Ausgabe 
23.8.1911 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen -er Station Netz«.

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Müller'sche Badeanstalt.

Wass erwärme der Lahn am 23. Slug «ft: 17° k.

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Man kann auch nicht erfahren, bis wann der Betrieb aus­genommen wird, auf einzelnen Stationen ist durch Aushang mbestimmte Zeit angegeben. Für manche Geschäftsreisenden, )ie sich ihre Tour unter Mitbenutzung der Triebwagen nach Dem Fahrplan zusammcngestellt haben, ergibt sich auf den betr. Stationen eine Enttäuschung und Zeitverlust; wir -vollen hoffen, daß der vielbesprochene Triebwagenverkehr mit dem Winterfahrplan wirklich in Kraft tritt. Die Elektrizitätsanlagen am Hunger Bahnhof sind schon lange betriebsfertig.

Kreis Lauterbach.

~ Stockhausen, 22. Ang. Seit Jahren macht sich in unserer Gemeinde infolge des zahlreichen Viehstandes und der ungenügenden Anzahl Brunnen ein großer Mangel an Trinkwasser geltend. Durch die Trockenheit wurde die Beschaffung des nötigen Wassers in diesem Jahre gerade zur Kalamität. Der Gemeinderat hat sich nun entschlossen, nach­dem frühere Verhandlungen gescheitert waren, eine Wasser­leitung zu bauen. Die Schürfungen nach Trinkwafser sollen alsbald begonnen werden und es sind einige Quellen aus dem Grundstück des Heinrich Schrimpf III. hier dazu aus- ersehen.

Kreis Schotten.

Lardenbach, 22. Aug. Das Gruppenwasser­werk für Klein-Eichen und Lardenbach geht seiner Vollendung entgegen, Hochbehälter und Rohrstrang sind nahezu vollendet. Die gefaßten Quellen liefern täglich über 200 Kubikmeter Wasser, während beide Orte nur etwa 60 Kubikmeter benötigen.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 22. Aug. Der älteste Seminarlehrer .Hessens, Musikdirektor Schmidt, feiert im November d. I. sein öOjähriges Lehreriubiläum und damit zu­gleich sein öOjähriges Jubiläum an derselben Anstalt. Am 4. Pfingstfeiertag beging er mit seinen noch lebenden Klassen­brüdern den 50jährigen Abgangstag vom hiesigen Seminar. Seit Ostern 1859 weilt er ununterbrochen in unserer Stadt.

x Aus dem Kreise Friedberg, 22. Aug. In Nied er-Rosb ach kam der in Ober-Nosbach wohnhafte H. Falk an der Dreschmaschine unter die Presse. Der Kopf war zerquetscht, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Maul- und Klauenseuche ist nun auch in .©.riebe! in zwei Hofreiten ausgebrochen.

x Bad-Nauheim, 22. Aug. Ein Kellerbrand entstand heute nachmittag auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in dem HausDerminu s", Ecke Park- und Kurstraße, und nahm rasch an Ausdehnung zu. Die Feuerwehr war bald zur Stelle: aber es war ihr nicht sofort möglich, an den Herd des Brandes zu gelangen, da die starke Rauch­bildung ein Betreten der Aellerraume nicht zuließ. Der Keller wurde deshalb von oben aus durch die K^llerfenster unter Wasser gesetzt. Was den Brand wohl verursachte, waren alte Wintervorräte in Kohlen und Holz. Im Haus, wo sich Restaurationsräume und Verkaufsladen befinden, die schon teilweise ausgeräumt hatten, wurde kein weiterer Schaden angerichtet. Das hiesige Postamt, das im Sommer mit stark vermehrtem Personal arbeitet, sendet von jetzt ab wöchentlich wieder Beamte zurück, auch ein Zeichen dafür, daß wir uns bereits in der abwärts gehenden Hälfte der Saison befinden. Die Postunterbeamten, die zur Hochsaison hier ein stattliches Heer bilden, gaben sich daher schon am Sonntag ihren üblichen A b s ch i e d s b a l l. Gellern abend sowohl, wie auch heute nachmittag hatten wir über unserer Stadt ftprfe Gewitter; sie waren aber trocken und brachten den ersehnten Regen Glicht. Dagegen soll es in benach­barten Orten der Wetterau recht kräftig geregnet haben.

