sind wegen ihres hohen Gehaltes an blutbildenden Nährsalzen u. Eiweiß natürliche Kräftigungsmittel für Bleichsüchtige und Blutarme, die dabei rotwangig und blühend werden.
Knorr- Hafermehl und i Reismehl
Anr SLndt und Land.
Gießen, 17. November 1911.
"Bei der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Oktober 229 Renten gesuche (213 Invaliden, und Krankenrentenanträge, sowie 16 Altersrenten, anträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 301 Rentengesuche, so daß 630 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 181 durch Rentenbewilligung (167 Invaliden-, 15 Kranken- und 9 Altersrentengesuche); 44 durch Ablehnung, weil unbegründet (41 Invalidenrenten- und 3 Altersrentengesuche), 14 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (12 Invaliden- und 2 Altersrentengesuche), zusammen 239, so daß 291 Gesuche als unerledigt auf den November übernommen werden mußten. Ferner wurden im Oktober 333 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 268 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H.) und 66 infolge TodeS versicherter Personen (T). Unerledigt wurden übernommen 111 Ecslattungsantcäge, so daß zu bearbeiten waren 444 Gesuche. Bewilligt wurden 290 Anträge (241 H. und 49 T.), abgelehnt wurden 20 Anträge (10 H., und 10 T. Unerledigt blieben 134 Erstattungsanträge (92 H., 41 T. und 1 U.), die auf den Monat November übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen Heil- verfahrenSkosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß Ende Oktober 1911 in Anstalten 278 versicherte Personen untergebracht» waren. In der Eleonorenheilstätte befanden sich außerdem noch 49 Personen, die teils auf eigene Kosten, teils auf Kosten des Fonds der Großherzogin eingewiesen waren.
" AuS dem Militär.Wochenblatt. Iaeschke, Oberlt. im Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feld-Art.» Regt. Nr. 25, scheidet am 5. Dezember auS dem Heere aus und wird mit dem 6. Dezember 1911 im 3. See-Bataillon ^angestellt. Salzsieder, PsarramtSkandidat in Kampz i. P., zmn 1. November b. I. als MilitärhilfSgeistlicher unter Zu- te»Lung zur Großh. Hess. (25.) Division in Darmstadt an*
Deutsches Reich.
Vom Sielte ft en rat des Reichstags wurde der Arbeitsplan für das noch zu erledigende Beratungs- Material folgendermaßen festgestellt: In dieser Woche ist noch zu erledigen der Gesetzentwurf betr. die Schiffahrts- «abgaben, der Entwurf des Hausarbeitsgesetzes, der Entwurf des Gesetzes betreffend Aenderung des § 114 usw. S>er Gewerbeordnung. Die ganze näch ste Woche bleibt sitzungsfrei. Rach der Pause würden zunächst Mechnungsfachen zur Verhandlung stehen. Weiter gedenkt »man, soweit irgend möglich, noch zu erledigen den Entwurf des Gesetzes betreffend die Aufhebung der Hilfskassen- gesetze, die Vorlage über die Ausgabe kleiner Aktien in jden Konsulargerichtsbezirken, den Entwurf des Versicherungsgesetzes für Angestellte und den Bericht des Budget- Ausschusses über die zum Marokko ab komm en gestellten Anträge. Gleichfalls in der übernächsten Woche hofft man irie zur dritten Beratung stehenden Gesetzentwürfe betreffend -die SchifsahrtsObgäben, das Hausarbeitsgesetz und die Menderung des § 114 usw. drr Gewerbeordnung zu verabschieden.
Die Reichspartei hat zur zweiten Lesung des fSckiffahrtsabgabenbesetzes folgenoe Entschließung ein- igeoracht: Die verbündeten Regierimgen zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß bei Ausführung der im Gesetz vorgesehenen Stvomardeiten auf die Interessen der Fi s H er e i ßie woitrnöglichste Rücksicht genommen wird.
