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19.4.1911 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

161. Jahrgang

General-Anzeiger für Obertzeffen

Nr. 91 Erstes Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, 19. April 1911

Der Lietzener Anzeiger JBHCT Ä Zk M Bezugspreis:

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ä«: VJ LV 11V | LV w 44 l IV LUV V s» wirlschallllcheSeltfrager M M _ ~ V*?» V Chefredakteur: A Goey.

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für die Redaktton 112, * tf - v politischen Teil: Auaust

BLSr General-Anzeiger für Gbechessen LHZL

Botationsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei K Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land- ^E.Heb^für biS vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ar. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.

Professor vr. Biermer über die preuhisch-hesfifche Lisenbahngemeinfchaft.

Prof. Dr. Biermer, der orbcntL Professor der Staats- Unfsenschaften an unserer Landesuniversität Gießen, Hut in Heft 8 und 9 des 2. Bundes seinerSammlung national ökonomischer Aufsätze und VorirLge" (Verlag von E. Roth m Gießen, Oktav-Format, drosch. 3 Mk.) ein außerordentlich wichtiges und viel umstrittenes Gebiet behandelt. Seine uns vorliegende 14 Druckbogen starke Broschüre enthält die erste bisher auf wissenschaftlicher Grundlage veröffentlichte Mono­graphie über die Preußisch-Hessische Eisenbahnbetriebs- und und Finanzgemeinschaft, und zlvar in objektiver und ein­gehender Würdigung aller Seiten des Problems und in jcsselnder und gemeinverständlicher Form, in der der Ver­fasser ein anerkannter Meister ist. Alles zugängliche Ver­kehrs- und finanzstatistische Material ist aus amtlichen Quellen herangezogen: zahlreiche übersichtliche Tabellen unterstützen die gründlichen Untersuchungen, die der Ver- .asser in voller Beherrschung des Stoffs anstellt. Die Bro­schüre bietet aber noch mehr, als der Titel verrät, denn fie enthält eine lückenlose Darstellung der hessischen Eisenbahn- geschichte von der Gründung der Main-Neckar-Bahn und der Nain-Weser-Bahn bis zur Gegenwart. Es wird also ein besonders lehrreiches Kapitel des deutschen Eisenbahnwesens vsm nationalökonomischen und slaatswirtschafttichcn Stand­punkt behandelt. Reichhaltige Auszüge aus den hessischen und preußischen Kammerverhandlungen, Iren Regierungs­denkschriften und oer Fachliteratur »verdcn wkedergcgeben, und interessante Vergleiche der Ergebnisse der deutschen StaatSeiscnbahnverwaitungen, die in dieser Vollständigkeit bisher noch nicht vorhanden waren, werden angestellt. Die heute so brennende Frage der Schuldentilgung, die nament­lich in den süddeutschen Staaten die Oeffentlickffeit seit län­gerer Zeit beschäftigt, findet ebenfalls eine eingeheirde Be­feuchtung. Die Bicrmersche Abhandlung wird also nicht nur in Preußen und in Hessen, sondern auch in Bayern, Württemberg und Baden volitische und parlamentarische .vereise lebhaft interessieren und zu mancherlei aktuellen Erörterungen führen, zumal, wenn der Plan einer Reichs- nsenbahngemeiittchaft auf fobcraiiucr Grundlage greifbare b-rm annimmt.

In seiner interessanten Vorrede nimmt der Verfasser Bezug auf Anregungen des früheren Direktors der Hess, rüdwigseisenbahn, Herrn Groß, und schreibt:

