Angriff auf eine Mannekursunsche Harn,
THe „Vossischa 3cüunfl" mdbct: Die Manncsmannschc ftnrm Abba wurde am 15». September nachts plötzlich von Rüubern a n g e g r i s s r ii imb beschossen. Der Angriff wurde znrückgcschlagmi _ i e b c n E nrop ii e r weilten ans der Farm. In Safsi glanbl inan, der Angriff sei ans französische Machenschaften zurückzuführen, da Frankreich einen Yoriuaub suche, aueh den Süben Marotkoc mili ii
Sir Robert Hart f.
London, 21. Sept. Sir stöbert Hart, der ehe iitaliga chencralinspektor des ZolldvesenS in China, ist in L oubo n gestorben.
Sir Robert Hart hat ein Alter von 7G Jahren erreicht Die Todesursache war Herzschwäche, bie durch Lnnqencnt züntning afnl geworben war.
Mit Sir Robert Hart ist eine natu hervorragende Persönlich feit baOinnegannen. Als Begrüirdcr und Organisator des chine fischen Zollwesens hat er siir Ehiua mehr geleistet, als es p einem anderen Ausländer int Reiche der Mitte möglich toar Ihm verdanlt das Weich, da ft einer seiner wichtigsten Einnahme auelleit, den Seezöllen, die Korruption, sernblieb. Infolge feine» Tätigteit wurden diese Zölle geradezu zum Rückgrat der Staats sinanzen und des chinestschtnt Staatstrrbits. Erst die Regelung der Seezöllc ermöglichte oen Chinesen die Aufnahme anöwärtigo Anleihen. Das Werk Sir Robert Harw Ivar auch die Er richtnng des Seezeichen-, Leuchtlurni- und Flnftschiffahrtstnescn- in iChina, die Schaffung eines staatlichen Lotsen und Quarantäne menstes und die Begründung der chincfifcheit ^teichspost. In allen ivichligsten Fragen, die Ellina bewegten, übte er zudem einen ganz bedeutenden, wenn auch meist stillen Einfluß ans.
Sir Robert Hart begann seine Laufbahn, mit 19 Jahren atfl H'vnsulatssefretär in China, rückte daun zum Konsul aus und war als solcher an verschiedenen Plätzen des chinesischen Reiches tätig, bis er 1859 in dessen Zolldienst eintrat. 18G1 wurde er Generalinspeklenr des Zollwesens, und nachdem ei zwei Jahre danach in dieser Stellung bestätigt »norden war, stillte er sie 11 Jahre lang in einer Mise ans, das; China alle Ursache hat, ihm dankbar zu sein.
Pokiiifl, 21. Se.pt. ES wird als sicher nugenommen daß Aalon, der stellvertretende Generalinspct'tenr bei Zölle, r>er Nach fo lfl er Harts sein wirb.
Vie Ausstä.ive in Lisina.
Peking, 21. Sept. Die Regierung veröffentlichte ein Telegramm des Bizekönigs aus Tschenfl tn, nach dem 1 OOOO Aufsträ nbis ch e T s ch e n g tu a n g e g r i f f c n hätten. Sie seien ii b e r a l l geschlagen worben, Tau senden waren die Mass e >i n b g e n o m m e n lu o r d>e n. Die Weßieriing erlieft ein Ebilt, in dem sie der Hal litnfl des Vizelönigs Anerkennnng zollt mtb Befehl erteilt, Sirr llnterbrüesunß des Aufstandes Truppen nach den Provinzen Hupe, Nneman und Szechuan zn entsenden.
Berichte miet Tschima Fing lauten nicht so optimistisch, sie weisen ans die Möglichleit »veiterer llnrnhen hin.
Chn ii ß Ti n o, 21. Sept. Vom IG. Sept, datierte Nach richten aus Tschenglu, bie durch Sonberboteu überbracht wurden, besagen, das; die verhafteten Rädelsführer noch nicht 1) Inger i ebtet worden sind imb da ft die Fremden immer noch die Stadt verlassen können. 2000 Aufständische sollen getötet fein.