Der Ausschmückungsausschuß des Reichstags lhat ein Gemälde vor: William Pape, welches eine .Sitzung des Budgetausschusses des Reichstags darstellt, angekauft. Das Bild soll später in einem geeigneten Sitzungssaal e des Reichstags zur Ausstellung gelangen. Es ist der Augenblick festgehalten, in dem Kriegsminister von jErnem dem Ausschuß ein Bild der neuen Heeresforde- rungen gibt.
In der Sitzung des Bund esrats am Donnerstag wurde der Vorlage betreffend die Aenderung und Ergänzung Der Warenverzeichnisse zum Zolltarif und Anleitung für !die Zollabfertigung, dein Entwurf des Ausführungsgesetz es Aum internationalen Uebereinkommen $ur Bekämpfung des Mädchenhandels vom 4. Mai 1911 und dem Entwurf jdes .Gesetzes über die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Gesetzes betreffend die militärische Strafrechtspflege im Kiautschougebiet vom 25. Juni 1900 die Zustimmung erteilt.
Der von der Christlich-Sozialen Partei aufgestellte Reichstagskandidat für Weilburg-Limburg- Diez, Generalmajor Klingen er, ist zuruckgetreten. An seine Stelle ist der frühere Metzgermeister Parteisekretär Wilhelm Albertsmeier-Dillenburg ausgestellt worden.
Die Stadtverordneten und der Rat von Leipzig bewil- Agten nach Lebhafter Aussprache zur Lin d eru n g der iT euerun g die Summe von 350 000 Mark. Dies ist der Höchste Betrag, der bisher für solche Zwecke von einer Stadtverordnetenversammlung bewilligt worden ist. Da die Sozialdemokraten sich den bürgerlichen Parteien anschlossen, erfolgte die Annahme der Vorlage einstimmig.
Der perstsch-russtsche Streit.
Petersburg, 16. YLov. Die Petersburger Tele- tzraphenagentur meldet aus Teh eran vom 15. November: Die russische No te wurde bisher nicht beantwortet. Der Präsident des Ministerrats mit dem Ministerium des Aeußern ist bemüht, den russischen Wünschen ent- Eenzrrkvmmen. Er erteilte bereits vorgestern anShuster
Befehl, seine Gendarmen von dem Hause und dem cdgut des Prinzen Schoa zurückzuziehen. Shuster antwortete, der Konftskationsbefehl sei mit der Unterschrift »aller Minister versehen und wnne daher dem Gegenbefehl des Ministerhräsidenten nicht folgen. Eine Minister- Urisis, sonne der eventuelle Rücktritt des Regenten werden ausschließlich durch innere Wirren chervorgerufen. Mit der rrcsfischen Note hat der Rücktritt des Kabinetts nichts Ku tun. Borläuftg sind keine Anzeichen dafür vorhanden, Daß Persien geneigt ist, die verlangte Genugtuung wegen Beleidigrrng russischer Konsularbeamten durch die Gendarmen Shusters zu geben.
Ausland.
Der König von Serbien ist am Donnerstag nach- smittag in Paris eingetroffen. Präsident Falliöres, die Minister und die Präsidenten des Senats und der Kammer /waren zur Begrüßung am Bahnhof erschienen. Die Be- ivölkerung hieß den König, zu dessen Empfang die Pariser Garnison Spalier bildete, auf der Fahrt vom Bahnhof zum Ministerium des Aeußern durch Zurufe willkommen.
Gerichtssaal.
** Ein gewonnener Hassia-Prozeß. Ein hiesiger Fabrikant hatte gegen 5000 Mark Anteile der verkrachten Hassra- Gesellschaft ein alles Automobil unter Zuzahlung von noch 2500 Mark in bar eingekauft. Die Kammer für Handelssachen beim Landgericht hat dieser Tage entschieden, daß dieser Handel ungültig sei. Der klagende Fabrikant erhält gegen Rückgabe der vollständig wertlosen Antelle von dem Prozeßgegner, der mit zu den Gründern des Unternehmens gehört, 5000 Mark in bar nebst Zinsen zurück, weil das Automobil inzwischen weiter veräußert wurde.
