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18.3.1911 Erstes Blatt
 
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Jlbbole- u. Zweigstellen monatlich 65 ilf.; durch

Die heutige Nummer umsaht 22 Seiten.

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habe seine Heeresausgaben auf 195 Proz vermehrt, während! Frankreich nur 39 Pro-, habe. Der Redner bat den Mi­nister, er möge erklären, ob im Kriegsfälle Muni­tionsvorräte in ausreichendem Maße vorhanden feien. Die Militärausgaben seien infolge der Einführung des zwei­jährigen Dienstes, der Erhöhung des Soldes der Offiziere und Unteroffiziere und des Steigens der Lebcnsmittelprcife angewachsen. Trotzdem sei die neue Forderung, die nur auf die zur Erhaltung des Effektivbestandes notwendige Permehrung der Nusrüstung abziele, im Vergleich zu den Aufwendungen, die DeutMand mache, minimal. Frank­reich müsse zweifellos nach Frieden streben und dürfe nicht cinschlafen zu trügerischer Sorglosigkeit. Es wurde auS dieser Sorglosigkeit vor einigen Jahren herausgerlssen, als am Tage nach der Rede Jaurös, der die Vision des Friedens zeichnete, es in Eile die Rüstunaen wieder vervollständigen mußte, die es ein wenig vernachlässigt hatte. Heute könne Frankreich der Zukunft mit vollem Vertrauen entgegen­sehen, umsomehr als es dem Auslande in sich geeinigt gegen­überstehe.

hingebungsvoller Liebe und Zärtheit. Kurt Gühne a(3 Sapor erfüllte seine Rolle, und auch Karl V o l ck als Bcchrarni war erfreulich bis auf einen Fall. Die Ausstattung, zum größten Teile neu, war in Form und Farbe von an- genehmster Wirkung und zeigte ausS neue das Geschick zu schönen, wirkungsvollen Bühnenbildern. K.N.

Friedrich Haase f.

Friedrich Haase, eine der letzten Großen aus einer vergangenen Epoche deutscher Schauspielkunst, ist, wie wir schon in einem Teil« unserer gestrigen Auslage milgeteilt haben, am Freitag früh um Vr5 Uhr in seiner Berliner Wohnung gestorben. Ein hart­näckiges Blasenleiden hatte den Vierundachrzigjährigen in diesem Winter auss Krankenlager geworfen. Ein chirurgischer Eingriff, den man vor zwei Monaten borgenonrmcn, vermockste nur vorüber­gehende Linderung zu bringen. Zu bedenklicher Herzschwäche gesellte sich vor Wochenfrist ein rascher Kräfteversall. Am Donners­tag verfiel er in Bewußtlosigkeit und ist nicht mehr aus ihr erwacht.

Friedrich Haase, der sich von seinen vielen Gastspielen, die ihm den Spitznamen derMauernweiler", eingetragen hatten, rn behaglichem Ruhme ausruhte, war am 1. November 1825 zu Berlin geboren. Zeitlebens vom Glück begünstigt, war er btt gefeierte Liebling unserer Großeltern, die er durch sein mehr seines und vollendet vornehmes Spiel, als durch Tiefe fesselte, in dem er in der Pose des großen Darstellers jahrzehrrtelang von Theater zu Theater zog. Unserer Zeit hatte er nicht mehr viel zu sagen, aberWer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten". Wie sich seine schauspielerische Laufbahn entwickelte, das hat er im diesjährigen Theaterkalender so nett geschildert, daß wir diese Selbstbiographie hier folgen lassen. ;

Durch ein Handbillet des Königs Friedrich Wilhelm IV. empfohlen, konnte ich aus Weimars klassischer Hofbühne am 14. Januar 1846 als Lorenzkindlein in KotzebuesArmen $oet" und als Magister Lassenius in HellsHofmeister in tausend Aengsten" debütieren. 1848 kam ich dann an das brave kleine Theater in Potsdam, das damals unter Louis Huths Leitung schon eine selbständige Existenz führte und nicht mehr auf die umständlichen Wagenfahrten der Berliner Hofschauspieler ange­wiesen war. Hier habe ich bereits Bonvivant- und Charakterrollen gespielt. Dann stand eines Tages anno 1849 aus dem Zettel

Die Jubiläumsfeier in Italien.

