Donnerstag, 24. August M
Erstes Blatt
16t. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
nr. 198
Te, Gießener Anzeiger -scheint täglich, außer Sonntag«. - Beilagen: viermal wöchentlich ^ießenerZamtlienblStter, -weimalwöchenll.Areit- dIaNsvrven«ret,Sießrn iTicn«tngimblfretm-i); . loeimal monail. tanb ivirlfchaflliche-eitsragei. .ferniprech - Anschlüsse . für die Redaktion 112, Berlag u. Expedition 51 Adresse ttir Depeschen:
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8ranfreid)s letzter Wort?
Uebereilistiinmcnd melden heute ein wiener und ein Pariser Blatt, der Ministerrat in Paris stel ?(uflcbot" Frankreichs in der Marottofragt fest und werde den Botscha'ter in Berlin mit „ausführlichen und peinlich genauen" Weisung« 11 versel en ': auch davon gesprocl r d 1 her
n vielleicht sich berei de» französischen rtongogebtetes > folgt wiederum in einem Tone, nlv sei da» Anrecht Frankreich» auf den alleinigen Besitz Marokkos ganz seldswer- ständlich und ai trüg I ischcn oder btttclhaftcu Eharaltcr Cb die dcuiichc Regie runa tun k ich mit '
z Wenn nicht, dann wäre es da» unücrhullt in einer amtlichen Kundgebung schon ictzi |U sagen, damit Frankreich mit seinem letzten War vanach richten könnte Tenn von Pari wird noch gemeldet, die Bespri chun icn - n Minister würden di
nächsten Tage fortgesetzt Bieileicht würden die französi schen Großsprechereien in dein Augenblick aushören, ivo Teutschlanv ein getvichliges Wort dazli sagen mürbe.
Tie „Wicner ?l l l g e m c i n e Zeit u 11 g". deren amt liche Beziehungen bekannt sind, läßt sich ans Paris melden:
„Bei den geinigen unter dem Vorütz des Miini'terpräildcntcn nbflcbaltcncn Konferenzen wurden genaue 3 njt r u 11 i 0 n c n lür den Berliner Botichasler I >i l . s Eanibon beidilafien QrS beißt, daß in diesen Instruktionen da» letzte .1 n g c b 0 t, ipcldj.o
s i i d) c Negierung willeincweitereDcrschleppungder Verhandlungen verhindern uno bind- »?rrn Eambon ihre letzte Lfierte stellen l*-) wird beabsichtigt, daß letzt verlangt, daß dasselbe genau präzisiere, welche Interessen, ents es in Maroklv an den Lag legen will. Xjcrr U.aiubon wird zu diesem Behüte den Lnnvun eines Prowkotlv des InteressementS in Berlin vorlcgcn, an dessen Fonunlierung auch d-er Iustizminister tcilgenommcn bat. Tie französische Regierung will ceimciöcn, baß abermals eine Konvention wie im Jahre 1909 zustande kommt, welche zu neuen Mißhcll igkeiten und M iruerüänb n 1 i f c n Anlaß geben könnte. Ern wenn die französische Regierung tic Gewißheit Laben wird, daß die von ihr bcaiuvrutbicn Redne ui Marokko gewahrt bleiben, wird sie fid> uuf die Wei terver» h a il d l n n g, betreficnb die Abtretung von Teilendes j 1 anzösischcn K 0 ng 0 gebietesan Deutschland, einlasscn."
Tie „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Paris: lieber bic Besprechungen der französischen Minister und Diplomaten schreibt die „x* i b c r t
„Ter geitrige, sowie der heutige Tag sind mit Beratungen unserer leitenden Staatsmänner unb Divlomaten an»gctülü gc wesen. ES handelt sich vor allen Dingen darum, die französischen Realisationen in M a r 0 f f 0 und die Kom- peufationen Deutschlands in .'longo f c ft 5 u ft e 1» len. Die „Liberty" glaubt zu wissen, daß 01c vorbereitenden Vorschläge die volle Zunimmuiig des Minifterpraiidenten und der in Paris anwesenden Volksvertreter erbauen haben Tie Ratifizierung dieser Vorschläge durd, den Präsidenten der Republik und den Ministerrat, wird endgültig Ende dieser Woche erfolgen, yerr Jules Eambon wird am kommenden Montag sehr ausführliche und vcinlid) flciiflue Weisungen schriftlich mit nach Berlin nehmen. Es handele sich darum, eine Form zu finden, die der Würde Frankreich» entspreche. Eirnschädi- gnngen, aber feine Zugeständnisse an Deutschland.
