Preis tür 100 Psd.
70—72
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Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Cft.
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Wetter
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1911
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Höchste Temperatur am
1,8 mm.
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4
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10
9
Niedrigste
VlieberfcMita:
12 0
8,6
8.2
Mk. 96-103 88-97 76—85 68-75
25
25
26.
Mk.
58—26
52-57
45-50
40-44
.32,6
<34,9 4 34.9
KI
Lebend- Schlacht' gewicht
8
bis 25.
, 25.
Schweine.
Lollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht........
Vottstelschlge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht .'
Voll fleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht
Vollfleiichige Schweine von 120—150 kg LebGldgewicht
Kälber.
Feinste Mastkälber
Mittlere Plast- und beste Saugkälber ....
Geringere Plast- rmd gute Saugkälber . • .
Geringere Saugkälber
Schale.
Stallmaslschase:
Mastlämmer und Masthammel .....
Aeltere Mastbammel, gut genährte junge Schale imb geringere Mastlännner
Mäßig genährte Haminel und Schale (Dlerz- schase)
Hk. Marburg, 25. Oft. Der Kirchenhistvriker Geh. Kon- sistorialrat Dr. theol. Carl M i r b t hier hat einen Ruf an-ine Universität Göttingen als Nachfolger des verstorbenen Geh. Rats Professor Dr. Tschackert erhalten.
Bf
Bed. Himmel
H ii
Regen
EZttgesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter bicier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Krofdorf, 25. Okt. Auf den Artikel in Nr. 244, betreff- Krofdorf, muß ich dem Artikelschreiber entgegnen, daß er mit den Ernterträgen wenig pbcr gar nicht betraut ist. Die Heuernte ist nach der Ansicht des Artikelschreibers recht gut ausgefallen. Weiter meint er, auch die Dickwurz und Kartoffelernte sei vorzüglich, so daß wirklich keine Futternot ,in Krofdorf wäre. Leider ist dem nicht so, was ja schon daraus hervorgeht, daß eine Versammlung wegen Beschaffung billiger' Futterartikel stattfand, damit das Vieh nicht zu Schleuderpreisen verkauft werden muß. Nur bei wenigen, die im Besitze von feuchten Wiesen und Ackerland sind, ist die Ernte etwas besser ausgefallen. Im allgemeinen ist sie mit Heu, Mckwurz und Kartoffelernte mäßig ausgefallen.
Markt, da die fetten Schweine noch immer gut bezahlt werden, fc. Frankfurt a. M. V i e h h oi - Ri a r k t v e r i ch t voin 26. Okt.
Austrieb: 92 Rinder, barijntec 25 Ochsen, 1 Bulle, 67 Kühe und Färsen, 710 Kälber, 568 Schafe, 2209 Schweine.
Tendenz: Rinder nicht geräumt, Kälber mtd Schafe Lebhaft, geräumt, Schweine gedrückt, bleibt lleberftaiib. ™
Gerichtssaal.
Berlin, 25. Okt. Das. Kriegsgericht der kgl. Berliner Kommandantur verurteilte heute den Leutnant Ewald Egge r s vom 41. Infanterie-Regiment in Tilsit wegen Urkunden- fälschung Und Betruges in elf Fällen zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, wovon ein Monat Untersuchungshaft angerschnet wird. — Leutnant Günther Sch midt vorn 41. Infanterie-Regiment in Tilsit wurde wegen Betrugs in 15 Fällen und erschwerter Entfernung vom Regiment, Ungehorsams und Falschmeldung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei beiden Angeklagten wurde mit Rücksicht auf die niedrige Gesinnung, toeiaye die Angeklagten an den Tag gelegt haben, 'außerdem auf Ent- fe rnung aus dem Heere erkannt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Angeklagten erklärten, Berufung einlegen zu wollen.
Oktober = 12,4 eC.
. =+ 7,0’0.
Hemden, ein blutiges Beil und em Niemenstück gefunden, welches zu dem Riemen paßte, den der Ermordete getragen hatte. Tie Komödianten wurden verhaftet.
