Ausgabe 
17.3.1911 Zweites Blatt
 
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HWet MV VS amöMNfÄH WfäVKf'lTOt'W HP Vieser in nichtamtlicher Eigenschaft gefördert, indem sie den Parteien Entgegenkommen empfahlen und zum Teil auch den -Austausch der beiderseitigen Vorschläge vermittelten. Die Ver­handlungen haben indessen zu feinem Ergebnis geführt. Anfangs November v. 3. wurden sie abgebrochen itnb Herr DaviS und !die amerikanischen Interessenten kehrten nach Amerika zurüct. lEnde Dezember hat die amerikanische Regierung auf Grund der ^Berichterstattung des Derrn Davis die Frage auf diplomatischem Wege zur Sprache gebracht und geltend gemacht, daß das Kali­gesetz in Verträge, die von Amerikanern abgeschlossen seien, ein- gegriffen und sie in ihrem Werte beeinträchtigt oder gar zu Nichte gemacht hätten.

Darauf ist um Bl. Januar v. I. der amerikanischen Regierung durch den Kaiserlichen Botschafter in Washington ein ausführ­liches Memorandum überreicht worden, in dem verschiedene auf amerikanischer Seite bestehende Irrtümer richtig gestellt und unser Rechtsstandpunkt ausführlich dargelegt uno in ocm Vorschläge zur Beseitigung der bestehenden Differenzen gemacht worden sind. Der wesentliche Inhalt des Memorandums ist folgender. Nach dem 'Kaliaesetz treffe die Ueberkontingents-Abgabe, die so bemessen sei, daß sie nicht prohibitiv wirke, die deutschen Kalinteressenten. Tie amerikanischen Käufer hätten die Abgabe nur zu tragen, wenn sie sich in den Privatlieferungsverträgen den Kaliwerken gegenüber zivilrechtlich zur Uebernahme der Abgabe verpflichtet hätten. Ta seitens der amerikanischen Interessenten und der Amerikanischen Persönlichkeiten, die sie bei den bisherigen Ver- 'Handlungen unterstützt hätten, der Standpunkt vertreten worden lei, daß eine Uebernahme dieser Abgabe nicht erfolgt sei, so fehle der amerikanischen Regierung die Aktivlegitimation zu einer Inter­vention, Und es sei zunächst die Rechtsfrage, wer nach den Lieferungsverträgen die Ueberabgabe zu tragen habe, durch Spruch hes in diesem Vertrage vorgesehenen Schiedsgerichts auszutragen. Sollte das Schiedsgericht »u ungunsten der amerikanischen Ab- jnehmer entscheiden und sich auf diese Weise die bisher fehlende Mtivlegitimation der amerikanischen Regierung ergeben, so würde die kaiserliche Regierung, wenn sie auch nicht anerkennen könne, daß die richtigen Unterlagen für eine amerikanische Intervention [gegeben seien, doch aus Billigkeitsgründen bereit sein, auf Ver­wandlungen im Rahmen des Kaligesetzes und des Bundesrats- Beschlusses zum ZwÄe der Erzielung eines billigen Ausgleichs »wischen den widerstreitenden Interessen einzugeyen Bei den Besprechungen im Herbst v. I. sei im wesentlichen nur die Frage der Höhe der Preise strittig geblieben. Da sich die Inter­venten darüber nicht hätten einigen können, so wäre deutscherseits vorgeschlagen, daß die beiderseitigen Regierungen sich über einen den Interessenten der beiderseitigen Parteien Rechnung tragenden Preis verständigen und daß sie auf ihre Interessenten dahin einwirken, daß das so gewonnene Ergebnis von diesen akzeptiert wird. Eine Antwort der amerikanischen Regierung auf das deutsche Memorandum ist Ende der Woche dem Kaiserlichen Bot­schafter m Washington zugegangen: der Wortlaut liegt hier noch «nicht vor. Nach den kurzen telegraphischen Meldungen des Grafen von Bernstorfs scheint die amerikanische Regierung dem Gesichts­punkt Rechnung tragen zu wollen, daß die bestehenden Difse- renzen am besten durch private Verhandlungen der beiderseitigen Interessenten beizulegen sein möchten.