Ein zuruckgrwiesenes Lügenmärchen über den Kaiser.
Tie zahlreichen Aufmunterungen an die deutsche Regierung, auswärtigen Lügenmärchen kräftiger entgegenzu- treten, haben endlich Wirkung gehabt. Tic „nölnuchc Zcu
tung" schreibt aus Berlin Die ..Westminster Gazette" ver öffcntlidit einen längeren Artikel, der, an eine angeblim neu erfolgte StellungnaIiine des Kaisers zur d r a m a t i s di e it .'tunst anschließend, eine nicht uninteressante Abhandlung Über den mächtigen Einfluß des Tra mas auf die Gestaltung von politischen (Webanten bringt Es mangelt dem Verfasser offenbar nicht an geschichtlichen Menntnifi'en und tiefsinnigen Gedanken, aber cs ist bodi chade Um den Scharfsinn, den er auf seine Betrachtungen verwandte: denn was er über bas Verbot des Kaisers adelt, nach b
. 1 fin inziell unterstützen und feint amtlichen Beziehungen zu in Theater unterhalten sollen, ist gänzlich ans der Luft g e g r i f f c n Ein derartiges Verbot, das der Verfasser mit der angeblichen Abneigung des Kaisers gegen das moderne Drama begründen null, in nicht erlassen worden, auch ist nicht der geringste Grund vorhanden, es zu erlassen.
Abgesagte Manöver in Frankreich.
Paris, 23. Ang. Nach einer halbamtlichen Mitteilung steht es nunmehr ziemlich, fest, daß die für den September IUI Norbbepartement geplanten Manöver, an benen das erste und sechste Armeekorps teilnehmen sollten, nicht st a 11 f i n d c n werden. Ter Präfekt des Norddepartements hat wegen der daselbst herrschenden Maul- und Sllaucnfcudic beantragt, daß das Manöver des ersten Armeekorps aus fällt. Das sechste Armeekorps wird verschiedene Brigade- Übungen vornehmen.__________________________________
Die Befreiung Richters.
Wir konnten in einem Teil unserer gestrigen Auslage noch mitteilen, daß es gelungen ist, den entführten Ingenieur Richter a • chischen Grenze aufzufinden
Heute einlaufende neue Meldungen bestätigen dieses er- freuliche Treigni
3 c n a, 23. August Bei der Firma Karl Ze iß ist ein Telegramm des AuSn irrigen Amtes eingeganaen, uadi dem der deutsche Konsul in Saloniki bestätigt, daß der Ingenieur Richter befreit ist und sich in Elassona befindet
Saloniki, 23. Aug. Ingenieur Richter wurde nach Erlegung de» V ö i e g c l b c » von 4000 türkischen Pfund v ? n 0. 11 R <111 Dem aus 11 : e ch t s ch e m Boden fr ei - gelassen uub bi» m die Nähe des Milunnapasies geführt, wo .: bet 01 türkischen Wach heute früh eintraf Bon dort wurde er nach EtassouA gcbrad)i. Richter begibt iid) nach Saloniki.
Ans A t h e n werden nocli folgende Einzelheiten gc- niclbet: Vor einigen Tagen fei aus türkischer Quelle bekannt geworden, daß Ingenieur Rickiler in Tyrnovo, im 5?ause eines bekannten ehemaligen Briganten, versteckt ge halten werbe. Tie griechische Regierung habe daraus Nach Forschungen nach Ritter angestellt Cn infolgedessen Richter von den Räubern, die ihr Versteck entdeckt sahen, freigelassen worden sei, sei einstweilen noch unklar.
Der Berliner „Lokalanzeiger" erfährt aber aus Salo niki: Die Freilassung des Ingenieurs Richter erfolgte gegen Erlegung eines Lösegeldes von 4000 türkischen Pfund, welcher Betrag ans in Deut f ck land v e r a n st a l t e t e n 2 n in m; u n g c n g e deckt wird. Außerdem erhielten die Räuber vier goldene Uhren, vier goldene Ketten und vier Leibbinden Die Unterhandlungen ivurden mit den Räubern unabhängig von den Behörden durch eine geeignete Mittelsperson des deutschen Konsulats geführt. Richter soll sehr niedergeschlagen sein.