Infolge Versagens der Bremse stürmte das Automobil des in Paris wohnenden brasilianischen Millionärs Silva bei Lyon in b i e Rhone. Die fünf Insassen, darunter der Besitzer des Wagens, wurden schwer verletzt.
In Lodz ist das der Theatergesellschaft gehörige polnische Theater abgebrannt. Die Habe des Direktors und der Schauspieler ist vernichtet. Ter Schaden beträgt ungefähr 60 000 Rubel.
Der Schaden, den die Ueberschwemmung von Rapallo an- gerichtet hat, übersteigt eine Million Mark. Viele Personen sind mit Lebensgefahr gerettet worden. Menschenleben sind nicht zu beklagen.
7,7
7,1
7,0
Märkte.
Limburg a. d. Lahn, 25. Okt. Fruchtmarkt. Durch« fchnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,20 Mk, vcißer Weizen (angebaute Fremdforte) 16,70 Tlf., Korn 13,70 Mk., Gerste: tftittergerste 00,00 Mk., Braugerste 13,00 Bit.. Hafer Alk. 9,00, Erbsen 0,00 TIf„ Kartoffeln 7.60—8; 0 Alk.
s. Homberg a. d. Ohm, 25. Ott. Henle fand hier der in hiesiger Gegend bekannte kalte Markt statt; das schöne Herbst« ivetter brachte eine Menge Landleute hierher, wie seit Jahren nicht. Ter Markt war sehr gut befahren. Es waren über 1000 Schweine nufgetriebeii. Ter Handel ging trotz der niedrigen Preise und des großen Angebots schlecht. Tie meisten Verkäufer nahmen ihre Schiveine ivieber mit nach Haus zurück. — Für Ferkel wurden je nach Alter und Qualität 20—40 Mk. für das Baar bezahlt. Stärkere Läufer und Einlegeschweine iuaren nur wenige auf dem
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Airchttche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr, im Markussaal B i b e l st u n d e. (Ausgewählte Psalmen).
Pfarrer Schwabe.
Israelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der 5ynagoge (Süd-Anlage),, »
Samstag, den 28. Oktober 1911:
Vorabend: 5.00 Uhr.
Morgens: 9.00 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Uhr. Schriftcrklärnng.
Sabbatausgaiig: 6.00 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 28. Oktober 1911:
Freitag abend 4.45 Uhr.
Samstag, voriniltag 8.30 Uhr.
„ ' Nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 6.00 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 6.45. Uhr, abends 7.30. Uhr.
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geben werden soll. Hiergegen äußert Ministenaldirektor Caspar lebhafte Bedenken; eine fakul tative Be st t rn m u n g s ei nicht angängig. Die Erhöhung der Einkommensgrenze wird auch von einem Vertreter der V o l k s p a r t e rabgelehnt, ber aber per nationalliberalen Anregung bezüglich der Warnung gegenüber den Gesellschaften zustimmt. . . ä -
Von sozialdemokratischer Seite werd die Erklärung abgegeben, daß die Partei, nachdem es> mäst gelungen lei, die Angestelltenversicherung auf dem Wege des Austaufchs der Invalidenversicherung durchzuführen, sich auf den B o o e n der gegebenen Tatsachen stelleundan dem G e setz nach Kräften mitarbeiten werde. Den Kret^ der ver- sicherten Personen hält der Redner für zu wenig scharf umgrenzt. Namentlich müsse festgestellt werden, ob nur Ange stell te u i Leu e n- ber Stellung oder überhaupt Angestellte, die höhere Urbetten zu verrichten hätten, in die Versicherung gehören. Von der Regierung wird darauf erwidert, daß die Angestellten in leitender Stellung bei der Berufszählung besonders gezählt würden; ste sind in § 1 als erste Nummer besonders aufgeführt. Der Begriff „in ähnlich gelwbener Stellung", ist so zu verstehen, daß gewisse Vorgesetzten-Eigenschaften zu verzeichnen sind und der .betreffende gewisse Aufträge zu erteilen hat. Die Schreiber bet den Anwälten und die Angestellten in kaufmännischen Betrieben fallen unter das Gesetz, wenn sie gewisse selbständigeArbeiten zu richten haben, nicht aber dann, wenn sie lediglich mechanische Abschreiber sind.
