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Nachdem noch einige Lichtbilder von Kulturen aus Cadinen vorgeführt worden waren, dankte der Präsident Graf Schwerin-- Löwitz dem Kaiser für seine Ausführungen. Dann nahmen die achlichen Beratungen ihren Fortgang.
d). San Landwirt Za Tenne und v
Deutsche ‘Kolonien»
Die neue Aufstandsgefahr in Sudwestafrika.
Berkin, 17. Febr. Aus Deutsch-Südwestafriko wird amtlich gemeldet, daß eine Bande bei Auros Vieh gestohlen, und sodaim sechs Köpfe stark, in der Richtung aus Sperlingspütz und Gacbis abgezogen sein soll. Einzelheiten sind bisher weder durch die Schutztruppe noch durch die Polizei fefb gestellt worden. Aus dem englischen Gebiet liegen keine weiteren Nachrichten vor. Eine scharfe Beobachtung der Süd- und Ostgrenze des Schutzgebiets ist eingeleitet. Gleichzeitig trifft eine Meldung des deutschen Generalkonsulats in Kapstadt ein, naß der dort über angebliche Bewegungen der Simon-Koper- leute keine Mitteilungen ein gegangen sind. Demnach ist zu hoffen, daß die ganze Angelegenheit sich aus einen einfachen Viehdiebstahl beschränkt.
amch von dieser Ueberzeugnng durch den Hinweis auf andere Bundesstaaten, wie etwa Baden mit einer noch Höheren Beamtenzahl im Verhältnis zu seiner Bevölkerung nicht abbringen lassen. Der Ausschuß hält deshalb die Vereinfachung deraesamtenStaats- verwaltung für dringend geboten und hat, soweit ihm dies möglich ist, durch Strich von Stellen, Setzung auf den Inhaber bereits in dem laufenden, wie auch nn kommenden Voranschlag auf Vereinfachung gelängt und auf die Regierung einen finanziellen Druck auszuüben gesucht.
Wie Reuter erfährt, ist die russische Note an China am 15. Februar an den russischen Gesandten in Peking abgesandt worden. Den interessierten Mächten ist von Rußland versichert worden, daß eine Gebietserweiterung nicht beabsichtigt sei. Form und Ausdehnung der Kundgebung gegen China würde zum großen Teil von der Haltung der Regierung in Peking äbhängen. Menn aber feine befriedigend? Versicherungen abgegeben würden, gelte es als wahrscheinlich, daß russisch? Truppen an die Grenze dirigiert werden.
Der russische Mini st errat beschloß, bei der Reichsdume die Bewilligung von 120 250 000 Rubel für den Bau von vier neuen Linienschiffen für 1911 bis 1915 zu beantragen. Die Linienschiffe sollen die Namen „Sebastopol", „Petro- Pawlowsk", „Gangut" und „Poltawa" erhalten.
Die Blätter melden aus Konstantinopel: Ein unbestimm« tes Gerücht will wissen, Beduinen hätten das Truppentransportschiff „Mahmud S chef f ct" im Roten Meer in d i e Lust gesprengt.
nn. Lain Tage auf den winde, wird j abends gegen hier nach hau Gesellen die i S< die jun ich gelar laiche des Se1 Hebnsallene । N et ben i Steen rasch kleine Sä ft om Wrntal1 NuW r Sy Trenmu
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Die ungarische Delegation nahm das Budget des Aeußern mit dem V ertrauensvotum für den Minister des Aeußern Grafen Aehrenthal an.
ranzo sischc Kolo nialministerium veröffentlicht ein ^mniunique_.über Wadai. Eine Meldung vom 17. No- Demoer bestätigt, daß Hauptmann Saure am 13. November 7^nn^qr?ÄlfOrraCr^7 tion Dorvthe, mit einet Kom-
0 0 Massaliten geschlagen hat. Der Feind l,Srnk^ Vnüust von 2 00 Toten in der Richtung auf Darfur oww 1. DezemÄer meldet, daß an Berück Wada?.
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Deutsche» Reich.
Beim Reichskanzler fand am Freitag abenb eine Ballfestlichkeiten statt, zu der über 200 Personen erschienen waren Um 9 Uhr abends erschien der K a i s e r und die Prinzessin Viktoria Luise. Der Kaiser plauderte ,in bester Laune mit zahlreichen Damen und Herren und verließ das Fest gegen elf Uhr.