Rom, 17. März. (Kammer.) Aus dem Hause wird angeregt, daß der Stadt Turin anläßlich der 50. Wieder­kehr des Jahrestages der Aufrichtung des Königsreichs Italien der Gruß des Hauses entboten werde. Präsident M a r c o r a erklärte sich bereit, den Dolmetsch der Gefühle lebhaftester Dankbarkeit und Zuneigung zu sein, die baS Haus gegen die ehemalige Hauptstadt beseelten. Minister­präsident Muzzatt schloß sich in bewegten Worten der Turin gewidmeten Begrüßung an, wobei er darauf hmwies, daß die Herzen Italiens einmütig hoher schlügen, wenn, man die Erinnerung an die glorreichen Tage der Wieder­geburt Italiens wachrufe (Stürmischer Beifall). Im wei­teren Verlaufe der Sitzung teilte Unterstaatssekretär Fürst D i s c a l e a in Erwiderung einer Anfrage des Deputierten Galli mit, daß Grünbücher, die "Schriftstücke über Kreta und Marokko bis zum 31. Dezember 1910 enthielten, vorbereitet seien. Die üblichen Verl>andlungen mit den anderen Re­gierungen zwecks chrer Veröffentlichung seien (ün Gange.

Im weiteren Verlaufe verlas der Präsident die Glück­wunschdepesche des Präsidenten des Dentsck>en Reichstags. Ter Präsident und alle Deputierten erhoben sich von den Sitzen. (Wiederholter enthusiastischer Beifall.) Der Präsi­dent erklärte im Anschluß an die Verlesung des Telegramms, nach dieser Kundgebung, die ein Zeugnis dafür sei, wie das italienische Parlament und ganz Italien des Bandes gedächten, das Italien mit der edlen deutschen Nation verknüpft, erachte er sich ohne weiteres für beauftragt, dem Reichstag durch ein Telegramm die Gefühle der Freund­schaft Italiens auszudrücken. (Lebhafter, andauern­der Beifall.) Unterstaalssekretär Fürst Disc al ea schloß sich im Namen der Regierung in erhebenden Worten dem Präsidenten und der ergreifenden Kundgebung an, mit dec die italienische Kammer den Gruß des großen, befreun­deten und verbündeten Volkes erwiderte. (Lebhafter Beifall.)

Turin, 17. März. Die 50. Wiederkehr des Jahres­tags der Aufrichtung des Königreichs Italien wurde hier durch eine glänzende Versam m lun g der Bürger­meister aller Gemeinwesen des ehemaligen KönigreichsSardinien festlich begangen. Nach feier­lichem Empfange im Rathaus begaben sich die Bürgermeister im Festzuge nach der Mole Antonelliana, wo in Gegen-

politijche wochenßcbari.

Gießen, 18. März.

