Ausgabe 
27.10.1911 Erstes Blatt
 
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8^ Auertfesellschaft, Berlin 0.17

OSRAM

auf den 12. November zu einer Tagung nach Berlin ieinherufen.

Der bayerische Kammerpräsident D'r. v. Orter er gab int katholischen Kasino in München int Verlaufe einer Rede zur Wahlparole des Reichskanzlers folgende Stellungnahme des bayerischen Zentrums kund:

Im Neichstagswahlkreise werden wir mehr oder weniger allein stehen. Wir haben keine große Verlegenheit um eine Wahl­parole. Der Reichskanzler hat im Reichstag ein Arbeitswahl­programm aufgestellt. Aber so wichtig und bedeutsam die Worte des Reichskanzlers sind, man könnte ihnen gegenüber doch sagen, das; es sich um ein bißchen mehr handelt: Wir wollen Brot, aber auch noch anderes. Noch höhere Güter der Nation lind zu schützen, zu -bewahren und zu mehren. Wie es damit steht, hatte der Reichskanzler auch sagen können. De!m Derrn Reichskanzler ist ja doch die Aussprache über die päpstliche Enzyklika nicht fremd, auch nicht die Frage der Feuerbestattung und die Frage des Modernisteneides. Alles das mahnt doch sehr zur Vorsicht." .

Tas bestätigt nochmals, daß der Reichskanzler mit feiner Wahlparole auch auf das Zentrum nicht rechnen kann.

Tie Redaktion des ^Freien Volkes"-teilt demBerliner Tageblatt" folgenden ver t r auki ch en E r l a ß d es b atz- risch e n K r i e g s m i n i st e r i u m s an die b a y e r i s ch e n Reserveoffiziere mit:

Ein Offizier eines-nicht bayerischen Kontingentes hat vor der Stichwahl<zu einer parlamentarischen Körper­schaft zur Wahl eines Mitgliedes der sozialdemokra­tischen Partei öffentlich aufgefordert und sich auch sonst in diesem Sinne agitatorisch betätigt. Diesem Offi­zier ist daraufhin der Abschied erteilt worden. Bei einem derartigen Vorkommnis wird auch in Bayern die Verabschiedung herbeigeführt werden.

Tie vereinigten nationalen ^Parteien vom Wahl­kreise Recklinghausen haben als Kandidaten für die kommende Reichstagswahl den Kaufmann Schür Holz in Herdes-Dorsten aufgestellt.

Ausland.

DieTägliche Rundschau" meldet aus Wien: >Das Ent­lassungsgesuch des gesamten Kabinetts Gautsch steht unmittelbar bevor. Man erwartet rin Uebergangsministermm unter dem bis­herigen Unterrichtsminister Grafen Stuergkh.

-Aus Petersburg )vird gemeldet: In der Bersandstelle des Amtes, in dem die Staatspapiere angefertigt werden, wurde ein großer Diebstahl entdeckt: 200000 neue Kreditbillette, die nach der Staatsbank gebracht werden sollten, sind gestohlen worden. Ajnf den Billetten fehlt die Unterschrift des Kassierers und des Direktors. 'Tie geswhl'enen ztreditbilletS wur­den in dem dem Rauchzimmer nahen Kassengewölbe unter Schrän­ken und Kisten ausgefunden. Es> fehlen nur 400 Rubel. Unter dem Verdacht des Diebstahls wurden süftt f G e l dz ä h l e r ver­haftet.

Die Vuchdruckertarifvechandlungen.