Im Anschluß an diese Mitteilungen des Auswärtigen Amts fand eine vertrauliche Aussprache statt, die morgen, Freitag, weitergeführt wird.

Der Ausschuß zur Bekämpfung der Kurpfuscherei setzte heute die Beratung der Vcrbotsbestimmungen des 8 3 der 'Regierungsvorlage fort. Die sechste Ziffer, in der den nicht­approbierten gewerbsmäßigen Heilbeflissenen die Behandlung 'mittel st Hypnose verboten wird, fand auf keiner Seite Widerspruch und wurde angenommen. Die siebente Ziffer enthält das Verbot der Behandlung unter Anwendung von Be­täubungsmitteln, mit Ausnahme solcher, die nicht üb er­bat Ort der Anwendung hinauswirken (lokaler).

Das Ergebnis der Abstimmung ist die Annahme des Vorschlages der Regierung in folgender Fassung:Die Behand­lung und Anwendung von Betäubungsmitteln, mit Ausnahme sol cher, die bei sachgemäßer Anwaidung nicht über den Ort der Anwendung brnauswirken."

Die nächste Ziffer betrifft die Behandlung unter Anwendung Mott Einspritzungen in die Haut oder in die Blutbahn soweit es .'sich nicht um eine nach der vorigen Ziffer gestattete Anwendung von Befolgungsmitteln handelt. Diese Ziffer wird unverändert 'angenommen. Die Schlußabschnitte des Paragraphen geben dem Bundesrat Vollmachten, auch hinsichtlich anderer, in diesem Para graphen nicht genannten Krankheiten oder überttagbarer Tier seuchen. Gegen diese Blankovollmacht des Bundes­rats wird von einer Reihe von Rednern lebhafter Einspruch erhoben. Sie wird besonders begründet mit dem Hinweis auf die Möglichkeit neuer Heilverfahren, die ein sofortiges Einschreiten «forderten, denn: es ist nichts «so dumm, es findet doch fein Publikum! Schließlich wird die Bundesratsvollmacht Mit großer Mehrheit abgelehnt.

Nächste Sitzung: Mittwoch den 22.'März.

Der Schiffahrtsabgaben Ausschuß erledigte heute die Verhandlung über die drei Strombauverbände und nahm die bezüglichen Bestimmungen mit den dazu vorliegenden Mtträgen, die von der Regierung bekämpft wurden, mit 16 gegen fW Stimmen an. Die Mftiderheit bestand aus den Konservativen /und einigen Zentrumsabgeordneten. Es wurde angenommen ein 'Zeirtrirmsantrag, der auch

die Lahn von Gießen bis zur Mündung in den Rhein miteinbezieht, ein weiterer Zentrumsantrag, daß die Rhein- regu Herting nicht bei Basel Halt macht, sondern bis Kon- Kan- dtirchgeführt und die Regulierung des Mains Nicht bis ?lsä?affenburg, sondern bis Bamberg ausgedehnt werbe, ein nationalliberal-fortschrittlicher Antrag, daß die R e g u l i e - rungdes Neckars statt bis Heilbronn über Stuttgart hinaus his Eßlingen fortgesetzt werde, ferner ein sozialdemokratischer und ein Zentrumsantrag, verlangen, daß in den Nheinstromverband uuch die Mosel-Regulierung von der lothringi­schen Grenze bis Koblenz und der Saar von B re- bach bis Cvnz, mi tauf genommen werde, unb schließlich ein wrtschrittlicher Antrag, der die Negulierung der Saale Bis einschließlich W eißenf els fordert.