Weiterberatung: Donnerstag. _ —
Vermischtes.
»'Die italienische Auswanderung. Wenn Man die große Zahl der Auswanderer, die Italien jedes Jahr an fremde Länder abgibt, bedenkt, so darf man annehmen, daß die Kolonisierung von Tripolis außerordentlich rasch von statten gehen wird. Im Jahre 1909 hat die italienische Regierung 625 000 Auswanderungspässe ausgestellt, 140 000 ipehr als im vorhergehenden Jahre. Ungefähr die Hälfte dieser Auswanderer wandte sich nach den Vereinigten Staaten; der Zug der anderen hatte Südamerika und Kanada zum Ziel. Eine große Menge derer, die die Heimat verlassen, kehren übrigens wieder nach dem Vaterlande zurück, fast 2O°/o schon im Jahr nach der Abreise. Von 2 270 000 Individuen, die die Halbinsel chon 1903 bis 1909 verließen, sind mehr als die Hälfte wieder in die Heimat zurück- gekehrt. Gegenwärtig beträgt die Gesamtzahl der Italiener, die in der Fremde ihr Brot verdienen, über 5 Millionen.
ff. D i e Versteigerting der Diamanten Abdul Hamids wird im November in Paris in dem altberühmten Hotel Drouot stattfinden. Die jungtürkische Regierung, für deren Rechnung die Kostbarkeiten verkauft werden sollen, glaubt damit ein hübsches Sümmchen zu verdienen, denn nach einer rohen Schätzung des Gaulois sind die Schmuckschätze des ehemaligen Sultans auf mehr als eine halbe Milliarde Mark zu bewerten.
!f. Wasser in den Marskanälen? Von wichtigen Entdeckungen auf der Oberfläche des Mars erzählen die Berichte der russischen Sternwarte Pulkowa. Der Astronom Tikhoff hat bei seinen neuesten Marsaufnahmen verschiedenfarbige Lichtfilter verwendet und damit Biller erzielt, aus denen sich neue Schlüsse auf die Oberflächenbeschasfenheit ziehen lassen. Durch rot oder orange gefärbte Filter erhielt er Bilder, aus denen er schließen zu können glaubt, daß sich in den Marskanälen Wasser befindet oder irgend ein anderer Stoff, der grün gefärbt ist. Aus anderen Aufnahmen, bei denen ebenfalls Lichtfilter angewendet worden sind, glaubt Tikhoff entnehmen zu können, daß die weiße Haube, die der Mars zeigt, nicht aus Schnee, sondern aus Eis gebildet ist.
* 160000 Äerzte. Ein französischer Statistiker hat ausgerechnet, daß in Europa zurzeit etwa 160 000 Aerzte ihres Amtes walten. Der größte Teil, drei Viertel von ihnen, wohnen in den großen Städten. Kowohl absolut wie relativ genommen, hat England die meiften Aerzte: 28 900. Das heißt, es kommen ihrer 7,8 auf je 10000 Einwohner. Ist nun Bulgarien, das amwenigsten Aerzte besitzt, glücklich oder unglücklich zu nennen ? Jedenfalls besteht dort der Aerztestand aus nicht mehr als 156 Leuten, es kommt also auf 10 000 Einwohner nicht e i n Arzt, sondern das Verhältnis ist 10 000:0,47. Deutschland zählt 22 500 Aerzte, auf 10 000 Einwohner kommen hier 5,6. Frankreich erreicht mit 19 800 91 ersten ein Verhältnis von 10 000:5,1, Italien mit 18 240 ein solches von 10 000:5,6. Die an Aerzten reichste Hauptstadt des Kontinents ist Brüssel, wo auf 10 000 Einwohner die Zahl 24,1 kommt, die „ärmste" Amsterdam mit 7,1 Aerzten auf 10 000.