Der Zentrumsabgeordnete v. D aller imirbe nach einer Meldung des „Bayerischen Kurier" von Herzschwäche befallen und auf fernen Wunsch mit den Sterbesakramenten versehen. Das Befinden des Erkrankten hat sich inzwischen gebessert, ist über immerhin ernst.
Darmstadt, 17. Febr. Die von der Regierung zur Frage der B e am t e n g e h ä l t e r er h ö h u n g im Finanzausschuß abgegebene Erklärung lautete wörtlich: „Tie Regierung erkennt die Notwendigkeit einer Aufbesserung der Bezüge der Beamten usw. an und hält sich für verpflichtet, entsprechende Vorschläge den Landständen zu unter
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Aus Stabt und Land.
G legen, 18. Februar 1911.
. ** T a s k a l e n d e r Stadttheater. Samstag nach^ Mittag 3-/2 Ubr SäKler-Vorstellung: MinnavonBarnhelm Sonntag nachmittag 3V- Uhr: GlaubeundHeimat: Sonntag abend 71/2 Uhr: D i e Förster-Christel.
^ Wohltätigkeits-Konzert zum Besten der beiden Schwesternhäuser, nachmittags 5 Uhr in der Neuen Aula
. Arbeit ,und Unterrichts kurse. Musi-
kallsche Darbietungen, Vorttage usw. Sonntag nachmittag 4 Uhr im Caf6 Ebel. ~
Kinem atograph: Neues Programm.
Biograph: Neues Programm.
K ar ne V. Münchener Oktoberfest. Sonntag nach, mittag 4 Uhr auf der Liebigshöhe.
m “^temfuna, veranstaltet von der sozdem. Partei Redner: Reichs- und Landtagsabg. Ulrich- Offenbach Samstag abend Sy3 Uhr im Kolosseum.
Anlagemusik am Sonntag mittag 12 Uhr in der Süd- Anlage: 1. Ouvertüre zur Oper „Zampa" von Herold: 2 Fan- OQ^tiu‘ ?• ?Z-..ot.Dn ?^bers „Freischütz", bearbeitet von W. Löber- 3. Paraplwase über das Lied: „Home, sweet Home" von Nehl' 4. Er weicht der dornte nicht, Marsch von Kaiser.
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♦* Pfarr per so nalien. Der Großherzog hat den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf bie
präsentierten Pfarrverwalter Wuh. Döll baselbst bestätigt.
** Er leb i g t e L e hr er stelle n. Die mit einem etiang. Lehrer zu jbesetzende Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Hatten- r o b. Mit ber Stelle ist Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms-Lich steht das PräseMations- recht zu ihr zu. — Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Selters ötr. SBübingem. Mit der Stelle ist Drgantftenbienft verbunden
*r* Infanterie-Regiment m ai) er Wilhelm. Oberst v. Müller ist nach beendeter Kur in der Withekms- Heilanstalt Wiesbaden hier eingetroffen und hat die Führung des Regiments wieder übernommen.
** 311 r Lahnkanalisation, Wie wir erfahren, hielt Direktor Ba n sa von Liinblirg diese Woche im preu ßi- schen Ministerium der öffentlichen Arbeiten auf dessen Aufforderung hin einen Vortrag über die Lahnkanalisation.