Vie Vorgänge in Rntzland.
Petersburg, 21. Sept. In der Wohnilng der Schriftstellerin Türkowa, wo der .n'orrespoudeitt ber „Morningpost" wohnt, wurde eine Hanssnchnng borgi?itom men. Der Korrespondent erhob bei der englischen Botschaft Beschwerde. Die Revision der politischen Polizei in K i ew hat begonnen, sie wirb vom Inslizminister geleitet.
Deutsche» Reich.
Der bisherige vortragende Rat int Auswärtigen A m t Wirkt. Gel>. Legationsrat Dr. Kriege luurbc zum Direktor im Ansivärtigim Aint ernannt.
Der Präsident des Reichstages beabsichtigt, die nächste Pl e n ar f i hu n g des RcichStageS auf Dienstag, den 17. Ol Mitt anzuberaumen.
Das „Berlin. Tageblatt" will angeblicl» von Zuverlässiger Seite erfahren haben, das; das Bündnis zwischen Zentrum und Nationalliberalen über dün Austausch der Wahlkreise Düsseldorf und B v ch u in - Ge l s e nki r ch c n bei den Januar-Mahle n bereits gesichert sei.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Die König!. Eisenbaliuzentralstelle Berlin ist beauftragt, ivegeit Uebernahme der H erstell u n g von E i s e n b a b n lu a g e n und zwar von 1260 Personenwagen, 280 Gepäckivagen und 8513 Güterwagen verschiedener Gattungen sür die bestellenden Bahnen und für die 1912 ah eröffnenden R e u b a u l i n i e u der Preuftisch. H e s s i s ch e n S t a a t S e i s e u d a Ii u e n, sowie von 5>G Personen wagen, 24 Gepäckwagen und 131 I Güterwagen verschiedener Gat hingen für die Reicliöeisenbahneit in ElsasVLvthringen mit den beteiligten Magenbauanstalten jn verhandeln. Die Lieserungen sollen am 30. September 1912 beendet sein.
Die „Bossische Zeitung" meldet auS lEnrben: Aus tclc- graphischem Wege lief an das Amtsgericht Emden von beut Marine- (Station# Kommando Kiel eine P e r s o u a l b c f ch r e i b it ii g der Engländer ein. Sie ljeiften .wir kl ick) Stagg und Mac und i*il bei der Vernehmung an,das; sie tatsächlich Infanterieofsiziere
Zn her Meldung des „BoNvärtS" über das konfiszierte Telegramm H n 1) S in a n s a n B c b e I ersälirt. bai< „Jenaer Bokksbla^, von einer Konfiskation oder Zurückhaltung könne feine ■liebe fein DnS fragtidnl 'Telegramm fei walnscheinlicti ver - torc n gega ng en.
Wie die geftriqc Stabwerordneteiweisammlimg in Gieften, so irabcti sich gleichzeitig auch embere Stadtvorstände mit der herrschenden Lebensmittelteuerung beschäftigt. Auch in Kassel und Königsberg wurden die maßgebenden Stellen um Mufbcbiirig der F-uttermittelzöUe und Oessiuiug der Grenzen für Fleisch- einfnlir angegangen. In der Berliner Stadtverordneten Ber fammtung erklärte Oberbürs;e.rmeister Dr. Kirschner, das; die Stadt Berlin den ernsten Millen Iwbc, tatkräftig einzugreifen, um bei der allgemeinen Teuerung die Not der ärmeren Bevölkerung lindern zu helfen. Zwar hätten die städtischen Gutüverwaltungen selbst unter der Mis-,ernte der Kartoffeln zu leiden, aber in der Versorgung mit Fleisch und Molrrrüben wären die städtischen Güter wobt in der Lage, durch Abgaben gröswrer Mengen die Not zu lindern. Ferner solle dem Konsum von Seefischen in weitestem Maste der Weg geebnet werden. Berlin werde mit den Machbar gemeinden tu Verbindung treten, um mit ihnen gemeinsam den Notstand zu bekämpfen.