C. K. Der Einfluß des Strickunterrichts auf die Atmung. Für die l>er anwach sende Jugend ist die ausgiebige Stiftung des Brustkorbs eines der wichtigsten Verhtitungs- mittel gegen tuberkulöse Erkrankungen der Lungen. Deshalb ist es sehr erwünscht, daß der Helsingforser Hygieniker Dr. Oker- Blom Untersuchungen, die im Internationalen Archiv für Schulhygiene veröffentlicht werden, angestellt hat, um den Einfluß verschiedenartiger Schulbeschäftigung, z. B. des Strickens, auf die Ventilation der oberen Lungenteile zu ermitteln. Dabei hat sich ergeben, daß das andauernde Sitzen beim Stricken eine nicht unwesentliche Beeinträchtigung der Atmung der oberen Lungenteile bewirkt, und zwar besonders der linken Seite, welche sonst im allgemeinen besser atmet als die rechte. Um diese nachteiligen Einflüsse des Strickens aufzuheben, muß gefordert werden, daß die Arbeit in den Handarbeitsstunden von Zeit zu Zeit unterbrochen wird, um Atemübungen mit Strecken des Körpers vornehmen zu lassen. Zugleich besitzen bann diese noch einen prophylaktischen Wert gegen das Auftreten von Rückgratverkrümmungen.
Kleine Lageschronil.
In Düsseldorf wurde an der Stadtgrenze der Arbeiter Picard mit durchschnittener Kehle tot auf gefunden; feine Löhnung fehlte. Unter beim Verbuchte des Raubmordes wurde fein Arbeitskollege Muschinski verhaftet.
Im Maschinenraum eines rheinaufwärtsfahrenden Dampfers gerieten zwei Hefter in Streit. Ter eine brachte dem Gegner mit einem Beil mehrere schwere Wunden bei und übergoß ihn mit kochendem Wasser. Ter Täter wurde verhaftet.
In D ö b e l n brach im Stabtthectter nach der Vorstellüng unter dem Bühnenraum Feuer aus, welches das' Bühnenhaus und einen Teil des Zuschauerraumes zerstörte.
Vor ber Station Neuruppin wurde ber Ziegeleibesitzer Jürgens von einem Zuge überfahren und getötet. Sein Körper wurde schrecklich verstümmelt.
In einem Dorfe bei Goebing in Mähren wurde auf der Landstraße der bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leich ii am eines 30jährigen Mannes gefunden. Ein Polizeihund verfolgte die Spur und stellte auf dem Marktplatz von Goeding zwei Mitglieder einer wandernden Komödian- tentrubbe. Bei ihnen wurden mit Menschenblut getränkte
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Die privaweamtenverslcherung im Uurschuh.
:: Berlin, 25. Okt.
Der Reichsversicherungsausschuß, erledigte heute zunächst die Beratung des Gesetzentwurfs über dieAufhebungdes Hilfs- kassengesetzes in zweiter Lesung. Diese machte keine Schwierigkeiten mehr. Es wurden an den Beschlüssen erster Lesung noch einige Änderungen vorgenommen, wonach u. a. die Auflösung einer eingefdyriebenen Hilfskasse oder ihrer Vereinigung mit einem arideren Unternehmen der Genehmigung der nach dem Privatversicherungsgesetz zuständigen Behörde untersteht und dabei die Bestimmungen dieses Gesetzes auch sonst anzuwenden sind. Die Vorschrift soll sofort in Kraft treten. Im übrigen werden die Vorschriften des neuen Gesetzes durch kaiserliche Verordnung in Kraft gesetzt werden.
Tann begann die Beratung des Versicherungsgesetzes für Angestellte. Es werden zwei Lesungen im Ausschuß stattfinden. Berichterstatter ist der Abg. Sittart (Ztr.). Von einer allgemeinen Besprechung wurde abgesehen und sofort in die Beratung des § 1 eingetreten, der den Kreis ber ber neuen Versicherungsbflicht unterstellten Gruppen umschreibt.