So scheinen wir die Befreiung unseres Landsmannes lediglich den Bemühungen des deutschen Konsulates zu ver-
danken. So groß die Freude über Richters Rettung ist, kann den türkismen Behörden doch kaum ber Borwurf eriparc werden, daß ihre pflichtmäßigen Bemühungen lässig uub unzulänglich gewesen sind.
Erfolge der persischen Regierungstruppen.
Teheran meldet, besetzten die Regt e r u ngst r u P P c rt die kaspischen .väfen wieder uub schloss e n d e n E x s ch aÜ vollständig ein. Säma es Saltaneh soll die oüioalt über die Turkmenen verlieren, die am 20 August in großer Zahl plündernd und raubend in 5cmnan eingedrungen sind. Unter den Turkmenentruppen des früheren Schahs soll eS .zu beträchtlichen Desertionen gekommen sein. Der Emir Musfakham kann aus Mangel an Geldmitleln gegen Salac ed Da ulest nicht vorgehen: Morgan Shuster weigert sich, ihm Mittel zu gewähren, was zu einer Reibung zwischen, dem Mitiisterium und Morgan Shuster fuhrt.
Konstantinopel, 23. Aug. Gegenüber den WcriKhten, nadi denen die P forte gegen den Vormarsch des E r f di a h S P.' 0 hani m e d Al, atuv aufiutreten gedenke, wird uiuandiaer- seils erklärt, daß die Pforte vollständige Neutralität; beobadic Die Bemühungen bei Pforte seien daran» gcridrtct, in pcrhindern. daß die kurdifdien Grenzstämme die Parteigänger __ü
Dcntfchc» Heidi.
Ter Reichstag sabgeordnete Domherr uub Geist 1 icher Rat Fra 1, k (Zentritm , Vertreter des 8. Wahlkreises (Cppehr, ist, ber „Schles. Volksztg." zufolge, gestorben. [
Ausland.
Entsprechend dem seinerzeit vorn französischen Parlament genehmigten Gesetzentwurf begibt sich benr- n ach st eine ans einem Cbcringenifiir und vier Ingenieuren' bestehende französische Mission nach Netlhork, die die Ausgabe hasten wirb, bic i u 0 u st riel len, t e d) - ni sch e n und kaufmännischen Methoden N 0 r b- amerikas zu studieren Tie Mitglieder dieser Mis«^ sivn, bic als eine ftänbige Einrichtung gedacht ist, tuerbeit' zwei Jahve lang eine praktische Uebungszeit in verschis- denen öffentlichen und privaten Betrieben bei Eisenbahn-, sowie gvohinoustiellen Unternehmungen Norbamerikaq burchmachen unb nach ihrer Rückkehl minb s Fahre im französisi en Staatsdienst verbleiben müssen ite jährliche Ausgabe ber Mission i|t auf 100000 Franks ver-' anschlagt toorben.
Aus Plymouth wird gemeldet, daß PolfzeibeamtL aus Plymouth int Verein mit Beamten des Geheimpolizei- departements eine neue Haussuchung auf dec Facht des als Spion verhafteten D r. S d> u4 f, ■ Dorgenommen haben. Sie soll zur Entdeckung „hochwich-^ tiger Dokumente" geführt haben, welche der «äenchtsver- Handlung „einen noch viel sensationelleren Charakter" geben ' Würben.
Tas montenegrinische Ministerium Tomanowitsch gab seine Entlassung Ter König nahm sie an uub ernannte Tomanowitsch neuerbings zum Ministerpräsidenten Auch' der Minister bes Znnern T 1 ch u k a n 0 w i t s ch unb Finanz-- Minister V ergo witsch behielten ihre Portefeuilles^ Kriegsminister würbe Du ko witsch, Justiz unb linier-, richtsminister Staatsrat T 0 schitsch, Minister deS. Acußern der bisherige Konsul in Skutari, Greg 0 wits ch<
Der „Reuyork-Heralb" melbet: Auf Map Haitien befinben sich jetzt fünf amerikanische M r i e g 0 -
Die gestohlene Mona Lisa.
