellungsgegenstände würde nur noch das Schloß Karls V, die genügend großen Räumlichkeiten bieten können.

Kurze Nachrichten aus Kun st unb Wissen­schaft. Ter bekannte Aesthttiker und Kunsthistoriker Tr. phil. Earl von Hemde, ement. ord Professor an der Technischen Hochschule zu Stuttgart, begeht am 26. August seinen 80. Ge­burtstag. Tie Versammlung her s ü d w e st de u t scheu Irrenärzte findet in Verbindung mit ber Versammlung Teut- scher Naturforscher und Äerzte in der Zeit zwischen dem 24.

Die Präsidentenwahl in Portujal.

Gestern ist in Lissabon ber Präsibent ber Republik Por­tugal gewählt worben. Wir erhalten barüber folgcnbc Nadfrimtcn:

Lissabon, 24 Ang Aus Anlaß ber Präsidentenwahl berridit in der Umgebung des Parlamenlögebändes lebhafte Bc rcegung. Tic neue Verfassung wird morgen i u .'traft treten. Samotaa wird die Wahl von 71 Senatoren vorgenommen, welche die 9lbgcorbnctfn ans ihrer Mitte wählen. Die Senatoren muffen älter als dreißig Jahre fein.

Arnaga i ft mit 121 S t i m m en zum Prä , identen der Republik gewählt worden An der Wahl nahmen 217 Deputierte teil. Um 3 Uhr 45 Miu verkündete der Präß- bent, daß auf Manuel 91 r r i a g n 121, und auf Bernar­dino Machado 86 Stimme n gefallen wäret,, oheid) dar­auf erklärte er unter stürmischem Bcisall der Kammer nnb ber, Zuschauer Arriaga al S Präsidenten ber Republik gewählt Dann sorderte der Deputierte Braameamp den neuen Präsidenten auf, f i ch auf die Verfassung zu ver- vf licht en, was dieser mit folgender Erklärung tat:

Ich versichere feierlich auf meine Ehre, die Vertanung ber Republik aufrichtig und treu zu wahren und zu bcobackiten, die Gesetze zu erfüllen, das allgemeine Wohlergehen der Nation »u fördern, die Integrität und Unabhängigkeit des vortugte* hieben Vaterlandes zu sichern und zu verteidigen."

Salven der Artillerie zu Wasser und zu Lande kündigten, die Beendigung her Wahl an, iväbi nd die Truppen vor dem Parlament salutierten. Nach dem Eid auf die Verfassung hielt Arriaga eine kurze Ansprache, in der er riet, die Irrungen der Vorsahren zu vergessen und in der er die republi* lani'che Partei auifordcrte, einig zu sein zum Wohle des Vater­landes und zur Aufrechterhaltung des neuen Regimes, -später zeigte er uch auf dem Balkon des Palais der Menge, d,e ihn mit langanhaltendem Beifall begrüßte

Nach der Dahl fuhr Präsident Arriaga nach dem Belcm- Palast, wo er bie Glückwünsche der Deputierten und der Minister' entgegennahm. Daraus kehrte er in seine Wohnung zurück. Hier hielt 9)i i n t ft c r p r ä f i b c n t Braga eine Glückwunsch- rede und bot die Demission des Kabinetts au. Arriaga pricS in seiner Antwort die großn, Verdienste des ersten Minifieriums bei Republik und bat dieses, die Geschäfte wciterzusühren bis zur Bildung des neuen Kabinetts, die in einigen Jagen üattfmbcn wird.

Hr. 199 Erstes Blatt W. Zahrgang Srcitag, 25.,AMst Ml

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rimiahme von rinz.igen Rototionsbrud und Verlag der vrühk'fchen Unio.-Vuch. und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. LrpedUion und vruckerek: Stvuinraye r. Lheß: für een M Büdingen: $em|preditr Nr. 50 »efdiäflsflene Batjntjofttrafce 16a. Mm.iaent.d-. t>. «---

gemacht hat. So erscheint Konstanz für das Zentrum ber loren und wird dem Liberalismus zufallen müssen, wofern es nur gelingt, ber Sozialbemokratie ben liberalen Kanbi baten schmackhaft zu machen.

