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22.6.1911 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 22. Juni M

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Rotationsbru«! und Verlag -er vrühl'schen Univ.-Buch und Zleindruckerei H. Lange. Nedattion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstratze 7. vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhosftrahe sbs.

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Die Königströnung in England, in.

London, 19. Juni.

Eino politisch*religiöse F-eicrlidikcil Hot einen uneno 1ichc^ Reiz. Wir sehen Dir irdische Majestät vor Angen, umgeben von allen Symbolen ihrer Macht; aber indem sic sich vor der himmlischen beugt, bringt sic uns Die Gemein schäft beider vor kne Sinne. Tenn auch der einzelne vermag seine Vernmnbtfdiaft mit der tKotthcit nur dadurch 311 bc stätigen, daß er sich unterwirft und aiibetct" Diese feier Tieften Worte sagt Woctbc im siiniten Buch von Dichtung und Wahrheii über die Frankfurter Krönung des Jahres 1764. (rin ähnliches Gefühl hat mit etwas anderen oie danken G l ad st 0 n e umschrieben. Der englische »rönungs gottesDienst, für beii der tyrand Clb Man eine tiefe 'iter ehrung hatte, erinnert ihn an das alte Testament: Ein Bund luirb ausgerichtet zwischen Gott, dem König und dem Volk. Der .König luirb daran gemahnt, das; er Gott Treue und dem Volk Gercchtigteit schulde: das Volk leiste dem König Treue und (Gehorsam unter der Bedingung, das; er daS göttliche Gesetz befolge und in dessen Licht Gerechtig­keit übe; und König und Volk dürfen nur die Gnade und Lenkung des Allmächtigen vertrauen, solange sic selber den Bund halten.

Diese Gedanken kamen (ttlaDttoiic nicht von ungefähr Der englische Krönungseid ist in der Tat in der Form bc stimmter Verpflichtungen gehalten. Ehe der Erzbischof von Eanterburh die Salbung vollzieht, nimmt er Dein .König einen feierlichen Eid ab. Der König erklärt auf die drei Fragen, die Der Erzbischof an ihn richtet, er verspreche feierlich, jene Verpflichtungen zu übernehmen, und darnach leistet er den Schwur auf die Bibel und unterzeichnet die Eidesurlundc. Die beiden ersten Punkte des Krönung? eides besagen in altertümlicher Sprache, daß der König nach den Landesgcscßen regieren und Gerechtigkeit üben werde, der drille betrifft 6ic vrotestantifche Religion und die englische Staatskirche; dieser leine Saß des Eides ist, wie erinnerlich, im vorigen Fahre durch ein Gesetz so ab- geändert worden, daß fetzt die Formeln, Die für die Katho­liken anstößig waren, daraus entfernt sind.

Das englische Krönungszcremoniell reicht tief ins Mil tclalter zu ruck, und die Bcrpflichltlngen zu gesetzlicher und gerechter Regierung, die in der Vergangenheit natürlich etwas anderes bedeuteten, als heule, stammen aus einer Zeit, wo die Erbmonarchie noch nicht feftftanb, und wo die Großen des Reiches dem König vor der Krönung ihre Pc dingungen stellten. Ebenso ivnrdc die Verpflichtung zum Protestantismus in den Krönungseid ausgenommen, als nach dem -stürz der Stuarts eine neue Dynastie auf den Thron kam. Das älteste bekannte Element des eitglifdjcn Krönungszeremoniells ist das Pontifrcalc Egberts von Port, Has aus dem achten Jahrhundert stammt. Die Salbung geht aus die Krönung K'nrls des Großen zurück. Die eng­lische Krone ist wenigstens snmbolisch die Krone König Ed wards des Bekenners, der 1066 gestorben ist. Der Dhron, auf dem der König die Salbung empfängt, ist der Krönungs­stuhl Eduards I." Es ist ein eichener Stuhl mit hoher Lehne, dessen Füße auf vier goldenen Löwen rnhen; das Holz weist manchen Wurmstich auf, und außerdem zahlreiche Warnen, die wohl in vergangenen Tagen die Schüler von Westminster hineingeschnillen haben. Unter deinSitz ist der berühmteSchicksalsstciu" angebracht, das Smnbol der Macht der schottischen Fürsten, den Eduard I. im Fahre 1296 als Zeichen der Untermerrung Schottlands von Seone heimgebracht hat. Es ist ein roher schottischer Sandstein block: die Legende erzählt, daß das >?aupt des Patriarchen Jacob auf ihm geruht habe, und er soll auf heiliger Ställe in Irland gestanden haben, ehe er nach Schottland gebrach! wurde. Seil dem 1 l. Jahrhundert sind alle englischen Könige auf diesem Stuhl, mit dem sich so viele Ideen ver knüpfen, gekrönt worden. Das Krönungszeremoniell Hal sich allmählich entwickelt. Fast jedes Jahrhundert ha: etwas davon entfernt und neues hinzugefügt. In feiner Gesamt- bett ist cs die älteste lebendige llebcrliefcrung der eng lisch en Geschichte, und ein ehrwürdiges Symbol des eng Indien Königtums, das trotz dcs Wechsels der Dynastien eine ebenso geschlossene Einheit darstcl'.t wie die Geschichte der englischen Ration, die seit der Normannenzcit keinen Feind auf ihrem Boden gesehen hat und sich daher unge­störter Durdi fremde Einflüsse, als die Völker des Festlandes, hat entwickeln können.