Wie wir bereits mitteilten, begannen am 25. September Dis Tarifverhandlungen der deutschen tariftreuen Buch- druckerschaft. Am 7. Oktober erreichten sie ihren Abschluß. Mso fast 14 Tage gebrauchte man zur Neugestaltung eines Tarifs, dem die beiderseitigen Tariffunktionäre ihre Zu­stimmung -gaben. Dabei ist von morgens früh bis abends spät in Plenarsitzungen und mehrfach bis in die Nacht hinein in Kommissionssitzungen beraten worden. Um das zu ver­stehen, müssen wir etwas ausführlicher auf die'Organisation eingehen. Der Tarifgemeinschast -gehören 7659 Firmen in 2158 Orten und 64 031 Gehilfen an. Der Buch­drucktarif mit Kommentar (der auch als Ge­setz gilt) stellt ein ziemlich dickes' Buch dar, in dem außer den Löhnen die Rechte urib Pflichten beider Parteien bis ins Kleinste aufgeführt sind. Die Darifperiode erstreckt sich über fünf Jahre. Vor Ablauf dieser Zeit wird der Tarif durchberaten und über Aenderungsanträge, die beiderseits von vier Kreisen bis 1. Juli des letzten Tarif­jahres eingebracht Menden müssen, (ganz Deutschland- ist in 13 Kreise ein geteilt), beraten und abgestimmt. Die eingehen­den und oft langwierigen Verhandlungen über Aenderungen einzelner Bestimmungen wollen wir hier nicht Vorbringen, sondern nur die wichtigsten, den Laien hauptsächlich inter­essierenden Lohn fragen. Außer einer allgemeinen Lohn­erhöhung um etwa 10 Prozent hat eine Verkürzung der Ar­beitszeit von wöchentlich.531/2 auf 53 Stunden stattgefundeu, sowie eine teilweise Erhöhung der Lokalzuschläge. Letztere sind z. B. -in Gießen, Marburg, Nauheim, Friedberg von 5 bzw. 6V3 aus ?V2 Prozent erhöht. Das Minimum des gewissen Geldes wurde erhöht für Neuausgelernte im ersten Oehilfenjcchr von 18 auf 19.50 Mk. 4- 7i/2 Proz., für Gießen = 20.96 Mk.; für Gehilfen bis 21 Jahre von 23 auf 25 Mk. 4- 71/2 Proz., für Gießen = 26.88 Mk.: für Gehilfen von 2124 Jahren von 24 auf 26 .Mk. -s- 7y2 Proz., für Gießen = 27.95 Mk.; für Gehilfen über 24 Jahre von 25 auf 27.50 Mk. + 71/2 Proz., für Gießen= 29.56 Mk. Gehilfen, die 3 Mk. über das Minimum bekommen, nehmen an der Lohnerhöhung teil. Die an den Setzmaschinen beschäftigten .Gehilfen bekommen das örtliche Handsetzerminimum plus 25 Proz. Ausschlag. Ein Maschinensetzer über 24 Jahre bekommt als .Minimum für Gießen 36.96 Mk. Hierbei ist zu bemerken, daß die Setzzeit für letztere täglich von 7l/2 puf 8 Stunden erhöht wurde.

Viele Orte haben -also nach diesen Aufstellungen- mit einem allgemeinen Lohnaufschlag bis zu 15 Proz. zu rech­nen. Der Gehilfenschaft ist eine Lohnaufbesserung, nament­lich in diesem Jahre, in dem manche Lebensmittel recht teuer sind, gewiß -zu gönnen. Es handelt sich aber nicht um eine Teuerungszulage -für das nächste Jahr, sondern um die Festlegung -der unteren Lohngrenze für die nächsten fünf Jahre.

Da ist doch'die nächstliegende Frage: Sind die Arbeit- geber in der Lage, diese Mehrbelastung» aus den jetzigen Einkünften selbst zu tragen oder aber durch entsprechende Preiserhöhung hereinzubringen. Betrachten -wir zunächst die reinen Lohndruckereien. Bei der letzten Lohnregulie­rung vor fünf Jahren handelte es sich um eine Lohnerhöhung Don etwa 10 Proz., außerdem wirkte eine Materialverteue- rung außerordentlich preissteigend. Da die Preise für Druck­sachen sehr schlecht waren, versuchte man sie durch die Her- misgabe eines Druckpreistarifs für ganz Deutschland auf die normale Hohe zu bringen, die einen entsprechenden Ber- inenlt gewährleiste. Daß dies nur in den wenigsten Fällen gelingen ist, steht heute fest, und welchen Verdienst die Lohudruckereicu abwerfen, können am besten die Steuer

einschätzungskommissioiieii beurteilen, trotzdem sie oft genug noch eine geschminkte Darstellung bekommen.

