Ausgabe 
18.5.1911 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

für große Bezirke (Provinzen, Staaten errichtet sind und von höheren Beamten unter Mitwirkung von Arbeitgebern

Dar deutsche Wonprinzenpaar in Petersburg.

Berlin, 17. Mai. TieNordd. Allg. Ztg." schreibt: In Deutschland wird der herzliche Wlllkommcnsgruß, der dem, Kronprinzenpaare von der ruisiichcn Iheiie dargeboten wird, mit

schmiedet.

Der aroBC Zug, die straffe Bewältigung der Lzene, wie wir ne gestern sahen, wurde von den tüten vielleicht nicht überboten. Und Reinhardt ließ die Hebung moderner -ckampiel'unst milsprechen. Wir Lernten da, da» Pose und aroße Gebärden es allein nid)! tun. Tie Charaktere waren durchdacht, und der Regisseur ließ fic, wie es auch in Sovstoties' Sinne lag, ganz natürlich menichlichwcrdcn. Bei aller Würde der Rassischen Snleinheitr bei der Abge-

Theater ) den leitenden politischen .......... v .

raaendsten Vertreter der wissenschaftlichen und kunstlerv- schen Welt erschienen. Gegen 3/49 Uhr kamen die Mitglieder der königlichen Familie mit Ausnahme der im Buckingham- Palast wohnenden fürstlichen .Herrschaften. Punkt Uhr verkündeten die Klänge der Nationalhhnine die Ankunft der Majestäten. Ter deutsche Kaiser führte Die Königin von England, der König von England geleitete die datfiche Kaiserin, der Prinz von Wales führte die Prinzessin Viktoria Luise. Tie Kaiserlichen und Königlichen Majestäten ver­neigten sich wiederholt gegen das Publikum, über die Herz­lichkeit des Wikllommengrußes sichtlich erfreut. ^0) Die Abordnung des 1. Gardedragoner-Regiments Königin Vik- toria von Groß-Britannien und Irland wohnte'der Vor­stellung bei. Mittags harte Jon. A. Russell, der Militär­attache in Berlin, ihr zu Ehren ein Lunch gegeben; nach­mittags hatten die Herren am Polospiel teilgenommen.

des Jahres 1909 286 Millionen Mark.

Die Unfallversicherung (1909 14,8Millionen vcr- sicherte Männer, 8,9 Millionen versicherte Frauen, erfolgt Durch BernfSgenossenschaften, welche für Die großen Ge- werbs- und Industriezweige errichtet sind und unter Aus­sicht des Reiches von den Arbeitgebern verwaltet werden, die auch die gesamten Kosten dieser Versicherung allein trage,i Der durch einen Betriebsunfall verletzte Arbeiter erhalt spätestens von der 14. Woche nach dem Unsall ab (für die ersten 13 Wochen tritt die Krankenversicherung em- arztlichc Behandlung, Heil- und Hilfsmittel (Krücken, ^tutz- apparate usw ' sowie sur die Tauer der Erwerbsunsähigkeit eine Rente Bei völliger Erwerbsunfähigkeit werden - z des Jahres Arbeitsverdienstes alt Bollrente, bei teilweiser Er werbsunsähigkeit ein entsprechender Teil der Vollrente gc» wahrt Wird der Arbeiter durch den Betriebsunfall gelotet, so wird Sterbegeld und für die Hinterbliebenen eine Rente gewährt. Zur Verhütung von Ilnfällen werden von Den Berniegenotsenschaften für die Betriebe und b*c tn denselben beschaitigteu Arbeiter Hnfallverhütungs Vorschriften er­lassen, welche sich insbesondere auch auf Die Anbringuiig von Schutzvorrichtungen an Majmincn usw. beziehen, -tie Be- russgenossenschasteii sind darauf bedacht, den verletzten Ar­beiter völlig wieder herzu'lellcn und feine Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Zu Die]cm Zwecke find auch eigene besondere Kranlcnliauser von Berussgcnojscnschaftcii eingerichtet wor- den Tic Arbeiter können ihre Ansprüche zur Entscheidung vor'besonders eingerichtete Schiedsgerichte für Arbeiter- Versicherung und vor das Reichs-(Lande: PersicherungSamt bringen; in diesen beiden Instanzen wirten Vertreter Der Arbeitgeber und der Arbeiter bei Der Rechtsprechung mit. Seit iyrem Bestehen (1885 hat die Unsallversicherung den Versicherten 1808,3 Millionen Mark zugewandt. Tie Zu­wendungen im Jahre 1909 betrugen 162 Millionen Mark. TaS Gesamtvermöaen betrug Ende 1909 510 Millionen Mark.