Die gesamte Presse beschäftigt sich in fpallenlangen Artikeln mit bem Diebstahl der „Eioeonda" und bezeichnet diesen als das unerhörteste und phantastischste Ereignis Roch immer hat man nicht den geringsten Anhaltspunkt ge junben, der zur Entdeckung des Täters führet^könnte. Die Annahme, daß es sich um einen schlechten Scherz eines Reporters ober Kunstfreunbes hanbeln könnte, der der Museumsverwaltnng eine Lektion erteilen wollte, wird all gemein als höchst unwahrscheinlich bezeichnet. Man hält es eher für möglich, daß der Rachcalt eines entlassenen ober unzufriedenen Dieners vorliegt, der seinen Vorgesetzten llnannehmlidjfeiten bereiten wollte. Mehrfach wird aud) die Vermutung geäußert, daß ein von einer fixen Zdee befallener Sammler hinter dem Diebstahl stecken könnte.
Ueber die Entdeckung des Diebstahls wird erzählt, daß zuerst ein Besucher einen Saaldiener darauf aufmerksam gemacht habe, daß die „Gioeonda" fehle und vielleicht ge stöhlen worden fei. Ter Diener zuckte bic Achseln unb meinte spöttisch: Vielleicht hat man auch bic Venus von Milo gc stöhlen. Bald barauf stellten die Saaldlener zu ihrem Eni- setzen fest, daß die „Gioeonda" tatsächlich gestohlen war.
Nach dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung scheint der Dieb mit großer Ruhe vorgegangen zu fein. Er muß bas Bild adgeschranbt und durch mehrere Säle getragen haben. Zm Slicgenhaus durfte er den Rahmen vollständig losgelöst und an die Tur des Tienerzimmers gelehnt haben. Man hält es für möglich, daß er sodann das Bild durch ein Fenster einem Helfershelfer zugeworsen hat. — 2er Deputierte Delarochc Vernet teilte dem Minister für Unter richt uub Schöne Künste mit, daß er ihn über das Verschwinden der „Gioeonda", sowie über die Maßnahmen interpellieren werde, die er znm Schutze der Meisterwerke des üoubre zu ergreifen gedenke.
Ueber den Diebstahl fehlt noch jeder Anhaltspunkt, der zur Entdeckung der Diebe führen könnte. Polizeibeamte erklärten einem Berichterstatter, daß gegenwärtig im Louvre verschiedene Bauarbeiter! ausgeführt werden, uub daß bic Diebe wahrscheinlich als Maurer d c r 11 e i b c i waren; denn nur so sei es zu erklären^ baß sie unbehelligt
mit ihrer Beute abziehen konnten. — Ter radikale Tcpu tierte Ehastenct kündigt ein, er werde die Regierung auch über die Nachlässigkeit unb Unerfahrenheit ber Verwaltung ber staatlichen Museen und insbesondere des Louvre interpellieren. Tas Louvre-Museum bleibt bis Freitag geschlossen.
Von verschiedenen Seiten wirb behauptet, baß ber Diebstahl ber Gioconba schon lange vorbereitet gewesen märe. Im Laufe bes Jahres 1910 habe ber Berichterstatter einer amerikanischen Nachrichtenagentur in Paris bet ber Agentur angefragt unb mitgctcilt, feine Direktion in Neu üm-t verlange sofort telegraphischen Bericht von ihm, ob bas Gcmälbc „Mona Lisa" aus bem Louvre-Museum gestohlen worben sei. Eine halbe Stunbc später sei ihm geantwortet worden, daß sich bas Bilb noch an feinem Platze befinbe. Es würbe der Polizei leicht sein, feft- zustellen, von wem biese Anfrage in Neunork ausgegangen ist. Es trifft zu, baß seinerzeit bnrch ein berartiges Gerücht die Pariser Redaktionen sehr beunruhigt wurden, und daß sie mitten in der Nacht den Minister ber schönen Künste aus bem Bett holen ließen, ber ihnen lachcnb versichern konnte, bas Bilb sei noch an seinem Platz.
Unterredung mit Geheimrat Lode.