X. Gelnhausen, 15. Nov. Das Schwurgericht Hanau verurteilte heute den früheren Landbriefträger Hugo Friedrich Koppmann aus Fischborn bei Birstein wegen Vergehens und Verbrechens im Amte zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis. Drei .Uconate der erlittenen Untersuchungshaft wurden aus die Strafe angerechnet, '^er Angeklagte hatte in amtlicher Eigenschaft empfangene Gelder unterschlagen, sein Annahmebuch unrichtig ge- fuljrt und tapche Bestellvermerke auf die Postanweisungen.gemacht.
Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Baut vor Gericht.
tx m. • < - ™ Dortmund, 16. Rod.
Zu. Beginn der heutigen Verhandlung ergriff sofort Staatsanwalts chaflSrat Fuhrmann das Wort zu seinem Plädoyer. Er roito auf die gegenselligen Beschuldigungen der Angeklagten hin und betonte, es wäre besser gewesen, wenn sie vor Gericht auch |o zusammengearberlet hätten wie bei der Bank. Der Angeklagte Benner fei wiederholt Ohm beigesprungen, während Schmitt
Landwirtschaft.
Halle a. d. S., 17. Nov. In einer Versammlung des Zentralverbandes der landwirtschaftlichen Geno ssenschaft en der Provinz Sachsen wurde festgestellt, daß die Provinz Sachsen durch den Ernte ausfall an Rüben, Kartoffeln uno Gemüse, sowie durch die Verheerung infolge von Viehseuchen die am schwersten betroffene Provinz ist Ihr Schaden wird auf 300 Millionen Mark geschätzt.
gestellt. Der Garn.-Verwalt.-Jnspektor auf Probe Schultz in Darmstadt zum Garn.-Verwalt.-Jnspektor ernannt Der Garn.-Verwalt.-Jnspektor Köhler in Worms zum Garn.» Verwalt.-Ober-Jnspektor befördert. Erdelt, Proviantamts- Inspektor und Vorstand der Zweigverwaltung in Mainz, al§ Amtsvorstand nach Sprottau, Ulrich, Proviantamts-Jnsp. und Vorstand der Zweig-Verwalt. in Metz, in gleicher Eigenschaft nach Mainz versetzt.
** Aufhebung der Dammbaubehörde. Mit Ermächtigung des Großherzogs wird die Großh. Dammbaubehörde aufgehoben.
Landkreis Gießen.
— Lich, 16. Nov. Am 21. d. M. feiern die Konrad Zimm er Eheleute hier das Fest der goldenen Hochzeit. Dem noch rüstigen Jubelpaare ein herzliches „Glück auf' zur diamantenen.
--- Bersrod, 16. Nov. Am Sonntag, 12. November, fanden in Lindenstruth und Bersrodauf Veranlassung von Pfarrer Hofmann- Winnerod gesellige VeranstaltMgen statt. "Den Rahmen bildeten Lieder der Gesangvereine, G edicht- Vorträge durch Schulkinder und gemeinsames Singen von Volksliedern. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Heinrich Naumann aus Nanzhausen, dem Schriftsteller und Bauersmann, über „D orfheimat und £) ei nta Hiebe". Wems Gott gegeben hat, der ist besser dran, als der, der es sich anlernen muß, und Tiefe des Herzens ist wirksamer als ein gleißendes Gewand, das konnte jedem klar werden. Wie hat der Redner alle Fluren lebendig werden lassen, wie hat er bei aller Gerechtigkeit gegenüber der Stadt dem "Dorfbewohner seine Vorzüge klar und lieb gemacht, wie hat er seine Gedanken veranschaulicht in den eingestreuten Geschichten, die durch die Kürze ihrer Erzählung so lebendig wurden, wie hat er das Herz warm gemacht, die Heimat zu lieben und zu pflegen! Die Schlußworte der Lehrer Hahn und Wolf gaben.dankbar dem Ausdruck, daß das eine Kost war, die jedem mundete, von, der man gern noch mehr genommen hätte.
Kreis Alsfeld.
— Nie der-Ohmen, 16. Nov. Die Landwirtschaftskammer für Hessen hält hier am Sonntag, 19. November im Gasthause von Langohr einen Vortrag über: „Z iegen- zucht und Ziegen Haltung" ab. Redner rst Landwirtschaftslehrer Dr. Lun g-Alsfeld.
