Nr. 143
Erscheint kögllch mit Ausnahme des Sonntags.
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Preußen. .
Bayern . . Sachje» . . Wiirtlemberg Baden . . Hessen .
ehe zu iie sich „SEIFIX- neeweiß 'ing'sten. ‘zeugt.
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Tie amtliche Verösieatlichung neuer Handelsverträge.
Anläßlich des Abschlusses des neuen deutsch-schwedischen Handelsvertrages hat der Han del s vertrag sverern dem Herrn Reichskanzler in einer Eingabe verschiedene Anregungen unterbreitet. Ter Verein erachtet es als unzu- reichend, daß sich die amtliche Veröffentlichung eines neuen Handelsvertrages stets nur beschränkt auf den Wortlaut des Vertragstextes und der Vertragstarife unter Hinzu ügung einM mehr oder weniger ausführlichen offiziellen Begründung Er schreibt:
„Wenn man )ich über die wirtschaftliche Bedeutung des Vertrages im ganzen oder über bestimmte Einzelheiten ein Urteil bilden will, so ist es unerläßlich, daß sowohl der neue ^ertragstext mit dem Wortlaut des bisher gelten-
Die „Gießener $ami!ieahl8tter* werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, dar „Areisblatt ffir den Kreis «lehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul« srraße 7. Eroeditwn und Verlag: 5L
Redakliom^HA 112. Tet-AdruAuzelgerLießen.
229,3
120,6
67,2
79,4
37,8
den Kopf
aus den Kops Alk.
25,9
33,2
24/3
27,5
36,8
29,1
Die Zeuerbestattungbvorlage im Herrenhaus.
Berlin, 20. Juni.
Eine iait fünfstündige allgemeine Aussprache widmete heute das L'aus der preußischen Granden der F c u c r 5 e ft 21 l u uqS- Vorlage. Ein stellenweise recht heitre Knnp- her Geister/ zweifellos auch mit bemertenswerten Höhepunkten. Aber rm
politische Tagesschau.
Ti-^Kostcn dcr Staatsverwaltung
in den einzelnen deutschen Bundesstaaten sind von recht verschiedener Höhe. Vergleicht man die sechs bedeutend fte» Bundesstaaten Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen miteinander, so scheint die Staatsverwaltung am tostsvieligsten in Baden z,l sein. Nach den Voranschlägen für 1910 «teilt -sich nämlich der Bedarf für die Staatsverwaltung im engeren Sinne, d. i. der Aus-
Mittwoch, 2b Juni WU
Rotationsdruck und Verlag der Vrüblfchea UniversuätS - Buck- und Kleindruckerei.
9L Lange. Gießen.
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bei Wetzlar tabel eiBKerkkte Joseph Kreie, ÄÄ1 io an HvldwotddÄ» Müil. ftreie- Von hmnierWvtmnug B
der Bevölkerung schwantt hiernach zwischen 24,9 Ml. «.Sachsen und 36,8 Ml. (Baden'. Tas ist ein sehr bedeutender Unterschied in Baden
trag eingetretenen ^ollermaßigungen von bloßen 3ollbtn* düngen, sowie die durch den Vertrag neu gemachten Konzes- sioneii von solchen unterschieden werden, welche dem Vertragsstaat ohnehin traft Meistbegünstigung Zufällen, cutt- lich die Vertragsvositioncn der beiden Zolltarife mit den entsprechenden jtficrii der Außenhandel' 2tatiftif verglichen werden. Tann erst würde eine sachgemäße Beurteilung des Vertragsentwurfs möglich sein.
Dieses Material haben die amtlichen Stellen geordnet und übersichtlich in Händen Es wäre daher nur eine geringe Mehrbelastung für sie, es bei der Verössentlichung des Vertrages in angemessener Weise zu verwerten, wie das bereits in gewissem, ober unzureichenden Umfange geschieht. Solche Unterlagen bedürfen aber dringend all die zahlreichen Personen, die genötigt sind, sich alsbald nach Veröffentlichung eines neuen Handelsvertrages ein Urteil über ihn zu bilden und eventuell öffentlich Stellung dazu zu nehmen, - ivie Parlamentarier, volkswirtschaftliche Beamte, Journalisten der Tages und Fachpresse, vor allem die am Geschäftsverkehr mit dem betreffenden Lande beteiligten Finnen. Jedenfalls entsteht jetzt für diese mreife eine unnötig große ^Arbeitsbelastung, wenn sie sich ein einigermaßen zutreffendes Urteil ft bei den Vertrag bilden wollen. Und auch das ist trop aller Mühe nicht immer möglich."