Aber nicht nur die Kontinuität der englischen Geschichte, sondern auch die Einheit des heutigen britischen Reiche s kommt ili den Krönungsfeierlichkeiten zum Aus­druck. Der König umgibt iidi mit den Vertretern seiner überseeischen Kolonien und Besitzungen. Lbwohl die Reid's lonferenz eine selbständige Einrichtung geworden ist, so ist ihre diesjährige Tagung doch abiiditlidi in die Kronungs- Seit verlegt worden.' Auch Indien ist vertreten, durch indische Fürsten utid indische Truppe.» Die große Flotteurevue von Spithead wird die Macht'des britischen Reichs grenbar vor Augen führen. Der Prunk der c\-eier, Die Zahl der fremden Fürstlichkeiten und Staatsvertreter, Die zu dem großen Tage hcrbciftrönicu, Die Festnimmung und das stei­gende Gefühl des Rationalstolzes; all das wird ebenso wie in Dem Vereinigten Königreich selb't so aud) in Den jungen kolonialen Demokratien und unter den Völkern alter orientalischer Kultur empfunden werden.

Tennis, Die sich überstürzende Fülle der prächtigen Bilder, die vor Dein Zuschauer üorubereiien, wird die große Menge die tiefere Bedeutung Der Feier in Dem Rausch des Augen­blicks vielleicht nicht völlig empfinden lassen. Die Krönung ist zugleid; ein ehrwürdiges Symbol und ein Volksfest, und die Menge hält sich naturiid) an das Aeußerliche unD un­mittelbar Sinnfällige. Goethes ^djilDerung der frank­

furter Krönung erinnert uns Daran, falls wir es vergessen olltcn, das; das immerdar der Fall war und sein wird Aber wenn auch nur mit halbem Bewußtsein, empfinde! doch auch Der gemeine Mann einen hauch von her fnm bolifdien Bedeutung der Handlung. Mindestens ist es für ibn ein nationaler Feiertag, und bei der großen Flottenschau in Spithead not au chder Einfölrigste eine Emp

indung von der Größe und M er ist Gerade hier drängt fidi einem Deutschen der große Gegensatz zu jener Krönung auf, Die der junge Goethe er lebte. Damals in Frankiurt zauberten das Gepränge De>_- mittelalterlichen Auszuges, Der glänzende Hofstaat Der Kur ürft. 11 unD des Kaifci *.

scheu Reichskleinodien die frcilidi schon stark gefdummbene Herrlidikeit des Reiches noch einmal hervor, lnrz vor dem endgültigen Verfall, -boi-mm find wir Deutsche trotz unserer allen Geschichte eine junge Ration und müssen bie stolzen und farbenpiäditigcn Ueberlieferungeii früherer Fahrhan berte entbehren In England dagegen verbindet sich die Tradition und der Pomp des Mittelalters ungezwungen mit dem Bewußtsein der heutigen Weltmacht. Fu der Wiederbelebung der alten Formen liegt nichts Gesuchtes, nichts Künstliches, nichts, was das ironische Lächeln eines Rationalisten herausfordern könnte: unb nirgends zeigt sich das deutlicher al» in her Westminstcr Abtci, wo fick; der volle Glau; des Festes entfaltet.