*

Der Bittschriften-Ausschuß beantragt zu den Petitionen betreffend Festlegung des Oster­festes folgende Entschließung: Den Reichskanzler zu ersuchen, durch geeignete Maßnahmen dahin zu wirken, daß entsprechend den Beschlüssen des Handwerker- unb Gewerbetags unb Deutschen Handelstags die großen zeitlichen Schwankungen des Osterfestes beseitigt unb das Osterfest aus einen bestimmten Sonntag fest- belegt werde. Zu dem Etat des Reichsgesundheitsamtes be­antragt das Zentrum, die Verbündeten Regierungen um Ein­bringen eines Gesetzentwurfes zur Abänderung des Gesetzes, be- 'treffenb das Viehseuchengesetz vom 26. Juni 1909 zu ersuchen, in dem die Entschädigungspslicht des Staates ausgedehnt wird auf die Viehverluste, welche durch die Maul und Klauenseuche und deren Folgen herbeigeführt werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. März 1911.

** Die Fkurnam ensamm lung der hessischen Bereinigung für Volkskunde hat in der letzten Beit lebhaften Anklang gefunden, besonders in den Kreisen Lauterbach und Gießen. Jni erstgenannten Ki'eise, der 67 Gemarkungen hat, fehlen mir noch für fünf Gemarkungen Sammler. Im Kreise Gießen mit seinen 81 Gemarkungen uoch 11. Daubringen, Feldheim, Lich, Lumda, Mainzlar, Nreder-Bessingen, Ober-Bessingen, Stangenrod, Staufen berg, Stockhausen und Weickartshain haben noch keinen Bearbetter gefunden. Sollte in diesen Orten niemand fein,

der Alt der ÄrVeÄ Dust Wb füWt 1h die

Geschichte des Ortes gründlich ein und vertieft damit die Liebe zur Heimat. In. erfreulichster Weise haben sich ge­rade in letzter Zeit nicht nur Lebrer und Pfarrer, auch intelligente Landwirte und kleine Leute in den Dienst der Sache gestellt und arbeiten z. T. begeistert mit. Sollten die 11 Orte dauernd fehlen? Wer Mitarbeiten will, wende sich nur an Pfarrer Schulte, Großen-Linden, der An­leitung und Muster gibt.

" Weißzeugoerkäufe für Waisen. Mau schreibt unS: In einigen Dörfern unseres Kreises verkauft ein Händler aus dem Kreise Marburg im Auftrage eine? HilfS- lomiteeS für reichSdeutsche Waisen und Schulen in Südafrika, dessen Sitz in Marburg ist, zu Gunsten dieses Zweckes Weißzeug. So weit wäre nichts dagegen zu sagen, wenn der Händler nicht, wie es an einem Orte geschehen ist, ent­weder teils direkt gesagt hätte, daß er im Auftrage des Pfarramtes käme, teils durch seine Manipulationen diesen Glauben erweckt hätte. So nahm er sich den Sohn des Kirchendieners mit in die Häuser und gab dort an, die be­stellten Waren würden an daS Pfarramt gesandt und bann von diesem den Bestellern zugestellt. Da er so den Anschein erweckte, als ob daS Pfarramt sein Geschäft empfehle, liefen zahlreiche Bestellungen ein, die allerdings rückgängig gemacht wurden, als eS sich herauSstellte, daß die Voraussetzung nicht zutraf. DaS Vorgehen diese« Herrn soll hierdurch öffentlich bekannt gegeben werden, falls in anderen Orten derselbe Geschäftsbetrieb versucht wird.

Stadttheater. In der SonntagS-Vorstellnng von Heimat" der ersten Aufführung deS beliebten Suder- mann'schen Stückes im neuen HauS sind neben Frau Baumeister in der Hauptrolle weiter beschäftigt in größeren Aufgaben die Herren Bakos, Golf, Marx, Goldberg und die Damen Gühne, Scholz und Engel. Die Aufführung von Marlowes burleskem SchwankDie goldene Ritter­ze itrt am Sonntag nachmittag ist die letzte des überaus lustigen Werkes. Die Erstaufführung beim Benefiz deS Herrn Norden hatte bekanntlich wahre Heiterkeitsstürme entfesselt.