Tie Vorschläge des Handelsvertragsvereins, die darauf abzielen, diesem Uebelstande abzuhelfen, dürften wohl die Zustinimuug aller streife ftnden, die sich mit zoll und handelspolitischen Fragen zu befassen haben.
nicht durchsichtige, in ihren Folgen nicht ;u übersehende Bewegungen ausgeschlossen werd»:: Es sei sehr bedauerlich, wenn man eine Trennung gerade durch die wichtigsten Wc biete hindurchlegen wollte „Im nationalen Interesse ist eine weitgel ende Tifierenzierung der preußischen Gmnnasien von den deutschen Gymnasien außerhalb Preußens sorg faltig zu vermeiden'
3um Schluß möchten wir noch eins hervorheben Auch bei dieser Gelegenheit tritt deutlich hervor, ein wie schwerer Mißstand es in, daß Preußen nicht wie andere deutsche Bundesstaaten ein Unter: iciu sgesctz beicht. Es widerspricht doch dem modernen Bewußtsein und Empfinden durchaus, daß in einem großen Staate die wichtigsten Bildungs und Miilturfraflcn lediglich im Verordnung) und Berwaitungs- wege, ohne Mitwirkung der gesetzgebenden .Körperschaften, entschieden iverden iönnen. Wir denken darum nicht gering von dem guten Willen und der Leiftungsfähigkeil unserer Regierung, aber sie ift durch manche Ruasichten gebunden, für sie ist die Ausgabe zu groß und verantwortlich. An gelegenheiten von so tveilgreiseuder Bedeutung wie eine Umgestaltung des Schulwesens gehören vor das Forum des ganzen Volkes. Ein großer Kreis von Berufenen und Sachverständigen, der nicht einseitig und willkürlich, sondern unter Berücksichtigung aller Richtungen zusammengesetzt ist, muß in Gemeinschaft mit der Staatsleitung bestimmen, wie die Bildungsbedürfnisse der Zeit zu befriedigen sind. So nur wird Gewähr gegeben, daß Zustände geschaffen werden, die längere Tauer verheißen.
Tas Gymnasium hat in den letzten drei Jahrzehnten drei „Reformen" durchgemacht. Es hat allen Anspruch da raus, nun einmal in Ruhe gelassen zu werden. Mit Recht warnte neulich der Abgeordnete Siebert vor dem zu vielen „Experimentieren". „Wenn irgend eine öffentliche Einrich tung Ruhe nötig hat zur Sammluiig und zur geordneten stillen und regelmäßigen Arbeit, dann sind es tue Schulen."
Uns scheint, dieser so wünschenswerte Beharrungszu- stand wird erst bann eintrcien, wenn unser ganzes -äkml wesen auf gesetzliche Grundlagen gestellt und dadurch vor Ueberraschungen gesichert ist.
Var „englische" Gymnasium.
Von sehr geschanur Seile werden wir um Abdruck o.es nachstehenden Artikels der „Boss. Stg." gebeten, der fid) gegen die angeblich beabsichtigt' wahlweise In- lauung ocr englischen an Stelle der griechischen Sprache ui den preumimen Glunnasien beschä'ligt.
Während der Pftng'twoche haben mehrere Beniner Leitungen Artikel gebracht, die die Berufung einer Schn Ikon- irren*, ms bevvineliend bezeichneten Man beabsichtige, um die schiller zu entlasten, den altsprachlichen Unterricht 51t verkürzen, namentlich das Griechische gan > oder teilweise zu beseitigen. Rach den diesjährigen Verhandlilngen des Landtages nber den Kultusetat, bei denen die Regierung und alle Letten des >?auses große Jufriebenhfit mit der ciiüinrfelnng und dem jetzigen Zustande des hHeren Schulwesens an den Tag legten und zuglelcli stark betonten, daß maii am huinaniftischen Gyninatium festhaltkn wolle, kommt diese .stunde höchst überraschend, fast wie ein Tonnen fd)fag aus heiterem Himmel. Soeben hat nun die „Post" etn Temeuli gebracht: sie habe im Kultusministerium erfahren, die „Angaben entsprächen den Tatsachen" nicht. Wir sind gleichwohl geneigt, jene Nachricht für nicht ganz unbegründet zu halten, schließen aber aus dem Dementi, daß wenigstens für die allernächste Zeit keine allgemeine Resorm- to uferen 5 zu er matt en ist. Tic „Post" rät von weiterer Verbreitung des Gerüchtes ab, um nicht die „Oesfentlichkcit zu beunruhigen". Unseres Erachtens mürbe eine noch stärkere Beunruhigung der Leffentlichkeit eintreten, wenn sie uuf einmal vor vollendete Tat lachen gestellt würde, ohne eint .stcniitnis davon bekommen zu haben, daß sich etwas Ten artiges uorbcrcile. Ta einmal das „englische" Gymnasium Gegenstand der Besprechung in der Presse geworden ist, so möchten auch wir unsere Bedenken dagegen nicht verschweigen.