Sn der letzten Broschüre deS rührigen und temperamentvollen Vorkämpfers für erne Revision des hessisch-vreußischon Eisen- bahnverrrags, des früheren Dircttord der Hessischen Ludwigsbahn, .'verrn Grooß, die vor einigen Wochen erschienen ist, findet sich 'tilgender Schtußpassus:Wann werden sich endlich unsere in- ländischen Akademiker mit dieser Lebensfrage des Landes, die doch für fie selbst erst recht eine Frage des Lebens geworden ist, ernstlich beschäftigen?!" Ich fasse diese, in ihrer i'ldresse nicht mißzuverstchende, Biahnung so aus, daß auch andere, die sich einiges Sachverständnis zutraueu, sich zur hessischen Eisenbahn- frage äußern solterr. Wirllich sachverständig und unbcsangen ist nur der, der die Eisenbahngcnteinschast nicht nur von f i n a n - zielten Gesichtspunkt, sondern auch von: oertehrspoli- tischen auffaßt, also die hessischen Eisenbahnverhältnissc von früher und jeijt miteinander vergleichen und Vorgeschichte der hessischen Ei'enbahnverstaalltchung bis zu dem Zeitpunkte, als auch noch die Rheinische und CölnMindener Bahn als Zu- bringcrinnen der hessischen Ludmigsbahir Prioatbahnen waren, verfolgen kann. Wer aber gar in den: Glauben lebt, daß die Private Hessische Ludwigsbahn das reine Musb'ruiUernehmen gewesen sei unb nicht, wozu sie fchließliä, geworden war, um ein Minislerwort zu zitieren, einAnachronismus", der wird die folgenschweren Ereignisse des Jahres 1896 kaum richtig beurteilen können. Die hessisct>-vreußische Ei'enbahngemeinschaft ist nur eine Epoche in dem preußisch-deutschen Eisenbahnwesen. Sie tonnte und wollte keinen Mschluß bringen, sondern sollte vernünfriger- weise nur die Grundlage für weitere Kombinationen uick> Fusionen un Sinne der Vereinheitlichung dos deutschen Eisenbahnwesens idxmcn. Daß man von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch ge­macht hat, rst sehr bedauerlicl), aber es ist nickt ausgeschlossen, daß cs dazu auch heute noch nicht zu spät ist. Das hessische Eisenbahnproblem läßt sich von dem viel wichtigeren großdeutschen nicht mehr trennen. Deswegen erscheinen mir die lebhaften /De­batten in der Gegenwart und die vielleicht folgenden diplomatischen. Verhandlungen des D-armstädter mit dem Berliner Kabinett auch bann nicht unwillkommen, wenn cs zu einer Revision des Eisen- bahnverlrags nicht kommen sollte. Vielleicht denke ich in festerer Hinsrätt zu nüchtern und zu skeptisch. Aber es wäre verkehrt, den bevorstehenden Verhandlungen zwischen den beiden Bundesstaaten vorgreifen zu wollen. Ich will ihnen, da ich ihnen aufrichtig Erfolg wünsche rmd gewisse Bestimnningen des Staatsvertrags ebenfalls für abänderungsbeDürftig halte, beileibe keinen Abbruch tun. Eine gewisse Reserve ist in jedem Falle, schon aus Person- lichen Gründen, dringend geboten. In der Zweiten hessischen Kammer Hal man mich vor Jahresfrist einenpreußischen Agen­ten" genannt, ohne daß irgendwie vom Ministertisch oder vom Kammcrpräsidülm gegen diese tolle Verdächtigung Einspruch er­hoben worden wäre. Wenn ich jetzt mein Votum dahin abgebe, baß ich eine umfassende Revision des Gemeinschaftsvertrags nach Lage der Verhältnisse für wenig aussichtsvoll, dagegen krtttschc Erörterungen über die Eisenbahngemeinschaft für berechtigt und kehrreich halte, gleichzeitig aber den Schndpunkt vertrete, daß nur^eine Reichseisenbahngemeinschast auf föderativer Grundlage nn Sinne der Vorschläge oes Regierungsrats a. T. und jewigen Professors der Verlehrspolitik an der Mannheimer Handelshoch­schule, Herrn Endres, uns wirklicheHilfe in der Not" bringen kann, so setze ich mich bei gewissen hessischen politischen Parici- Sruppen aufs Neue der Gefahr aus, daß mir nochmals ,^Landes­verrat" vorgeworien wird. Andere Politiker mit einer besseren Kinderstube werden mir vorhalten, bau ich die Reformen, die das Desfenland stürmisch verlangt, auf die lange Bank schieben wolle. Das fällt mir gar nickst ein. Ich fürchte allerdings, daß eine baldige Entscheidung nicht zu erwarten ist. Außerdem wider- Iprtcht es meinem Billigtcitsgefühl, die neueste Praxis, wonach lur die .Finanzmisere des Landes in erster Linie die Eisenbahn­

