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Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
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Singers Vermächtnis.
Ter „Vorwärts" schreibt:
„Ter verstorbene Genosse Paul Singer hat letztwillig die Genossen A. Bebel und »uflo Heimannzu Erden seines Nachlasses eingesetzt mit der Bestimmung, daß der nach Abzug verschiedener Legate und eingegangener '5er- pslichtungcn verbleivende Vermögensrest für die Bestrebungen, denen er sein Leben gewidmet hat, Verwendung sinde. Tiefe Auseinandersetzung ist nunmehr beendet, und die beiden Genossen haben den Vermögensreft in Höhe von 4 8 0 5 4,8 7 M a r k der P a r t e i t a s s e ü b e r m i c f e it."
Tas „Berliner Tageblatt" begleitet diese Verkündigung mit folgenden Bemerkungen:
„Tie hier angegebene Vennögenszifser kann gering erscheinen und entspricht wenig den Behauptungen, die
- durch meine Wagen. iltEdelweiss Krofdorfer Strasse 12
daisset angetanen Schimpfes waren.
Tie spanische Regierung war so vernünftig, die Ch> regung sofort zu beschwichtigen 3ie ließ mögen des Vor> fallcs in aller Form um Entschuldigung bitten und sagte sogar noch eine besondere Luhne durch den spanischen £ber- lommandierenden zu:
politische Lagesscha«.
Minister tn der Sommerfrische.
Von den Staatssekretären sind gegenwärtig nur die Staatssekretäre des Auswärtigen v. >1 i d e rl c n - W ä cd - ter, des Reichskolonialamts v. Lindequist und des Reichspostamts St r ä t f c in Berlin.
Tic beiden ersten haben einen Urlaub bereits hinter sich. Staatssekretär flrätfe hat sich über den Antritt seines Urlaubs noch nicht schlüssig gemacht. Herr v. Mibcrien- Wäcbter hat seinen Urlaub in Stiffingen, Herr v. Lindequist in südfrankreich verlebt.
Ter Reichskanzler n. Belhmann Hollweg verlebt seinen Urlaub auf seinem Gute Hohenfinow: er erledigt zugleich von dort aus die wichtigeren laufenden Geschäfte.
Ter Staatssekretär des Innern Tr. Delbrück hat vor wenigen Tagen einen achtwächigen Urlaub nach dem .Harz angetreten. Ter Staatssekretär des Reichsmarineamls v. Tirpitz ist bis Anfang September, wie alljährlich, nach St. Blasien beurlaubt. Ter Staatssekretär des Reichs- schatzamts Wermuth hat vor 14 Tagen einen sechswöchigen Urlaub nach Schiveden angetreten,
Die Hüdiefyr Mohammed Illis, des früheren Schahs von Persien.
Teheran, 19. Juti. Tie Landung des früheren Schahs M o h a m m e d Ali erfolgte bei Kvmeschtepe am Kaspischen Meere in der Nähe von Asterabad. Er stand mit. den dortigen Turtmenen schon seit einiger Zeit in Verbindung. Während der Zeit, in welcher Hussein Kuli Khan im vorigen Jahre Minister des Aeußern war, wurden wegen dieser Iittrignen ernste Vorstellungen bei den Gesandten Großbritanniens und Rußlands erhoben, von diesen aber ignoriert. Nach den bei der persischen Regierung ein-
TSt billigen Preisen, ren Schaufenstern ai ■ochten Früchte.
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Negertruppen in Nord und Westafrika in die Wege gc leitet ist, und kommt zu dem Ergebnis.
„Zu den 5 Milt Algeriern, 2 Mill Tunesiern, 10 Mill. Westasrikanern und vielleicht noch 5 Millionen Aequatorial iiiriranern werden sich 7 Millionen M a r o k l a n e r ge • eiten, die ^ranrrcidi ein ausgezeichnetes Sotdatenmaterial liefern itiib dessen numerische Schwäche Teutschland gegen über ausgleichen Wenn FraittreiÄ auch nur einen Bruchteil des Scherifenreichs in Händen behält, kann und darf Teutschland nicht aus Länderbesitz in Marokko verzichten."
Inzwischen verbreiten englische Blätter au5 dem alten Lügennest Tanger Hetzartikel gegen Teutschland. „Daily Mail" erfährt, tu Agadir landeten täglich 20 bis 20 Lffi- pere, um auf die Jagd zu gehen. Bei den Mauren herrscht Darüber Erregung „Taily Telegraph" meint, in Wirklichkeit seien die Teutschen ins Innere gedrungen und hätten
Jagd nur vorgeschützt. Daß das alles eitel Flunkerei geht schon aus folgender Meldung hervor:
Sechsten
agner Neustadt
en, bunte und weih iowie Socken und noi. grober Huswahl ■■ ag, Seltersßegt' lflrVer.-nio’"
Tie deutschen Schiffe vor Aga)ir.
