sind auch die Sparkasseneinlagen nicht geschädigt und nur die Genossenschaftler werden aus eine Reihe von Jahren aus alle Gewinnanteile verzichte,: müssen. 2er letzte Akt des Dramas wird aber sicherlich eine Ansrage des Abgeordneten N. N. in der Zweiten Kammer sein: Ist Großh. Regierung bekannt, daß usw. usw. und was gedenkt Großh. Regierung zu tun----?
Aus Stadt und Land.
Gießen, 24, August 1911.
** Für die Schw Urgerichtssitzung en des Land- gcrichts der Provinz Oberhessen für das 3. Quartal ist folgende Geschworeneuliste ausgelost worden: 1. Gg. Ulrich, Rentner in Friedberg, 2. Fritz Klingelhöffer, Fürstl. Oberförster in Gedern, 3. ^ohs. Oestreich VI., Gemcindeeinnehmer in Stockhausen, Kr. Lauterbach, 4. Johs. Luft, Landwirt in Buscnborn, 5. Aug. Einolf, Kaufmann in Homberg a. Ohn:, 6. Jos. Aicher, Prokurist in Hirzenhain, 7. Hch. Keller, Rentner in Ossenheini, 8. Hch. Tuchardt VIII., Metzgermeister in Lauterbach, 9. Paul Heitzenröder, Bürgermeister in Nd.- Moos, 10. Friedr. Leip old, Gutspächter in Münzenberg, 11. Berthold von Helmolt, Major a. D. in Friedberg, 12. -liilfj. Hanstein, Kaufmann in Gießen, 13. Karl Oppermann, Gutsbesitzer in Lehrbach, 11. Werner Diehm, Kaufmann in Lauterbach, 15. Konr. Döring, Landwirt in Willofs, 16. Otto Lindt, Buchdruckcreibesitzer in Gießen, 17. Pet. Hch. Wilhelm Llöß, Architekt in Vilbel, 18. Nik. Th. Ferdinand Ewald, Landwirt in Ockstadt, 19. Hugo Schudt, Landwirt in Dorheim, 20. Otto Völzing, Landwirt :n Groß-Felda, 21. Hch. Stein I., Landwirt in Stumpertenrod, 22. Johs. Weil, Ge- mcindcrechner in Münzenberg, 23. Phil. Krausgrill XL, Kaufmann in Rieder-Weisel, 24. Karl Keutzer L, Kaufmann in Lauterbach, 25. Hch. Ubrich, Rentner in Friedberg, 26. Hch. Schaaf VI., Bürgermeister in Eichelhain, 27. Gg. Enders, Rechner in Alsfeld, 28. Hch. Wilh. Hammel, Land- luirt in Staden, 29. Hch. Schmidt III., Fabrikant in Grimberg, 30. Hch. Ludw. Langsdorf, Fabrikant in Friedberg.
** Ueber den V i st o n v i r t u o s e n Kümmel, der demnächst hier konzertieren wird, lesen >vir in einen: Hamburger Blatt: Tie Konzerte der 89er Schweriner Grenadiere in: Zoologischen Garten erholten eine künstlerische Bereicherung durch das Gastspiel des Pistoiwirluosen L. K ü m in c l ans Darmstadt. Dieser Künstler bebci'iicbt sein Instrument mit einer Virtuosität, die ihresgleichen sucht, deren Uebennaß jeden: Atnsikverständigen klar wird durch die einfache Mitteilung: er spielte die Scöne de Ballet, das be- kannte Violinstiick von Beriot, auf dem Cornet ä Piston. Und wie irng er es vor! Weiche Tongabe und eine staunenswerte Leichtigkeit in den Passagen und Trillern ließen saft vergessen, daß man ein Blasiiislrmnent vor Ohren hatte. Jeh hörte einmal von Julins Klengel in Leipzig ein Violinkonzert von Paganini ani dem Eello vorgetragen. Dabei handelte es sich wenigstens um ein Streich- inürnment, hier aber war das Staunen vielleicht noch größer in Anbetracht der Tonschönheit, mit der ein stimmlicher Ausgleich der io verschiedenartigen Instrumente herbeiznilihren versucht wurde, sowie der so völlig anders gearteten Technik des Blasinstruments. Das Publikum konnte sich nicht genug tun im Beifallklatschen und in Hervorrufen des Künstlers. Später blies Herr Kümmel noch eine Polka-Capriee eigener Komposition, in der seine enorme Geläufigkeit und Sicherheit die gleichen Triumphe feierte.