gemeinschaft verantwortlich gemacht wird, ebenfalls zu befolgen. Es ist ein billiges, aber nicht gerade von Selbstkritik zeugendes Vergnügen, Preußen zunr Prügelknaben für hessische Verfehlungen, an denen die Volksvertretung die Hauptschuld trägt, machen zu wollen. Wer wirklich objektiv denkt, muß gegen diese Bogelftraußpolttik, bre nicht einmal tm Inlandc, geschweige denn bei der Gegenseite überzeugend wirkt, Einspruch erheben. Auch der Vertreter des hessischen Finanzministeriums bat das kürzlich mit guten Gründen getan. Sein früherer Chef war ihm darin vorausgegangen. Das beruhigt mich einigermaßen und gibt mit wieder den Mut, den ich schon für unrettbar verloren hielt, nach langer Pause wieder einmal ein unmaßgebliches Urteil in rebus hassicis abzugeben. Ich werde ja nickt viel Neues zu sagen haben. Aber, indem ich die maimigfachen Uebertrcibnngcn, in denen sich gewisse Streife gefallen, zürnckweise, hoffe ich, mein Scherflein dazu beitragen zu können, damit ein ebenso wichtiges, wie kompliziertes, polittsches Problem mit mehr dlugenmaß und realpolitischem Sinn behandelt wird, als bisher."

Wir werden auf das Buch noch näher zurückkommen.

Englische Mahregeln gegen die Einwanderung von Verbrechern.

Die englische Regierung hat dem Unterhause ein Gesetz vorgclegt, das auf den ersten Blick nicht gerade liberal erscheint, aber praktisch wohl nötig sein wird. Man will von den eingewanderten Fremdenin gewissen Fällen" Bürg­schaften verlangen, um die Gewähr zu haben, daß von ihnen keine Verbrechen begangen werden. Wenn nun in einzelnen Fällen keine Bürgschaften für irgend einen verdächtigen fremden Menschen" aufzutreibcn sind? Alles kommt wohl auf die Auslegung und Anwendung dieses Gesetzes an, dem im ganzen die Volksvertretung wohl zustimmen wird.

London, 18. April. Das Unterhaus ist heute nach Beendigung der Ofiericricn toieD:r juiammengetretcn. Minister Churchill legte ein Gesetz vor, betreffend eine wirksame Ueb er­wach u n g ausländischer Verbrecher und zur Ver­hütung der Verübung von Verbrechen durch Ausländer. Ter Minister hob hervor, daß in vielen Fällen Fremde, die eines Verbrechens überführt worden waren, von dem Gericht, das sie abgeurteilt hätte, nicht zur Auswkttimg gemeldet worden seien. In dem Gesetz werde vorgesehen, oaß Gerichte, die in solchen Fällen die Ausweisung nicht beantragt haben, ausgefordert werden sollen. Gründe anzugeben. Gegenwärtig würden Fremde, die nach der Ausweisung zurücklehrten, daS erste Mal mit drei Monaten und im Wiederholungsfälle mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Das Gesetz schlage vor, daß bieie Strafe auf ei n bezw. zwei Jahre Gefängnis, erhöht werde.

Churchill betonte dann weiter, England müßte jede Be­schränkung des Asylrechtes vermeiden, das es so lange jenen gewährt habe, die Zuflucht vor Unterdrückung und Verfolgung im Auslande suchten. England müßte weiter iede Beunruhigung der fremdländischen Bevölkerung vermeiden, insbesondere der jü­dischen, die sich in überwiegendem Maße aus sriedliebenden und die Gesetze achtenden Elementen zusammensetze. Diese Leute hätteii sicherlich keinen Anlaß zu solchen Aiaßnahmen gegeben, die sie beunruhigen und ihmii Ungelegenheiten bereiten würden.