Teneriffa. 19. Juli. Ter Kreuzer „Berlin" ist oestern wieder nach Der afrikanischen Küste in sce g?gingcn; ms Kanonenboot „(Sber" liegt hier noch vor Anter.
Spanien entfctjiilbißt sich bei Frankreich.
(Eine Hochschule für Frauen.
Eine Hochsä,ule für Frucii ist jetzt ui Leipzig begründet worden. Gründer ist der Verein iür tfami ien um) Voltserzieh- ung Vorsitzende Frau Henriette Golbschuliol', der im Cftober das 5. Jahrzehnt seiner Wirksamkeit beginnt. Tie Gründung soll im Oktober dieses Jahres ins Leben treten.
Tic neue Hochschule will 1. der Frau für die Ausübung des müitcrlichcn Cr-ichungsbcrufes eine aus griindticher Einsicht beruhende Vorbereitung geben und 2. die Frau befähigen, sich den mannigfaltigen gemeinnützigen Ausgaben, die ihr inner halb der Gemeinde des Staates und der GeieUiäiaft erwachsen, mit weitem Blick und mit vollem Verständnis für die Beoürinisie der Gegenn^art zu tviomcn. In Würdigung unserer sozialen Berbältnitse sind noch 21 u d i e n k u r s e mit besonderen Ausgaben geplant lieber • nähme von Stettungen an Wohtfahrtseinriäuungcn in Staat und Gemeinde, Lehrtätigkeit an indergarten-Semmaren^ Frauen schulen und anderen Lehranstalten. Ter Verein iür Familien-- und Volteerziehung ist von der llcbcrjcngung geleitet, daß dos wissenschaftliche Bedürinis weiter Kreise des weiblichen Geschlechts durch das Fachstudium der Frauen an der Universität nicht ge deckt wird. Ev fehlt bisher an einer höheren pädagogisch-sozialen BilduiigsstZtte für die Frauenwelt. Tic Hochschule für Frauen zu Leipzig will diesem Mangel abhelfen und hiermit einem durch die moderne ttulturentiuirfelung geforderten großen Ziele bienen.
Tas Kuratorium besteht aus: Geb. Hofrat Prof. Tr. Johannes Volkeli, Vorsitzender: Frau Henriette Tr. Goldichmidt, ncllüertr. Vorsitzende: Prof. Tr c .narb Di ermann: Frau Geheimrar Mathilde Bruns: Fra. Elara von Hagenow: Geh. Hvfrat Pros. Tr. Albert Köster: Geb. H. rat Pros. Tr. Karl Lamprecht, derz. Rektor: Fran Tr. Erila Langcrhans: Pros. Tr Raoul Richter.
Tie freien Vorlesungen zerfallen in: 1. Gruppe: Allgemein- bilbnng: Grupve: Pädagogik: 3. Gruppe: Sozialwisicnschaft:
die studieniurse in: 1. Gruppe. Studienkurse für Lehrerinnen der pädagogischen Facher an Kinder-Seminaren, Fraumschulen und anderen Lehranstalten: 2. Gruvpc: Studienreise für soziale Berufstätigkeit. — Tic Errichmng rolgcnoer wisien'mast- kicher I n st i t u t e iür die Studieniurse ist in Aussicht genommen : 1. Institut für Kinderforschung, 2. Erziehungsmuieum, 3. Historisch-pädagogisches Institut, 4 Sozial-statistisches Institut.
Zum Besuche der freien Vorlesungen und zur De Nutzung der winensä/aftlichen und praktischen Uconngsstauen der Hochschule ist tede gebildete Frau berechtigt, die ba» 18. Lebens- !>ahr erreicht hat. Zu den S t n d i c n k u r s c n und den bannt verbundenen Prüfungen werden nur biereuigen 'ugelassen, bia ennveder das Maturitätszeugnis, das Reiiezcugnis eines Lrhrer- innenscunnars ober bas Abgangszeugnis des leipziger Lveeums besitzen. Bei jeder anderen Vorbildung wird von Fall zu Falt über die Zuteilung entschieden. -Ule die „Hochschule für Frauen" betreffenden '.'mfragen sind zu richten an Frau. Henriette Tr. Goldschmidt, Vorfivrndc des „Vereins für Familien- uno Valis- ctziehung", Leipzig, Wcststraßc 16,
fctk zahlen wir
klassie sind. tot-
adUunggibictcnben Großmacht uno Kulturträger in begründen und festigen helfen.