Die Invaliden- und Altersversicherung (1909 10,7 Millionen versicherte Männer, 4,7 Millionen Der» sicherte Frauen erfolgt durch Versicherungsanstalten, welche

Die deutsche Arbeiterverficherung.

Tic deutsche Arbenerveisicherung setzt sich zum Ziele, die Arbeiterschaft gegenüber den unvermeidlichen Gefahren und Schäden ihres Berufs in ihrem wirtschaftlichen Leben zu sichern Heber ihre Leistungen entnehmen wir einem zur Hygiene-Ausstellung in Tresoen herausgegebenen Merk­blatte solaende hochbedeutsamen Angaben :

Tie Krankenversicherung erfolgt durch Kranken lassen, welche für die einzelnen Gewerbszweige in kleinen Bezirken errichtet sind und von Arbeitgebern und Arbeitern unter staatlicher Aitfsichi gemeinschaftlich verwaltet wer­den. Tic gesamten Kosten der Versicherung werden ge­tragen zu 2/3 von den Arbeitern, zu 13 von den Arbeitgebern Der erkrankte Arbeiter erhält von der Versichenlng freie ärztliche Behandlung und Arznei (auch Brillen, Bruch­bänder usw.) sowie vom Dritten Tage nach der Erkrankung ob Krankengeld Im Todesfälle erhalten die Hinterblie­benen Sterbegeld. Wöchnerinnen erhalten Ihtfcrftübuug für sechs Wochen Seit ihrem Bestehen (188a) hat die Kranken­versicherung den versicherten Arbeitern (1909 9,9 Millionen Mäckner, 3,1 Millionen Frauen) 3994,4 Millionen Mark zngewcndet. Tic Zuwendungen im Jahre 1909 betrugen 342 Millionen Mark. Tas Gcsanttvcrmögen betrug Ende

Ter Standpunkt des Wiener Kabinetts kann von dem Der übrigen Kabinette umsoweniger abweichen, als Sesterreich- Ungarn sich mit Kolonialpolitik nicht beschäftigt und nicht jene direkten Interessen in Marokko erblickt, wie die Staaten, welche Besiyungen in Afrika haben. VollenS muß unter dieien UniftänDcn schon die '21 u 11 ahme vonc ei­nungsverschieden heiten zw iidicn Wien und Berlin als unsinnig em bi mitten werden.

Paris, 17. Mai. Tie Agencc >?avas nicldet aus Madrid: Ter Gcneralkavitän von Melilla teilt mit, daß die Stämme in der Rachbarschast von AlhueemaS hart- nädig Die spanische Schutzherrschaft über ihr Ge- l)ict fordern. _ ..

Tanger, 17. Mai. Ein Bote der de111 f ch c n Post, der von Fez'aufgebrochen mar, kehrte zurück, weil er nicht über Mulen Pakoub, einige 15 Kilometer uorbrocfthd) der Stabt, hinauskoinmcn konnte. Ms der Bote am 11. Mai die Stabt wieder verließ, wurde gerade ein großer Kampf rings um Die StaDt ausgefochten Tic Truppen, Die einen Ausfall aus Der StaDt machten, warfen Die Ailsständischeu zurück. Tic Aufständischen geben große Verluste seit der Eröffnung der Feindseligkeilen zu

Sphinx übertvunben und spöttisch berechnend läßt er seinen Sdimagcr Kreon wissen, daß man nur mit Volk und Gold ein Fürstentum gewinnt. Tann aber durchschuttelt ihn das Bewußtsein seiner Schuld, und er nimmt die schwerste Sühne nur lidi, blind hinauszuirren,unerreichbar jebem Gruß der Menschen".

