Ausgabe 
17.11.1911 Erstes Blatt
 
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Ur. 271 Erster Blatt

M Jahrgang

Zreitag, s7. November 19U

General-Anzeiger für Oberhessen

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für die Redaktion 113. v v v polittschen teil: Auaust

-LIL-- General-Anzeiger für Oberhessen BMs tür"<b!?<$tiaeönummer Rotattonrdnlck und Verlag der yrühl'schen Unw.'vuch- und Zleindruckerei R. Lange. Redaltlon. Lrpedition und Druckerei: Zchulftrahe 7. Lanä':^veb^ür d« b!s vormittag» 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil:$. Beck.

Die heutige Nummer umsaszt 12 Selten.

Mit dem Kronprinzen in Indien.

Gießen, 17. 9tob.

In derGesellschaft für Erd- und Völkerkunde" sprach gestern abend vor einer starken Zuhörerschaft Prof. Tr. Ge­org Wegener aus Berlin über seine Reise mit dem deutschen Kronprinzen nach Indien. Wenn er dabei auch sein Bedauern aussprach, daß die ursprünglich geplante OrientfahrL nicht in ihrem ganzen Umfange zur Ausführung gelangen tonnte, so glaubt er doch, baß der Kronprinz wertvolle Einblicke in die kolonisatorische Tätigkeit der Eng­länder und ihre damit verbundenen Erfolge gewinnen konnte. Indien selbst mit seinen 315 Millionen Einwohnern, Die ver­schiedenen Kasten, Rassen und Religionen angehören, steht noch uiiter einigen hundert Vasallenfürsten mir mehr oder weniger großer Selbständigkeit mib bietet somit, wie sonst keine englische Kolonie, Probleme in Hülle und Fülle, die von den erfahrenen Engländern in geradezu idealer Weise behandelt uni) zum teil glänzend gelöst worden sind.

Rach mehrwöchigem Aufenthalt des kronprinzlichen Paares auf Eeylon traf der deutsche Thronerbe auf dem KreuzerGneiseirau" mit seinem übrigen Gefolge zusam­men und betrat in Bombay zum ersten Male indischei» Boden. Tie Reisegesellschaft war Gast des englischen Kö­nigs uni) fand überall Eingang und Belehrung, auch an Stätten, die sonst dem Europäer streng verschlossen sind. Bombay ist die zweitgrößte Stabt Indiens. Sie liegt auf einer Insel und wird gewöhnlichdie Stadt der Pal­men und Paläste" genannt. In chrer Vorstadt Malabar Hill haben inmitten der alten Parkanlagen die Parsen ihre Kultstätten. Tiefe stammen aus Perjien und sind An­hänger der Religion des Feuerdienstes. In ihren Tempeln brennt heute noch das Feuer, das ihre Ahnen einst aus Perjien mitgebracht haben. Rach ihrer Anschauung ist der menschliche Körper, nachdem ihn die Seeie verlassen hat, unrein Ta ihnen aber die Elemente heilig sind, so ist bei ihnen keine der üblichen Beftattungsarten erlaubt. Des-

Um Marokko.

AuS dem Dudgrtausschusi des Reichstag?.

Berlin, 16. Rov. In der Sitzung des Budgetaussckusscs übermittelte Staatssekretär v. Kiderlen-Wäck'tcr dem Aus schuß folgenden Zusatz zu den, deutsch-französischen Abkommen vom 4. November 1911:

In dem Notenwechsel zwischen bcm Staa'.ssekretär v. Kiderlen- Wächter und dem ftanzösischen Botschafter Cambon wurde zum Ausdruck gebracht, daß, falls Deutschland von Spanien Spanisch-Guinea, die Insel Corisco und die Elobey-Jnseln zu erwerben wünschen sollte, Frankreich be­reit ist, zugunsten Deutschlands auf die aus dem französisch- spanischen Vertrage vom 27. Juni 1900 sich ergebenden Vor­zugsrechte zu verzichten. Dagegen hat Deutschland erklärt, sich nicht an den besonderen Abmachungen beteiligen zu wollen, die Frankreich und Spanien etwa miteinander in Marokko treffen sollten. Es herrscht dabei lieber- einstimmung darüber, daß unter Marokko derjenige Teil von Nordafrika zu verstehen ist, der zwischen Algier, Französisch-West- aftika und der spanischen Kolonie Rio de Oro liegt.