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Auf dem Briesenslock ist ein Herr Z a ch m a u n aus Burgsdor in eine Gletscherspalte abgestürzt. Sein Leichnam ist geborgen. Aus demMönch" ist der bayrische Gymnasiallehrer Buche

Es starben au: Zusammen:

im Wochenbett Brechdurchfall Blutvergiftung Mittelohreiterung Krebs Schlagfluß Gehirnentzündung Rippenfellentzündung Blutung der Bauch­speicheldrüse

SumnraS 11 (5) 6 (3) I 4(2)

Anm.: x'te ui iuuH.mctn gc,eo. t Ziffern geben an, wie viel der Todeswlle ui der betreuenden ^eunheil aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Nicht nur unsere Feuerwehr alber Genügt den Ansprüchen der Jetztzeit nicht mehr, auch auf nnbeixm Gebieten sieht cs hier recht traurig au*, lediglich einige Tatsachen sollen konstatiert werden.

1 Ter Durchgangsverkehr von Franksiirt nach Kassel wird in der Nord-Anlage zur Marburger Straße hm vollständig ge­sperrt, nirgends eine rechtzeitige Warnungstafel angebracht. Halb- eitige Sperrung hätte auch genügt, wäre weniger kleinstädtisch und hätte die Feuerwehr auf ihrem Wege zum Brandplatz nichu^

2 Wer durch die Moltkestraße nach dem Schiffenberger Weg fahren will, findet diesen gesperrt, gleichzeitig sind die drei nächst­liegenden Umwege auf dem Ludwigsplatz gesperrt (wie lange schon") und erst durch Löberstraße, Bismarck,traße kann man sein Ziel' erreichen. Diese gleichzeitige .Sperrung ist eine fchwere

Vermischtes.

* Selbsttätige Feuermelder. Selbsttätige Feuer­melder sind Apparate, die unabhängig von Menschenhand ein entstehendes Feuer baldmöglichst anzeigen. Das Prinzip dieser Melder beruht auf der Einwirkung der bei, einem ijeuer ent­stehenden Wärme, die sich der Luft bcr, nächsten Umgebung mit­teilt. Von den verschiedenen Arten solcher Temperaturmelber seien nur der Schöppe'sche und der Siemens-Melder erwähnt. Tie Wirkung des ersteren beruht auf der Ausdehnung eines federnden Metallstreifens, der für verschiedene Wärmegrade ein­gestellt werden kann. Seme Ausdehnung erfolgt in einem be­stimmten Verhältnis der auf ihn einwirkenden Wärme. Es gibt Melder für Ruhestrom, die am häufigsten Verwendung finden. Bei bieten durchfließt der elektrische Strom unausgeietzt das ge- amte Leitungsnetz. Die Verbindung zwischen Leilungsdraht und Meldern wird durch einen Metallstreifen hergestellt. Unter dem Einfluß der Wärme dehnt sich der etwas gebogene Streifen in der Richtung der Biegung aus, wodurch er sich von dem Kontakt der Leitung entfernt, so daß diese stromlos wird. Bei dem Siemens-Melber wird die Unterbrechung des Stromkreises durch bas Platzen der Glaskugeln eines Thermometers bewirkt, die nut einer sich leicht ausdehnenden Flüssigkeit, z. B. Wemgeift, ge­füllt ist. Durch die Glaskugeln werden zwei Febern zusammen­gepreßt, die mit der Leitung verbunden sind. Platzt die Kugel durch den unter der Wärmeeinwirkung bei Llusbruch eines Feuers sich ausdehnenden Weingeist, so entfernen sich die beiden Federn voneinander, wodurch die Leitung stromlos wird. Dies bewirkt das Fallen der dazugehörigen Klappe, die den Ort des Brandes unter Ertönen von Glockensignalen anzeigt. Gleichzeitig wird dadurch der Hauptfeuermelder in Betrieb gesetzt, der den Alarm zur nächsten Feuerwache weitergibt.

Starkenburg unö Riwurliessen«

Hk. Darmstadt, 22. Aug. Die verstorbene Privatin Ferdinande Zöller hat in ihrem Testament der hiesigen Technischen Hochschule zur Erhöhung der bereits bestehenden Heinrich- und Helene-Keller-Stiftung" den Betrag von 5000 Mk. vermacht. Eine weitere sehr bedeutende Stiftung wurde der Technischen Hochschule zuteil durch den Geheimen Kommerzienrat Dr.-Jng. Karl Henschel in Kassel. Dieser hat der Technischen Hochschule zur Erinnerung an seine in Darmstadt verbrachte Studienzeit ein Kapital von 50 000 Mark zur Verfügung gestellt zur Gründung einer StiftungKarl-Henschel-Stistung", deren jährliche Zinsen zur Förderung technisch-wissenschaftlicher Unter­suchungen auf dem Gebiete des Maschinenbaues verwendet werden sollen. Ferner hat die Firma F. H. Bauning L S e y b o l d, Maschinenbau-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Düren, der Technischen Hochschule eine voll­ständige betriebsfähige Versuchs-Papiermaschine im Werte von etwa 26 000 Mark zur Verfügung gestellt. Weiter hat der Generaldirektion der Deutschen Waffen- und Munitions- sabriken, A.-G., Berlin-Karlsruhe, Geh Baurat Tr.-Jng. Paul v. Gontard, der Technischen Hochschule einen Betrag von 23 000 Mk. überwiesen zur Erbauung einer Halle für die kriegstechnische Sammlung.