Wenn z. B. ein Gehilfe 30000 Mk. zur Verfügung hat, gründet damit eine Druckerei und hat einen Rohgewuin von 3000 Mark, so hat er noch keinen Pfennig verdient, denn 10 Proz. Abschreibungen muß er mindestens vor­nehmen, will er sich nicht selbst betrügen. In solchen Fallen wird meistens bei -der Steuererklärung gewiß noch eine Einnahme angegeben, schon, um nicht in Mißkredit zu kommen. Das ist eine große Selbsttäuschung, der die andere folgt oder schon vorausgcgangen ist, daß man glaubt, selbst bei den niedrigsten Preisen für eine Drucksache noch etwas zu verdienen. Derartige Existenzen werden von dem Druck­sachen benötigenden Publiiüm, Behörden wie Privaten, häufig dazu benutzt, die Preise allgemein herabzudrücken; auch gibt es unter den Verlegern genug, die sich dieses Mittels gerne bedienen. Irgendwoher weiß man sich ein abnorm billiges Angebot zu verschaffen und versucht damit, die Preise der Konkurrenz herabzudrücken und macht dann meist noch eine saubere geschmackvolle Arbeit zur Bedingung. So ist es selbst den solidesten Firmen nicht möglich gewor­den, die im Preistarif sestgelegten Sätze durchweg auch nur annähernd zu erreichen Die bedeutend erhöhten Her- stellungskosten'siiid also nicht vorwiegend von den Bestellern, sondern zum größten Teil von den Druckereien getragen. Zu diesen uneinvriuglichen Mehrausgaben tritt nun iim nächsten Jahre die neue Lohnerhöhung. War es also in deii letzten fünf Tarif;ahren nicht möglich, die Lohnerhöhung von 1907 einzubringen, wie soll es da mit der neuen Er­höhung werden? Diese Belastung wird in den überwiegen­den Fällen in voller Höhe durch die Druckereien getragen werden müssen, sie werden also von neuem belastet, und es ist zu befürchten, daß viele diese neue Belastungsprobe nicht aushalten wenden, wenn nicht ein ganz anderes Solidaritäts- gefühl platzgreift. Daß eine Qualitätsarbeit, auf die in den letzten Jahren von allen Seiten endlich wieder mehr Gewicht gelegt wird, bei so außerordentlich gedrückten Prei­sen schwer zu ermöglichen ist, oft direkt ausgeschaltet wer­ben muß und so künstlich zutückgehalten wird, wollen wir hiev nur beiläufig erwähnen.

Schleppen sich die wirtschaftlich Schwachen wirklich noch einige Jahre hin unter den jetzt herrschenden Konkurrenz­verhältnissen, so findet in fünf Jahren sicher ein großes Aus kehr en statt. Dann wird die Gehilfenschaft mindestens einen Fonds von 12 Millionen Mark besitzen und schon ver­möge dieses Besitzes eine neue Mehrforderung durchdrückeu. Die Preisschleuderer müssen dann von der Bildfläche ver­schwinden und erst danach, werden die Preise zu normaler Höhe gelangen ober ein Krieg zwischen Arbeitgebern und Ar­beitnehmern wird unvermeidlich'.

Also dem Lohntarif steht der Preistarif gegenüber. Die Löhne müssen in voller Höhe bezahlt werden, die Druck­preise dagegen werden nicht -gehalten, weil den meisten Druckern die Einsicht -oder das Rückgrat fehlt. Alle Bäcker nehmen für die Semmeln den gleichen Preis, aber Fracht­briefe, Postkarten, Paketadressen und dergleichen gebräuch­liche Sachen kann man bei gleicher Papierqualität zu nicht zu erklärenden, voneinander abweichenden Preisen beckom- men. Während die Arbeitnehmer durch die begehende Lohn­regulierung in ihrein Einkommen ständig fortschreiten, sind die Arbeitgeber infolge der jetzigen ungesunden Verhältnisse nicht imstande, Schritt zu hallen, sie bleiben weit zurück.