** Von der Ortsgruppe für das Frauen- stiinmrecht wird uns geschrieben: Während im Deutschen Reich noch auf Jahre hinaus keine Aussicht auf die Verwirk­lichung der Frauenstimmrechtsforderungen besteht, sind andere Staaten bereits am Ziele angelangt. In Australien, in mehreren Staaten Nordamerikas, in Norwegen und in Finland sind die Frauen in ihrer politischen Betätigung und Pflichterfüllung den Männern bleichgestellt, uno sie üben mit anerkanntem Erfolg das akttve und passive Wahl­recht aus. Bekanntlich hat in Dänemark vor einigen Wochen die Regierung selbst den Antrag auf Zulassung der Frauen zum politischen Wahlrecht eingebracht, indem sie dabei die nützliche und segensreiche Tätigkeit der Frauen in der Kom­mune anerkannte. In Finnland arbeiten die Frauen gleiche- berechtigt neben den Männern im Landtag, und das An­sehen, das sie sich durch ihre politische Mbeit erworben haben, wird vom ganzen Lande sehr hoch bewertet. Auf die Einladung der Gießener Ortsgruppe für Frauenstimm­recht hat sich Fräulein Annie Fu r u h j e l m aus Helsingfors, 2. Präsidentin des Weltbundes für Frauenstimmrecht, bereit erklärt, über die f i n n l ä n d i s ch e Frauenbewegung hier zu reden. Es wird ohne Zweifel von höchstem Inter­esse sein, von der 1. Vorsitzenden des finnländischen Frauen­stimmrechtsverbandes selbst die Mittel und Wege erörtert zu hören, die zu dem großen prakttschen Erfolge führten, und gewiß wird sich in Gießen für den Vortrag dieser vornehmen und energischen Frauenrechtlerin eine starke Zu­hörerschaft einfinden.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 16. März. Gestern fiel der hiesige Zimmermann Kari Bebling beim Holzabladcn auf dem Abenbstern" so unglücklich, baß er zwei Rippen brach.

-= Rodheim b. Hungen, 16. März. Die am Sonntag und Montag hier ausgestellte Wanbbilderei, eine Sammlung von etwa 100 prächtigen, farbigen Steindrucken, hat sich eines überraschend guten Besuches zu erfreuen ge­habt. Und daß es unserem Landvolk nicht an wirklichem Verständnis guter Kunst fehlt, beweist die Tatsache, daß für über 70 Mk. an schönen neuen Bildern die Wände unserer Stuben schmucken werden. Das ist für unser kleines Dorf ein sehr erfreuliches Ergebnis. Dabei darf die getroffene Auswahl als durchweg vortrefflich gelten. Am meisten sind feine Landschaftsbilder, besonders farbenfrohe Frühlings­landschaften bevorzugt worden. Ein großer Teil der Ausstellungsbesucher fand sich dann auch am Sonntag abend zu dem Vortrag ein, zu dem unserVolksbildunasverein", der Veranstalter der ganzen Ausstellung, eingelaoen hatte. Der Vortragende war Pfarrer Schlosser von hier, sein GegenstandAllerhand von guten Bildern und Büchern". Ausgehend von noch vorhandenen Mustern schöner alter (Bauernhäuser und ihrer Mn richtung mahnte er, den angeborenen Sinn des Landvolks für den Schmuck des Lebens und echte Lebensfreude nicht unterstehen zu lassen. Dabei fiel manches kräftige Wort wider die schlech­ten Oeldruckbilder, wider die auch hier viel verbreitete Schundliteratur", wider die Entartung des Kinemato- graphen und die Ausschlachtung der Skandalprozesse durch uianche Zeitungen. Dann wurden einzelne von den aus­gestellten Bildern besprochen, Ratschläge für das Einrah- men gegeben usw. Alle diese Ausfiihrungen, wie auch die eines zweiten Vortrags überReiseerlebnisse in England" wurden mit sichtlichein Interesse entgegengenommen. Zum nächsten Sonntag wandert die Ausstellung nach Ober­widdersh eint.

Kreis Alsfeld.