Die Abtei, bie vom Ruhme so vieler Jahrhunderte zeugt, wird von einer erlesenen Gesellschaft erfüllt sein. Jetzt ist keine Jcit für stille Träume un Poetcnwinkel, wie Montane dort m träumen liebt. Nächtig ae bietet die Gegenwart. Die Kirche ist gedrängt voll In den schön geschnitzten alten Ehor'tühlen werden die fremden Fürstlichkeiten Platz nehmen; ihnen gegenüber die englischen Staatsminister. Das Lnerschiff nehmen die Peers und Pecresfes ein, die Peers in ihren purpurnen mit Hermelin verbrämten Roben, die Peeresses mit all be;n märrficm hasten Fnwelcnfchatz der herzoglichen und adligen Häuser Englands teil rltc Erbstücke, teils Geschenke der Reuen Welt.

Dieses Bild wird man in den Stunden des Wartens in aller Muße in sich aufnehmen können; wenn aber bie königliche Prozesfton die Abtei betritt und die feierliche Handlung bcgiuut, so mag cs wohl gehen, wie Goethe von Frankfurt erzählt:cs drängte fick) so viel zusammen, daß man tvc.'ig mehr unterscheide., 'tonnte".

Fn der Abtei herrschen die alten Hosämter, die ja um viele Fahl hunderte älter find, als die Aernter dc- Prcmicr- ministers und der Staatsjel^ ciare. Hier befinden wir uns nicht in dem England Llond-Georges, sondern in dem Eng­land des EarttMarfchall, die Minister sitzen als unbeteiligte Zuschauer in den Ehorftuhlen: Der Earl-Marschall regiert Die Stunde. Ter Earl Marschall ist der Herzog von Ror foll. Fn den Rosenkriegen wurde die Herzogswürde von Rorsoll gefdjaffen und das Amt des Earl Marschalls mii ihr vereinigt. Zwei der Herzoge endeten auf Dem Schafott, der zweite im Fahre 1372, weil er mit Maria Sinai 1 in Verbindung stand: die Rorfolks find bis heule ein tat ho lijches Gefchlccht. Der letzrge Herzog, hurdj feine Zugäng lieblest und die Lebhaftigkeit feines Wesens eine populäre Figur in Loudon, trägt hie oberste Verantwortung für die gesamten Krönungs fc i erlich ke i t c n. Er verhandelt mi: dem Foreign Lfnce, dem Äriegsamt und allen anderen Ve Horden; er sorgt für die Aufrechterhaltnng der Rangord­nung im Krönungszug und bei der Plazierung der frember 5uritlid,leiten und der der übrigen Gäste: er entscheidet alle (Etifettenfcagen und bestimmt Die Einzelheiten der Toiletten, er leitet die zahlreichen Generalproben, die dem Krönungsaki voraugehen, und entfdieiDet über die zahl­losen Ansprüche aller derer, bie bei der Feier mitzuwtrken unb ihr beizuwohnen Ohne Frage ist er zurzeit

einer der beschäftigtsten Minner in ganz London. Freilich ist seine Tätigten biugerlidjer als in Den vergangenen Jahr bunDerlen, wo Der Earl Marschall dem ciiglifdicn Heere, selbst vor dem Groß-Eonnetablc, voranritt. Anfänglich war der Eart-Marfchall der Hufschmied des Königs; 1 pater fiel die Aufficht über die Königliche Hufschmiede feinem Stell Vertreter zu, und danach Dem Stellvertreter feines Stell Vertreters. Die Hofämler haben ihre lange Geschichte, uuh aud: die englischen sind, wie die neueste Geschichtsforschung lehrt, von dem Hofhalt Karls des (Großen abzuleiten, benn von dort kamen sie an den französischen Hof, von da nach her Rormandic, und durch Wilhelm den Eroberer uadi England. Ursprünglich gab es fünf große Hofämter, den Schenk, den Truchfeß, den Koiinetable, den Marschall und heu Kämmerer. Im Laufe der Zeit find einige davon ein gegangen und neue geschaffen worden: heute hat Der eng fische Hof noch vier große Erbämter, nämlich Die des Lord Großkaminerherrn, des Earl-^Marfdjall, des iKroßalmoii- nierS unb des Groß faUcmer». Alle übrigen Hofämter, von Denen einige für Die jetzige Krönung von neuem belebt marDen find, find nicht erblich, fondern werden nach Wahl des Königs beicht. An vielen dieser Aemter haften von Alters her gewisse Ansprüche, eine Funktion bei der Krönung zu übernehmen. So verlangten bei der Krönung Wil bclms IV. (1830 die Barone DerFünf Häfen" Einque Ports , Die im Mittelalter die englisch" Küste gegen feinDliche Angriffe zu verteidigen hatten -- in ber tönig I ich en Prozession bin Thronhimmel zu tragen, Der bei der Salbung des Königs über Den .Krönungsstuhl gehalten wird. Damals wurde ihren Wünschen tatfädiiim willfahrt, aber sie lösten ihre Aufgabe so wenig zufriedenstellend. Daß man Den Anspruch seitdem hat verfallen lassen. Wie cdn mittelalterlich mutet es an, daß im Jahre 1901 vor der Krönung König Edwards Lord Ancafrcr als Lord Groß- kammerherc darum petitionierte, daß er naai altem Recht Dem König Hemd, .Strümpfe und Unterbeinkleider bringe«