Starkentmim und Rheinhessen.
m. Offenbach a. M, 17. Nov. Der Fabrikant Louis Feistmaun hat für den Neubau der israelitischen Synagoge, die Ecke Kaiser- und Goethestraße errichtet werden soll, eine Stiftung von 50000 Mark gemacht, wovon 10 000 Mark sofort und der Rest nach dem Tode der Feistmannschen Eheleute ausbezahlt werden soll. An die Stiftung ist die Bedingung geknüpft, daß dem Neubau eine freie Konkurrenz unter den Offenbacher Architekten vorangehen muß.
n. Offenbach, 16 Nov. Vor nahezu 100 Zuhörern sprach oestern abend im Zweigverein öes Vogelsberger Höhenklubs Pfarrer Ritter, Friedberg, über das Thema: „Aus dem Reich des Aberglaubens, insbesondere allerlei tm Aberglauben wurzelnde Gebräuche und Gewohnheiten." Trefflich verstand es der Vortragende, den in seiner Heimatstadt Grünberg in Oberhessen im Verkehr mit dem Volke gesammelten Stoff in anheimelnder Weise darzubieten und die Volksgebräuche zu schildern, wie sie heute noch trotz aller Ausklärung das Leben der Menschen auf dein Dorfe von der Wiege bis zum Grabe begleiten. Ein tiefer Sinn liegt in den allen Bräuchen, man soll sie ehren, so weit sie harmloser Art sind und nur gemeingefährlichen Auswüchsen des Aberglaubens energisch entgegentreten. Gedichte in Wetterauer und Vogelsberger Mundart illustrierten den Vortrag ergänzend und belebend.
ä. Bingen, 15. Nov. In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung, die von der allgemeinen Technikerschaft einberufen war und zu der auch die Bürger geladen waren, wurden die Verhältnisse beim Vermieten der möblierten Zimmer eingehend erörtert und kritisiert. Um die dabei vorkommenden Mißstände, sowie das Eingreifen von Unterhändlern und Zwischenpersonen zu vermeiden, wurde beschlossen, dem hier bestehenden Kreisarbeitsnachweisbureau ein Zimmernachweisbureau anzugliedern und Plakate an den Bahnhöfen, an den Dampferstellen und im Technikum selbst anzubringen. Ferner wurde beschlossen, den Direktor des hiesigen Technikums zu ersuchen, eine Mitteilung hierüber in den Prospekten aufzunehmen. Es hat sich ein Ausschuß gebildet, der diesen Plan zur Ausführung bringen soll.
Hessen-Nassau.
x Marburg, 16. Nov. Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität erneuerte dem Bezirks kottserva- tor von Kurhessen, Professor Dr. von Drach in Kassel, der heute fein 50jähriges Do ktor-Jubiläum begeht, das Doktordiplvm. — Die elektrischeStraßen- oahn, die an Stelle der vor vier Wochen eingestellten Pferdebahn tritt, soll ,tn nächster Wo ch e dem Betrieb übergeben werden.
x Fron H ausen, 16. Nov. In dem Stalle eines hiesigen Landwirts ist die Maul- und Klauenseuche aus geb rochen. Ein Tier ist bereits eingegangen.
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
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bn fernen früheren für Ohm sehr belastenden "AusfagM geblieben sei. Schmitts Stellung sei ziemlich selbständig gewesen, Ben ners Selbständigkeit jedenfalls größer als er zugeben will. Die wichtigsten Sachen bearbeitete O h m selbst; wenn er bestreite, von den unter Anklage stehenden Fällen etwas gewußt >zn haben, so sei das offenbar falsch. Gegen die Angeklagten spreche ihr ganzes Verhalten gegenüber der Berliner Handelsgesellschaft. Naächem der Vertreter der Anklage auf die einzelnen Fälle näher eur- gvgangen war, beantragte er gegen Ohm 2V» Jahr Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, gegen Schmitt IV2 Jahr Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe unter Anrechnung von nenn Monaten Untersuchungshaft, gegen Benner 9 Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Strafmildernd fällt ins Gewicht, daß die Angeklagten in der Verhandlung bestrebt waren, bei der Feststellung her Straftaten keine Schwierigkeiten zu machen.