Das österreichische Verordnungsblatt für daö Heer bcröffciit- licht ein Handschreiben des Kaisers an den scheidenden K r i c g S in i n t ft c r v. Schönai di, in welchem ihm die vollste Zufriedenheit für bie bnrch ualiezu 60 Jahre geleisteten vorzüglichen Dienste ausgesprodsi-u itnrb. (Gleichzeitig wirb die Ernennung des Generals der Infanterie v. Aufienberg zum Kriegsminister durch daü Harrdschreibcn bekannt gegeben.
Wegen des ZwisckxmjaUes in der niederländischen Kamm er begannen bie (Sozialisten in bei Schling am Donners, tag mit der f ii ft e m a 11 f ch c n Obstruktion. Schaper fdilug vor, in den Ausschüssen ben Gesebentmurf bet ressend die Invalid, 1M$- und MerüverLtcheruug der Arbeiter nidil zu beraten. Er
erklärte in her Begründung seines Vorschlages, das; die Sozia listen mit der Obstruktion aufhörten, sobald die Rechte ihren gestrigen Beschlust ausgehoben haben würde.
Der l ür k i sche Botschafter in Nom Kiazi in B eh ist in den Ruhestand verseht worden. Zu seinem Nachfolger ist Ali Fuarü ausersehen. Infolge von Telegrammen ein- slustreicher Einwohner von Tripolis an die Pforte, die an die frühere italunfreundliche Tätigkeit des neuen Malis von Tripolis Bekir Samil Bei> als (Generalsekretär des Wilajets er inncrii und seine Betrannng mit der Verwaltung des MilaielS als Preisgabe von Tripolis bezeichn, n, soll, wie verlautet, Bekir samt Bei) seinen Abschied eingereicht haben. Die Regierung er 'vage nunmehr die Ernennung d.s früheren Malis, des Marschalls Iarahim, der je(;t gewisse Bedingungen stelle
Aus K o n st a u l i n v p e l wird gemeldet: Der Bürgermeister, )ic Ulemas, Scheichs und Notabein von Tripolis sandten dem Grostwesir eine Depesche, in der die sofortige Entsendung > o it M n n i t i o n n n d Lebensrnittel n sür ein Jahr und die Befestigung des Landes verlangt und die Hofsnirng ausgedrückt uicb, das; das Kabinett sich auf feine Verhandlung zur Gewährung '.> i r t s ch a f t l i ch e r Privilegien an Italien einlasse. .' ic Bevolternng wolle die diplomatische Aktion der Regierung .licht hemmen. In der Nacht zum Donnerstag wurde beim wesir ein Ministerral abgehalten, welcher sich auch mit Tri poliS beschäftigte und imSbcimibcrc, wie verlautet, über die mili -arische Organisation TripolitanienS und die Ernennung des StobSchess der dritten Armeeinspektion Achmed Fevzi zum Militär» kommandanten von Tripolis beriet.
Telegramme der Hauptzeitnngen aus W a s h i n g t o n berichten von einer allgemeinen Bewegung bei ben grasten in» > ustriellen Kombinatione n in der Richtung auf ihre Auslösung. Der Stahl-, der Zucker- und andere Trusts : ereilen sich vor, dem Beispiel der International Harvester Com uanl) zu folgen. Die Staatsanwälte legten den Trusts nahe, )ah eö nutzlos sei, eine günstigere Auslegung des Shermange- gesehes abzuwarteu, und bast zu befürchten sei, das; der Kongrest noch st r e n g e r e Gesetze schaffe, wenn sich die Trusts nicht ichuell der Interpretation des Gesetzes durch den obersten Gerichtshof aupastteu.
Daö persische Parlament nahm die Regierungsvorlage an, nach der das HauS Gebrüder Nobel ermächtigt wird, eine Naphtaleilung von Insel i nach Rescht zu erbauen.
Heer und Flotte.