Danach ist die Rechtslage jetzt so, daß Spanien, wenn es Fernando Po veräußern will, bieie Insel zuerst Deutschland anzubielen hat. Ist Spanien geneigt, seine Kolonie Guinea zu verkaufen, so muß es in Erster Uinic Frankreich sein Angebot machen, daS dann ohne werteres an Deutschland weiter geht. Verhandlungen mit Spanien zur Erwerbung dieser Gebiete sind allerdings bisher nicht gepflogen worden.

Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter weist weiter am die politische Bedeutung der Tatsache hin,, daß die Grenze Kamerun» nunmehr bti zum Kongo und dem Ubanghi sich er­strecke. Bei einer Nerivufrollung der Kongosrage sei Deutschland erhöht interessiert und würde natürlich nun erst recht mitzureden Haden.

Bon liberaler und sozialdemokratischer Seite er­fährt sowohl die Abmachung über Spamsch-Gumca, wie auch die Kongopolitik eine scharfe Kritik; die sogenannten Vorteile seien in Wirklichkeit nicht vorhanden. Deutschland erhalte, ab­gesehen vom Landzuwacks mit seinem ziveisclhajten Werte, kaum etwas, lvaS nicht schon vorher besessen hätte. Auch in der Kongosrage würde das Reich ohnehin evtl, mitreden können, da e» sich geg.-benenfalls um eine Frage von allgemeiner inter­nationaler Bedeutung handeln werde. Die Sozialdenwkraten find besonder» mit derZ i p f e l po l i t i k" des Staats sekre- tärS nicht einverstanden.

Nach einer Erklärung des Staatssekretärs soll die Be­sprechung der Kongosrage später fortgesetzt wer­den. Auf eine Anfrage von Z e n t r n m s s ei t e, ob hinsicht­lich Marokko Deutschland winschaftliche Sonderrechte verlangt habe, dies aber bei den Verhandlungen abgelehnt worden sei, erklärt Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter, bad sei nicht der Fall gewesen. Er gibt eingehende Auskünfte über den Gang der Verhandlung, um daraus herzuleiten, wie diese falschen durch einen Teil der Presse verbreiteten Ge­rüchte entstanden sein können. Der Staatssekretär erneuert seine Erklärung über die Konsulargerichtsbarkeit. Sie ist nicht aufgehoben und wird ohneGenehmigungdesReichs- iags nicht beseitigt werden.

Von freisinniger Seite tverden Fragen gestellt nach den Schisfahrtsbeziehunaen, von denen im Marokko- abkommen nicht die Rede sei. Ministerialdirektor Dr. Kriege erklärt dazu, die Schiffahrtsbeziehungen seien durch den Handels- vertrag mit Marokko von 1890, der Deutschland die Mcnt- begünstigung gewähre, und der durch Frankreich nicht geändert werden könne, geregelt. Der Artikel 4 des Marokkoabkommens gewähre denr deutschen Reiche gegenüber dem bisherigen Zustand eigentlich ein Plus; auf keinen Fall könne Frankreich irgend eine vertragswidrige Manipulation Marokkos zulassen oder gar selbst inszenieren. , ...

Einige Redner der Linken glauben einen Wideripruch znaichen

dem Abkommen selbst und dem Notenwechsel hinsichtlich der Aus- foebung der deutschen Konsulargerichte seststellen zu können. Von der Regierung und von Zentrumsseite wird indes ein solcher Widerspruch entschieden in Abrede gestellt.

Die Anfrage, ob die deutschen Post anstatt en in Marokko beüefrn bleiben können, wird vom Staatssekretär besaht. Zu Beginn der morgigen Sitzung wird Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter ein ausführliches Expos6 über die geschicht­liche Entwicklung und den Werdegang der Marok- kov er Handlungen geben.

Stützen der deutschen Regieruug?poli1ik.