Das Wort ist nicht neu; es ist auf der Junikonserenz 191)0 geprägt worden, und zwar von einem der Regierungs- Vertreter. Tamals stand es, wie bekannt, auf des Messers Schneide, daß das Griechische wahlfrei würde. Und Männer wie Harnack, v. Wilamowitz, stofer, .stropatscheck, Jäger, Albrecht u. a. mußten ihr ganzes Ansehen und ihre ganze Beredsamkeit aufbieten, um ihm den verbindlichen Eharakler zu erhalten und damit das Gymnasium zu retten. Denn das trat schließlich mit greifbarer Teutlichleit allen vor Vlugcn, daß es sich um nichts weniger als die Existenz deS Gymnasiums handle, v. Wilamowitz gab damals das Votum ab: „Es erscheint ausgeschlossen, anstelle des Griechischen das Englische wahlfrei zuzulassen, weil es das Gymnaiiiiin zerstören würde." Und in der Diskussion nannte er den Vorschlag eine „Ungeheuerlichkeit", es sei ihm gewesen, als käme jemand und wollte ihm ein paar Ohrfeigen geben Harnack erklärte gleichfalls, wenn beirt Griechischen ber obli gatorische Eharaktcr entzogen würde, so bedeute das die Sprengung des Gymnasiums überhaupt. „Werden in denselben oberen Massen solche unterrichtet, die Griechisch treiben und nicht treiben, so ist das Griechische tatsächlich ausgestoßen. Tenn wenn der Lehrer im Lateinischen, im Deutschen und im Geschichtsunterricht griechische .stenntnifse nicht mehr vorausfetzen kann und darf, so ist das zusammengestürzt, was das Wesentliche des alten Gymnasiums ist, nämlich Latein, Griechisch und Deutsch als Sprache, als Literatur und als stnltur sich gegenseitig bc leuchten zu lassen und den inneren Gang der Geschichte als Geschichte des Geistes von hier aus und an seinen Quellen kennen zu lernen. Tas Griechische für wahlfrei erklären, heißt da: humanistische Gymnasium abschaffen und eine andere Lehranstalt an die Stelle setzen. Es ist eine Täuschung, zu meinen, durch Lateiu, Teutjch und Geschichte den Eharakter der klassischen Bildung bewahren zu können. So wie jene drei Fächer in den oberen Klassen des Gymnasiums behandelt worden sind und behandelt werden müssen, haben sie das Griechische - nicht nur den „Geist", sondern die Sprache — zur Voraussetzung."
Darum ist es auch sehr begreiflich, daß die Nachricht — die wie gesagt nicht ganz aus der Luft gegriffen sein wird —, es bereite sich wieder ein Ansturm auf das Griechische vor, alle Freunde des Gymnasiums, die weit zahlreicher sind als gemeinhin geglaubt wird, m die lebhafteste Aufregung und Besorgnis versetzt. Gehört doch das Griechische, gerade seitdem durch die neuen Lehrpläne ihm die Bahn freigemacht ist, zu den erfreulichstcu Unterrichtsfächern, das vom Lehrer am meisten begehrt wird und auch auf den' Schüler bei einigermaßen vernünftigem Betriebe starken Eindruck zu machen geeignet ist. Viele der tüchtigsten und einflußreichsten Lehrer wurden um den besten und schönsten Teil ihrer Wirksamkeit gebracht sein und ihre Freudigkeit verlieren, wenn dem Gymnasium das Griechische genommen würde.
Stofer hat auf der Junikonferenz 1900 darauf hinge- lviesen, baß Wilhelm 0. Humboldt nicht bloß zur ästhetischen Erziehung des damaligen Geschlechts das Gymnasium gegründet habe, sondern vor allem aus politischen und nationalen Gründen, um der „Gemeinheit des Zeitgeistes" ein Gegengewicht zu verschaffen. Seit einem Jahrhundert hat das Gymnasium in diesem Sinne gewirkt. Es wäre eine schlimme Jubiläumsgabe, wenn man die Sck)öpfung Wilhelm 0. Humboldts und der Seinen jetzt so schwer verstümmeln wollte.