- Der Generaloberst v. Blessen, der den Rang als Feldmarschall und Generaladjntant des Kaisers iräqt, beniiifl am 21. Sept, den Tag, an dem er vor fünfzig Jahren in den Dienst trat.
Hans von Plessen wurde am 26. November 1811 zu Spandau als Sohn des 1877 verstorbenen Generalleutnants z. D. v. Plessen geboren. Er trat am 21. September 1861 beim Kaiser-Franz^ Garde-Grenadier-stiegiment Nr. 2 aus Besörderung ein und wurde hier am 11. November 1862 Leutnant. Mit seinem Regiment zog er 1866 ins Feld und nahm am Gefecht von Soor und der Schlacht von Königgräh teil, wo er sich den Roten Adlerorben I. Klasse mit Schwertern erwarb. Im Kriege 1870 nahm er int Grenadier-Regiment Nr. 89 an den Belagerungen von Mc.h, Toul und Paris teil, wurde am 15. November Adjutant her 34., Groftherzoglich Mecklenburgischen, Brigade und war mit ihr in fast allen Gefechten und «schlachten des Loircfeldzuges. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse war der verdiente Lohn des jungen Offiziers. Sieben Jahre gehörte er in verschiedenen Stellungen dem (sseneralstabe an, in dem er am 18. Oktober 1879 ,;mnls)Jtajor aufrückte, um daun am Weihnachtstage desselben Jahres zum F l ü g e l a d j u t a n t e n Kaiser Wilhelms I. ernannt zu werden. Er blieb dies bis zu dessen Tode, auch nach seiner Besörderung zum Oberstleutnaut 1885 und auch, alö er am 27. ^Januar 1888 mit bi*r Führung des 1. Garde-Regiments unter Stellung L la suite desselben, beauftragt wurde. Auch Kaiser Friedrich er luiitnle ihn zu seinem Fltlgeladjutauten. Am 1. August des Dreikaiserjahres wurde er Oberst und Kommandeur des 1. Garde-' Regiments und blieb dies, bis er am 9. Februar 1891 zum Generalmajor und Kommandeur der 55. Infanterie Brigade befördert wurde. Am 29. Dezember 1892 wurde er zum dieustluenden General ü In suito des Kaisers und Kommandanten des H a u p t q u a r t i c r ö ernannt. Als solcher wurde er am 14. Mai 1895 zum Generalleutnant und diensttuenden Generaladjutauten, am 22. März 1899 zum General der Infanterie und am 18ZSep- tember 1908 zum Generalobersten befördert. Am NeuiahrStage 1911 erhielt er den Rang als Feldmarschall. Seit 1907 ift er auch Chef des Reitenden FeldjägerkorPS. Er ist Ritter des schwarzen Adlerordens mit der Kette und des Grost^- lomturkreuzes des Hiuisordens von Hohenzolleru.
Der „Reichsanzeiger" gibt die Berleihtuig der Brillanten pim Schwarz e n Adler-Orden an den Generaladtnlanten von Plessen belannt.
Die Einweihung der neuen fflberbergamtsgcbäiibes in Breslau.
B reslan, 21. Sept. Im Beisein des.Handelsminister Shdow fand heute die feierliche Einweihung des neuen O v e r d erg am t s g e bän d es am Kaiser W i 11) elm -P l a tz statt. Haudelsmiuister Shdow ergriff das Mort zn einer längeren Rede, in der er von dem Interesse Friedrichs des Großen für den Bergbau ausging, dessen Augenmerk vor allem wohl auf den Erzbergbau, gerichtet war, dessen nachdrückliches Bemühen es aber auch war, den Abbau, der Steintohleu zu fördern nud ihrer Aer- Wendung neue Gebiete zu öffnen, und der Männer überfragenden Geistes an die Spihe des schlesischen Bergbaues stellte. Der Minister schilderte daun die segensreiche Mii> kuug des Nebeneiuanderbestel>enö der staatlichen und der privaten Betriebe und legte ziffemmäftig die heutige Bedeutung des Bergbaues dar, wobei er der verdienstvoll en Wirksamkeit des Oberbergamts und der aus ihm hervor flegdugeuen Männer gedachte.