Ter Generaldirektor der Königlichen Museen, Wirklicher Ge Heimer Rai Dr. Wilhelm Bode machte einem Mitarbeiter des Bert. Tgbl. folgende Angaben:
,,Es ist nur geradezu unverständlich, wie das Bild unbemerft beiseite gesä>aftt werden konnte, zumal es 77X53 Zemimeier groß ist und außerdem am Holz gemalt ist. Sehr austalUg ,st auch, wie das Gemälde unoemerki aus feinem Rahmen herausgenommen werden fonntr, eine Arbeit, bic immerhin einige Zeit in An'vruch nimmt. Allerdings hat ein Diener des Museums drei große Sale in überwachen, so daß er naturgemäß nur eine ungenügende Kontrolle ausuben kann Der Saal, aus dem die „Monna Lisa", rote die Gioeonda allgemein genannt wird, ent führt wurde, ist die salle carree, die etwa 20 Meier tm Geviert wißt. Außer Pbotogravhen find des Montags auch zahlreiche Vkoler im Louvre beschäftigt, um Kosten von Gemälden angutertigen. Möglich, daß einer der Maler mit dem Verschwinden des Bildes im Zusammenhang steht. Ein nnrf lidicr Diebstahl schemr mir jedoch nicht d 0 r 5 u liegen und Cd wäre zu wünschen, daß^sich das Geheimnts^aui irgendeine günstige Weise aufkläre. Sollte rs aber pem Dieb, anbei alle
Wahrscheinlichkeit gelingen, dos Bild zu veräußern, so bürftd er ein gutes Gesdxrfi machen, denn das Gemälde gehört zu den wertvollsten des Louvre und repräsentiert lchätzungsweise einen Wert von etwa fünf Millionen Francs. TaS. Bild bat überdies seine Geschichte. Vic bekannt, hat vor etwa einem halben Fahr der „New Aork Herold" die Frage zuc Diskussion gestellt, ob bic im Louvre befindliche „Monna Lisa" - taliachlich das Original des berühmten Bildes oder nur eine, Hopic des Gemäldes fei, das sich tm Prado in Madrid be- iintut. Es wurde von verschiedenen Seiten behaupte!, daß das Madrider Bild das echte fei, während das Bild tm Louvre eine Kopie wäre, bic freilich auch von der Hand Lionards flamme. Demgegenüber ist meine Ansicht die, daß das Louvrebild zweifellos das Lrigiual 1 st."
Geheimrat Bode fprach bann noch über Mufcuiiisoicbstahle und Beschädigungen von Bildern in Museen im allgemeinen« Er erwähnte die Tcnsadic, daß vor etwa sieben Zahrcn im Ber-, lincr Kaiser-Friedrich-Museum eine Zeitlang systematisch bic Augen! von Porträts nut einem Bleistift von einem unbekaniuen Täter ausgestochen wurden. Lbroohl bantals das Auifichtsperional sei- dovveli wurde, blieb der Täter nicht nur unentDcdi, sondern icgttf sein Zerstörungsroerk an den eben wiederher gestellten Bildern eine Zeitlang noch fort. Seit dieser Zeit befinben sich die Gemälde unter Glas. \
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— Fermath scher Satz. Eine Korrespondenz teilt mit; daß rin Laie in lärm habt den Fenn ätschen six, au» bei) en Lösung der verstorbene Dr. P. W 0 l i s k e h l in Darmstadt einen Preis von 100000 Mk. ausgesetzt bat, gelöst habe. Dem Inhaber des Gasthofes Valdfriede bei Darmstadt, Peter Tix, soll cs gelungen fetn, den seit Jahren heftig umworbenen Satz zu lösen.
— Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen- schaf t. Gchcimcr M-.biZinalrat Di mcö. Aböl' Seeligmalle r , a. n Professor für Nervenheilkunde und ElektrotberapiL an der Universität Halles. S., feime am 22. d. M. bas 'M jährige Doktoriubilüum. Er flamm 1 aus Naumburg a. S. uno steht im 75. Lebensjahre. — Der Mathematiker, (Hehemrrat fror. Dr phil. Leo Pochhammer in Krel begehr am 25. b. M. feinen 70 (^ebunstag. — Vor einigen Wochen wurde, wie wir gemeldet haben, bic von Frsn; de Baprss illuifriftte Ausgabe von Boccac- cws Tekamcron, die tm Verlag Wilhelm Borngräber in Berlin erschienen ist, gerichtlich beschlagnahmt. Durch Brichluß des Landgerichts Berlin ist auf Grund der vom Berlcger emgercidncn Beschwerde bic Beschlagnahme aufgehoben uno bic konsisziertyr Zeichnungen von dem Gericht frei gegeben worden.