** Von den „Wanderern" und den Wander- arbcitstätten. Der Bericht für das Jahr 1909/10 des Verbandes der Verpflegungsstationen und Wanderarbeitstätten in Hessen und Hessen-Nassau sagl: Die 47 Verpflegungsstationen in den 8 Bezirken des Verbandes waren im Berichtsjahre von 234 422 „reifenden Handwerksburschen" besucht, und zwar wies der Bezirk Eschwege 3957 Besucher onf, Ziegenhain 3841, Frankfurt a. M. 65 886, Wiesbaden 7682, Dillenburg 15 356, Gießen 45 088, Groß- Gerau 60 436, Oppenheim 32 176. Der Kostenaufwand betrug 137 736,54 Mk. Die im Regierungsbezirk Kassel errichteten Wanderarbeitstätten, die an Stelle von zahlreichen Verpflegungsstationen getreten sind, haben die „Wanderer" von der Landstraße ferngehalten. Die „Wanderer" werden uänckich von einer Manderarbeitstätte zur anderen mit der Eisenbahn befördert, wodurch die Landstraßen freibleiben. Dir Wanderarbeitsstätte bei Bebra verschaffte in dem abgelaufenen Jahr 200 „Wanderern" dauernde Arbeit. Ihr erstes Betriebsjahr schließt zwar mit einem Fehlbetrag von 20731 Mk. ab, der aber vornehmlich infolge von Umbauten, inneren Einrichtungen, Meliorationen entstanden ist. Im Kaffeler Bezirk trafen jährlich vor Errichtung der Wander- arbeitsslätten ca. 18 000 „Wanderer" ein. Seitdem die Wanderarbeitsstätten dort ms Leben getreten, statteten nur 6000 „Wanderer" dem Kaffeler Bezirk Besuche ab. Für die Beförderung der Handwerksburschen mit der Eisenbahn verausgabte der Verband im Berichtsjahre 5880 Mark.
Kreis Büdingen.
— Alt wie der mus, 22. Aug. Bei dem Gewitter, das heute nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr über unsere Gegend niederging, schlug der Blitz in die Hofreite des Landwirts Reichert auf dem nahen Beundehof ein und zündete. Die mit Getreide und Futtervorräten gefüllte Scheune brannte mit einigen Nebengebäuden nieder.
Hcjscn-Nassau.
— Kirchhain, 23. Aug. Dem hier gegründeten Ziegenzuchtverein sind sämtliche Einzelvereine beigetreten. Ehrenvorsitzender des, Vereins ist Freiherr von Stumm zu Holzhausen und Ehrenmitglied des Vorstandes Rittergutsbesitzer von Goldammer zu Hof Plausdorf. Zum Vorsitzenden wurde Landrat von Gilsa, zum zweiten Vorsitzenden Mühlenbcsitzer 9hf. Prediger und als dessen Stellvertreter Bürgermeister Sommer-Rauschenberg gewählt. Vorsitzender der Körkommission wurde Veterinärarzt Kreistierarzt Stamm. Die Ziegenzucht im hiesigen Kreise soll nunmehr kräftig gefördert werden.
W Homburg v. d. Höhe, 23. Aug. Zu den Kosten des über der Augusta-Viktoria-Qltelle aufgeführten Brunnentempels hat der Kaiser einen Betrag von 10 000 Mk. aus seinem Dispositionsfonds bei der Äeneralslaatskaffe be- willigt.
vermischtes.