-niic Lebipus tragen auch die übrigen Personen der ^ra- qödi? solch menschliche Züge. Am erhabenften aber zeigt ,ch der hohe Kunstsinn Des L-ophollcs in der Gestaltung -er Chöre. Sie mildern die Schrecknisse Der »anDlung unb geben Dem Zuschauer Die erforderliche Tistanz. Tie Sprecher und den Geschehnissen nicht voraus, eher folgen jie^ine ~tufc hinterher. Ter versöhnlichste und abgeklärteste sinn waltet hier. Da die Chöre die tragischen schick,alswogen nicht auipeitschen, sondern glätten. Wie Der wiener den q'-ausen Vorgang berichtet, wo Lcdipus vor der erhängten König'n sich blender, wo sich Die granbiofcn Lchilderungeu des schrecklichsten Jammers häufen, Da tont es von Den '»ipDcn Des Chorführers sanft:Ist nun Dem Firmen1 eine 'Xul» in seiner Rot ?" Sicher hat Schiller, als er DieBraut von Mesfista" schuf, gerade von Sophokles viel entlehnt.

Ter Regisseur Reinhardt ist mit Dem Chor sehr gut fertig geworden. Wie er die verworrene Volksmenge Der Pestkranken und Geängstigten zmammenraften unb um den itraft zu scharen wußte, so zeigte er auch in Der abge­messenen Gliederung Dieser würdevollen Gestalten, in ihrem stilvollen Tahinschreiten bie glücklichste Hanb E-. greift ineinander. Mrgends herrf cht die leiseste Wlll^r ^atz Tembo und der Takt find genau ocstiinmt. E- herrscht e^in Geist über der Szene: seinen Gestaltungen und Ein- aebungen folgt man hingerissen, überrascht Durch die kühne Sicherheit, mit Der Das lebendigste Gesuhl, modernster Formensinn aus der antiken Hinrerlassenfchaft eine Einheit

wogenheit aller Bewegung blitzten Doch die eigenen, inner­lich erlebten Einfälle hindurch. Cb der Ledipus des Herrn Alerander Moiffi Die Heberlegenheit vor der Volksmaste pielte, das stockende Mißrtauen vor Kreon, ober die lohende Angst vor der Wahrheit, ob Jokaste, die Königin^ (Rosa Bertens, ihrer selbst gewiß über Die delphischen Spruche pottet ober die Marteraualen der Ahnung und Zeugen­vernehmung verwindet: immer war eine geistige Einhert geschaffen, nirgends hing äußerliche Mache als Fetzen herab. Wie die Tckorationsmittcl der Bühne verschmäht wurden, so war es auch hier der Geist, der sich den Körper baute, und Reinhardt Durfte mit seinen Leuten im ganzen zufrieden ein. Taß Herr Moissi als Cebipus im xone öfter einförmig Düfte, lag wohl an der Vorschrift bes Raumes, an der Absicht des Regisseurs, nichts an Tentlief)feit unb_ber Ge- tragenheit des Stiles verloren gehen zu lallen ^.as ftnb Die Sdmttenfeüen Der Arena-Szene, in denen feinere Jndi- vidualkünste unserer mobemen Bühnen öfter auf gehen müssen Aus demselben Grunde roirtten audi Die im -talt fiar und gewickstig gesprochenen Ehorstrophen mitunter monoton. Tagegen war Die dramatische Steigerung in Den leßten Austritten ein Meisterstück gant; moDeniet 5fun|t. vier sprangen Die rafimierteften Mittel des Min«n. Ob manchmal nicht etwas zu viel geboten wurde, besonders bei Dem Schreckensbericht der Magd, und bei der

De? geblendeten Cedivus selbst, bleibt Dem Gefühl Des Ein­zelnen überlassen. Es schien uns, als hätte Der lieb er] e^er, kugo von Honnannsthal, in Dieser Beziehung bei jeiner

Einrichmng für Die neuere Bühne" Dem etwas verbildeten Geschmack unseres heutigen Publikums gleichfalls etwas entgegeniommen wollen. Erschütternd und hinreißend natürlich war aber wieder Die szenische Gestaltung bei Der Flucht des entsetzten Gesindes, Das, in breiter Woge aus dem .Hause ausgeiDicen, wiederum ilagenD an Den stufen Des Palastes brandete.

Dunkelheit Des Hauses ersetzte am Schlüsse das Fallen : des Vorhanges, worauf Die Tar'teller, darunter auch .Herr

Reinhardt selbst, der Den Teircsias sehr wirkungsvoll ge- ' spielt halle, wiederholte ile stürmisch gerufen wurden. Mochte Herr Reinhardt Lust und Mut zu neuen Hnterneh- 1 mungen gewinnen! -

König (Dcötpus.