Ruppertsburg, 16. März. Am Montag abend sand im Saale des GasthausesKreuzburg" hier der dritte Familienabend in diesem Winter statt. Der Saal war dicht besetzt. Andächtig lauschte die Menge auf die Worte des durch seine zahlreichen Bolksschrifien weit be­kannten Schriftstellers und Landwirts Heinrich Naumann aus Nanzhansen bei Lohra. In zu Herzen dringenden Worten, die Zeugnis davon ablegten, wie sehr der Redner das Gemüt des Volkes kennt, mit dem er denkt, fühlt und arbeitet, sprach er nahezu 1 Vu Stunde überHeimat und H eim a t £i e b e". Mächtig führte er aus, wie die Liebe Aur Heimat begründet sein muß in der Freude, dem Leide, dem Liede, dem Glauben und der Hoffnung der Heimat. Mit der ernsten Ermahnung:Zeige dich deiner irdischen Heimat würdig, mache ihr Ehre und behalte in deinem Erdenleben die himmlische Heimat als dein höchstes Ziel vor Augen!" schloß der Redner. Lang anhaltender Beifall folgte dem zündenden Vortrage. Noch mehrmals mußte Herr Naumann das Wort ergreifen. Er erzählte noch einige Erlebnisse, die die Wirkung des Heimatliedes, dem er ganz besondere Pflege widmet, zeigten. Abwechselnd

stimmten daftn Wr BTsäKWMÄnÄctngorbMff", R? Schülerchor und die Versammlung Sieber zur Verherr­lichung der deutschen Heimat an. Einige Schulkind« trugen dazwischen Heimatgedichte vor.

Kreis Lauterbach.

~ Wallenro d, 16. März. Ein Familien abend wurde am Sonntag auf Anregung beS Pfarrers Knott hier im Saale bes Gastwirts Döll abgehalten. Unter Mitwirkung be§ hiesigen Posaunenchors unb den älteren Schülern ber Volksschule, die abwechselnb Musikstücke, Gesänge unb dekla- rnatorische Vorträge zu Gehör brachten, verlief die Veran­staltung recht gut. Ein intereffanter Vortrag beS Pfarrers Knott aus ber Wallenröder Geschichte fesselte die Auf. merksamkeit aller Anwesenben. Besonderes Jntereffe erregten' bic von ihm oorgezeigten alten Kirchenbücher aus der Refor- mationSzeit unb eine über 300 Jahre alte, reich verzierte Abenbrnahlskanne. Reicher Beifall belohnte ben Redner über ba§ Gehörte unb eS würbe ber Wunsch ausgesprochen, baß künftig jeben Winter ein ober mehrere solcher Familienabenbe stattsinden möchten.

KreiS Friedberg.

-l- Butzbach, 16. März. Bei der heutigen W a b l eines zweiten Beigeordneten für hiesige meinde wurde Rentier Joh. Jak. Heil hier mit 221 Stim­men gewählt. Sein Gegenkandidat Herr F. W. Müller hier erhielt 115 Stimmen. Die Wahlveteiliaung war schwach Von 621 Stimmberechtigten hatten nur 341 Gebrauch ge­macht.

Kreis Wetzlar.

r. Krofdorf, 17. März. Gestern abend kurz nach 7 Uhr brach hier Feuer aus. SS brannten die Scheuern des Konrad Rech unb Wilh. Krom bach nieder. Da beide Scheuern mit keinen anderen Gebäuden zusammenhingen und auch Windstille herrschte, blieb das Feuer auf seinen Herd beschränkt.

vernrißchtes.

Eine trübselige Rechnung. Wie wenig die Mensch­heit bedeutet, geht aus einer Rechnung hervor, die zuerst von Professor Znccarini aufgestellt und seitdem ergänzt worden ist, Sschätzt man die Bevölkerung der Erde auf 1500 Mlllionen, Ja würden, könnte man sie an einem Orte zusammenbringen, 85

gewicht

Mk.

4000

8400

34-85

82-88

48.00-61.00

68.00-66.00

48.60-50.50

62.0066.00

49.00-50.00

61.00-68.00

49.0061.00

61.0064.00

Wetter

Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.

in dem alles durcheinander geworfen rt Weit über Mittag war, iuxf) im Bett

einem ai War; er

Mk. 96-108 88-97 78-86

Schweine lebhaft, Preis für 100 Psd. Lebend- Schlacht-

58-62

62-67

46-61

Schneefall

Beo. Himmel

Markte.

fe. Frankfurt a.M. Bi e b b of-'JJl arkt beri chtvom 16. März. Auftrieb: 61 Rinder, 1 Ochsen, 0 Bullen, 60 Kühe und Färsen,

Vollfleischige Schiveine von 80100 kg Lebendgewicht .......