-h. Regen! Wie ein: Befreiung Hingt eß, wie ein jubelndes Aufatmen. M:t froheni Leuchten in den Augen sagen es die Menschen einander und schauen beglückt zu dem grauverhangenen Himmel, zu den lieben Wolken empor. Endlich, endlich sind sie gelommen, nicht als fahle Gewitterwolken, die rasch verziehen lie sind gekommen, ruhig und sanft wie tröstende, segnende Boten aus einer anderen Welt, die man verwunschen glaubte, unter* gegangen unter Glut und Hitze und einer unendlichen Fülle von blennendem Sonnenlicht. Durch Tage, Wochen und Monate seufzten die Menschen, leuszten die Fluren und Felder, seufzten Tiere und Walder, feinste jegliche belebte Kreatur nach Regen, nach Liqmdcnbem, narrendem Raß, das die erschlafften Kräfte erneue die niedergedrückte Freude am Leben und Arbcft wieder aufrichte' Und nun iN er gekommen, nun ist er gekommen der Regen. Köstlicher als. des Himmels strahleiwes
Blau erschienen uns die grauen eintönigen Wolken, aus denen feine, blitzende Fäden herniederrieselten, langsam und heilig fast, wie der Anfang einer feierlichen Symphonie, die uns mit Andacht und Dankbarkeit erfüllt. Und dann fielen die Chöre ein, jubelnd und voller Freude. Ein Singen war in der Luft und ein Raunen, ein .Klingen und Rieseln. Geisterhaft wehte es in beit Bäumen, lieblich flüsterte es in den Büschen, die Gräser richteten sich auf und zitterten vor Wonne, und die Erde, dehnte sich weit, weit aus und sog gierig in unersättlicher Lust jedes rinnende Tröpflein in ihre aiisgedörrten Adern. Wie man als Kind getan, so tut man heute. Barhäuptig, das Gesicht zum Himmel gewandt geht man durch die Felder, die köstlich duften im Rausch des Empfangens, und fiihlt mit lüsternem Behagen die seinen, kühlen, lieben Tropfen auf der Haut, die wohlig schauert. Regen, laugeutbehrtes, heiliges Naß, das heute wie ein Jungbrunnen ist, letzt die dürstende, schmachtende Welt und gibt unserem Lebensgefühl neue Kraft. Das Leben, das träge und tot dahinfloß wie ein versickernder Bach, schwillt und wächst und plätschert wieder munter und fröhlich dahin und staunt zu den gießenden, Wolken hinaus wie zu einem Märchen, das lang verklungen ist. Aber es ist wieder Wahrheit gewordei:, es regnet.
* Unwetterschäden. Während in unserer Gegend der langentbehrte Regen als freundlicher, willkommener Gesell erschien, hat er anderwärts teilweise sehr wild gehaust. Insbesondere in Südtirol und im Engadin hat das Unwetter schweren Schaden angerichtet. Tie Straße vom Puslav-Tal ins Engadin ist sckwer beschädigt. Zwischen den Stationen P o s ch i a v o uno L e p r e s e ist durch einen Erdrutsch die Bernina-Bahnstrecke und die Chaussee verschüttet worden. Auch die Stilfser Joch-Straße ist an ihrem Anfang ungangbar geworden. Aus Chiavenna und dem Beltlin-Tal kommen traurige Nachrichten. In vielen Teilen Tirols sind schwere Gewitter niedergegangen. Die Ache ist über die User getreten, bat Stege und Brücken fortgerissen und Ortschaften und Felder überschwemmt. Auf der Strecke Mittenwald-Fran- zoseusseste sind alle Brücken weggeschwemmt. Die Straße Gomagoi-Prad, die die Zufahrt nach Salden und Trafoi bildet, ist zerstört. — Bei Judenburg schleuderte ein Windstoß eine Almhütte ins Tal. Dem Kuhmelker wurde dabei der Kopf weggerissen, der Almjunge erlitt einen Beinbruch, fünf Rinder wurden erschlagen. — Ein heftiger Sturm, der Ueberschwemmungen verursachte und den Eisenbahnverkehr unterbrach, suchte die Provinz Sondrio in Oberitalien heim. Die Felder wurden verwüstet, sieben Menschen sind umgekommen. — In Mittelfrankreich richteten Unwetter schwere Verwüstungen an. In der Gegend von Privas wurde die Ernte durch H a g elsch l a g vernichtet. In Chaise-Dieu erschlug der Blitz einen Grundbesitzer und verbrannte dessen Tochter, so daß sie starb. — Durch einen Wolkenbruch wurden die niedrigen Stadtteile von Kiew überschwemmt. In vielen Häusern füllten sich die Keller mit Wasser. An den Gärten wurde großer Schaden angerichtet. Einige Straßenbahnlinien haben den Betrieb eingestellt.