Die Ausführung von Ma^ Reinhardt in Frankfurt a. Al.

Gießen, 18. Mai.

Gin seltener, höchst eindrucksvoller Abend. Tie feinste < Blüte attischer Kunst ist wiedererstanden, und es zeigte sich, baß Sophokles' großes Werk trotz bet ^ahrtau)enDc, Die üorbeigegangen sind, Die ursprünglichste ^lung aus- üben mag Reinhardts gerühmte Regietunst brachte die Tragödie in Die Arena, gab ihr Die der Antike nachgebllDete Szene, und doch war es uns, als umramchtc uns cm ganz moderner Geist. Nur war es freilich nicht Die Brettertunn unserer Tage; wir sahen Die äußere UnorDnung unD Ge roanbung ber Allen, ein elementares Leben, nutzt nut einer geglätteten Schauseite uns zugewendet, sondern umflollen von milde ansgebchnter Bctrackstung. >as guu Der Hand­lung ]ciic Getragciiheit unD Größe, die wir bei mobernen Stücken meist ganz vermissen. Es führt unicren an Du engen Bühnenbilder gewohnten Sinn tiefer hEN m die Form dramatischer Kunst, wo der ^chaufpieler die volle Bewegungsfreiheit wiedcrgewinnt, wo.ieinem CiNoilfpiel im Rahmen kunstvoller Raumgctalllmg neue Erfolge winken Max Reinhardt entwickelte im Zirkushaus des Frankfurter «chumanntheaters feinen groben izenifchen Apparat; darin iicgt feine Stärke, daß einzig das gefprochene Wort und die wobldurchdachte Gruppierung der handelnden Personen Den überwältigenden Eindruck schaffen, womit er aeraDc Der Wesensart Der antifen tlailifdien xianung, Dem Stil edler Einfachheit und Größe, so nahe kommt Er braucht nichts als den weiten Raum des Heaters nut der Arena das schwarze Portal des Konigsichlof,es bildet Den Abschluß Ein Scheinwerfer bringt Die Beleuchtungswir- hingcn. t ..

-ophokles bat Scdipus und Den Andern geistige ^uge gegeben, Die uns durchaus verftändlich mtd. Selaullg fmd. Er ist ein echter Dramatiker, ein feiner .. cenfch^ibeobachter, unD dadurch ist er über Aefchylus hinaus gewachsen. Daß er feine Charaktere dramatisch auf baut, auf epifche ^.it- schweisigteit verzichtet. Tedipus l.ai nicht nur fein i.ag ]u) » Schicksal, sondern er wirkt in Der Dichtung auch dura be­sonders ausgeprägte Charakterzüge. er ist l.c^onfcha Durch Mord hat er sich schuldig gemacht. Listig hat er Die

und Arbeitern unter Aufsicht de? Reiches verwaltet wer­ben. Tic gesamten Kosten werben von Arbeitgebern und Arbeitern ,e zur halste getragen; außcrbem gibt Das Reick? zu jeder Rente einen Zuschuß von>" Mark

Ter versicherte Arbeiter erhält, wenn er Dau ein D erwerbs unfähig wirb lJnvalibität, ober das 70. Lebensjahr vollendet bat. eine Rente Auch erhält er eine Rente int Falle einer Erkrankung von Der 27. Woche ab; bis dahin tritt die Krankenversicherung ein. Zur Verhütung des Eintritts der Invalidität bei erkrankten Arbeitern wird von Den Bei ichernngsanstalteti ein umfassendes und nachhaltiges .Heil­verfahren cingclcitct. Zu diesem Zwecke haben die Ver- sicherungsanstalten zahlreiche eigene Lungenheilstätten, Sa­natorien, Krankenhäuser usw. errichtet. Auch werden Die erkrankten Arbeiter in Bäder geschickt, cs werden ihnen künstlicher Zahnersatz und sonstige Hilfsmittel (künstliche GlieDmaßeit, Bruchbänder, Plattfußstiesel, Stützkorsetts usw. gewährt. Einen großen Teil ihres Vermögens verwenden die Versicherungsanstalten zur Förderung von Einrichtun­gen, welche der Wohlfahrt und der Gesundung der beut» dien Arbeiterschaft bienen, insbcsonbcrc zum Bau von Ar- beiterwolmungen. Seine Ansprüche kann ber Arbeiter, ahn- ich wie bei ber Hnsallvcrsichcrung, verfolgen, -seit ihrem Bestehen (1891) hat bic Jnvalibenversicherung ben Arbeitern 1871,0 Millionen Mark zuaewanbt. Tie Zuwendungen im Jahre 1909 betrugen 189 Millionen Mark.