Ein -anderer gefährlicher Punkt des Lohnlarifs ist die Festsetzung eines M i n d e st lohnes. Dem müßte natur­gemäß auch -eine Mindestleistung gegenüberste'hen. Bei dem Emporschnellen der Löyue und den schlechten Preisen für Drucksachen ist es ganz selbstverständlich, daß die Mindest­löhne immer mehr N-ormallöhne werden müssen. Die Minderbegabten oder schlecht Ausgebildeten erhalten also unter Umständen mehr als sie zu verdienen imstande sind, während bis jetzt wenigstens jede Mehrleistung durch höhere Löhnung anerkannt wurde. Im Jahre 1910 wurden ent­lohnt : zum Minimum 35,6 Proz., über Minimum 61,5 Prozent, unter Minimum 1,7 Prozent. Es liegt daher im eigensten Interesse der Buchdruckereien, für eine mög­lichst gute Ausbildung der Lehrlinge zu sorgen. Aber auf diesem Gebiete wird auch durch die Gehilfenschaft viel ge­sündigt. Recht häufig komm- es vor, daß junge intelli­gente Leute vor diesem Berus graulich gemacht werden. Das Gespenst der Lungenkrankheit u. bergt, wird ihnen gezeigt, trotzdem es heute wohl la um einen gl eich gearteten Beruf gibt, für den in hygienischer Beziehung so' viel ge­boten wird- und in dem Die Sterblichkeitsziffer so zurück- gegangdn ist, wie bei den Buchdruckern. Auf der anderen Seite trifft aber auch die Buchdruckereien für den oft recht mangelhaften Nachwuchs die Schuld. Ist es nicht möglich, Leute mit besserer Schulbildung zu erhalten, dann muß eben dafür gesorgt werden, daß 'das vorhandene Lehrlings- material nachträglich gut unterrichtet wird. In dieser Be­ziehung soll man die Weiterbildung nicht den Fortbildungs­schulen allein überlassen, sondern sich selbst helfen. Solche Selbsthilfe verursacht Mühe und auch Kosten, dafür wird aber auch der Erfolg befriedigend sein. Die Klagen über ungenügende Leistung .werden nur bann aufhören, wenn mit der Minimallöhnung auch wirklich eine Minimalleistung Hand in Hand geht. Und es ist wohl ohne weiteres klar, daß der intelligentere und besser ausgebildete Gehilfe auch der leistungsfähigere sein wird. Ein besser vorgebildeter Gehilfe toirb außerdem seine ganze Kraft dem Unternehmen widmen, er wird nicht mit der Arbeitsleistung zurückhalten wie es leider heute so häufig geschieht. Der Erfolg für chn wird ja dann ebenfalls nicht ausbleiben. Daß in dieser Beziehung heute nicht alles in Ordnung ist, geht wohl aus folgender bei den Tarifverhandlungen gehilfenseitig ab- aegebenen Erklärung hervor:Die Verbandsleitung und die Gehilfenvertreter erklären, daß durch die offiziellen Organe der Tarifgemeinschaft der Gehilfenschaft kundge- aeben werden soll, daß ein eventuelles Zurückhalten mit der Leistung verurteilt werde, und daß die einzelnen Ge­hilfenfunktionäre verpflichtet sind, für erforderliche Gegen­maßnahmen zu sorgen."

Im Zeitungswesen liegen die Verhältnisse ähnlich. Ganz große, gut rentierende Zeitungsunternehmungen wer­den die höhere Löhnung tragen können, die mittleren und kleineren Zeitungen werden sehr darunter zu leiden haben viele ganz kleine Zeitungen sowie unsolide Unternehmungen werden nicht fähig sein die neuen Lasten zu tragen. Dabei wird es den großen Unternehmungen am leichtesten die neue Belastung abzuwälzen, den mittleren ist es nicht oder nur unvollkommen und den kleinen meistens überbauet

** In derGesellschaft für Erd- und Völ­kerkunde" begann gestern abend Dr. Kurt Wegener (Göttingen) dje Vortragsreihe mit einem Bericht über Samoa. Diese Inselgruppe besteht im wesentlichen aus vier Inseln: Sawaii, Upolu, Dutuila und Manna. Davon

I 0. Ortenberg Izckofskii für den befa »volle fünf Tage M 'bilden, Kinemaiograp vkignugunacn in all« in ausgiebigster Wei BichmarstS einigen in anderem dem Pi i. Wenings, Menen Sommer t .bemerklich, da die Dori Tas Wasser mußte d. it(innen ivtit Her gcf, cufbet durfte nadj ei'i fcurd) ßrbcuung einer bdfer, ba in bet eit A Unlerhaudlung mit i Muss einer Quelle, ju zerschlagen, da man fann.