* Recht eigenartige kirchliche Verhältnisse haben sich in dem Dorfe Wils leben bei Aschersleben entwickelt. Tort amtiert gegenwärtig der Pastor Palm, trotzdem er vor einiger Zeit für geisteskrank erklärt worden ist. Pastor- Palm ist in Wilsleben seit 22 Jahren als Geistlicher tätig und erfreut sich bei seiner Gemeinde großer Beliebtheit und Aw- hänglichkeit. Tagegen stand er von Anfang an mit seinen Amtsbrüdern und der sogenannten guten Gesellschaft der Umgegend nicht gut, da allerlei Klatsch über ihn im Gange war. Pastor Palm wollte sich den unliebsamen Verhältnissen entziehen und eine andere Pfarrstelle annehmen. Er verlangte aber, daß er eine besser dotierte Stelle oder aber zugleich einen Orden erhalte, damit der Stellenwechsel von seinen Gegnern nicht als Rückzug angesehen werden könnte. Auf dieses Verlangen ließ sich aber das Konsistorium nicht ein. Es ist begreiflich, daß Palm in den verschiedenen Eingaben an seine kirchlichen Vorgesetzten einen immer schärferen Ton anschlug, der ihn in den Verdacht brachte, ein Querulant zu sein. Zuletzt bezichtigte Palm einen Amtsbruder, den Klatsch gegen ihn verbreitet zu haben und unterbreitete sein Material dem Konsistorium mit der Bitte um eine Untersuchung. Ter Amtsbruder klagte hierauf gegen Palm wegen Beleidigung, und es stand ein großer Skandalprozeß zu erwarten. In diesem Stadium der Angelegenheit gaben zwei Kreisärzte ihr Sachverständigen-Urteil dahin ab, daß Palm querulierender Paranoiker sei und sich in einem Geisteszustände befinde, der die freie Willensbestimmung aufhebe. Ter Pastor war also für geisteskrank erklärt, blieb aber dennoch in seinem Amte. In der Folge ging er in ein Sanatorium, um sich durch eine medizinische Autorität beobachten zu lassen und erhielt daraufhin von dem bekannten Berliner Psychiater Dr. Leppmann das Zeugnis, daß er sich im vollen Besitz feiner Geisteskräfte befinde. In einer Eingabe des Gemeindekirchenrats an das Konsistorium, in der Pastor Palm in Schutz genommen wird, heißt es über diesen: „Tie ganze Gemeinde steht hinter uns, wenn wir versichern, der Herr Pastor Palm gilt hier allgemein nicht bloß als ein hochintelligenter Mensch und als ein durchaus vornehmer Charakter, sondern auch als ein vollkommener Ehrenmann, dem niemand jemals eine Handlungsweise zugetraut hat, die ihn ins Gefängnis geführt haben würde." Ter letzte Passus bezieht sich auf das Gerücht, Pastor Palm habe eine strafbare Handlung begangen und er sei nur deshalb entmündigt worden, um ihn vor dem Gefängnis zu bewahren. Auf den Ausgang der eigenartigen Angelegenheit darf man gespannt fein.
Kleine Cageächroiiik.
Der 18jährige Kaufmannsgehilfe Marx, der vor drei Wochen unter Mitnahme von 7000 Mark aus Köln geflüchtet ist, ist in Wien verhaftet worden. In feinem Besitz befanden sich noch 4000 Mark.
Bei einem Zusammenstoß zwffchen einem Schlächterwagen und einem Straßenbahnwagen in Berlin wurde der Kutscher des Wagens auf den Fahrdamm geschleudert, wo er besinnungs- l o s liegen blieb. Das Pferd geriet unter die Elektrische und wurde getötet. Eine Dame, die Zeuge des Vorfalles war, fiel in Ohnmacht.