Ter Versicherungsmathematiker des Reichsamts des Innern, Geheimrat Beckmann, führt aus, daß alle diese Einwendungen nach nochmaliger sorgfältiger Prüfung als nicht sttchhaltig angesehen werden dürfen. Jnsbesonbere der von den Versicherungsmathematikern privater Gesellschaften erhobene Einwand, daß sich die Regierung um 100 Millionen verrechnet habe, sei absolut hinfällig. Man sei sehr vorsichtig verfahren und habe mindestens 107 700 Personen, das sind Lehrlinge, Geistliche, Kirchendiener usw., mitgerechnet, die wahrscheinlich ganz aus dem Gesetz heraus- fallen werden; dann komme man aber nicht, wie der Enttvurf annimmt, auf 205 Millionen, sondern auf 193,4 Millionen. Der Dezernent suchte auch in den übrigen Punkten nachzuroeisen, daß die Aufmachungen außerordentlich vorsichtig seien. Dies wird auch von dem Wortführer der Sozialdemokraten bestätigt. Dieser beantragt eine Erweiterung des Rahmens der Versicherten dahin, daß neben den Handlungsgehilfen und -lehrlingeu auch die B u r e a u a n g e ft e 1111 n und -lehrlinge versicherungspflichtig sein sollen, also nicht nur die Bureaubeanften. Die Wirtschaftliche Vereinigung -beantragt durch den Abg. Raab, die Einkommensgrenze, die die Voraussetzung für die Versicherung bildet, von 5000 a u f 8000 Mark zu erhöhen, freilich unter Berechnung von Beiträgen und Leistungen nur bis zur Grenze von 5000 Mark. Der Redner hätte am liebsten jede Grenze fallen lassen, aber das sei aussichtslos. Er will auch die Abteilungsmeister in die Versichcrungspflicht hinein haben
Ministerialdirektor Caspar hält dies durch die Versicherungs- Pflicht der Werkmeister bereits für gedeckt. Tie Ginrügung der Bureauangestellten sei nicht angängig, denn bann würde man alle Lehrlinge mit hinein bekommen, aber nicht nur die, sondern auch die Heizer im Bureau usw., während doch mir an die höheren Bureauangestellten gedacht sei.
Tann gibt ein Vertreter der Nationallib eralen jbic Anregung, dem Bestreben, ber L e b e ns Versicherungsgesellschaften, bic Privatbeamten noch jetzt aufzunehmen, burch Warnungen in der Preise entgegenzutreten, baß biefe Vertrage bei Inkrafttreten bes Gesetzes annulliert werben würben.
Von einem Z ent rurnsrnit gliede wird in Sachen ber Einkommensgrenze ein Verinittluiigsvorschlag gemacht, ivouacl. wenigstens die Uebergangszeit auch Leuten mit einem Gehalt Von mehr als 5000 Mk. die Gelegenheit zur Versicherung gc
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gesetzt, da es unmöglich war, die Patronen rechtzeitig fort- zuschaffen. Diele Araber wurden festgenommen. Diejenigen, die Widerstand leisteten und auf die Italiener feuerten, toirrbim sofort erschossen. Der Kawaß eines fremden Konsuls (nach einer anderen Meldung des deutschen Konsuls), der einen verwundeten Italiener erdolchte, wurde vom Konsul selbst den italienischen Behörden ausgeliefert. Diese stellten ihn sofort vor das Kriegsgericht und ließen ihn gemäß dem Gerichtsurteil erschießen.
Einzelheiten über die Kämpfe.