Tie Gymnasialfrage hat doch auch heute eine starke politische Seite. Wenn Preußen mit der Abschaffung des Griechischen voranginge, würden ihm die anderen Buiides- staaten, zumal die großen süddeutschen, folgen? Wohl schwerlich, wenn man bedenkt, welche dominierende Stellung und welches festgegründete Ansehen das alte Gym nasulm in Bayern, Lachsen, Württemberg, Baden hat. Tann würde aber auf dem Gebiete des höheren Schulwesens sich eine Kluft auftun, die nicht leicht überbrückt werden könnte. Es würde Anlaß zu allerlei Mißstimmung und Erbitterung gegeben, eine „geistige Mainlinie" geschaffen und dem Partikularismus neue Nahrung geboten werden. Tavor hat schon der Vertreter von Elsaß Lothringen aus der letzten Schultonferenz, Geheimrat Albrecht, gewarnt. Er meint, Preußen könne die ihm gebührende Führung in den Schul fragen nur dann wahren, wenn plötzliche, in ihren Gründen
lommen auf den Mop) fast 50 Proz. mehr an Staatsverwal tungslosten als in Sachsen. So find zum Beispiel die Ausgaben für die Jinanzverwaltung ihrem absoluten Bc trage nach in Baden genau ebenso hoch als in Sachsen, trotz dem Sachsen eine weit mehr als doppelt so große Be- uöKcrung hat als Baden. Tie Ausgaben für die innere Verwaltung betragen in Sachfen 33,4 Mill. Mk., in Baden 29,4 Mill. Mk., die für Kultus, Wissenschaft, Schule usw. in Sachsen 33,8 Mill. Mk., in Baden 20 Mill. Mk. Für die innere Verwaltung hat Baden fast 10 Mill. Mk. mehr Aufwendungen als das Königreich Württemberg.
Wenn die Voranschlagszru.ien Der verschiedenen Bundes- taaten auch nicht gen&u vergleichbar sind, so können sie >och als Unterlage für einen allgemeinen, rohen Vergleich dienen. Es ergebe», sich natürlich noch viel größere Unter chiede in der Mopiquote, wenn man auch die kleineren Staaten zum Vergleich R)eranzieht. In den obigen Zahlen ind die Ausgaben anr die Erwerbseinkünfte, z. B. der Bedarf für die Verwaltung der Tomänen, Forsten, Bergwerke, Staatseisqpbahnen u,w. nid), enthalten. Diese Ausgaben stellen sich auf den Mopf in Preußen auf 50,1 Mk., Bayern auf 51,9 Mk., Sachsen auf 49,6 Mk., Württemberg auf 52,3 Mk., Baden auf 57,8 Mk., Hessen auf 45,8 Mk. Auch hier lveist Baden die höchste Kopfquote auf. Hessen ist mit der niedrigsten Quote vertreten. Was den Bedarf ür die Sl<M^schuld, d. l die Ausgaben für Verzinsung, Tilgung uuWkerwaltung der Staatsschuld, betrifft, so kom men auf den tropf in Preußen 9,8 Mk., Bayern 12,3 Mk., Sachsen 8,3 Mk., Württemberg 10,7 Mk., Baden 16,3 Mk., Hessen 10,9 Mk. Baden hat hier wiederum die höchste Quote. Stellt man alle vorstehend gedachten Staat Sausgaben — für die eigentliche Staatsverwaltung, für die Verwaltung der staatlichen Erwerbsanstalten, den Bedarf für die Staatsschuld zusammen, so kommen auf den Kopf in Preußen 85,8 Mk, Bayern 97,4 Mk., Sachs en 82,8 Mk., Württemberg 90,5 Mk., Baden 110,9 Mk., Hessen 84,8 Mk.
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gaben für die innere Verwaltung und für die äußeren An gelegenheiten, für Kultus, Wissenschaft, Schule usw., die Jnstizverwaltilng und für Die Finanzverwaltung, folgt:
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Aus Heften.
Tas Gemeindeumlagengeseh.