w. Worms, 22. Aug. Ans eigenartige Weise ums Leben gekommen ist hier der Laternenanzünder

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x Bad-Nauheim, 21. Aug. Stadtverord­nete n s i tz u n g. Eine Sitzung der Stadtverordneten fand heute nachmittag statt. II. a. wurde mitgeteilt, daß die Feldbereinigung soweit beendet ist, so daß die Ueber- gabe im Herbst 1912 erfolgen könne. Es wurde in dieser Sache beschlossen, bis zu diesem Termin alle Pachtverträge über städtische Grundstücke zu kündigen. Sodann wurde die Verlegung einer Wasserleitung durch den Staat durch die Usa von den Stadtverordneten genehmigt. Im An­schluß an diesen Punkt der Tagesordnung kam es ^zu einer lebhaften Aussprache durch eine Anfrage über die Grup- penwafferleitung. Es war nämlich während der großen Hitze einige Zeit nicht das vertragsmäßige Quantum von 1500 Kbm. jeden Tag geliefert worden. Es konnte mit- geteilt werden, daß die Lauterer Quellen trotz der anhalten­den Trockenheit nach wie vor die tägliche Wassermenge liefern und nicht nachgelassen haben. Es wurde aber in einigen angeschlossenen Orten bedeutend mehr Wasser ver­braucht- als ihnen zuram. Infolgedessen hat Bad-Nauheim einige Tage 3400 Kbm. weniger erhalten. Es wurde beantragt, den § 2 des Vertrags zu revidieren. Bemerkt sei übrigens an dieser Stelle, daß Bad-Nauheim bis jetzt noch nicht im geringsten über Wassermangel zu klagen hatte. Staatliches und städtisches Wasserwerk, welch letzteres sich in der glücklichen Lage befindet, noch über den Bedar hinaus Wasser zu liefern, funttionierten bis jetzt in aus­gezeichneter Werse und haben die diesjährige ztrastprobe vollauf bestanden. Das ehemalige K o h l e n s ä u r e w e r k, das jetzt städtisches Eigentum ist, soll zu einer Auto-Garage eingerichtet und für 3000 Mark jährlich verpachtet werden. Diese Summe ist bereits geboten worden. Beschlossen wurde, erst einen Voranschlag ausarbeiten zu lassen.

Höchste Temperatur am Niedrigste ,

Jung. Beim Reinigen einer Laterne wurde er, während er aus der Leiter stand, von einem Radfahrer angerannt, so daß er ab stürzte und bewußtlos liegen blieb. Er ftorb, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Rad­fahrer wurde wegen fahrlässiger TÄtung verhaftet.

Wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

= Lich, 22. Aug. Der V. H. C, Zw e igv e r e r n L i ch, führte unter starker Beteiligung am Sonntag seine fünft e W an­der u n g nach dem nördlichen Taunus aus. Bis Ostheim wurde die Eisenbahn benutzt und von da ging die Wanderung, unter Führung des Lehrers H. Ostwald aus Bab-Nauheirn, nach dem Forsthaus Hubertus. Nach kurzer Rast und Früchtückspause führte der Weg über Ziegenberg nach dem Forsthaus Winterstein, wo wieder Rast zur Erfrischung gehalten wurde. Von hier ging die Wanderung über den Johannisberg nach dem Endziel Bab- Nanheim, woselbst die 40 Wanderer gegen 6 Uhr nachmittags wohlbehalten ankamen. Außerdem waren verschiedene Mitglieder mit der Bahn nach Nauheim gefahren.