Tie gesamte deutsche ArbeiterversicheruvA hat also feit ihrem Bestehen bis 1909 den Arbeitern über 7i/Ä Milliarden Mark zugewandt; im Jahre 1909 täglich 1,9 Millionen

Kaiser Wilhelm in England.

London, 17. Mai. Ter Kaiser und ber Cberft Henri) Legge unternahmen heute vormittag mit einigen Mitgliedern bes Gefolges eine Ausfahrt in offenen Automobilen unb ftatteten eine Reihe von Besuchen ab.

Heute mittag gab ber beutsche B 01s ch a f ter zu Ehren bes Kaiserpaares ein Frühstück Tic Majestäten unb Prinzessin Viktoria Luise löurbcn beim Betreten per Botschaft von sämtlichen Mitgliebern ber Botschaft begrüßt

Ter Kaiser unb bic Kaiserin machten heute nadimittag eine Spazierfahrt in ben Hhbcpark unb nahmen ben Tee bei Lorb unb Labst Lonbonbcrrst eim mc Kaiserin empfing später im Bücking harn Palast Labst Amp. thill, bic Witwe bes verstorbenen Lorb Ampthill, welcher unter bem Namen Lorb bo Rüssel von 1871 bis 1^4 i8at- schastcr in Berlin war, unb beren Schwiegertochter. Menbs fanb Familientafel im Buckingham Palast statt.

Ter Galavorstellung im Trury Lane- wohnte eine glänzenbe Gesellschaft bei. Neben -n politischen Persönlicstkciteu waren bie hervor-

Nr. stö Erster Vlatt W. Jahrgang - - Donnerstag, 18- mal

Ter Glestener Anzeiger Ä W monatlich7dM^vi«-

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Mark.____________

Gefterreich llngarn und die Marottosrage.

TasDiener Frcmocnblatt" schreibt in einer offiziellen Erklärung zur Marokkofragc u. a.:

Tas Jnteressc Eestcrreich-HngarnS an der Marokkofrage deckt fich mit bem Interesse an ber Erhaltung ber Integrität Marokkos, ber Unabhängig­keit bcS Sultans unb ber offenen Tür für ben Öanbel aller Nationen. Seitens ber ftanzöfischen Regierung find feit Beginn ber jetzt im Zug befinblichen marokkanifchcn Expedition offizielle Erklärungen in bem Sinne abgegeben worden, daß fic mit dieser 1x5^^01011 teine Eroberungsabsichten c rlnüpfe, sondern ausschließlich den anardnschen Zuständen in Maro!ko ein Ende machen wolle unb daß er jede Verletzung der Algecirasakte fern» hege. Frankreich kann bas Recht beanspruchen, baß biesc Erklärung bei ben auswärtigen Regierungen Glauben ge- schenkt werbe. Ta nicht nur bic österreichisch-unganfche Regierung und bic deutsche Regierung, sondern, soweit wir informiert find, auch die Habt nette von London, Peters­burg unb Rom ben französischen Erklärungen Vertrauen cntcegcnbringcn, bedarf es keiner weiteren Bc.oeijc dafür, daß vereinzelte Zeitungsmeldungen von Meinungsoerschie- benhcitcn bezüglich Marokkos in das Gebiet der ^abel ge- hören, insbesondere müßten derartige Gcrüd)te hinjicht- lid) des Verhältnisses Oesterreich - H n g ar ns zu dem ihm verbündeten Reiche als a b 11 ch 111 d) e E nt- ,'tellunq gekennzeichnet werden Tiefe Feststellung durfte genügen um für die Zukunft ungehörigen Erörterungen den Boden zu entziehen, denen der Wunsch zu Grunde iu liegen scheint, in der Maroktoangclcgenhcit durchaus ein lritisches Moment hineiiizutragcn.