Als erster Verteidiger spricht der Rechtsbeistand des Angeklagten Ohm, Rechtsanwalt Frank, der dem Staatsanwalt und dem Vorsitzenden für die Geduld und Langmut dankte, mit welcher sie jeden zu Worte kommen ließen. Für Ohm bedeute die Hauptverbandlung eine wahre Erlösung, weil Ohm unter dem Druck einer Anklage stand, die er in allen wesentlichen Punkten als ungerecht ansehen mußte. Das Urteil möge ausfallen, wie es wolle, der Vorwurf der generellen Depotunterschlagung habe sich als nicht stichhaltig erwiesen. Der Begriff der fortgesetzten Handlung sei von der Anklage völlig verkannt worden. Der Angeklagte Ohm habe sich um die Depotverpsändungen überhaupt nicht gekümmert, sondern sich auf seine Angestellten «verlassen, weil er den Kopf voll hochfliegender Finanzpläne hatte. Die Verfügung über Kuxe auf Grund von Blankozesswnen unterstehe nicht dem Depotgesetz, im schlimmsten Falle haben sich die Angeklagten tn einem zivilrechtlichen Irrtum befunden, der ihnen Straffreiheit sichere. Soweit es sich um die Weitergabe lombardierter Kuxe handele, feien die Angeklagten schuldlos. In dem Fall Wiebe liege allerdings eine Depotunterschlagung vor, die aber keinem der drei Angeklagten zur Last falle, sondern dem Bankbeamten Fischer, dem aber auch nur ein Versehen unterlaufen fei Das fei alles, was von dem sogenannten 'großen Bankräuber Ohm übrig geblieben setz Während der Verhandlung sei täglich em Fundament der Anklage nach dem anderen zusammengcstürzt, bis nur ein Trümmerhaufen übrig geblieben fei. «Der Verteidigen schloß mit dem Antrag, alle Schuldfragen zu verneinen urö sämtliche Angeklagten fr eiz-u spr e chen.
Morgen werden die übrigen Verteidiger plädieren. Die Verkündung des Urteils wird wahrscheinlich an einem späteren Termin erfolgen.
Die Höllenmaschine im Postpaket.
Insterburg, 16. Nov.
Unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Geheimen Justizrat Broese, der seinerzeit den Allensteiner Prozeß gegen Frau von Schönebeck leitete, begann heute die Verhairdlung gegen dlw 18 jähr. Fleischergesellen Franz Müller aus Königsberg wegen eines Attentats, das seinerzeit weit über die Provinz Ostpreußen hinaus Aufsehen erregte. Die Eltern des Angeklagten Müller wohnen in Schirwindt. In demselben Hause wohnt eine Familie Gc- schwendtner. Zwischen beiden Familien herrschte bittere Feindschaft. Mitte Mai erhielt nun die Familie Geschwendtner aus Königsberg ent Paket, das von Frau mü> Fräulein Geschwendttter geöffnet winiLe. Ws der Deckel abgehoben wurde, erfolgte eins Detonation und die beiden Frauen erlitten sckpo-ere Brandwunden, an denen sie längere Zeit litten. Es fand sich noch eine unversehrte zweite Bombe, bei der die Zündschnur versagt hatte. Tie Behörden kamen verhältnismäßig schnell auf die Spur desTä ters. Die Adresse der verdächtigen Sendung war aufgeklebt und auf dem Deckel wurde eine zweite Adre s se gefunden, die auf den Fleischermeister Müller lautete, dessen Sohn in Königsberg in Arbeit stand. Dieser wurde infolge der Verfügung des Staatsanwalts verhaftet. Müller legte denn auch bald ein Geständnis ab.
Nachdem die Geschworenen den Angeklagten für schuldig erklärt hatten, verurteilte ihn das Gericht zu sechs Jahren Zucht< Haus und fünf Jahren Ehrverlust.
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