Als der Grade-Schüler Pelat auf dem Flugplatz Johannistal niedergehen wollte, stieß er mit einen: anderen Apparat zusammen. Seine Maschine überschlug sich unb Belat wurde hmansgeschleudert. Er erlitt erhebliche Ver- .etzungen; sein Apparat wurde ziemlich stark beschädigt.
Als der Tischler Kern mit seiner 19jährigen Braut von Berlin einen Abendspaziergang in der Schönholzer Heide unternahm, wurde das Paar von drei Männern überfallen und niedergeschlagen. Kern konnte sich freimachen und einen Schutzmann herbeiholen Inzwischen war das Mädchen in rohester Weise vergewaltigt und mißhandelt worden. Die Verfolg u na der Täter blieb ergebnislos.
Ter „Bote aus dem Riesengebirge" meldet: Mittwoch abend fuhren zwe^ einander entgegenfommenbe Motorwagen der Hirs ck>- ^rger ^.albahn an einer scharfen Kurve aufeinander, -ter Führer des einen Wagens wurde schwer, mehrere Passa- g:ere le:cht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend.
k Besserung der Wohnungsverhältnisse
:i: der Altstadt Grundstücke :m Werte von 28 Millionen Mark angekauft werden. Aus dem Wiederverkauf erwartet man, nach Anlage neuer «traßenzüge etwa 14 Millionen Mart zu gewinnen.
Ter Geschäftsmann Ruf in Basel ist wegen Unter- 11(^1 agung von 800000 Franken verhaftet worben. Tie in Konkurs geratene Leihkasse unb Bedarfleihkasse in Axdorf, flauten 1 Thurgau, verliert an Ruf 610 000 Franken.
In einem Gasthof in Lü tti ch ist ein Deutscher und feine Begleiterin verhaftet worden, die als einziges Reisegepäck ein Bündel mit zwei geladenen sechsläufigen Revolvern und mehreren Schachteln Patronen mitführten. Tas Paar war der Grenzpolizei durch sein verdächtiges Verhalten ausgefallen.
Aus Teutschendors (Ungarn) wird gemeldet: Auf der Station Georgenberg fuhr ein von Kaschau abgegangener Schnellzug in einen gleichfalls von Kaschau abgegangenen Personenzug. Von dem im letzten Wagen des Personenzuges besindlichen Personen wurden sechs getötet, zehn mehr oder weniger schwer verletzt. Tie Untersuchung ist eingeleitet.
An Bord des französischen Torpedobootzerstörers „Voltigeur" in Toulon explodierte ein Kesselzylinder. Drei Mann wurden schwer verwundet. Ihr Zustand ist hoffnungslos.
Tie russischen Behörden geben bekannt, daß für drei Millionen falsches Papiergeld in Rußland eingeschmuggelt sei, das hauptsächlich in Polen verteilt werden sollte.
Aus Reims wird gemeldet: In Bazancourt wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens ein gewisser Schnokel, angeblich ein deutscher Ingenieur, verhaftet, der auch im Verdacht der Spionage stehen soll.
In Woitschisensee bei Altenfließ verbrannten bei einem Brande drei Frauen.
Märkte.
fc. Frankfurt a.M. Di ehhsl-Markt bericht von: 24. Aug. Auftrieb: 72 Rinder, darunter 14 Ochsen, 1 Bulle, 5V Kühe und Färsen, 1333 Kälber, 75 Schaft, 1519 Schweine.
Tendenz: Ochsen abgeseht, Kälber gedrückt, Räumung fraglich, Schafe abgesetzt, Schweine belebt, voraussichtlich geräumt.
Preis ftir 100 Psd.
Lebend- Schlachtgewicht Kälber. Mk. Mk.