zu erwarten sein. Bei derartigen Arbeiten muß zunächst eine genaue Erduntersuchung mit b em Erdbohrer vorgenommen werden, da man nicht wissen kann, ob nicht unter dem Moor Triebsand vorhanden ist. Im Gegensatz zu ber Arbeit auf der anderen Seite des Grabens ist noch ein anderes Gelände, das ganz anders behandelt werden muß. Dort arbeitet die See so stark, daß eine Eindeichung kaum möglich ist. Es sind aber Gegendeiche eingerichtet worden, durch die ber See ein gut Stück Land abgenommen wird, das dann wieder gedeicht werden kann. Wenn sich bie Herren für bie Ä oft en interessieren, so kann ich angeben, daß die ganze Anlage sich auf 73 850 Mark stellt, das macht 150 M5 auf ben Morgen. Der Ertragswert der Melioration läßt sich im letzten Jahre bereits auf 12 000 Mk. schätzen/ Hauptsächlich sind dort Viehweiden gewonnen worden. Um einen besseren Viehbestand zu erzielen, wandte ich wich an Herrn H agenbeck, da ich gehört hatte, daß dieser durch Kreuzung gute Erfolge erzielt hatte. Herr Hagenbeck, den ich über bie klimatischen Bob en- und sonstigen Verhältnisse orientierte, teilte mir mit, daß nach seiner Ansicht Kreuzungsversuche mit dem indischen Zibubullen das beste wäre, mit dem Zibu indicus major. Ter letzte Name besagt aber nicht, daß das Tier damit aufnahmefähig für die Rangliste ist. (Große Heiterkeit/ Auf diesem Bilde sind die Eltern mit dem Kinde dar- gestellt. (Der Kaiser zeigt das Bild vor). Ich bin mit ber Vorführung bieses Elternpaares und des Kindes übrigens glücklicher gewesen, als ein Schaubudenbesitzer in Potsdam zu meiner Leutnantszeit. Der Mann zeigte dort eine Kreuzung zwischen Biber und Ente vor. Als ich mir das näher ansehen wollte, sagte mir der Mann mit traurigem Gesicht: Das Kind ist gerade ge- torben, aber die Eltern leben noch. (Große Heiterkeit.) Ich ging in bie Bube hinein unb sah auf einem Tische eine fette Ente. Als ich nach dem Biber fragte, zeigte ber Mann auf einen Bottich und sagte: das ist nun einmal so seine Art, manchmal itzt er draußen, dann sieht man ihn, manchmal drin, dann sieht man ihn nicht. (Erneute große Heiterkeit.)
Der Kaiser schloß seine Ausführungen mit ber Mahnung, ber Moorkultur lebhaftes Interesse entgegenzubringen, um hin- ichtlich ber Viehzucht und ber Viehverwertung vorn Auslände immer unabhängiger zu werden.
Ich glaube auf den hochinteressanten Vortrag am besten zu erwidern, wenn ich über einige Versuche, die ich auf meinem Gute Cadinen angestellt 'habe, Mitteilungen mache. Es handelt !ich dort um die Kultivierung von 500 Morgen bis dahin ganz unbrauchbaren sumpfigen Torslandes. Als Cadinen 1898 von mir erworben wurde, ließen bie wirtschaftlichen Verhältnisse ter Wiesen- und Ackerflächen viel zu wünschen übrig, namentlich em zum Gut gehöriges Gelände. Der Besitz wird durch eine 2üne, die ungefähr 200 bis 300 Meter breit ist, völlig von dem Gelände getrennt, das moorartig überschwemmt war. Dieses Gelände war auch dem Hochwasser von zwei Metern Höhe aus- gesetzt. Auf dem Gelände standen Erlen- und Weidengruppen, Moorschilf und Sumpsslanzen. Die Bewirtschaftung war sehr beschwerlich und wenig gewinnbringend. Wenn man dort einen Rehbock sah und ihn abschoß, so verschwand der Bock im Wasser, und wer ihn holen wollte, ber fegte sich ber Gefahr bes Ertrinkens aus. Ich habe mir daher immer sehr hohe Stiefeln angezogen (Heiterkeit). Als ich das Gut übernommen hatte, befahl ich, bett Sumpf trocken zu legen. Das Haffwasser mußte gänzlich abgeschlossen werden. Nachdem ich die Bedenken des Verwalters meiner Schatulle durch viele 11 e b e r r e b u n g 3 f ü n ft e beseitigt hatte, würben mir bie nötigen Mittel bewilligt. (Große