Leipzig, 16. Rov. Die Blätter veröffentlichen eine Erklärung hiesiger angesehener Bankiers, Großindustrieller, Männer der Wissenschaft zu dem Marokkoabkommen, in welcher es heißt:

Tie Ausführungen des Reichskanzlers haben unS in der Ueberzeugung bestärkt, daß das Interesse und die Ehre des Reiches bei den Verhandlungen mit Frankreich nach Kräften ge­wahrt worden ist, wenn auch weitergehende Wünsche, die wir von Serien teilen, nicht erfüllt werden lonntcn. Wir sind uns auch dessen wohl bewußt, daß der Reichskanzler aus inter­nationalen Rücksichten nicht in der Lage war, alle Er­wägungen, die zu dem Slbtonuncn geführt haben, der Oefscnt- lichkeit mitzuteilen. Die Erklärung bezeichnet schließlich dieF or t- s e tz u n g der Angriffe aus die Reichsregierung als schädlich für das Ansehen d^s Reiches und hält ein vertrauensvolles Zusammen­arbeiten zwischen Regierung und Volk für erforderlich. Tie Er klärung unterzeichnet u. a Kommerzienrat Rcclam, H.rndcls- kammerpräsident Schmidt, Reichsgerichtspräsident Freiherr von Seckendorfs, Freiherr Speck v. Skmburg und Geheimer Legations­rat Goehriirg.

Auch Vertreter des deutschen Handels in Antwerpen haben dem Reichskanzler eine ähnliche Kundgebung über­mittelt.

Eine Rede des französischen Ministerpräsidenten.

Paris, 16. Rov. Gestern abend fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Caillaux und im Bei­sein der meisten Minister das Iabresbankett des repu­blikanischen Komitees für Handel und Industrie statt. Der Ministerpräsident hielt hierbei eine Rede, in der er den Entschluß der Regierung ausdrücktc, die von der Demokratie gebietertsch verlangten Reformen zu vertreten und zur Geltung zu bringen und in der er auch auf das deutsch-französische Abkommen zu sprechen kam.

Vln die Republik Frankriich, fühlte der Ministerpräsident aus, haben wir während der letzten Monate, in denen die Ver­handlungen mit Deutschland vorgingen, zu denken nicht aufgehört und sind bei diesen Verhandlungen ftänbig besorgt gewesen ich bediene mich mit Absicht dieses Ausdrucks um die Würde und die Ehre Frankreichs. (Lebhafter Beifall.) In einigen Wochen, wenn ich den stolz habe, auf der Parlamentstribünc das vollendete Werk zu verteidigen und laut die Verantivortnng dafür auf mich zu nehmen, daß das unter Wahrung und Sicherung des Friedens erzielte Abkommen eine Lösung herbeiführte, die ich als vorteilhaft für beide Teile bezeichne und dte, wie jüngst im Auslande ein­getretene Ereignisse beweisen, bestimmt nicht unvorteilhaft für Frankreich ist. Ich werde dann mit Recht und begrün­detem Stolz zeigen, daß die Triko I o re letzt an den Ufern des alten A11 a n tischen Ozeans weht und daß Frankreich auf afrikanischem Boden, wo das alte Rom seine besten Soldaten gefunden hat, mit voller Sicherheit die unbestrittene Herrschaft bis Tripolis wird ausdehnen können.

Die militärische Organisierung Frankreichs in Marokko.

DemEcho de Paris" zufolge hat das Kriegsmini- sterium bereits einen Plan betreffend die mili­tärische Organisierung Marokkos ausgear­beitet. Tas Besatzungskorps soll unter dem Befehl eines Dioisionsgenerals, wahrscheinlich des Generals d' A m a d e, gestellt werden und wahrscheinlich vier Brigaden umfassen. Mekines wird die militärische und administra­tive Hauptstadt Marokkos bilden, wo sich auch der Sitz des Generalresidenten besinden wird. Die übrigen

halb haben sie eine Anzahl runder grauer Türme errich­tet, die berühmtenTürme des Schweigens", deren Zinnen beständig von einer großen Schar schwarzer Geier be­setzt sind. Tckese Türme dürfen von niemand betreten wer­den als von dem Totengräber, dessen Amt in der Fa­milie erblich ist. Im Innern der Türme ist eine Platt­form, die nach der Milte zu geneigt ist und eine große Zahl von Mulden aufweist. In diese Mulden werden die Toten niedergelegt und den Geiern zum Skelettieren Über­lassen, was diese innerhalb einiger Stunden besorgen Spä­ter werden die gebleichten Kitochen in einen Schacht, in­mitten des Turmes, geworfen, damit im Tode alle Unter­schiede zwischen den Menschen beseitigt seien.