R. B. T ar in ft ad t, 20. Juu,. Der Finanzaus«!. schuß der 1. Kammer hat sich in seiner letzten Sitzung mit den Rückäilßei-unge>i der 2. Kammer über bic Gemeinde- umlagenvorlage beschäftigt. Der Berichterstatter Frhr. »ent An Herrnsheim stellt fest, daß die 2 Kammer in den gründ-, läßlichen Fragen an ihrem früheren Standpunkt festgehalten habe. Tie Gründe für dieses Festhalten erschienen indessen nicht geeignet, die Auffassung des Ausschusses von der Zweckmäßigkeit und Turchführbarkeit seiner Vorschläge zu en ichiittcrn. Bezüglich der Grundstcu cr habe der Aus- schußbericht den '.ft'achweis erbracht, daß die Besteuerung Der landwirtschastlich genutzten Grundstücke nach dem Er- tragslvert in der Wissenschaft als richtig und gerecht anerkannt worden sei und sich auch gesetzlich in den meisten Staaten Bahn gebrochen habe. Auch in Bayern sei eine starke Strömung dafür vorhanden und in Preußen sei die Turch- führborfett dieser Besteuerungsart durch den Abschluß der ersten Veraulagungsarbeiteu erwiesen worden. In Hessen könnten saft in allen Geinelndeu Durchschnittspachtprcise fcstgestellt werden und in Preußen wurden ausdrücklich zur Feststelluug der Reinerträge die Pachtpreise her an- gezogen. Betreffs der Gewerbesteuer habe die 2. Kammer deu Beschlüssen der ersten Kammer nicht zugestimmt, weil bei deren Annahme den Gemeinden zu große Steuerausfälle entstehen würden. Es müsse der gerechte A»si bau Der Steuer unter Berücksichtigung der Verhältnisse unserer Nachbarstaaten in den Vordergrund gestellt werden und evtl, eintretende Ausfälle bei dieser Steuer tonnten durch Erhöhung des Koefsizieiitetl ohne Benachteiligung der 97ur-Eintommensteuerpflichtigen wieder wettgemacht >ver- den. Da auch der von der 1. Kammer angenommene Tarif im wesentlicheti den Vorschlägeti sämtlicher hessischer Handelskammern entspreche und Abweichungen nur int Interesse des Mittelstandes und des Kleingetverbes erfolgten, jo habe für den Ausschuß keine Veranlassung vorgelegen, von den früher gefaßten Befchlüffen abzugehen. Im einzelnen beantragt der Ausschuß Zustimmung zu dem Beschluß der 2. Kammer zu Art. 3, Ziffer 4, Beharrung auf Art. 1 (Grundsteuer5 Art. 9 und 10 (Gewerbesteuer-, 18 und 21 l Lar en Haus st euer), 23 und 24 (Fi l io l steuer- und 61 (Schluß- bestimmungen) sowie Zuftimtnuug zu dem Autrage Tr. Cl'ann, wonach bis 1919 den Ständen eine Tenkschrtst über die Wirkungen des Gesetzes auf die Gemeindefinciuzeu usw. vorgelegt werden soll. Bei dem Art. 8, 14 und 39 hat der Ausschuß eine abgeänderte Fassung beantragt.
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R B. Darmstadt, 20. Juni. Ter 3. Ausschuß > er 2. Kammer hielt heute ezne Sitzung ab. Es wurden zunächst die Ausschußberichte über die Vorstellungen ber Privatange st eilten, betr. die Anfertigung von Privatarbeiten, fowie die Vorstellung von Landwrrten in Ulrich- tein, betr. die staatlichen Aufforstungen daselbst und die Vorstellung des Fabrikanten .v>einrid) Klein-Beus- )eim, betr. die Entschädigung für abgebrannte Äebäude Detlefen (über die Beschlüsse ist bereits nach der vorigen Ausschußsitzung berichtet worden). Weiter kam noch die Vorstellung des Landwirts Franz Becker in Oppenheim zur Beratung. Becker hatte Anfang Juni v. I. zwei Graslofe für 706 Mk. zu Kornfand ersteigert, das Heugras aber nicht cmemten können, da das l^anze am 18. Juni durch Hochwasser zerstört wurde. Auch seine Vor- tellung bei der Abteilung für Bauwesen war ihm die Hälfte der Summe erlassen worden; er gab aber an, daß er wegen Nichtmnvesenheit des Dammwärters, der die lieber- setzung über den Älrrhein durch 9^achen zu besorgen hat, an >er rechtzeitigen Abmöhung verhindert nmrbe. Während Abg. Tr. Winller für Erlaß der ganzen Summe ein trat, bc- chloß der "Ausschuß, es bei Rückzahlung der Hälfte des Steigerungspreises bewendem zu lassen.
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Zweites Blatt 16(. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhesfen
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den Vertrag, . wie Die Zollsätze de neuen VcrtragStarifs mit Den In -!. r geltenden Veruoa .ölten und außerdem mit der bei Nichtabsck)luß des Vertragt zur Auwendung craltariisäpen beider Länder verglichen werden. Tabei mußten die Durch Den Vertrag vereinbarten Zusätze ober Aenderungen im Wortlaut des Tarnichema» besonders 1 eivorgehobeii weiden, weiter die durch Den Ver-