flf. Paderewski und sein Landsmann. Padcrewski ist gegen seine Landteute io wohltätig, daß manchmal das ganze Honorar eines Abends in die Hände von Bittstellern flieht. Eines Tages tarn zu seinem damaligen Impresario Schürmann, wie dieser in seinen Erinnerungen erzählt, ein Pole, der schon auf zehn Schritt scheußlich nach Alkohol und yiiwblaud) roch. „Herr Im - presario, hier cm Bries meines heben Freundes Ignaz Vaoe rewski," sagte er, indem er cm Stück Papier überreichte, auf Cent folgende Zeilen standen: „Mein hebet Schürmann, ich schicke Ihnen einen Landsmann, der eine vielköpitgc Familie hat, oic gegenwärtig von allem entblösst ifL Ich überlasse ihm mein Honorar für diesen Abend und bitte Sie, es ihm zu bezahlen. Ihr Ignaz Padcrewski." Tas ging zu weit! Schürmann hatte keineswegs Lust, diesem angetrunlenen Polen das ganze Honorar von 2300 Francs auszuliefern. „Hat Ihnen Herr Paoerc-wsti die Höhe seines heutigen Honorars genannt?" „Nein, bas hat mein Freund nicht getan." „Also gut, hier sind >00 Francs." — „(23ie? Hundert Francs! Sie machen Scherz?" — „Ich mache nie Scherz. Hier sind ihre 100 Francs. Stellen Sie mir eine Quittung aus, und iic gehören Ihnen." Ter Pole setzte sich hin und schrieb seinen Namen unter die Empfangsbescheinigung, und Cann ging er weg, indem er ^dmrmann anschrie: „Tiefe Kun Her, es ist doch immer dasselbe Lumpenpack. Immer vtel Ge'chrri und wenig Wolle! Aber ich habe mir auch schon längst getagt: Er kamt unmöglich so viel Talent haben, wie die Zeitungen sagen."
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. „Glaube und Heimat", SchönherrS Bolksttagödie, wurde nun auch in L o n d o n in deutscher Sprache mit starkem Erfolg auf- geiührt, obwohl die Tarstcllerscha't ans Tilctiantcn bestand. Tie Vorstellung war vom Londoner „Teutschen Bühneiroerciii" im „Majcün-Theater" Beerbohm Itees veranstaltet. Agathe Barsescu iprach einen Prolog. — Tic SO jährige Tokwrjubelfcier begeht am 21. Juli der Professor ccr Augenheilkunde, Gen. Medizinch- rat Tr. mco. Hermann Sch m rd t - R im p l er in Valle a. S. Ter ausgezeichnete Lplstbalmologe, cm geborener Berliner, steht nn 73. Lebens;alste Ostern 18 <1 wurde er a. o. Professor und Tirektor ber Augcnllinil an der Unioerfität Marburg, 1873 ebendort ord. Professor. 1890 nahm er einen Rus nach Göttingen an. 1880 81 mar er Rektor in Marburg. — In W h t aus Forr ist der Vorsteher der Lchleswig-Holsteinischen Lindesbrblwttttk zu Siel, Professor Tr. phil. Rudolf von Fischer-Benzon un Alter von 72 Jahren gestorben. — Tic 50jäfyrige Doktor- Jubelfeier begeht am 23. Juli der Berliner Anatom., Ge- heimrat Profesjor Tr. med., leg. et phil. Wilhelm Wal d^ per, Mitglied und beständiger Settetar der preutzifchen Alarnnic b:r Wlsi en schäften unb des Herrenhauses.
Lin berühmter Zeitungsmann.
Am 21. Juli 1811 wurde in Köln a. Rh. Joseph bu Mont geboren. Tes überzeiigungstreuen, klugen und encrgischeii Mannes, der in den Ialncn 1831 bis 1881 als Verleger und Leiter der „Kölnischen Zcirnng" bleibende Werte gc|d;af|cn Kat, mag an seinem hundertsten Geburtstage in Anerkennung gedacht werden. (St war sich im vclisten Maße bewusst, dah eine Zeitung auj die Gesinnung und Bildung des Volkes, auf Politik, Handel, Gewerbe, Finanzen, Kunst, Literatur mtd überhaupt auf jede erdenkbare Phajc der menschlichen Interessen einen fördernden Einflust auszuüben vermag, wenn sie nach vornehmen Grundsätzen geleitet und von hervorragenden Mitarbeitern unterstützt nnrd. Indern er diesen Faktoren Zuverlässigkeit, journalistische Gewandt- leit und Schnelligkeit hrnzufügte, btrljalf er seinem Blatt, obwohl cs weitab rom Zentrum der Landesregierung erschien, im In- und Auslande zu hol/em Ansehen. Sehr roeicntlüb trug hierzu bei, dost er neben den preutzisch-dcutschen Angelegenheiten auch den französischen besondere Aufmerksamkeit widmete. Tie Silber der Tagesgeschichte nxtren mit großer Prägnanz gezeichnet und daiwr geeignet m weiten Kreisen Interesse zu erregen. Als wertvolle Beiträge zur Kennzeichnung der Acra des brüten Napoleon und Der Stimmung Der Zeitgenossen wird sie der Historiker noch heute zu schätzen wissen.