* Sonnenschein auf Flaschen gezogen. In Neuyork wurden zwei ganz abgefeimte Gauner verhaftet, die an leichtgläubige Amerikaner schwindelhafte Anteilscheine an einer Gesellschaft verkauften, die organisiert war, um auf Flaschen ge­zogenen Sonnenschein auszubeuten. Man behauptet, daß die Schwindler mit Hilfe dieses neuen Tricks etwa 4 Millionen Mark gemacht haben. In geschickter Weise wußten sie darzustellen, auf welche Art es ihnen möglich sei, die Sonne einzufangen, die von den Soimenstrahlen gewonnene elektrische Energie aut» zuspeichern und später zu verwerten. lieber 200 Agenten waren ür sie im ganzen Lande tätig. Wie die Anklage sagt, bildeten die beiden Gauner dieSun Electric Gennartor Company" und sre ver­kauften Shares für jeden nur annehmbaren Preis von 20 Mk. aut» wärts bis zu 50 Mark. Tausende von Leuten gaben ihr Geld her und sogenannteKraftanlagen" wurden in Neuyork, Phila­delphia, Baltimore und anbereu Großstädten angelegt. Sie be- tanben aus einer Reihe von Spiegeln, die auf dem Dache eines Hauses aufgestellt waren und durch Drähte mit Töpfen in Ver­bindung standen, die wiederum durch einen Draht Verbindung mit Gaslicht hatten. An sonnigen Tagen wurden nun einige Interessenten aufs Dach geschleppt, der Apparat wurde emgo chattet und das Gaslicht begann zu brennen. Tie Leichtgläubigen waren von dem Erfolg derartiger Anlagen bombenfest überzeugt uni) die Gauner sagten ihnen natürlich nicht, daß die Gaslampen durch elektrische Drähte mit einer Batterie in Verbindung standen.

** Auswanderer. Bei ihren Bemühungen, Anneblcr ür die von der Eisenbahn durchzogenen Gegenden im Westen von Kanada heranzuziehen, geht die Verwaltung der kanadischen Paeifie-Bahn schon seit längerer Zeit soweit, daß sie den Einwan­derern Landgüter fix und fertig zur Verfügung stellt. Diese Maßnahme hat soviel Anklang gefunden, daß jetzt die Bewer­bungen um derartige Landgüter schneller eingehen, als die Eisen­bahnverwaltung die Güter abgrenzen, vorrichten und nut ben nötigen Baulichkeiten versehen kann. Deshalb hat, dieses Vor­gehen der kanadischen Paeifie-Bahn auch in Südafrika und tn Australien Nachahmung gefunden. In Australien haben diese Güter eine Größe von 40 bis 50 Hektar, wovon etwa vier Hektar für Baumwollpflanzungen vorgerichtet find. Außerdem wird ein Haus gebaut und ein Brunnen gegraben, sowie soviel wie nötig von dem Gut eingezäunt. Die Eisenbahnverwaltung liefert endlich den Ansiedlern eine Kuh und einiges Geflügel sowie genügenden Samen zur Aussaat für das erste Jahr. Die Kosten für die Güter sind in zehn jährlichen Raten zu erstatten.

Kieme «iageschrontt.

Bei einer großen Schlägerei unter den Bergleuten in Hörde wurden die beiden Brüder Bohn mit einem Beil furcht­bar zngerichtet. Dem einen wurde die Nase abgeschlagen uno ein Arm fast volllstänbig abgetrennt, so daß er sofort starb. Ter anbeie schwebt in Lebensgefahr.

Zum Besuche der Hygiene-Ausstellmtg in Dresden trafen sechs Mitglieder der französischen Deputiertenkammer mit dem Vorsitzenden des Hygieneausschusses von Paris ein.

Die Münchener Baufirma. Heilmaun L Littmann hat an­läßlich ihres 40jährigen Bestehens für ihre Arbeiter 40 000 Mark gestiftet.

. In Grevesmühlen hat der verstorbene Senator, Rechtsanwald Jhlefeld, 400000 Mark zum Schaden Keiner Leute u n t c r f d) I a g e ft

Beim Baden im g a n e r > e e ist gestern der beutfd)c Tourist Leonarb aus Barmen ertrunken.

abgestürzt. Er war sofort tot.

Bei ben Manövern bes 14. österreichischen Korps^ im Am- pezzo-Tal tarn es zwilchen Soldaten des 36. Infanterie- Regiments, vorwiegend Tschechen, und Soldaten be5_ 14. Infan­terie-Regiments, bas hauptsächlich aus Deutschen besteht, in den Wirtshäusern zu Raufereien. Der Kampf würbe auf bem Manvverfelde fortgesetzt. Aus den Reihen deS 36. Regiments fielen etwa 14 scharfe Schüsse. Eine Untersuchung ist ein­geleitet.

In der Maltby-Kohlengrube (Grafschaft Bork) wurden nach einer Meldung aus London infolge einer schweren Explosion mehrere Arbeiter in der Grube cingeschlossen. Bisher sind drei von ihnen tot aufgefunben.

In Grand Jorks (North Dakota) wütete am Montag ein Tornado. Acht Personen sind umgekommen, 40 wurden verletzt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt al Lei uiuei uuici Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Revattton deut Publtlum gegenüber [einerlei Verantwortung.)