Die heißen politischen Kämpfe in unserem Wahlkreis Sießen-Grünberg-Nidda haben in diesen Tagen einen lauten Widerhall im ganzen Reiche gesunden. Nicht nur hatte man sich damit abzufinden, daß die Erfahrungen aus allen Reichs­tagsersatzwahlen seit dem unglückseligen Reichssinanzstreit wieder betätigt wurden in dem Anwachsen der sozialdemo­kratischen Stimmenzahl hinzu kommt noch für den Libe­ralismus die sckstvere Gewissensfrage bei der Stichwahl: soll die Umsturzpartei gefördert ober ein Vertreter jener rechtsstehenden Partei gewählt werden, die mit der Be­zeichnungantisemitisch" auch den Unmut und das Wider­streben zahlreicher zweifelsfrei national gesinnter Menschen erworben hat? Für die Parteien der Rechten gab es keine Ekrupel und Zweifel: Von derKreuzztg" undDeutschen Tagesztg" bis zurPost" undGermania" erscholl die Warnung vor dem Umsturz, mit dem eine nationale Partei, also auch der Liberalismus, nichts gemein haben dürfe. In der nationalliberalen Presse aber fpi.gelte sich ein Wider­streit der Pflichten: der Kampf gegen die Mehrheit der letzten Meichchinauzre'orm und das Beharren bei der aften natio­nalen Ueberlieserung standen gegeneinander im Wider­druck). Während in der sortschrittlickum Volkspartei fast ohne Zögern die radikale Neigung nach links siegte, sprachen nur einige Reihen in Bassermanns Partei zu Mephisto Atef mann das verzagte Wort:Wie ich beharre, bin ich Knecht, ob dein, was frag' ich oder wessen" Schlietzlich siegle bei den nationalliberalen Vorständen in Gießen nach einigen Auseinandersetzungen die Losung für den bürger­lichen Kandidaten über die Neigung zur Stimmenfreigabe, die dem Einzelnen die Verantwortung zug schoben, i.jn selbständig vor die Entscheidungsfrage gestellt haben würde Stimmenthaltung werden ja nur laue oder unentschlossene Wähler üben, d:e es nicht fertig bringen, in einer schwierigen Frage > einem bestimmten Ergebnis zu kommen. . , m ,

Tast bei der Stichwahl zwischen Dr. Werner und Beck­mann die sachlichen Gegensätze in den politischen Auf- afjungen scharf hervortreten, daß auch die Wogen der Leidenschaften hoch gehen würden, war ja vorauszusehen. Unwürdig und widerwärtig aber berührt das Treiben jener Hetzpreise, die sachliche Ueberzcuaungen und Ent- l"(l)heßungcn beschimpft und beleidigt und damit of enbart, W> ihr das wahrste und höchste Gut liberalen Denkens, die .fltbtun-g und Duldung fremder Ueberzeugung, nichts gilt, kölnische Schwärmer und Phantasten bedürfen vielleicht anderer als rein fachlicher Schritte und Auseinanderfetzun- gen und mit ihnen spielt der politisch S.rup.l o e der mit bewußten Verdrehungen und Verdächtiaung. n arbeitet, eine wenig beneidenswerte Rolle. Wir haben uns darüber ge- stieut und uns gern anerkennend darüber ausgesprochen, daß die Gießener sozialdemokratische Führung in diesem Mumme um ein Reichstaasmaudat einer sachlich einwand- fieien Kampfeswcise sich befleißigt hat. Die großeFrank­furter Zeitung", die sich so gern als geistige Führerin auffpielt, könnte an dem immerhin anständigen Berha.ten eines [leinen sozialdemokratuchen Organs sich ein Beijpie. nehmen! Ihr geht aber auch in dem Gi.'ßener Kampfe die Hetze über alles. So reizt sie gegen denFeuereifer" aus, mit dem der Gießener Anzeiger für den Antisemiten

Ijm.'sSraien m der französischen Kammer.

Pari,s, 17. März. Die französische Kammer setzte die Beratung des Kriegsbudgets fort. Der Berichterstatter Clementel ervlärte: Tie Schwäche der Bestände sei eine Folge der geringen Geburtsziffer, die im Gegensatz steht zu dem Anwachsen d.r Geburtenziffern in Deutschland. Der Efse.ti^bestand der Infanterie nahm trotz der Einstellung von Mindertauglichen seit 10 Jahren beträchtlich ab. Der Redner erinnert daran, daß als Heil­mittel die Einstellung der sckstvarzen algerischen Truppen vorgeschlagen worden sei. Das Parlament müsse sich dar­über aussprechen, denn diese Vorschläge seien auch von der andern Seite der Grenze gehört worben und dienten zum Vorwand, die Bestände zu erhöhen Man müsse die Mann­schaften zu Kapitulationen ermutigen. Tcrs Parlament werde die notwendigen Kredite nicht verweigern.

Clementel führte dann aus: Die Ausgaben für das Militär seien in anderen Ländern viel höher. Deutschlanb entdeckt sich der Königin. Artaban gibt einen neuen Be­weis feiner Größe, indem er sich wortlos in das Todes­urteil findet, und der König ersttcht sich, um wenigstens einmal größer zu fein.