Um den Mittelpunkt der mohammedanischen Welt in Indien kennen zu lernen, wurde Haiderabad besucht. Ter dortige Herrscher, der Rizam, gilt alsAlliierter" der Eng­länder. Er bot seinen Gasten Feste von auserlesener Pracyt und echt orientalischem Prunk. Auch gab er dem ztron- prinzen Gelegenheit, die Jagd mit dem ^.agdleoparden aus­zuüben und seine Kaltblütigkeit und sichere Hand im Er­legen von zwei Panthern zu beweisen. Sodann wurde die Landschaft Radschputana mit der Hauptstadt Jaipur be­sucht. Der Mal-aradschah von Jaipur freundete sich dem deutschen Thronfolger an und gab sich alle Muhe, durch Vorführung seines berühmten Marstaus, ourcy Veranstal­tung von Tierkampfen, ja sogar dura) Besichtigung seines Haremspalastes sich seinen Gasten gefällig zu zeigen. Im weiteren Verlauf der Reise wurden sodann die Zentren der hinduistifchen Welt ausgesucht.

In Agra und Telhi, der ehemaligen Residenz des Groß- Moguls, eröffnete sich ein Einblick in die indische Kunst von uberroältigcuber Pracht. Bauwerke aus edelstem weißen Marmor, verziert mit wundervollen Einlegearbeiten aus Edelsteinen, herrliche Fenster und Galerien aus durchbroche­nem Marmor wetteiferten, im Verein mit der Natur ein Bild bezaubernder Schönheit in den Herzen der Reiseteil­

Brigaden werden auf die Gebiete von Fez, Udschda undl Marakesch verteilt werden. Dem BcsatzungSkorps werden! auch eingeborene Elemente einverleibt werden, aus bcncit man zwei Shapis-Regimenter, sowie zwei Schützenregimen- ler nach dem Muster der algerischen und tunesischen Schützen bilden wird. Zwei Regimenter marolkauischer Schutzen mit französischen Eadres, die eine besondere Uniform erhalten sollen, werden dem Namen nach unter den Befehl des Sul­tans gestellt werden. Außerdem will man verschieden« Go ums aus Eingeborenen-Regimenterit bilden. Rach der vollständigen Pazifizierung Marokkos wird die Err ich- tu ng eines Nordafrika (Algerien, Tunis und Ma­rokko) umfassenden Oberkommandos ins Auge gefaßt werden, das wahrscheinlich einem Generalinspektor der Armee und Mitglied des Oberkriegsrats übertrageul werden dürfte. Diese Lösung wird trotz einiger Schwierigkeiten diplomatischer Natur sich eines Tages als notwendig erweisen, da nur so die Ver­teidigung der Mittelmeerbesitzungen Frankreich gewähr­leistet werden forme.

Paris, 16. Rov. DaS K r i c g i m i n i fl e t i u in be­zeichnet die vomEcho de Paris" gebrachten Mitteilungen über eine geplante militärische Organisation Marokkos al£ durchaus unrichtig und fügt hinzu, daß ein diesbezüglicher Plan gegenwärtig überhaupt noch gar nicht in Aussicht genommen werden könne.

Taö Vorgehen der Spanier.

Melilla, 16. Nov. (Agence Havas.) Tie Spa­nier besetzten eine neue Stellung bei Uxdar. Marokko.

Gin Erdbeben in Deutschland.

Gießen, 17. Rov.