9?achdem noch Oliervräjideut G ü n tch e r die herzlichsten Glückunlnsche der Proviuzialbehörden überbracht und Berg- Hauptmann Sch in elfter dem Kaiser für sein Bild, das den Festsaal schmückt, und die sonstigen Guadenbe.weise den A>ank des Oberbergamts ausgedrückt, folgte ein Rund- gang durch das neue Gebäude, an den sich ein vom Ober- bergamt gebotenes Frühstiick schloft.
Das Lnve öes KorpsmanöDcrs.
FC. Das Gefecht am 20. September bei M e n ö - selben — Rauhet m. Während der Nacht kam es zwischen den Vorposten der blauen und roten Partei zu kleineren Gefechten nach Nieder mtb Oberbrechen hin, in die auch die Artillerie ein- griff. Mit beginnendem Tag beschloß der Kommandeur von „blau", Generalleutnant v. PlüSkow, von Kirberg über Heringen auf den MeuSselder Kopf vorznrücken mtb den Nauheimer Kops durch das Regiment 168 zu beleben. Kaum hatte das 168. Regiment ben Nauheimer Kopf erreicht, als bie rote 21. Division mit ben Regimentern 87 unb 88 dem Artillerie ^Regiment 63 gegen die 168 er vorrückten unb diese warf. Das Regiment zog sich auf Mensfelden zurück. Die rote Artillerie rückte m Feuerstellung und eröffnete ihr Feuer auf bie abziehenbe blaue Infanterie, während die schweren Feldhaubihen bas Feuer gegen die auf der MeuSselder Höhe ausgefahrene blaue Artillerie richteten. In bleiern Moment überflog von Werschau komuiend ein Zwei b cd er bie rote Stellung, wurde von Batterien des 27. unb 63. Artillerie Regiments beschossen unb ging an der nordöstlichen Walbecke am MenSselber Kopf nieder. Die Stegiuienter 80 unb 81 nickten nördlich, die Regimenter 87 unb 88 südlich um Mcnöfelden herum gegen den MeuSselder Kopf und ben südlich davon gelegenen Wald vor, bie von der 19. Brigade besetzt waren. Die rote Kavallerie hatte auf dem rechten Flügel Stellung
genommen unb sicherte nach Limburg und Obermeisen hin. Als oie 41. Brigade auf ben rechten Flügel der blauen Stellung brückte, lieft ber Führer das 117. Regiment in Feuerstellung rücken und nahm mit diesem eine Bewegung nach rechts vor. Unter ho! tigern Schrapuellfeuer ging gegen 117« Uhr vormittags .,rot" gegen die „blaue" Stellung vor, wurde aber zurückgeschlagen, woraus „Tas Ganze Halt" ertönte Die Truppen rückten sofort in die Friedensbiwaks unb zwar bic 41. Infanterie-Brigade hart bei Oberbrechen, die 42. hart bei Niederbrechen, bic 49. bei Limburg, bic 50 bei Diez. Hier würben bic Infanterietruppen gegen 9 Uhr eingeladen unb in ihre Garnisonen befördert.
21 us Stadt und Land.