Dies ist der Inhalt des Stückes, von dem man sich nicht recht klar ist, ob es eine Komödie oder tatsächlich ein Schauspiel sein soll, das aber im letzten Grunde nur ge* schickt aufgeputzte Theatermache ist. Die Leute, die da herum reden, in schönen, wol l Tingenben Worten, sind nichts weiter als blut osePuepen,Kttchees, die nicht einen einzigenTropfen Blut in den Äoern haben und wie Marionetten geschoben werden. Von den psychologischen Vergewaltigungen soll gar nicht erst geredet werden, auch nuht viel davon, in welchen Stücken uns alle diese Figuren schon begegnet find, die da ihre klugen, aber nicht neuen Sätzchen herunter­plappern. Das einzige, woran man seine uneingeschränkte Freude hat, ist Fuldas gewandte, wohllautende Sprache und sein sicherer Blick für das Bühnenwirksame. Als Kunst­werk in seiner Gesamtheit aber hat sich Fulda gegen frühere Werke weit, weit unterboten; es ist fein echtes Gold und sind keine echten Steine, die er da zu einem blendenden, reich­verzierten Geschmeide verarbeitet hat. Besonders er­freulich ist es und sehr anerkennenswert, daß das Werk so rasch nach der, am 30 Oktober im Deutschen Theater zu Berlin erfolgten, Uraufführung auf den Gießener Spiel­plan kam, und zwar in einer durchaus anerkennenswerten, gut durchgearbeiteten Darstellung.

Unter der Leitung von Direktor Steingoetter war alles getan worden, um einen Erfolg vorzubereiten, und der blieb denn auch keineswegs aus. Die Darsteller wurden immer wieder an die Rampe gerufen. Frau Baumeister- Felsegg spielte die Königin mit Kraft und Leidenschaft, blutwarm und lebendig, soweit es die Dichtung zuläßt, aber ihr starkes Organ verleitete die übrigen Darsteller im ersten Auszug zu einem wahren Schreien, das die Wir­kung nicht besonders begünstigte. Groß und kraftvoll, aber zu äußerlich, war Richard Bruno als Artaban. Die weit in die Schläfen lausenden Augenbrauen offenbar eine Besonderheit sind mehr auffällig als schön. Karl > Marx wahrte die Königswürde, soweit es der Dichter ge­stattet, mit seinem warmen Temperament, das schon oft rühmend anerkannt wurde. Im Verhältnis zu seiner . Gattin aber war er viel zu jung. Fränzi Koch war voll

eintrete und vergißt dabei ganz, daß chr eigener Feuer- ciser, mit dem sie anerkanntermaßen an der Vernichtung der nationalliberalen Partei arbeitet, immer mehr zum gewöhnlichsten Scheiterhaufenfanatismus geworden ist. Wo ist da der stolze Geist wirklich liberaler Gesinnung, der von hoher Warte der Menschen Treiben beobachtet und beurteilt? Lder erschöpst sich der neudeutfü»ewirkliche" Liberalis­mus nur in wüster Agitation und öder politischer Hetze?