Heiterkeit.) Im Jahre 1906 war bie Eindeichung von fünf Sechsteln ber Ländereien fertig. Gegen den zu starken Druck des Haffwassers wurden Schutzmaßregeln getroffen. Der Druck des Haffeises war dabei ein außerordentlich starker. Es wurde daher auf eine Strecke von 10 bis 20 Meter Weitenkultur angelegt. Das durch den Deich geschützte Land mußte durch eine künstliche Anlage entwässert werdett. Die Maschine lieferte eine Fabrik in Elbing zu meiner größten Zufriedenheit mit einer Leistung von 500 Litern in der Sekunde bei 200 .Pferdekräften. Die Narbe der dem $3aff abgewonnenen Grasfläche bestand ans minderwertigem Hochmoor. Zwecks Anschaffung besserer Gräser mußte durch Ausbau eines Grabennetzes das minderwertige Gras zum Absterben gebracht werden. Durch diese Anlage wurde bann die Entwässerung bedingt. Das Schöpfwerk war im Oktober fertig und im nächsten Juli schon war das Moor so weit trocken, daß man mit dem Automobil darüber fahren konnte. Nachdem die Entwässerung ftattgefunben hatte, wandte ich mich an die Bremer Moorversuchsstation, die mir einen erschöpfenden unb interessanten Bericht gegeben hat. Die YRoorfläche wurde mit Sand bedeckt und schließlrch -eine künstliche Düngung vorgenommen. Auf rund 200 Morgen von insgesamt 500 ist jetzt die Kulturarbeit fertig, auf rund 100 Morgen fast fertig unb auf 50 Morgen sind bie Bodendurchlüftungarbeiten fertiggestellt. Die endgültige Erledigung ber Arbeiten wirb im kommenden Oktober
" Zur Reichstags wähl. Man schreibt un§: Die nah onal liberale Partei hat für Samstag und Sonntag 19 Versammlungen in dem südöstlichen Teil des Wahl- kreiseS, in ber Umgegend von Ortenberg und Gedern, ansagen lassen. Ter Neichstagskandidat Herr Prof. GiseviuS wird in den einzelnen Versammlungen sich kurz seinen Wählern vorstellen. — Die sozialdem akratische Partei veranstaltet heute abend im Kolosseum eine öffentliche Wählerversammlung, in der Reichs- und Landtagsabg. Ulrich als Redner auftritt. Am Sonntag nachmittag spricht Abg. Ulrich in Gründerg.
Tätlicher Unglücksfall. Von einem Zuge bet Biebertal-Bahn wurde gestern abenb zwischen „Abendstern" unb „Windhos" der auf der Schinitte-Mühle beschäftigte Arbeiter Ludwig Leib von Gleiberg überfahren. Dem Manne wurden beide Beine unterhalb des Kniees und eine Hand abgetrennt, außerdem trug er eine Verletzung am Kopfe davon. Der Zug wurde zum Stehen gebracht und man nahm den ohnmächtigen Mann im Packwagen nach Gießen mit, wo ihn telegraphisch herbeigerufene Mannschaften der Sanitätskolonne erwarteten unb, nachdem ein Rotverbanb angelegt war, in die Klinik verbrachten, wo er noch gestern abenb starb. Wie der Unglücksfall geschehen konnte, ließ sich gestern abenb nicht aufklären. Der Lokomotivführer will niemanb vor dem Zuge gesehen haben; er hatte nach seiner Meinung anfänglich öaS Gefühl, daß er einen Hund über- fahren hätte. Er brachte den Zug zum Halten,' um fest- Stellen, was es gegeben hat. (Der Vorfall beweist wieder wir nötig es wäre, das Bieberbähnchen von der Landstraße zu verbannen. Red.)
. " Unbestellbare Postsendungen. Bei berOber- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Rachn. Postanw. über 16 Mk. vom 29. März 1910 au§ Ratingen an Jakob Repp in Grünberg (Hessen) Ein- chrelbbrief vom 16. Juni 1910 ans Bad-Nauheim an Kotkaff in Nizza. Einschreibbrief vom 2. Juli 1910 aus Bad-Nauheim an Max Hallert in Halle (Saale) Ein- schrelbbrief vom 6. Juli aus Bad-Nauheim an Frau Vera Njaboff in Beledei (Rußland). Die zur Empfangnahme der Gegen,tände Berechtigten muffen sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der PoftunterstützungsLaffe überroiefen, bie Briefe aber vernichtet «erben.