VoUflelschige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine von 100120 kg Lebendgewicht

Vollfletschige Schweine von 120160 kg Lebendgewicht

951 Kälber, 162 Schafe, 1282 Schweine.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und geräumt.

Hirabrahneiten zu ihrer Aufstellung genügen. Dabei fönte auf jeden mehr als ein Quadratmeter Raum. Rechnet man seit 6000 Jahren 200 Generationen und nimmt man an, daß jede frühere so zahlreich gewesen sei wie die späteren, so hätten all diese Geschlechter auf einer Fläche Platz, die ungefähr halb so groß Wäre wie Deutschland. Wollte man die.lebende Menschheit auf einmal in Särgen Begraben, so brauchte der Kirchhof nur zirka 29 Quadrat­meilen groß zu sein. Hinterließe, was zu zahlreich angenommen erscheint, jeher Leichnam ein Zehntel Kubikmeter Moder, so würde der Rest einer ganzen Generation keine vier Quadratmeilen auch nur ein Drittel Meter hoch bedeckt. Der Vergleich mit den winzigen Korallentierchen, die ungeheure Riffe unb Inseln aus ihren Skeletten aufbauen oder winziger Infusorien, die große Landschichten bilden, liegt nahe.

* Rocheforts Erinnerungen an Murger. Die Actualits" veröffentlicht Erinnerungen an benBohöme"-Dichtet Murg er, die aus ber Feber bes greifen Henri Rochefort stammen. Rochefort ging eines Tages zu dem Schilberer des Kunstzigeuner- lebens, um ihm ein Manuskript vorzulegen. Marger Wohnte in

Kälber,

Feinste Mastkälber

Mittlere Mast- unb beste Saugkälber ....

Geringere Mast- unb gute Saugkälber . . .

S ch a f e.

Stallmastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . .

Aeltere Mastbammel, gut genährte junge Schale unb geringere Mastlammer. . . . . .

Schweine.

Höchste Temperatur am 15.

Niedrigste . , 15.

Niederschlag: 2,3 mm.

imd fragte Rochefort, nachdem dieser sich vorgestellt hatte:Wie alt sind Sie?" 2lls Rochefort erwiderte, baß er achtzehn Jahve aftifei, sagte Murger mit hem1 größten Ernst:Was, es gibt noch Leute, die achtzehn Jahre altsinb?"Später," st berichtet Roche fort,sah ich ihn bei Paul Maurice, dem Freunde Victor Hugos, wieher. Maurice, Bacauerie, Charles Hugo unb ich hatten uns ticiyibrebet, mit bau armen Murger Bakkarat zu spielen unb ihn gewinnen zu lassen; wir wollten ihm auf biest Weise helfen, »ohne seine Eigenliebe zu verletzen. So oft einer von uns Acht ober Neun hatte, warf er hie Karten hin unb sagte, baß er Bakkarat habe; wir tieften Murger gar nicht Zeit, seine Potttts zu Mlen, unb sagten ihm immer nur, haft er einen mehr habe, als fein Gegner. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nicht gespielt, hatte ferne Ahnung vom Spiel unb war außer sich vor Freude, als er sich so vom Glück begünstigt sah. Unser Komplott brachte ihm saft viertausend Franks ein, und Murger hat nie erfahren, wie sie zusammengebracht worben waren."

bis 16. März = + 3,30, , 16. , - 1,0C.

März

1911

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft U

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind- l| richtung

S

'S c i

Grad Mtr Bewölkung in gehnlei der pchtv. HimmeUfl,

16. 2|

«36,8

1,5

4,7

93

SSE

2

10 1

16.1 9U|

740,0

1,1

4,7

94

SSW

2

10 !

17,1 7"

743,3

1,7

5,0

96

S

2

10

Emser Wasser

Kränchen.

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