Gießen, 23. August. Zustände in Gießen!

Ter letzte Brand in der Marburger Straße hat wiederum zu Aussetzungen an der Bereitschaft unserer Feuerwehr Veranlas­sung gegeben, die eine Reorganisation unbedingt zur Folge haben müssen. I

Verkehrsbchinderung. . . , ,

3 Im Frühjahr wurde ein Geländer in der Altcestraße ab­gemessen und in Auftrag gegeben, zwei Drittel wurden vor 14 Tagen fertiggestellt, bann ruht die Arbeit über 10 Tage.

4 An den dort neu gepflanzten Akazien werden kleine Brüstun­gen angelegt, sie alle werden recht geschmackvoll aulgebaut, nur eine, die von Gebüsch nicht umkleidet ist, fallt Kbem ui die Augen, weil sie vollständig sieiftehend aus alten, halb be­dauerten, zum Teil senkrecht eingegrabenen Trottoireinfanungen höchst originell!!" hergestellt ist. .

5 Nach Fertigstellung bes Geländers wird bas alte Holz- geländev abgebrochen, an die Böschung geworfen, babet die An­lagen beschäbiat, was zufällig nicht in die Wicieck rollt und fortschwimmt, bleibt Tage lang, auch über Sonntag, zur Bcr- zierung dort liegen. _ , ,

6 Ein nachts von bcr Brücke Bahnhofstraße in bie Wteseck geworfener Korbkinderwagen (!!!) gibt tagelang jeden Morgen den aus der Schule kommenden Buben Veranlaslung, nach lieber« teigung des Geländers unter bcr Brücke und in ber seichten Wieseck ihren Tummelplatz aufzuschlagen, von der Brücke wird mit Backsteinen geworfen, kein Aufsichtsorgan kümmert sich, ob­wohl darum gebeten wurde, um diese wie auch andere unan- tändige (Gewohnheiten der Kinder, die man dort fast täglich beobachten kann. Ter Wagen ist weggeräumt! Er lagert jetzt, wie sonstiger Unrat, unter der Brücke.

7. Zur Reinigung von ca. 100 m Wieseckgrund was Reinigung dort heißt, kann man daran erkennen, daß ein Erfolg der Arbeit nach 4 Wochen bereits unerkennbar ist und dieselbe darum 45 Mal bereits in diesem Sommer wieder nötig wurde brauchen 4 kräftige, im Wasser watende Männer einen ganzen Tag.

8. Ter wie seit Jahren nicht langandauernde tiefe Wasser­stand ber Wieseck wird zu einer gründlichen Reinigung, trotz zahlreicher Beschwerden der Anwohner über schlechten Geruch des Wassers, nicht ausgenutzt. Eine Reinigung wäre dringend not­wendig, denn trotz Kanalisation fließt sicher unerlaubter Weise noch zahlreiches Abwasser in den Bach, so daß er tagelang wie mit Teer beschüttet glänzt. Es bleiben Gerümpel, Steine, alte Eimer und Schuhe liegen, wo sie liegen, die ausgerupften Algenhaufen ruhen an ber Böschung zum Verdorren ober Ver­faulen, bie zahlreichen Ratten werden nicht gestört.

Eine gründliche Reinigung durch Wegschaufeln des Grundes und Befestigung der Ufer würde zum Ziel führen, das sieht man nahe der Brücke, wo man einmal derart gearbeitet hat.

9. In ber Bahnhofstraße neben bem Hause Nr. 27 liegt ein scheinbar von der Nachbarschaft als Abladeplatz benutzter, von Schmutz starrender unhygienischer Bauplatz, jedermanns Blick zugänglich, um dessen Reinigung sich niemand kümmert.

Fehlt es da nur am Geld, oder haben solche Uebelftänbe viel­leicht auch andere Gründe?

Märkte.

le. Frankfurt a. M., 22. Aug. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 13 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.505,00 AU. Stroh (Kornlangstroh) 0.000.00 Alk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft langsam. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dem Kreise Dieburg.

le. Frankfurt a. M., 21. Aug. (Orig.-Telegr. des r(SieB. Anzeigers".) M a r t o f f c I m a r £ t. Man notierte: Kartoffeln (neue) m Waggons Alk. 8.509.50, im Kleinhandel Alk. 10.0011.00 für je 100 Kg.

Mchentl. Iledersicht derTodersäüetTd. Stadt Sietzen.

32. Woche. Vom 6. bis 12. August 191L Einwohnerzahl: angenommen zu 31,300 linkt. 1600 Mann Militär).

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