und Seine Majestät mit Wasser bcDiciicn dürste, wogegen er als Belohnung Bett, Wasd;geschirr, Handttid; und Rachti Hemd für sich beanspruchte.

Uralt sind die Symbole, die Die königlichen Insignien Darstellen, und sic sind uns heute ohne Du* Erklärung Des Antiquars nicht mehr oerftänDlidi Trotzdem rufen sie ein Gefühl Der Ehrfurcht hervor, unD alle diese biitorifdwn Ucberliefcrunflcn und der Prunk des Sdimispiels nehmen Den Sinn gefangen Aber Durdi tTll Den glänzciiDen Sd;ein brid)t das rein menschliche Gefühl hindurch und es wendet .d) natiirlid) vor allein dem K önigspaare zu. Das Den eigentlichen Mittelpunkt unD GcgenstanD Der Feier bilDet unD Das in Der Blüte Der Fahre Die hohe Stellung cr< rcidjt hat. Die ihm vom Schicksal bestimmt ist. UnD nid)t nur in EnglanD unb Dein Britischen Reich, fonbern in der ganzen zivilisierten Welt merbeit siäi an Dem Festtage Wo- Danken herzlicher Sympathie und Wünsche für eine fncD- liche unb segensreiche Regierung König Ofeorg unb seiner Gemahlin zuwendeii.

Berlin, 21. Juni. DieRordd. Allg. Ztg." schreibt: Die KrönnngSfcierlid) leiten in Äon do 11 cr-< reichen am 22. Funi ihren Höhepunkt. And) in Deutschs lonb begleiten weite ßureise Die Vorgänge, deren Schaum platz Die britüdyc HanptstaDt gegenwärtig bildet, mit mariner Sympathie, ist uns dod) der herzliche Empfang, der vor Monatsfrist unserem Kaiserpaar und der Prinzessin Vik­toria Luise auf englischem Boden bereitet wurde, in leben­diger Erinnerung In der Anwesenheit Des Kronprinzen­paares bei Den Londoner Festlichkeiten spricht sid) die Teil­nahme unseres kaiserlick)en Hauses unb des deutschen Volkes an den Londoner Feierlichkeiten aus. Möge der glanzende Verlauf der Krönuugsfeier von symbolischer Bedeutung werden für qne segensreiche Regierung des Königs Georg V. zum Wohle Des cnglifd)eri Volkes.