Die amtliche Korrespondenz fährt fort:
Unter den Arabern, die augenscheinlich int Einverständnis Mit den Angreifern standen, brach auf unserem linken Flügel hinter dem 11. Bersaglieriregiment Rebellion aus, während die Bersaglieri damit beschäftigt waren, die Angriffe der türkischen Infanterie zurückzuweisen, die gedeckt durch kleine Gartenmauern vorrückte. Den von hügeligem Terrain begünstigten A r a b e r n gelang es, den Besaglieris nicht unbedeutende Verluste beiz u bringen. Aber unsere Soldaten machten, ohne ifyre Kaltblütigkeit zu verlieren, auf der Stelle gegen beide Seiten Front, machten zahlreiche Araber nieder und nahmen viele gefangen. Der Kampf bauerte bei wechselnber Stätte gegen 8 Stunden an und machte uns infolge des unebenen Geländes viele: Schwierigkeiten, da es uns zu großer Truppenzersplftterung zwang. Endlich gelang es unseren Truppen, die Araber und Türken von allen Punkten zu vertreiben und das Gelcmde von ihnen zu säubern. Tie Verluste, die verhältnismäßig nicht sehl^ schwer waren, ließen noch keine genauen Daten ermitteln, bei unsere gruppen noch mit der Entwaffnung ber Bevölkerung zu tun hatten. Aus Unserem linken Flügel rekognoszierenbe Patrouillen fanden zwischen Harne und Mersi Hunderte von türkischen und arabischen Toten, die die Flüchtlinge zu beerdigen oder mit- zunehmen feine Zeit gehabt hatten, wie es sonst ihre Gewohnheit war. . .
Während man längs die vorgeschobenen Positwnslmien, besonders auf unserer linken Seite, kämpfte, gab es in b e r © t a b t bei Beginn eine Panik, bie sehr ernsthaft hätte iverben können. Der Ursprung der Panik ist folgender: Ein Militärarzt, der einen verwundeten Offizier begleitete, befahl, um eine Ansammlung ber Volksmenge um ben Wagen zu vermeiden, dem Unteroffizier, der den Wagen geleitete, die Araber zu entfernen. Der Unteroffizier gehorchte; die zurückweichende Menge bot das verwirrte Bild einer Flucht. Infolgedessen kam es zu Tumulten. Die Läden und Kaffeehäuser, sowie die Häuser wurden geschlossen und die Einwohner auf den Terrassen gaben Revolverschtissc ab. Der Marrn pflanzte sich nach den Kasernen fort, besonders nach den vereinzelten Wachposten, von denen einige Flintenschüsse abgefeuert wurden. Das Feuer wurde sofort auf die Veranlassung eines herbeigeeilten Offiziers eingestellt. Ein junger Araber, ein Bediensteter von bat Offizieren des Bersaglieriregiments, von denen er Wohltaten empfangen hatte, versetzte dem Hauptmann, der das Feuer gegen den Feind leitete, einen Dolchstich; er wurde erschossen. Gefangenentrupps kommen fortwährend, geleitet von Carabinieri; sie werden nach ben Kasernen und anderen sicheren Orten geführt. Dies machte auf die arabische und türkische Bevölkerung einen großen Eindruck. Bisher wurden 31 Todesurteile verhängt, die sofort vollstreckt wurden. Sie betrafen Araber, die mit der Waffe in ber Hand gegen die Italiener überrascht wurden.
Gestern erfunbeteii Flugzeuge in dem Gelände vor ber Front ber Italiener, an der Karawanenstraße Tripolis—Gefr Garian entlang, ein ausgedehntes Lager ber Türken und Araber. Tagsüber wurden an mehreren Orten Gruppen von Arabern Und Türken verschiedener Stärke gesehen, indessen ist kein Angriff erfolgt.
Das 8. Bersaglieriregiment, das Homs besetzt hält, ging gestern gegen feindliche Scharen vor, die sich vor der Front zeigten Und zwang sie nach bedeutenden Verlusten, sich nach Marghele zurückzuziehen. Die in Tripolis vorgenommenen Verhaftungen belaufen sich ungefähr auf 2000.
Eine Krisis in Konstantinopel.
Berlin, 26. Okt. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Bukarest: Nach hier eingetroffenen Meldungen ist die Lage in Konstantinopel äußerst e r n st. Man erwartet hoch bedeutende Ereignisse. Das Regim der Jungtürken sei sehr gefährdet. Oeffentlich spricht man von der Notwendigkeit der Absetzung des Sultans.
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