Gs sei hier auf die Jnhaberbesetzung in der Oberrech- «nmgskammer, Hanptstaatskasse, im Forstwesen, im Gebiete der rnneren Verwaltuna, im Bau-, Katasterwesen, in der Justiz hingewiesen; alle diese finanziellen Abstriche hatten den Zweck, eine andere Organisation der Behörden mit wesentlichen Verbilligungen h^'rbeizuführen. Dcwer fei betont, daß diese finanziellen Maßregeln sich nrcht etwa gegen mittlere oder untere Beamten richten, sondern daß der Finanzausschuß eine Reorganisation von oben, dabei auch eine Dezentralisation, d. h. eine Abwälzung von Arbeit von den Zentralbehörden, dem Ministerium, auf die Lokalbehörden durchgeführt wissen möchte. Der Finanzausschuß erkennt an, daß sein Streben nach Vereinfachung der Verwaltung bei der Regierung Anklang gefunden hat. Ersparungen durch Organisationsänderungen sind bei der Gendarmerie im Betrage von 25 000 Mark, irrt Strafanstaltswesen mit 30 000 Mk. jährlich er- zielt worden. Einen wesentlichen Erfolg werden die Verhandlungen der Einzelheiten in der Vereinfachungs- kommrssion bringen, die mit allem Nachdruck fortgesetzt werden müssen. Der Gedanke unbedingter Spars am keit muß aber in allen Teilen der Staatsverwaltung Eingang finden und es kann dies besonders auch darin zum Ausdruck fommen, daß die im Voranschlag erngeräiunten Kredite nicht nur nicht erschöpft werden, sondern, daß auch noch Ersparnisse stattsinden, die den späteren Voranschlägen zugute komm en."
Anschluß an diese Darlegungen verlangt der Ausschuß größere Ernschränkung und Ersparnisse auf dem G e - vret des Bauwesens, auf welchem in den letzten 10 Jahren die Grenzen im Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit des Landes weit überschritten wurden. Die er- heblrche Schuldenlast aus Verwendungen für nicht werbende Zwecke in 5zöhe von rund 74 Millionen Mk. stamme zumeist aus Aufwendungen im Bauwesen. Das Wachsen gerade dieser Schulden, die 1897/98 noch nicht 4 Millionen betrugen, auf 74 Millionen zu Beginn 1911 müsse als über- aus ungesund betrachtet werden, besonders angesichts des Umstandes, daß an dieser Schuld bisher nicht die geringste Abtragung stattfand, wiewohl sie keine werbende ist. Der Finanzausschuß hält es weiter für geboten, auszusprechen, daß besondere Vergütungen an Beamte, welchen auch andere Dienstleistungen staatlrcher Natur übertragen sind, in Zukunft nicht mehr bezahlt werden, soweit sie nicht ganz besondere Mühewaltung veranlassen. Der Beamte habe seine ganze Kraft und Zeit dem Staate zur Verfügung zu stellen und beziehe dafür sein festes Gehult.
Zum Schluß weist der Bericht noch^ auf die überaus Mhe Steigerung der Ausgaben für Schreibwerk und die persönlichen Kosten für Schreibhilfen hin, die nach der betgegebenen statistischen Aufstellung für das Justtzmini- jteruim 56 225 Mk., für das Ministerium des Innern 18550 Mk. und für das Fin-anzministerium 8250 Mk. mehr gegen das Vorjahr betragen. Diese gewaltige Steigerung gegen das Vorjahr möge sich zum Teil aus dem Vorrücken der Schrerbgehilseil in den Gehaltsstufen erklären, allein ein großer Teil der Summe müsse auch aus Verwendung weiterer Hilfskräfte gesetzt werden. Der Finanzausschuß halt es für dringend nötig, daß hier die größte Einschränkung erfolgt, damit mit Herabminderung für die kommenden Jahre gerechnet werden kann; er hat auch nach dieser Richtung Abstriche vorgenommen. Als ^ehr erfreulich wird hagegen vom Ausschuß begrüßt, daß bei den Portokosten durch die Ablösung des Postaversums im neuen (£tat 42 600 Mark gespart werden. Der Bericht schlieft/ mit den Worten- „Wenn auch, wie oben bemerkt, der Voranschlag für 1911 ein günstigeres Aussehen hat, als der des vergangenen Jahr^, so kann von einem befriedigenden Zustande der hessischen Finanzen erst dann gesprochen werden, wenn auch dre beiden noch ausstehenden großen Fragen: Schuldentilgung und Beamtenbesoldung ihre Lösuna ae- funben haben.
breiten, sobald — ohne Einschränkung der Aufwendungen für eine verstärkte Schuldentilgung — die für eine solche Aufbesserung notwendigen Mittel ohne eine allzu empfindliche Steuererhöhung verfügbar gemacht werden können."
