All alle lilirrnlcii Wjihlrr hrs
Wahlkreises Gieße« - Griiabers - W«
Sie wissen, daß es uns gelungen ist, Herrn Pfarrer Karell in König- städten als Kandidat für diese Neuwahl zu gewinnen. Die Freude, mit der diese Nachricht begrüßt wurde, uud die frohe Mitarbeit vieler Frauen und Männer, die sich uns sogleich zur Verfügung gestellt haben, beweisen, daß die Vcrtrauensniänner- versammlung das Rechte getroffen hatte, wenn sie Herrn Pfarrer Korell so dringend gebeten hat, uns das Opfer zu bringen. Er hat aus reinem Pflichtgefühl heraus seine schweren Bedenken gegen seine Kandidatur unterdrückt; nun darf cs an uns nicht fehlen!
Helft uns, ihm Genugtuung zn verschaffen für alle die häßlichen Schmähungen und Verdächtigungen, die gegen ihn Ivie eine Welle von Schmutz u. Unrat hcrangcwälzt werden.
Helft uns die noch Untätigen hcranzuziehen zur Mitarbeit; sie daran zu erinnern, daß cs nichts nützt, über den schwarz-blauen Block zu räsonuieren, wenn man nicht die Energie hat, an Känipfen, wie es der jetzige ist, teilzu- nchmcn. Uebcrlegt es Euch, wo Ihr mit Hand anlcgen könnt und dann werft unseren Stimmzettel in die Wahlurne.
Laßt Euch nicht irre machen von den Gegnern! „Ihres Bellens lauter Schall beweist nur, daß wir reiten". Schon schreiben unsere Gegner selbst, daß ihr Besitzstand schwer bedroht ist. Sagt ihnen, daß es feige ist, über uns nur herzuziehen, wenn kein redegeübter Freund zugegen ist. Sagt es Ihnen, wie Ihr über Menschen denkt, die alle Häßlichkeiten des Antisemitismus wieder aufleben lassen, und sich dann noch beklagen, wenn man sie als Antisemiten bezeichnet. Sagt es ihnen, wenn sie den ersten Psalm gegen unseren Führer zitieren, weil er im „Rate der Gottlosen" sitze, daß in der Bibel auch über die Selbstgerechten und die Heuchler manch kräftig Wörtlein steht. Und wenn sie denunzieren in den Zeitungen und in Eingaben, so ruft ihnen das wackere Sprüchlein vom Denunzianten in die Ohren, vielleicht schämen sie sich dann.
Steht fest gegen rechts! Wir hessischen Fortschrittler haben nicht nur unsere ganze Partei hinter uns, auch die allermeisten Nationalliberalen - außerhalb Hessens freilich nur, — stehen nicht zu dem Herrn von Hehl, sondern zu Herrn Paasche, der soeben erst den Kampf gegen den schwarz-blauen Block und nicht den gegen links als die wichtigste Aufgabe des Liberalismus bezeichnet hat.
Steht fest gegen links! Wir haben kein Bündnis mit den Sozialdemokraten, sie sind unsere Feinde, wie wir die ihrigen. Wir wissen, daß die Siege der äußersten Linken eine Folge sind der schwarz-blauen, rückschrittlichen Politik, und daß es ein ebenso unwürdiges wie vergebliches Unterfangen ist, die sozialdemokratischen Ideen mit den Mitteln der Gewalt zu bekämpfen.
An alle libcrnkn Männer wenden wir »ns, an alle frei Gesinnten, gerecht Denkenden, sozial Einpfindcndrn. Neber jedes Erwarten gut war der Beginn unseres Kampfes. Nun helft uns zum guten Fortgang und Ende! « Das Wahlkomitee der Fortschritt!. Volkspartei.