Was wir in diesem Wahl kämpfe tun konnten, war aus ein Zusammenbauen, nicht ein Auscinanderreißen, auf die Vermeidung allzu großer und gefähr­licher Zersplitterung der bürgerlichen Wähler, gerich­tet. Darum haben wir immer wieder die Einigung d c r beiden liberalen Parteien KU fördern gebucht. Heber das Verhalten unseres Blattes während des Wahlkampfes, unser Fernbleiben von jeglicher Agitation, haben roir aut? verschiedenen Lagern anerkennende Zuschriften bekom­men. Wir lassen uns von keiner Partei als Agitationsinstru- ment gebrauchen. Wenn wir in der Slichwahlfrage die Cntschcidung für Dr. Werner dem Eintreten für Herrn Beckmann vorzvgen, so haben wir uns damit doch dem Antisemitismus nicht verschrieben!WaS geht der Schweb mich an?", könnte man da mit Wallenstein rufen. Freilich hassen wir ihn, den Schwed', nicht gleich wieden Pfuhl der Hölle". Die Duldung gegenüber anders Denkenden und anders Gläubigen i,t aber, wie wir wiber- 1)0len, ein vornehmes Gut liberaler Gesinnung. Darum haben wir jede Judenh.'tze und Schmähung andersgläubiger Mitbürger verurteilt und finden es menschlich begreifttch, wenn die Verletzten und Gekränkten gegen ihren Anareiser stimmen wollen. Auf der anderen oeite ist die Abwehr der internationalen Umsturzbemühungen eine Pflicht des national gesinnten Teiles des deutschen Volkes.Von den sozialdemokratischen Anschauungen trennt uns eine ganze Welt", hat auck) Pfarrer Morell, der Kandidat her fort­schrittlichen Vo.lspartci, gesagt. Soll man diejenigen, hie über diese Kluft nicht markieren wollen, schmähen und brandmarken?Dem tauben Grimm, dec leinen Führer hat, soll die Entscheidung übergeben sein?" Nein, das schone liberale Wort:Alles verstehen heißt alles verzeihen" solllc in der jetzigen Lage unseres Wahlkreises auf allen Selten die Gemüter wieder etwas beruhigen und dazu mahnen, daß der bisher verhältnismäßig ruhia verlaufene Wahl­kampf ohne törichtes Geschrei und gehässige Verunglimp­fungen zu Ende geführt werde.

Gicszener Jtnöttbcatcr.

Herr und Diener

.Schauspiel von Ludwig Fulda.

Gießen, 18. März.

KoSru, König der Perser, hat das Glück, einen bedeuten­den, ihn natürlich weit überragenden Staatsmann und Feldherrn zu haben und das. Unglück, eine

ehrgeizige, zielbcwußte Gattin. eine Brunhuden-

natur, die auck) das Schilsal der Da kure te.lt Sie wurde von Artaban, dem Diener, ihrem Gemahl zur Hock>zeit eingeholt, und nur sein blankes Schwert ver­mochte, daß das heißblütige Weib, nicht, dem Drange ihres Blutes folgte und unterwegs den Vasallen zum Gatten erhob. Seine Unnahbarkeit verkehrt getreu dem Nibe­lungenlied ihren Haß in Liebe und all ihr Sinnen rlastet sich darauf, wie sie die Sck)inach räche und den Pflicht- getrcucn demütige. Mit Hohn und Spott, mit Liebcv- laut und klugem Spiel, reizt sie den König, einen unbe­deutenden gutmütigen Menschen, gegen den Diener auf, daß er sich mit ihm messe und ihn niederzwinge. Aber die Macht versagt, wo ihr der Geist und das Können fehlt und sich eine harmlose, heitere Beschränktheit mit kühner Selbstgefälligkeit über die eigene Bedeutungslosigkeit hin­wegsetzt Der Staatsmann ist seinem König in allen Stücken überlegen, an Klugheit und Edelmut, im Schach und im Turnier In ohnmächtiger Verzweiflung verbannt der Herr seinen Diener auf seine Güter, nackchem er ihn aller Würden euttleibet hat, weil er nicht um Gnade flehte. Doch der König ist noch viel kleiner, als man glauben sollte. Er kommt bei einem gefälligen, pünktlick)en Gewitter unter einem Vorwand in das Haus des Artaban, da er lüstern ist nach Gülsade, der schönsten Frau seines Landes, der Gattin Artabans, die in inniger Liebe an ihrem Manne hängt. Da sie ihm nicht gefügig ist, verspricht er ihr, sie zur Königin zu erheben, und drückt ihr einen Dolch m die Hand, den Gatten damit zu töten. Abermals aber ist Artaban größer, er schenkt dem König seine Frau, der König äst entwaffnet und gebemütigt. Als Gülsabe be­kennt, baß sie mit bem Dolch den König ermordet hätte, wenn er ihr genaht wäre, itrieb ihr Gemahl wegen Hoch­verrats abgesührt. Gülsabe ellt nach ber Hauptstadt und

Nr. 66 Erstes Blatt 16b Jahrgang Samstag, 18.jnSrj l9n

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