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, -Ulrichstein Mi am 1. 9loüei ^biläum als Reck kuacn, Rebgeshain' Mitein und Feldki Asahre, daß er an d K^Mererzilvei sich durch jeme rege ganzen Kassenbezi Gedern, 26. Q ^agelsberger S Msommer nächsten^

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im August 12 962 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 86 000 Mk. = 0,67 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rech­nungsjahres 61668 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 1 773 000 Mk. -= 2,96 Proz.; für die Preußisch-Hessische Eisen­bahngemeinschaft: im August 1911 194 756 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 11 169 000 Mk. = 6,08 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 910 127 000 Mk. ober gegen das Vorjahr mehr 59 644 000 Mk. 7,01 Proz.

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* Warnung. irOiimna ßmlritl vcc Dunkelt) Mlomobil gar nicht Tie Lchutz'nannfchast schlungen streng zu an zeigen vorzugehen.

" Betrüger. Stabten ein Betrüger- sich von Kaufleuten 2 Men ließ und dan Üiann ist 1819 Ja nicht ausgeschlossen, i MZHalb Vorsicht geb,

" Die Besuch - austalt sind täglic

nicht möglich. Abgesehen von- manchen sogenannten Generalanzeigern haben viele leichtfertige Neugründungen, das frühere solide Geschäftsgebaren der Zeitungen außer­ordentlich beeinträchtigt. Ein Schlaglicht auf bie Gewinne der Zeitungsunternehmungen werfen die Veröffentlichungen der Dividenden von Zeitungs-Aktiengesellschaften imZei­tungsverlag". Danach haben von 54 Gesellschaften nur 11 Firmen 10% und mehr verteilt, 17 von 5 9%, 10 unter 5% und 16 0%. . ,

Das ist gewiß kein glänzendes Bild unb wir werden in den nächsten Jahren noch von manchem eingeschlafenen Zeitungsuntemehmen hören, oder vielleicht auch von der milderen Form der Verschmelzungen.

rrn n TMcil hfe bie fern K-fiWs

sind bie beiden -ersten deutsch, währenb die zuletztgenannten Amerika gehören. Die frühere B^eichnungSchifferinseln" ist ganz außer Gebvaulch sgekommen und beruhte wohl auf einer Verwechselung mit den -benachbarten Tonga-Inseln, die früherFreundschaftsinseln" genannt wurden. Wäh­rend nämlich die Tongauer die geschicktesten Schiffer ab­geben, beschäftigt sich der Samoaner nur insoweit mit dem- Meere, als ihm der Fischfang und die Lust am Wassersport als unumgänglich notwendig erscheinen läßt. Dagegen ist die Gasffreundschaft auf Samoa in solch ausgedehntem Mäße zuhause, daß sie auch vor dem hilfsbedürftigen Feinde nicht Halt macht. Verdankten doch bei dem «roßen Taifune^ der im Hafen von Apia der deutschen unfr amerikanischen Flotte je drei Kriegsschiffe vernichtete, viele der Geretteten nur der Hilfeleistung der wenige Tage vorher von ihnen noch beschossenen Samoaner ihr Leben. Diese haben die Weißen stets gern aufgenommen, haben es jedoch verstanden, sich ihre wirtschaftliche Selbständigkeit zu wahren. Sie arbeiten, aber nur für sich und ihre Familie, nicht in frem­dem Solde. Zur Bewirtschaftung des reichen Bodens müssen deshalb chinesische Landarbeiter herbeige^geu werden, nach­dem die Neu-Guinea-Eomp. es abgelehnt hat, derDeut-e scheu Handels- und Plantagen-Gesellschaft" von ihren eignen Arbeitern abzugeben. Der Hauptaussuhrartikel ist i ^Erzeugnis der Kokospalme, die Kopra; daneben kommen noch Kakao, AabaT und Guttapercha in Betracht. Trotzdem