Minister Churchill schloß: Um Verbrechen zu ver­hüten, müsse er die Vollmacht erbitten, ingewissenFällen Bürgschaften z u verlangen. Fremde, die 5 Jahre in England gelebt hätten, ohne ein Verbrechen zu begehen, würden von der Gestellung von Bürgschaften befreit sein. Tie Regierung habe hier Leute im Auge, die aus Ländent tarnen, wo Mord und Totschlag auf der Tagesordnung sei, nnd wo jeder Polizcibeamte als Feind und iede staatliche Verrichtung als Tyrannei betrachtet würde. Um das englische Volk vor dieser Silane von Menschen zu schützen, schlage die Regierung vor, die Gerichte zu ermächtigen, unter ge­wissen Umständen Bürgschaften für eine gute Führung iu ver­langen, auch wenn von den Betreffenden kein Verbrechen be­gangen worden sei. In Ermangelung von Bürgschaften oder eines fünfjährigen Aufenthaltes in England, wenn auf den ersten Blick erwiesen sei, daß der Betreffende mit Verbrechern verkehrt, müsse die Regierung wie alle anderen Nationen in der Sage fein, den Mann auszuweisen. Ferner schlage die Negierung die Be­stimmung vor, wonach Fremde für das Tragen von Schußivafsen einer besonderen politischen Erlaubnis bedürfen.

Au; der eingeschloffenen Stadt Zez.

Paris, 18. April. Ans Fez wird vom 13. April gemeldet: Tie Truppen Bremonds trugen tags zuvor einen Sieg über die Scherardas davon, die 40 Tote und 80 Ge­fangene verloren. Alle Postboten wurden ausgeplündert, ein nach Meckincs bestimmter Bore wurde von Aufrührern der Bafelma erschossen. Nur Eilboten, die die Brieffchaftett in ihren Gewändern eingenäht tragen, können passieren.

Französische Vcrp'arkuugen.

Blida, 18. April. Ein Bataillon des ersten al- g e r i s ch e n S ch ü tz c n r e g i m e n t s wnrde mobil gemacht, um nach Marokko gesandt zu werden.

Französische Verstärkungen.

DerTcmps" schreibt über die Entsendung von Ver­stärkungen in das Schaujagebiet, diese schienen nicht die Vorbereitung zu einem Entsätze von Fez zu bilden. Es wäre nicht schwer, nach Fez zu gelangen, aber schwer, dort zu bleiben und sich mit Krieasmaterial und Lebensmitteln "zu versehen. Tas militärische Problem be­stehe im Grunde genommen darin, sich eine Etappen­straße zu sichern. Es liege aber auf der 5pand, daß das Besanungslorps der Schauja, welches nach Ankunft der Verstärkungen höchstens 11000 Mann zählen werde, nicht stark genug wäre, um gleichzeitig das Schaujagebiet zu bewachen, auf Fe^ zu marschieren und die Verprovian­tierung zu sichern. Selbst wenn General Moinier 5000 bis 0000 Mann entsenden könnte, wäre diese Streitkraft nicht hinreichend, um Fez, dem Sultan und den Europäern zweck­dienlich zu Hilfe zu kommen und die Verbindung mit der Küste aufrecht zu erhalten. Aber abgesehen davon, sei es ilar, daß wenn man aus Fez nurrschieren sollte, dies von Osten aus geschehen müßte. .Auch deshalb dürfe mun

>er Erklärung der Regierung Glauben schenken, daß die Verstärkung des Schcmjakorps nur eine örtliche Vor­sichtsmaßregel sei und nicht den Zweck habe, eine weitausgreifeiide Unternehmung zu verbergen. Der Temps"" schließt:Wenn diese Unternehmung fedock not­wendig war, nut den Frieden in Marokko zu retten, dann war es gleichzeitig loyal und Geschick, unsere Entscheldiing und unsere Vorbereitungen offenkundig zu treffen und un­sere Aktion, die algerische Grenze als Basis zu geben unb' fie möglichst wirksam zu gestalten."

Mißhandlung eines FriedeuSuulerhandlers.

Aus Fez wird vom 12. April gemeldet: Der als Fric « densunterhändler zu den Beni Dtter entsandte Scherif Anrani ist von diesen ausgeplündert, ge­schlagen und vollständig entkleidet zurückgeschickt worden. Die Beni Mtcr, Uarain und Tjamax hertensich nach­mitt ag s der Stadt und griffen die Posten an, mußten sich aber, als sämtliche Streitkräfte des Machsen anrückten und sich ihuen entgegenstellten, unter Zurück­lassung von mehreren Toten zurückziehen. Die Truppen des Machsen hatten zwei Tote und mehrere Der wundete.