Joseph bu Monts Geburt fiel in die Zeit der französischen Lkknvation. Tas neue Regiment war natürlich bestrebt, aus den Kölnern brave Franzosen zu machen. Irgendwelcher Widerstand gegen diese Absicht unb jede freie politische Meinungsäußerung, welche Mißfallen erregte, fanden strenge Ahndung. Tic „Kölnische Zeitung", seit 1802 Eigentum der Familie Schauberg und spater im Boitze von Markus du Mont, bet eine der Schau- bergiidicu Erbinnen geheiratet hatte, mußte 1809 auf Napoleons Befehl ihr Erscheinen einstellen. Es blieb nur übrig, das „Journal General", Den „Mercure du Departement de la Roer" oder einige farblose deutsche Blätter zu leien. Als es cnd.ich mit der Fremdherrschaft zu Ende war und die Franzosen unter Sebastiaiii am 14. Januar 1814 Köln verlassen barten, cridnen schon zwei Tage später, am 16. Januar, die „kölnische Jeitung" von neuem auf dem Plan. Ihr einen ausgedehnten Leserkreis zu gewinnen, mag nicht leicht gewesen sein, denn der bisherige Truck hatte ni ber Bürgerschaft eine vorsichtige Zurückhaltung und bei vielen Leuten einen starken Grad von Eteu^gültigkeit gegen über dem öffentlichen Leben erzeugt. Aber Markus du Mont brachte cs mit - einen materiellen und geistigen Mitteln fertig, Die Zeitung mehr und mehr zu heben uns i't vor einigen ton hiniercnbcn Blattern darunter der „Wett- unb Stoaisbote" und ber „Verlirndiger am Rhein" , den Vorzug zu sichern. Auf dem tom Vater gelegten Fundament baute Bv'cvi) du Mont grost zügig weiter, anfänglich im Verein mit seiner tatkräftigen und gejcheiten Muller, bte bicic ihm im Jahre 1845 durch den Tod entriffen wurde. Er selbst starb am 3. März 1861. Sein hervorragendes Wirken hat auch die Stellung der Presse gls die einer
gegangenen unb den beiden Gesandtschaften mitflctcilten Aach richten war der frühere Schah in der letzten Zeit mehr als je damit beschäftigt, Intrignen g e g e n d i e fctzi ge Regierung anzuzetteln Sein Günstling Mn- i n l a leSSul 1 an , der im Jahre 1900 ebenfalls als Schutzbefohlener in Rustland aufgenommen wurde, ist letzt platz lich in der Provinz Aserbaidjan unter den Scnabsewennen aufgetaucht und reizt diese zur Empörung auf. .'l n d e r e Anhänger des Schahs landeten mit einem großen Vorrat von Patronen in Baku und erhielten trotz der Vorstellungen der persischen Regierung die Erlaubnis, sich nach Petroivsk zu begeben, wo sie eine Besprechung mit den Turkmenenhäuptlingen hatten.
Tie Regierung geht entschlossen vor. Das neue Miwinctt trat zu einem ÄabinettSrat zusammen, dem der Regent 'beiwohnte. Verschiedene hervorragende Persönlich- Veiten und Führer, auch der oberste Polizeichef, beeilten sich, der Regierung ihre Un ter st üpuug gegen den ruheren Schah : » versichern. Das Geleit Mohammed Alis durch ruisische Behörden und die ihm geivährte Erlaubnis, ihr Gebiet zu durchziehen, wurden einer allgemeinen Erörterung unterzogen.