London, 21. Juni. Gestern abend fand in Der Albert Hall Der S h a k c f p e a r ea 11 statt, an Dem fast die ganze vornehme Welt Londons teilnahm. Tie innere große Halle stellte einen Garten im Stile der TudoriZett an einem sonnigen Sommertagc vor. Alle Anwesenden er­schienen in Kostümen aus der Zeit Shakespeares, viele uciiörpcrten Eharakterc seiner Dramen. Ilm Mitternacht erschienen, nachdem das Bankett im BndinghanuPalast statt- geinnden hatte, die fremden Aürstlid)keiten, darnntei das deutsche Kronprinzenpaar, der Großherzog und die Groß­herzogin von Heften, Prinz Heinrich von Preußen, die Erbprinzessin von Sachsen-irReiningen, Prinz und Prin- zeffin Friedrich Karl von Hessen, der Großherzog von Meck- lcnburg-tStrelitz, Prinz Rupprecht von Bauern, Herzog '.Ubredjt von Württemberg, Prinz unb Prinzessin Johann Georg von Sachsen. Das Ersdicinen ber Fürstlichkeiten gab das Zeichen zu einer der glänzendsten Szenen des Abends. Fn der Richtung auf die vier Königlichen ilogen bewegte sich ein Zug, der den Hofstaat der Königin Eli- fabeth darstellte. K'ianche von den Beamten und Würden- trägern dieses Hofstaats wurden von ihren direkten Racki- fommen repräsentiert. j*Jiad)beni sid) der Hof zu einem prächtigen Bilde geordnet, nmrbcn reizende Quadrillen Le- lanzt, die durch ine Shakefpeareschcn Stücke angeregt waren. Unter den Tänzerinnen befanden sich die Fürstin von Pleß, die Herzogin von Westminster als Königin von F-rankreich, Lady Herbert als Jungfrau von Orleans, die .Gräfin Zia Torby, die Herzogin von Sutherland und Laon Salisbury. Das Fest dauerte Ins zur Trügen Morgeusmnde.

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Line Krifis im Präsidium der tzansabunder.

Wie der Zentralverband bentfd)cr Fndnstrieller dey Köln. Ztg." mittciit, hat fein Vorfitzender, Landrat a. D. R 0 e t t g e r, seinen Austritt aus dem H a n s a b u n b unb dessen Präsidium R. war neben Rießer und Richt Dor- fitzender- erklärt. Tas Ausscheiden des Landrats a. ,D. Roettger aus dem Hanfabund wird derVoftischen Zeitung"- .afokge Den Mitaustritt von eiwa 10 bis 12 Großindustriellen! aus dem Rheinlandc und Westfalen nach sich ziehen.

Seinen Austritt ans dem Präsidinni motiviert Landrat Roettger in einem Schreiben an Geheimrat Rießer fol< gendermaßen;

Meine in den an Sic gerichteten Schri'iftuckcn vom 14, unb 16. Funi enthaltenen deutlichen Hinweife darauf, daß uh md)t geivillt bin. Die Vcranuvoruing iur Fhre von Fhmn als persönliche ^cnicriiingen" be.eichneien bockvotitifchen Schtuß- Darlegungen auf dem Ersten AUgemciuen Hanfatage nut zu über* nehmen, Haden zu meiner lieber: .udmng nicht ücrbnioert, daß nred uitß mit dem Präfidium des Hanfabundes in die Form eine» tugblaues zur Werbung neuer Mitglieder gcfleioet ivarDcii ist. Dadurch find Ihre Ausführungen unwiDemig ihrespcrwnlichen Lharakiers" entkleidet und al» Anfichr des Hani'abundes und damit ine» Präsidiums hinausgefandt worden, rroydem >ch in meinem Zerreiben deutlich Darauf hinwies, daßüber Die Anpaffung Fhrer Darlegungen an Die 'arungsgernäßen 3tclc des Hanfa- l imdes Die Arnichtcn auch innerhalb Des Hanfabnndes nonenlander abweich u dürften. Fch gehe über Die in Diesem Vorgehen rtufaltenc Nichtachtung Der Rechie Des Prä'idiums Des vanfabundes hinweg.

im i, ettzufi llen, c- Der rcr Kollegen int Präfi- l

..ngsgemäßes Ziel des Hanfabundes, wenn auch ohne vorherige Beratung Der . ührung Des Hamabundc» gemachi worden ist. Das wiDerforich: iidi meiner pfliä tn ii.igcn Ueberzcugung, wie uh und Den Richtlinien des ?anfabundes, und meiner Stellung als wirtschaftlichen Verbandes, in c ni alle bürgerlichen, politischen Parteien, 'owobl links a.s red-» üehende, vertreten find

lieber die zwischen Ihnen und Ihrer Geiolgschast einerseits und mir und meineii Freunden ancerersciis m diesem ausschlag­gebenden Punkle beßebenden Meimingsverschiedenheiten eine Ver- iidnDigung durch Aussprache im 2ircttonum des Han'-bundcs su versuchen, halte ich für zwecklos. 'Jiadi langer reiflicher lieber» l^gung linde ich mr eine solche Bersländigung feinen W g Unte?