Nach einer Meldung aus Fez vom 9. April konnte der Bevollmächtigte des Sultans, Ben Gabrit, der die Genehmigung zum Abschluß einer neuen 45 Mil­lionen-Anleihe erhielt, die Hauptstadtnichtver­lass en, da die Verbindungen abgeschnitten sind. 1000 Mann von dem Stamme der Beni Uarain fielen vom Sul­tan ab. Sie teilten sich in drei Gruppen und beschossen die Vorposten im Süden und Osten von Fez, die ebenso wie die Angreifer einige Tote hatten. Mehrere Aufwiegler wurden verhaftet.

Saöiercs Reise nach Tunis.

B i s e r t a, 18. April. Zur Begrüßung des Präsidenten F a l l i e r e s waren außer dem englischen und dem italieni ­schen Geschwader auch ein spanischer Kreuzer cingetrofsen. Unmitielbür nach der Landung richtete.Präsident Falliöres an die siönigc von England, Italien und Spanien Depeschen, in denen er ihnen für den neuen Beweis der Sympathie dankt und seine Bewunderung für die schönen .Schiffe mis- spricht.

Falliöres cmpsing an Bord derVvrite" die fremdem Admirale und bestieg sodann mit Gefolge einen Torpedo­bootszerstörer, worauf er die Parade über dos eng­lische und das italienische Geschwader, sowie über den spanischen Kreuzer abnahm. Nachher be­suchte der Präsident die Kommandanten der fremden Schiffe und ging darauf an Land. Es fand ein Festmahl statt, bet dem Fallieres einen Trinkspruch auf das Gedeihen des Schutzgebietes ausbrachte und fein Glas zu Ehren der Sou ­veräne erhob, die ihn in den Gewässern Bisertas durch Kriegsschiffe begrüßt und dadurch Frankreich einen Beweis ihrer hohen Sympathie gegeben hätten.

Tunis, 18. April. Präsident Fallieres ifti in Tunis eingetroffen.

Die erfolgreiche Unterdrückung des Auf standes in yemen

Ko n st a n t i no p e l, 18. April. Nach einer Tepcfche des Oberkommandanten internen sind die Truppen wider­standslos in .Amran, nördlich von Sanea, eingerüctt. 2>ic' Rebellen flüchteten. Mehrere Scheiks erschienen in Sanea, um sich zu unterwerfen. -Sechs Bataillone mit einer Batterie marschieren gegen Hadja; einige einflußreiche Scheiks in der Umgebung von Hadja haben sich bereits unterworfen. Es verlautet, daß Jman Fahis Hamra verlassen habe. Bei Nafssir und Mebgut wird gekämpft.

Deutsches Reich.

Der Kaiser verweilte, wie aus Korfu gemeldet wird, am Dienstag von 12 bis 4 Uhr bei den Ausgrabungen in der Nähe von Garitza, die Kaiserin kürzere Zeil. Zu­gegen war dort auch Professor Doerpfeld und Mr. Armour, der mit der Pacht eingetroffen war. Beide Herren wurden zur Abendtasel auf Achilleion geladen. Nachmittags war bei den Majestäten ans Achilleion ein Tee, an welchem die Köniain-Mutter von England und der König der Hel­lenen teilnahmen.

Ausland.

In einer amtlichen Parisei Zeitungsnote wird über die beschlossene Verstärkung der Besatzungstruppen des Schaujagebiets mitgeteilt, daß den neuesten Nachrick- ren zufolge nunmehr auch gewisse bisher treugebliebene Stämme füdöstlich von Fez vom Sultan abgefallen seien. Man befürchtet, daß dies eine Rückwirkung nur die Gesin­nung der Stämme au der Grcnize des Sehaujagebiets aus- üben könnte, und die französische Regierung sei deshalb der Ansichr, daß es zweckmäßig sei, das Befatzungskorps durch vier Bataillone zu verstärken.

König Alsons von Spanien nt am Non tag nachmittag in Bordeaux eingetroffen, nm einen Spezial­arzt für Nasen- nnd Hals-Krankheiten zu Rate zu Rieben, der ihn schon wiederholt behandelt hat.