Der ungewohnte Schreck eines Erdbebens überraschte gestern abend unsere trotz der bevorstehenden Landtags- Wahlen friedlichen Bürger. Es waren ungewöhnlich starke Erderschütterunaeit, die zwar nur einige Sekunden dauertcn- aber darum nicht weniger bestaunt und gefürchtet wurden. Wir saßen in kleinem Kreise um unseren Familienlisch und hatten gerade alle einen leisen Schreck überwunden, als. ein Telegramm in später Abendstunde noch ins Haus oe- bracht worden war. Ter Inhalt stellte sich als harmlos heraus, und der Absender erhielt manches Tadelswort. Ta ein maßgebendes weibliches Mitglied unseres Kreises von einem Gang in die Nachbarschaft eben zurückgekehrt war, wurde die Unterhaltung wieder lebhafter. Wir sprachen nicht von Sturm und Schiffbruch, aber von der mensch­lichen Wissensbegier, die auch den Schleier der Zukunft zu lüften sich erkühnt Unser Hausmütterchen hatte uns aus den Linien und Hügeln der Hand geweisiagt und für jeden ein paar freundliche, hoffnungsreiche Worte gehabt. Aber daß im nächsten Augenblicke uns ein Erdbeben in Aüfregung versetzen könnte, das hätte ihr kundiger Sinn uns nicht prophezeien können. Drei Minuten vor halb 11 ein geistesgegenwärtiger Jüngling, der neben Mir saß und an einer Tuschzeichnung arbeitete, hatte die Uhr gezogen da flirrten vlötzlich' die Fenslersckerben, zitterten die Wände und beote der Fußboden, oogleich auf der Straße alles ruhig war und lein rumpelnder Wagen, auch kein rasselndes Kinderauto- mobil, wie es am Tage häufig vorkommt, unjer Haus er­schüttert hatte. (Wäre es nicht möglich, dag die Eltentz mindestens in den Mittagsstunden ihren rabauluftigen Klei­nen dieses ruhestörende Handwerk legen?) Erschreckt springen die Tarnen von ihren Sitzen; die Lampe sck>au- lelt mit der Tischglocke leise hin und her, das WasseralaS des Tuschzeichners zeigt Bewegung, und an den Fußsohlen spüren wir die seltsame Wahrnehmung, daß nicht nur die wogende MeereSflut, sondern auch unsere alte Erde, so

nehmet einzugraben. Ein bunter Wechsel von fesselnden! Eindrücken boten die Städte Peschawar, Allahabad und Benares, dtomentlich Benares ist als heiliger Wallfahrts­ort bekannt und bietet mit feinen architektonisch reizvollen Badetreppen zum Ganges ein echtes Abbild indischen Kul­tuslebens. Ist es doch der sehnlichste Wunsch des alten Hindu, in Benares zu sterben und sich dort verbrennen zn lassen, damit feine Asche in den heiligen Strom geil reu» werde, der sie dem großen Meere und damit der Seligkeit zuführe.

Ihr Ende fand die Reise in Kalkutta, wo der Redner den zukünftigen Träger der deutschen Kaiserkrone verließ, um seine Reise nack Hinter-Indien (Irawadi^, auszudehnen.

Starker Beifall zeigte dem Forschungsreisenden, daß es ihm durch seinen Vortrag, der durch ein reiches Licht­bild ermalerial aufs glücklichste ergänzt wurde, gelungen war, den Zuhörern ein fesselndes Bild von der Reise unseres Kaisersohnes vorzufuhren.

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DK.- Ein Th eat er-M useum soll in England er­richtet werden. Man weist daraus hin, daß die Kunst des Theaters die einzige ist, die in den offiziellen Museen keine Berücksichtigung ftndel. Mrs. Enthoven, eine in Lon­doner literarischen Kreisen wohlbekannte Tarne, besitzt eine Sammlung von ungefähr 700uu historisch interessanter Theaterzettel und sie hat die erste Anregung zu dem Theater­museum gegeben. Ibrer Ansicht nach )oll es sich aber nicht etwa um ein bloßes Schau-Museum handeln, das nur Ausstellungszwecken Rechnung trägt, ihr Ideal ist ein der Kunst des Theaters geweihtes weitläufiges Gebäude, wo allen Leuten, die Interesse für die Bübnenkunst, ihre Geschichte und Entwicklung hegen, ls>elegenhek geboten wird, an Hand von Buchern und allem anderen geeigneten Ma­terial einschlägige Gebiete zu durchforschen.