Klima W den heißesten der Erde zählt, macht sich die Hitze doch nicht so ehr fühlbar, weil sie durch den harschen- > den Sudostpassat erheblich herabgemildert toirb. Die täg- ^ «-^^bnmenge ist eine ganz bedeutende (25004500 ftufiilienämeter). Darnach herrscht in Samoa fast an- | dauernd schönes Wetter, weil der Regen in ungeheuren Güssen in ganz kurzer Zeit herunterstürzt. Dadurch schwel- ^.u dw kurzen Flußlaufe im Nu zu reißenden Strömen an, die unpassierbar sind. Nach einigen Sttinden kann man jedoch

, re<^nen' daß die Wassermassen sich I oUTl? das Flußbett wieder als Straße des Landes verwendbar ist. Die Vegetation d^r reichlichen Bewässerung fast überall den tropischen Regenwaldes, der mit seinem Ge- eden Aus^un?^/u und Zweigen im Innern des Landes reden Ans- und -----ch macht und damit der

Aus Stabt und Lund.

Gießen, 27. Oktober 1911.

2lus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten besckstiftigte sich zunächst mit lauter Kleinkram, sozusagen Verwaltungs- augelegenheiteu und es wird gewiß von allen beteiligten- mit Befriedigung empfunden werden, daß bei einigen der verhandelten Gegenstände beschlosseii wurde, in Zukunft die Verwaltung allein darüber entscheiden zu lassen. Damit wird nicht allein die Stadtverordnetenversammlung ent­lastet, sondern es wird auch vianche Angelegenheit schneller entschieden werden können. Nur der letzte in der öffent­lichen Sitzung verhandelte Gegenstand rief größeres Inter­esse hervor. Es ist der Bürgermeisterei gelungen, mit hiesigen Kartoffelhändlern ein Abkommen zu treffen, wo­nach sich diese verpflichten, bei Bestellung durch die Bürger­meisterei den Zentner Kartoffeln für 3,50 bis 4 M. zu liefern. Die ausgedehnte Besprechung über diesen Gegen­stand hatte hauptsächlich das Ziel, über diesen Vorschlag hinaus billigen Kartoffelbezug zu ermöglichen, namentlich für die Mnehmer kleinerer Mengen als die in dem W- kommen genannten 4 Zentner. Mit dem. Vorschlag selbst war die Versammlung einverstanden.

** Tageskalender für Freitag, 27. Okt. Stadt- t Heater:Der Pfarrer von Kirchfeld". Anfang 8 Uhr.

Leipziger Handlungsgehilfenverband. Oesf. Vortrag von Geschäftsführer D c 11 i n g e r ans Mannheim: So­zialpolitische Zeitfragen. .Abends 9 Uhr imGroßherzog von Hessen"

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** Die Hessische Landes-Hypothekenbank gibL bekannt, daß sie in Aenderung^der bisher gültig gewesenen Dar­lehensbedingungen den Satz der Geldbeschaffungskosten mit Wirkung für die vom 1. Nov. 1911 ab bei ihr eingehenden .Anträge auf Gewährung von Hypothek- und Kommunal-Darlehen bis auf weiteres auf V/4 Prozent festgesetzt hat.

** Zwei bedeutsame Beschlüsse wurden gestern in der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten gefaßt. Stadtv. Geh. Justizrat Schäfer wurde (anstelle des ver­storbenen Kommerzienrats Georgi) zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen gewählt. Weiter wurde Geh. Justizrat Dr. Gut fleisch in Anbetracht seiner vielen und großen Verdienste um die Stadt Gießen einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Mit dieser Er­nennung des alten verdienten Stadtverordneten und lang­jährigen Vertreter der Stadt Gießen im hessischen- Landtag ehrt die Stadt rftcht nur den damit Geehrten, funbem auch sich selbst.

**DieVerkehrseinnahmenansdcmPersonen- und' Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: