Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten
Febr.
marcbais!
Gieszener Staöttbcatcr.
Doppelselbstmord.
Bauernposse von L. A n z e n g r u b e r.
Gießen, 18.
politische Wochenschau.
Gießen, 18. Febr.
Der heische Staatshaushalt für tog.
Den Mitgliedern beider Ständekammern geht soeben der Bericht des Finanzausschusses der Zweiten Kammer über seine Etatsberatungen für 1911 zu. Der Bericht ist, wie in den Vorjahren, nach den fortlaufenden einzelnen Kapiteln des Voranschlags zusammengestellt. Wie seither, haben auch diesmal wieder sämtliche Ausschußmitglieber sich durch die Abfassung der Referate über die ihnen zu- qewiesencn Etatsabschnitte betätigt, mit Ausnahme des Abg. Dr Gutfleisch, der im Laufe der Etatsberatung wegen andauernder Kränklichkeit sein Mandat als Ausschußmitglied nicdcrlegtc; an seiner Stelle hat Mg. Tr. Lsann
— Der Großh. Hosbibliothek in Darmstadt ist durch Vermächtnis die aus rund 1800 Bänden und Broschüren bc- telende Bibliothek des Geh. Medizinalrats Tr. Wilhelm Zager zugciallen Neben medizinischen Werten und Zeitschriften ist vor allem die schöne Literatur und die Geschichte, darmrter eine reiche Sammlung von Bismarckliteratur, vertreten, -ter Dol,- bibliothek konnten über 1200 Bände cinvcrleibt werden, der Rest wurde nach dem letzten' Wlllen des Erblassers der Stadtnchen c»esc> und Bücherhalle, sowie dem Städtischen Krankeiihaus über-
Romeo und Julia", „Samson und
zu halten".
Diese Verschärfung der parteipolitischen Lage vor den Wahlen ist im vaterländischen Interesse tief zu beklagen. Wie es in der „Deutschen Tageszeitung" hieß, sollen auch btc leitenden Kreise in der Regierung von dem ungestümen Vorgehen des Abgeordneten v. Heydebrand nicht angenehm überrascht worden sein, und allerlei halbamtliche Korrespondenzen glauben wieder verkünden zu können, der Termin für die Reichstagswahlcn werde bis ins nächste Jahr hinein verschoben werden. Dann würde also das treffen im Januar des Jahres 1912 erfolgen. Wir glauben, daß das alles bloße Vermutungen sind, vielleicht ausgestreut, um den Kanzler endlich zum Sprechen zu bringen.
Herr v. Bethmann-Hollweg aber scheint vorläufig keine Lust zu haberl, „mit seinem Gram zu spielen", und er hielt
l" und die „Thais". Die Liste der italienischen Opern umfaßt: „Boheme", „Das Mädchen aus dem goldenen Westens, , Madame Butterfly", „Manon Lescaut", „Tosca", „Aida", „Othello", „Traviata" und „Rigoletto", „Der Barbier von Sevilla", „Lucia und Lammcrmoor", „Bajazzo" und „Cavalleria rusticana" fehlen natürlich nicht. Auch in der Auswahl der Sänger ist der Ausschluß deutscher Opcmknnst durchgeführt. Anfang Juni trifft brntn das russische Ballett aus Petersburg in London ein, um zum ersten Mal in der englischen Hauptitadt ein Gastspiel zu geben, das sich bis zum Schluß der Saison auS- dehnen soll. Tie Tirektion wird dem berühmten Tänzerkorps für jede Vorstellung 12 000 Mark bezahlen.
— Eine gute Antwort, lieber die Bitterkeit inü> Wechselhaftigkeit des Glücks haben nicht nur die Armen den Aermsten zu klagen, die vergebeiis die Hände nach seinem täuschenden Glanze ausstrecken, sondern auch jene wirtlichen Günstlinge seiner Gnade, die vielleicht weniger dem günstigen Zufall zu Dank als ihrem eigenen rastlosen Fleiße zu jenen viel beneideten und steilen Höhen, zu Ehren und Ruhm, gelangten. Beaumarchais, der geistreiche französische Schriftsteller — über den hier dieser Tage gesprochen wurde —, war der Sohn eines schlichten Uhrmachers. Ein Höfling, welcher ihn in einem eleganten Anzug in der Galerie von Versailles erblickte^wollte ihn demütigen. Er näherte sich ihm und sagte mit lauter Stimme: „Es ist mir sehr lieb, Herr v. Beaumarchais, daß ick Sie hier treue! Meine Uhr steht still, erzeigen Sie mir die Gesälligkeit, sie zu untersuchen." — „Mit Vergnügen, Herr Marauis," erwiderte Beaumarchais, „aber ich muß Ihnen zuvor sagen, daß ich cmßer- ordentlich ungeschickt bin." - „Bloße Bescheidenheit, Herr v. Beaumarchais! Bitte untersuchen Sie die Uhr!" 2,et letztere nahm die Uhr und ließ ,'ie auf den Boden fallen, da,; sie tn Stücke zersprang. „Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, Herr Marauis," sagte Beaumarchais darauf mit der größten Gelassenheit, ,aber Sie wissen, daß ick Ihnen vorher gesagt habe, ich sei sehr ungeschickt Aus diesem Grunde hat mich mein Vater auch sein Handwerk nicht lernen lassen."
statt dessen beim Festmahle des deutschen Landwirtschaftsrates eine ziemlich zuversichtliche Rede. Indem er den anwesenden Grundbesitzern mit Laune und Humor die Wcrt- zuwachssteucr einigermaßen schmackhaft zu machen juchte, stellte auch er, des Reiches erster Beamter, es m sichere Aussicht, daß es der deutschen Landwirtschaft auch ferner ge- linnen werde, ihre Viehhaltung zu vergrößern, zu verbessern und damit die Ernährung des Volkes vom Auslände immer unabhängiger zu gestalten. Manche Tagesfrage, die um? im gegenwärtigen Gießener Dahlkampf beschäftigt bat, wurde auch vom .stanzler angeschnitten. Wie der „Eini gungslandidat" Giscvius in jener Versammlung zu Gießen, o hat auch Herr v. Bethmanu-Hollweg die großartige wirt- chafkliche Entwickelung Deutschlands überblickt und fest- gestellt, daß tein Erwerbsstand, weder Landwirtschaft, noch Industrie, iiüch Handel, weder Arbeitgeber noch Arbeiter, Stiefkind gewesen sei. Und auch die in unserem Wahlkret.' durch die interessanten Auseinandersetzungen mit dem „Genossen" Krumm so aktuelle Frage über das Besitztum der „Kleinen" erhielt vom Kanzler eine Lösung, die freilich der sozialdemokratischen „Verelcndungslehrc" zuwiderläuft: es solle gesorgt werden, daß derer immer mehr werdeii, die ein Stück deutscher Erde ihr eigen nennen der Klein- und Mittelbesitz müsse energisch vermehrt werdeii. Diese Aussicht lvird unseren Bauern und Handwerkern doch wahrscheinlich lieber sein als btc lvenig vertrauenswürdige und in Ansehung des sozialdemokratischen Programms mindestens unsichere Versprechung der Genossen, der .Kleinbesitz solle bet der Verstaatlichung der tapitalistlschen Produktionsmittel verschont bleiben.
"Die Betrachtung weist dann auf die ungünstige Finanzlage beim Voranschlag für 1910 hin und betont, bay deo neue Voranschlag ein „wesentlich gunfttgeres Bild zeigt, hauptsächlich veranlaßt durch die günstigen Ab Mus e der Hesstfch-preußrschen Eisenbahngemeinschaft. Es konnte für 1911 der Betrag von 11980 000 Mk. eingestellt werden und dadurch wurde ermöglicht, daß trotz des Ausfalls an Reichsevbschaftssteuer von 552 650 Mk. der Voranschlag ohne Steuererhöhung balanziert, ia au3 den Etsenbahnüberschüssen noch der. Betrag von !•>'< a<0 Mark zur Schuldentilgung vorgesehen werden konnte. Weiter'erkennt der Bericht die Notivendigkeit einer Erhöhung der Beamtengehalte an und erachtet eine Befterung der Loge der Beamten „für dringend erstrebenswert". Allein im laufenben Jahre müßten Mittel hierzu, auch nur für eure Teuerungszulage, durch Steuercrhöhung gewonnen werden: die Regierung schlägt eine solche aber nicht vor und auch dem Finanzausschuß erscheint sie bedenklich, nachdem erst im vergangenen Jahr eine starke Erhöhung der Einkorn-« meiv und Vermögenssteuer eintreten mußte. Ter Bericht gibt daun die schon bekannte Statistik über die Einkommensteuer und die Zahl und Gehälter der hessischen Beamten wieder und betont, es müßte bedenklich erscheinen, Personen mit einem Einkommen bis zu 1500 Mk., und das waren 1910 277 244 Steuerpflichtige oder 75 Prozent aller Steuerzahler, jetzt wieder mit einer erhöhten steuer w belasten, namentlich, da der Steuerdruck m unserem Lande schon ein ganz besonders starker ist. Wurde man eine Teuerungszulage von nur 10 Prozent des Höchstgehaltes für Beamte mit einem Höchstgehalt von 2000 Mk. ins Auge fassen, so würde diese für Beamte 187 000 Mk. und für die nicht dekretmäßig beschäftigten Personen 235 000 : Mark, zusammen also 422 000 Mk. erfordern und zwar ohne Berücksichtigung der Lehrer, Pensionäre usw. Wetter
: bemerkt der Bericht: tt
Der Finanzausschuß hält aber btc Anzahl der Beamten für unser Land für viel zu hoch unb kann sich
Auf eine „nicht allzu hohe" Steuererhöhung dürfen wir uns in Hessen, vielleicht schon f.ür das nächste Jahr, vor-- bereilen. Denn der Staalsminister Ewald hat im Finanzausschuß der Zweiten Kammer am Mittwoch die Erklärung abgegeben, die Regierung wolle „möglichst bald an btc Beamtenbesolduiigsrevision hcrantreteli, unter der Voraussetzung, daß die Schulden entsprechend getilgt und leine allzu hohen Steuererhöhungen erforderlich würden". Es bat, nach der gemeinsamen Beratung beider Finanzausschüsse der Kammern, den Anschein, als solle die Schuldentilgung an das von der Regierung verlangte Maß nahe heranrücken. Wegen der sortdauerndcii Erkrankung des Finanzministers ist ein Notgesetz über die Schuldentilgung in Aussicht genommen worden, und der vorgesehene Tilgungsbetrag belauft sich aus rund 1800 000 Mk. gegenüber 2 185 000 Mk., die vom Regier ungsentwurf verlangt wurden. Freilich, mit einer Teuerungszulage sür die Beamten sieht es habet in diesem Jahre 'schlecht ans. Tie Ersparnisversuche haben nicht gehalten, was sie versprochen hatten. Vielleicht erleben mir im nächsten Jahr eine „vorläufige" Beamtenbesoldungsreform, der bann in zwei oder drei Jahren die endgültige Fassung folgen würde. Denn die Steuerschraube darf wirklich nur mit großer Vorsicht weiter angezogen werden.
neben seinen anderen Referaten aud) die Berichte über den Justizetat angefertigt. Nach dem Beispiel der Trüberen Fahre ist auch diesmal imeber den Berichten iibei die einzelnen Kapitel eine allgemeine sinanzpolitifche Betrachtung des Ausschußpräsidenten, Mg- Dr. L ' £ n' ti?rai£V geschickt worden, die einen interessanten Einblick in die gegenwärtige Finanzlage Hessens gewährt.
Der Ausschußpräsident betont in seiner Einleitung, daß die Abwesenheit des Herrn Fittanzministers insbesondere in der Frage der Vereinfachung der ^taat-ver- waltunq und in deren finanziellen Wirkungen, und bann in der Frage der S ch u l d e n t. i l g u u g schwer empfunden wurde. Bezüglich der Vereinfachung der staats- Verwaltung könne das Budget für 1911 noch kein ec tu- gieifenbcn Wirkungen enthalten. Dagegen feien die ^chul- bcntilgungsplänc der Regierung von aktuellster Bedeutung. Wenn nämlich die Vorlage Gesetz wird, fo cuiben Die Abführung her Eisenbahnüberschüsse in ben seitherigen .lits- gleichsfonds. Es wirb ein neuer Ausgleichs oder Tilgungsfonds gebildet: die Verwendung von Einnahmen zur nllqcmcincn Staatsverwaltung ändert sich und es findet eine fundamentale Umgestaltung wesentlicher -teile der Etatsausstellung statt. Eine so fchwerwiegenbe, finanzielle Maßregel will aber her Ausschuß nur in Gegenwart des verantwortlichen Leiters der Staatssinanzen beraten: er sah deshalb von der Erledigung des davon abhängigen Kap. 114 jAusleihungen und Staatsschuld) ab und druckte den Wunsch aus, daß Herr Finanzminister Brann bald in aller Kraft unb Frische sein Amt wieder übernehmen
— Tie Flasckenmas ck ine. Eine der großartigsten Erfindungen unserer Zeit wirb jetzt durch einen zu diesem Zweck gegründeten Europäischen Verband der Flaschenfabriken in btc Praxis einqefuhrl Es ist bie endliche Lösung des jahrzehntelang ersehnten Problems, eine selbsttätig arbeitende Maschine zur Herstellung von Flaschen zu finden. Tie Maschine wird - das kann man beute schon mit Bestimmtheit Voraussagen --ben Beruf per Flaschendläser vollständig zugrunde richten, 21ber einer KrisiF
Kampfplatz her Parteien ist jetzt weniger der Reichstag als das preußische Abgeordnetenhaus. Tort herricht Die gespannteste Stimmung, und während es im Reichstag auch bei der Beratung des Marinehaushalts wieder Ziemlich ruhig hergeht, sind die Sitzungsberichte aus dem Abgeordnetenhaus voller Spitzen und Schärfen. Herr v. Locher handhabt bie Leitung mit gespanntem Kampfeifer, ob Liebknecht, Ströbel ober ein anberer Genosse sich m ben beliebten Ausfällen gegen die preußische Polizeikultur ergehen will — schnell fährt bie Hanb bes Präsidenten her- nicber, um bie Rebefunken auszulöschen. Die ^oztalbemo- kraten spielen auch sachlich wirklich feine beneidenswerte Rolle, unb wenn etwa ber bekannte Zehngebote-Hoffmann über die Züchtung der Polizeihunde und die Verbreitung der Intelligenz rednerisch paradierte, so wars zwar heiter, aber nicht erhebend. „Aber auch aus eutwölkter Höhe kann ber zünbende Donner schlagen": zwischen Konservatt Den unb Nationallib eralen hat sich am Dienstag eine tiefe Kluft aufgetan. Zwar ganz entwölkt war auch hier der Himmel nicht. Der Abgeordnete Lohmann hatte pen Ostelbiern einige Bitterkeiten über ihre Sanbrätc zu kosten gegeben, worauf ber temperamentvolle Herr v. Bieberstein scharf entgegnete. Als von den Nationalliberalen noch der kampferprobte Abgeordnete Schiffer die konservativen Bor würfe zurückgewiesen hatte, erhob sich der „ungekrönte König" v. Heydebrand, um mit überraschender Heftigkeit der nationalliberalen Partei das Kriegsbeil entgegenzu schleudern. Es waren dieselben Vorwürfe des Herrn von Bieberstein in verschärftem Maße: bie nationalliberale Agitation fördere das Wachstum der Sozialdemokratie unb schädige die vaterländischen Interessen. Wußte esj der konservative Führer, baß am selben Tage, an dem er btefe Abrechnung vollzog, Herr Bass ermann im Osten, in Lyck, das Schwert gegen den „schwarzblauen Block" gezuckt und von „Heimzahlung" bei den nächsten Wahlen gesprochen hatte? Der neue Bruch vom letzten Dienstag hat in der Presse das lebhafteste Echo gefunden, und wie Herr Basser- mann in Lyck erklärt hatte: „Wir erkennen keinen privilegierten Besitzstand der Konservativen an, sondern, wo wir von der Bevölkerung gerufen werden, uationollibrrale Kandidaten aufzustellen, da sind wir so frei und kommen diesem Rufe nach" — so machte and) die parteiamtliche
Konservative Korrespondenz" alsbald „klar zum Gefecht", indem sie verkündete: Tunlichst überall würden eigene Kandidaten der Partei aufzustellen sein, um mit den „Geg nern von Bebel bis Bassermann" „gebührende Abrechnung
Die derbe, von keinem verweichlidften Aesthetentum angekränkelte Kunst Anzengrubers, der auf unseren reichs- deutschen Bühnen viel zu selten zu Worte kommt, feierte gestern mit ihrem erfrischenden, bodenständigen Humor und in einer ganz vorzüglichen Darstellung einen vollen Triumph. Nun ist ja der D o p p e l s e l b st m o r d keines der besten Stücke Anzengrubers, der seine Bauern ohne Schminke unb ohne Schönfärberei auf d'e Bretter stellt, aber trotzdem: welch ein Unterschied zwischen ihm und unserer heutigen Possenware! Wie ein Gang durch den sommerlichen Wald, wenn draußen auf den Feldern bie Sonne glüht ... so wirkte das gestrige Gastspiel des Wiener Kunst-Theaters, das über ein ganz ausgezeichnetes Zusammenspiel verfügt. Darin liegt seine Lanze Kraft. Alle Mäzchen sind vermieden, kein Zug von ^ckmuspielerei tritt hervor. Immer, und selbst in den kleinsten Reben- dingen, ist die Natur das oberste Gesetz, das hier leitet unb Wunder wirkt. Der Wille des Spielleiters hält alle