Gienen, 22. September 1911.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Die erste Sihung unserer Stadtväter nach der Sommer« pause zeichnete sich durch ihre Länge und Rebseliflkeit aus. Sic allerdings im richtigen Verhältnis zur Wichtigkeit der beratenen Gegenstände stand. Vor allem ricj das Cöesuch des K o n z e r t v e r e i n s um Gewährung eines jährlichen Zuschusses von 1000 Mk. die Rebelust des hohen Rates hervor. ES zeigte sich, das; der Konzertverein in seineir Bestrebnngeit und in seiner Bedeutung für die Stadt vollauf gewürdigt wird. Grundsätzlich hatte eigentlich niemand etwas gegen das Gesuch einzuwerrden, nur über die Höhe des Zuschusses bestairden Meinungsverfchiedenhechen. Schlieftlich einigte man sich auf 600 Mk. Zuschuß für dieses Jahr und überlieft die Frage der Bewilligung eines ständigen ZusckTusses der Zukunft. Der Wunsch, daß der Kvn-ert- verein Votlskoitzerte einführen möge, wird in weilen Kreisen der Vevölierung geteilt werden. Auch bei der F-rage der Errichtuna eines Lupus Heimes in Gießen war man einig. Man sprach nur über den dafür zu wähleirden Platz. Der schließlich von der Versammlung dazu bestimmte wird sicher die Zustimmung aller Beteiligten finden, so daß die Errichtung oes Heims als gesichert anzusehen ist. Mit dem Lupnsheun wird unsere Stadt um ein wichtiges Heilinstitut bereichert, das auch der Universität zugute kommen wird. Außerhalb der Tagesordnung sprach man noch über die jetzige teure Zeit und nahm eine Entschließung an, bic von der Regierung Schritte zur Abhilfe des Teuerungszustandes zunächst durch Wiedereinführung des Identitätsnachweises bei der Getreideausfuhr uni) Aufhebung der Futtermittelzölle verlangt.
♦♦ Jn der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde für den Ausbau des Elektrizitätswerks eine Million bewilligt und dem Abkommen mit der Provinz wegen der Abgrenzung der herber- fertigen Interessengebiete zugestimmt. Der Preis für das elektrische xidjt wurde für bic Abnehmer in der Stadt Gießen ab 1. Oktober auf 45 Pfg. herabgesetzt; der seither an Großabnehmer gewährte Rabatt kommt in Wegfall.
♦* lieb ertrage n wurde dem Schulamtsasviranten Friedr. Ialck aus Friedberg eine Lehrerstelle an der höh. Bürgerschule zn Vilbel.
*:|t ö i n früherer 1 IGeraestorben. In Biebricha. Rh^ wo er seit dem Jahre 1895 im Ruhestände lebte, verstarb gestern Generalleutnant z.D. v.W urmb im Alter von 76 Iahreir. Als Leutnant machte der Verstorbene, im Infanterie-Regiment Nr. 69 den Krieg 1866 sowie als Konrpagniech'f den Feldzug 1870/71 im Regiment 93 mit und erhielt das Eiserne zpreirz. Mo Oberstleutnant sand v. Wnrinb längere Jahre beim Miegimcnt 116 iir Wirf; en, von wo aus ihm bic Führung des 117. Regiments in Mainz übertragen wurde Später zum Kommandanten der Festung Koblenz Ehrenbreitstein ernannt, nalnn er als solcher 189b feinen Abschied unb zog sich nach Biebrich a. ))ih. zurück, Ivo er Anfang der 70er Jahre Kompagnieführar an der Unter- ofsizierfchulc gewesen.
*• Jrn Schwurgericht für das 3. Vierteljahr 1911 kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1. Montag, 25. September, vormittags Uhr: Friedr. Döll, GerichtS- fchreibergehilfe von Friedberg, wegen Verbrechens im Amte,' die Anklage vertritt Staatsanwalt Trümpert, die Verteidigung führt NechtSanwalt Dr. Jung. 2. Dienstag, 26. September, vormittags 8^ Uhr: Joh. Höhn, Unecht von Ober-HilberS- heirn, wegen Notzucht; die Anklage vertritt Staatsanwalt Trümpert, die Verteidigung führt NechtSanwalt Justizrat Metz. 3. Mittwoch, 27. September, vornnttagS 8'/2 Uhr: Joh. Muth, Kutscher von Hitzkirchen, wegen Raub; die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. L. Katz. 4. Donnerstag, 28., und Freitag, 29. September, jedesmal vormittags 8l/2 Uhr: Will;. Erbe von Frankfurt, Hch. Wolf und 51atharine Wolf, beide von Nieder-Mörlen, wegen Naudmord :c.; die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Hofmann, die Verteidigung führt für Erbe 9techtSanwalt Kaufmann, für Hch. Wolf NechtSanwalt Kochs, für Statt). Wolf NechtSanwalt Homberger. 5. SamStag, 30. September, vormittags 8l/2 Uhr! August Leichner, ZuchthauS-Nechner von Nockenberg, wegen Verbrechens im Amt; die Anklaae vertritt Staatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führt NechtSanwalt Metz II.