Weniger übersichtlich sinb bie Verhältnisse im Wahlkreise Ratibor unb auch weniger interessant, weil es sich hier mir UM die Frage drehen kann, ob bei der Nachwahl wieder ein Zenlrunlsmailn ober nicht ein Pole gewählt wird. Tenn bei ben Blockwahlen brachte cs bas Polentum fchou auf 4591 Stimmen, und wenn cs and) damals dem Zentrum, bas 11411 Stimmen auf sich zu vereinigen wußte, unterlag, so erfolgte biefer Sieg bes Zentrums boch nur mit der tnappen Mehrheit von 421 Stimmen, ba ber Reichspartei 3105 unb ben Sozialbemokraten 1294 Stimmen zufielen. Seit bem Januar 1907 hat fidi aber bas Polentum im Wahlkreise Ranbor außcrorbenllid) vermehrt unb auch bic Svzialdcrnolratie bürste bic Zahl ihrer Wähler erhöht haben. Es besteht baher für bas Zentrum bic Gefahr, baß es bicsmal bic über bic absolute Mehrheit hinausrcichenben 421 Stim­men verliert unb es minbcstens zur Stichtoal)l kommt. £b hier bie Rcichsparlei bem Zentrum feine Unterstützung leiht, mag unerörtert bleiben. Geht bic Reichspartet aber nicht mit bem Zentrum gegen bas Polentum bei ber wahrschein­lichen Stichwahl vereinigt vor, so bürste bas Zentrum nud) diesen Wahlkreis verloren haben. Es mag ja sein, baß ebenso wie im Wahlkreise Konstanz auch in Ratibor die Parteien ben Reichskanzler bitten, bei ber Kürze ber nod) bem ictiigyi Reichstag zustehenben Lebensbauer auf Ersatz

üt 3t. Nazairc nach Südamerika eingeschisst haben. Ta man auf dem Sckutzglase eine Reiste vou Fingerabdrücken getunben bat, hat heute bv Polncipräfcktur die Fingerabdrücke von allen WäckUcrn, Arbeitern, Photographen und Kopisten ge­nommen, die letzten Montag im Louore Zutritt hatten.

Nach ber Versüssung wirb bic Amtszeit bes Präsibentett Dr. Manuel d'Arriaga vier 3ah r c bauern Eine Wieberwahl ist ausgeschlossen Die Bezüge bes Prasibenten sinb auf 80000 Mk. Gehalt unb 26 oou Mk. Reprascntatioiisgelber festgesetzt. Tem Präsibenteii ist kein Palast als Amtswohnung angewiesen nnb seine Familie genießt bei offiziellen Veranstaltungen keinerlei Borzugs- Tcr Präsibent, ber früher Rechtsanwalt und ber Universität

auch der einzige bleiben.

Neue Entdeckungen in der Alhambra Man wirb es mit Freute vernehmen, daß die spanische Regierung die immer bringender gewordenen .'.rbeiten zur crholmng d.r Al bambra nun mit großem Eifer m AngrE' genommen hat. Gleich am An'ang der Tätigkeit ftnd bic Fruchte des T. .rles mäu au? geblieben: bei den notwendigen Grabungen uno Freilegungen machte man ein- ganze Reih: mterevanur Emdeckunger So gelang bie Auifinduna einer bisher unbekannten Trevve, unter den Ponalgäne:: fand man große au eget ante . . : ci; *-. sowie die Ueberr. 'r: eines alten Tcick cs, der ost: - c agtciun in feinen ur-prunglichen primitiven Zuirand zurückversetzt iverden kann. Besonder» auft'chlußreich sind aber bic bizarren WanL-