Mitwirkenden in seinem Bann; keiner tritt auch nur um Haaresbreite aus seinen festumrissenen Grenzen heraus, und jede Handbewegung, jede Geste fast, so unwillkürlich sie erscheint, bezeugt ein langes und eifriges Studium. Wie schlicht und natürlick) entwickelte sich das Leben im Wirtshaus, das Kommen und Geben ber Gäste, das Treiben an den Tischen, wie belebt und beseelt waren die Gruppen, die Bilder, und alles von einem köstlichen Humor durchsonnt. Der Auftritt vor der Rauferei und diese selbst, wie entwickelte fick) das so selbstverständlick), so klar und glatt in seinem Hin und Her, seinem Schieben unb Drängen, [einem aufschäumenden, mutwilligen Leben. Von ben einzelnen Darstellern, die sich — alle tn tadellosen Masken — unter Leitung von Direktor Lang kämm er, zu ber wirkungsvollen Änheit zusammenfanben, sinb nur wenige _________________ M— --------
besonders zu nennen, denn gerade das ist der außerordent- schließlich französische unb italienische Op^n Bon sranzoiuchen liche Vorzug des Stiener Kunst-Theaters, daß sich alles Werken werden auiaefübrt: „Carmen", „Margarete , „Xxnuu ,
willig der allgemeinen Darstellung unterorbnet. Zu er- -Wellegs unb Melisanbe wähnen sind: Josef Petza als weltttuger" Häusler, Karl ^alila H e i n r i ch als stolzer Senbner, Rudolf Friedl als schaden- umtam froher Zangl und Joses Schwub als troddeliger Blast Leo Bowaez als Poldl und Phllippine Thtenel als Agerl. Daß die Direktion unseres Theaters dieses Gastspiel herbeiführte, sei ihr hock) angerechnet. K. N.
— W eingartner unb Hülsen. Die Beleidigungsklage des ehemaligen Direttors ber Wiener Oper v. Weingartner gegen beit Generälmtenbanten Grasen Hülsen-Häseler und bie^Mid- gliedcr der Königlichen Kapelle in Berlin, wurde von ber Strafkammer des Landgerichts in Berlin mit der Begründung zuruck- qewieien, daß der erste Angrift v. Weingartners eine BeleidigunH entfalte bie eine beutliche Antwort erforderte, daß tn ber Antwort aber feine Beleidigung enthalten sei. Der Enckcheid der Strafkammer ist unangreifbar. Die von v. Weingartner angeitfengten Beleidigung^prozesse kommen nicht zur Verhandlung. Unabhängig davon läuft die öffentliche Anklage gegen v. Weingartner wegen Beleidigung des Grasen Hülsen-.Häseler, für bie ber Termin am 21. Februar an steht.
__Ter Verruf ber beut scheu Opern in Bonbon Aus London wird berichtet: Das soeben veröffentlichte Programm' ber kommenden großen Opernzeit im Londoner Eonoent Garden wirft ein charakteristisches Streiflicht auf ben Abschied »ans Richters von der englischen Hauptstadt, denn bie kommenbc Spielzeit, bie in Anbettacht der bevorstehenden Krönungsfeierlichkeilen besonders „glanzvoll" werden soll, schließt mit peinlicher Gewissenhaftigkeit alle deutschen Opern von der Aufführung aus. Wagner, Strauß, d'Albert und auch Mozart sind vcn der Direktion bei der Auswahl verworfen worden. Die Spielzeit, die am 22 April beginnt unb am 29. Juli schließen soll, bringt aus-
Rr 42 Erstes Blatt M Jahrgang Samstag, 18. S«^arj9n
»Siebener Anzeiger |
UM Uneral-Anzeiger für Gberyefsen
Hotationsörud und Verlag der Srühl^schen Univ.^vuch. und Steinöruitrei R. Lange. Neda«,an, <Erpeöitton und Druckerei. Schulftrab« 7. Land": E H-g; 'ur d-n
!ür dl- taqRnumm« Vüdlngen: «ierniprecher Nr. 50 Seschästsftelle vahnhosstratze 16a. _
bis vormittags y nyr. 3 ° 1 r ‘ ——■—