Der Naiser in der Versammlung bes Deutschen Landwirtschaftsrats.
> Berlin, 17. Febr.
Die heutige vierte unb letzte Sitzung der 39. Vollversammlung des Deutschen Landwirtschastsrats stand im Zeichen des Kaiserbesuchs. Tie Mitglieder des Landwirtschastsrats waren überaus zahlreich erschienen, unb auch die Tribünen waren sehr stark besetzt. Der Kaiser silhr pünktlich 10 Uhr mit Gefolge in mehreren Automobilen im Ehrenhofe vor unb wurde im Veittbül von den Mitgliedern des Präsidiums, an der Spitze Graf Schwerin-Löwitz, empfangen, der ihn in den Sitzungssaal geleitete. Hier brachte der Vorsitzende ein Hoch auf den Monarchen aus, der seinen Platz an dem Ministertisch einnahm, woraus der Präsident sofort Professor Tacke, (Bremen) das Wort erteilte zu seinem Vortrag über: „Tic deutschen Moore uiid ihre Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft".
. Unter allgemeiner Spannung ergriff bei der Aussprache als erster Redner
der Kaiser das Wort:
ist, wie wir Heft 1 des Jahrgangs 1911 der „Technischen Mormts- ^ochmk, Kultur unb Leben (Stuttgart, Frmickhsche Verlagshandlung) entnehmen, durch einen weitsichtigen, »on sozial empfindendem Geiste zeugenden BesÄuß des Verbanbes torgebeugt, in deren Besitz sich die Patente befmben. Es ist in Den Satzungen des Verbandes festgelegt, daß die Maschinen nur ^abr zu Jahr fortschreitend eingeführt werden auch für die Zukunft ein gut Teil Zubeck für bie Hcmdfabrikatwn übrig zur Herstellung von Spezial- ftaschensorten und für bie ungezählten sogenannten kleinen Auf- blH Mwchmen nicht in Betracht kommen. So ist em allmählicher Uebergang der Herstellung der großen Flaschen- massen durch Maschinenbetrieb zu erhoffen, der sich in ruhigem Ausgleich ohne Gefahr für die Flaschenbläser vollzieht. Die vto dem amerr^nischen Ingenieur Michael Josef Owens in ben IM? erfundene Ädaschwe' steltt täalich sünf- undzwanzigtausend halbe Literflaschen ober achtzehntausend Liter- Gedenkt man, daß ein guter Flaschenbläser täglich d^EchElich zweihundert Flaschen machen kann, so ergibt sich daß die Mafchine soviel testet wie fünfundsiebzig Bläser uii- gerschnet ine für die Arbeit ber Bläser noch notwenbigen Hilfs- mcheiter. Ein besonderer Vorteil der Maschine ist es, daß jede Flasche genau das gleiche Gewicht, genau den gleichen Inhalt und genau die gleiche Münbnngsloeite wie die aitbere hat Die weit ausschauende Organisation zur Einführung der Erfindung M die Praxis wird die Flafchen in großen Mengen Derbrausten Industrien in Zukunft auch davor schützen, daß sie durch Au«- Itandsbewegungen in der Glasindustrie lahmgclegt werden. Die lvtafchine gruppiert sich um einen mittleren, senkrechten, schweren Um diese Mittelachse dreht sie sich durch elektrischen Antrieb. Bei feder Umdrehung arbeiten bie sechs rings herum ausgreifenden Arme etappenmäßig an ber Fertigstellung Die Zuführung ter flüssigen Glasmasse geS Wit wahrend rotierenden unb unter Feuer ge- ^m „Revolving Dank", in ben bas A^Glas aus der Haupt wanne überläuft. Aus dieser Zwischen- die erforderliche flüssige Glasmasse, rnbem sie abwcchselich niedertauchQid und sich wieder ertebenb 'n tee flüssige Glasmasse eingreifen lUt Seto ™ und SaugmaMnen hauchen tem EisttVisk Atmungsprozeß aus „Sauser"
> 1 Kampresser j^jne Tätigkeit zu toLLbruigeu»