Tic Behandlung des gonsularagenten Boisset durch he Spanier in Ellsar hat die Franzosen in die grötzte Aufregung versetzt. Fast die gesamte Presse i>cr Lxngtc, daß Spanien wegen der Verhaftung des fran- Gsischen Äonfularafleiiten um Entschuldigung b i t t e ler „Figaro" erklärt, Eaillaux und de Selbes wurden für ;~r.::r ihr Ansehen bei dem französischen Volke einbüßen, wenn sie eine andere Haltung zuließen. Ter „Gaulois" schreibt: Während Teutschland und auszuziehen versucht, cht sich Spanien den Spaß, uns zu verhöhnen. In dieser unglaublichen Lage befindet sich augenblicklich Frankreich. Tic „Pente RSpuvligue" meint: Tic einz.g mögliche Genugtuung ist die einer ofientlichen Entschuldigung in Anweseu- qeit der Marokkaner, die Zeugen des dem Konsularagenien
von I.9Q
1 ’ Hinzen* A matt 3 M|.
Um IHavofto.
In Paris hestte man nach den neuesten Meldungen am Tienstag abend bezüglich der Ergebnisse der deutschFranzösi- scheu Verhandlungen wieder pessimistische Erwartungen. Auch die „flöht. Ztg." hatte ihre von uns erwähnte Tar- legung in dem Simtc abgernilderl, daß die deutsche Regierung noch keineswegs entschlossen sei, „>tompensa tioneti" außerhalb Marokkos anzunehmen. O'.enerallcutnaut Litz mann,'der frühere Tirektor der üriegsatademic, be zieht sich in der „läßt. Rundsch " auf das Buch des Obersten Mangin, wonach in Tunesien die allgemeine Wehrpflicht her Eingeborenen schon eingeführt unb in Algier unmittelbar bevorsteht, und außerdem eine starlc Vermehrung der
Madrid, 19. Juli. Aus Paris wird gemeldet, der , spanische Botschafter besuchte gestern abend den Minister ■ des Aeußern und erklärte ihm, w e u n d ie spanischen ; Agenten die Umffänbc bestätigen, unter denen j die Festnahme Boissets erfolgt sein soll, so könne die ! spanische Rcgietung nicht umhin, ben Bor fall zu bedauern und mit Frankreich über die notwendige Entschuldigung sich zu verständigen.
Ter Minister des Aeußern soll dem französischen Boi schafter erklärt haben, Lberst Shlvester empfing die An Weisung, keinen Soldaten der schert fischen Truppen auzuwerben, und der scherifischen Regierung Waffen und P s c r b c, die von Tefcrtcurcn nach Ellsar gebracht wurden, zu r ückzua eb eu. Spanien werde seinen flonsul in Rabat, Elara, dessen Sympathien für Frankreich bekannt seien, nach Elksar feubcn. Tiefer hätte in San Sebastian die versöhnlichsten Instruktionen erhalten. , _
Tic „Agenee Havas" veröffentlicht folgende Note: ^er spanische Botschafter besuchte den M i n i ft c r d e s Aeußern und erklärte ihm, er wäre beauftragt, ihn wissen zu lassen, daß die Regierung den Zwischen fall B o i f f c t bedauere. Der Staatsminister empfing noch keinen Bericht, aber er habe dem französischen Bote schafter, nachdem er von den offiziellen Informationeit der französischen Regierung Kenntnis genommen, sein lebhaft cs Bedauern ausgedrückl. Tie spanische Regierung, fügte Eaballero hinzu, bat ihn, den Ausdruck des Bedauerns ;/u. erneuern, sie beabsichtige, sobald sic selbst unterrichtet ici, Lbersr Sylvestre a u s zu s o r d e r n, Boisset seine Entschuldigung a u s z u s p r e ch e n. Tie spa- nische Regierung wünsche mit Fraittreich herzliche Be^ zichungen zu unterhalten. Sie erließ übrigens in diesem Sinne Anweisungen an ihren Vertreter in Ellsar
Tic „Agenec Havas" meidet aus Larrasch unterm 18. d. M.: Ein Transport mit Lebens Mitteln und M u n i t i o ii ist mit Begleitung nach Ellsar abgegangen. Tie gelandete Marine-Infanterie und Matrosen bc- wachen die Stadttore. 80 Tcfcrteure der scherifischen Truppen sind von Ellsar gestern hier angekommen. Sie werden instruiert unb nach Melitta geschickt. Ter Pascha veil a g t e sich bei der KostsUkarochärde "über die Haltung der spanischen Soldaten, die in die Häuser eindringen, een Frauen auf den Straßen die ^chteicr jor.ziehen und die Vorübergehenden mit dem Bajonett bedrohen.
Nr. 168 Erstes Blatt W. Jahrgang Donnerstag, 20. M M
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ünnabmt von Anzeigen Botalioitsbrud und Verlag ötr Erübl’fcbcn Univ.'Vuch- und Steinöruderei n. Lange. Redaktion, Erpedilion und Druderti: Schulstraße 7. «antz-; E-Hcß: iür den
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