** Vor der Meist er p r ü fu n g s komm ission f ür O b e r h e f s cii bestanden in diesem Jahre vom Rdetzaer- getoerbc folgende 14 Gesellen ihre Meisterprüfung: Hch- B n s ch m a n n Ober--Rohrback), Karl E h r i st ■ Homberg an der Ohm, Karl Duchhard VII.-AlSfeld, Ang. Lein-Büdingen, Joh. Duchh ard t-Lauterbach, Jul. Au 1 mann« Gießen, Will). Reitz- Gießen, Mart. W e g h o r u Meßen, Will). M e t h f e s s e 1 - Büdingen, Ludlv. S O) e i b - Büdingen, Joh. Schnell IV.-Lauterbach, Aug. B e ft - Bad-Nauheim, Will). Hu dt m a n n Stockheim unb Ehr. Albert Hl.-Büdingen. Seit dem nunmehr zehnjährigen Bestehen ber Kom Mission haben im ganzen ihre Prüfung als Meister 623 Hmidwerker aus den verschiedensten Berufen bestanden. In diesem Jahre bestanden 64 Handwerker ans 22 Berufen die Prüfung.
** B o m Verband ber Detaillisten-Vereine in Hessen wird und geschrieben: Der Ausschuß hielt am Mittwoch eine Sitzung ab. Der Vorsitzende, Kalbfuft - Darmstadt, berichtete über ben von ihm besuchten Verbandstag des babifdxn Berbandeö. Bezüglich bcM Zugaben n wese ns erkennt ber Verband ber Fabrikanten bon Markenartikeln ben bieSseitigcn Standpunkt an, fühlt sich aber anfterstairbe, Amberungen zu schaffen. Die großen Iirtercssenverbände wcrdm bie Frage weiter behandeln und eine Acirderung anstreben, entweder aus dem reicht- gesetzlichen Wqge, oder durch Vereinbarungen. Das Verbot der l)i a b a 11 o c iu ä I) r u n g auf die Artikel der Abteilung.^ gab dem Verband Veranlafsung, deswegen bei dem Markcnartuel" verband vorstellig zn werben, jedoch ohne Erfolg. Es ist an- Anerkennen, daß der Markenartikelverband aus Grund seiner Satzungen das Verbot nicht auf beben kann, es muß aber wieder holt ausgesprochen werden, daß die zlonsumvereiue die erwähnten Artikel von der Dividenbengewährung nicht auüschl^eften, und bat hier also das Verbot ber besonderen Rabattgewälirung durch- brochen wird. Heber das neue GemeindesteuergcZed berichtete Herr Kalbsuft. Ausgabe Verbandes, sowie auch der angeglrederten Vereine »vird cd fein, bei den Gemciudebül»rd«> I iu arbeiten, damit die Warcndaüs- mib Filialsteuer zur Durch
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s» ; ben Loriahren, L unterzogen ' Ang Met ab lurnhalle der Slo vnd vormittags hinben mit Gesai «ährend des gan dik Pflanzen nicy Beigen Äitterur St 1000 An Mtigcs Bild / sonders daraus isahren wird auq
Ausstellung t *♦ Eine roh (Mi Kepler- unb, ciiem Md an ein ter Fuhrknechl dem tollte hinter ihm, Reiter unter stch t Pcilehmacn, dak e mußte, »tedenialls roegen fahrlässiger
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hat im abgelaufen Hohlen bezogen g steilen sch die folgt: Anbots V!k. 1,22s, Lon kohlen Winlet Anchraztt-E Sommer $11, ' Wer 3)lf. 0,9(
** Resern die ResnviH, et marschiecken sie
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