Feinste Mastkälber 57—60 90—100
Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 46—52 73—88 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 40—45 68—76 Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80—100 kg
Lebendgewicht ... ... . 51.50—53.01 66.00—63.00 Bollflelsctnge Schweine unter 80 kg
Lebendgewicht 50.50—52.0) 65.00—67.00
Vollfleischige Schweine von 100—120kg
Lebendgewicht........ 52.00—53.50 66.00—68.00
Vollfleischige Schweine von 120—150 kg
Lebendgewicht........ 51.00—53.00 65.00—67.00
F. C. Wiesbaden. D iehhof -M a r k t b e ri ch c von: 23. Aug. Auftrieb: Rinder 104 (Ochsen 35, Kühe 69, Bullen 00), Kälber 373, Schafe 31, Schweine 477.
Tendenz: Rinder ruhig, Kälber unb Schaft mittelmäßig, Schweine schleppend. Preis Durch-
pro 100 Vfd. schnittsprei;
' pro lOOjMutD
Ochsen. von-^isvon-bii Lebeflc'ufgV3
Vollfleischige, lmsgemästete, höchsten
Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 46—50 84—90 48 87
Junge, fleischige, nicht auSgemäflete unb
ältere ausgemästets 41—44 79—85 42 82
Ungejochts.......... 50—53 90—96 51 93
Bull en.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten
Schlachtwertes 44—48 74—82 46 78
Färsen, K ü h e.
Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 44-51 30—91 47 85
Vollflelschige auSgemäftete Kühe höchst.
Schlachtwertes bis ju 7 Jahren . . 39—42 75—78 40 76
Aeltere ausgemästete Kühe unb wenig
gut entwickelte lüngereKühe u. Färsen 33—37 67—73 35 70
Kälber.
Leinste Mastkälber 60—62 100-104 61 102
Mittlere Mast- unb beste Saugkälber. 53-58 89-97 55 93
Geringere Mast- unb gute Saugkälber 47—02 82-87 49 84
Geringere Saugkälber...... 44—46 74—76 45 75
S ch a <e.
Weidemastschase ....... 43-00 86—00 43 86
S ch w e ine.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner
Lebendgewicht 51—53 66—68 52 67
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgeivicht 51 -53 66—68 52 67
Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner
Lebendgewicht 50-51.64-66 50 65
fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 51—52 66—67 51 66
Ueberstanb: Rinder Ueberftanb, Kälber unb Schafe ausverkauft, Schweine langsam geräumt.
Spielplan öes Kurljaus^eaters 6aö Nauheim.
Direktion: yermann Sieingoctter.
Montag, den 28. August: „Hohe Politik." Mittwoch, bei: 30. August: „Ein toller Einiall." Freitag, bei: 1. September: „Wenn der junge Wein blüht.- Sonntag, den 3. September: „Doktor Klaus."
^kirchliche Nachrichten.
Oottesbicnlt.
Sabbatieier am 26. August 1911:
Freitag abend 6.55 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
„ Nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 8.10 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 6.30 Uhr.
Muller'sche Badeanstalt.
Was s e rw ärme d e r L a hu am 24. August: 16° R.
Meteorologische Beobachtungen der Station Kietzen.
August
1911
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Cuft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
(Brat) der BkwSltiung in Zehnlrl der sichtb. Himmelsfl.
Wetter
23
:42,7
17,2
12,9
89
N
4
9
Regen
_'3
440
16.6
132
94
NNE
2
8
Veto. Himmel
24
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15,0
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Rieberschlag:
4,6 min.
Antomobttsabren. Das Gesetz schreibt vor, daß nur derjenige cm Kraftfahrzeug auf öffentlichen Straßen und Wegen lenken darf, der im Besitze eines Führerscheines ist und der den Führcr- dienst an einer von der obersten Verwaltungsbehörde ermächtigten Fabrik oder Fahrschule erlernt hat. In Deutschland beliebt bereits seit 7 Jahren die „Erste Deutsche Automobilfachschute Mainz", in der hauptsächlich Chauffeure ausgebildet werden. Diese Lehranstalt bat bis jetzt 1500 Führer ausgebildet und in Stellungen untergebracht. Aus der narten Freauenz läßt sich zweifelsohne ein wohlgeordnetes Unterrichtswesen folgern.nz;i,a Sanatorium Lindenfels
zwischen Darmstadt—Heidelberg, 400 m hoch herrl. gelegen. Iss16/«


